Arbeitsstruktur ändert Essverhalten in Deutschland

Weniger Alltag – Mehr Snacks

„Ich habe einfach keine Zeit“. Diesen Ausspruch kennt fast Jeder, und er ist auf alle Lebenslagen anwendbar. Auch bezogen aufs tägliche Essen. Die Nestlé-Studie 2011 belegt den zunehmenden Trend der fehlenden Möglichkeit zur eigenen Zeiteinteilung. Der Anteil der Menschen, die ständig oder zumindest teilweise wechselnde Tagesabläufe haben stieg insgesamt bei den Berufstätigen auf 41 Prozent.

2009 bei gleicher Erhebungsmethode waren es noch 37 Prozent.

Betrachtet man die Altersstrukturen genauer, sind die steigenden Zahlen vor allem auf die Gruppe der jüngeren Menschen zurückzuführen. Bei den 16- bis19-Jährigen sind es 45 Prozent und bei den 20- bis 29-Jährigen sogar schon mehr als jeder Zweite (52 %). Die Entstrukturierung der traditionellen Arbeitsabläufe beeinflusst ganz erheblich das Essverhalten der Deutschen. Menschen mit unregelmäßigem Tagesablauf essen nur noch selten zu festgelegten Zeiten. Laut der aktuellen Studie bestimmen bei den 10 000 Befragten nicht das Hungerbedürfnis den Zeitpunkt einer Mahlzeit, sondern freie Zeitfenster.

Stirbt also das gute alte „Mahlzeit!“ auf dem Weg in die Kantine aus? Ein klares Nein, denn noch nie war das Angebot der Außer-Haus-Verpflegung höher. Dabei spielen natürlich Betriebsrestaurants (=Kantinen) nach wie vor eine große Rolle. Aber eben nicht mehr als einzige Möglichkeit einer oppulenten Mittagsverköstigung als Hauptmahlzeit.

Die Studie fand ebenso heraus, dass die Mittagspause nicht mehr primär der Nahrungsaufnahme zu dienen scheint, sondern Aspekte wie „Ruhe, Auszeit“ und das Miteinander der Kollegen auch eine große Rolle spielt. Durch die unregelmäßigen Tagesabläufe werden Hauptmahlzeiten zunehmend durch Snacks zwischendurch ersetzt. Mehr als zwei Drittel der unter 30-Jährigen handhaben so ihren Alltag. Das traditionelle Abendessen ist aber nach wie vor die beliebteste Art der gemeinsamen Nahrungsaufnahme. Hier ist die Stimmung am besten, alle sind zu Hause, man kann frei kommunizieren und sich in Ruhe satt essen.
Harald Seitz, www.aid.de

Das Österreichische Genussbarometer

So genießt Österreich

Genuss bringt in Balance

Das Österreichische Genussbarometer ist die erste
wissenschaftliche Erhebung zum Genussverhalten der Österreicherinnen
und Österreicher. Der dritte Teil des Genussbarometers fokussiert die
Unterschiede im Essverhalten und bei den Essmotiven zwischen
Genießern, Genusszweiflern und Genussunfähigen.

Genießer ziehen bei genussvollem Verhalten eine positive Bilanz.
Genusszweifler sind ambivalente Genießer, die eigentlich gerne
genießen, dies aber mit schlechtem Gewissen tun. Genussunfähige
können im Genießen keine Vorteile sehen, weder eine verbesserte
Leistungsfähigkeit noch gesteigerte Lebensfreude – Genießen ist für
sie ein überwiegend negatives Erlebnis (vgl. Anhang Genusstypologie).
Persönlichkeit und Genussempfinden beeinflussen Essverhalten,
Lebensqualität und Gesundheit. In der dritten Welle des
Genussbarometers antworteten 16% Genießer, 69% Genusszweifler und 15%
Genussunfähige. Was unterscheidet die drei Genusstypen?

– Genießer haben die beste Chance auf Normalgewicht
– Genießer halten seltener Diät
– Genießer hören auf ihren Körper
– Genießer sind mit dem Lebensmittelangebot am zufriedensten

Genießer haben die beste Chance auf Normalgewicht

Fast die Hälfte der Genießer hat Normalgewicht (47%), aber nur
jeweils 38% der Genusszweifler und Genussunfähigen. Umgekehrt sind
unter den Genussunfähigen mit 17% die meisten Adipösen, im Vergleich
zu 15% bei den Genusszweiflern und 11% bei den Genießern. Warum?

