Nachhaltige Fischerei

Aigner: Bewusste Entscheidung der Verbraucher für Erzeugnisse aus nachhaltiger Fischerei stärken

„Für eine bewusste Kaufentscheidung benötigen Verbraucherinnen und Verbraucher Informationen. Diese stellen wir bereit, um nachhaltige Fischerei auch an der Ladentheke zu unterstützen“, sagte Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner in Köln. Auf der Anuga präsentierte die Ministerin zusammen mit dem Johann Heinrich von Thünen-Institut, dem Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels und dem Bundesmarktverband der Fischwirtschaft ein interaktives Verbraucherinformationssystem.

„Wir wollen unser Konzept zur Sicherung einer nachhaltigen Fischerei „vom Wasser bis zum Teller“ konsequent umsetzen. Deshalb müssen wir auch die Verbraucherinnen und Ver­braucher mit ins Boot holen. Sie können mit ihrer Kaufent­scheidung einen wichtigen Beitrag zu nachhaltig bewirt­schafteten Fischbeständen leisten. Gerade an dieser Schnittstelle knüpft unser Verbraucherinfor­mationssystem an“, so die Ministerin. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten mit dem neuen Informationssystem sachgerechte und verständliche Entscheidungshilfen, um ihren Fischeinkauf nach Nachhaltigkeits­kriterien auszurichten.

Die dafür erforderlichen Informationen zu den einzelnen Fischarten, den jeweiligen Beständen und den jeweiligen Fischereien können nunmehr im Internet unter www.fischinfo.de oder www.portal-fischerei.de abgerufen werden.

Die Datenbank soll in den kommenden drei Jahren kontinuierlich ausgebaut werden. Angestrebt sind rund 200 Datenblätter mit wissenschaftlich abgesicherten Informationen zu allen wichtigen Konsumfischarten.

Kantine des Bundesverbraucherschutzministeriums wird zertifiziert

Siegel für Fisch aus nachhaltiger Fischerei

Kantine des Bundesverbraucherschutzministeriums wird zertifiziert

„Das Bundesverbraucherschutzministerium nimmt eine Vorreiterrolle bei der Nachhaltigkeit ein – auch in der eigenen Kantine,“ sagte Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) heute in Bonn. Die Kantine des BMELV erhielt das Zertifikat des Marine Stewardship Council (MSC) für Fisch aus nachhaltiger Fischerei. „Wir möchten zeigen, dass es für jeden möglich ist, Einfluss auf die Fischereipraktiken zu nehmen und durch sein Einkaufs- und Essverhalten eine nachhaltige Fischerei zu unterstützen.“

Damit liegt die BMELV-Kantine im Trend. Deutschland ist weltweit das Land mit dem höchsten Absatz von Fisch mit dem blauen Siegel des MSC.

Der MSC ist eine unabhängige, globale und gemeinnützige Organisation. Er setzt sich weltweit für nachhaltige und verantwortungsvolle Fischerei ein. Ziel ist die Sicherung der Zukunft der Fischbestände sowie eine gesunde Meeresumwelt. Prinzipien des MSC sind die Nachhaltigkeit der Fischbestände, die minimale Auswirkung auf das Ökosystem und ein effektives Management in diesem Bereich, das die Grundlage für eine Mindestkennzeichnung von Fischerzeugnissen darstellt.

Die MSC-Zertifikate sind drei Jahre gültig. Danach müssen Unternehmen sich erneut zertifizieren lassen.

Mit der MSC-Zertifizierung setzt das Bundesverbraucherschutzministerium seine Initiative für eine qualitätsorientierte Gemeinschaftsverpflegung fort. Bereits im Jahr 2008 wurde die Kantine in Bonn nach den Qualitätsstandards „JOB&FIT“ zertifiziert.

