"WISO-Duell: Ist Bio besser?"

Auch in der Biobranche wird getrickst. Bio ist längst zur Massenware geworden, und die biologische Tierhaltung hat wenig mit glücklichen Tieren zu tun. Die Dokumentation „WISO-Duell: Ist Bio besser?“, die das ZDF am Montag, 23. Juli 2012, 19.25 Uhr, zeigt, räumt mit manch falscher Erwartung auf. Der 45-minütige Film von Markus Resch und Anja Utfeld zeigt aber auch: In Sachen Qualität und Naturschutz hat Bio die Nase vorn. Es ist ein spannendes Rennen zweier Ernährungsprinzipien, zweier Lebensanschauungen. Der Geschmackstest mit Fernsehkoch Johann Lafer sorgt am Ende für eine große Überraschung.

Nach dem „WISO“-Urlaubstest Kreuzfahrt gegen Cluburlaub am 16. Juli 2012 geht es am kommenden Montag um das Duell Biolebensmittel gegen konventionelle Lebensmittel. „WISO“ nimmt unter anderem Fertigprodukte mit Biosiegel ins Visier und entlarvt den Etikettenschwindel. Untersucht wird, wie sich die Naturbelassenheit der Bioprodukte auf die Qualität auswirkt. Stecken in Obst und Gemüse vom Biohof mehr Vitamine? Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, können auch auf dem Teller landen. Ist konventionelle Ware generell belastet? Kann man sich bei Biolebensmitteln immer darauf verlassen, dass sie frei von Schadstoffen sind? Das lässt „WISO“ im Labor testen. Die Hersteller von Bioprodukten dürfen zwar deutlich weniger Zusatzstoffe einsetzen, doch ganz ohne bestimmte Mittelchen kommen auch sie nicht aus. Kinderlebensmittel, die alles andere als gesund sind, gibt es inzwischen auch in der Biobranche.

Im Alltagscheck will „WISO“ wissen, ob Bio mittlerweile überall zu haben ist. Zwei Studentengruppen treten in Frankfurt gegeneinander an. Sie sollen ein Fast Food-Menü besorgen: Burger, Suppe, Softgetränk, Salat, Kaffee und etwas Süßes. Die Biogruppe muss nach zwei Stunden aufgeben, weil manche Produkte einfach nicht zu finden sind. Die konventionelle Gruppe ist nach wenigen Minuten schon am Essen.

ZDF am Montag, 23. Juli 2012, 19.25 Uhr

Zusatzstoffe in Lebensmitteln

Wer Lebensmittel im Haushalt verarbeitet oder zubereitet, nutzt bestimmte Hilfsstoffe, zum Beispiel Backpulver als „Triebmittel“ für einen lockeren Kuchen oder Eigelb als „Emulgator“ bei der Herstellung von Mayonnaise. Viele der Stoffe haben bereits unsere Urgroßeltern benutzt. Sie können die Eigenschaften von Lebensmitteln verbessern, ihren Geschmack verstärken, das Aussehen verändern, die Haltbarkeit verlängern oder einfach ihre Verarbeitung erleichtern.

Viele Verbraucher sind davon überzeugt, dass Zusatzstoffe gesundheitsschädlich sind und Allergien auslösen können. Diese Ängste sind unbegründet. Nur sehr wenige Menschen (0,01 bis 0,23 Prozent der Bevölkerung) reagieren sensibel auf Zusatzstoffe. Der Verzehr verdorbener Lebensmittel stellt eine weit größere Gefahr dar, sagen Ernährungswissenschaftler. Trotzdem sollte jeder selbst entscheiden können, welche und wie viele Zusatzstoffe er zu sich nehmen möchte.

Im Rahmen einer Unterrichtseinheit können Lehrkräfte Schüler/-innen für dieses Thema sensibilisieren. Der Auftakt könnte ein gemeinsames Frühstück sein, zu dem jeder sein Lieblingsessen mitbringt. Nach dem Essen werden die Zusatzstoffe aus den Zutatenlisten für eine spätere Analyse herausgeschrieben. Am Ende könnte der Versuch für die Schüler stehen, sich einen Tag oder länger möglichst ohne Zusatzstoffe zu ernähren. In einer Gesprächsrunde können sie ihre Erlebnisse dann untereinander austauschen.

