Restaurant statt Museum

Wenn die Deutschen über’s Wochenende verreisen, dann machen sie am liebsten einen Städtetrip (59 Prozent), gefolgt von einer kurzen Auszeit am Strand (35 Prozent) oder einem Aufenthalt im Spa-Hotel (31 Prozent). Das ergab eine aktuelle Umfrage vonlastminute.de, dem Experten für Online Reise und Freizeit.

Top Cities für den Trip 2016
Auf Platz eins der Städte, die die Deutschen diesen Frühling gern für einen Wochenendausflug besuchen würden, steht Amsterdam (51 Prozent). Knapp dahinter – auf Platz zwei und drei – die Städtetrip-Klassiker Paris (48 Prozent) und London (47 Prozent). Barcelona, die pulsierende katalanische Metropole, folgt als place to be für einen Wochenendtrip, und landet somit auf Platz vier (45 Prozent) der deutschen Toplist, knapp vor Berlin (41 Prozent).

Frühling 2016: Top 10 Cities für einen Wochenendtrip
1. Amsterdam ( 51 Prozent)

2. Paris (48 Prozent)

3. London (47 Prozent)

4. Barcelona (45 Prozent)

5. Berlin (41 Prozent)

6. Rom (40 Prozent)

7. Venedig (40 Prozent)

8. Prag (35 Prozent)

9. Madrid (29 Prozent)

10. Stockholm (27 Prozent)

Restaurant statt Museum
Eine Städtereise ist für Deutsche aber nicht nur dazu da, Museen und Sehenswürdigkeiten zu besuchen und so reisen weit mehr als die Hälfte hierzulande nach dem Motto Sight-tasting statt Sightseeing. Tatsächlich ist die lokale Küche den deutschen Urlaubern beim Citytrip übers Wochenende wichtiger (63 Prozent) als der Besuch kultureller Attraktionen (61 Prozent). Europaweit ist das übrigens nur hierzulande der Fall. Der Rest der europäischen Wochenendausflügler schätzt bei solchen Trips das Kulturelle und wählt es als Top 1 Beschäftigung. Acht von zehn Spanier (80 Prozent), Dreiviertel aller Italiener (75 Prozent), fast genausoviele Franzosen (70 Prozent) und weit mehr als die Hälfte aller Engländer (66 Prozent) lieben es, auf ihren Wochenendtrips kulturelle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Top 5 Aktivitäten der Deutschen während des Städtetrips

1. Lokale Gastronomie genießen (63 Prozent)

2. Kulturelle Sehenswürdigkeiten besuchen (61 Prozent)

3. Stadt zu Fuß erkunden (51 Prozent)

4. Shoppen gehen (46 Prozent)

5. Parks besuchen (39 Prozent)

Über die Umfrage
Diese Umfrage wurde im Auftrag von lastminute.de durch OnePoll durchgeführt. Alle Zahlen, soweit nicht anders angegeben, stammen aus dieser Umfrage. Befragt wurden insgesamt 6.000 Erwachsene in fünf Ländern (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien), 1.000 davon in Deutschland. Die Umfrage wurde online durchgeführt. Alle Zahlen sind gewichtet und repräsentativ für alle Erwachsene (18+) im jeweiligen Land.

Mehr deutsche Weine in Supermärkten

Der Weinmarkt in Deutschland präsentierte sich im vergangenen Jahr trotz leicht negativer Vorzeichen weitestgehend stabil. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) gingen die Weineinkäufe der privaten Haushalte 2015 hierzulande in Menge und Wert um jeweils ein Prozent zurück. Dies geht aus der aktuellen GfK-Weinmarktanalyse hervor, die das DWI alljährlich in Auftrag gibt.

Gleichzeitig waren die Verbraucher wie bereits in den Vorjahren bereit, etwas mehr Geld für Wein auszugeben. So stieg der Durchschnittspreis pro Liter Wein im gesamten Lebensmitteleinzelhandel (LEH), wo drei Viertel aller Weine eingekauft werden, um zwei Prozent auf 2,97 €/l und für Weine aus deutschen Anbaugebieten um drei Prozent auf 3,23 €/l. Beim Erzeuger kauften die Verbraucher ihre Weine im Schnitt für 6,23 €/l ein.

Für den Absatz deutscher Weine hat der LEH, und hier insbesondere die Vollsortimenter, in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Allein 2015 ist sein Marktanteil von 61 auf 65 Prozent gestiegen. Vor allem die klassischen Supermärkte (unter 5.000 m²) werden als Absatzschiene für die deutschen Erzeuger immer wichtiger. Durch die Ergänzung des Weinsortiments mit regionalen und höherwertigeren Weinen ist der Marktanteil der Supermärkte am Verkauf heimischer Weine seit 2012 von zehn auf 17 Prozentpunkte gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist allerdings der Direktbezug vom Erzeuger von 30 auf 27 Prozent zurückgegangen.

DWI-Geschäftsführerin Monika Reule sieht zwei wesentliche Gründe für diese Entwicklung: „Wir beobachten einerseits eine zunehmende Verlagerung des Weinvertriebs auch von kleineren Erzeugern in den wettbewerbsintensiveren Lebens­mittelhandel. Des Weiteren wirkt sich der demografische Wandel, verbunden mit einer Überalterung unserer Gesellschaft, verstärkt auf das Weineinkaufsverhalten aus. Wir stellen insbesondere bei den älteren Konsumenten einen Rückgang im Weineinkauf direkt vom Erzeuger fest, der im vergangenen Jahr nicht durch Zugewinne aus den mittleren Altersgruppen kompensiert werden konnte.“

Die Rückgänge im Direktbezug vom Winzer haben auch im Wesentlichen dazu geführt, dass im vergangenen Jahr die Absätze und Umsätze mit deutschen Weinen in der Gesamtmarktbetrachtung um jeweils fünf Prozent abnahmen. Mit einem Marktanteil von 45 Prozent an allen hierzulande eingekauften Weinen bleiben die deutschen Anbieter jedoch weiterhin mit großem Abstand Marktführer im eigenen Land. An zweiter Stelle steht Italien mit einem Absatzmarktanteil von 16 Prozent, Frankreich kommt auf 13 Prozent und Spanien auf acht Prozent.

