Stiftung Warentest: Damen-Alpinski

Das Testergebnis ist erfreulich: Die neuen Alpinski sind sowohl für Gelegenheits- als auch für sportliche Fahrerinnen geeignet. Die sogenannten Rockerski sind wendiger und lassen sich leichter beherrschen als ihre Vorgänger. Ihre Bauweise überzeugte auf der Piste und im Labor, so das Fazit der Stiftung Warentest und des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation nach einem Test von elf Alpinski für Damen, darunter acht Rockerski im mittleren Preissegment von rund 400 bis 500 Euro. Die Ergebnisse von „Gut“ bis „Befriedigend“ sind in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift test veröffentlicht.

Rock­erski sind zum Teil etwas breiter und an den Enden nach oben gebogen. Während herkömm­liche Ski wie ein Bogen gespannt sind, ist dies bei den Rock­erski weniger ausgeprägt. Sie erleichtern das Einleiten des Schwungs und verzeihen auch mal einen Fehler. Damit eignen sie sich für fast alle Skifahrer. Nennens­werte Unterschiede gab es bei der Kantenhöhe der Ski. Sie ist vor allem für sport­liche Fahrer interes­sant, weil sie auf einen guten Kantengriff angewiesen sind, denn sie fahren meist schneller und verlangen den Brettern einiges mehr ab.

Auf der Piste sollten Skifahrer laut test immer einen Skihelm tragen, denn Kopf­verletzungen gehören zu den schwerwiegenden Unfall­folgen auf der Piste. Auch mit guter Fitness verringern Skifahrer die Verletzungs­gefahr. Wer sich übers Jahr kaum bewegt, sollte einige Wochen vor dem Skiurlaub Ausdauer, Kraft und Koor­dination trainieren. Dafür eignen sich Joggen, Radfahren und Skigymnastik.

ÖKO-TEST Backzutaten

Plätzchen mit Krebsgift

Pünktlich zur Adventszeit wollte ÖKO-TEST wissen, wie sorgenfrei man mit der Weihnachtsbäckerei durchstarten kann. Deshalb hat das Frankfurter Verbrauchermagazin gemahlene Haselnüsse, Vanillezucker, Zimt, Kuvertüre und Cranberrys in Labore geschickt und auf problematische Inhaltsstoffe untersuchen lassen. Das Ergebnis: Vor allem Zimt und Haselnüsse haben es teilweise ganz schön in sich. Sehr gute und gute Noten gibt es dagegen für Cranberrys und Zartbitterkuvertüre.

Einige Nusspackungen sind in der Kritik, weil sie zu viele Enterobakterien enthalten. Bei empfindlichen Menschen kann dies zu Beschwerden im Magen-Darm-Bereich führen. Werden die Nüsse jedoch beim Plätzchenbacken erhitzt, zerstört das diese Keime. Ein weiteres Problem ist das krebserregende Schimmelpilzgift Aflatoxin, von dem in zwei Packungen erhöhte Werte gemessen wurden.

In Zimt steckt dagegen natürlicherweise giftiges Cumarin, das in hohen Dosen die Leber schädigen kann. Bei vielen Produkten fand das Labor viel zu hohe Werte dieses Stoffes. ÖKO-TEST empfiehlt zum Plätzchenbacken lieber Ceylon-Zimt statt Cassia-Zimt zu verwenden, weil ersterer in der Regel weniger Cumarin enthält.

Und auch einige Vanillezucker-Packungen konnten ÖKO-TEST nicht überzeugen. Der Grund: In manchen Produkten ist viel zu wenig Eigenaroma der Vanilleschote. Hauptaroma der Vanilleschote ist Vanilin. Davon sollten mindestens 1.250 mg pro Kilo Vanillezucker enthalten sein. Doch in zwei Produkten hat das Labor gerade mal 420 bzw. 580 mg pro Kilo gemessen.

Die Zartbitterkuvertüren sind größtenteils „gut“ oder „sehr gut“. ÖKO-TEST bemängelt jedoch, dass in vier Produkten der Emulgator E 476 steckt, der im Tierversuch in hohen Dosen zu Leber- und Nierenvergrößerungen geführt hat. Manchen Kuvertüren wurde zudem Aroma zugesetzt.

Am besten schnitt im Test die neue Trend-Zutat Cranberrys ab. In diesen fanden die Labors weder Pestizide und Schimmelpilzgifte, noch Allergene oder Keime.