Melander-Methode auch in Deutschland verboten

Raab unwahrheitet weiter
Melander-Methode auch in Deutschland verboten

Hans Raab will seine Fischfabrik aus der Ostschweiz ins Saarland verlegen – und dort sogar jene Fische schlachten, die er in der Schweiz nicht mehr auf seine eigensinnige Methode schlachten darf.
Doch die ist gemäss Tierschutzschlachtverordnung in Deutschland schon länger verboten. Die zuständigen Behörden im Saarland haben gegenüber fair-fish deutlich gemacht, dass sie Raab nicht gewähren lassen werden.

Der Kanton St. Gallen hatte Raab eine Frist bis zum 15. Mai gesetzt; danach
müsse er eine gesetzlich erlaubte Schlachtmethode anwenden oder den Betrieb einstellen. fair-fish hatte Raab eine praktikable Methode zur Betäubung und Tötung der Fische aufgezeigt. Der aber zog es vor, seine Fischfabrik zur Ruine zu machen und mit grössenwahnsinnigen Schadenersatzklagen um sich zu werfen.

Raab nimmt es mit der Wahrheit nie so genau. In einem weiteren wirren Schreiben Ende Juli an zig Adressaten bezichtigt er die St. Galler Behörden der Tierquälerei (sic) und fordert, Prof. Segner von der Uni Bern müsse als Gutachter wieder ausgeladen werden, da er als Beirat von fair-fish befangen sei. Fakt ist: Segner wurde von der Staatsanwaltschaft St. Gallen als Gutachter angefragt. Doch Segner selbst wies auf seine Beiratschaft hin, und die Staatsanwalt zog ihre Anfrage zurück. Absolut fair und korrekt – aber für einen Dreinschläger wie Raab halt nicht nachvollziehbar.

Mit Grundschleppnetz aus dem Meer gerissen und lebend ausgenommen:
Goldbutt mit MSC-Label: Nachhaltigkeit mit Fragezeichen

Seit kurzem ist Goldbutt (Scholle) aus der Ostsee mit MSC-Label auf dem Markt. Die Zeitung von Coop Schweiz (28.07.2009) verheisst «Fischgenuss mit gutem Gewissen».

Hände weg von solchem «Genuss»
Für MSC zertifiziert wurde die dänische Fischerei Ekofish, die bisher Grundschleppnetze mit Baumkurren einsetzte. Baumkurren sind schwere Balken, welche die am Boden lebenden Schollen aufscheuchen und das Netz weit offen halten, damit sich die Fische darin verfangen.
Um von MSC anerkannt zu werden, musste die Fischerei auf leichteres Gerät mit grösseren Maschen ausweichen. Es handelt sich aber nach wie vor um Grundschleppnetze, welche den Lebensraum der Fische verletzen und viel Beifang verursachen. Daher fordern viele Umweltverbände den Verzicht auf alle Grundschleppnetze.

Schollen werden in der Ostsee aber auch von kleinen Kuttern mit Stellnetzen gefangen. www.fair-fish.ch/files/pdf/aktuell/info-27.pdf
MSC und WWF fördern leider nicht diese kleine und schondere, sondern die weniger rücksichtsvolle industrielle Fischerei.
Besonders fragwürdig ist aus Sicht von fair-fish die Behandlung der Schollen nach dem Fang: Die Tiere werden ohne Betäubung lebend ausgenommen. Diese Meldung kommt von Verein fair-fish
Burgstrasse 107, CH-8408 Winterthur.

Edelkrebse

Edelkrebse aus M-V sollen helfen, den steigenden Bedarf an Schalentieren im Land zu decken

„Mit der Produktion von Edelkrebsen soll langfristig eine regionale und hochwertige Marke als einheimisches Gegengewicht zu importierter Ware oder nicht heimischen Arten etabliert werden“, sagte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus.

Unter dem Aspekt Schutz und Nutzung aquatischer Ressourcen in Mecklenburg-Vorpommern wurde von 2005 bis 2008 ein Begleitprojekt zur Förderung der Edelkrebsnachzucht erfolgreich durchgeführt. In vier Betrieben wurde damit begonnen, den heimischen Edelkrebs (Astacus astacus) aufzuziehen. Der Schwerpunkt war dabei zunächst, Elternpopulationen aufzubauen, die eine Basis für die Bereitstellung von Satzkrebsen bilden. Gleichzeitig wurden verschiedene Verfahren des Erbrütens und der Aufzucht von Jungkrebsen untersucht.