Genießer halten seltener Diät

Mehr Genussverständnis scheint mit weniger Diäterfahrungen
zusammenzuhängen: 10% der Genießer, 13% der Genusszweifler und 15%
der Genussunfähigen gehören zu den Diäthaltenden. Die Daten
bestätigen auch, dass mit zunehmender Diätfrequenz das Körpergewicht
steigt: 22% der Adipösen und 15% der Übergewichtigen halten im
Vergleich zu 9% der Normalgewichtigen häufig oder ständig Diät.
Von allen Befragten geben 13% an, ständig oder häufig Diät zu halten,
wobei dies wesentlich mehr Frauen (18%) als Männer (7%) tun. Frauen
und Adipöse verzichten auch häufiger auf bestimmte Speisen. 44% der
Frauen und 53% der Adipösen lassen bewusst manche Gerichte fast
täglich bis mehrmals in der Woche aus, während das nur 30% der Männer
und 34% der Normalgewichtigen tun. Univ.-Prof. Dr. König: „Diese
Daten spiegeln den sozialen Druck, der durch das gegenwärtige –
vermeintliche – Schönheitsbild und die Erwartungshaltung, sich unter
Kontrolle haben zu müssen und gesund zu leben, aufgebaut wird. Besser
als zu verzichten ist: Bewusst genießen!“

Insgesamt lassen 37% fast täglich bis mehrmals in der Woche
bestimmte Speisen oder Getränke aus unterschiedlichen Gründen aus.

Genießer, Genusszweifler und Genussunfähige verzichten gleich häufig
auf bestimmte Speisen, aber aus verschiedenen Gründen:

– 15% der Genießer verzichten, um den Genuss auf Dauer wahren zu
können (vs. 11% Genusszweifler und 4% Genussunfähige).
– 52% der Genießer lassen fallweise bestimmte Speisen aus, um
abzunehmen oder ihr Gewicht zu halten (vs. 61% Genussunfähige und 59%
Genusszweifler).

Bei den Hauptmahlzeiten verzichten Adipöse deutlich öfter auf das
Frühstück als Normalgewichtige und deutlich öfter aufs Mittagessen
als Übergewichtige. Dazu hält Univ.-Prof. Dr. König fest: „Wer auf
das Frühstück verzichtet, spart am falschen Platz. Denn die in der
Früh fehlende Nahrungsenergie wird im Allgemeinen bei den restlichen
Mahlzeiten wieder hereingeholt. Ein kohlenhydrat- und eiweißreiches
Frühstück kann dagegen Hungerattacken verhindern und den Stoffwechsel
anregen. Studien belegen, dass Personen, die sich morgens satt essen,
leichter ihr Gewicht reduzieren bzw. halten können.“

Genießer hören auf ihren Körper

Anlässe zum Essen gibt es viele – und warum wir essen, hat
verschiedene Gründe: Manchmal ist es schlicht und einfach der Hunger,
oft stecken emotionale Motive wie Freude und Vergnügen aber auch
Stressbewältigung, Trauer oder Frustration dahinter. Unter den
Befragten essen deutlich mehr Frauen als Männer und mehr Adipöse als
Normal- oder Übergewichtige, weil sie traurig, gestresst oder
frustriert sind. Gleichzeitig sind Menschen, die mit Essen positive
Emotionen verknüpfen, eher normalgewichtig und vom Typ her
„Genießer“.

Die Ergebnisse des Genussbarometers legen nahe, dass Genießer ein
entspannteres Verhältnis zum Essen haben und mit gesellschaftlichem
und emotionalem Druck besser umgehen können. Sie lassen ihr
Essverhalten weniger von äußeren Faktoren beeinflussen: Sie essen
deutlich häufiger, „weil sie Hunger haben“ (47% vs. 30%
Genusszweifler, 17% Genussunfähige), „weil ihnen Essen Vergnügen
bereitet“ (37% vs. 15% und 11%) und „weil es schön ist, mit anderen
Menschen zu essen“ (33% vs. jeweils 13%). Genussunfähige essen
dagegen signifikant häufiger als Genießer, „wenn etwas zu essen da
ist“.

Genießer essen im Vergleich zu Genussunfähigen deutlich häufiger
Schinken, Fleisch und Wurst sowie Schokolade und Pralinen, sie
trinken auch weitaus mehr Wasser und Obstsäfte.

„Oft ist es besser, seinen Gelüsten nachzugeben und den Gusto mit
kleinen Happen zu stillen, als dann mit Heißhunger Unmengen zu
verschlingen. So zeigen auch unsere Daten im Genussbarometer, dass
die Schlanken am häufigsten naschen – 30% greifen fast täglich zu
Süßem. Das tun umgekehrt nur 14% der Übergewichtigen und 19% der
Adipösen“, führt Mag. Marlies Gruber die Ergebnisse aus.

„Positive Aspekte von Essen wahrzunehmen, wird einem
sprichwörtlich in die Wiege gelegt. Wir beobachten, dass viele
Faktoren, die das ‚Genießen können‘ bestimmen, eine Frage der
Erziehung sind. So lernen Babys zum Beispiel, auf etwas warten zu
können, wenn sie nicht immer in der ersten Sekunde das erhalten, was
sie möchten. Warten zu können, vorübergehend auf etwas zu verzichten,
in sich hineinzuhören und sich auf etwas zu freuen sind auch
grundlegende Elemente beim Genießen“, sagt Dr. Christopher Mayr,
Obmann des forum. ernährung heute.

