Aktuelle Nuss-Metaanalyse

Hintergrund: Während der Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gut belegt ist, sind epidemiologische Daten bezüglich des Krebsrisikos weniger umfassend und es fehlt an systematischen Auswertungen. Beide Erkrankungsbilder zählen hierzulande zu den häufigsten Todesursachen, so dass Forschung und Industrie einen großen Handlungsbedarf sehen.

Studientitel: Nut consumption and risk of cardiovascular disease, total cancer, all-cause and cause-specific mortality: a systematic review and dose-response meta-analysis of prospective studies (Abstract)

Studientyp: Metaanalyse aus 20 prospektiven Kohortenstudien mit epidemiologischen Daten von mehreren hundert Tausend Studienteilnehmern.

Ziel/ Fragestellung: Forscher der Universität Trondheim untersuchten den Zusammenhang zwischen dem Nussverzehr und dem Erkrankungsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Krebserkrankungen.

Ergebnisse: Der tägliche Verzehr von 28 Gramm Nüssen beeinflusst signifikant das Erkrankungsrisiko – unabhängig von der Sorte. Diese 1-2 Handvoll Nüsse am Tag reduzieren demnach das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 29 Prozent, das einer kardiovaskulären Erkrankung um 21 Prozent, das eines Schlaganfalls um 7 Prozent und das einer Krebserkrankung um 15 Prozent. Zudem sinkt die Gesamtmortalität um 22 Prozent. Der gesteigerte Verzehr von Nüssen verringert zudem das Risiko für Atemwegserkrankungen, Infektionskrankheiten, Diabetes oder neurodegenerative Erkrankungen – und zwar der genannten Reihenfolge nach zu 52, 75, 39 und 35 Prozent. Die Schlussfolgerung der Forscher: mehr als 4 Millionen Todesfälle in Nord- und Südamerika, Europa, Südostasien und Australien könnten möglicherweise auf einen zu geringen Konsum an Nüssen zurückzuführen sein.

Diskussion: Die Ergebnisse als solches sind nicht wirklich überraschend und zeigen einmal mehr, wie praxisfern Ernährungswissenschaft sein kann. Denn selbst dem Laie dürfte schnell klar sein, dass ein einziges Lebensmittel wohl kaum das Risiko für komplexe Erkrankungsbilder signifikant zu senken vermag. Fast schon dreist hingegen ist die Schlussfolgerung der Forscher, dass bis zu 4 Millionen Todesfälle hätten eventuell verhindert werden können. Bei der abschließenden Empfehlung, den Nusskonsum generell zu steigern, stellt sich doch eher die Frage, wer solch oberflächlich-behandelte Sachverhalte finanziert und wessen Interessen hier vielleicht eine Rolle gespielt haben.

Fazit: Nüsse sind eine hervorragende Ballaststoffquelle und liefern hochwertiges Eiweiß, zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe sowie Antioxidantien. Ein Allheilmittel gegen Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs sind diese aber nicht. Die Energiepakete eignen sich unter Umständen auch nicht für Allergiker, Neurodermitiker oder Adipositaspatienten zum täglichen Verzehr. Schlussendlich spielt in der gesundheitlichen Bewertung auch immer der Verarbeitungsgrad eine Rolle. Der GeNUSS sollte daher auch immer mit dem gesunden Menschenverstand erfolgen.

www.fet-ev.eu

Süssigkeiten machen Kinder nicht dick?

Neue Großstudie im Top-Journal der American Society for Nutrition
Kinder & Jugendliche mit höchstem Süßigkeitenverzehr haben niedriges Risiko für Übergewicht & Adipositas

Eine aktuelle Großanalyse von 19 Studien, veröffenticht im American Journal of Clinical Nutrition, dem wissenschaft- lichen Top-Journal der American Society for Nutrition, hat erge- ben: Die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit war bei Kindern und Jugendlichen mit dem höchsten Konsum von Süßigkeiten und Schokolade um 18% niedriger als bei den „Normalnaschern“ (Referenzgruppe). Die von ihren eigenen Ergebnis- sen überraschten Autoren empfehlen: „Maßnahmen gegen Fettleibigkeit sollten andere Ernährungselemente fokussieren statt Süßigkeiten.“ [1]