Expertenwissen zum Nachlesen und Weitergeben im Unterricht liefert die Internetseite www.aid-macht-schule.de
Silke Hoffmann, www.aid.de

Die E-Nummern in Lebensmitteln

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher stehen ratlos vor dem riesigen Warenangebot und den Zutatenlisten. Stabilisatoren, Verdickungsmittel oder Emulgatoren: Wofür das wohl alles gut ist? Wir informieren Sie im aid-Heft „Die E-Nummern in Lebensmitteln – Kleines Lexikon der Zusatzstoffe“ über Sinn und Zweck dieser Stoffe.
Was verbirgt sich hinter Begriffen wie Emulgator, Verdickungsmittel, Farbstoff? Hier erfahren Sie, was wie gekennzeichnet werden muss. Auch die aktuelle Liste aller zugelassenen „E“-Nummern fehlt natürlich nicht. In dem aktuell überarbeiteten Heft hinzugekommen sind auch die Kennzeichnungs-Regelungen des neuen Aromen-Rechtes. Und wer eine möglichst zusatzstofffreie Ernährung wünscht, findet auch eine Aufstellung der Zusatzstoffe, die für Bio-Produkte zugelassen sind.
www.aid.de

aid-Heft „Die E-Nummern in Lebensmitteln – Kleines Lexikon der Zusatzstoffe“

Bestell-Nr. 61-1135, ISBN 978-3-8308-0998-2, Preis: 3,00 EUR (Rabatte ab 10 Heften), zzgl. einer Versandkostenpauschale von 3,00 EUR gegen Rechnung
aid infodienst e. V., Vertrieb, Postfach 1627, 53006 Bonn
Telefon: 0180 3 849900*, Telefax: 0228 84 99-200
*Kosten: 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz. Anrufe aus dem Mobilfunknetz maximal 42 Cent pro Minute. Aus dem Ausland können diese Kosten je nach Anbieter höher sein.
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Stevia zwischen Sein und Schein

Viel Lärm um nichts?

Stevia hat ein echtes Problem: Der Mythos der natürlichen Süße bröckelt, ist der süßende Extrakt des südamerikanischen Krauts doch nun mit einer E-Nummer gestraft. Also ein ganz normaler Zusatzstoff mit Namen E 960. Doch Stevia – und das ist im allgemeinen Sprachgebrauch alles, was irgendwie mit der süßenden Wirkung der Stevia-Pflanze zu tun hat – ist anders. Vielleicht, weil seine Verwendung über Jahre verboten war. Vielleicht, weil die Süße südamerikanischer Herkunft ist und somit einen Hauch von Exotik in die triste Alltagskost bringt. Vielleicht aber auch, weil sich die Idee, Zucker und Süßstoffe seien der Ursprung allen Ernährungsübels, im Volksglauben so wacker hält.

Mit Stevia scheint die Lösung nun greifbar nahe: rein natürlich, frei von Kalorien, keine Karies erzeugende Wirkung und dazu rund 300 Mal süßer als Zucker. Doch wie natürlich ist ein Stoff noch, der aus den getrockneten Blättern einer Pflanze ziemlich chemisch erzeugt wird? Von einem mehrstufigen Verfahren berichtet der Deutsche Süßstoffverband auf seiner Internetseite: erst Trocknung, dann Mazeration (Einweichen), Fällung und Entfärbung, Ionenaustausch und mehrfache Kristallisation.

Ohne Lösungsmittel und andere chemische Stoffe, die Farbstoffe und sonstige unerwünschte Substanzen aus dem Gemisch fischen, läuft da also gar nichts. Soviel dürfte klar sein. Doch das Ergebnis spricht für sich: Die isolierten Steviolglycoside sind – die Einhaltung definierter Höchstmengen vorausgesetzt – sicher, sagt die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit im Einklang mit dem Gemeinsamen Sachverständigenausschuss für Zusatzstoffe der WHO/FAO (JECFA).

Man darf gespannt sein, wie sich die Hersteller ökologischer Lebensmittel positionieren werden, wenn es darum geht, ob das neue E 960 in den Anhang der für Bio-Produkte erlaubten Zusatzstoffe aufgenommen wird. Die Branche fragt gerade ihre Mitglieder nach deren Einschätzung.