Genießer sind mit dem Lebensmittelangebot am zufriedensten
Insgesamt sind mit dem Lebensmittelangebot 38% sehr zufrieden und
weitere 54% eher zufrieden. Beim Alter, dem Geschlecht oder dem
Körpergewicht zeigen sich hier kaum Unterschiede – lediglich die
Genießer heben sich vom Mainstream ab: 46% sind hoch zufrieden mit
dem Angebot in den von ihnen regelmäßig besuchten Geschäften.
Hinsichtlich der Lebensmittelauswahl ist es Genießern im Vergleich
mit Genusszweiflern und Genussunfähigen auch deutlich wichtiger, dass
Lebensmittel:

– qualitativ hochwertig sind
– naturbelassen und frisch sind
– aus fairem Handel stammen
– aus Österreich und regional sind
– gut schmecken
– einen hohen Anteil an Nährstoffen, Vitaminen oder Mineralstoffen
aufweisen.

Außerdem kaufen Genießer bedeutend öfter Produkte, weil sie sich
damit belohnen wollen oder weil sie mit den Lebensmitteln schöne
Erinnerungen verbinden. Weitaus weniger wichtig als Genusszweiflern
oder -unfähigen ist es den Genießern, dass sie das Produkt aus der
Werbung kennen. Für Genussunfähige hingegen spielt es keine Rolle, ob
die Lebensmittel qualitativ hochwertig und frisch sind oder gut
schmecken. Auch schöne Erinnerungen sind für ihre Produktwahl nicht
bedeutend. König dazu: „Es ist ein schönes Zeichen, dass Genießer mit
der Produktvielfalt und Lebensmittelqualität am österreichischen
Markt sehr zufrieden sind. Genusszweifler und Genussunfähige scheinen
dagegen die hohe Qualität des Lebensmittelangebotes nicht
wahrzunehmen oder wahrnehmen zu können.“

„Wie sich zeigt, essen Genießer nicht nur abwechslungsreicher und
haben eine höhere Lebensqualität, sondern sind auch eher
normalgewichtig. Welches Potenzial ‚Genießen‘ für die Gesundheit und
ein vernünftiges Körpergewicht hat, muss daher noch in größer
angelegten Untersuchungen weiter erforscht werden“, so Mayr.

Weitere Informationen unter www.forum-ernaehrung.at

Essstörungen – zu dick oder zu dünn

Essstörungen – zu dick oder zu dünn

13. Niedersächsisches Ernährungsforum 2009 stellt Präventionsstrtegien

Die Grenzen zwischen einer Essstörung und einem gestörten Essverhalten sind fließend. Wenn die Figur und das Gewicht schließlich lebensbestimmend werden, liegt eine psychogene Essstörung vor. Essstörungen, die nicht behandelt werden, können zu bleibenden körperlichen Schäden führen. Die Sektion Niedersachsen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) greift die Thematik „Essstörungen – zu dick oder zu dünn?“ auf dem 13. Niedersächsischen Ernährungsforum 2009, das sie in Kooperation mit der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen veranstaltet, auf. Die Tagung stellt Präventionsstrategien, Therapiekonzepte und Beratungsangebote für Essstörungen anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis der Ernährungstherapie und Präventionsprojekten an Schulen vor.

Das 13. Ernährungsforum findet am 31. Oktober 2009 im Vortragssaal des Ärztehauses in Hannover von 10.00 Uhr bis 16.45 Uhr statt und richtet sich an Ernährungsfachkräfte, Ärzte, Fachkräfte und Meinungsbildner aus den Bereichen Medizin, Gesundheit, Bildung, Soziales, Prävention, Public Health und Fachjournalisten. Die Veranstaltung wird mit 5 Fortbildungspunkten von der Akademie für ärztliche Fortbildung und mit 6 Fortbildungspunkten für die kontinuierliche Fortbildung von Zertifikatsinhabern der DGE, des VDD und des VDOE anerkannt.

Frauen zählen nur in Männerbegleitung Kalorien

Tischpartner bestimmt Essverhalten – Kanadische Studie: Frauen zählen nur in Männerbegleitung Kalorien

Frauen schauen beim Dinner in
Männerbegleitung deutlich mehr auf die Kalorienmenge, als in
Frauenbegleitung. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der
kanadischen McMaster University in Hamilton http://www.mcmaster.ca im
Magazin Appetite. Generell hänge das Essverhalten von Menschen auch
damit zusammen, mit wem man den gemeinsamen Tisch teilt, hat Meredith
Young vom Department of Psychology, Neuroscience & Behaviour
herausgefunden.

