Würstchen liebstes Weihnachtsessen

Von kulinarischer Exotik am Heiligen Abend
halten die Bundesbürger offenbar nicht viel. Würstchen mit
Kartoffelsalat ist laut einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag
des Apothekenmagazins „Diabetiker Ratgeber“ das liebste
Weihnachtsessen für knapp jeden dritten Deutschen (32,2 Prozent).

Auf
Platz zwei der weihnachtlichen Leibspeise rangiert die Festtagsgans:
Jeder Zehnte (10,2 Prozent) favorisiert am 24. Dezember einen
Gänsebraten. Bei knapp sechs Prozent (5,5 Prozent) gibt es am
Heiligen Abend Karpfen, bei 3,2 Prozent Wild-, Hasen- oder
Kaninchenbraten, bei 2,9 Prozent Braten oder Rouladen. Jeder dritte
Deutsche (32,9 Prozent) ist dagegen auf keine spezielle
Weihnachtsspeise festgelegt und genießt alljährlich ein anderes
Gericht. Doch ganz egal welches Weihnachtsmenü – gemeinsam ist den
meisten Bundesbürger das festtägliche Essverhalten: Ein Großteil
(80,7 Prozent) gibt an, an den Feiertagen „immer zu viel zu essen“.

Essverhalten von Pflegekindern

Pflegekinder zeigen sehr häufig ein
auffälliges, gestörtes Essverhalten. Durch die teilweise extremen
Essstörungen versuchen die Kinder zum einen, traumatischen Erfahrungen zu
kompensieren, zum anderen repräsentiert dieses Verhalten ein scheinbar
grenzenloses Nachholbedürfnis. Bei solchen Verhaltensauffälligkeiten
brauchen die Pflegeeltern ganz konkrete Ernährungsempfehlungen, berichtet
heute Diplom Ernährungswissenschaftlerin Judith Männich von der
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.

Pflegekinder kommen oftmals aus zerrütteten Familien, in denen kein
tragfähiges soziales Netzwerk herrschte. Häufig wurde eine ausreichende
Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse wie Liebe, Zuneigung, Ernährung und
Versorgung nicht oder nur unzureichend gewährleistet. Kinder, die in solch
einem Umfeld aufwachsen, kennen keinen regelmäßigen Tagesablauf und
demnach auch keine festen Mahlzeiten – einige Kinder haben in ihren
Herkunftsfamilien noch nie eine warme Mahlzeit erhalten. Die daraus
resultierenden Störungen wie „extremer Essensdrang“, „Horten und
Verstecken von Lebensmitteln“ oder „Nahrungsverweigerer“ sind
repräsentative Verhaltensmuster für die psychologischen und
physiologischen Schäden, die diese Kinder erfahren mussten.

Die Pflegeeltern sind mit solchen Extremsituationen meist überfordert und
hilflos. Hier zeigt sich deutlich die Notwendigkeit einer zielgerichteten,
individuellen Beratung und Hilfestellung. Vor diesem Hintergrund
veranstaltete der Fachbereich Oecotrophologie an der Hochschule
Niederrhein in Kooperation mit dem Jugendamt Mönchengladbach, im Jahre
2004 einen „Workshop Ernährung“ (1). Bei dieser Veranstaltung erhielten
die Pflegeeltern unter Einbeziehung der Pflege- und gegebenenfalls der
leiblichen Kinder, detaillierte Informationen zu den Besonderheiten im
Essverhalten von Pflegekindern. Die Informationen deckten sowohl
physiologische als auch Ansätze der psychologischen Komponente. Die
Ernährungsempfehlungen richteten sich nach den Empfehlungen des
Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund. Dieses hat eine
wissenschaftlich abgesicherte Empfehlung für eine optimierte Mischkost
„OptimiX“ speziell für Kinder entworfen (2). „OptimiX“ richtet sich
gezielt an die Mahlzeitengewohnheiten, sowie Essensvorlieben und
-abneigungen von Kindern. Selbstverständlich bietet „OptimiX“ nur
Orientierungsmöglichkeiten für eine gesunde und ausgewogene
Ernährungsweise. Im Hinblick auf das besondere Essverhalten von
Pflegekindern sind gezielte Ergänzungen unumgänglich und von großer
Wichtigkeit. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit und den enormen
Nachholbedarf einer individuellen Beratung sowie Hilfestellung für die
Pflegeeltern, unterstreicht Judith Männich abschließend.

Allgemeine
Informationen rund um das Thema Ernährung sind erhältlich unter:
www.ernaehrungsmed.de

Kinder nicht mit Süßigkeiten belohnen

Für die Eins in der Mathearbeit eine Tafel
Schokolade, für das ordentliche Aufräumen des Kinderzimmers eine Tüte
Gummibärchen: Kinder werden im Alltag häufig mit Naschereien belohnt.
Wer jedoch von klein auf mit einer Extraportion Süßigkeiten belohnt
wird, gewöhnt sich schnell daran. Unbewusst wird ein ungesundes
Essverhalten eintrainiert, das später auch zu Übergewicht führen
kann. „Lebensmittel sollten daher nicht als Belohnung, aber auch
nicht als Trost oder Bestrafung eingesetzt werden“, rät
Diplompsychologe York Scheller von der Techniker Krankenkasse (TK).

Statt Kindern einfach Süßigkeiten zu geben, wenn ihnen etwas gut
gelungen ist, sollte man sich ihnen lieber wirklich zuwenden – mit
einem ehrlichen Lob, miteinander verbrachter Zeit oder gemeinsamen
Aktivitäten. York Scheller: „Auch Kinder, die Trost brauchen, sollte
man nicht mit Naschereien abspeisen. Es besteht die Gefahr, dass die
Jungen und Mädchen als Erwachsene schnell zu Schokolade & Co.
greifen, um Schmerz, Traurigkeit oder Frust zu verarbeiten.“ Ein
weinendes Kind, das sich beim Hinfallen die Haut aufgeschürft hat,
kann man beispielsweise in den Arm nehmen, seinen Schmerz akzeptieren
und trösten, dass der Schmerz bald vorüber geht. Möglicherweise hilft
auch ein Pflaster oder ein kalter Waschlappen, um das Kind zu
beruhigen.

Informationen rund um eine gesunde und ausgewogene Ernährung
enthält die TK-Broschüre „Ernährung“, die unter www.tk-online.de in
der Rubrik „Formulare & Broschüren“ zum Download bereitsteht. In der
Rubrik „Essen & Trinken“ gibt es online weitere Tipps.