Ob E 960 wirklich jemand braucht?
Doch zurück zur Natur. Die Verwendung der reinen Blätter von Stevia ist immer noch illegal. Was nicht bedeutet, dass sie auf dem Markt nicht zu haben sind: „getarnt“ als Badezusatz oder für rein kosmetische Zwecke bietet sie mancher Laden oder Internethändler an – direkt neben Stevia-Kochbüchern. Zum Teil steht auch schlicht „Stevia“ auf der Packung. Was für eine Art von Produkt das eigentlich ist, mag dann der Käufer selbst entscheiden. Seit kurzem ist auch ein Stevia-Joghurt auf dem Markt, gesüßt mit Stevia-Tee. Was das ist oder soll? Wenn das reine Kraut wegen Sicherheitsbedenken (noch?) verboten ist, ist es schon seltsam, dass eine einzelne Bio-Molkerei zwei Joghurts damit – auch, wenn es dann Stevia-Tee heißt – süßen darf.
Dr. Christina Rempe, Britta Klein, www.aid.de

Zusatzstoffe „natürlich“ getarnt

Aufgrund zahlreicher Negativschlagzeilen über Zusatzstoffe setzen Lebensmittelhersteller bei ihren Produkten heute verstärkt auf Werbeslogans wie „natürlich“ und „frei von künstlichen Zusatzstoffen“. In vielen Fällen verstecken sich die vermeintlich fehlenden Substanzen nur hinter neuen Namen.

Zahlreiche Meldungen über schädliche Wirkungen einiger Zusatzstoffe lassen die Käufer heute oftmals einen genaueren Blick auf die Zutatenliste werfen. Die neue Devise bei der Wahl eines Lebensmittels heißt „möglichst natürlich“. Auch die Hersteller haben diesen Trend erkannt und platzieren verstärkt werbewirksame Aufschriften wie „ohne Geschmacksverstärker“, „ohne künstliche Farbstoffe“ oder „Natur pur“ auf der Vorderseite ihrer Waren. Besonders bei zusammengesetzten Produkten mit wenigen natürlichen Inhaltsstoffen wie Tütengerichte oder Snacks sollen derartigen Slogans das schlechte Image aufzubessern. Doch nur selten halten die sogenannten „Clean Labels“, was diese versprechen.

So vermittelt die Aufschrift „ohne Geschmacksverstärker“ nicht nur den Eindruck, dass das Produkt einen „natürlichen Geschmack“ allein aufgrund der Zutaten und Gewürze aufweist. Es versichert dem Käufer auch, dass hier keine Geschmacksverstärker zugesetzt wurden. Insbesondere die häufig verwendeten Glutamate führen bei empfindlichen Personen zu Kopfschmerzen und Übelkeit – ein Grund für viele entsprechende Produkte zu meiden. Doch Glutamate wie auch Guanylate und Inosinate sind rechtlich gesehen nur in freier Form den Zusatzstoffen zuzuordnen und damit kennzeichnungspflichtig. Zutaten wie Hefeextrakt, Würze und Sojasoße enthalten diese Substanzen von Natur aus und „tarnen“ damit die vorhandenen Geschmacksverstärker.

„Frei von Konservierungsstoffen“ verspricht das mittlerweile am häufigsten verwendete „Clean Label“. Dabei dürfen hier lediglich keine Zusatzstoffe enthalten sein, die rechtlich gesehen zu den Konservierungsstoffen zählen. An deren Stelle finden sich meist andere zum Teil künstliche Zusatzstoffe, die ebenfalls konservierend wirken, wie beispielsweise die Säuerungsmittel Zitronen- oder Essigsäure. Auch Zutaten wie Essige oder Senfsaaten, die den in isolierter Form kennzeichnungspflichtigen Konservierungsstoff p-Hydroxybenzoesäureester enthalten, kaschieren das Vorhandensein von Konservierungsmitteln.

