Royal Caribbean mit „Schnupperkreuzfahrten“

Ganz neu sind mehrere kurze „Schnupperkreuzfahrten“ mit Royal Caribbean
International ab Hamburg. Hier können die Gäste auf der Brilliance of the
Seas erleben, was eine Kreuzfahrt mit Royal Caribbean International
auszeichnet:

ein dynamisches Umfeld für aktive junge und junggebliebene
Urlauber mit Kletterwand, Golf, Rollerskaten und Basketball auf dem
Sportsdeck sowie Broadwayreifen Showprogrammen im Theater, eingerahmt von
hochwertigem Ambiente Made in Germany (die Brilliance wurde in Papenburg
gebaut). Keine andere Schiffsklasse bietet mehr Fensterflächen und einen
höheren Anteil an Balkonkabinen.

www.RoyalCaribbean.de

Neue Senator-Lounge in Düsseldorf

Prominentes Stelldichein am Düsseldorfer Airport: Heute Abend weiht Lufthansa mit dem „Kö-Talk“ ihre neue Senator-Lounge am Flughafen ein. Aus Anlass der Eröffnung werden die Prominentengespräche einmalig nicht an der Königsallee stattfinden, sondern im Flugsteig A. Mit dem Zerschneiden des traditionellen Ribbon-Bandes werden Jan Hofer, Chefsprecher der ARD-Tagesschau und Moderator des Abends, seine ehemalige Kollegin Dagmar Berghoff, Carsten Spohr, Lufthansa-Bereichsvorstand, sowie die Flughafengeschäftsführer Christoph Blume und Thomas Schnalke die Lounge offiziell eröffnen.

Die Senator-Lounge liegt zentral im exklusiven Lufthansa-Flugsteig A, in dem die Kranichlinie und ihre Partnerfluggesellschaften der Star Alliance beheimatet sind. Ihr umfangreiches Serviceangebot ist perfekt auf die besonderen Bedürfnisse von Businessreisenden zugeschnitten.

Airport-Geschäftsführer Christoph Blume: „Es ist uns in Düsseldorf gemeinsam mit Lufthansa gelungen, eine solch anspruchsvolle Lounge im Abfertigungsbereich direkt hinter den Kontrollstellen und in unmittelbarer Nähe zu den Gates einzurichten. Die Senator-Lounge steht für kurze Wege und hohen Komfort.“ Neben optimalen Check-In-Bedingungen und einem hervorragenden Service steht den Passagieren im Flugsteig A zudem ein breites Shopping- und Gastronomieangebot zur Verfügung. „Die Lounge ist ein weiterer Baustein in unserem Angebot im Premium-Segment“, sagt Christoph Blume.

Die Airline hat die 700 Quadratmeter große Lounge im Flugsteig A komplett neu gebaut und damit die Fläche gegenüber der bisherigen Senator-Lounge nahezu verdoppelt. Sie umfasst unter anderem einen Bistrobereich, eine Sesselzone, einen Ruheraum mit Liegemöglich-keiten, einen Badbereich mit Duschen sowie einen Arbeitsbereich mit separaten Schreibtischen. Die gesamte Lounge ist mit WLAN-Technologie ausgestattet und ermöglicht so den drahtlosen Zugang zum Internet.

Die Senator Lounge steht Fluggästen der Lufthansa Business Jets, der First Class sowie den HON Circle Membern, Senatoren und Inhabern der Star Alliance Gold Karte zur Verfügung. Darüber hinaus bietet Lufthansa ihren Gästen auch noch die Lufthansa Business Lounge an.

Luxusliner „Queen Mary II“

„Müsliriegel“ hieß das Zauberwort. Herr Klinkenbuss erriet das Lösungswort in einem Kreuzworträtsel, sitzt nun stillvergnügt auf Kosten einer Marmeladenfirma in einem Deckchair und logiert auf Deck 6 ganz unten. Der Glückspilz hat eine Reise auf der ‚Queen Mary II‘ gewonnen.

Es ist der größte, schönste und teuerste Luxusliner, der je gebaut wurde. In der Queen-Mary-Suite dagegen muss der Bewohner keine Rätsel lösen, um sich die Passage leisten zu können: Er hat sein Leben lang gute Geschäfte gemacht und kann sich locker die 55.000 Euro für die sechstägige Passage von Europa nach New York leisten.