Das ÖKO-TEST-Magazin Dezember 2011 gibt es seit dem 25. November 2011 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Die fünf World-Toques Sternzacken und ihre Bedeutung

World-Toques/Euro-Toques‘ fünf Küchen-Werte finden sich im zackigen Stern wieder – Das Team um Ernst-Ulrich W. Schassberger prüft den Werte-Kanon

Was wurde im Feuilleton und in der Literatur-Welt gestritten, als Deutschlands größter und wohl bekanntester Literaturkritiker, Marcel Reich-Ranicki, vor Jahren einen Literatur-Kanon zusammenstellte, welche Lektüre der Leser, zumindest aber auch Schüler, gelesen haben müssten. Der „Literaturpapst“ sah es vielmehr als Anregung und Idee, weder als Dogma des MUST. Der nicht weniger „streitbare“ Macher, aus der Welt der Gastronomie und Hotellerie, Ernst-Ulrich W. Schassberger, geht mit seinem Zertifizierungsunternehmen World-Toques/Euro-Toques bald ins 18. Jahr, und die Verbraucher danken es ihm. Das Unternehmen zeichnet Köche und Betriebe aus, die nach den fünf wichtigsten Werten der Küche, so Schassberger, die Gäste und Genießer mehr als zufrieden stellen.

Der weiße Kochhut (der Toques) ist das Eine – die goldene Plakette mit dem fünfzackigen Stern, „einem echten Stern“, wie Senior Schassberger stets betont, ist ein weiteres wertvolles Accessoires der Auszeichnung zum Euro-Toques Sterne-Betrieb oder -Koch. Schassbergers Idee war genial wie einfach – als gelernter Sterne-Maitre und Diplom-Hotelier hat er die „Szene“ über Jahrzehnte weltweit beobachten können. Die Deutschen an sich, so Schassberger, kamen über Jahre auch nicht so „gut weg“, außerdem „kränkelt“ es in der Ausbildung des Kochberufes, auch wenn es immer wieder deutsche Spitzenköche in den Rang der absoluten Top-Maîtres mit weltweiter Anerkennung schaffen. Mit vielen von ihnen ist Ernst-Ulrich W. Schassberger seit Jahren „auf Du und Du“. Dass Können untereinander verbinde, sei klar, auch wenn man die Konkurrenten kritisch beäuge, aber man schätzt auch die Dinge, die ein Kollege erreicht im Laufe seiner Kochkarriere.

Der mit dem „French Food Spirit Award“ ausgezeichnete Schassberger hatte also die Idee, Köche und Betriebe mit der World-Toques/Euro-Toques-Plakette auszeichnen zu lassen. Auf dieser massiven und vergoldeten Plakette finden sich der Toques und die fünfzackigen Sterne wieder. Aber nicht irgendwie auszeichnen lassen, bei Euro-Toques in Kaisersbach, im schwäbischen Wald am Ebnisee, reden die Verbraucher und Genießer eine gehörige Portion mit. Schassberger und sein Team nehmen die Tipps und Anregungen sowie Kritiken entgegen, und prüfen die vorgeschlagenen Köche und Betriebe auf Ihre „Euro-Toques-Tauglichkeit“. Ja, so Schassberger, im Laufe der Jahre sind die Verbraucher immer kritischer geworden, im Zuge sämtlicher Nahrungsmittel-Skandale lassen sich viele „kein X für ein U“ vormachen, unterstreicht der Geschäftsführer. Zeigen die Euro-Toques-Inspektoren nach mehrmaliger Prüfung mit dem Daumen nach oben, haben die Köche und Betriebe die Chance, Lizenznehmer zu werden, viele die seit Jahren bereits nach Euro-Toques-Kodex und Philosophie kochen (www.eurotoques.org) bewerben sich auch selbst. Schassbergers Zertifizierungsunternehmen sieht sich als Bindeglied und Netzwerk-Koordinator aller ausgezeichneter Köche und Betriebe – gemeinsam, könne man besser „Aufklärung“ betreiben, und das Bewusstsein für eine bessere und gesündere Küche „schärfen“, was schon bei den Kleinsten in Schulen und Kindergärten beginnen könnte. Die Euro-Toques-Köche jedenfalls betreuen oft Kooperationsschulen in ihrer Region, und leiten dort einen Kochunterricht, abseits des alltäglichen Stundenplans an der Schule.

Schassberger prägte einmal sein Motto, das bis heute Bestand hat im Netzwerk der Köche: „Einfachheit und natürliche Geschmacksträger sind die Unterschrift großartiger Kochkunst.“

Kein Zufall sind die fünf Zacken des Euro-Toques-Qualitätssterns, stehen diese doch für die fünf Grundwerte der Küche, die jeder Koch und Gastronom beherzigen und umsetzen sollte, dann, so Schassberger, würde man auch den Verbrauchern nur Gutes tun, und die danken es den Köchen – sie kommen immer wieder, viele gar regelmäßig.