Young hat Studenten in der natürlichen Umgebung von drei
Universitäts-Cafeterias mit einem großen Angebot an verschiedenen
Speisen beobachtet. Frauen, die mit männlichen Begleitern zum Abendessen
oder zum Mittagstisch gingen, griffen zu Mahlzeiten mit deutlich weniger
Kalorien als jene, die mit Geschlechtsgenossinnen zum Essen kamen. In
gemischten Gruppen waren die gewählten Mahlzeiten ebenso denen der
Niedrig-Kalorien-Speisen zuzuordnen. Je mehr Männer in der Gruppe waren,
desto gesünder fiel die Wahl der Speisen aus. Frauen, die in reinen
Frauengruppen zu Mittag oder zu Abend aßen, wählten hingegen
kalorienreichere Nahrungsmittel aus.

Für die Forscherin ist das Ergebnis keine Überraschung. Die gesamte
Ernährungs- und Diätindustrie spricht in erster Linie Frauen an und die
Produktwerbung arbeitet mit sehr schlanken Models und nicht mit
durchschnittlichen oder übergewichtigen Frauen. „Es ist leicht möglich,
dass kleine Portionen Attraktivität signalisieren und Frauen bewusst
oder unbewusst zu kalorienarmen Nahrungsmitteln greifen, um damit als
attraktiver zu wirken“, so Young. Bei Männern habe die Untersuchung
keine signifikanten Veränderungen der Ernährungsgewohnheiten gezeigt.
Sie aßen, egal ob in weiblicher Begleitung oder mit anderen Männern,
gleich viel. Wolfgang Weitlaner

Deutschland isst … mit Tim Mälzer

In der zweiteiligen Dokutainmentreihe „Deutschland isst… mit Tim Mälzer“ nimmt der neue ARD-Koch die Zuschauer mit auf eine spannende Entdeckungsreise quer durch Deutschland. Wo wird am meisten gegessen, warum leidet bereits jedes fünfte Kind bei uns an Übergewicht? Was machen die Fettzellen im Körper und was kann man tun, um überflüssige Pfunde wieder loszuwerden? Diese und viele andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Folge „Dick oder dünn?“. Tim Mälzer sucht nach Antworten und findet sie auf unkonventionelle und unterhaltsame Weise – mit Hilfe von kompetenten Experten und spannenden Tests. Überraschende Fakten und Zusammenhänge zum Thema Ernährung werden entdeckt und allgemeinverständlich und anschaulich beleuchtet. Laut Statistik bringen die Menschen in Thüringen im Schnitt am meisten Kilo auf die Waage, die in Hamburg am wenigsten. Dieser Vergleich ist Ausgang für ein spannendes Experiment. Was passiert, wenn eine vierköpfige Familie aus der Mitte Deutschlands für zwei Wochen ihre Ess- und Lebensgewohnheiten mit einer vierköpfigen aus dem Norden tauscht? Wird man das Ergebnis auf der Waage sehen? Wie wirkt sich die Umstellung auf das Wohlbefinden der Probanden aus? Und wie wird man überhaupt dick? Wie viel Übergewicht ist der genetischen Veranlagung geschuldet, wie viel der falschen Erziehung?

In einer Berliner Kita testet Tim Mälzer, ob Kinder noch ein eigenes Sättigungsgefühl haben oder ob sie schon durch XL-Portionen ihr Essverhalten verändert haben. Tim Mälzer wird in der Reihe auch seinen eigenen Körper unter die Lupe nehmen lassen. In einem Fettscanner an der Berliner Charité wird er sehen, wo er zu viel am Körper hat. Zwei kompetente Ernährungsexperten stehen Tim Mälzer zur Seite: Dr. Thomas Kurscheid, bekannt als Gesundheitsexperte des ARD-Morgenmagazins. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Sport und Gesundheitsmedizin. Und die Ökotrophologin und Journalistin Anja Dannenberg. Sie berät die Zuschauer seit acht Jahren im WDR Fernsehen zu Fragen rund um die Ernährung.

So, 31.05. um 19:15 Uhr ard

Genderaspekte bieten zahlreiche Chancen für die Ernährungskommunikation

Geschlecht ist nicht alles

Aber: Genderaspekte bieten zahlreiche Chancen für die Ernährungskommunikation

Dass es beim Essverhalten zwischen Männern und Frauen Unterschiede gibt, zeigt sich an vielen Beispielen. So greifen Frauen nach der Nationalen Verzehrsstudie II stärker zu Gemüse und Obst.
Männer essen dagegen doppelt so viel Fleisch und trinken mehr Alkohol. Andere Studien zeigen, dass die tägliche Essensversorgung der Familie nach wie vor überwiegend Frauensache ist, während sich Männer nicht selten zum Kochen als „Event“ hingezogen fühlen. Was heißt das für die Ernährungskommunikation? Sollten Fachkräfte diese Geschlechterunterschiede eher betonen oder nicht beachten? Das waren die zentralen Fragen beim 12. aid-Forum in Bonn, wo knapp 300 Frauen und 10 Männer über Ernährungskommunikation unter Gender-Aspekten diskutierten.