Reichlich Platz gebe es, findet er: kein Wunder, seine Suite misst 150 Quadratmeter. Von der Alten in die Neue Welt kommt man mit dem Flugzeug billiger und schneller. Den Wettlauf mit dem Luftverkehr auf der traditionellen Nordatlantik-Route hatten die Liner schon verloren. Das neue schwimmende Fünf-Sterne-Hotel soll jene Reisenden zurückgewinnen, die sich den Luxus der Langsamkeit leisten wollen. Für die der Weg so wichtig ist wie das Ziel – nach New York der Seefahrt wegen.

Die Queen ist eine getreues Abbild der Welt: Briten haben das Kommando auf der Brücke, Filipinos schrubben die Decks. Junge Leute aus den neuen EU-Ländern nutzen ihre Chance: Ungarn, Tschechen, Letten und Polen arbeiten in der Bar und im Restaurant, tanzen im Bordtheater, putzen Kabinen und träumen von einem ‚eigenen Business‘ irgendwann, wenn sie lange genug auf der Königin der Meere gereist sind.

Sie arbeiten rund um die Uhr und ohne freien Tag. Aber auch bei den 2500 Passagieren kommt keine Langeweile auf: Man kann auf Kunstauktionen an Bord mal eben einen Picasso oder Chagall ersteigern, Bridge spielen, Tanzen lernen und Wein für 2400 Dollar trinken. Man kann das alles aber auch lassen, sechs Tage aufs Meer blicken und sich Gedanken machen über das Azurblau, Himmelblau, Tintenblau oder Graublau des Atlantiks.

ZDFdokukanal, Freitag, 26.05., 13:15 – 13:45 Uhr

Der Zweimastsegler „Seute Deern“ des Vereins Clipers DJS

Als erstes Schiff der Flotte
des Vereins CLIPPER DJS verlässt der Zweimastsegler „Seute Deern“ das
Winterlager, der Zweimast-Schoner „Johann Smidt“ folgt am Samstag.
Die hölzerne Gaffelketsch „Seute Deern“ hat einen neuen Satz weißer
Segel bekommen.

Das 67-jährige Segelschiff, das seit der Gründung des
Vereins im Jahr 1972 hauptsächlich mit Schulklassen und Jugendgruppen
in der Ostsee fährt, startet als erstes der fünf Clipper-Schiffe in
die Ostsee.

Mit Basishafen Kiel bietet der Verein sieben und
14-tägige Segeltörns auf dem Traditionsschiff an. Kapitän Rainer
Schmidt-de Boer freut sich über den neuen Segelsatz: „Ich freue mich,
dass Seute Deern endlich wieder die traditionellen, weißen Segel
hat“. Seit 15 Jahren wacht der Nautiker und Lehrer über die
Sicherheit an Deck des 36 Meter langen ehemaligen Schulschiffs.

Während der Wintersaison liegen mindestens zwei der fünf Clipper
Schiffe, im Harburger Binnenhafen. Dort halten engagierte Mitglieder
des Vereins darunter viele ehemalige Werftmitarbeiter und Seeleute
ehrenamtlich die Schiffe instand. So haben sie auch an dem Segler
„Johann Smidt“ die üblichen Schleif und Lackierarbeiten und unter
Deck die alljährliche Wartung der Maschine durchgeführt. Der
schnelle Schoner, 1974 gebaut, startet am Samstag, 22. April in die
kommende Saison.

Besonders stolz ist Gerd Helm auf die neu schallgedämpften
Hilsdiesel für die Stromerzeugung. „Für die Mitsegler steigt die
Lebensqualität an Bord. Sie sollen das Schlagen der Wellen am Rumpf
und das Rauschen des Meeres in voller Fahrt noch besser genießen
können“, begründet er die Maßnahme. Er ist als ehemaliger
Reparatur-Manager der Werft Blohm & Voss bei Clipper zuständig für
die Instandhaltung der Technik auf dem 36 Meter langen Schiff.