Schassberger und sein Team, darunter ein paar Mitarbeiter, die auch lang im Ausland lebten, und fremde Küchen kennen und schätzen gelernt haben, beschreiben die fünf Grundwerte (für jeden Zacken am Stern), die auch als „Kanon“ der Küche und der Speisen verstanden werden können: als da wäre, die Tradition – Jedes Land, jede Region hat seine ureigenen Traditionen und damit auch traditionelle Rezepte, die man stets beibehalten, oder wiederbeleben sollte, schließlich ist das auch ein Stück eigene Kultur; die Saisonalität – zubereitete Nahrungsmittel und Speisen mit Produkten der Jahreszeit entsprechend sind oftmals auch günstiger herzustellen, außerdem sind die Wege des Transportes kürzer, und, die Frische wird gewährleistet; es folgt die Professionalität – jeder Koch muss seinen Beruf als Profession verstehen, mit Leidenschaft dabei sein, den Beruf gut kennen, auch dessen Entwicklungen und Veränderungen – zur Professionalität gehört auch der nachhaltige Umgang nicht nur mit den Speisen und Zutaten, sondern auch mit den Gästen und Lieferanten; besonders das Basiskochen, als vierter Zacken im Stern, scheint mehr und mehr verloren zu gehen – laut Schassberger und Kollegen muss ein Koch natürlich wissen, wie man eine Suppe, einen Hauptgang, die dazu passende Sauce oder ein Dessert herstellt, ohne dafür vorgefertigte „Tütenprodukte“ verwenden zu müssen! ; wenn dann auch noch die Regionalität gegeben ist, dann sei eine Küche einfach stimmig, wie das Team um Schassberger hervorhebt.

Schassberger meint, dieser Kanon der fünf Grundwerte für jeden Koch und Gastronomiebetrieb sei einfach einzuhalten, und eigentlich könne man diese auch nicht in Frage stellen. Die Küche, so der World-Toques/Euro-Toques-Initiator, muss sich ihrer Wurzel bewusst werden. World-Toques/Euro-Toques und seine Köche arbeiten täglich daran.

Trans-Fettsäuren

Eine zu hohe Aufnahme von trans-Fettsäuren (TFA) kann das Herz-Kreislauf-System schädigen, das gilt als gesichert. Weniger klar ist: Bei welchen Produkten sind die Gehalte hoch, was bringen Minimierungsstrategien und wie viele Menschen nehmen zu große Mengen auf. Nach einer aktuellen Studie der Universität Jena sind die Durchschnittswerte in einzelnen Lebensmittelgruppen zwar gesunken, bei einigen gibt es aber immer noch sehr hohe Werte, insbesondere bei Back- und Süßwaren. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung liegt mit ihrem Verzehrsverhalten über der Empfehlung, nach der trans-Fettsäuren täglich weniger als ein Prozent der Energieaufnahme ausmachen sollten.
TFA sind ungesättigte Fettsäuren synthetischen, aber auch natürlichen Ursprungs. Sie wirken auf den Blutcholesterinspiegel: Das „schlechte“ LDL-Cholesterin lassen sie ansteigen, gleichzeitig reduzieren sie das „gute“ HDL-Cholesterin.

Natürlicherweise entstehen TFA im Pansen von Wiederkäuern. Sie sind also auch in Milch und Fleisch zu finden. Weitaus mehr Wellen schlägt das Thema aber im Zusammenhang mit der industriellen Lebensmittelherstellung. Hier entstehen TFA insbesondere bei der Fetthärtung pflanzlicher Öle. Der Lichtblick dabei: Durch eine veränderte Prozesssteuerung oder Rohstoffauswahl lässt sich die Entstehung der unerwünschten Stoffe minimieren. Doch wie erfolgreich das ist, dazu ist die Datenlage bislang dünn.

Einen Vorstoß machten die Jenaer Wissenschaftler mit ihrer Untersuchung von 53 Kartoffelprodukten, 60 Backwaren und 116 Süßwaren. Ihr Ergebnis: Die mittleren Gehalte an TFA gehen zwar zurück, insbesondere bei den Kartoffelprodukten; jedoch zeigen die Werte insgesamt eine große Variationsbreite. Gehalte von null Prozent bis zu 38 Prozent TFA bezogen auf den Fettgehalt konnten die Wissenschaftler nachweisen, mit wenigen extrem hohen TFA-Gehalten.

Problematisch in der Praxis: Oft unterscheiden sich Lebensmittel gleichen Typs aber verschiedener Hersteller deutlich in ihrem TFA-Gehalt. Erkennbar für den Verbraucher ist das jedoch nicht. Eine entsprechende Angabe auf dem Etikett ist derzeit nicht geplant.
Sie ist unter der aktuellen Gesetzeslage noch nicht einmal erlaubt. Das heißt: Hersteller die auf eine Minimierung setzen, können dies auf dem Etikett kaum bewerben. Die einzige Orientierungshilfe für den Verbraucher bietet der Hinweis „gehärtet“, der bei der Verarbeitung gehärteter Fette Pflicht ist. War er auf der Packung, lag der TFA-Gehalt bezogen auf den Fettgehalt bei jedem zweiten Produkt über zwei Prozent, so die Ergebnisse aus Jena. Dagegen enthielten alle Produkte mit der Aufschrift „ungehärtetes Fett“ TFA-Gehalte kleiner als zwei Prozent. Der Wert entspricht dem TFA-Grenzwert, der in Dänemark seit 2003 gilt. Für Deutschland ist ein solcher Grenzwert bislang nicht in Sicht.
Dr. Christina Rempe, www.aid.de

