Einflussreiche Emotionen

Wie wirken Gefühle auf unser Geschmacksempfinden und Konsumverhalten?

Das ttz Bremerhaven lädt vom 09.06. bis 10.06.2010 zum 1. Geschmackssymposium Bremerhaven unter dem Motto „The Taste of Love – Wie Emotionen den Geschmack beeinflussen“ ins Forum Fischbahnhof ein.

Emotionen haben einen wesentlichen Einfluss auf das Geschmacksempfinden und das Einkaufsverhalten. Die Vermittlung emotionaler, sensorischer Konsumerlebnisse wird daher im Marketing und in der Produktentwicklung immer wichtiger. Das 1. Geschmackssymposium Bremerhaven liefert der Food-Branche neue Impulse zur Entwicklung von Strategien im Zusammenhang mit Emotionen und Geschmack.

Am Mittwoch, den 09.06.2010 erwartet die Teilnehmer ein Vortragsprogramm mit Experten wie Prof. Hanns Hatt, international renommierter Geruchsforscher und Vorsitzender der Akademie der Wissenschaften in NRW sowie Autor des Buches „Das Maiglöckchen-Phänomen“, Dr. Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie der Universitätsmedizin Göttingen und Prof. Klaus Lösche, Leiter des Bremerhavener Instituts für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (BILB-EIBT).

In den anregenden Vorträgen geht es unter anderem um die Entwicklung von Geschmackspräferenzen und –abneigungen, den Zusammenhang von sensorischer Wahrnehmung und spezifischen hormonellen Zuständen, zum Beispiel während des Verliebtseins, und um Spannendes aus der Welt der Düfte und deren emotionaler Wirkung. Außerdem werden neue Perspektiven der sensorischen Bewertung und die Entwicklung von einer klassischen zu einer interdisziplinären Wissenschaft erörtert. Im Zusammenhang mit dem „clean label“-Gedanken geht es um glaubwürdige Emotionsvermittlung und „ehrliche“ Produkte. Außerdem stehen die Gewinnung neuer Zielgruppen sowie innovative Verarbeitungsverfahren, mit denen traditionelle Herstellungsweisen modern gestaltet werden können, im Mittelpunkt. Der Tag endet mit einer kulinarischen Soirée, begleitet durch den Sternekoch Heiko Antoniewicz.

Am folgenden Tag stellt Heiko Antoniewicz im Rahmen einer praktischen Vorführung verschiedene Ansätze zur Kreation und Kommunikation emotionaler Produkte vor. Im Zentrum steht das „emotionale Eis“, das die Geschmackserfahrung zu einem multisensorischen Erlebnis werden lässt. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion wird gemeinsam mit Vertretern der Nahrungsmittelindustrie und Verbraucherverbänden „Die Zukunft des guten Geschmacks“ erörtert, bevor das 1. Geschmackssymposium appetitlich zu Ende geht.

Die Veranstaltung wird von der Ökotrophologin und Journalistin Janine Legrand moderiert. Anmeldung und Programm zum 1. Geschmackssymposium Bremerhaven unter www.ttz-bremerhaven.de

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittelt, Umwelt, Gesundheit und Beratung.

DGE-Leitlinie zum Fettkonsum

Aktuelle Übersichtsarbeiten bestätigen DGE-Leitlinie zum Fettkonsum

Anfang dieses Jahres und im letzten Jahr wurden neue Studien veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Fettsäuren und Herz-Kreislauf-Krankheiten befassten. Bei den neuen Studien handelt es sich um Meta-Analysen und systematische Übersichtsarbeiten, die Ergebnisse mehrerer Kohorten- und Interventionsstudien zusammenfassen. Ein Ergebnis dieser neuen Auswertungen ist, dass bei isolierter Betrachtung der gesättigten Fettsäuren kein Zusammenhang zwischen deren Zufuhr und dem Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu zeigen ist. Diese neuen Auswertungen bestätigen jedoch auch, dass eine Ernährung mit weniger gesättigten Fettsäuren bei gleichzeitig erhöhter Zufuhr der mehrfach ungesättigten n-6 Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten senken kann.