Der gemeinnützige Verein CLIPPER DJS wurde 1973 als Deutsches
Jugendwerk zur See e.V. in Bremen gegründet. Jugendliche zwischen 15
und 26 Jahren, aber auch alle anderen Segelbegeisterten sollten die
Möglichkeit bekommen, traditionelle Seemannschaft zu erleben. Die
Flotte des Vereins ist seitdem stetig gewachsen und mittlerweile
segeln fünf hochseetüchtige Schiffe unter CLIPPER-Flagge in der
Ostsee. Über 4000 Mitglieder sind über ganz Deutschland verteilt.
Für einen reibungslosen Ablauf der Törns sorgen erfahrene Kapitäne,
Steuerleute, Maschinisten und Köche, die in ihrer Freizeit
ehrenamtlich die Schiffe führen. Sie vermitteln vor allem auch jedem,
der mitsegelt, was er über das Segeln, das Schiff und die Seefahrt
wissen muss, denn niemand benötigt seemännische Vorkenntnisse, um
mitzusegeln.

Für einen Törnbeitrag ab 223 Euro für eine Woche incl Kosten für
Verpflegung, Hafengebühren und Diesel können aktive Menschen als
Crewmitglied an Bord gehen.

„Seute Deern“: Zweimast-Gaffel-Ketsch, Baujahr 1939, gebaut in
Svendborg, Dänemark auf der Werft Ring-Andersen, Länge über alles: 36
Meter, Breite 7,15 Meter, Segelfläche: 332 Quadratmeter, 30 feste
Kojen

„Johann Smidt“: Topsegelschoner, Baujahr 1974, gebaut in
Amsterdam, Niederlande, Länge über alles: 36 Meter, Breite 8 Meter,
Segelfläche: 471 Quadratmeter, 36 feste Kojen

W retreat & spa – maldives* – Indischer Ozean für Trendbewusste

Starwood eröffnet das weltweit erste Resort der Lifestyle-Marke W

W retreat & spa – maldives* – Indischer Ozean für Trendbewusste

Die Design- und Lifestyle-Marke W Hotels ist für ihre trendigen Hotels in internationalen Metropolen bekannt. Nun präsentiert sie auf der Insel Fesdu Island im nördlichen Ari-Atoll der Malediven das weltweit erste W Resort, das am 1. Juli eröffnet. Wie von der hippen Marke gewohnt, vereint sich hier Exklusivität mit Style und puristischem Design. Der Mix aus edlen Hölzern und Stoffen mit für die Malediven typischen Stilelementen sorgt für ein avantgardistisches und stilvolles Flair. Umgeben von tropischen Stränden finden trendbewusste Reisende in dem neuen Beachresort der Marke W Hotels Lifestyle auf höchstem Niveau, an einem der schönsten Flecken der Erde.

Das einzigartige W retreat & spa – maldives* – das sind 78 exklusive Villen zwischen blütenweißem Sand und kristallklarem Wasser, gebaut auf einer einsamen tropischen Insel. In den „Marvellous Aqua Retreats“ wohnen die Gäste direkt über den sagenhaften Riffen der Insel. Die Design-Bungalows sind auf Stelzen inmitten der Lagune errichtet und öffnen den Blick auf die endlose Weite des Meeres und die tropischen Traumstrände. Die „Marvellous Beach Retreats“ sind zweistöckige Domizile, ausgestattet mit eigenem Strand und allen Raffinessen, die W-Gäste lieben – Privatpools, handgefertigte Möbel, tropische „Outdoor-Duschen“, Plasmascreen-Sound-System, Barbecue Grill und das berühmte W-Bett sorgen für Abwechslung und Erholung in stylischer Atmosphäre.

Auch die Chefköche des neuen W retreat & spa – maldives* zaubern ihren Besuchern nur Exklusives auf die Teller: Mit Blick auf den weiten Ozean erleben Feinschmecker im Restaurant „Fish“ bei frischen Meeresfrüchten nach „Asian Ethnic Style“ je nach Gusto etwas Simples oder Haute Cuisine. Im Restaurant „Fire“ kommen in wild-romantischer Atmosphäre leckere Grillspezialitäten auf den Tisch. Auf einen Drink geht es in die puristisch designte „15 Below“-Bar: Unter dem Meeresspiegel schlürfen die Gäste exotische Cocktails zu den neuesten Chill-Out Klängen. Lounge Musik und leichte Menüs sorgen in der Poolbar „Wet“ für angenehme Stimmung. Die besondere W-Service-Philosophie garantiert den Resort-Gästen auch im Tropenparadies erstklassige Betreuung: „Whatever you want – whenever you want it“. Diesem Motto hat sich auch der Concierge Service verschrieben. Sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag.