Die Anteile der Rot- Weiß- und Roséweine am Einkauf der Haushalte haben sich 2015 nicht weiter verändert. Rotweine haben wie im Vorjahr 48 Prozent, Weißweine 42 Prozent und Roséweine zehn Prozent Marktanteil am Weinabsatz in Deutschland.

Luxus im Urlaub: davon träumen deutsche Urlauber

Nacht im First Class Hotel ist für Deutsche mehr Luxus als First Class Flug

Erstklassige Sternehotels, edle Restaurants, exzessive Shoppingtrips und verwöhnende Spa-Besuche – deutsche Reisende sind, einmal aus den vier Wänden raus, wahre Genießer. Fast jeder Zweite (48 Prozent) wählte für seinen Hotelaufenthalt in den letzten zwölf Monaten ein 4 oder 5* Hotel.

Der perfekte Luxusurlaub: ein Aufenthalt in einem erstklassigen Hotel
Tatsächlich steht für weit mehr als ein Drittel der Deutschen (36 Prozent) ein Aufenthalt in einem erstklassigen Sternehotel an erster Stelle, wenn es darum geht, was einen Urlaub wirklich luxuriös macht. In einem edlen Restaurant essen, das ist für knapp ein Drittel (31 Prozent) wahrer Luxus. Fast genauso viele (28 Prozent) fänden es luxuriös, Dinge zu shoppen, die man sich sonst nicht leisten würde.

Top 5 Dinge, die den Urlaub luxuriös machen

1. In einem Luxushotel übernachten 36%
2. In einem edlen Restaurant essen 31%
3. Dinge shoppen, die man sich sonst nicht leisten kann
28%
4. Ins Spa gehen oder Wellnessbehandlungen genießen 27%
5. Geld ausgeben für Dinge, die man normalerweise nicht kaufen würde 26%

Viel Luxus für wenig Geld: Italien und Deutschland Schlusslicht
So dekadent sich Urlauber hierzulande gerne im Urlaub geben, spätestens beim Hotelpreis setzt sich die deutsche Sparsamkeit durch. Zusammen mit Italien (76 Euro), zahlen Deutsche im Durchschnitt am wenigstens für eine Nacht in einem Hotel (90 Euro) und liegen somit noch unter dem europäischen Schnitt von 101 Euro. Den Luxus am meisten kosten, das lassen sich– mit durchschnittlich 127 Euro pro Nacht – die Franzosen. Gefolgt von England (114 Euro) und Spanien, die immerhin noch 100 Euro im Schnitt ausgeben.

Deutschland: Mit 11,42 Tagen im Jahr 2015 Rekordmeister im Hotelübernachten
Am Hotelpreis wird hierzulande also gespart, nicht aber an der Anzahl der Aufenthalte. Vergleicht man die durchschnittlichen Tage, die die Befragten europaweit im Jahr 2015 in Hotels verbracht haben, sind es die Deutschen, die mit 11,42 Tagen vorne liegen. Auf Platz zwei, mit immerhin noch 10,79 Nächten, die Franzosen. Platz drei belegt England (9,45 Nächte). Mit 8,36 bzw. 8,24 im Hotel verbrachten Nächten im letzten Jahr, landen Spanien und Italien auf den jeweils letzten Plätzen.

Von Luxus träumen – 3* buchen
Seidenlaken, Room-Service und Superior Suite – für deutsche Urlauber doch eher Schein als Sein? Im Schnitt sind es nämlich – auch bei den luxusaffinen Befragten hierzulande – die 3* Hotels, die für private Reisen gebucht werden. Ein möglicher Grund dafür: in der aktuellen Umfrage schätzten die Deutschen die Kosten für eine Nacht in einem 5* Hotel in einer Metropole wie z.B. London viel zu hoch ein; im Schnitt auf satte 237€ für ein Doppelzimmer ohne Frühstück. In Wahrheit ist via lastminute.de ein 5* Top Secret Hotel in London und vielen anderen Metropolen weltweit momentan bereits ab 138€ pro Nacht im Doppelzimmer zu buchen.

Was ist eigentlich ein Bäcker?

Gutes Handwerk braucht Leidenschaft, Know-how & Zeit und keinen „Angriff“ auf die Verbraucher

Gemeinsame Stellungnahme der Berufsorganisation Die Bäcker. Zeit für Geschmack e.V. und Slow Food Deutschland e. V. zur neuen Marketingkampagne des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks

Am 5. Mai 2015, pünktlich zum „Tag des Deutschen Brotes“, startete der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks eine Verbraucheroffensive unter dem Motto: „Schluss mit dem inflationären Gebrauch des Begriffs Bäcker!“ Gestützt auf das traditionelle Bäckerwappen mit den von zwei Löwen getragenen gekreuzten Schwertern und dem Zusatz „Deutsche Innungsbäcker“ soll der Öffentlichkeit präsentiert werden, „wer hierzulande das beste Brot backt“. Ziel ist es, dem Verbraucher von nun an „eine klare Orientierung im undurchsichtigen Wettbewerb zu bieten“.