„Es ist schwierig, von ‚den Männern‘ und ‚den Frauen‘ zu sprechen“, sensibilisiert die Sozialwissenschaftlerin Dr. Jana Rückert-John. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Altersgruppen oder sozialen Schichten seien unter Umständen größer als zwischen den Geschlechtern. Das bisherige Geschlechterbild müsse daher viel breiter und auch differenzierter aufgestellt werden. „Wir dürfen das Geschlecht als soziale und auch entlastende Struktur- und Ordnungskategorie nicht über- und nicht unterbewerten.“

Das Geschlecht als soziale Tatsache (Gender) wird in zwischenmenschlichen Interaktionen erzeugt. Es ist eine andauernde Darstellungs- und Interpretationsleistung. Die Domäne der Ernährung ist nach Rückert-John eine wichtige Ressource zur Herstellung von Identität: „Essen macht Geschlecht, denn mittels Essen und kulinarischer Praxen werden Geschlechterrollen zum Ausdruck gebracht.“ Gleichzeitg drückt Ernährung auch Geschlechtertrennung aus. Damit ist klar, dass es sich beim Thema Ernährung um mehr als den Griff zu Gemüse oder Fleisch handelt.

„Fast drei Viertel der Männer zwischen 20 und 25 Jahren überlässt das Handlungsfeld der Beköstigung ihren Müttern, Omas oder Partnerinnen“, berichtet Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe. „Für berufstätige Mütter ist damit eine Doppel- und Dreifachbelastung vorprogrammiert.“ Wichtig ist ihr, Kommunikation und Empfehlungen an möglichst differenzierte Zielgruppen auszurichten. Im Ess- und Versorgungsalltag hat sie bei berufstätigen Müttern verschiedene Typologien identifiziert, die ihren Ergebnissen nach unterschiedlich viel Unterstützung brauchen.
Um Benachteiligungen zu vermindern, muss der Zyklus sich reproduzierender Rollenbilder durchbrochen werden. „Gender-Sensibilität muss viel stärker in die Lebens- und Lernorte von Kindern und Jugendlichen gebracht werden“, fordert Dr. Margret Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid infodienst. „Nur so können wir dazu beitragen, dass sich bestimmte Rollenmuster erst gar nicht zu stark ausprägen, sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen.“

„Wir müssen verstehen, woher Stereotypen kommen, sie bewerten und in unserer Kommunikation darauf achten, diese Stereotypen nicht noch zu verstärken. Damit tragen wir zu mehr Geschlechtergerechtigkeit bei“, formulierte die Marktforscherin und Marketingberaterin Eva Kreienkamp ihr Verständnis von Gender-Marketing. Geschlechtersensible Ernährungskommunikation formuliere Nutzenbotschaften für Männer und Frauen. Wer seine Zielgruppe erreichen wolle, müsse neben den Botschaften auch die Medienwahl und die Orte der Ansprache anpassen.
Bisher würden Männer nur in geringem Maße als relevante Zielgruppe für Ernährungsbotschaften und Produkte identifziert, so Kreienkamp. „Wir müssen Geschlechterstereotype durch Perspektivwechsel und geschlechteruntypische Darstellungen überwinden.“ „Entwickeln Sie veränderte Rollenvorbilder und neue Geschichten und nutzen diese für Ihre Kommunikation“, gab Büning-Fesel daher den anwesenden Fachkräften mit auf den Weg.

Welcher Umgang mit den Unterschieden zwischen Männern und Frauen ist nun der richtige? Für die professionelle Ernährungskommunikation resümiert Büning-Fesel: „In bestimmten Situationen kann es sinnvoll sein, Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu betonen.“ Das müsse je nach Zielgruppe, Ziel und Arbeitsbereich hinterfragt werden. Männer und Frauen verfügen über wichtige Ressourcen im Bereich der Ernährung. „Genderaspekte bieten zahlreiche Chancen für die Ernährungskommunikation – wenn man sie richtig nutzt!“

aid, Andrea Fenner

Berufstätige essen unregelmäßig und ungesund

Berufstätige essen unregelmäßig und ungesund

Studie zum Essverhalten am Arbeitsplatz liefert alarmierende Ergebnisse – Gourmet-Werkstatt informiert anlässlich des 12. Tages der gesunden Ernährung über ausgewogenes und gesundes Essen im Berufsalltag

Bereits zum 12. Mal veranstaltet der Verband für Ernährung und Diätetik e. V. (VFED) am Samstag, den 7. März 2009 den „Tag der gesunden Ernährung“. Unter dem Motto „So einfach geht’s: Gesund, lecker und fix zubereitet“ beteiligen sich laut Verband bundesweit rund 1500 Diätassistenten, Diplom Oecotrophologen und Ernährungsberater am Aktionstag, der sich in diesem Jahr insbesondere der gesunden Ernährung von Berufstätigen widmet. Auch Silke Hecht, Diätküchenleiterin der Gourmet-Werkstatt Rhein-Main-Wetterau GmbH, informiert anlässlich des Tages der gesunden Ernährung über richtiges Essverhalten am Arbeitsplatz.