Mit der steigenden Nachfrage nach naturnahen Lebensmitteln setzen viele Hersteller zudem auf Slogans wie „natürlich“ oder „100% Natur“ und verweisen explizit auf das Fehlen von „künstlichen“ Zusatzstoffen. Dabei ist es für den Käufer völlig unersichtlich, wie diese gewonnen wurden. Natürlich vorkommende Farbstoffe beispielsweise wie das gelbliche Curcumin oder das orange Carotin stammen heute nur noch selten aus Pflanzenextrakten, sondern entstehen mithilfe von gentechnisch veränderten Bakterien im Labor. Dennoch darf ein Aufdruck wie „ohne künstliche Farbstoffe“ diesen Umstand überspielen. Zwar sind solche Zusätze nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich, können aber eine fehlende Qualität beschönigen, etwa wenn ein natürliches Aroma aus Zedernholzspänen über den Mangel an echten Himbeeren hinwegtäuscht.

Speisen im DB Bordrestaurant werden natürlicher

Zum 1. Januar 2011 wird die Bahn in ihren Bordrestaurants und –bistros zahlreiche Gerichte erstmals frei von jeglichen Zusatzstoffen anbieten, zum Beispiel Hühnerfrikassee, Frikadellen, Gulaschsuppe, Chili con carne und Köttbullar. Darüber hinaus verringert sich bei allen übrigen warmen Speisen die Anzahl der kennzeichnungspflichtigen sowie der nicht kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe. Eine Broschüre, die auf den Restauranttischen und in den Bistros ausliegt, informiert die Gäste über sämtliche Zutaten, Zusatzstoffe und Allergene in den Bahn-Gerichten. Die Qualitätsverbesserungen sind Ergebnis einer Untersuchung, bei der alle Zusatzstoffe auf den Prüfstand gestellt wurden.

„Wir wollen dem wachsenden Bedürfnis unserer Gäste nach mehr Transparenz sowie einer natürlichen Ernährung Rechnung tragen. In den zurückliegenden Monaten haben wir schrittweise alle Rezepturen unserer warmen Gerichte hinterfragt und wo immer möglich qualitativ überarbeitet“, so Berthold Huber, Vorstandsvorsitzender der DB Fernverkehr. „Mit den ausliegenden Broschüren schaffen wir Klarheit für unsere Gäste und gehen noch über die vom Gesetzgeber geforderte Informationspflicht hinaus.“

Auslöser für die umfassenden Qualitätsverbesserungen bei der Bahn war ein Gedankenaustausch mit der Verbraucherorganisation foodwatch im Sommer 2010. „Unsere Forderung nach einer umfassenden Zusatzstoffkennzeichnung auch in der Gastronomie wird im Speisewagen umgesetzt. Die Deutsche Bahn macht sich damit zum Vorreiter in Sachen Transparenz – hieran sollten sich andere ein Beispiel nehmen, vom kleinen Restaurant bis zum großen Caterer“, so Anne Markwardt von foodwatch.

Bereits seit Juni 2010 wurde beim Kochen der monatlich wechselnden Aktionsgerichte nach und nach auf Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin verzichtet. Vorgefertigte Instantbrühen und Gewürzmischungen, Tomatenmark mit Säuerungsmittel, Antioxidanten und stabilisierendes Carrageen kommen nicht mehr zum Einsatz. Suppen und Fonds werden heute wieder im klassischen Stil gekocht. Mit dem Ziel, ehrliche Produkte zu bieten und Zusatzstoffe möglichst zu vermeiden, wird die DB Bordgastronomie ihr Sortiment weiter kritisch hinterfragen.

Kartoffelklöße: Nur 10 von 31 Klößen überzeugen

Auf dem Winterspeiseplan darf eine Beilage nicht fehlen: Kartoffelklöße in allen Variationen. Die Auswahl an Fertigprodukten ist groß: Kloßpulver, Kochbeutelknödel, gekühlte Frischkloßteige oder ungekühlte Miniknödel. Doch nur die wenigsten überzeugen. 10 von 31 getesteten Produkten sind „gut“, sieben „befriedigend“, 14 „ausreichend“ und neun Trockenprodukte sind sogar mit Mineralölbestandteilen belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift test.

Die höchsten Gehalte an Mineralölbestandteilen wurden in den Kochbeutelknödeln von Norma und Pfanni gefunden. Die Belastung stammt offenbar aus Druckfarben, die über recyceltes Altpapier in die Kloßverpackung gekommen sind. Im Tierversuch können Mineralölbestandteile Leber, Herzklappen und Lymphknoten schädigen. Generell betrifft dieses Problem alle trockenen Lebensmittel mit großer Oberfläche in recycelten Kartonverpackungen. Schutz bieten bisher nur Packungen aus Frischfasern oder Innenbeutel aus aluminiumbeschichteten Materialien und PET.