Der Produktionsstandort „Krebsgarten Basthorst“ entwickelte sich im Projektzeitraum zum Vorreiter. Hier wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Versuchen zur Optimierung der Aufzucht und Vermehrung von Flusskrebsen in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Fischerei der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei aus Rostock durchgeführt. Das Krebsprojekt in Basthorst wurde mit rund 100.000 Euro aus EU- und Landesmitteln unterstützt.

Im Krebsgarten finden bereits regelmäßige Führungen mit potentiellen Krebszüchtern statt, die von den bisher gesammelten Erfahrungen profitieren. Gegenwärtig laufen die Vorbereitungen für den Aufbau weiterer Betriebe. Um die noch junge Branche weiter zu stärken, wurde das Forschungsprojekt „Aufbau und Entwicklung einer Edelkrebsaquakultur in Mecklenburg-Vorpommern“ etabliert.
Neben der weiteren Optimierung der Aufzuchtbedingungen zur wirtschaftlichen Nutzbarmachung des Edelkrebses soll bis zum Jahr 2012 eine Erzeugergemeinschaft „Flusskrebse aus M-V“ entstehen.
Neben dem Institut für Fischerei ist der Krebsgarten Basthorst ein wichtiger Anlaufpunkt für zukünftige Krebszüchter, wenn es um grundsätzliche Fragen wie Eignung von Gelände und Wasser geht. Ein eigens dafür eingerichtetes Labor ermöglicht erste Analysen. Vor Ort erhält man auch Informationen zu den aktuellen Fördermöglichkeiten aus dem Europäischen Fischereifonds (EFF) und den baurechtlichen Voraussetzungen. Die Initiative will aber ausdrücklich auch Natur- und Umweltinteressierte einladen, an dem Projekt mitzuwirken. „Die professionelle und geschützte Aufzucht von Speisekrebsen kann eine wichtige Grundlage für die Wiederansiedlung der bedrohten Art sein“, so der Minister.

Das darf man essen!

FOS-zertifizierte Produkte

Für Friend of the Sea sind mittlerweile rund 10 Mio. Tonnen Wildfisch (dreimal soviel wie für MSC), 500’000 Tonnen Zuchtfisch (mehr als alle Bio-Labels zusammen) und gegen 8 Mio. Tonnen Fänge für Fischmehl/-öl (FOS als einziges Nachhaltigkeits-Label) zertifiziert. Das FOS-zertifizierte Sortiment umfasst bereits rund 1400 Produkte von insgesamt über 60 Fischarten.

Die jüngsten Zertifizierungen:

Niederländische Seezungen (Dover Sole)
Das Noordzee Vissers Consortium ist eine eine kleine Vereinigung niederländischer Fischer mit sechs Schiffen, die ihre Kiemennetze horizontal über dem Meeresboden auslegen. Mit den grossmaschigen Netzen werden nur ausgewachsene Seezungen gefangen. Die wenigen mitgefangenen Jungfische werden lebend zurückgesetzt. Der Beifang besteht vor allem aus Steinbutt und Limandes, die ebenfalls verwertet werden.

Galizische Herzmuscheln (Cerastoderma edule)
Mit der bedeutenden spanischen Firma Frinsa del Noroeste konnte sich erstmals ein Herzmuschel-Produzent für FOS zertifizieren. Die heimische Muschel wird in Handarbeit und mit geringem Energieaufwand geerntet. Die Gewinnung von Herzmuscheln ist in Galizien, einer der führenden Herkunftsregionen, streng geregelt.

Miesmuscheln aus Chile (Mytilus chilensis)
Ein weiterer grosser lateinamerikanischer Produzent konnte sich für FOS zertifizieren. Die Firma Toralla kultiviert auf 250 Seehektaren Miesmuscheln auf Langleinen. Die jährliche Ernte liegt bei 12’000 Tonnen.