Wie schwierig es für die meisten Berufstätigen ist, sich ausgewogen und gesund zu ernähren, zeigt eine aktuelle Umfrage, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Nestlé-Konzerns durchgeführt hat. Insgesamt 4000 Bundesbürger wurden im Rahmen der Studie nach ihren Trink- und Essgewohnheiten befragt. Die Ergebnisse sind erschreckend: Jeder dritte berufstätige Deutsche isst unregelmäßig und ungesund. Eine einseitige Ernährung, zu viel und unkontrolliertes Essen sowie Heißhungerattacken und Frustessen sind die Hauptprobleme.
Dabei ist das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung durchaus vorhanden. 85 Prozent der Befragten gaben an, sich anders zu ernähren als sie es für richtig halten. Laut Experten erklärt vor allem Zeitknappheit die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit. „Durch die Entstrukturierung des Alltags, flexiblere Arbeitszeiten und verlängerte Laden-Öffnungszeiten sind die Tagesabläufe zunehmend weniger festgelegt“, so Dr. Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin der Boston Consulting Group, die das umfassende Datenmaterial der Umfrage analysierte.
Für Silke Hecht ist Zeitknappheit jedoch kein Grund, die Ernährung zu vernachlässigen. Sie hat für Berufstätige einige Tipps, wie sie sich auch ohne großen Zeitaufwand gesund und ausgewogen ernähren können – sowohl im Büro als auch auf der Baustelle.
„Der beste Start in den Tag ist grundsätzlich ein ordentliches Frühstück“, so Hecht. Es sei wichtig für den Stoffwechsel und die Gehirnleistung und bringe den Kreislauf in Schwung. Geeignet sei beispielsweise ein Vollkornbrot, dünn mit Margarine oder Butter bestrichen und mit magerem Käse, Schinken oder Wurst belegt.
Abwechslung auf den Frühstückstisch bringe frisches Gemüse, mit dessen Hilfe sich Brote aufpeppen ließen. Wer ein süßes Frühstück bevorzuge, könne auch zu Marmelade oder Honig greifen oder das Frühstück mit Obst oder Kompott ergänzen. Dazu empfiehlt die Diätassistentin Kräuter- und Früchtetee in unbegrenzter Menge. Wer am liebsten schwarzen Tee oder Kaffee trinke, solle sich jedoch auf maximal 2 Tassen beschränken. Diejenigen, die tatsächlich am Morgen nichts essen wollen, sollten zumindest ein Glas Saft oder ein Glas Milch trinken, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Auf der Arbeit selbst ist es laut Hecht wichtig, sich ausreichend Zeit fürs Essen zu nehmen. „Wer nebenbei am Telefon oder vor dem Computer isst, isst schnell zu viel oder kaut nicht richtig. Der alte Spruch ‚Gut gekaut, ist halb verdaut‘ ist jedoch noch immer wahr“, so die staatlich geprüfte Diätassistentin. Sie empfiehlt kleine Snacks zwischendurch, damit die Leistung nicht abfällt. Geeignet seien frisches Obst, Joghurt, Gemüsesticks oder auch mal ein Müsliriegel. Ausreden lässt die Diätassistentin auch hier nicht gelten: Wer morgens keine Zeit habe, beispielsweise Karotten zu schälen, könne dies schon am Abend vorher tun. Gemüsesticks ließen sich gut verpackt in Frischhaltedosen oder –folie im Gemüsefach des Kühlschranks problemlos aufbewahren.
Über den Tag verteilt sollten Berufstätige zudem viel trinken, am besten Mineralwasser oder auch Tee und Saftschorlen aus einem Drittel Saft und zwei Dritteln Wasser. Laut Faustregel benötigen Menschen täglich 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht, im Durchschnitt also zwei bis drei Liter. Zu viel trinken kann ein gesunder Mensch laut der Diätassistentin nicht – nur wer unter einer eingeschränkten Nieren- oder Herzfunktion leide, müsse vorsichtig sein. „Hilfreich ist es, immer ein eingeschenktes Glas Mineralwasser in Sichtweise zu haben, damit man das Trinken nicht vergisst“.
Für die Mittagspause empfiehlt Hecht je nach Vorliebe eine Mahlzeit in der Kantine oder aber von zuhause mitgebrachte belegte Brote.