60 Prozent der Bevölkerung haben zu viel Cholesterin im Blut

Butter-Stollen, Fettgebackenes und Gänsebraten gehören zur Weihnachtszeit aber diese Fettbomben führen bei vielen Menschen zu einer Erhöhung der Blutfettwerte. In Deutschland haben mindestens 60 Prozent der Menschen erhöhte Cholesterinwerte. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Cholesterinspiegel geschlechts- und altersabhängig ist. Scheinbar hängen auch BMI und/oder Fettverteilungsmuster mit dem Cholesterinspiegel zusammen. Mit zunehmendem Alter nimmt der Cholesterinspiegel zu. Jüngere Frauen haben in der Regel einen niedrigeren Cholesterinspiegel als gleichaltrige Männer. Mit steigendem Alter gleicht sich dieser Unterschied jedoch aus und ältere Frauen haben im Mittel einen höheren Cholesterinspiegel als ältere Männer. Ein Sonderfall ist die Schwangerschaft, denn in dieser Phase ist bei Frauen der Cholesterinspiegel (deutlich) erhöht. Bei einer massiven Gewichtsreduktion oder auch beim Fasten (Nulldiät) kann der Cholesterinspiegel kurzfristig ansteigen. Aber neben der Höhe des Gesamtcholesterinspiegels spielt das Verhältnis von LDL zu HDL eine entscheidende Rolle. Nur wer neben dem Gesamtcholesterin auch seinen HDL- und LDL-Spiegel kennt, kann sein Herz-Gefäß-Risiko richtig einschätzen. Während medizinische Selbsttests in den USA schon seit Jahren Gang und Gäbe sind, kommen in Deutschland solche Selbstdiagnostika langsam in Mode. Schwangerschaftstests gibt es heute in jeder Apotheke und seit einigen Monaten auch den Cholesterin-Selbsttest CholesterinCHECK von der Marburger NanoRepro AG. Medizinjournalist Sven-David Müller (SDM) hat den Leiter des Wissenschaftlichen Beirates der NanoRepro AG Prof. Dr. Martin Hrabé de Angelis zum Thema Cholesterin und Cholesterin-Selbsttests befragt.

SDM: Immer wieder hört man vom „Risikofaktor“ Cholesterin. Ist Cholesterin denn wirklich gefährlich für unsere Gesundheit?

Professor de Angelis: Wie in den meisten Fällen ist es auch bei Cholesterin so, dass es nur in Maßen gesund ist. Da unser Körper aber ohne das Blutfett nicht richtig funktionieren würde, sollte man es auch nicht als Gefahr pauschalisieren. Zudem müssen Sie immer zwischen Gesamtcholesterin und dem sogenannten guten und schlechten Cholesterin unterscheiden- nicht immer sind hohe Wert gleichzusetzen mit einer Bedrohung für unsere Gesundheit.

SDM: Wozu benötigt unser Körper Cholesterin?

Professor de Angelis: Cholesterin erfüllt im menschlichen Körper verschiedene Aufgaben und ist daher sehr wichtig. Beispielsweise setzt der Körper Cholesterin für die Produktion von Vitamin D (wichtig für den Knochenaufbau) ein, es ist Bestandteil der Zellmembran und dient als Transportmolekül.

SDM: Und was versteht man unter den Begriffen gutes und schlechtes Cholesterin?

Professor de Angelis: Soll der Cholesterinspiegel bestimmt werden, werden die drei wichtigen Parameter Gesamtcholesterin, HDL („gutes Cholesterin“) und LDL („schlechtes Cholesterin“) gemessen. Der Gesamtcholesterinwert ist zwar eine gute Ausgangsbasis, aber nicht aussagekräftig genug, um beispielsweise das Herz-Kreislauf-Risiko einschätzen zu können. Das gute HDL übernimmt die Aufgabe, Cholesterin weg von den Gefäßen und hin zur Leber zu transportieren, wo es dann abgebaut werden kann. Das schlechte Cholesterin hingegen füllt die Gefäße mit Cholesterin und sorgt so für ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Ideal wäre also ein möglichst hoher HDL- und ein geringer LDL-Wert. „HDL rauf und LDL runter!“ lautet die Devise.

SDM: Wie viele Bundesbürger sind von zu hohen Cholesterinwerten betroffen?

Professor de Angelis: Bei mehr als 60 Prozent liegen die Werte des Gesamtcholesterins über 200 mg/dl. Schätzungsweise jeder dritte Deutsche hat einen deutlich erhöhten Cholesterinspiegel. Die meisten wissen das allerdings nicht. Ausgelöst wird ein zu hoher Cholesterinspiegel oftmals durch falsche Ernährung. Heute muss es meist schnell gehen, so dass wir häufig zu sehr fetthaltigem Essen greifen. Ernähren wir uns über längere Zeit sehr ungesund, füllen sich die Arterien mit Cholesterin und verengen. In der Folge kann es zu Arteriosklerose oder gar einem Herz-Infarkt kommen.