Breites Sortiment aus Neuseeland
Leigh Fisheries Ltd. ist die erste neuseeländische FOS-Fischerei. Die meisten der von ihren Booten gefangenen Fischarten sind nun für FOS zertifiziert, darunter Roter Schnapper, Kaiserbarsch, Roter Knurrhahn, Zackenbarsch, Wolfsbarsch, St. Petersfisch, Gelbschwanz-, und Stachelmakrelen, Lengfisch, Schwertfisch und Languste.
Die Produkte von Leigh Fisheries werden weltweit vermarktet durch die Lee Fish Gruppe, welche auch FOS-zertifizierte Aquakultur-Produkte aus Indonesien führt. «Wir haben uns für FOS entschieden, weil es das einzige internationale Label für Fang und Zucht zugleich ist“, sagt Daniel Christen, CEO von Lee Fish Europe.

Thunfisch aus Brasilien
Gomes da Costa, die grösste Thonkonservenherstellerin in Lateinamerika, bezieht Bonito (Katsuwonus pelamis) und Gelbflossenthun (Thunnus albacares) von Rutenfischerei in Brasilien. Die Fischer locken die Fische mit Wassergüssen und ins Wasser geworfenen lebenden Sardinen an. Sobald ein Fisch anbeisst, wird er an Deck gehoben und gefrostet. Die Fangmethode ist sehr selektiv und verursacht einen vernachlässigbaren Beifang.
Die Fischerei ist gleichzeitig für dolphin safe zertifiziert worden.

www.friendofthesea.org

Victoriasee-Barsch aus nachhaltiger Fischerei

Victoriasee-Barsch aus nachhaltiger Fischerei: Erstmals Betrieb in Entwicklungsland zertifiziert

– In Bukoba, Tansania, ist der erste nachhaltig bewirtschaftete Fischereibetrieb in einem Entwicklungsland von Naturland ausgezeichnet worden. „Deutsche See“ ist an dem Pilotprojekt, das als Vorbild für weitere Zertifizierungen in Entwicklungsländern fungiert, maßgeblich beteiligt. Das Nachhaltigkeits-Konzept für die afrikanische Produktionsstätte sieht neben einer Zertifizierung der Fischprodukte auch weitere finanzielle Unterstützung sowie die Einführung sozialer und ökologischer Standards vor. „Deutsche See“ stellt das Sortiment ab sofort vollständig auf den „Naturland-Wildfisch“-zertifizierten Victoriasee-Barsch um.

Ausgangslage

Während in den westlichen Industrienationen die Zahl der Fischereibetriebe stetig steigt, welche die Fischbestände nachhaltig bewirtschaften, ist die Umstellung auf diese Standards für kleine Fischereibetriebe in Entwicklungsländern oft eine große Herausforderung. Zum einen fehlen ihnen finanzielle Mittel und qualifizierte Arbeitskräfte, die für eine solche Zertifizierung notwendig sind. Zum anderen ist in diesen Ländern bisher kaum ein Bewusstsein darüber vorhanden, wie wichtig der Schutz der Umwelt auch für ihre eigene ökonomische Existenz ist. Rund 90 Prozent der Entwicklungsländer-Fischereien sind lokale Betriebe mit kleinen Booten und geringem Fang. Industriefischerei, wie man sie in westlichen Ländern vorfindet, existiert dort kaum.

Die westlichen Märkte fordern jedoch zunehmend Produkte, die nachweislich aus nachhaltiger Fischerei stammen. Entsprechende Siegel, wie beispielsweise vom MSC, schaffen Orientierung für die Verbraucher. Verschiedene Einzelhandelsketten kündigten zudem an, in naher Zukunft ausschließlich Produkte aus nachhaltiger Fischerei im Sortiment zu führen. Fischprodukte aus Entwicklungsländern, die diese Standards nicht erfüllen, haben auf dem Weltmarkt somit keine Chance.