Die Organisationen Die Bäcker. Zeit für Geschmack e. V. und Slow Food Deutschland e. V. begrüßen die Initiative, Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger im Dunkeln tappen zu lassen und ein für alle Mal zu klären, was unter dem Begriff Bäckerei eigentlich zu verstehen ist. Um bei der Frage „Was genau macht einen Bäcker aus?“ Orientierung zu schaffen, wäre vorab allerdings ein ehrlicher und offener Diskurs über die Stärken und Schwächen der Bäckerbranche sinnvoll gewesen. Die anstehende Werbekampagne, zu der auch ein TV-Werbespot unmittelbar vor der „Tagesschau“ gehört, schüttet nun leider ,das Kind mit dem Bade aus‘. Man präsentiert ein neues, historisches Qualitätssiegel und macht es sogleich wieder unglaubwürdig, weil es von allen genutzt werden kann, die Mitglied in der Innung und somit im Zentralverband sind.

Chance vertan? Zumindest wird diese Marketing-Offensive die bereits begonnene, öffentliche Diskussion der interessierten und engagierten Brotesser beflügeln.

Ein Aspekt soll an dieser Stelle noch einmal hervorgehoben werden. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vertritt alle „Bäckereien“, sofern sie Mitglieder der Innung sind, unabhängig von Betriebsstruktur, Fertigungsmethode und Handwerkskunst.

Die Offensive des Zentralverbands hat zwei Ziele. Zum einen will man das Angebot der Back-Discounter, Back-Shops und SB-Bäcker ins Fadenkreuz nehmen. Unstrittig ist, dass die von den Discountern erzeugten, positiv besetzten Bilder von „frisch gebackenen“ Produkten tatsächlich gegen die guten Sitten verstoßen würden – gäbe es solche denn wirklich noch. Doch an solche Sitten, die sich dem Abwärtsstrudel von Ethik und Moral widersetzen, glaubt ein Großteil der Konsumenten schon lange nicht mehr.

Das zweite Ziel der Kampagne wirft zahlreiche Fragen auf, insbesondere wenn Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes dazu erklärt:
Mit dem Bäckerwappen haben Innungsbäcker die große Chance, gemeinsam und einheitlich für alle sichtbar zu ihren Werten zu stehen und dem Verbraucher auf den ersten Blick erkennbar zu zeigen, wer hierzulande das beste Brot backt. Je mehr Bäcker sich unter dem Wappen zu Handwerk und Qualität bekennen, desto stärker ist die Botschaft an den Verbraucher.

Welche Qualitätsaussage steht hinter dieser Botschaft? Bisher ist die einzige Voraussetzung, um Innungsbäcker zu werden, das Tragen eines Meistertitels. Bringt dieser Meistertitel unweigerlich Qualität in die Backstube? Jetzt wird uns suggeriert: Je mehr Bäcker das neue Wappen
Siegel nutzen, umso größer wird die Anzahl „bester Brote“ am Markt sein. Die Masse macht’s mal wieder?
Das „Bekenntnis zu Handwerk und Qualität“ unter dem neu aufpolierten Wappen wird, so steht zu befürchten, die weitere Image-Erosion des Backhandwerks wohl nicht aufhalten können. Insbesondere dann nicht, wenn das „Stehen zu den Werten“, zu denen sicherlich Verantwortungsbewusstsein und Aufrichtigkeit zählen, noch nicht in der Führungsspitze der Berufsvertretung angekommen ist. So steht etwa das Motto „Regionalität und Vielfalt gegen Einheitsbrot“, das vom Zentralverband zum „Tag des Deutschen Brotes“ zelebriert wird, im krassen Widerspruch zu Aussagen des Verbandspräsidenten Peter Becker. Beispielsweise zu dessen Äußerung (im Magazin ,Brot‘ 1/2014):
Mir ist völlig egal, ob das Getreide aus Amerika, aus der Ukraine oder der Magdeburger Börde stammt. Ich brauche einfach den optimalen Rohstoff.

Gehört es nicht zu den ureigenen Fähigkeiten souveräner Bäcker, aus regionalen Rohstoffen gutes Gebäck herzustellen? Genau hier liegt einer der wichtigsten Unterschiede zwischen handwerklicher und industrieller Fertigung. Gutes Handwerk drückt sich dadurch aus, dass Bäcker und Bäckerinnen mit ihrem Wissen, Know-how und Zeit in der Lage sind, die Herstellungsverfahren an die Rohstoffqualität anzupassen, ohne auf industriell aufbereitete Vorprodukte und gedopte Mehle zurückgreifen zu müssen. Auf der Grundlage schöpferischen handwerklichen Könnens erschafft ein guter Bäcker individuelle Produkte mit Charakter. Das ist es, was die Kunden von einem Handwerksbäcker erwarten. Und wie sieht es mit der Kompetenz und Ehrlichkeit aus, wenn Verbandspräsident Becker im gleichen Artikel formuliert:
Bioanbau … hat nichts mit Qualität zu tun, das sind ideologische Ansprüche. …Der konventionelle Anbau ist heute so vernünftig, da überdüngt keiner.

Nach Aussage von Becker ist also die von vielen Seiten dringend geforderte Reduzierung der Stickstoffdüngung überflüssig? Haben wir uns die Nitratbelastung unserer Gewässer und die daraus erwachsende Kostensteigerung für die Aufbereitung des Trinkwassers, als Folge unzeitgemäßer und kurzsichtiger Praxis der Stickstoffdüngung, nur eingebildet? Dabei steht diese Praxis unmittelbar im Zusammenhang mit der Forderung der Backbranche nach einem ,optimalen‘ Rohstoff.

Wo fängt eigentlich das Verständnis von Qualität an, wenn nicht bei den Folgen unserer Arbeit? Woran lässt sich Verantwortung ablesen, wenn man vor den ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Erzeugung unserer Rohstoffe die Augen verschließt und notfalls den hiesigen Bauern den „Schwarzen Peter“ überlässt, weil man den ,optimalen‘ Rohstoff ja auch aus der Ukraine importieren kann?