SDM: Also sollten wir alle unseren Cholesterinspiegel mehrmals im Jahr prüfen?

Professor de Angelis: Die regelmäßige Kontrolle des Cholesterins ist durchaus wichtig. Ihre persönlichen Werte können Sie beispielsweise mit einem Schnelltest wie CholesterinCHECK innerhalb weniger Minuten zuhause ermitteln.

SDM: Worin sehen Sie die Vorteile eines solchen Tests?

Professor de Angelis: Die Testdurchführung beträgt maximal 10 Minuten, Sie haben somit die Ergebnisse schnell vorliegen. Durch das einfache Anwendungsprinzip kann jeder den Test bequem zuhause machen. Klarer Vorteil des Tests ist außerdem die gleichzeitige Bestimmung der Werte Gesamtcholesterin, HDL und LDL.

SDM: Wie oft sollte man den Cholesterinspiegel überprüfen?

Professor de Angelis: Das kommt auf die gesundheitliche Verfassung der jeweiligen Person und die Zusammenstellung weiterer Risikofaktoren an. Generell sollten alle Frauen ab 45 Jahren und Männer ab 35 Jahren Ihren Cholesterinspiegel prüfen. Menschen, die in die sogenannten Risikogruppen fallen wie Raucher, Diabetiker, Übergewichtige oder Menschen mit hohem Blutdruck, sollten ihren Cholesterinspiegel bereits mit 20 Jahren kennen und prüfen. Sobald jemand weiß, dass seine Cholesterinwerte zu hoch sind, sollten die Ernährung und die Lebensumstände umgestellt werden. Gleiches gilt bei zu niedrigen Werten, denn auch sie können auf ernste Erkrankungen hinweisen. Dann empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle 3 bis 4 Mal pro Jahr. Hier ist natürlich ein Schnelltest wie CholesterinCHECK hilfreich- vor allem, wenn man prüfen möchte, inwieweit die Ernährungsumstellung und sportliche Aktivität und Bewegung bereits geholfen haben. Ein Arztbesuch ist dann für Anamnese und die richtige Behandlung wichtig.

SDM: Kann ich einen hohen Cholesterinspiegel bemerken?

Professor de Angelis: Erhöhte Cholesterinwerte bemerkt man meist erst dann, wenn es schon fast zu spät ist- beispielsweise im Rahmen einer Diagnose wie Arteriosklerose. Zu hohes Cholesterin löst keine Beschwerden wie Schmerzen oder Übelkeit aus; das macht es umso gefährlicher und einen Selbsttest wie CholesterinCHECK umso sinnvoller.

Wer seinen Cholesterinspiegel optimieren möchte, sollte sein Ernährungsverhalten umstellen, mehr Bewegung in den Alltag bringen und regelmäßig Ausdauersport betreiben. Diese cholesterinbewusste Lebensweise ist in der Lage, das LDL zu senken und das HDL anzuheben. Damit sinkt das Herzinfarktrisiko entscheidend. Der Konsum von Hühnereiern erhöht den Cholesterinspiegel nicht. Das im Eidotter enthaltene Lecithin senkt sogar den Cholesterinspiegel. Die idealen Speisefette zur Senkung des LDL-Wertes sind Raps-, Lein- und Nussöl sowie Diätmargarine und Spezialmargarine mit Phytosterinen. Butter und Olivenöl sind im Rahmen der Ernährungstherapie von Fettstoffwechselstörungen ungeeignet, da sie zu viel gesättigte Fettsäuren und zu wenig mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten. Das B-Vitamin Niacin ist in der Lage, das HDL deutlich zu erhöhen. Das LDL kann durch wasserlösliche Ballaststoffe (Pektin, Guar und Plantago ovata Samenschalen) gesenkt werden. Die Cholesterinwerte reagieren nicht rasch auf eine Therapie und daher sollte erst nach einigen Wochen der Effekt einer Ernährungstherapie überprüft werden. Wer seinen Cholesterin-Spiegel bequem zuhause selbst messen möchte, kann dies beispielsweise mit dem CholesterinCHECK von der NanoRepro AG tun. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von innovativen Selbsttests spezialisiert. Der CholesterinCHECK ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Der CholesterinCHECK bestimmt das Gesamtcholesterin und das HDL. Mit diesen beiden Werten lässt sich auch das LDL berechnen.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten unter www.cholesterincheck.com

Walnüsse

Walnüsse in Verbindung mit einer Beratung zum Lebensstil senken das Risiko des metabolischen Syndroms

Eine neue Studie, veröffentlicht im Journal of Nutrition (2010/126300), ergab, dass sich bei einem Verzehr von 30 g (1 amerikanische Unze) Walnüssen pro Tag in Verbindung mit einer Beratung zum Lebensstil eine zentrale Adipositas, Gewichtszunahme und das metabolische Syndrom verringern lassen.