Die aktuellen Studienergebnisse decken sich weitgehend mit der Bewertung des Zusammenhangs zwischen der Fettsäurenzufuhr und dem Koronarrisiko in der evidenzbasierten Leitlinie „Fettkonsum und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) aus dem Jahr 2006.

Die DGE hat eine ausführlichere Darstellung zu diesem Thema im Internet unter dem Menüpunkt Wissenschaft, Stellungnahmen/Statements veröffentlicht:
http://www.dge.de/rd/sfa/

Witzigmann 2010

Der Chef: „Für 2010 habe ich mir nur Dinge vorgenommen, die so viel Spaß machen, dass ich sie gar nicht vergessen kann.“

Vorsatz Nummer eins lautet: Mehr Genuss! Deshalb werde ich mich auch dieses Jahr wieder für den „Kulinarischen Jakobsweg Paznaun-Ischgl“ und die „via culinaria – Genusswege im Salzburger Land“ engagieren. Öfter mal ein Glasl Champagner – in Ruhe – kann in diesem Zusammenhang auch nicht schaden.

Vorsatz Nummer zwei: Mehr Kohle! Nicht für mich, sondern für meine Charity-Projekte.

Alle Vorsätze von Professor Eckard Witzigmann finden Sie beim Kurier:
http://kurier.at/freizeit/genuss/1966522.php

Dicke Kinder: Schon als Babys zu viel Eiweiß?

Dicke Kinder: Schon als Babys zu viel Eiweiß?

Bekommen unsere Kinder zu viele Pfunde auf die Rippen, weil sie von Klein auf zu viel Eiweiß essen? Diesen Zusammenhang haben Kinderärzte immer wieder unter verschiedenen Aspekten untersucht. Die Menge an Milch-Eiweiß, die bereits im Säuglingsalter aufgenommen wird, scheint auch über das künftige Körpergewicht mit zu entscheiden, so Dr. Christian Denzer von der Universitätsklinik Ulm auf der jüngsten Tagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Demnach kann einweißreiche Flaschennahrung in den ersten Lebensmonaten das Risiko für Übergewicht im Kindes- und Jugendalter um bis zu 30 Prozent steigern. Stillen hingegen schützt auf Grund des geringeren Eiweißgehaltes der Muttermilch vor Übergewicht. Mütter, die nicht stillen können, sollten daher auf die neue eiweißärmere Säuglingsnahrung für das Fläschchen ausweichen.

Experten sehen die Ursache für die Begünstigung von kindlichem Übergewicht durch Milcheiweiß darin, dass dieses die Ausschüttung des Wachstumshormons IGF-1 und von Insulin anregt. Bisher ist jedoch noch nicht eindeutig geklärt, welche Komponenten der Milch oder des Proteins für diesen Prozess genau verantwortlich sind.

Ernährung und Gesundheit stehen im engen Zusammenhang

Die dritte Studie der Coop-Initiative «Ess-Trends im Fokus» liegt vor
Einfluss der Ernährung auf Gesundheit wird unterschätzt

Ernährung und Gesundheit stehen im engen Zusammenhang – dessen ist sich die
Mehrheit der Schweizer Bevölkerung gemäss den Ergebnissen der dritten Coop-Studie
«Ess-Trends im Fokus» bewusst. Während bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nur wenige
den Zusammenhang in Frage stellen, so sind es bei Krebs immerhin 21 % der Schweizer
Bevölkerung, die einen Zusammenhang ausschliessen. Tatsache ist, dass durch eine
ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und Vermeidung von Übergewicht ein
Drittel aller Krebsfälle verhindert werden könnte.

Die Coop-Initiative «Ess-Trends im Fokus» untersucht regelmässig das Ernährungsverhalten
und -bewusstsein der Schweizer Bevölkerung. Die dritte Umfrage der Studienreihe behandelt
das Thema «Essen und Gesundheit» und ermittelt neben dem Wissen zum Thema auch den
gesundheitlichen Zustand der Schweizer Bevölkerung.