Zertifizierern wie dem MSC oder zum Beispiel Naturland fehlte es bisher an Erfahrung, Fischereien in Entwicklungsländern zu beurteilen. So ist der Zertifizierungsprozess des MSC auf die kommerzielle und industrialisierte Fischerei ausgerichtet. Naturland hatte zwar schon Zertifizierungen in Entwicklungsländern durchgeführt, bisher jedoch nur für ökologische Aquakulturbetriebe, in denen Biofisch gezüchtet wird.

Pilotprojekt in Bukoba, Tansania

„Deutsche See“, Naturland, die Deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) und andere haben sich im Jahr 2006 zusammengeschlossen, um in einem Pilotprojekt die erste Fischerei in einem Entwicklungsland umzustellen. Nach drei Jahren intensiver Arbeit sind rund 700 Fischer aus Bukoba in Tansania nun erfolgreich zertifiziert, und ihre Produkte dürfen das „Naturland Wildfisch“-Siegel tragen. Dieses Siegel steht für nachhaltige Fischerei und beinhaltet zahlreiche ökologische und soziale Kriterien. Es ist kein Biofisch-Siegel, da Wildfischereien nicht biozertifiziert werden können.
Grundvoraussetzung für die Realisierung war zunächst, dass sich die kleinen lokalen Fischereien zu einer großen Erzeugergemeinschaft zusammenschlossen. So konnten in den Produktionsstätten einheitliche europäische Management- und Hygienestandards implementiert werden. Die Produktionen verfügen heute über zertifizierte Qualitätsmanagement-Systeme sowie eine moderne Verarbeitung und Logistik.

Außerdem führte man ökologische und soziale Standards ein. Zum Beispiel wurden adäquate Wohnsituationen für die Fischerfamilien und Bildungsangebote für ihre Kinder geschaffen. Regelmäßig werden Sicherheitsschulungen für Erwachsene durchgeführt. Es gibt eine flächendeckende Gesundheitsversorgung, mobile Gesundheitsservices für entlegene Gebiete, ausreichend sanitäre Einrichtungen und einen besseren Zugang zu Trinkwasser für alle beteiligten Familien. Auch eine funktionierende Verkehrsanbindung wurde aufgebaut.

Zukunft

Der Victoriasee-Barsch mit „Naturland-Wildfischsiegel“ wird in den nächsten Wochen auch im deutschen Handel erhältlich sein, „Deutsche See“ stellt das eigene Sortiment ab sofort vollständig auf den „Naturland-Wildfisch“-zertifizierten Fisch um. Das erfolgreiche Pilotprojekt in Bukoba zeigt, dass nachhaltige Fischerei auch in Entwicklungsländern möglich ist. So wird dort ein Bewusstsein dafür geschaffen, Lebensräume aktiv zu schützen und zu erhalten, und es wird die Lebenssituation der häufig armen Fischerfamilien verbessert. Ziel ist, im nächsten Schritt weitere der um den 70.000 Quadratkilometer großen Victoriasee ansässigen Fischereien zu zertifizieren.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz.

Weitere Informationen: Auf www.deutschesee.de finden Sie alles Wissenswerte rund um Fisch & Fischgenuss.

Welt-Meerestag – Europäische Fangschiffe nur noch in Europas Gewässern!

Welt-Meerestag am 8. Juni:

Omega-3-Fettsäuren lassen sich direkt dort gewinnen, wo sich auch die Fische damit versorgen: aus Algen

Die hoch subventionierten europäischen Fangflotten haben die eigenen Meere längst geplündert und fischen nun fremde Meere leer. Mit einer neuen Politik möchte die EU die europäischen Gewässer wieder fischreich machen. Die Fisch- und Meeresschutz-Organisation fair-fish, die im Senegal das erste Pilotprojekt für fairen Handel in der Fischerei entwickelt hat, misstraut dieser Reform und fordert Massnahmen, die zum schonungsvollen Umgang mit den Fischbeständen zwingen: Keine europäischen Fangschiffe mehr in fremden Meeren, Verbot von Grundschleppnetzen und Schluss mit Fördermitteln für Fischzuchten, die mehr Fisch verfüttern, als sie liefern.