Als metabolisches Syndrom wird eine Gruppe von Risikofaktoren bezeichnet, die gemeinsam zu schweren Gesundheitsproblemen führen können. Zu den Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, ein hoher Blutzuckerspiegel, gesundheitsschädliche Cholesterinwerte und/oder Bauchfett. Gegenwärtig besteht bei 15,1 Prozent der chinesischen Erwachsenen das Risiko eines metabolischen Syndroms, das unbehandelt zu schweren Gesundheitsproblemen führen kann.

Bei der vom Chinesischen Institut für Ernährungswissenschaft, dem Shanghai Institute for Biological Sciences, Chinese Academy of Sciences, durchgeführten Studie wurden 283 Männer und Frauen mit metabolischem Syndrom oder einem hohen Risiko für ein metabolisches Syndroms untersucht. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen eingeteilt: Beratung zum Lebensstil (Kontrollgruppe) nach den Richtlinien der American Heart Association oder Beratung inklusive einer Ernährungsumstellung mit entweder Walnüssen (Gruppe 1) oder Leinsamen (Gruppe 2). Nach zwölf Wochen hatten alle Teilnehmer Gewicht verloren und wiesen bessere Blutfett- und Blutdruckwerte auf. Bei der Walnussgruppe hatte sich die zentrale Adipositas, also der Bauchumfang, jedoch um 16 % verbessert, bei der Kontrollgruppe dagegen nur um 6,3 %.

Weitere Studien sind zwar notwendig, doch erste Ergebnisse fallen günstig aus, wie Studienleiter Dr. Lin erklärt: „Eine Umstellung der Ernährung hin zu frischen und gesunden Lebensmitteln wie Früchten, Gemüse und Walnüssen, in Verbindung mit einer Beratung zum Lebensstil, kann die Risikofaktoren für das metabolische Syndrom verringern.“

In zahlreichen Studien wurde bereits gezeigt, dass alpha-Linolensäure, die pflanzliche Omega-3-Fettsäure, die auch in Walnüssen zu finden ist, sich nicht nur günstig auf Entzündungen, das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung, Insulinresistenz und die Gewichtskontrolle auswirkt, sondern möglicherweise auch auf die Hirnleistung.

Die Risikofaktoren des metabolischen Syndroms*

Großer Taillenumfang
Bei Männern: 102 cm und mehr
Bei Frauen: 88 cm und mehr

Cholesterin: hohe Triglyzerid-Werte
entweder 150 mg/dL und höher oder
die Verwendung eines cholesterinsenkenden Medikaments

Cholesterin: niedrige Werte des „guten“ Cholesterins (HDL)    entweder
bei Männern: weniger als 40 mg/dl und bei Frauen: weniger als 50
mg/dl
oder
die Verwendung eines cholesterinsenkenden Medikaments

Bluthochdruck
entweder Werte von 130/85 mm Hg und mehr
oder
die Verwendung eines blutdrucksenkenden Medikaments

Hoher Nüchternblutzucker
100 mg/dl und mehr

*American Heart Association und National Heart, Lung and Blood Institute

Heidelbeeren gegen Darmentzündungen

Schwedische Forscher: Positive Wirkung mit Probiotika noch stärker –
Heidelbeeren schmecken nicht nur gut, sondern sind auch sehr gesund

Dass Heidelbeeren zahlreiche
Antioxidantien und Vitamine enthalten, ist bekannt. Nun hat eine
Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Universität Lund
http://www.lu.se gezeigt, dass die Beeren auch Darmentzündungen lindern
und davor schützen können. Der Entzündungsschutz wird sogar noch größer,
wenn die Beeren gemeinsam mit probiotischen Lebensmitteln verzehrt
werden.

Die Studie sollte erforschen, ob verschiedene Typen von probiotischen
Keimen – insbesondere Lactobazillen und Bifidobakterien – vorbeugend
gegen Colitis und Dickdarmkrebs wirken können. In der Vergangenheit
standen diese Substanzen immer wieder unter Beschuss, da der Nachweis
der Wirksamkeit nicht eindeutig bewiesen werden konnte.

Gesunder Darm in gesundem Körper

„Seit einigen Jahren haben zahlreiche Studien deutlich gezeigt, dass die
Gesundheit eines Menschen wesentlich von der Gesundheit im Darm abhängig
ist“, so Ernährungsforscherin Camilla Bränning, die gemeinsam mit Asa
Hakansson http://www.appliednutrition.lth.se an dem Projekt gearbeitet
hat. Verschiedene Versuche machten deutlich, dass der größte protektive
Nutzen dann gegeben war, wenn die Heidelbeeren gemeinsam mit
probiotischen Nahrungsmitteln gegessen wurden.