Unterschätzte Wirkung auf Diabetes Typ II und Krebs
72 % der Befragten messen der Ernährung einen grossen Einfluss auf Krankheiten bei. So wird
die Ernährung – zusammen mit Bewegung und dem Lebensstil insgesamt – richtigerweise an
zweiter Stelle nach dem Rauchen genannt. Besonders in der Vorbeugung von Übergewicht,
erhöhtem Cholesterin und Herz-Kreislauf-Krankheiten hat die Ernährung nach Meinung der
Befragten eine grosse Bedeutung, sie wird jedoch gemäss Fachexperten teilweise falsch
eingeschätzt. Beispielsweise wird der Einfluss der Ernährung bei Cholesterin und Osteoporose
eher überschätzt; bei Diabetes Typ II oder bei Krebs wird er klar unterschätzt. Nur knapp die
Hälfte sieht einen grossen Einfluss der Ernährung auf die Entstehung von Diabetes Typ II, bei
Krebs sind es nur 22 %. Die Entstehung von Diabetes Typ II steht jedoch in direktem
Zusammenhang mit Übergewicht, und ein Drittel aller Krebsfälle könnte durch eine
ausgewogene Ernährung sowie ausreichend Bewegung verhindert werden.

Ältere fühlen sich besser informiert als Junge
Jüngere Befragte sind weniger gut über sämtliche Krankheiten informiert als Personen im
mittleren und höheren Alter. Wesentlich besser informiert fühlt sich die Schweizer Bevölkerung
über die Bedeutung der Ernährung bei Herz-Kreislauf-Krankheiten und Cholesterin als bei
Osteoporose und Lebensmittelallergien. 76 % sind richtigerweise der Meinung, dass der Genuss
von tierischen Fetten das Risiko von Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöht. Als weitere
Risikofaktoren werden gezuckerte Getränke und Salz genannt. Dagegen wird Fisch, Oliven- und
Rapsöl eine Verminderung des Risikos zugeschrieben. 58 % der Personen, die ihre Ernährung
bereits einmal (krankheitsbedingt) umgestellt haben, taten dies auf Empfehlung des Arztes.

Dabei werden meist weniger tierische Fette konsumiert und es wird auf eine fettarme Ernährung
geachtet. Eine weitere Massnahme ist das Essen von mehr Gemüse und Früchten und der
Verzicht auf Süssspeisen und Süssigkeiten.

Grosses Interesse an Prävention und Therapiemöglichkeiten
Rund 90 % der Befragten interessieren sich für Präventions- und Therapiemöglichkeiten durch
die Ernährung, und zwar deutlich mehr Frauen als Männer (58 % vs. 41 %). Obwohl viele über
den Einfluss der Ernährung auf Krankheiten Bescheid wissen, geben 62 % der Befragten an, an
einer Krankheit oder Risikokonstellation zu leiden, die mit der Ernährung in Zusammenhang
steht. Mit 26 % wurde Übergewicht am häufigsten genannt. Bereits die erste Coop-Studie
«Gesund essen: Einstellung, Wissen und Verhalten» zeigte, dass die Schweizer Bevölkerung
die Ernährungsempfehlungen zu einem grossen Teil kennt, diese aber nicht zwingend umsetzt.

Auch die Resultate der vorliegenden Studie zeigen, dass praktische Umsetzungstipps vermehrt
kommuniziert werden sollten.

Fachliche Unterstützung der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE
Die repräsentative Coop-Umfrage zum Ernährungsverhalten und -bewusstsein der Schweizer
Bevölkerung werden regelmässig durchgeführt und publiziert. Die Schweizerische Gesellschaft
für Ernährung SGE ( www.sge-ssn.ch ) begleitet das Projekt «Ess-Trends im Fokus» fachlich und
stellt sicher, dass es hohen ernährungswissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

Alle Studienergebnisse sind publiziert unter www.coop.ch/esstrends

Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

Haare färben ohne Risiko – geht das?

Haare färben ohne Risiko – geht das?