Immer wieder stellt sich die Frage, wessen Interessen Präsident Becker und sein Zentralverband eigentlich vertreten. So auch als Becker 2012 die „Aufhebung der Blockadehaltung“ gegen die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen forderte. Weiß der Mann, dass die übergroße Mehrheit seiner Kunden partout und völlig zu Recht keine gentechnisch manipulierten Rohstoffe auf dem Acker und in Brot und Backwaren wünscht?

Wie lange wollen richtige Bäcker eine solche Interessensvertretung noch hinnehmen und mit ihren Innungsbeiträgen finanzieren? Inklusive der kostspieligen, zweifelhaften Werbekampagnen? Oder woher stammen die Mittel für die sündhaft teuren TV-Spots direkt vor der Tagesschau?

Der Ursache allen Übels, dem systematisch erzwungenen ,Größenwahn‘ – ob nun die Größe der Brötchen betreffend oder die der Wachstumsrate der Betriebe – lässt sich nur mit ,Enkel-fähigen‘ Visionen zur Zukunft handwerklicher Betriebe begegnen. Offensichtlich hat der Mangel an diesen, den Zentralverband zur Organisation einer Kampagne verleitet, die den Verbraucher zum Narren halten will.

Die kulinarischen Trends für 2015

Die ultimative Tidbits-Prognose

Fundiert. Amüsiert. Ausprobiert. Von Cathrin Brandes, der Grande Dame der kulinarischen Szene Berlins, höchstpersönlich

Einmal im Jahr schreibe ich für Euch auf, was in der kulinarischen Luft liegt. Meine ultimative Trend-Prognose ist zumeist am eigenen Gaumen, auf Reisen, auf Festivals und Messen selbst erlebt, in Gesprächen mit Köchen, Produzenten, Kulinarikern und Geniessern gesammelt oder in Magazinen und auf Blogs gelesen und bewertet. Es geht um das, was sich international tut und um das, was hierzulande ankommt oder ankommen wird.

Manches ist in 2015 ziemlich neu, das Meiste bahnte sich schon 2014 an. Davon hat sich erfreulicherweise auch schon einiges wieder erledigt. Hier findet ihr die Prognose aus 2014 zum Auffrischen und Nachlesen: https://berlintidbits.wordpress.com/2014/01/06/die-kulinarischen-trends-fur-2014-die-ultimative-prognose/

Ein bisschen Wunschdenken ist jedes Jahr dabei. Über manches freut man sich, über anderes ist man entsetzt. Mittlerweile nehme ich ja auch einiges selbst in die Hand. Der Trend zur Fermentation kommt in Deutschland nicht soo richtig an? Pfff…macht nix, die KrautBraut wird schon dafür sorgen…
 
Länderküchen:
Bleibt:
Die eigene Küche rules! Die Wiederentdeckung auch sehr regionaler Spezialitäten, halb vergessener Produkte und Rezepte ist erfreulicherweise ein höchst internationaler Trend.

Aus Japan hält sich Ramen, entsprechende Nudelsuppenläden sprießen immer noch aus dem Boden. Auch Korea & Kimchi reiten dieses Jahr noch eine kleine Welle.

Israelische/jüdische Küche rund um orientalische Spezialitäten wie Hummus oder mit europäisch/amerikanischen Deli-Gerichten wie der Pastrami-Sandwich.

Modern British. Gemütliche Klassiker wie Pies, Porridge und Puddings werden neu interpretiert. Bangers & Mash. Fish & Chips.

Kommt:
Der Bekanntheits-Durchbruch ist da: Latein- und Südamerikas Köche und Küchen stehen international im Rampenlicht. Ceviche und Pisco aus Peru sind hierzulande die Vorreiter. Mexico bietet viel mehr als Tortillas und Tacos.

Aber was kommt als nächstes aus Europa? Griechenland beyond Tzatziki und Moussaka??
Alpines aus der Schweiz? Oder hallo Frankreich? Rundest Du dich zurück?

Geht:
Skandinavien ist als Hype fast schon durch. Avantgarde/Molekular hält nur noch ein bisschen. Tschüss Spanien. Schluchz.

Themen:

Generell gilt: Foodtrends werden zu Glaubensbekenntnissen und Lebensweisheiten. Ob man kein Fleisch, kein Gluten, keine Kohlenhydrate, ob man alles roh oder püriert isst, dass sind keine reinen Tischgespräche mehr, sondern bewusstseinsverändernde Fragestellungen. Partys trennen sich nicht nur nach Rauchern oder Nichtrauchern, sondern nach kulinarischem Lifestyle und allergischen Vorlieben. Das Leben als Gastgeber ist entschieden komplizierter geworden.

Bleibt:
Vegan und raw bleiben auch in 2015. Sie überschreiten aber ihren Hype Zenit und sind eigentlich schon altes kulinarisches Eisen.

Kulinarisches Handwerk, DIY oder “esse nix, was deine Oma nicht gekocht hätte” ist ein erfreulicher Trend, der allerdings unter dem Modebegriff Craft schon zu leichten Ermüdungserscheinungen führt und auch paradoxerweise von der Nahrungsmittelindustrie zu Vermarktungszwecken missbraucht wird.

Fleisch regionaler Nutztierrassen. Das Schwein ist wieder zurück: als Wollschwein, als Buntes Bentheimer, als Iberico… Kühe und Ochsen mit mindestens 4 Jahren auf dem Buckel. Fleisch mit Fett wie Kobe oder txogitxu.

Farm to table, root to stalk, nose to tail, orchard to bottle. Ganzheitliche Konzepte und ganzheitliche Verwertung. Landwirte, Erzeuger und Züchter bekommen viel Aufmerksamkeit und erzählen Geschichten.

