Kontrolle des Essverhaltens

Klischees und Vorurteile gibt es viele. Aber was ist dran, am Klischee der
unkontrollierten, zügel- und hemmungslosen Übergewichtigen?

Nicht viel! Sie sind oft
sehr streng zu sich selbst und versuchen sich stark zu kontrollieren, indem sie die
natürlichen Signale von Hunger, Appetit und Sättigung „überhören“ und so das Essen
einschränken.

Das funktioniert allerdings nur kurzfristig und bewirkt oft das Gegenteil.
In einigen Untersuchungen zeigte sich, dass solche disziplinierten und gezügelten Esser
in einer Stresssituation mehr essen, als Menschen, die sich über den Kaloriengehalt der
Nahrung nicht so viele Gedanken machen. Das nennt man Gegenregulation.

Wer sich nach dem
Alles-oder-Nichts-Prinzip zum Beispiel vornimmt, nie wieder Schokolade zu essen, setzt
sich einem sehr hohen Druck aus. Hält man diesem Druck nicht mehr Stand und nascht doch
ein Stückchen Schokolade, führt das zu Frust, Enttäuschung und möglicherweise zu
einer Fressattacke.

Wer sich allerdings vornimmt, pro Woche eine Tafel Schokolade weniger
zu essen als bisher, lässt sich genügend Freiraum, setzt sich aber auch klare Grenzen.
Das erleichtert das Durchhalten.

Darum sollte Kindern Süßes nicht grundsätzlich
verboten werden, da dies zum heimlichen Naschen reizt.

Eine strenge Kontrolle des Essverhaltens macht sich zum Beispiel durch häufig
durchgeführte Diäten bemerkbar. Sie helfen nicht bei der langfristigen Kontrolle des
Körpergewichts und die Entstehung einer Essstörung wie Magersucht oder Bulimie kann
gefördert werden.

Anders ist dies bei der flexiblen Kontrolle des Essverhaltens. Die
Maßnahmen sind weniger einschneidend und man geht in kleinen Schritten vor. Das hilft,
das Gewicht langfristig zu halten. Wer abnehmen will, sollte darum nicht zu streng zu
sich selbst sein. Eine kleine Kaloriensünde zwischendurch ist nicht nur lecker sondern
hebt auch die Stimmung.
(aid, Daniela Umbreit)

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