Diese Studie passt zu einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre, die vermeintliche Ernährungsweisheiten ad absurdum führen – beispielsweise hatten Jugendliche mit hohem Fast Food-Verzehr einen niedrigen BMI und der Zusammenhang von Softdrinks mit Übergewicht blieb unklar [2,3].
„Fast Food, Softdrinks und Süßigkeiten werden als Dickmacher gebrandmarkt, damit ratlose Ernährungsapostel der Öffentlichkeit `Schuldige ́ präsentieren können“, erklärt Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop, „dabei existiert kein einziger Beweis für deren Dickmacher-Effekt – ganz im Gegenteil: aktuelle Studien zeigen entweder keinen oder einen ernährungspolitisch unerwünschten Zusammenhang – und zwar, dass mit höherem Konsum der vermeintlichen Dickmacher ein niedrigeres Körpergewicht verbunden ist.“

Diplom-Ökotrophologe Knop hat für sein neues Rowohlt-Buch Ernährungswahn* mehr als 1.000 aktuelle Studien kritisch analysiert – sein Fazit ist klar: „Niemand kann sagen, was gesunde Ernährung ist – denn Ernährungsforschung gleicht dem Lesen einer Glaskugel, da dieser evidenz- limitierte Forschungszweig keine harten Beweise, sondern systembedingt nur wachsweiche Hypothesen liefert.“ (siehe dazu auch: „Wissenschaftli- che Hintergrundinfos“, S.3)

Drei neue Studien: „Nahrungsmedizin“ Schokolade?
Weitere aktuelle „Schoko-Studien“ bei Erwachsenen ergaben: Schokoladen-Konsum ist mit einem niedrigen Risiko sowohl für Herz-Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt [4] als auch für geistigen Abbau [5] verbunden. Des Weiteren zeigte eine Studie im British Journal of Nutrition: der tägliche Konsum von Schokolade stand in Zusammenhang mit einer verminderten Wahrscheinlichkeit für Insulin-Resistenz, einem wichtigen Risikofaktor des metabolischen Syndroms [6]. Ist Schokolade nun ein „ungesunder Dickmacher“ oder eine „gesunde Nahrungsmedizin“? Auch diese drei Studien bestätigen Knop zufolge das ökotrophologische Universalcredo: Nichts Genaues weiß man nicht …
 
LITERATURQUELLEN:
 [1] Am J Clin Nutr. 2016 May; 103(5):1344-56. doi: 10.3945/ajcn.115.119883.
 Epub 2016 Apr 13 / Confectionery consumption and overweight, obesity, and re-
 lated outcomes in children and adolescents: a systematic review and meta-analy-
 sis. Abstract und Vollpublikation NO CONFLICT OF INTEREST
 
Am J Clin Nutr: “The best clinical research journal in the nutrition field.”
[3] Child Obes. 2015 Aug; 11 (4): 338-46. doi: 10.1089/chi.2014.0117
Sugar-Sweetened Beverages and Obesity among Children and Adolescents: A Re- view of Systematic Literature Reviews
 [2] BMJ-Open 2014;4: e005813, doi:10.1136 / bmjopen-2014-005813 / Fast-food
  consumption and body mass index in children and adolescents: an international
  cross-sectional study
 
   [4] Heart. 2016 Jul 1;102(13):1017-22. doi: 10.1136/heartjnl-2015-309203. Epub
 2016 Mar 2 / Chocolate consumption and risk of myocardial infarction: a pro-
  spective study and meta-analysis
  [5] J Alzheimers Dis. 2016 May 6;53(1):85-93. doi: 10.3233/JAD-160142. / Choco-
  late Consumption is Associated with a Lower Risk of Cognitive Decline
  [6] Br J Nutr. 2016 May;115(9):1661-8. doi: 10.1017/S0007114516000702. Epub
 2016 Mar 17. / Daily chocolate consumption is inversely associated with insulin
  resistance and liver enzymes in the Observation of Cardiovascular Risk Factors in
  Luxembourg study
 [*] Ernährungswahn – Warum wir keine Angst vorm Essen haben müssen, ro- wohlt, Verlag rororo, Taschenbuch, 160 Seiten, 9,99 € (D), erhältlich in D/A/CH seit 22.04.2016