BfR-Symposium zum Wissensstand zu Krebs- und Allergierisiken durch Haarfärbemittel

Haarfärbemittel stehen im Fokus der Aufmerksamkeit, seit die Auswertung epidemiologischer Untersuchungen aus den USA aus dem Jahr 2001 Hinweise auf ein erhöhtes Risiko von Harnblasenkrebs bei Frisören und Verbrauchern, die Haarfärbemittel insbesondere aus der Zeit vor 1985 verwendet hatten, lieferte. In der Folge initiierte die EU-Kommission eine systematische Sicherheitsbewertung aller in Haarfärbemitteln verwendeten Substanzen mit dem Ziel, eine Positivliste gesundheitlich unbedenklicher Stoffe zu erstellen. Manche der kommerziell bedeutenden Substanzen, die in Haarfarben verwendet werden, wirken darüber hinaus sensibilisierend und können in der Folge allergische Reaktionen der Haut auslösen. Am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin kamen rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Behörden, Industrie, Verbraucherverbänden und Medien zusammen, um den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand zu Krebsgefahr und Sensibilisierung zu ermitteln und Forschungsbedarf zu diskutieren. „Ein Krebsrisiko durch Haarfärbemittel besteht für Verbraucherinnen und Verbraucher nicht“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. Die problematischen Substanzen seien seit vielen Jahren verboten. „Forschungsbedarf besteht aber zum Problem der Allergien durch Haarfärbemittel.“

Rund ein Drittel aller Frauen in Europa und Nordamerika färbt sich die Haare, ebenso etwa zehn Prozent der Männer über 40 Jahre. Henna, die wohl älteste Haarfarbe der Welt aus den Blättern und Sprossachsen des Hennastrauches, wurde schon im 14. Jahrhundert v. Chr. von Frauen in Ägypten benutzt. Als erstes kommerzielles Farbmittel kam 1907 para-Phenylendiamin – kurz PPD – auf den Markt. PPD hat stark sensibilisierende Eigenschaften und kann Kontaktallergien auslösen. In Haarfärbemitteln wird PPD als Vorstufe des Farbtons eingesetzt, die eigentliche Farbe bildet sich in einer chemischen Reaktion mit so genannten Oxidationskupplern im Haar. In Hautkliniken in Europa sind drei bis fünf Prozent der Patientinnen und Patienten mit Kontaktallergien gegenüber PPD sensibilisiert, allerdings wird geschätzt, dass nur etwa ein Drittel dieser Fälle auf die Verwendung von Haarfärbemitteln zurückzuführen ist. Für die übrigen könnten Farben in Textilien und Leder sowie Henna-Tattoos die Ursache sein. Aber auch klinisch-dermatologische Allergietests sowie die von einigen Haarfärbemittel-Herstellern empfohlene Selbsttestung werden als mögliche Faktoren für die Sensiblisierung diskutiert. Der Einsatz von PPD in Haarfärbemitteln geht in Deutschland insgesamt zurück, die Alternativen sind jedoch zum Teil ebenso problematisch.

Nach den besorgniserregenden epidemiologischen Beobachtungen zu einem möglichen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Blasenkrebs und der Nutzung von Haarfärbemitteln in den USA hat die EU ein breit angelegtes Programm initiiert, das einerseits die Förderung epidemiologischer Studien in Europa zum Ziel hat. Zum anderen wurde die Industrie aufgefordert, durch Grundlagenforschung zur Aufklärung der chemischen Vorgänge bei der oxidativen Haarfärbung beizutragen, um Konsequenzen für die Sicherheitsbewertung ableiten zu können. Um eine Positivliste gesundheitlich unbedenklicher Stoffe für Haarfärbemittel erarbeiten zu können, musste die Industrie wissenschaftlich aussagefähige Dossiers zur Sicherheitsbewertung der in Europa vermarkteten Haarfärbemittel erstellen. Sie werden von einem unabhängigen wissenschaftlichen Ausschuss bewertet. Nebenbei wurde in diesem Verfahren die Anzahl der verwendeten Stoffe erheblich reduziert.

Die Bewertung der bislang vorliegenden epidemiologischen Erkenntnisse zu einem möglichen Zusammenhang zwischen Krebserkrankungen und Haarfärbemittelgebrauch ergibt kein einheitliches Bild. Die meisten Experten halten die Datenlage für nicht ausreichend, um einen eindeutigen statistischen Zusammenhang abzuleiten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht kein Krebsrisiko durch Haarfärbemittel, weil die problematischen Substanzen bereits seit langem verboten sind.