Dank Slow Food vergessen wir trotz nachhaltigem Bewusstsein den Genuss nicht.

Kommt:
Paleo ist das neue vegan, aber mit Fleisch wenn man will. Essen wie die Jäger und Sammler aus der Steinzeit ist die neueste Food Mode. Alle landwirtschaftlichen Produkte insbesondere Getreide und Milch sollen gemieden werden, weil unser Körper sie nicht verarbeiten kann. Der hat sich nämlich seit der Steinzeit nicht den modernen Ernährungsgegebenheiten angepasst. Wenn man unter modernen Ernährungsgegebenheiten den Fraß versteht, den die Lebensmittelindustrie verkaufen möchte, dann vielleicht doch lieber ein paar Beeren und Maden?

Geht:
Die Hybrideerfindung, d.h. die schamlose Vermengung beliebter Lebensmittel: Cronut, Ramen Buger, Crookie… haucht ihr Leben aus.

Gastrotrends:

Bleibt:
Einmachen! Selbermachen! Ketchup, Saucen, Konfitüren, Sauerteigbrot, Senf, Pickles… Räuchern und Pökeln: Schinken, Pastrami, Fisch, Braten….

Einen eigenen Garten zu haben ist weiterhin für jeden Gastronomen Trumpf.

Weinbegleitung & Getränkebegleitung insgesamt. Auch mit Cocktails, Tees, Smoothies, Brühen und Säften.

Kleine Portionen, Tapas, Gerichte zum Teilen.

Food Trucks, Slow Fast Food und Street Food sind da.

Food Events!!!! Street Food Markets, Food Flash Mobs, Mega Picknicks, Food Awards, Food Festivals…

Kommt:
Sterneköche eröffnen gerne sternelose Zweit- und Drittrestaurants mit zwangloseren, spitzeren Konzepten. Die sind dann genauso oder mehr ausgebucht wie die Mutterschiffe mit dem Stern. In Berlin ist Tim Raue damit sehr erfolgreich (La soupe populaire), in Spanien z.B. Paco Perez (L’Eggs) oder der jüngere der Roca-Brüder mit seiner Eisdiele Rocambolesc.

Frühstücken den ganzen Tag lang. Legere Gerichte und passende Cocktails. Neu aufgelegte Klassiker der Hotelfrühstückskarten wie eggs benedict, Club Sandwich..

Kindergerichte für Erwachsene. Fischstäbchen de luxe, meat balls, Nudelauflauf, Waffeln. Alles wird gewaffelt. Auch Kartoffeln und Reis.

Immer noch ganz groß im Anrollen: Fermentation. Kraut, Gemüse, Kefir, ALLES!

Geht:
Pop ups und Dinner Clubs sind eigentlich durch. Kann jemand das Wort sous-vide noch hören???

Zutaten:

Bleibt:

Kohl ist weiterhin im Vormarsch. Blumenkohl ist noch da, Rosenkohl ist der neue Grünkohl, der nach wie vor der neue Wirsing ist.

Gesammeltes wie Wildkräuter, Farne, Pilze, Algen, Beeren.

Seltene oder alte Obstsorten: Vogelbeere, Reineclaude, Mispeln, Hagebutte, Felsenbirne, Quitte, Goldparmäne, Mirabellen.

Sardinen, Makrele, Hering auch als hochwertige Fischkonserve.

Kommt:
Alles was grün und blättrig ist. Löwenzahn, Mangold und Stielgemüse. Rübenblätter wie Stielmus oder Grelos.

Getreide rückt immer mehr in die Mitte des Tellers (trotz paleo). Bekannte und wiederentdeckte Sorten werden nicht nur gebacken, gebraut und destilliert (z.B. Dinkelbrot, Dinkelbier und Dinkelwhisky) sondern auch wieder gekocht. Statt Risotto bestellt man Grünkerngrütze. Morgens Haferbrei zu essen, ist nicht nur für Magenkranke sondern für Foodtrendbewusste. Regional angebaute Sorten sind die Favoriten, Hirse wird schon als das neue Quinoa gefeiert.

Wegen der furchtbaren Überfischung der Meere rückt der heimische Süsswasserfisch aus Aquakultur auf die Speisekarten. Forelle, Saibling und sogar der wegen seiner komplizierten Grätenstruktur unbeliebt gewordene Karpfen werden wiederentdeckt.

Insekten. Ja Insekten. Auf der Liste der Proteinquellen stehen sie ganz oben. Bevor
wir aber Heuschrecken wie Garnelen essen, muss noch etwas Zeit vergehen. In der Zwischenzeit gemahlen als Beimischung oder in Saucen. Ich hab ja sogar die fermentierte Heuschreckensoße vom Nordic Food Lab probiert. UMAMI!

Natürliche tierische Fette. Butter & Schmalz, fette Brühen. Ja alles kommt zurück! Generell geht die Angst und der Ekel vor Fett zurück. Butter ist wieder erlaubt. Schmalzstullen darf man auch mal essen und sogar auf der Brühe darf sich ein Fettauge zeigen.

Käse. Richtig guter handwerklich hergestellter Käse. Am besten man kennt den Käser oder die Käserin. Käsespätzle, Käsetoast, Käsefondue.

Geht:
Ingwer, Minze, Kakaobohne, Holunder, Goji-Beeren, Chia, Quinoa. Macha. Kokosnuss.

Lebensmittelhandel:

Bleibt:

Echte Bäckereien, handwerklich hergestelltes Brot, Sauerteig, gutes Mehl.

Kleinere Läden, mehr Spezialisierung z.B. auf Käse und Brot, Wein und Wurst wie bei “Vom Einfachen das Gute” in Berlin.