Das unlängst veröffentlichte Grünbuch des EU-Fischereikommissars Joe Borg gesteht den Bankrott der jahrzehntelangen EU-Fischereipolitik: Die europäischen Meere sind zu 88 Prozent überfischt. Im Weltdurchschnitt sind es «nur» 28 Prozent, Tendenz freilich zunehmend – nicht zuletzt, weil die europäischen Fangflotten nun halt fremde Meere leerfischen. Borg benennt auch einige der Gründe für den Bankrott, darunter die massive Überkapazität der subventionierten Fangflotten. Hieraus entwickelt er Vorschläge für eine neue Fischereipolitik.

Laut fair-fish steht zu befürchten, dass auch dieser neuste Reformversuch so wenig bringen wird wie alle früheren Reformen. Denn das Grünbuch blendet einige der Gründe für die Überfischung nicht nur der europäischen, sondern aller Meere völlig aus. Weltweit liegt der Fischkonsum bei fast 17 kg pro Kopf und Jahr. In Deutschland, Österreich und der Schweiz liegt der Fischkonsum etwa beim Weltdurchschnitt, in vielen Ländern Europas wird noch weit mehr Fisch verzehrt. Bereits 17 kg pro Kopf und Jahr sind aber, so fair-fish, weit mehr, als die Meere hergeben. Tatsächlich stammt bereits jeder zweite Fisch aus einer Zucht; aber die Zucht vieler Arten verfüttert drei- bis achtmal soviel Fisch, wie sie uns auf den Teller bringt. Fischzucht trägt also zur Leerfischung noch bei.

fair-fish fordert eine EU-Fischereipolitik, die von den tieferliegenden Probleme ausgeht und sie zu lösen versucht:

1. Abkehr von der Gesundheitspropaganda für zunehmenden Fischkonsum. Omega-3-Fettsäuren lassen sich direkt dort gewinnen, wo sich auch die Fische damit versorgen: aus Algen.

2. Die europäischen Fangflotten müssen in Europa bleiben. Wenn die Länder des Südens uns Europäern Fisch verkaufen wollen, sollen sie ihn selber fangen und verarbeiten. Nur so erhalten Fischer und Arbeiterinnen im Süden den ihnen zustehenden Mehrwert. Und nur so wird Europa endlich gezwungen sein, den eigenen Fischgründen Sorge zu tragen.

3. Verbot von industriellen Fangmethoden wie Grundschleppnetze, welche hohen Beifang verursachen und den Lebensraum der Fische zerstören. Die handwerkliche Fischerei mit kleinen Booten schafft übrigens mehr Arbeitsplätze als schwimmende Fischfabriken.

4. Keine Förder- und Forschungsmittel mehr für Fischzuchten, welche mehr Fisch verfüttern, als sie gewinnen.

Thomas M. Walkensteiner

Im Hotel Schloss Fuschl dreht sich alles rund um den Fisch

Der Fuschlsee in Österreich lockt Besucher diesen Sommer mit verschiedenen lukrativen Programmpunkten. Zum Beispiel verrät Sterne-Koch Thomas M. Walkensteiner in einem Kochkurs im Hotel Schloss Fuschl die Geheimnisse einer schmackhaften Zubereitung von Fisch und die Schloss Fischerei bietet ihren Gästen eine ganz private Fischjause an. Wer es lebhafter mag, notiert sich den 29. August, an dem das traditionelle Fischereifest mit Hechthegefischen stattfindet. Von einer ganz anderen Seite lernen Ausflügler den Fuschlsee kennen, wenn sie selbst die Angeln auswerfen und am Ende des Tages stolz den Fang präsentieren.