Gesundes aus der Kantine

Die Gourmet-Werkstatt Rhein-Main-Wetterau, deren Diätküche Hecht leitet, beliefert aktuell neben Krankenhäusern, Schulen, Senioreneinrichtungen und Kindertagesstätten auch acht Betriebskantinen in der Wetterau und in Offenbach. Das Cook & Chill-Verfahren, das dort angewandt wird, garantiert eine nährstoff- und vitaminschonende Zubereitung der Speisen. Zudem achten Hecht und ihre Kollegen darauf, dass die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) in der Großküche berücksichtigt werden. Diese empfiehlt eine bis zwei Portionen Seefisch in der Woche sowie zwei bis dreimal Fleisch. Hauptbestandteil jeder warmen Mahlzeit sollten Kartoffeln, Nudeln, Reis sowie Gemüse und Salat sein. Auf der Speisekarte der Gourmet-Werkstatt stehen jeden Tag drei Gerichte, eines davon ist immer vegetarisch. Es gibt ein bis zwei Mal pro Woche Fisch und jeden Tag Gemüse und Salate. Jede Mahlzeit wird fettarm zubereitet, die Köche verwenden ausschließlich hochwertige Öle, bevorzugt Oliven- und Rapsöl, und gehen bewusst mit Salz um. Denn zu viel Salz bindet Wasser im Körper und kann den Blutdruck erhöhen.
Menschen, die schwer körperlich arbeiten, haben grundsätzlich einen höheren Energiebedarf als Menschen mit vorwiegend sitzender Tätigkeit. Dennoch sollten sie laut Hecht nicht häufiger Fisch oder Fleisch essen. Lediglich die Portionen dürften bei ihnen etwas größer sein als bei Menschen mit niedrigerem Energiebedarf.
Diejenigen, die im Schichtdienst arbeiten, sollten ihre Ernährung an den natürlichen Rhythmus des Körpers anpassen. „Körper und Verdauung sind nachts auf Schlafen eingestellt. Auch bei Menschen, die regelmäßig Nachtschicht haben, ändert sich daran nichts“, erklärt Hecht. Da der Verdauungstrakt nachts langsamer arbeite, sei vor allem für sie eine leichte Kost wichtig. „Empfehlenswert ist ein leichtes Abendessen schon vor Beginn der Nachtschicht. Währenddessen sollte man mehrere Zwischenmahlzeiten zu sich nehmen“, so Hecht weiter.
Grundsätzlich empfiehlt sich auch während der Nachtschicht eine warme Mahlzeit, da sie belebt, das Wohlbefinden steigert und Ermüdungserscheinungen mindert. Wer zusammen mit den Kollegen Pause macht und mit ihnen zusammen isst, kann den Effekt noch verstärken. „Und wer vor dem Schlafengehen noch Hunger hat, sollte zu einem kleinen Frühstück greifen – jedoch ohne üppig belegte Brote.“

Essstörungen – Was Jugendliche davor schützt

Essstörungen – Was Jugendliche davor schützt
Jugendaktion GUT DRAUF der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Antworten

Gestörtes Essverhalten und damit verbundene Erkrankungen wie Anorexie, Bulimie und Binge Eating nehmen in Deutschland zu. Bereits jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren zeigt Symptome eines gestörten Essverhaltens. Am häufigsten betroffen sind Jugendliche, besonders Mädchen und junge Frauen.

„Man weiß heute, dass die Ursachen für ein gestörtes Essverhalten im persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich liegen“, erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Man weiß aber auch, dass junge Menschen, die ein positives Körpergefühl besitzen und ihre eigenen Fähigkeiten und Talente kennen, weniger gefährdet sind, ein gestörtes Essverhalten zu entwickeln. Genau an diesen Schutzfaktoren setzt die seit Jahren erfolgreich durchgeführte Jugendaktion GUT DRAUF der BZgA an.“

Das Ziel der GUT DRAUF- Jugendaktion ist die Förderung eines gesunden Ernährungs- und Bewegungsverhaltens sowie die Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens junger Menschen. Dazu gehören Bewältigungsstrategien, damit bei psychischer Belastung und in Stresssituationen nicht auf das Essverhalten als Lösungsstrategie zurückgegriffen werden muss. Um diese Themen ganz selbstverständlich in den Lebensalltag junger Menschen zu integrieren, arbeitet die BZgA mit Fachkräften aus der Jugendarbeit, dem Sport, der Schule, den Jugendunterkünften und den Jugendreisen zusammen.

Speziell zum Thema Essstörungen hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zwei Broschüren aktualisiert. Es handelt sich um die GUT DRAUF Tipps „Die heimliche Sucht – Essstörungen“ und „Gefährliches Ziel Traumbody – Zwischen Hungerwahn und Muskelsucht“.
Sie geben jugendgerechte Informationen über Essstörungen, Diäten, Schönheitstrends und Hinweise darauf, wie man in schwierigen Zeiten gelassen bleibt. Angaben zu weiterführenden Informationen, eine Übersicht nützlicher Kontakte und Adressen ergänzen die Inhalte.