Schwerelos durch die farbenprächtige Unterwasserwelt der Malediven gleiten – im Tauchcenter „Bubbles“ entdecken die Gäste am resorteigenen Riff eindrucksvolle Korallen und deren farbenfrohe Bewohner. Erholungsuchende relaxen im „Away-Spa“. In der hypermodernen Wohlfühlanlage, gebaut auf einer eigenen Plattform inmitten der Lagune, locken paradiesische Stunden: Eine Massage mit sanftem Meeresrauschen im Hintergrund zum Beispiel oder eine entspannende Wellness-Anwendung nach alter thailändischer und indischer Tradition, die Körper und Seele verjüngt.

Das erste Hotel der Starwood-Marke W Hotels eröffnete im Dezember 1998 in New York. Seitdem expandiert die Design- und Lifestylehotel-Marke die heute über 20 Hotels in den angesagtesten Städten weltweit verfügt. Mit dem neuen W retreat & spa – maldives* erweitert Starwood Hotels & Resorts seine Präsenz im asiatisch-pazifischen Raum und eröffnet das weltweit erste Beachresort der Marke W Hotels.

www.starwood.com

Mythos, Murge und Matera

Apulien ist im Frühjahr noch ganz unberührt

Von Nicolas van Ryk

Nebelschwaden drücken sich von Andria die Anhöhen herauf. Fast nichts von
der Umgebung ist zu sehen. Ein Straßenschild weist den Berg hinauf. Leere
Busparkplätze zeigen an, dass hier sonst viel los ist. Am Café vorbei sind
endlich dicke Steinquader zu erkennen. Eckige Mauern tun sich auf. Überall.
Rundherum. Endlich ist es da, in Greifnähe und drumherum ist es ganz still.
Keine lärmenden Touristen, und Sekunden später reißt ein schaler
Sonnenstrahl ein Loch in die Nebenschwaden. So zeigt sich die Freitreppe zum
Castel del Monte. Eine junge Frau sitzt im Kassenhäuschen ihre Zeit ab. Am
Eingang döst ihr Hund vor sich hin. Niemand scheint sich für dieses
legendäre Achteck mit seinen achteckigen Türmen zu interessieren, das der
Stauferkaiser Friedrich II. vor bald 800 Jahren erbauen ließ. Ein weiteres
Besucherpaar schlurgt durch die möbellosen Gänge. Beim Rausgehen heult der
Hund der Kassenfrau plötzlich auf. Er knurrt und winselt, bellt und schreit.
Furchterregend ruft das Tier um Hilfe. Herbeigeeilt sieht man, das da etwas
nicht stimmt. Das Geschöpf dreht sich im Kreis, ringt um Luft, bekommt
Schaum ins Maul. Es torkelt, fällt, Schockwellen gehen dem Wesen über den
Leib. Zitternd steht es wieder auf, stürzt erneut, heult noch mal auf. Dann
wird es still, kratzt sich mit einer Pfote nochmal zaghaft am Boden.
Mystisch dieser Ort, neblig, totgeweiht.