Märkte. Wochenmärkte, Bauernmärkte, Themenmärkte.

Kommt:

Metzgereien werden zu Fleischboutiquen in denen Rinderhälften die Auslagen zieren. Rinder und Schweine werden nach Anteilen direkt von der Weide an Einkaufsgemeinschafen verkauft. Am Besten der Kunde kann nach Wunsch mit beim Schlachten dabeisein. Wurst wird live gemacht und nach Kundenwunsch gewürzt.

Geht:

Food Boxen Versand war ein kurzer Boom, die ersten Unternehmen sind schon wieder weg.

Getränke:

Bleibt:
CRAFT BEER ist aus USA herübergeschwappt und über uns gekommen. Ich denke das ist an keinem vorbeigegangen.

Naturbelassener Wein, Spontanvergärung, biodynamische Weine. Weine aus Amphoren und Betontanks.

Weine autochthoner Reben aus dem Süden von Frankreich, dem Süden von Italien und dem Süden von Spanien.

Nostalgische Retro-Trauben: Sylvaner, Scheurebe, blauer Portugieser, gelber Muskateller..

Feinherbe Weine, Süssweine

Kleine Champagnerhäuser.

Vermouth ist gekommen, hat aber noch ne Weile Potential. Ob Pastis auch kommt?

Cocktails mit handgemachten Zutaten und in Einmachgläsern serviert bleiben hierzulande noch ein bisschen. Bloody Marys gebe ich auch noch ein Jahr.

Infused spirits. Mit echten Kräutern und Gewürzen. Vanilleschote im Vodka, Tonkabohne im Rum, Zimt im Bourbon…

Kommt:
Kleine Spirituosen-Marken handwerklich arbeitender Destillerien. Sours auf der Basis von individuellen Spirituosen. Pisco sour.

Neue Rumsorten weg vom Einheitsbrei. Cachaça und Rhum agricole aus Zuckerrohr.

Whisky aus aller Welt z.B. Japan, Tasmanien oder Schweden und aus ungewöhnlichen Getreidesorten wie Roggen oder Hirse. White (ungelagerter) Whisky (sprich Korn).

Sherry kommt in großen Schritten. Mit Portwein & Banyuls im Gepäck.

Kalter Kaffee. Nach specialty coffee und handgebrühter Kaffee kommt kalt gebrauter Kaffee.

Geht:
Gin hat seinen Zenit überschritten. Mehr Gin Auswahl wird langsam unerträglich. Nehmt endlich Moscow Mule in allen Variationen von der Karte. Martinis auch. Ok einen dürft ihr behalten..

Aperol ist nun wirklich wirklich vorbei. Holundergetränke auch.
Cathrin Brandes

(c) www.tidbits.de

Das 1 x 1 der Äpfel

Warenkunde: Vom Alten Land bis zum Bodensee pflücken die heimischen Erzeuger jetzt wieder frische Äpfel. Auch wenn die Ernte etwas geringer ausfällt als im vergangenen Jahr – die Qualität der Früchte wird durch wetterbedingte Ernteschwankungen nicht beeinträchtigt. Gut für die deutschen Verbraucher, denn Äpfel sind hierzulande die unangefochtene Nummer eins: 19,2 Kilo kauften die Deutschen im vergangenen Jahr pro Haushalt.

Äpfel sind wahre Alleskönner in der Küche: Sie schmecken pur, in Süßspeisen oder in herzhaften Gerichten. Für jeden Geschmack gibt es das Passende: Bundesweit sind mehr als 20 Apfelsorten im Handel erhältlich. Besonders beliebt sind hierzulande Elstar, Jonagold und Braeburn. Doch welche Äpfel eignen sich am besten zum Backen oder Kochen? Welche Sorte mag es süß, welche deftig? Das Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse liefert die wichtigsten Antworten.

Welche Sorten eignen sich zum Backen?
Gegensätze ziehen sich an: Für den klassischen Apfelkuchen empfehlen sich eher säuerliche Sorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Auch internationale Delikatessen wie die französische Tarte Tatin oder der österreichische Apfelstrudel mögen es gerne etwas sauer. Cox Orange, Gloster, Ingrid Marie oder Jonagored runden durch ihr frisches Aroma die süßen Speisen ab.

Welche Äpfel passen zu herzhaften Gerichten?
Umgekehrt gilt: In deftigen Hauptspeisen sind süße Sorten besser aufgehoben. Zu Rotkohl, Schweinebraten oder Speckpfannkuchen passen die süßlichen Vertreter Golden Delicious, Cameo, Pinova und Shampion. In das rheinische Nationalgericht „Himmel un Ääd“ gehören ebenfalls Äpfel wie Gala oder Cox Orange.

Frisch aufgetischt – was schmeckt pur?
Alle Tafeläpfel schmecken pur und sind der perfekte Snack für zwischendurch. Feste Äpfel geben aber auch Rohkost-Gerichten den nötigen Biss: Die Sorten Evelina und Fuji harmonisieren mit einem Waldorfsalat. Zu kräftigem Käse macht sich der süß-säuerliche Braeburn gut. Im Obstsalat schmeckt der saftige Delbarestival. Tipp: Die aufgeschnittenen Äpfel mit etwas Zitronensaft beträufeln – so gibt es keine braunen Stellen.

Bratäpfel und Kompott – wie gelingen die süßen Leckereien?
Für die Zubereitung von Bratäpfeln eignen sich Sorten, die im Ofen ihre Form behalten, wie der Boskoop oder der Holsteiner Cox. Wer Apfelkompott selber zubereiten will, greift am besten zu gelben Apfelsorten wie dem Golden Delicious. Tipp: Die Äpfel vor dem Einkochen nicht schälen – die Pektine unter der Schale sorgen dafür, dass das Apfelmus geliert.