Heidelbeeren sind reich an Polyphenolen, die einen antimikrobiellen und
antioxidativen Effekt haben. „Die Probiotika haben erwiesenermaßen einen
positiven Effekt auf die Leber – ein Organ, das oft durch
Darmentzündungen negativ beeinträchtigt wird“, so Hakansson. Die
Kombination von Beeren und Probiotika verringerte die Zahl der an der
Entzündung beteiligten Bakterien im Darm. Die Zahl der
gesundheitsfördernden Lactobazillen nahm hingegen deutlich zu.

Erhöhte Butter- und Propansäure-Werte

Wenn die Beeren mit den Probiotika gemeinsam gegessen wurden, konnten
man im Blut höhere Werte von Butter- und Propansäure feststellen. Diese
beiden Säuren, die bei der Aufspaltung von Ballaststoffen entstehen,
wirken positiv beim Aufbau einer effektiven Immunabwehr. „Was uns
erstaunt hat, war die Tatsache, dass die großen Mengen an Buttersäure
nicht nur von den Darmzellen aufgenommen wurden, sondern auch ins Blut
gelangt sind“, so Brännig.

Ein weiterer Grund für den extrem positiven Effekt liegt auch darin,
dass die Heidelbeer-Faserstoffe nicht im Dickdarm abgebaut werden. Das
bedeutet, dass die entzündungshemmenden Substanzen nicht in Kontakt mit
der Darmschleimhaut kommen, sondern in den Fasern eingelagert bleiben
und mit dem Kot ausgeschieden werden, erklärt Bränning. Wolfgang
Weitlaner

Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck gesunken

foodwatch-Test: Acrylamidbelastung in Weihnachtsgebäck gesunken – Wenige Ausreißer mit unnötig hohen Werten – Testverlierer Allos-Bio-Lebkuchen

Die Acrylamidbelastung in Lebkuchen und Spekulatius ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das ist das Ergebnis eines Tests der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch. Allerdings sind nach wie vor einzelne Produkte mit unnötig hohen Mengen der krebsverdächtigen Substanz im Handel. So sind die Testverlierer, die Bio-Elisen Lebkuchen von Allos mit einem Acrylamidwert von 510 Mikrogramm pro Kilogramm und die Frenzel Echte Pulsnitzer Delikatess Lebkuchen (430 Mikrogramm) 20 bis 30 Mal so stark belastet wie die Testsieger (Bahlsen Contessa Schokolade und Bahlsen Grandessa Oblaten Lebkuchen, jeweils 16 Mikrogramm).

Insgesamt hat foodwatch elf Lebkuchen- und sechs Spekulatiusprodukte in einem unabhängigen Labor untersuchen lassen. Nur bei zwei Produkten ist die Belastung im Vergleich zum Vorjahr signifikant gestiegen. Alle Ergebnisse sowie die Vergleichswerte aus den vergangenen sieben Jahren sind unter www.foodwatch.de/acrylamid veröffentlicht.

„Die meisten Hersteller in unserem Test haben die Acrylamidbelastung inzwischen weitgehend im Griff“, erklärte der stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. „Es zeigt Wirkung, die Werte zu veröffentlichen und dabei die Namen der Produkte zu nennen – umso unverständlicher, wenn die Lebensmittelkontrollbehörden ihre Werte geheim halten.“ foodwatch fordert eine unverzügliche namentliche Veröffentlichung der Behördendaten sowie eine Kennzeichnung der Belastung auf der Verpackung. Eine Reduktion des Acrylamidgehalts auf Werte von unter 50 Mikrogramm bei Lebkuchen und Spekulatius sei für die Hersteller möglich, so Wolfschmidt. Die unverbindlichen, behördlichen „Signalwerte“ dagegen – 1.000 Mikrogramm für Lebkuchen, 416 für Spekulatius – seien absurd hoch: „Die Signalwerte sind keinerlei Anreiz für die Hersteller, sich zu verbessern – und dabei geht es bei Acrylamid darum, so wenig wie nur irgendwie möglich zu sich zu nehmen.“

Acrylamid kann beim Frittieren, Backen oder Braten stärkehaltiger Produkte entstehen. Im Tierversuch löst die Substanz Krebs aus und schädigt das Erbgut; die Gefahr für den Menschen ist noch nicht abschließend geklärt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) legt lediglich unverbindliche „Signalwerte“ fest, die sich an den am höchsten belasteten Produkten orientieren.

Mahlzeit, Deutschland!

NDR, Dienstag, 24.11., 22:30 – 23:15 Uhr

Im dritten Teil ‚Vom Saumagen zu Sushi‘ dieser Sendereihe steht der Wandel im Mittelpunkt: wie exotische Zutaten zu alltäglichen Lebensmitteln werden, wie Lebensmittelskandale den Bio-Boom einläuten, wie der Fall der Mauer zwei kulinarische Welten durcheinander würfelt – und wie trotz all der neuen Möglichkeiten die meisten Deutschen immer weniger kochen wollen.