Neue Ergebnisse zum Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Leberkrebsrisiko

Wie zahlreiche Studien zeigen, haben Menschen,
die viel Kaffee trinken, im Vergleich zu Personen, die nur wenig oder
keinen konsumieren, ein vermindertes Leberkrebsrisiko. Die Ursachen für
diesen Zusammenhang sind jedoch noch nicht geklärt. Ein internationales
Forscherteam um Krasimira Aleksandrova und Heiner Boeing vom Deutschen
Institut für Ernährungsforschung (DIfE) hat nun Biomarker* im Blut von
Studienteilnehmern identifiziert, die erste Hinweise auf
entzündungshemmende und zellschützende Mechanismen geben, die der
beobachteten Risikobeziehung zu Grunde liegen könnten. Die Forscher
publizierten kürzlich ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift American
Journal of Clinical Nutrition**.

Wie die aktuelle Untersuchung im Rahmen einer der größten europäischen
Langzeiternährungsstudien (EPIC***) zeigt, haben Menschen, die täglich
mehr als 600 ml (4 Tassen) Kaffee konsumieren im Vergleich zu Menschen,
die weniger als 300 ml (2 Tassen) trinken, ein um 75 Prozent
vermindertes Risiko an Leberkrebs zu erkranken. Diese Beobachtung deckt
sich mit den Ergebnissen zahlreicher anderer Beobachtungsstudien und
Meta-Analysen der letzten Jahre. Neu an der Studie ist, dass die
Wissenschaftler darüber hinaus den Einfluss von 21 leberrelevanten
Biomarkern auf den beobachteten Zusammenhang untersuchten, um hierdurch
mehr über die zu Grunde liegenden biologischen Mechanismen zu erfahren.
Hierzu analysierten sie die Blutproben von 125 Menschen, die während der
Studie erstmals an Leberkrebs erkrankt waren, sowie die von 250 gesunden
Studienteilnehmern. Die Blutproben hatten die Wissenschaftler zu Beginn
der Studie und damit 2,4 bis 6,8 Jahre vor dem Auftreten der
Leberkrebserkrankungen entnommen und bis zur Analyse bei -196°C in
flüssigem Stickstoff gelagert. Wie die Forscher feststellten, spielen
besonders drei der untersuchten Biomarker für die Risikobeziehung
zwischen Kaffeekonsum und Leberkrebs eine große Rolle. Zu diesen zählen
der Botenstoff Interleukin-6, der an der Regulation von
Entzündungsreaktionen beteiligt ist, sowie die beiden Enzyme
Aspartat-Aminotransferase und Gamma-Glutamyltransferase, die auf eine
Schädigung der Leberzellen bzw. Gallenerkrankungen hinweisen.

„Unsere Biomarkeranalysen sprechen dafür, dass es eine ursächliche
Beziehung zwischen einem starken Kaffeekonsum und einem verminderten
Leberkrebsrisiko gibt. Sie lassen zudem annehmen, dass Kaffee die Leber
vor Entzündungen und Zellschäden schützt und so der Krebsentstehung
entgegenwirkt“, sagt Erstautorin Aleksandrova.

„Wie eine von uns bereits 2012 im Rahmen der EPIC-Studie durchgeführte
Untersuchung**** zudem zeigt, ist der Genuss von Kaffee nicht mit einem
erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen verbunden. Daher spricht aus
gesundheitlicher Sicht nichts dagegen, Kaffee zu trinken, wenn man ihn
gut verträgt“, ergänzt Heiner Boeing, der die Abteilung Epidemiologie
am DIfE leitet. „Andersherum sollten sich Menschen aber aufgrund der
Ergebnisse nicht genötigt sehen, viel Kaffee zu trinken. Kaffeetrinken
sollte Genuss und keine Pflichtübung sein. Um Krankheiten wirksam
vorzubeugen, kommt es auf die gesamte Lebensweise an. Wer nicht raucht,
ausreichend Gemüse, Obst und ballaststoffreiches Getreide isst, sich
körperlich bewegt sowie auf ein normales Körpergewicht achtet,
besitzt ein wesentlich geringeres Erkrankungsrisiko als diejenigen, die
sich gegenteilig verhalten – nicht zuletzt hinsichtlich des
Leberkrebsrisikos“, weiß Boeing. Man könne durch einen gesunden
Lebensstil sicher nicht jede Erkrankung verhindern, jedoch das
persönliche Erkrankungsrisiko verringern.