Die meisten Kloßprodukte enthalten viele Zusatzstoffe. Vom Antioxidationsmittel über Emulgatoren bis zu Konservierungsstoffen ist alles dabei. Auch geschmacklich lassen die getesteten Klöße zu wünschen übrig. Keine Klöße schmeckten so gut wie die selbst gemachten und die waren der Maßstab für den sensorischen Test. Am wenigsten an das Original reichten die Miniknödel aus der Tüte heran. Am besten schnitten die Frischkloßteige ab.

TEST: Kartoffelklöße

Nur 10 von 31 Klößen überzeugen

Auf dem Winterspeiseplan darf eine Beilage nicht fehlen: Kartoffelklöße in allen Variationen. Die Auswahl an Fertigprodukten ist groß: Kloßpulver, Kochbeutelknödel, gekühlte Frischkloßteige oder ungekühlte Miniknödel. Doch nur die wenigsten überzeugen. 10 von 31 getesteten Produkten sind „gut“, sieben „befriedigend“, 14 „ausreichend“ und neun Trockenprodukte sind sogar mit Mineralölbestandteilen belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift test.

Die höchsten Gehalte an Mineralölbestandteilen wurden in den Kochbeutelknödeln von Norma und Pfanni gefunden. Die Belastung stammt offenbar aus Druckfarben, die über recyceltes Altpapier in die Kloßverpackung gekommen sind. Im Tierversuch können Mineralölbestandteile Leber, Herzklappen und Lymphknoten schädigen. Generell betrifft dieses Problem alle trockenen Lebensmittel mit großer Oberfläche in recycelten Kartonverpackungen. Schutz bieten bisher nur Packungen aus Frischfasern oder Innenbeutel aus aluminiumbeschichteten Materialien und PET.

Die meisten Kloßprodukte enthalten viele Zusatzstoffe. Vom Antioxidationsmittel über Emulgatoren bis zu Konservierungsstoffen ist alles dabei. Auch geschmacklich lassen die getesteten Klöße zu wünschen übrig. Keine Klöße schmeckten so gut wie die selbst gemachten und die waren der Maßstab für den sensorischen Test. Am wenigsten an das Original reichten die Miniknödel aus der Tüte heran. Am besten schnitten die Frischkloßteige ab.

Der ausführliche Test Kartoffelklöße ist in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de veröffentlicht.

E-Nummern

ÖKO-TEST Kompakt E-Nummern

Das aktuelle ÖKO-TEST Kompakt E-Nummern gibt es seit dem 13. August 2010 in zwei verschiedenen Formaten. Das Kompaktformat und das kleine Pocketformat sind im Handel für je 5,00 Euro erhältlich.

Von Acesulfam bis E 1520: Zusatzstoffe haben bei den Verbrauchern zu Recht keinen guten Ruf. Viele von ihnen sind zwar zugelassen, aber gesundheitlich bedenklich. Das heißt aber nicht, dass Hersteller auf diese verzichten. Wegen des schlechten Images der Zusatzstoffe denken sie sich jedoch immer neue Tricks aus, um deren Einsatz zu verschleiern. Beispiel „Hefeextrakt“: Obwohl dieser natürlicherweise große Anteile des Geschmacksverstärkers Glutamat enthält, dürfen und werden Produkte mit Hefeextrakt oft mit dem Aufdruck „ohne Zusatz von Glutamat“ gekennzeichnet. Mithilfe des neuen ÖKO-TEST Kompakt E-Nummern kommen Sie solchen Tricks jedoch auf die Schliche. Erfahren Sie außerdem, wo im Essen Gen-Technik im Spiel ist, ohne dass es die Verbraucher ahnen, welche Zusatzstoffe in Bio-Produkten erlaubt sind und wie riskant Lebensmittel mit Nanopartikeln sind.