Auf dem BfR-Symposium zum Thema Haarfärbemittel wurden weitere aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt, insbesondere zu Unterschieden im Stoffwechsel bei der Aufnahme von Stoffen über die Haut im Vergleich zur Aufnahme über die Nahrung. Diskutiert wurden auch neue methodische Ansätze, ohne Tierversuche Aussagen zur Toxizität von chemischen Substanzen abzuleiten. Die Sensibilisierung mit der Folge allergischer Reaktionen durch Haarfärbemittel, insbesondere auch bei Frisörinnen und Frisören, ist ein nach wie vor ungelöstes Problem, das weiterer Grundlagenforschung bedarf.

Fett macht nicht „fett“

Lightprodukte haben ausgedient

Fett macht nicht „fett“. Dies bestätigt nun auch der Datenvergleich von vier europäischen Ländern im Rahmen der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition).

„Fettiges Essen ist die Ursache für das Übergewicht der Deutschen“ Dieser Zusammenhang hält sich seit Jahrzehnten hartnäckig in den Köpfen der Menschen und führte dazu, dass manch namenhafte Ernährungsgesellschaft hohem Fettkonsum den Kampf ansagte. Auch die Nahrungsmittelindustrie sprang auf den Zug auf und ersetzte ihre Produkte zunehmend durch fettreduzierte Lightvarianten. Doch genutzt hat es wenig, wie der Blick auf unsere Straßen bestätigt.

Einen herben Dämpfer bekommen die Anti-Fett-Kampagnen nun auch durch die Ergebnisse der EPIC-Studie, die seit 17 Jahren die Auswirkungen unserer Ernährung auf die Krebsentstehung untersucht. Beim Vergleich der Daten von etwa 90.000 Patienten aus Deutschland, den Niederlanden, England, Italien und Dänemark war kein Zusammenhang zwischen aufgenommener Fettmenge und Übergewicht erkennbar. Selbst beim Blick auf die Fettzusammensetzung zeigte sich kein Einfluss. Weder schienen gesättigte Fettsäuren Gewichtszunahmen zu erklären noch ungesättigte Fettsäuren Pfunde purzeln zu lassen.

„Fettreduzierte Diäten sind keine Lösung für die Adipositasepidemie“, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler. Vielmehr sehen sie die Ursache in der zunehmenden Bewegungsarmut begründet. So weisen die deutschen Männer im europäischen Vergleich den höchsten Anteil massiv Übergewichtiger und die geringste Aktivität auf. Bei unseren niederländischen Nachbarn verhält es sich hingegen umgekehrt.

Wer mit der Tüte Lightchips vor dem Fernseher sitzt oder fettarme Fruchtgummis vor dem Computer nascht, braucht sich daher nicht zu wundern, wenn die Waage unerwünschte Zahlen anzeigt. Denn Kalorien, die der Mensch nicht verbraucht, führen zu überflüssigen Pfunden. So bringt es nichts, die Schuld in einer bestimmten Nährstoffgruppe zu suchen. Vielmehr sollte das Augenmerk der Ernährungsempfehlungen auf der Qualität der Nahrungsmittel und nicht auf deren Fettgehalt liegen. Pflanzenöle beispielsweise verlieren durch industrielle Härtung einen großen Teil der gesunden Eigenschaften. Ist pflanzlicher Sahneersatz dann wirklich besser für die Figur?

Fettarme Diäten sind ohnehin meist von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn Fett ist ein wichtiger Geschmacksträger. Was bringt es da die meist eh schon verminderte Lebensqualität übergewichtiger Patienten durch das Verbot aromatischer Speisen noch weiter einzuschränken? Zudem gehören fettreiche Nahrungsmittel wie Olivenöl, Seefisch und Nüsse zu einer gesunden Ernährung einfach dazu.

Niedrige Milchpreise

Niedrige Milchpreise

Nur 22,8 Cent für die Erzeuger

Am Kieler Informations- und Forschungszentrum für Ernährungswirtschaft (ife) wurde kürzlich der Zusammenhang zwischen den Milchpreisen auf der Erzeuger- und der Verbraucherstufe ermittelt. Legt man das durchschnittliche Einkaufsverhalten der Verbraucher zu Grunde, so zahlen die Verbraucher lediglich 22,8 Cent je Liter Rohmilch an die Milchbauern. Zu diesem Ergebnis kommen die Kieler Forscher auf Basis der Verbraucherpreise vom März 2009 sowie nach Abzug aller Kosten und Spannen des Einzelhandels.