Hintergrundinformationen:
* Biomarker sind charakteristische biologische Merkmale, die objektiv
gemessen werden und auf einen normalen biologischen oder krankhaften
Prozess im Körper hinweisen können. Bei einem Biomarker kann es sich um
Zellen, Gene, Stoffwechselprodukte oder bestimmte Moleküle wie Hormone
handeln. Als eingängiges Beispiel sei das Blutbild genannt, das Hinweise
auf den Gesundheitszustand des Patienten gibt (Quelle: Wikipedia).

** Aleksandrova et al.: The association of coffee intake with liver
cancer risk is mediated by biomarkers of inflammation and hepatocellular
injury: data from the European Prospective Investigation into Cancer and
Nutrition; American Journal of Clinical Nutrition; 2015; doi:
10.3945/ajcn.115.116095
(http://ajcn.nutrition.org/content/early/2015/11/11/ajcn.115.116095.long

Gute Laune durch Trinken

Studie unter jungen Frauen – Richtiges Trinken hebt die Stimmung

Wer viel Wasser trinkt, ist besser gelaunt. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie aus der Fachzeitschrift Appetite, für die ein amerikanisch-französisches Forscherteam den Zusammenhang zwischen täglicher Wasseraufnahme und persönlichem Gemütszustand untersucht hat. Unter den Studienteilnehmerinnen zeigten diejenigen eine deutlich positivere Stimmung, deren tägliche Flüssigkeitsaufnahme über Getränke und Nahrung bei etwa drei Litern lag. „Die Studie unterstreicht den engen Zusammenhang von Ernährung und psychischem Wohlbefinden“, sagt Internist Dr. Johannes Naumann vom Universitätsklinikum Freiburg. „Wer sich ausgewogen ernährt und auf geeignete Durstlöscher wie natürliches Mineralwasser zurückgreift, tut auch seiner seelischen Verfassung etwas Gutes.“

Aus Sicht des Internisten habe die Studie eine besondere Relevanz, da neben der Wasseraufnahme noch weitere, die Stimmung beeinflussende Faktoren berücksichtigt wurden: „Unterm Strich zeigte sich deutlich: Eine leicht erhöhte Wasseraufnahme über Nahrung und Getränke erklärte die positivere Stimmung besser als andere Faktoren wie sportliche Aktivität oder Nährstoffaufnahme“, so Dr. Naumann. Damit greife die Studie ein wichtiges Gesundheitsthema auf, da schlechte persönliche Stimmung zu körperlichen Beschwerden wie Herzproblemen beitragen kann.

Für die Studie untersuchten die Forscher fünf Tage lang die durchschnittliche Wasseraufnahme von 120 jungen, gesunden Frauen. Parallel dazu wurde anhand eines psychologischen Stimmungstests der Gemütszustand der Frauen ermittelt. Mit diesen Daten konnten die Forscher feststellen, dass die Gruppe der Frauen, die eine hohe Wasseraufnahme zeigte (mehr als 3 Liter täglich), im Stimmungstest signifikant besser abschnitt als die „Wenigtrinker“, deren tägliche Wasseraufnahme unterhalb der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Mindestmenge von 2,65 Litern lag.

