Trinkgeld auf Kreuzfahrten

Das Thema Trinkgeld auf Kreuzfahrten führt immer wieder zu Unsicherheiten und Unstimmigkeiten. Denn nicht immer ist das Trinkgeld im Reisepreis enthalten. Insbesondere internationale Reedereien erheben das Trinkgeld erst an Bord, indem sie einen vorgeschlagenen Betrag – meist liegt dieser bei ca. 10 Euro pro Person und Nacht – auf das Bordkonto buchen. 

Südamerika-Kreuzfahrten – Panama Kanal
„Trinkgeld auf Kreuzfahrten“ weiterlesen

Hotels in Japan

Japan hat den Ruf sagenhaft teuer zu sein – der Ruf stimmt aber nicht mehr – Hotels gibt es von günstig bis teuer – allerdings ist der Standard nicht international und hinkt z.B. deutlich hinter dem chinesischen Standards her

Nach 20 Jahren besuchte ich wieder Japan. Es dauerte so lange, weil ich die letzte Japanreise als sehr unangenehm empfand. Alles war teuer und kompliziert. Und die Japaner waren anstrengend mit all ihren Regeln und oft fehlenden Englisch-Kenntnissen.
Das hat sich jetzt komplett geändert. Die Japaner sind sehr freundlich, ja schon fast offen, und jeder spricht zumindest etwas Englisch.

Auf unserer Reise besuchten wir vier Städte und vier Hotels.
In Tokio haben wir für fünf Nächte im Drei-Sterne Aparthotel Citadines Shinjuki gebucht. Das relativ neue Haus berechnet für die fünf Nächte ohne Frühstück 620 Euro. Das Zimmer war klein, aber alles okay. Etwas staubig war es. Das Internet war extrem langsam, teilweise unbrauchbar. Wir würden wohl wieder hingehen, da auch die Lokation am Rande von Shinjuki toll ist. Mittendrin und trotzdem ruhig. Nur das Frühstück für 8 Euro war eine Zumutung. Kein Obst. Und eine Stunde vor dem offiziellem Ende stellte die Zuständige für’s Frühstück – 100 % SB – die beiden Bainmaries ab, so dass man kaltes Rührei bekam. Kaffee war auch schrecklich. Jedoch waren die Laugenbrötchen ein Knaller! Wir gingen trotzdem lieber 300m um die Ecke in einen „Dutor“ Ketten-Coffeeshop und aßen dort ein belegte Brötchen und tranken guten Kafffee für 5 Euro. Obst holten wir uns in einen der vielen Convenience Stores.

Danach sind wir nach Gifu ins Gifu Grand Hotel gefahren. Das Viersternehaus erinnerte mich stark an chinesische „Grandhotels“ in der Provinz. Ein riesiger Komplex. Hier wird viel geheiratet und auch viel gefeiert. Auf Wunsch der Gattin buchten wir ein traditionelles Tatami Zimmer. Das Zimmer war alt, eng, staubig und absolut unpraktisch. Ich werde wohl nie wieder ein traditionelles Zimmer bestellen müssen. Wir zahlten aber auch nur 90 Euro/nacht. So gesehen stimmten Preis/Leistung dann doch. Allzumal ein recht großes Buffetfrühstück, das meistens in einem Kellersaal serviert wurde, dabei war. Es gab auch akzeptablen Kaffee. Auch hier 100 % SB. Wir mochten das Hotel nicht, aber es war seinen Preis wert.

In Kochi auf Tosa – eine sehr empfehlenswerte Stadt und Region – hatten wir das Richmond Hotel. Ein neues Dreisternehaus mitten in der Innenstadt mit gutem Standard. Es war zwar alles klein und der Check in erfolgte merkwürdigerweise am ATM, aber das Zimmer entsprach dem Standard. Auch hier war es etwas staubig. Hier zahlten wir 90 Euro ohen Frühstück. Das rein japanische Frühstück kostete 9 Euro und wir nahmen es nur einmal, weil es uns nicht zusagte. Zum Morgen darf es auch gerne mal Brot und ein guter Kaffee sein. Sonst immer gerne japanisch.