Am Anfang steht der Saumagen. Als Helmut Kohl 1982 Bundeskanzler wird, sind die Flower-Power-Jahre endgültig vorbei. Die Werte der Provinz haben wieder einen Repräsentanten an vorderster Front – und der bewirtet seine Staatsgäste mit dem pfälzischen Nationalgericht. Doch in deutschen Familien werden Sauerbraten und Kohlroulade nicht mehr selbst gekocht, sondern nur noch aufgewärmt. Zum Beispiel zu Hause bei ‚Tagesschau‘-Sprecherin Judith Rakers: ‚Bei uns kam einmal pro Woche der Lieferant einer Fertiggerichtfirma und hat die Tiefkühltruhe voll gemacht.‘

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 macht sich die Mehrheit der Deutschen zum ersten Mal ernsthaft Gedanken darüber, was da eigentlich auf ihren Tellern liegt. Kabarettistin Maren Kroymann erinnert sich an ihre ersten Einkäufe im Bioladen: ‚Die Äpfel sahen gar nicht so richtig lecker aus. Da wurde immer tapfer gesagt, ja, nur wenn die so aussehen, schmecken die richtig gut. Das hatte mehr mit politischem Bewusstsein zu tun als wirklich mit gastronomischem Bewusstsein.‘

Es ist die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch die schlechte Versorgungslage im Osten, die die Bürger der DDR im Sommer 1989 scharenweise in den Westen treibt. Als Außenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Prager Botschaft verkündet, dass die Flüchtlinge dort in den Westen ausreisen dürfen, freuen die sich auch auf Jacobs Krönung und Fruchtzwerge – jenen Überfluss, den sie Abend für Abend im Westfernsehen heimlich bestaunen konnten. Viele investieren ihr erstes Westgeld in Bananen oder Kiwis.

Der wichtigste Food-Trend im wiedervereinten Deutschland ist die Asienwelle. Der gute alte Chinese wird verdrängt von Tandoori-Häusern, Thai-Restaurants und vietnamesischen Garküchen. Sushi-Bars erobern die Großstädte. Schauspielerin Gerit Kling war zunächst skeptisch: ‚Ich fand das am Anfang gewöhnungsbedürftig. Ganz klar, weil das ist ja wieder etwas, was der Gaumen erst kennen lernen muss.‘

1996 schlägt die Geburtsstunde der Kochshow: Talkmaster Alfred Biolek lädt Prominente in seine Küche und lässt sie ihr bestes Rezept vorkochen. Hier geht es nur noch am Rande um Tipps für die Nachahmer zu Hause. In erster Linie soll der Zuschauer mit Schaukochen unterhalten werden. Und so lösen die zahllosen kulinarischen Programme auch keine neue Kochwelle aus: die meisten Zuschauer solcher Sendungen geben an, selbst eher wenig zu kochen.

Um die Jahrtausendwende ist die Revolution in Deutschlands Küchen vollendet: viele Deutsche haben Kartoffelbrei noch nie selbst gemacht. Wenn es Nudeln gibt, dann mit Fertigsoße aus dem Glas, Gulasch wird lecker dank Würzmischung aus der Tüte. Gemüse ist mundgerecht geschnipselt und tiefgefroren. Doch im Ruhrpott glühen am Wochenende immer noch die Holzkohlegrills und von Flensburg bis Konstanz versammeln sich an Festtagen Familien um den Tisch, um Mutters Braten zu vertilgen – weil manche Rituale einfach nicht totzukriegen sind.

Deutsche Fleischausfuhren legen trotz Exportkrise weiter zu

Müller: Deutsche Fleischausfuhren legen trotz Exportkrise

weiter zu

„Die deutschen Agrarexporte behaupten sich im derzeit schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld“, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Gerd Müller, aus Anlass der jetzt vorliegenden Agraraußenhandelszahlen für das erste Halbjahr 2009. „Insbesondere die Ausfuhren von deutschem Fleisch und Fleischerzeugnissen konnten dem Werte nach mit einem Zuwachs von 4,5 % dem allgemeinen Einbruch des deutschen Exports trotzen. Aber auch die Ausfuhren von Kakaoerzeugnissen oder Getreide legten zu“, erklärte Müller.

Im Vergleich zur Situation im deutschen Gesamtaußenhandel zeigen die Agrarexportzahlen ein deutlich stabileres Bild. „War der deutsche Gesamtexport im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zur Vorjahresperiode um nahezu 24 % rückläufig, so verzeichneten die Agrarausfuhren nur einen Rückgang von rund 5,6 %“, teilte der Staatssekretär mit.

Nach den Ausführungen Müllers zeigten sich die Ausfuhren von Milch und Milcherzeugnissen jedoch weniger stabil. Zwar konnten die Mengen zumindest um 1,8 % auf 2,73 Mio. Tonnen gesteigert werden, gleichwohl musste dem Werte nach ein Rückgang um 17,6 % gegenüber der Vorjahresperiode hingenommen werden. „Hier ist die Milchindustrie aufgerufen, ihre Anstrengungen zur Erschließung von Exportmärkten für hochpreisige Produkte deutlich zu verstärken“, forderte Müller.