Aus dem Inhalt
• E-Nummern-Liste: Was steckt hinter Bezeichnungen wie E 280 oder E 355? Das neue ÖKO-TEST Kompakt listet Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Aromen, Geschmacksverstärker und vieles mehr auf und erklärt, aus was der Zusatzstoff gewonnen wird und ob er gesundheitlich bedenklich ist.

• Mehr Bluff als Geschmack: Fertigprodukte ohne Aromastoffe würden wie Pappe schmecken. Weil Verbraucher künstliche Aromen ablehnen, setzen Hersteller natürliche Aromastoffe ein. Doch wer glaubt, dass es sich hier um reine Natur handelt, irrt.

• Zwerge im Salat: Winzig kleine Nanopartikel sollen als Zusatzstoff, Transportvehikel und Bakterienkiller Lebensmittel wirksamer, haltbarer und besser handhabbar machen. Doch die neue Technologie birgt Risiken.

• Gen-Technik bei Zusatzstoffen: Saft, Brot, Käse und vieles mehr wird mithilfe gentechnisch veränderter Zutaten hergestellt. Doch davon erfahren Verbraucher auf dem Etikett meistens nichts. ÖKO-TEST deckt auf, bei welchen Zusätzen Gen-Technik im Spiel ist und in welchen Lebensmitteln diese drinstecken können.

Bahnkunden werden veralbert

Was die Deutsche Bahn und Sarah Wiener im Speisewagen wirklich auftischen – foodwatch fordert Veröffentlichung von Zutaten in der Gastronomie – Wiener macht sich unglaubwürdig – Das im Internet veröffentlichte Rezept für Sarah Wieners Schweine-Rouladen-Gericht „zum Nachkochen“ stimmt mit dem im Speisewagen servierten Gericht nicht überein

„TV-Köche tischen auf!“ – Mit dieser Aktion wirbt die Deutsche Bahn derzeit für ihre Bordrestaurants. Doch die vermeintliche Spitzengastronomie im Speisewagen entpuppt sich als ausgebuffte Mogelpackung. Mit dem guten Namen bekannter Fernsehköche wird den Gästen eine Qualität suggeriert, die die Gerichte nicht im Ansatz halten können.

Im Mai steht die „überzeugte Botschafterin gesunder Ernährung“ (Bahn-Werbung) Sarah Wiener Patin für Gerichte wie ein „Frühlingssüppchen“ oder „Sesam-Zitronen-Hühnchen auf Spargelragout mit Butterkartoffeln“. Auch das Rezept für die „Mit Kerbel-Pesto gefüllte Schweinefleischroulade mit Honig-Petersilien-Karotten und Knöpfle“ wird der Fernsehköchin zugeschrieben. In der Speisekarte sind bei diesen Gerichten keine Zusatzstoffe oder Aromen deklariert – verwendet werden sie dennoch. foodwatch liegen eingeschweißte Originalverpackungen des Rouladen-Gerichtes samt Zutatenliste vor, wie sie vom Convenience-Hersteller Sander Gourmet an die Bahn geliefert werden. Demnach enthält das Gericht neben gehärtetem Palmfett den Geschmacksverstärker Hefeextrakt, das Verdickungsmittel Xanthan, E 330 (Citronensäure) sowie nicht näher definierte Aromen.

Ein Fertigprodukt, das viel mehr mit Spitzentechnologie als mit Spitzenküche zu tun hat – und nichts mit dem erklärten Berufsethos von Sarah Wiener. „Industriell stark verarbeitete Lebensmittel, Fettes und Süßes im Übermaß sowie Nahrung voll chemischer Zusatzstoffe – diese ebenso achtlosen wie ungesunden Essgewohnheiten gilt es zu stoppen“, lässt sich die Köchin auf der Internetseite ihrer eigenen Stiftung zitieren.

Möglich sind solche legalen Mogeleien durch lasche Kennzeichnungsvorgaben für die Gastronomie: Eine Zutatenliste ist nicht vorgeschrieben, und nach § 9 der Zusatzstoffzulassungsverordnung müssen nicht alle Zusatzstoffe angegeben werden. Der Gast kann nicht erkennen, ob in der Küche frisch gekocht oder ein fertiges Convenience-Produkte nur noch aufgewärmt wird.