Unsere letzte Station war das Crowne Plaza ANA in Osaka. Ein sehr großes Viersterne-Haus am Amüsierviertel Dojima. Das Haus ist inkompetent geführt. Ich musste unser – mittlerweile recht viel – Gepäck aus dem Taxi selber raushieven, weil der Taxifahrer 100 Jahre alt war und keine 20 kg bewegen konnte. Es war warm und ich zu warm angezogen und stand schnell im eigenen Schweiß. Dann rollte ich zur Rezeption und werde aber von einer Dame gestoppt. Ob ich einchecken wolle? Mit drei Koffern unterm Arm werde ich wohl Kaffeetrinken gehen wollen, vor der Rezeption. An der Rezeption war unsere Reservierung verbummelt. Nach langer Wartezeit wurde uns ein Zimmer zugeteilt. Und dann wurde unser Gepäck zum Zimmer gebracht.
Das Zimmer war soweit okay und in guten Zustand. Nur ein DND SChild gab es nicht, wir malten es selber und so blieb es den gesamten Aufenthalt auch. Das Bad war durchweg sehr schlecht geputzt. Wir hatten den Eindruck, dass oft nur die Handtücher gewechselt wurden. Hier bezahlten wir 250 Euro/Nacht, mit recht gutem Frühstück für den westlichen Geschmack. Das Frühstück würde 20 Euro p.P. kosten und war auch 100 % SB.

Fazit: Man kann in Japan recht preiswert wohnen. Die Hotels – obwohl alle sehr gute Bewertungen hatten – sind zwar oft nicht toll, aber durchaus akzeptabel.

Fazit: alle Hotels waren schlecht geputzt, das teuerste am Schlechtesten. Der Standard entspricht nicht immer, was man gewohnt ist und sich wünschen würden.

Sehen Sie unsere Fotos auf Facebook: https://www.facebook.com/gourmetreport/posts/10153753850848124

Beef in Fukushima, Osaka (Japan)

Man kann im Hightech Land Japan kein Restaurant selber reservieren. Online gibt es nicht und telefonisch dürfen nur Japaner reservieren. Ich gab unserem Hotel Concierge eine lange Liste, was er reservieren sollte. Da Sakura (Kirschbaumblüte) ist, sind alle guten Restaurants seit Wochen ausverkauft. Ich habe dann das zweitbeste Restaurant aus Tripadvisor, ein Steakhaus, anfragen lassen. Das Stammhaus war auch dicht, aber eine neue Filiale konnte uns noch reinquetschen. Jedoch hatten wir nur 2 Stunden Zeit. Es handelt sich um das Restaurant Yakiniku M Matsusakagyu in Fukushima (Osaka).

Wie gestern waren wir die einzigen Gäste und es sollte sich kaum ändern, als wir nach 90 Minuten wieder gegangen sind.

War es toll? Nein – aber auch nicht schlecht. Wir hatten acht Tage vorher Hida Beef gegessen, das war toll. Diesen Referenzgeschmack hatten wir noch auf der Zunge.
Dazu kommt, dass wir den Eindruck hatten, Touristen sind in dem Restaurant die Resteverwerter. Viele unserer „cuts“ waren jämmerlich: Auf einer Seite hoch, und dann dünn. Gleichmässig geschnittene Stücke schmeckten uns in der Regel am besten.

In Japan grillt man sein Fleisch selber. Japanese BBQ nennt man das. Dazu gibt es einen Gasgrill, der im Tisch eingelassen ist. Es ist recht schwer auf einem unbekannten Grill verschieden hochgeschnittene Stücke korrekt zu grillen.
Die gut englischsprechende Kellnerin wollte uns unbedingt eine spezielle Kombiplatte aufdrücken. Da sie so brutal verkaufte, haben wir eine kleinere Premium Platte bestellt. Die war günstiger, hatte aber viel weniger Fleisch. Uns ging es jedoch nicht um Menge, sondern um den besten Geschmack. Bei der Premiumplatte stellten wir fest, dass das teuerste Stück Sirloin nicht das beste ist. Um noch mehr Geschmackserlebnisse zu bekommen, akzeptierten wir die Kombiplatte unter der Voraussetzung, dass es neue Teile gibt, die wir noch nicht kennen. Das war recht interessant. Wir mochten ein relativ billiges Teil, das Hiuchi. Platz zwei war Haneshita rosu und auf Platz drei kam das besonders fette Kyukyoku. Platz 1 und 2 bestellten wir dann jeweils noch einmal nach.

Merkwürdigerweise gab das Restaurant keine Fettgrade an.
Auch komisch war es, dass alles Geschirr aus (hochwertigen) Melamin war.

Fazit: Nach 90 Minuten waren wir vollgefressen mit Fleisch. Durchaus glücklicher als gestern im Zweisterner. Aber auch so, dass wir sagten: Die nächsten 6 Monate brauchen wir kein Fleisch mehr. Wir bezahlten zu Dritt 240 Euro. In dem Preis waren 4 Glas Bier enthalten. Den Preis fanden wir angemessen.
Das nächste Mal würden wir aber probieren, einen besseren Spezialisten für Kobe Beef zu finden. Auch wenn der dann das dopplete kostet.

http://www.matsusaka-projects.com/english/restaurant/fukushima/aboutus/

Jeder Fleischliebhaber wird sich an den Fotos erfreuen:
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10153742339193124.1073741957.168996673123&type=3

Öffnen, probieren, umtauschen – was ist im Supermarkt erlaubt?