Die traumhafte Umgebung des Fuschlsees lädt dazu ein, den Köder auszuwerfen, sich geduldig beim Fischen niederzulassen und sich die eine oder andere Köstlichkeit zu angeln. Der Fuschlsee besitzt Trinkwasserqualität und gehört zu den saubersten in ganz Österreich. Eine bunte Vielfalt an Fischen macht das kristallklare Gewässer zu einem besonders begehrten Revier fürs Angeln. Unter den 14 Fischarten sind zum Beispiel Saiblinge, Renken oder Hechte begehrte Schmankerl.
Die Schloss Fischerei, die zum Hotel Schloss Fuschl gehört, besitzt die Fischereirechte für den See und verleiht für den besonderen Angelausflug mit Voranmeldung das optimale Zubehör. Jeder Angler braucht eine Tageskarte, die für 21 Euro in der Schloss Fischerei zu erwerben ist. Auf Wunsch erhalten Gäste bei der Schloss Fischerei einen Einblick in die traditionelle Fischzucht und erfahren mehr über den See und seine Bewohner. Natürlich ist der Fisch auch frisch oder geräuchert direkt bei der Schloss Fischerei erhältlich und kann auch schon vor Ort bei einer zünftigen Fischjause verzehrt werden. Besucher greifen gern zu einer Geschenkkiste als Mitbringsel, zum Beispiel eine Große Fischgeschenkkiste mit Räucherfisch und Fuschlgeist zum Preis von 30 Euro. Weitere Informationen zu Angeboten und Öffnungszeiten auch unter: www.schlossfuschlresort.at/fischerei

Wer es dagegen vorzieht, den Fisch fertig serviert zu bekommen, sollte die Restaurants des Schloss Fuschl Resorts besuchen. Für Interessierte, die auf den Fisch gekommen sind, bietet die Kochakademie des Hotel Schloss Fuschl Kochkurse an, in denen sich alles um den Fisch dreht. Sternekoch Thomas M. Walkensteiner schwingt persönlich den Kochlöffel. Termine und Informationen unter: www.kochakademie.at/

Das am 29. August stattfindende Fischereifest gehört zu den Veranstaltungen des „Bauernherbstes“ der Fuschlseeregion, bei dem sich alte Höfe und Handwerkstätten präsentieren und Festlichkeiten, wie der Almabtrieb in Hintersee mit Herbstfest und Tanz, stattfinden. Die Besucher erwarten Live-Musik und kulinarische Köstlichkeiten direkt am Ufer des Fuschlsees. Informationen zu den Events oder dem Hotel Schloss Fuschl unter: www.schlossfuschlresort.at

Globale Fischereikrise verschärft sich

Globale Fischereikrise verschärft sich. WWF alarmiert über neuen UN-Report. Versprochene Trendwende ist ausgeblieben.

Die Zahl der überfischten oder bis an die biologischen Grenzen ausgebeuteten Fischbestände ist zwischen 2004 und 2006 erneut gestiegen – von 77 auf 80 Prozent. Dies ist geht aus dem heute in Rom veröffentlichten Weltfischereireport der UN-Welternährungsorganisation (FAO) hervor. „Die Plünderung der Meere geht weiter. Der drohende Zusammenbruch vieler Fischbestände gefährdet nicht nur die Ernährungssicherheit in den Entwicklungs- und Schwellenstaaten, sondern auch hunderttausende Arbeitsplätze und das Ökosystem Ozean“, bilanziert WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. Die seit langem von Politik und Fischereiindustrie versprochene Trendwende sei ausgeblieben.

Die Zahl der nur moderat genutzten Fischbestände hat sich laut FAO seit den 1970er Jahren halbiert – von 40 auf 20 Prozent. „Unser Guthabenkonto wird immer kleiner“, kritisiert Schacht. „Die weltweite Fischerei ist ein Verlustgeschäft für Mensch und Natur. Sie könnte bis Mitte des Jahrhunderts komplett zusammenbrechen.“ Der Fischfang ist laut FAO bereits rückläufig. 2006 wurden 81,9 Millionen Tonnen Meeresfisch angelandet, dass sind über vier Prozent weniger als noch zwei Jahre zuvor.

Schon heute schätzen Experten die wirtschaftlichen Verluste durch die Überfischung der Meere auf etwa 40 Milliarden Euro im Jahr. „Wir zahlen schon seit Jahren einen hohen Preis für die Ausbeutung der Meere“, so die WWF-Expertin. Dabei könnten die Ozeane mehr Fisch mit weniger Aufwand liefern – wenn die Fischereien endlich nachhaltig gemanagt würden.