Die Studie: www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0195666315002287

Dr. Fanta: Zuckerbrause macht nicht dick

Eine gemeinsame Literaturanalyse der Universität
Navarra in Spanien und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung
(DIfE) zeigt nun erstmals: Systematische Übersichtsarbeiten, bei denen
ein finanzieller Interessenkonflikt aufgrund industrieller Förderung
angegeben war, kommen fünfmal häufiger zu dem Ergebnis, dass kein
Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke und
einer Gewichtszunahme besteht, als Studien, bei denen kein
Interessenkonflikt vorlag. Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre
Daten jetzt in der Fachzeitschrift PLOS MEDICINE (Maira Bes-Rastrollo et
al.: 2013).

In den letzten Jahren gab es zahlreiche Studien, die den Einfluss von
zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken auf die Körpergewichtszunahme
untersucht haben. Da die Studienergebnisse unterschiedlich ausfielen,
gaben sie Anlass für heftige Diskussionen, nicht nur in der
Wissenschaft, sondern auch in der Öffentlichkeit. Um zu klären, ob
finanzielle Interessenkonflikte mit der Nahrungsmittelindustrie die
Studienergebnisse beeinflusst haben könnten, führte das
spanisch-deutsche Wissenschaftlerteam eine umfangreiche Literaturanalyse
durch. So erfassten die Forscher zunächst alle in der PubMed-, Cochrane-
und Scopus-Literaturdatenbank aufgeführten systematischen
Übersichtsarbeiten, die seit Gründung der Datenbanken bis zum 31.
August 2013 zum Thema „Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger
Getränke und Übergewicht“ erschienen waren. In sechs der 17
identifizierten Artikel gaben Autoren finanzielle Interessenkonflikte
an. Nachdem die Forscher aus den Manuskripten alle Hinweise auf die
Finanzierung oder auf angezeigte finanzielle Interessenkonflikte
entfernt hatten, werteten zwei Wissenschaftler unabhängig voneinander
die Studien hinsichtlich ihrer Ergebnisse aus.

83,3 Prozent der systematischen Übersichtsarbeiten, die in den
Manuskripten ohne Interessenkonflikt beschrieben waren, kamen zu dem
Schluss, dass ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Getränken direkt mit
einer Gewichtszunahme oder Übergewicht verbunden ist. Dagegen kamen
ebenso 83,3 Prozent der Arbeiten, bei denen Interessenkonflikte
angegeben waren, zu dem entgegengesetzten Ergebnis, dass die
vorliegenden Daten keinen Zusammenhang belegen.

„Obwohl unsere Untersuchung nicht darauf ausgerichtet war, zu klären,
welche Interpretation der verfügbaren Daten richtig ist, stimmen die
Ergebnisse uns doch bedenklich, da sie annehmen lassen, dass finanzielle
Interessenkonflikte die Schlussfolgerungen einer Übersichtsarbeit
beeinflussen können“, sagt Matthias Schulze, Co-Autor und Leiter der
Abteilung Molekulare Epidemiologie am DIfE. So sei auffällig, dass
industriell geförderte Studien oft über einen fehlenden Zusammenhang
zwischen dem Konsum von zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken und
Übergewicht berichteten, obwohl dies im Widerspruch zu den
Ergebnissen der Originalarbeiten stehe, erklären die Autoren weiter. Die
neuen Befunde machen somit darauf aufmerksam, dass wissenschaftliche
Aussagen, die auf industriell geförderte Studien zurückgehen,
möglicherweise Ungenauigkeiten beinhalten.

Link zum wissenschaftlichen Artikel:
http://www.plosmedicine.org/article/info%3Adoi%2F10.1371%2Fjournal.pmed.1001578

Maira Bes-Rastrollo, Matthias B Schulze, Miguel Ruiz-Canela, Miguel A
Martinez-Gonzalez:
Financial conflicts of interest and reporting bias for the association
between sugar-sweetened beverages and weight gain: a systematic review
of systematic reviews. PLOS MEDICINE; 31st Dec. 2013

Essen, um zu leben – nicht leben, um zu essen

Wie gerne spöttelt man hierzulande über die „obese disease“, sprich Fettleibigkeit vieler Nord-Amerikaner. Tatsächlich beträgt in den USA und Mexiko derAnteil der krankhaft Adipösen über 30 Prozent! Damit sind sie unangefochten Spitzenreiter in der Welt! Darüber hinaus verursachten allein in den USA bereits 2009 die Ausgaben fürKrankheiten im Zusammenhang mit Übergewicht ca. 150 Milliarden Dollar – fast doppelt so viel wie 10 Jahre zuvor…

