Giersch – würziger Petersilienersatz

Als hartnäckiges Unkraut, aber auch wichtige Heilpflanze und wohlschmeckendes Wildgemüse ist der Giersch (Aegopodium podagraria) bekannt. Schon die Römer schätzten ihn und im Mittelalter wurde er als „Zipperleinskraut“ gegen Gicht in Klostergärten angebaut.

Von März bis November kann man die Blätter der Wildpflanze in Laubwäldern, Gärten und im Gebüsch ernten. Man erkennt sie an ihren gesägten, doppelt dreizählig angeordneten Blättern. Im Gegensatz zu giftigen Doppelgängern, wie zum Beispiel dem Schierling, besitzt der Giersch einen im Querschnitt betrachtet dreieckigen Stiel. „Giersch gehört zu den Doldengewächsen und schmeckt leicht nach Petersilie. Er ist eines der vielseitigsten Kräuter. Als Suppengemüse, als Salat oder in Kombination mit anderen essbaren Wildpflanzen ist er zu empfehlen“, so Wildkräuter-Expertin Helga Schmidt aus Köln.

Ganz besonders schmackhaft sind gefüllte Kartoffeln mit Giersch. Für die Füllung von zwei großen Kartoffeln nimmt die Expertin eine Zwiebel, einen Esslöffel Olivenöl, eine halbe Knoblauchzehe, zwei Hände voll Gierschblätter, 50 Gramm Frischkäse, Salz, Pfeffer, Curry, Paprika und 30 Gramm geriebenen Emmentaler. Die gewürfelte Zwiebel, die zerdrückte Knoblauchzehe und die kleingehackten Gierschblätter werden in Öl gedünstet.

Anschließend wird der Frischkäse untergerührt und mit den Gewürzen abgeschmeckt. „Die Masse wird in die gekochten, ausgehöhlten Kartoffeln gefüllt. Zu guter Letzt werden die Kartoffeln etwa zwanzig Minuten bei 200 Grad im Ofen mit dem geriebenen Käse überbacken“, erklärt Schmidt. Ein toller Rezept-Tipp, den man sich auch für die Grillsaison merken kann, denn auch auf dem Rost lassen sich die leckeren Kartoffeln zubereiten.
(aid, Ira Schneider)

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