Der März-KONSUMENT informiert über Rechte und Pflichten beim Einkauf

Ein paar Trauben kosten, die Tüte Gummibärchen noch vor der Kassa öffnen und die Bierkiste mit dem Einkaufswagen nach Hause fahren? Beim Einkaufen im Supermarkt ist vieles, aber nicht alles erlaubt. In der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT fasst der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die wichtigsten Regeln zusammen und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher beachten sollten.

· Ist es erlaubt, noch nicht bezahlte Produkte zu öffnen oder zu verkosten? Hier ist auf jeden Fall Vorsicht angebracht, denn rein rechtlich ist die Sache klar: Solange eine Ware nicht bezahlt wurde, gehört sie dem Händler. In der Praxis wird es meist toleriert, wenn einzelne Produkte noch vor der Kassa konsumiert werden – solange sie im Anschluss ordnungsgemäß bezahlt werden. Ähnliches gilt auch für das Verkosten von offener Ware: Wenn ein bestimmtes Maß nicht überschritten wird, wird es in vielen Supermärkten geduldet. Erlaubt ist die Verkostung aber, streng genommen, nicht.

· Darf ich Ware betasten oder drücken, um sie zu prüfen? Verbraucherinnen und Verbraucher haben das Recht, Ware zu prüfen, bevor sie sie kaufen – solange die Ware bzw. die Verpackung durch die Prüfung nicht beschädigt wird. Auch hier sollte man aber vorsichtig sein und sich im Zweifel lieber beim Personal erkundigen.

· Bitte umtauschen? Auch wenn Konsumentinnen und Konsumenten oft dieser Meinung sind – ein Recht darauf, ein irrtümlich gekauftes Produkt gegen ein anderes umzutauschen, gibt es nicht. Anders verhält es sich, wenn sich z.B. nach dem Öffnen der Käsepackung herausstellt, dass das Lebensmittel verschimmelt ist. Dann muss der Händler die verdorbene Ware zurücknehmen.

· Ist es zulässig, wenn das Personal meine Einkaufstasche kontrolliert? Grundsätzlich gilt: Weder das Supermarktpersonal noch Mitarbeiter eines Security-Dienstes dürfen gegen den Willen einer Kundin oder eines Kunden die Einkaufstasche kontrollieren. Bei einem begründeten Verdacht kann das Personal jedoch verlangen, dass der oder die Betreffende so lange bleibt, bis die Polizei kommt. Und die darf dann auch in die Tasche schauen.

· Was ist, wenn etwas kaputt geht? Wer im Supermarkt versehentlich etwas fallen lässt, muss für den Schaden gerade stehen. Auch hier zeigen sich viele Händler in der Praxis jedoch kulant. Probleme gibt es meist nur, wenn teure Waren zu Bruch gehen. Bei größeren Schäden haben Kundinnen und Kunden gegebenenfalls aber auch die Möglichkeit, ihre private Haftpflichtversicherung einzuschalten.

· Darf ich den Einkaufswagen mit nach Hause nehmen? Den schweren Einkauf schnell mit dem Wagen nach Hause schieben? Keine gute Idee. Einkaufswagen gehören der Lebensmittelkette und sind teuer in der Anschaffung. Allein in Wien müssen jedes Jahr rund 130.000 verstreute Einkaufswagen wieder eingesammelt werden. Wer das Geschäft bzw. den Parkplatz mit dem Einkaufswagen verlässt und dabei erwischt wird, muss daher unter Umständen mit einer empfindlichen Strafe rechnen.

Den ausführlichen Bericht gibt es im März-KONSUMENT und online unter www.konsument.at.

Essen im Alter: Ich schmecke, also bin ich

Es ist leider eine Tatsache, dass Sinnesleistungen mit zunehmendem Alter abnehmen. Was früher Geschmacksexplosionen im Mund verursachte, schmeckt nun recht fad und der Duft von Frischgebackenem wird nur noch wahrgenommen, wenn man gerade am Ofen steht und den Kuchen, die Quiche oder was auch immer herausnimmt. Kein Wunder also, dass auch der Appetit parallel dazu abnimmt, weil die Freude auf Essen eben geringer ist. Ein Problem, das viele Pflegeeinrichtungen haben. Aber auch private Betreuer können ein Lied davon singen: Lustloses im Essen stochern. Wenn Nase, Zunge und Auge nicht mehr so mitessen, wie gewohnt, wird weniger Nahrung aufgenommen. Allerdings bedingt das auch Folgekrankheiten; sowohl körperlich als auch seelisch. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Man kann die Situation verbessern.