Futtern bis zum Umfallen – Wenn Essen zur Sucht wird

RTL2, Dienstag, 03.02., 12:00 – 13:00 Uhr

Benjamin U. aus Gladbeck leidet an dem so genannten ‚Binge Eating Syndrom‘. Er hat regelmäßig Heißhunger-Attacken, bei denen er unkontrolliert Unmengen an Nahrungsmitteln zu sich nimmt. Der 18-Jährige war immer etwas dicker, doch erst nach der Scheidung seiner Eltern vor fünf Jahren nahm sein Gewicht gesundheitsbedrohende Dimensionen an. Nun wiegt der Jugendliche 172 kg bei 1,80 m Körpergröße. Um seine Essstörung zu bewältigen, hat er sich vor zwei Monaten in stationäre Behandlung begeben. Dort bleibt er voraussichtlich neun Monate. Eine Kombination aus Ernährungs- und Sporttherapie soll ihm helfen, wieder ein normales Essverhalten zu erlernen.

Veronica S. ist ebenfalls 18 Jahre alt. Sie leidet seit fünf Jahren an Magersucht. Bei einer Größe von 1,60 m wiegt sie 41 kg. Anfangs wollte sie sich nur gesünder ernähren. Allmählich jedoch unterwarf sie sich einem Essplan, der kaum noch essentielle Lebensmittel bot. Bereits fünfmal war Veronica in stationärer Behandlung. Seit einem guten Monat ist sie jetzt bei ANAD, einer Beratungsstelle speziell für Menschen mit Essstörungen, zur Behandlung. Hier wohnt sie in einer WG mit vier anderen Mädchen, die ebenfalls magersüchtig sind. In Gruppen- und Einzeltherapie soll sie lernen, wieder auf die Bedürfnisse ihres Körpers zu achten. Dazu findet ein wöchentliches WG-Kochen statt, für das die Mädchen selbst einkaufen müssen. Regelmäßige Kühlschrankkontrollen durch die Betreuer sind Programm, um zu vermeiden, dass die Mädchen wieder in ihr früheres Essverhalten zurückfallen.

Heinz A. aus Offenbach hat ein ganz anderes Problem: Der 67-jährige Rentner isst täglich das Fünffache von dem, was ein ’normaler‘ Mensch zu sich nimmt, rund 10.000 Kalorien. Sein Hunger kennt keine Grenzen. Schon zum Frühstück isst er 15 belegte Brötchen. Dabei nimmt er jedoch nicht einmal zu. Trotz ausgiebiger medizinischer Untersuchungen kann diesen Umstand bislang kein Arzt erklären.

Mehr Gemüse und Obst für Kinder

Mehr Gemüse und Obst für die Kurzen

DGE-Ernährungsbericht 2008 nimmt Essverhalten von Kleinkindern unter die Lupe.

Zu wenig Gemüse, Obst und kohlenhydratreiche pflanzliche Lebensmittel wie Reis, Nudeln, Kartoffeln, Brot und Co., aber deutlich zu viel Süßigkeiten, Salz und proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Wurst und Käse – dies sind die Schwachstellen in Sachen Ernährung von Kleinkindern. Und mit diesem Essverhalten weichen sie kaum von ihren Eltern und dem Rest der deutschen Bevölkerung ab. Die Aufnahme von Protein liegt um das 2- bis 3-Fache über der empfohlenen Zufuhr. Außerdem essen Kinder unter fünf Jahren zu viel Salz und Zucker. Schon im 1. Lebensjahr erhalten die Kleinsten Zucker und Süßwaren, der Verzehr steigt auf 40 g/Tag bei den 4-Jährigen.

Dies sind Botschaften des aktuellen Ernährungsberichts 2008, den die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) am 17. Dezember 2008 der Öffentlichkeit vorstellte. Die Daten basieren auf der Verzehrsstudie zur Ermittlung der Lebensmittelaufnahme von Säuglingen und Kleinkindern (VELS), die den Lebensmittelverzehr und die Nährstoffzufuhr von über 700 Säuglingen (ab 6 Monate) und Kleinkindern bis unter 5 Jahren untersucht.

In puncto Obst halten sich die Eltern von Kleinkindern noch relativ gut an die Empfehlungen für die ersten zwei Jahre: Bis zum 2. Geburtstag essen Kinder im Durchschnitt die empfohlene Menge von 120 g. Schon beim Gemüse klappt es allerdings nicht mehr so gut, hier erreicht kaum ein Kind über 1 Jahr die Empfehlung von 120 g. Und je älter sie werden, desto größer wird die Schere zwischen Ist und Soll: Bei den 4-Jährigen landen anstatt 200 g Gemüse nur 60 g bis 75 g pro Tag auf dem Teller.