Was ist bei Einkauf und Lagerung zu beachten?
Beim Einkauf verrät eine feste, glänzende Schale, dass die Äpfel frisch sind. Die Früchte mögen es kühl und dunkel und lassen sich deshalb ideal im Kühlschrank aufbewahren. Tipp: Äpfel immer einzeln lagern. Sie verströmen Ethylengas, das die Reifung von anderem Obst oder von Gemüse beschleunigt.

Apfel-Genuss in Zahlen:
• Auf einer Fläche von 31.640 Hektar werden in hierzulande Äpfel angebaut. Die größten Anbaugebiete liegen in Baden-Württemberg (10.172 Hektar) und Niedersachsen (8.163 Hektar).
• Verbraucher greifen gern zu heimischer Ware: Zwei von drei Äpfeln stammen aus Deutschland.
• In diesem Jahr wird eine Ernte von 802.000 Tonnen Äpfel erwartet.
via Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI)

Alexander Herrmann

Alexander Herrmann für Kampagne „So schmeckt Kanada“ – Bei Deutschen hat das zweitgrößte Land der Welt ein ausgezeichnetes Image – Doch wie schmeckt eigentlich Kanada? Außer dem beliebten Ahornsirup sind hierzulande keine kanadischen Lebensmittel bekannt

Kanada – das bedeutet majestätische Landschaften, kristallklare Seen, atemberaubend schöne Nationalparks. Bei den Deutschen hat das zweitgrößte Land der Welt, in dem gerade mal 33,5 Millionen Einwohner leben, ein ausgezeichnetes Image. Doch wie schmeckt eigentlich Kanada? Außer dem beliebten Ahornsirup sind hierzulande nur wenige andere kanadische Lebensmittel bekannt. Gemeinsam mit Starkoch Alexander Herrmann möchte Kanada dies jetzt ändern.

Alexander Herrmann ist dem breiten Publikum unter anderem bekannt durch seine Moderation der „ZDF-Küchenschlacht“ und seine Auftritte bei „Lanz kocht“. Darüber hinaus ist er der erste und einzige Sternekoch mit einer eigenen Live-Bühnenshow. Für seine innovativen Kreationen im „Restaurant Alexander Herrmann“ in Wirsberg wurde er mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Der bekennende Franke steht für eine moderne, spannende Küche und möchte durch seine Medienauftritte und Bücher Hobbyköche ermutigen, ihre Scheu vor Neuem zu verlieren und selbst kreativ zu werden.

Gemeinsam mit Alexander Herrmann können deutsche Konsumenten und Hobbyköche nun auf eine Entdeckungsreise in die kulinarische Welt Kanadas gehen: Gerichte mit Bison, z. B. gebratener Bisonrücken mit Cranberry-Butter, oder Kaltwassergarnelen, glasiert mit Chili und Ahornsirup, oder eine kanadische Glühwein-Variante – nur eine kleine Auswahl an raffinierten und dabei ganz leicht nachzukochenden Schmankerln „à la Canadienne“. Alexander Herrmann zeigt dabei, wie diese zunächst ungewohnt und etwas abenteuerlich klingenden Produkte den deutschen Speiseplan bereichern und klassische heimische Gerichte „neu erfinden“ können.

Die Marke Kanada untersteht der Agriculture and Agri-Food Canada (AAFC), die für den landwirtschaftlichen Sektor und die ländliche Entwicklung zuständige Regierungsbehörde. Kanada wird von Konsumenten nicht als Agrarland wahrgenommen, zählt aber zu den Top-5-Exportländern weltweit und nimmt eine führende Rolle im Landschaftsschutz und in der nachhaltigen Produktion ein. Die AAFC freut sich, mit Alexander Herrmann einen beliebten und kompetenten Partner gefunden zu haben, um kanadische Lebensmittelspezialitäten deutschen Verbrauchern vorzustellen.

„Das Ahornblatt, das Symbol Kanadas, steht für exzellente Qualität und Vertrauenswürdigkeit“, so Alexander Herrmann. „Die ausgezeichneten Produkte versprechen spannende Geschmackserlebnisse. Ich freue mich, gemeinsam mit den deutschen Konsumenten und Hobbyköchen dieses Land kennenzulernen, seine vielfältigen kulinarischen Schätze zu entdecken und damit unsere heimische Küche zu bereichern!“

Zu lernen und zu entdecken gibt es in der Tat eine Menge: Wussten Sie, dass man 40 Liter Ahornsaft braucht, um einen Liter Ahornsirup herzustellen?! Beim zweitgrößten Land der Welt ist noch lange nicht alles gesagt und „gekocht“.

Weitere Informationen über Kanada und kanadische Lebensmittelprodukte finden Sie unter www.so-schmeckt-kanada.de

Öko-Ziegenlammfleisch

Ziegenkäse hat sich hierzulande längst als Spezialität etabliert. Im Gegensatz dazu gibt es gegenüber Ziegenfleisch noch große Vorbehalte. Als Koppelprodukt der Ziegenmilcherzeugung gibt es immer mehr davon – vielfach auch in Bioqualität. In einer Studie der Universität Kassel, gefördert durch das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN), haben Agrarmarktexperten das Absatzpotential von Öko-Ziegenlammfleisch untersucht.

Hierzu wurden potenzielle Käufer im Rahmen einer Verkostungsaktion befragt: Fast durchweg positiv bewerteten sie den Geschmack dieser Fleischsorte, davon mehr als die Hälfte mit „sehr gut“. Eigenen Angaben zufolge werden über 70 Prozent der Verkostungsteilnehmer wahrscheinlich Öko-Ziegenlammfleisch kaufen. Trotz des generellen Trends hin zu einem maßvollen Fleischkonsum essen immerhin 44 Prozent der potenziellen Käufer ein- bis zweimal pro Woche Fleisch und bei rund 40 Prozent steht sogar drei- bis sechsmal in der Woche Fleisch auf dem Speiseplan.