Wie, das zeigen zahlreiche Studien zum Thema „Sensorik im Alter“. Eine holländische Untersuchung befasste sich zum Beispiel mit Optik und Akzeptanz. Ein Kartoffelpüree optisch verschönert mit Sellerieblättchen kommt bei Senioren besser an. Auch salzreduzierte Fleischbällchen (ein „Zuviel“ an Salz ist ein Problem, wenn der Geschmackssinn nachlässt) werden gern gegessen, wenn man das den Senioren mitteilt.

Auch die Struktur des Essens ist gut untersucht: „In einer Befragung stellte man klar fest, dass Personen mit Appetitlosigkeit feste Textur und Abwechslung bevorzugen“, so Dr. Eva Derndörfer, Ernährungswissenschafterin auf einer Fachtagung des Verbandes der Ernährungswissenschafter Österreichs (VEÖ) im Oktober 2015. „Für Senioren ist die Abwechslung beim Essen bei Appetitmangel viel wesentlicher als bei gutem Appetit“.

Und auch das Auge isst noch mit, auch wenn es vielleicht nicht mehr so gut funktioniert. Umso wichtiger sind Kontraste. So hat eine britische Studie in einem Krankenhaus ergeben, dass die Verzehrmenge von Speisen auf blauen Tellern von 110 g auf 150 g stieg. Das sind nicht nur satte 36 Prozent mehr pro Patient, sondern für das Krankenhaus auch das stichhaltige Argument, sein gesamtes Geschirr auszuwechseln.

Eine enorme Bedeutung kommt der Essplatzgestaltung in Betreuungseinrichtungen zu. Wer selbst einmal weißen Fisch mit Kartoffelbrei auf einem weißen Teller auf weißer Tischdecke gegessen hat, ist in der Lage sich vorzustellen, wie öde das ausschaut. Dr. Inge Maier-Ruppert hat konkrete Tipps für diskrete Hilfestellungen: „Gut handhabbares Geschirr und Besteck und Farbkontraste auf Tisch und Teller sind enorm wichtig“, so die Beraterin für soziale Einrichtungen, Lappersdorf, auf der VEÖ-Tagung.

Was aber immer im Mittelpunkt stehen sollte, sind die individuellen Aspekte. Essbiografien können sich erheblich unterscheiden. So ist eine Kommunikation mit Bewohnern einer Einrichtung genauso unerlässlich wie Strukturen, die es ermöglichen, im eigenen Rhythmus zu essen. Hier ist eine innerbetriebliche Zusammenarbeit von Pflege, Küche und Service gefragt. Auch das sollte ein Kriterium bei der Suche nach einer passenden Betreuungseinrichtung sein. Viele Einrichtungen sind da schon recht fortschrittlich.
Harald Seitz, www.aid.de

Weitere Informationen:
aid-Heft „Essen & Trinken im Alter – Ratgeber für Pflegekräfte“
Bestell-Nr. 3667, Preis: 7,50 Euro
www.aid.de/shop/shop_detail.php?bestellnr=3667

Verbotener Wein

Internet-Weinmagazin testet umstrittene Weine aus Israel nach Wiederaufnahme ins KADEWE-Sortiment. Fazit: Ordentlich gemacht, aber nichts Besonderes.

Das Berliner Kaufhaus KADEWE verbannte im November 8 Weine von den israelisch besetzten Golanhöhen aus seinem Sortiment. Anlass war eine von der EU beschlossene Kennzeichnung für Gemüse, Obst und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie Kosmetika aus Siedlungen im Westjordanland, auf den Golanhöhen und aus Ost-Jerusalem. EU-Verbraucher sollen die Möglichkeit haben, israelische Siedlerprodukte aus besetzten arabischen Gebieten zu kaufen oder bewusst zu boykottieren.

Ein internationaler Proteststurm brach los. Sogar Israels Ministerpräsident Netanjahu schaltete sich ein. Seit zwei Wochen sind die KADEWE-Weine wieder im Angebot.

CaptainCork.com – Deutschlands großes digitales Weinmagazin – fragte sich: waren die 8 Flaschen die ganze Aufregung wert?