Ein Paradebeispiel für die wirtschaftlichen Schäden durch die Überfischung liefert der Nordsee-Kabeljau. Derzeit dürfen die EU-Fischer von dem arg geschröpften Bestand gerade einmal 24.000 Tonnen im Jahr fangen. Eine gesunde, nachhaltig gemanagte Kabeljau-Population wäre um ein Vielfaches größer und würde etwa 140.000 Tonnen nachhaltigen Fischfang im Jahr erlauben. „Viele Fischer wären heute noch in Lohn in Brot, wenn der Kabeljau stets mit Augenmaß bewirtschaftet worden wäre“, erläutert die WWF-Expertin.

Der WWF fordert angesichts der dramatischen Zahlen einen Paradigmenwechsel in der Fischereipolitik. Dieser müsse auch in der bevorstehenden Reform der EU-Fischereipolitik vollzogen werden. Mehr Schutzgebiete und fischereifreie Zonen, umweltfreundlichere Fangtechniken und eine massive Verkleinerung der Fangflotten seien erforderlich, um er Krise zu begegnen, die in Europa besonders drastisch ist. Derzeit würden pro Jahr rund um den Globus etwa 11 Milliarden Euro Steuergelder ausgegeben, um die Fangkapazitäten zu vergrößern und so noch in die entlegensten Meeresgebiete vorzudringen. „Dieser Subventions-Irrsinn muss schleunigst beendet werden“, so Schacht.

Den Verbrauchern in Deutschland empfiehlt der WWF, beim Einkauf auf Fische aus gefährdeten Beständen – wie zum Beispiel Thunfisch, Scholle, Seezunge oder Rotbarsch – zu verzichten. Eine praktische Orientierung bietet der WWF-Einkaufsratgeber Fisch und Meeresfrüchte für die Brieftasche ( www.wwf.de/fisch ). Außerdem sollten Verbraucher auf das blaue Nachhaltigkeits-Siegel des MSC (Marine Stewardship Council) achten. Der MSC garantiert eine umweltschonende Fischerei. In Deutschland sind bereits mehr als 350 Produkte mit dem MSC-Siegel erhältlich.

Zudem setzt der WWF auf ein verändertes Angebot im Handel. So ist der WWF eine Kooperation mit der Edeka-Gruppe eingegangen, die sich zum Ziel gesetzt hat, ihr gesamtes Fischangebot bis Ende 2011 nachhaltig zu gestalten. Die Edeka-Gruppe ist als größter Lebensmittel-Einzelhändler in Deutschland auch der größte Fischhändler.

Indische Garnelen-Grundschleppnetzfischerei

Kein FOS-Zertifikat für indische Garnelen-Grundschleppnetzfischerei

Ein Audit der indischen Grundschleppnetzfischerei auf Garnelen (Metapenaeus spp.; King, Brown und Pink prawns) ergab keine Übereinstimmung mit den FOS-Kriterien. Die Netze werden in Tiefen von 40 bis 60 Metern Tiefen über den Meeresboden gezogen, 8 bis 20 km vor der Küste. Die auditierte Fischerei ist repräsentativ für den ganzen ostindischen Ozean.

Die Auditoren erhielten von den Bootseignern keine Angaben, aufgrund derer die Menge des Beifangs hätte überprüft werden können. Der Audit-Bericht erwähnt den gelegentlichen Einsatz von Turtle Excluder Devices (TEDs) – für FOS-Direktor Poalo Bray «ein Hinweis darauf, dass der Beifang von Schildkröten ein Problem ist. Falls die Fischerei später erneut ein Audit verlangen sollte, würden wir als Minimum erwarten, dass TEDs obligatorisch zum Einsatz gelangen und dass mehr und unabhängige Kontrolleure an Bord über den Beifang aller gefährdeten Arten rapportieren.»

http://host1.bondware.com/~fos/mod/emarket/view.php?msg_id=229&email=archives@archives