Beef in Fukushima, Osaka (Japan)

Man kann im Hightech Land Japan kein Restaurant selber reservieren. Online gibt es nicht und telefonisch dürfen nur Japaner reservieren. Ich gab unserem Hotel Concierge eine lange Liste, was er reservieren sollte. Da Sakura (Kirschbaumblüte) ist, sind alle guten Restaurants seit Wochen ausverkauft. Ich habe dann das zweitbeste Restaurant aus Tripadvisor, ein Steakhaus, anfragen lassen. Das Stammhaus war auch dicht, aber eine neue Filiale konnte uns noch reinquetschen. Jedoch hatten wir nur 2 Stunden Zeit. Es handelt sich um das Restaurant Yakiniku M Matsusakagyu in Fukushima (Osaka).

Wie gestern waren wir die einzigen Gäste und es sollte sich kaum ändern, als wir nach 90 Minuten wieder gegangen sind.

War es toll? Nein – aber auch nicht schlecht. Wir hatten acht Tage vorher Hida Beef gegessen, das war toll. Diesen Referenzgeschmack hatten wir noch auf der Zunge.
Dazu kommt, dass wir den Eindruck hatten, Touristen sind in dem Restaurant die Resteverwerter. Viele unserer „cuts“ waren jämmerlich: Auf einer Seite hoch, und dann dünn. Gleichmässig geschnittene Stücke schmeckten uns in der Regel am besten.

In Japan grillt man sein Fleisch selber. Japanese BBQ nennt man das. Dazu gibt es einen Gasgrill, der im Tisch eingelassen ist. Es ist recht schwer auf einem unbekannten Grill verschieden hochgeschnittene Stücke korrekt zu grillen.
Die gut englischsprechende Kellnerin wollte uns unbedingt eine spezielle Kombiplatte aufdrücken. Da sie so brutal verkaufte, haben wir eine kleinere Premium Platte bestellt. Die war günstiger, hatte aber viel weniger Fleisch. Uns ging es jedoch nicht um Menge, sondern um den besten Geschmack. Bei der Premiumplatte stellten wir fest, dass das teuerste Stück Sirloin nicht das beste ist. Um noch mehr Geschmackserlebnisse zu bekommen, akzeptierten wir die Kombiplatte unter der Voraussetzung, dass es neue Teile gibt, die wir noch nicht kennen. Das war recht interessant. Wir mochten ein relativ billiges Teil, das Hiuchi. Platz zwei war Haneshita rosu und auf Platz drei kam das besonders fette Kyukyoku. Platz 1 und 2 bestellten wir dann jeweils noch einmal nach.

Merkwürdigerweise gab das Restaurant keine Fettgrade an.
Auch komisch war es, dass alles Geschirr aus (hochwertigen) Melamin war.

Fazit: Nach 90 Minuten waren wir vollgefressen mit Fleisch. Durchaus glücklicher als gestern im Zweisterner. Aber auch so, dass wir sagten: Die nächsten 6 Monate brauchen wir kein Fleisch mehr. Wir bezahlten zu Dritt 240 Euro. In dem Preis waren 4 Glas Bier enthalten. Den Preis fanden wir angemessen.
Das nächste Mal würden wir aber probieren, einen besseren Spezialisten für Kobe Beef zu finden. Auch wenn der dann das dopplete kostet.

http://www.matsusaka-projects.com/english/restaurant/fukushima/aboutus/

Jeder Fleischliebhaber wird sich an den Fotos erfreuen:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10153742339193124.1073741957.168996673123&type=3

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