In ihrem Verkostungsbericht schreiben die Weintester von www.CaptainCork.com:
Diese Tropfen sind für sich genommen nichts Besonderes. Sauber gemacht und aromenstark. Aber das kann man über viele Weine sagen. Muss man die trinken? Nein. Außer es kommt einer, der sagt: „Das dürft ihr nicht trinken!“ Wir finden, dann soll man sich erst recht ein Gläschen einschenken.

Den gesamten Verkostungsbericht finden Sie unter:
http://www.captaincork.com/aufregung-viel-laerm-um-8-weine-aus-israel-aber-wie-schmecken-die-eigentlich

Sascha Kemmerer

Die begehrtesten Auszeichnungen in der Haute Cuisine sind ohne Zweifel die Sterne des Guide Michelin und die Punkte von Gault&Millau. Seit 2012 hält die Kilian Stuba, das Gourmet Restaurant des Travel Charme Ifen Hotels im österreichischen Kleinwalsertal, bereits einen Stern. In der aktuellen Ausgabe des Gault&Millau Österreich wurden die Kilian Stuba und das Team rund um den ambitionierten Küchenchef Sascha Kemmerer von 16 auf 17 Punkte aufgewertet und mit der dritten Haube ausgezeichnet. Damit zählt das Restaurant zu den Aufsteigern des Jahres 2016.

20 Punkte als höchste Auszeichnung
Beim Klassentreffen der Haute Cuisine Österreichs im Wiener Dorotheum wurde bereits zum 37. Mal der einflussreiche Restaurantführer französischen Ursprungs präsentiert. Als Bewertungssystem dient eine Skala von einem bis 20 Punkten. Unter Berücksichtigung des persönlichen Geschmacks der Tester werden Frische, Qualität der Produkte, Kreativität der Zubereitung, Einfallsreichtum in Bezug auf neue Gerichte, Harmonie der Zubereitung, Beschaffenheit von Suppen und Saucen sowie Exaktheit der Garung bewertet. In Österreich werden neben den Punkten kleine Kochmützen, genannt „Hauben“, abgebildet. Bei 17 und 18 Punkten erhält das Restaurant drei Hauben. Ab 19 Punkten wird die vierte Haube vergeben. Bis dato gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz kein Restaurant mit 20 Punkten.

Unter den besten Restaurants in Österreich
Die Auszeichnung mit 17 Punkten und der dritten Haube für die Kilian Stuba ist ein Fingerzeig, wo es in Zukunft hingehen soll. „Das ist ein großer Erfolg für Sascha Kemmerer, sein Team und das gesamte Travel Charme Ifen Hotel“, sagt Nikolaus Jäger, der Hoteldirektor und ergänzt: „Wir haben das Ziel, auch in Zukunft unsere Gäste auf höchstem Niveau zu verwöhnen.“ Mit der Aufwertung reiht sich die Kilian Stuba, nach Gault&Millau, unter die besten 49 Restaurants in Österreich ein.

Auch für Sascha Kemmerer ist die aktuellste seiner Auszeichnungen eine großartige Bestätigung: „Wir wollen jeden Tag ein wenig besser werden. Der jüngste Erfolg unserer regional inspirierten Küche gibt meinem Team und mir recht, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Der 33-jährige Küchendirektor des 2010 wiedereröffneten Travel Charme Ifen Hotels kann in seiner jungen Karriere bereits beachtliche Erfolge vorweisen. In seinem dritten Jahr im Ifen Hotel erhielt er im Jahr 2012 einen Stern des Guide Michelin. Damit knüpfte er an die Tradition des Hauses an, das mit Ortwin Adam im Jahr 1978 als erstes Hotel in Österreich einen Michelin-Stern errang. Sascha Kemmerer wurde während seiner Ausbildung, die er von 1997 bis 2000 bei Sternekoch Armin Langer im Allgäu absolvierte, von Ortwin Adam unterrichtet und sammelte anschließend umfangreiche Erfahrung in verschiedenen Gourmet-Restaurants in Deutschland, Österreich und Südafrika

Reservierungen für die Kilian Stuba werden unter der Telefonnummer +43 (0)55 17 ? 60 85 41 entgegen genommen. Folgende Schließzeiten des Restaurants sind zu beachten: vom
8. November bis einschließlich 30. November 2015 sowie am 24. und 31. Dezember 2015.

Weitere Informationen rund um das Travel Charme Ifen Hotel unter www.travelcharme.com

Michael Dinges

Der 37j. Oberurseler Dinges kommt – wie viele Hyatt Chefs – vom Hyatt Berlin unter dem damaligen Exec. Chef Josef Eder. Bevor Dinges in Shanghai die Stelle des Exec. Chefs annahm, war er im Grand Hyatt Hongkong tätig.