Die durchschnittlichen Milcherzeugerpreise in Deutschland erreichten dieser Tage ein Niveau, wie es seit 30 Jahren nicht mehr bekannt ist. Derzeit wird über eine weitere Senkung der Einkaufspreise und damit auch der Preise für Trinkmilch diskutiert. Sollte das realisiert werden, so werde sich der errechnete Milchauszahlungspreis von 22,8 Cent um weitere 0,8 Cent verringern, so Dr. Holger Thiele vom ife Institut. Allein durch die Trinkmilchpreissenkungen müssten die deutschen Milchbauern einen weiteren Umsatzeinbruch von mehr als 200 Millionen Euro im Jahr hinnehmen. Dieser Erlöseinbruch würde die 90 Millionen Euro Hilfe für die deutschen Milcherzeuger aus dem EU-Milchfonds um mehr als das zweifache übertreffen. Wenn es also bei Trinkmilch zu weiteren Preisreduzierungen kommt, wird sich die Milchkrise in Deutschland ab Mai weiter dramatisch zuspitzen. aid, Dr. Uwe Scheper

Zu Tisch im … Baskenland

ARTE, Mittwoch, 18.03. um 18:30 Uhr

Zu Tisch im … Baskenland

Die Basken machen immer wieder Schlagzeilen im Zusammenhang mit Terror und Autonomie-Bestrebungen. Diese Berichterstattung verzerrt den Blick auf das Baskenland, denn seine Bewohner haben auch einen ausgeprägten Sinn für die schönen Seiten des Lebens, wie etwa für die baskische Küche. Ignacio Arrizabalaga, Mitglied in einer Kochgesellschaft, kocht die baskische Fischspezialität Kokotxas.

Wenn vom Baskenland die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit Autonomie-Bestrebungen und dem blutigen Terror, den eine kleine Gruppe von Basken ausübt, damit ihr Heimatland politisch unabhängig wird. Diese Berichterstattung verzerrt unseren Blick auf das Baskenland, in dem bei weitem nicht nur Fanatismus, sondern auch eine tiefe Liebe zu den schönen Seiten des Lebens steckt. Die baskische Küche ist ein Teil davon. Das Kochen wird hier nicht als reine Frauensache betrachtet. Viele Basken haben sich in Kochgesellschaften zusammengetan, Männerverbänden, die ihren Mitgliedern gegen einen finanziellen Beitrag eine Küche und einen Speisesaal zur Verfügung stellen. Erst seit wenigen Jahren dürfen auch die Frauen dabei sein, wenn die Männer ihre Spezialitäten auftragen. Ignacio Arrizabalaga ist Mitglied in einer solchen Kochgesellschaft, der „Sociedad La Lubina“ in Deva. Für seine Frau Luisa, seine Freunde und Verwandte kocht er Kokotxas, eine baskische Fischspezialität. Das Meer ist im Baskenland niemals fern. Ignacio nimmt für diese Delikatesse nur einen besonderen Teil des Kabeljaus, die Stücke gleich hinter dem Kopf. Sie werden in heißem Olivenöl in der Pfanne lange und vorsichtig geschwenkt und zusammen mit Venusmuscheln, Muschelsud und Petersilie serviert.

Essen und Kunst – Powerfood im Museum – Mallorca

Essen und Kunst – Powerfood im Museum

Dass Essen nicht nur eine biologische Notwendigkeit ist, sondern im engen Zusammenhang mit allen Aspekten des Lebens steht, von den grundlegenden des Überlebens bis hin zu transzendentalen Fragen, zeigt die multidisziplinäre Ausstellung Power Food, die vom 21. Februar bis 24. Mai 2009 im Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst Es Baluard in Palma stattfinden wird. DieAusstellung, die vom katalanischen Künstler Antoni Miralda entwickelt wurde, umfasst Dokumente und audiovisuelle Beiträge, aber auch viele Objekte wie zum Beispiel pharmazeutische Produkte, Aphrodisiaka, Teller, Rezeptsammlungen, geheime Wundermittel, Spielzeug, Darstellungen des Letzten Abendmahles und vieles mehr ( www.esbaluard.org ).