Doch die Deutschen haben mittlerweile mächtig (!) aufgeholt – wir sind in Sachen Übergewicht immerhin schon Nummer 1 in Europa! Rund 67 Prozent der erwachsenen Männer und 53Prozent der Frauen sind zu dick oder sogar adipös, haben also einen Body-Mass-Index (BMI) ≥ 25. Ein fragwürdiger Rekord…

Dass falsche Ernährung, vor allem der übermäßige Konsum von tierischem Eiweiß, die Hauptursache für etliche Volkskrankheiten darstellt, zeigt die 96-minütige Dokumentation „Gabel statt Skalpell“ (Originaltitel: „Forks Over Knives“; VÖ: 28. September 2012; polyband Medien), die sich in den USA innerhalb von 10 Monaten über 200.000 mal verkauft hat:

Der renommierte Biochemiker Prof. Dr. T. Colin Campbell leitete in den 1970 und 1980er Jahren die sogenannte China Study, die vermutlich umfassendste Studie, in der ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Verzehr von tierischen Produkten und dem Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Rheuma beim Menschen nachgewiesen werden konnte. Beteiligt waren hierbei zwei westliche Universitäten sowie die Chinesische Akademie für Präventivmedizin.

In „Gabel Statt Skalpell“ werden u. a. Patienten begleitet, deren Gesundheitszustand sich auf beeindruckende Weise verbessert hat, nachdem sie ihren Speiseplan auf eine rein pflanzliche Ernährung umgestellt haben. Daneben kommen Prof. Dr. Campbell und weitere Wissenschaftler zu Wort, die von ihren Forschungsergebnissen berichten und konkrete Ratschläge geben,wie durch vegane Ernährung gesundheitliche Vorschäden und chronische Erkrankungen erfolgreich bekämpft werden können.

Die Dokumentation verdeutlicht ohne erhobenen Zeigefinger, dass man sich im Hinblick auf eine gesunde und lebenswerte Zukunft dringend von falschen Essgewohnheiten verabschieden sollte – und das sogar ohne auf die ethisch fragwürdigen Aspekte von Massentierhaltung, gigantischer Tierfutterproduktion und die dadurch voranschreitende Umweltzerstörung eingehen zu müssen.

Lebensmittelallergie

Kinder, die in der Stadt leben, leiden offenbar deutlich häufiger an Lebensmittelallergien als Jungen und Mädchen in ländlichen Regionen. Das bestätigt eine US-amerikanische Studie, für die Eltern von über 38.000 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren befragt wurden. Die Eltern machten Angaben zu möglichen Lebensmittelallergien, wann die Beschwerden bei ihrem Nachwuchs das erste Mal aufgetreten sind und welche allergischen Reaktionen bislang beobachtet wurden. Im Durchschnitt waren die Kinder acht bis neun Jahre alt.

Das Resultat: Eine höhere Bevölkerungsdichte stand mit einem höheren Risiko für Nahrungsmittelallergien bei Kindern in Zusammenhang. So litten in Ballungsgebieten knapp zehn Prozent der Jungen und Mädchen an einer Lebensmittelallergie, in ländlichen Regionen waren es nur rund sechs Prozent. Erdnussallergien waren in der Stadt (2,8 Prozent) doppelt so häufig wie auf dem Land (1,3 Prozent). Noch deutlicher war der Unterschied von Allergien gegen Krebstiere mit 2,4 Prozent in dicht besiedelten Gegenden und 0,8 Prozent in ländlichen Regionen. Nur bei Unverträglichkeiten für Milch und Soja hatte der Wohnort keinen nachweislichen Einfluss. Die jeweiligen Reaktionen auf das Allergen wie Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen bis hin zu schweren Kreislaufbeschwerden (anaphylaktischer Schock) waren hingegen bei Stadtkindern nicht gravierender als auf dem Land.