Dinges Arbeitsplatz ist sensationell. Er dürfte einer der höchsten Küchenchefs der Welt der sein. Das Hyatt startet in der 53 Etage mit einer Piano Bar, ein Stockwerk höher ist neben der Rezeption das riesige Frühstücksrestaurant, dass 24 Stunden auf hat. In der 55 Etage ist ein Kantonese und in der 56. Etage sind gleich drei Restaurants untergebracht: Der Grill, cucina – ein Italiener und ein Japaner. Alle drei Läden leitet Küchenchef Andrea Fraire aus Italien, der früher in der French Laundry und kurz bei Arzak gearbeitet hat. Fraire zieht die Wohlfühlküche, die er in seinen drei Restaurants zelebriert, der Sterneküche vor.
Unterm Dach im 87. Stock ist noch eine recht stylische Bar und darunter die Executive Lounge.
Allen Restaurants gemein ist die sensationelle Aussicht über Shanghai. Fast alle Restaurants gehen einmal ums Haus herum, so dass man immer wieder neue Perspektiven kennenlernt.

Nach dem wir gerade aus der chinesischen Provinz kamen, freuen wir uns besonders im Hyatt zu sein. Die Zimmer sind schön eingerichtet und haben einige Gadgets wie TotoWashlets, Espressomaschine und immer sensationelle Ausblicke. Durch die bodentiefen Fenster hat man den Eindruck, dem Himmel recht nah zu sein.

Wir lieben die chinesische Küche. Aber nach Tagen mit Frühstück, Mittag und Abendessen auf chinesisch, ist die westliche Küche des Hyatts doch einfach nur schön. Allzumal sie in großartiger Qualität gebracht wird. Wir haben den Aufpreis für Executive Club bezahlt, das war eine gute Entscheidung. Morgens gab es ein „continentales Frühstück“. Wer von den USA kontinentales Frühstück gewohnt ist, wird sich hier die Augen reiben. Statt eines Plunderstücks und einem Kaffee (Grand Hyatt New York Continental Breakfast) gibt es alles, was das Herz begehrt. Omeletts werden in sehr guter Qualität an einer Eierstation frisch gemacht, Salami, Prager Schinken, Emmenthaler und vieles mehr. Anständiges brot und Brötchen. Sogar Laugenbrötchen. Exotisch Obst. Salate. Und das ganze chinesische Frühstücksprogramm.
Alles ganz prima! Am Wochenende lobenswerterweise bis 11.30 Uhr.

Von 17 bis 20 Uhr gibt es „Cocktails“ in der Lounge. Einen Cocktail hat mir niemand angeboten, aber ein schönes kaltes und warmes Buffet gibt es, ausserdem, Sekt, Wein, Bier und einige Spirituosen. Alles in Selbstbedienung. Für unseren ersten Abend nach der chinesischen Provinz ein Paradies!

Am zweiten Abend sassen wir bei Andrea Fraire im Grill. Man kann aus den drei Karten der drei Restaurant wählen. Wir starteten mit ordentlichen Austern, dazu einen Prosecco. Weiter ging es mit einem hochklassigen Sushi. Besonders der Toro und Ebi gefielen uns sehr. Dann gab es tadellose Spaghetti mit Scambi und Pilzen als Primi Piatti und anschliessend noch ein hochwertiges RibEye für die Erwachsenen und einen halbes Hühnchen für Junior.

Der etwas langweilige Desertteller war nicht erwähnenswert, wir waren auch schon gut gesättigt. Wir haben den Grill sehr glücklich verlassen!

Fazit: Hier kann man wohnen und essen, man braucht aber das nötige Kleingeld. Das Grand Hyatt ist nicht billig, aber seinen Preis wert!
Und der Blick ist sensationell.
Michael Dinges hat sein Team im Griff und überall funktioniert es gut.

Wer es noch exklusiver mag, geht in das Nachbarhochhaus, dem Flaschenöffner, das zweithöchste Haus in Shanghai und wohnt im Park Hyatt. Dort ist Daniel Leibssle Executive Chef. Er begeisterte uns schon in Peking zum Frühstück mit seinem Omelett.

Übrigens, im Park Hyatt Haus gibt es auch ein Din Tai Fung!

Unsere Bilder vom Grand Hyatt auf Facebook: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10153399280433124.1073741940.168996673123&type=3

Hotelpreisvergleich

 

Paco Pérez

Der Katalane Paco Pérez ist ein recht erfolgreicher, in Deutschland jedoch nicht so sehr bekannter Koch. In dem im Berliner Diplomatenvierten gelegenen Hotel „Das Stue“ zeichnet er für das Restaurant „5 (Cinco) – by Paco Pérez“ verantwortlich, ohne jedoch am Herd zu stehen.
Eine gute Gelegenheit für den Berliner Foodblogger Bernhard Steinmann in die Welt der spanischen Avantgarde einzutauchen.