Wie auf Wasser gebaut

Es war so sonnig am Morgen dieses Frühlingstages. Um sieben war es schon
hell, die Sonne erleuchtete die Felsklippen in Vieste am äußersten Fußzacken
Italiens, dem Gargano. Doch dann kam der Nebel. In Vieste war davon nichts
zu spüren. Bis spät saßen die Alten am Vorabend in ihren abgesteppten Jacken
draußen. Ein paar Jungs ratterten mit Skatebords über die Platten. Die
abgekühlte Luft fröstelte nicht. Schon als es dunkel war und die Gassen der
weißen Altstadthäuser nach Pasta und Minestrone rochen und dumpf Geschirr
und Teller klapperten, hatte die Weintanke noch geöffnet. Ein Euro vom
Roten, einszwanzig vom Weißen und damit billiger als Sprit für die Fiats und
Lancias. Aber an diesem Hundetag kam auch der Nebel. Wohl bald nach dem Tod
es Hundes muss der Nebel aufgerissen sein. Am Frühabend schimmert die Sonne
am Hafen von Trani durch. Von wegen ein Ort der Tränen, mehr und mehr klart
es auf. Nur die Brise ist noch frisch, die den Dom am Meer umweht. Am
Hauptportal, das verschlossen ist, kommt das Gefühl in einem auf, das dieses
Gotteshaus auf Wasser gebaut ist. Ganz einsam steht es auf einem großen,
entleerten Platz. Allein der steinweiße Dom ragt in den Himmel. Wie die
große Moschee in Casablanca, schwebt auch dieses weiße Haus schier auf dem
Wasser empor. Doch um reinzukommen, muss man tiefer steigen. An der Seite
führt eine Treppe in den Keller, nur um dann ins obere Hauptschiff zu
gelangen. Wer noch tiefer steigt, gelangt zur Krypta mit Reliquien eines
heiligen Nicolaus. Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, schwimmt hier in
Trani auf dem Meer. Der Ort hat ein bisschen etwas vom Provinzstädtchen, in
dem die Einheimischen zum Einkaufen hinfahren. Nette Geschäfte, Schuhläden,
Klamotten, Küchengeräte und schöne Ecken zum Draußensitzen. Ab Anfang März
kann man abends eine ofenfrische Pizza oder eine gegrillte Dorade im Freien
essen.

Steinhäuser mit Spitzdächern

Wie viele apulische Kleinstädte hat auch Conversano seinen Dom, eine
Altstadt und sogar ein Castello. Dennoch fährt man eher an diesem sieben
Kilometer vom Meer entfernten Ort vorbei, wenn da nicht Nicola Mattia wäre.
Er hat gegenüber der Kathedrale die mittelalterliche ehemalige Residenz der
Normannengrafen aus dem 15. Jahrhundert in eine charmante Pension
hergerichtet. 23 Zimmer verteilen sich über ein verwinkeltes Gemäuer. Manche
Räume gruppieren sich um einen Innenhof, einige Apartments sind nur über
eine Gasse und Treppen zu erreichen und manche Gäste müssen regelrecht
absteigen, um anzukommen. Für 55 Euro im Doppelzimmer mit gelungenem
Frühstück ist dieses Kleinod die Anreise wert.
„Es vermietet Trullis das ganze Jahr, der ganze Tag zu 65 Euro, in die Mitte
und in die Umgebung, es verkauft auch Trullis“, steht etwas holprig auf der
Werbekarte von Luca Bianco. Während einer Pause am Tresen ihres Cafés
„Shaker“ in Alberobello hat sie ihre Chance erkannt. Zahlende Gäste kämen
ihr gerade recht. Immerhin hat sie mit ihren Rundbauten ein besonders
Wohnerlebnis anzubieten. Es sind mehr als 1000 rundliche Steinhäuser mit
Spitzdächern, die in Alberobello und im umgebenden Itria-Tal versammelt
sind. Es scheinen ideale Unterkünfte für Hobbits zu sein. Die Gegend wirkt
so wie das Auenland dieser kleinen Geister aus dem Film „Herr der Ringe“.
Noch grün und leicht gehügelt. Die Häuschen sind mörtellos gebaut, weil es
eine Steuer auf festgemauerte Siedlungen gab, die damit von den Bauern
umgangen wurde. Diese Schläue führte zur einzigartigen Bauweise und 1996 zum
Status einer Weltkulturstätte.