Offenbar beeinflusst die Umwelt die Entwicklung von Lebensmittelallergien im Kindesalter, vermuten die Forscher. Nun soll in weiteren Studien untersucht werden, welche Umweltfaktoren für diesen Zusammenhang verantwortlich sind. Eine Hypothese ist, dass die Kinder auf dem Land früh in ihrem Leben bestimmten Bakterien ausgesetzt sind, die sie gegen eine vererbte Überempfindlichkeit für Allergene schützen. Zudem könnten einige Umweltschadstoffe, mit denen die jungen Menschen vor allem in Städten in Kontakt kommen, die Entstehung von Allergien fördern.
Heike Kreutz, www.aid.de

Tomate macht gesund

Immer mehr wissenschaftliche Studien bestätigen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Inhaltsstoffen von Tomaten und der Vorbeugung von Erkrankungen wie Herzinfarkt, Osteoporose oder Krebs. Verantwortlich sind der Zauberstoff Lycopin und weitere Pflanzennährstoffe. Da unser Körper Lycopin nicht selbst herstellen kann, muss es über die Nahrung aufgenommen werden. Reife Tomaten besitzen einen sehr hohen Anteil: Pro 100 g Frucht enthalten sie ca.

3,9 bis 5,6 mg des Antioxidants. Außerdem haben Tomaten einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und wichtigen Spurenelementen. Inzwischen gibt es sogar Hinweise darauf, dass der Verzehr von Tomaten auch bei Asthma und Alzheimer positive Effekte zeigt. Des Deutschen Lieblingsgemüse ist also nicht nur lecker, sondern auch gesund!
Weitere Informationen rund um die Tomate finden sich auf www.tomateninfo.de

Dollase über Hamburger

Der wichtigste Kritiker Deutschlands in der FAZ:
Dass in der Kochkunst dieses Gebilde kaum jemals eingesetzt wird, hat ganz einfach handwerkliche Gründe. Sensorisch gesehen ist der Hamburger nämlich eine glatte Fehlkonstruktion. Um es kurz zu formulieren: Es müsste mindestens der Deckel weg. Die Proportionen sind schlecht, weil der Brotanteil viel zu hoch ist und in diesem Zusammenhang eine differenziertere Wahrnehmung der „verpackten“ Produkte nicht möglich ist. Würde man die Sache halbieren und die Zutaten auf der Hälfte in sinnvollen Proportionen anrichten, sähe das deutlich anders aus.

Lesen Sie den gesamten Artikel in der FAZ:
www.faz.net/s/Rub140A22C7E81E4505BC36130E989A7473/Doc~ED5A662497DA44F4EA9805C4C598543AC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Wie viele berühmte Köche arbeitet auch der Kritiker Jürgen Dollase mit CHROMA type 301 Kochmesser – Design by F.A. Porsche

TV Koch geht in den Knast

Der 35 Jahre alter Augsburger Küchenmeister Mike S. „Mr. Crocodile“ muss jetzt für acht Monate hinter Gitter, weil er in Zusammenhang mit der Pleite in einem renommierten Lokal die Sozialbeiträge für seine Angestellten nicht bezahlt hatte. Jetzt darf der ehemalige TV-Koch („Kampf der Köche“, K1), wenn er denn will, in der Gefängnisküche seine Künste zeigen. Die Justiz hatte lange Zeit viel Geduld mit dem Mann, der sich selbst als „Starkoch“ bezeichnete. Sein Strafregister weist immerhin schon acht Einträge, großteils mit Bewährungsstrafen, auf. Schon vor Jahren hätte der Küchenmeister einige Monate „gesiebte Luft“ atmen sollen, als ein Gericht eine Bewährungsstrafe widerrufen hatte.

Lesen Sie die komplette Geschichte bei der Augsbuger Allgemeinen:
www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Augsburg-Stadt/Lokalnews/Artikel,-Sendepause-fuer-frueheren-TV-Koch-_arid,2208375_regid,2_puid,2_pageid,4490.html

Wie man aus der kochenden Szene hört, plant Mike S. nun den Abschied aus Deutschland und eine neue Karriere in Miami, Florida.