Die Lebensmittelindustrie bietet Großkunden sogar speziell auf Kennzeichnungsvorgaben abgestimmte Produkte an. Mit dem „OK-Logo“ weist etwa Nestlé Professional eigens auf Fertiggerichte hin, die zwar Zusatzstoffe enthalten können – aber eben nur solche, die nicht gekennzeichnet werden müssen. Konkurrent Unilever wirbt mit dem Hinweis „o.d.Z.“ – „ohne deklarationspflichtige Zusatzstoffe“.

foodwatch fordert, die Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel in der Gastronomie an die Vorgaben für verpackte Lebensmittel anzupassen. Konkret heißt das:
. Werden in der Gastronomie Convenience-Produkte verwendet, muss die komplette Zutatenliste in der Speisekarte wiedergegeben werden. Gerade in der Systemgastronomie wie bei der Deutschen Bahn ist dies problemlos möglich.
. In Gaststätten und Kantinen muss – so wie heute bereits in Bäckereien – eine vollständige Zutatenliste aller Gerichte inklusive aller verwendeten Zusatzstoffe gut sichtbar aushängen oder auf Nachfrage für den Gast einsehbar sein.

„Die Bundesregierung muss die absurde Situation beenden, dass Verbrauchern in der Gastronomie Fertigprodukte ohne Zutatenliste aufgetischt werden, während bei denselben Produkten im Supermarkt diese Angaben selbstverständlich vorgeschrieben sind“, erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt.

Besonders dreist bei der TV-Köche-Aktion der Deutschen Bahn: Im Internet veröffentlicht das Unternehmen das Rezept für Sarah Wieners Schweine-Rouladen-Gericht „zum Nachkochen“. Diese Rezeptur stimmt jedoch mit dem tatsächlich im Speisewagen servierten Gericht nicht überein – im Rezept zum Download finden sich nämlich keine Zusatzstoffe.

Die Bahn weist alle Vorwürfe zurück, diese Stellungnahme erreichte uns gerade:
DB weist alle kennzeichnungspflichtigen Zutaten auf Speisekarten in Bordrestaurants aus

Vorwürfe von foodwatch haltlos . Produktqualität seit Jahren kontinuierlich verbessert . Zusatzstoffe ab Juni weiter reduziert

Die Deutsche Bahn weist die Vorwürfe der Verbraucherschutzorganisation foodwatch entschieden zurück, Gäste der Bordrestaurants nicht über die Zutaten zu informieren. „Alle kennzeichnungspflichtigen Zutaten werden auf der Speisekarte ausgewiesen“, sagt Robert Etmans, Vorstand Personal und Bordservice der DB Fernverkehr AG. „Außerdem verbessern wir ab Juni weiter die Qualität bei der Produktion unserer Menükomponenten“ Zusatzstoffe wie Hefeextrakt, gehärtete Fette und Maltodextrin werden in den Gerichten, die im Rahmen der Aktion „TV-Köche tischen auf“ exklusiv produziert werden, nicht mehr verwendet.

Mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Produkte zu bieten, wird im Bordrestaurant bereits seit mehr als zwei Jahren zum Beispiel auf die Verwendung künstlicher Farb- und Aromastoffe verzichtet.
In Fällen, in denen eine besondere Zutat wie gepökeltes Fleisch diesen Verzicht nicht zulässt, kennzeichnet die Bahn die jeweiligen Gerichte gemäß § 9 der Zusatzstoff-Zulassungsverordnung (ZZulV) auf der Speisekarte. Mit dieser Qualitätsphilosophie entspricht die Bahn dem Wunsch vieler Gäste nach Ursprünglichkeit und Natürlichkeit der angebotenen Lebensmittel.

„Die Deutsche Bahn ist einer der wenigen Systemgastronomen in Deutschland, der, wo immer möglich, auf jegliche Zusatzstoffe bei der Produktion ihrer Gerichte im Bordrestaurant verzichtet“, so Etmans weiter. „Darüber hinaus händigen wir den Gästen gerne auf Nachfrage Listen aus, auf denen sämtliche Zutaten der Speisen ausgewiesen sind.“

Obiger Artikel ist eine journalistische Fehlleistung des Gourmet Reports 🙁 Lesen Sie unsere Richtigstellung:
www.gourmet-report.de/artikel/335526/Bahn-veralbert-nicht/

Wir bitten unsere Leser um Entschuldigung!