Höhlenzauber der besonderen Art

Das nahe Ostuni muss man bei Licht betrachten. Am besten mit
wolkenverhangenem Frühlingshimmel. Dann stechen die weißgetünchten Häuser
auf dem Stadtberg besonders hervor. Der Ort überragt die Ebene. Von der
Stadtmauer aus gesehen, weitet sich in östliche Richtung zwölf Kilometer
entfernt das blaue Meer vor einem aus. Es sind nicht die spektakulären Dinge
in Ostuni zu besichtigen. Aber einen Dom mit großer, gekünstelter Rosette in
der Hauptfassade hat der Ort schon. Vielmehr ist es der Schleier des Südens,
der hier über die ansteigenden und runterführenden Pflaster wabert. Eine
Katze streicht geräuschlos an einer großen Terrakottavase vorbei,
Schuhabsätze klappern über die Gasse, ein Kind schreit, und vor dem Domcafé
wartet ein sehr junger Pächter auf Kundschaft. Für einen Moment scheint
alles im Lot zu sein. Wen es aber früher in die Ferne zog, kam an Otranto
nicht vorbei. Dieser Ort ist die östlichste Stadt Italiens und liegt auf
gleicher Höhe wie Krakau. Bei klarer Sicht sind die Albaner Berge schon zu
sehen. Von Otranto aus ging es ins Heilige Land. Kreuzfahrer, die es sich
leisten konnten, schifften sich von hier aus ein. Viel hat sich seitdem kaum
verändert. Die Stadt ist immer noch vom Hafen bestimmt. Nur die
Ritterschiffe sind von Fischerbooten ersetzt. 1480 wurde die strategische
Lage der Stadt zum Verhängnis. Der Eroberer von Byzanz, Sultan Mohammed II.,
belagerte die Stadt. 800 Männer hatten sich in der Kathedrale verschanzt.
Und das tun sie noch immer. In drei mächtigen Schaufenstern hinter einem
Seitenaltar sind ihre enthaupteten Schädel noch heute aufgeschichtet als
makantes Zeichen der Widerstandsfähigkeit. Die Furcht vor den Sarazenen
hatten die Bewohner von Matera mit den Bedrohten aus Otranto gemeinsam. Denn
auch hier am Rande des kahlen Murge-Hochlandes versteckten sich die Menschen
vor den Andersgläubigen im weichen Kalkstein. Sie bauten höhlige Behausungen
in die Karstgrotten der Murge. Über die Höhlen setzten die Bewohner später
noch Häuser und es entstand die Stadt der Steine, die man hier Sassi nennt.
Vom Belvedere an der Murgia Timone bietet sich ein grandioser Blick auf die
Sassi-Stadt. Rechts des Ausblicks reihen sich Häuser eine Anhöhe hinauf. Die
Kathedrale bildet die Krone. Jenseits dieses Stadthügels geht es wieder zu
Tal. Wenn abends die Lichter angehen, funkelt es aus jedem Höhlenwinkel.
Einige Sassi-Besitzer bieten Herberge an. Für rund 50 Euro wird man zu
Barney Geröllheimer. Das ist ein Höhlenzauber der besonderen Art und seit
1993 mit Welterbeprädikat. Heute liegt diese Stadt in der Provinz
Basilikata. Doch als Kaiser Friedrich sein Castel del Monte bewohnte, lag
Matera in seinem apulischen Reich. Schon von weitem sichtbar streckt sich
diesmal das Castel wie eine Krone am Horizont funkelnd in den tiefblauen,
wolkenlosen Märzhimmel. Wieder ist nichts los an diesem sagenumwitterten
Ort. Niemanden können die hellen Mauern blenden. Hier liegt halt der Hund
begraben.

Weitere Informationen: Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt ENIT,
Kaiserstr. 65, D-60329 Frankfurt/ Main, Tel.: 069-237434, Fax.: 069-232894

Am 9. Dezember öffnet das Icehotel in Schweden

Ein Bett aus Eis, Wände aus Schnee und eine Zimmertemperatur von minus fünf Grad – so stellt man sich nicht gerade ein Traumhotel vor. Ist es aber! In einem kuscheligen Schlafsack auf Rentierfellen lässt es sich auf einem Eisblock im schwedischen Eishotel in Jukkasjärvi sogar ganz wunderbar schlafen! Und der Morgen beginnt ganz gemütlich mit einem heißem Preiselbeertee und einem wärmenden Saunagang. Willkommen im Icehotel!