Fast allen liegt das Wohl der Tiere – sprich deren artgerechte Haltung – besonders am Herzen. Die Befragten nannten geschmackliche und gesundheitliche Vorzüge als zusätzliches Kaufargument für Bio-Fleisch. Grundsätzlich sind sie eher bereit, für Öko-Produkte und qualitativ hochwertige Lebensmittel mehr Geld auszugeben und sind zugleich offen für neue Produkte. Zudem schätzen sie Ziegenlammfleisch als ein gesundes, fettarmes Lebensmittel. „All das legt nahe, dass es für Ökoziegenlammfleisch ein viel versprechendes Nachfragepotenzial gibt. Denn gerade Bio-Ziegenlammfleisch erfüllt alle Anforderungen an eine artgerechte Haltung, ist etwas Besonderes und zugleich ein gesundes sowie geschmacklich ansprechendes Produkt“, betont die Agrarmarktexpertin Astrid Heid. Ganz wichtig sei es, die Kunden probieren zu lassen und ihnen Rezepte an die Hand zu geben. „Mit veredelten Fleischteilen und schmackhaften Wurstspezialitäten kann man noch dazu den Mehrwert für die Kunden erhöhen.

Generell wünschen sie sich optisch ansprechende und leicht zu portionierende Fleischstücke mit möglichst geringem Zubereitungsaufwand“, ergänzt Hermann Jakob, Leiter der Meisterschule für Fleischer in Kulmbach und Metzgermeister. Und vor allem Wurst möge eigentlich fast jeder. „In Rohwürsten und Kochwürsten lässt sich durch geringfügiges Anpassen der Rezepturen Rindfleisch problemlos durch Ziegenfleisch ersetzen.

Selbst Ziegenschinken aus dem Fleisch älterer Tiere ist gut machbar“, so Jakob. Für Fleischerfachgeschäfte ist es also durchaus möglich, sich mit Spezialitäten zu profilieren und so den Trend hin zu hochwertigen Fleischprodukten aus artgerechter Haltung zu bedienen.
Nina Weiler, www.aid.de

Kleine Weinernte in Europa zu erwarten

Nachdem die Weinerzeuger hierzulande zum Start der Hauptweinlese eine durchschnittliche Erntemenge von rund neun Millionen Hektolitern erwarten, zeichnen sich nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) für den Großteil der übrigen europäischen Weinbaunationen in diesem Jahr zum teil sehr deutliche Ernterückgänge ab.

So rechnet man etwa in Frankreich aufgrund von ungünstigen Witterungsverhältnissen mit einer um 16 Prozent verringerten Weinmosternte als 2011. Ebenso geht man in den beiden anderen großen europäischen Weinbauländern Italien und Spanien im Vergleich zum Vorjahr von einem zwölf- bzw. fünfprozentigen Mengen¬rückgang aus. Darüber hinaus wird derzeit auch in Österreich, Ungarn, Bulgarien und Luxemburg jeweils ein

Europaweite Erntemenge 2012, Erste Schätzung, September 2012Minus von über 20 Prozent gegenüber 2011 prognostiziert. Ein leichtes Mengenplus von fünf Prozent erwarten lediglich die portugiesischen Weinerzeuger.

Somit ist davon auszugehen, dass die EU-Weinmosternte 2012 weder das Fünfjahresmittel von 173 Millionen Hektolitern noch die Vorjahreserntemenge von 164 Millionen Hektolitern erreichen wird.

Die Deutschen mögen es prickelnd

Sie haben im vergangenen Jahr 335 Millionen Liter Sekt getrunken, was einem Pro-Kopf-Verbrauch von 4,1 Litern bzw. fünfeinhalb Sektflaschen pro Jahr entspricht. Dies teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes mit.

Bei einem geschätzten globalen Schaumweinmarkt von gut zwei Milliarden Flaschen pro Jahr wird somit rund jede fünfte Flasche Sekt (22 Prozent), die weltweit konsumiert wird, hierzulande entkorkt. Damit dürften die Deutschen weltweit an der Spitze liegen.

1.590 Betriebe haben im letzten Jahr laut DeStatis-Statistik in Deutschland 420 Mio. Flaschen Schaumwein mit mindestens sechs Volumenprozent Alkohol hergestellt. Davon vermarkten jedoch 1.364 Betriebe weniger als 10.000 Liter pro Jahr. Unter ihnen befinden sich auch die zahlreichen Winzersekt-Anbieter, die allerdings mengenmäßig einen vergleichsweise sehr geringen Teil des Gesamtmarktes repräsentieren. Nur 0,8 % der hierzulande vermarkteten Schaumweinmenge kam 2011 von den Kleinbetrieben, 86 % dagegen von den sieben größten Herstellern mit einem Schaumweinabsatz von mehr als fünf Millionen Litern pro Betrieb und Jahr. Im Schnitt vermarktete 2011 ein Kleinbetrieb 2.500 Flaschen Schaumwein, bei den Großbetrieben waren es im Mittel 38 Millionen.

Von der deutschen Weinernte geht nur ein relativ kleiner Teil in die Schaumweinproduktion, wie etwa die der Winzersekte. Aus heimischen Grundweinen hergestellte Schaumweine sind als „Deutscher Sekt“ oder „Sekt b.A. (bestimmter Anbaugebiete) auf dem Etikett gekennzeichnet. Das Gros der hierzulande produzierten Sekte stammt von ausländischen Grundweinen, die zunächst als Fassweine nach Deutschland importiert und dann hier versektet werden