Es ist nicht unüblich, dass überaus erfolgreiche Köche weitere Restaurants eröffnen und sich damit ein Kochimperium zulegen. Alain Ducasse, Joël Robuchon oder mein unangefochtener Favorit Pierre Gagnaire haben das nachhaltig bewiesen.
Nun will ich Paco Pérez in diesen illustren Kreis (noch) nicht einführen, doch die Berliner Sternegastronomie wird selbst durch die nur virtuelle Anwesenheit des charismatischen Kochs durchaus bunter.

Nach seiner Ausbildung zum Koch machte Pérez mehrfach Station bei Michel Guérard, mit drei Michelinsternen dekorierter Koch und einer der Erfinder der heute vielfach missverstandenen Nouvelle Cuisine. Nachhaltig geprägt hat ihn allerdings auch Ferran Adrià, der im „El Bulli“ Weltruhm erlangte und mit seiner Molekularküche die Hochküche revolutioniert hat.

Essen als ganzheitliche Erfahrung, das Ansprechen aller Sinne, Verfremdung von Zutaten in neue Formen und Aggregatzustände, das Heranrücken der Kochkunst an die Wissenschaft, all dies scheint Pérez fasziniert zu haben.

Pérez hat sich im Restaurant Miramar im eher winzigen Llançà zwei Michelinsterne erkocht und diesen Erfolg im Restaurant Enoteca im Hotel Arts in Barcelona wiederholt. Der 5. Stern strahlt nun in Berlin. Doch in der letzten Ausgabe des Gault&Millau Deutschland gab es für die Küchencrew im Cinco einen herben Dämpfer. 11 Punkte und reichlich Kritik, mit der in der Sprache so sehr geschätzen Boshaftigkeit der Redakteure, dürften nachhaltig für Missstimmung gesorgt haben. In wenigen Wochen hat der G&M die Chance zur Wiedergutmachung. Hier bin ich zuversichtlich.

Der Empfang im Restaurant ist herzlich. Das Ambiente interessant. Das Konzept für das Restaurant, wie auch für die weiteren öffentlichen Bereiche des Hotels, stammt von der spanischen Ausnahme-Designerin Patrizia Urquiola. Über dem großen Tisch hängen 86 Kupferkessel, der Blickfang schlechthin im Restaurant.

Wir wählen das Menü „Umgebung & (Kon)Sequenzen welches aus mehr als 20 Teilen besteht. Dies ist nicht neu für uns, schließlich hat uns Ferran Adrià 2007 mehr als 30 kleine Teile zugemutet.

Das Menü:
UMGEBUNG & (KON)SEQUENZEN

Cronut
Bankok
Wald Consommé

DER GARTEN
Himbeere – Erbse – „Piquillo“ – Kartoffel – Ingwer
Blumenkohl und Bechamel
„Champignon“
Karotte

DAS MEER
Tigergarnele Thai
Thunfisch
„Kokotxas“
Zackenbarsch
Pure Garnele

DER WALD
„Molette“ – Croissant – Saam – Knuspriges Hühnchen
Egg Benedict
„Ou de Reig“ Risotto
Wagyu-Tatar

„Hot Dolc“
Crépe Suzette
Whisky Torte
Kleinigkeiten

Die Dramaturgie des Menüs ist stimmig und eindrucksvoll. Es wird, und das ist durchaus erfreulich, auf die zu Beginn des molekularen Siegeszuges viel zu oft gezeigte Effekthascherei verzichtet.

Der vollständige und bebilderte Bericht ist auf www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de zu finden.

Japanische Etikette

Höflichkeit, Respekt und Pünktlichkeit

Gerade in einem Land wie Japan, mit einer im Vergleich zum Westen so andersartigen Kultur, ist das Risiko recht groß, ins Fettnäpfchen zu treten. Die Japanische Fremdenverkehrszentrale in Frankfurt gibt einige Tipps und Empfehlungen zum parkettsicheren Umgang im Land der aufgehenden Sonne:

Höflichkeit ist das wichtigste Bindemittel im japanischen Zusammenleben und wird tagtäglich überall praktiziert. Jeder Tourist, der in Japan einen Zug besteigt, wird erstaunt sein, wie ruhig und gesittet es auf den Bahnsteigen zugeht. Kein Drängeln, kein Schubsen – das Aus-und Einsteigen verläuft völlig problemlos und unaufgeregt. Wenn jemand einen Platz gebucht hat, weiß er auch genau, in welchen Wagen er einsteigen muss, und wo dieser auf dem Bahnsteig halten wird. Als legendär gilt die Pünktlichkeit der Züge, allen voran der berühmte Shinkansen. In den Zügen ist es übrigens verpönt zu telefonieren, um die Mitreisenden nicht zu stören. Das Versenden von SMS ist jedoch mittlerweile üblich und auch allgemein akzeptiert. In einigen Bussen und U-Bahnen gibt es einzelne Sitze mit anderen Farben. Diese sind für Hilfsbedürftige und ältere Menschen reserviert und werden auch nicht von anderen Fahrgästen in Beschlag genommen.

Besonders Englisch sprechende Japaner zeigen sich gegenüber Ausländern sehr hilfsbereit. Verirrten Touristen wird gern der Weg ohne besondere Aufforderung gewiesen. Dahinter sollte man auch keine böse Absicht vermuten, denn Japan gehört weltweit immer noch zu den Ländern mit der niedrigsten Kriminalitätsrate. Tokio wurde erst wieder in diesem Jahr im Ranking des britischen Magazins Economist als die sicherste Stadt der Welt knapp vor Singapur eingestuft. Osaka steht an dritter Stelle. Touristen zeigen sich deshalb auch stets überrascht, wenn sie liegen gelassene Wertgegenstände wie Kameras oder ähnliches selbst nach einiger Zeit noch am Ort des Geschehens wiederfinden. Frauen können in Tokio allein durch das Rotlichtviertel schlendern, ohne Schlimmes befürchten zu müssen.

Ausländische Gäste nutzen ihren Japan-Aufenthalt gern für einen Besuch im Onsen, einer heißen Quelle. Hier ist es ganz wichtig, sich vor dem eigentlichen Bad gründlichst zu waschen und darauf zu achten, sämtliche Seifen-/Duschgel-Reste abzuspülen. Dies gilt ebenso für Besucher der öffentlichen Bäder, genannt „sento“. Menschen mit größeren Tattoos sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Art von Körperbemalung in Japan der Yakuza, dem organisierten Verbrechen zugeordnet wird und damit zu unliebsamem Aufsehen führen kann.

Pünktlichkeit spielt im Geschäftsleben eine ganze große Rolle. Zwischen fünf Minuten vor dem Termin bis auf den Punkt genau, gilt dabei als Regel. Wer sich nur um einige Minuten verspätet, sollte dies telefonisch vorher mitteilen.
Beim Essen mit Japanern schenkt man sich nie etwas selbst zu trinken ein. Erst wird immer dem Nachbarn etwas angeboten, der dem anderen dann im Gegenzug etwas nachschenkt. Sobald ein Glas geleert ist, wird es nachgefüllt. Möchte man nichts mehr trinken, sollte immer ein Rest im Glas verbeiben. Zu den „No-Go‘s“ beim Essen gehört es, die Stäbchen aufrecht in den Reis zu stecken. Auf diese Weise wird der Reis nämlich ausschließlich am buddhistischen Hausaltar den Geistern der verstorbenen Vorfahren als Speiseopfer dargeboten.

Da in Japan der Kunde wirklich der König ist, dessen Wohl den Dienstleistern am Herzen liegt, ist Trinkgeld unüblich und gilt fast als Beleidigung.

Der Austausch von Aufmerksamkeiten bildet einen bedeutenden Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Japan. Präsente haben als Ausdruck der Verbundenheit, Dankbarkeit und auch als Zeichen des Respekts einen hohen Stellenwert. Es muss nichts großartiges sein – Süßigkeiten oder etwas zu Knabbern reichen aus. Auch ein Mitbringsel aus dem Heimatland des Gastes erfreut sich immer besonderer Beliebtheit.

Da in Japan Visitenkarten „Leute machen“, ist es für Geschäftsreisende unbedingt erforderlich, entsprechende Karten bei sich haben, und zwar am besten beidseitig bedruckt: auf der einen Seite in Englisch oder Deutsch, auf der anderen Seite in Japanisch. Der Austausch von Visitenkarten macht es nicht nur leichter, die zahlreichen fremdländischen Gesichter auseinander zu halten, sondern ermöglicht den Japanern zugleich die hierarchische Einordnung eines Fremden. Es ist üblich und gilt als besonders höflich, die Visitenkarte mit beiden Händen zu überreichen und entgegenzunehmen. Die Karte sollte dann aber nicht weggesteckt werden, sondern sie wird genau studiert oder vor sich auf den Tisch gelegt, um immer wieder darauf zurückgreifen zu können.