Seit 15 Jahren entsteht im lappländischen Jukkasjärvi jedes Jahr aufs Neue ein Traumhotel aus tausenden von Tonnen Schnee und Eis. Das Eis stammt aus dem Fluss Torne älv und ist das Hauptarbeitsmaterial für die vielen Designer, die alljährlich im Icehotel zu Werke gehen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Denn das ist das Besondere: Das Hotel wird jedes Jahr wieder neu erfunden, neu designt und sieht somit immer anders aus. Aufwändige Abrissarbeiten bleiben den Hotelbesitzern erspart, denn spätestens im Mai schmilzt die ganze Pracht dahin und macht Platz für neue Ideen.

Jetzt sind die Bauarbeiten an den rund 50 Zimmern und 25 Eis-Suiten voll im Gange. Die Suiten werden von Eisskulpteuren künstlerisch gestaltet und der Andrang von internationalen Designern ist groß. In diesem Jahr hat es auch ein deutscher Designer geschafft, sich unter den vielen Bewerbern durchzusetzen. Alexander Bach, Diplomdesigner aus Gotha, gestaltet eine 25 Quadratmeter große Suite und dabei – soviel hat er bereits verraten – wird sich alles um das Thema Kristall drehen. Seine persönliche „Crystalsuite“ besteht aus einem von kristallenen Säulen umsäumten Doppelbett und das Eis des Raumes soll in warmes, farbiges Licht getaucht werden. „Ein Kristall ist etwas Dauerhaftes, das Hotel taut aber wieder weg“, so der Künstler über den Reiz der Kontraste. Die Arbeit bei Minustemperaturen ist Alexander Bach nicht ganz neu, immerhin hat er in Lappland schon einmal ein Iglu gebaut.

Tagsüber haben Besucher des Icehotels die Möglichkeit, Ausflüge mit dem Schneeskooter zu unternehmen oder mit einem Hunde- oder Rentierschlitten die Umgebung zu erkunden. Am Abend wärmt man sich am besten mit einem leckeren Drink an der hoteleigenen Absolut Eisbar auf – mit Hochprozentigem direkt aus großen, hohlen Eiswürfeln statt „on the rocks“ oder mit heißen Getränken.

Wer es nicht bis zum Polarkreis schafft, kann einer Dependance der Absolut Icebar in Stockholm einen Besuch abstatten. Im Nordic Sea Hotel mitten in der Stockholmer City erwartet die Gäste ein Stück lappländische Winter-Exotik in einem gläsernen Kühlraum bei stilechten Minus fünf Grad. Damit man an den Eisblöcken nicht fest friert, gibt es beim Eintreten zu jeder Jahreszeit einen wärmenden Schutzanzug dazu.

Organisierte Reisen zum Icehotel werden u.a. von den Reiseveranstaltern Dertour (www.dertour.de Kontiki Saga Reisen (www.kontiki.ch Nordic Holidays (www.nordic-holidays.de und Wolters Reisen (www.woltersreisen.de angeboten. Informationen zum Icehotel unter www.icehotel.com.

Mehr Infos zu Schweden als Reiseziel:
www.visitsweden.com

The Show will go on

Ob Klänge aus den Sechzigern, Romantik oder verzaubernde Akrobatik – auch nach dem 100-jährigen Jubiläum von Las Vegas hält die Wüsten-Metropole viele neue Show-Highlights für ihre Besucher bereit.

Das beliebte Broadway-Musical „Hairspray“ versetzt seine Besucher in die Sixties und erzählt von Teenagern und ihren Träumen von Musik, Tanz und Liebe. Der Musical-Hit, Gewinner des begehrten Tony Award im Jahr 2003, ist ab Februar 2006 zehn Mal pro Woche im Hotel Luxor zu sehen.

Mit Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ kommen alle Freunde klassischer Musicals ab Frühjahr 2006 voll auf ihre Kosten. Harold Prince, 20-facher Gewinner des Tony Award, hat das berühmte Stück neu inszeniert. Exklusiv für dieses Musical wurde im Venetian Hotel & Casino ein 25 Millionen US-Dollar teures Theater gebaut.

Bereits vier verschiedene Vorstellungen des kanadischen Export-Schlagers „Cirque du Soleil“ gibt es in Las Vegas zu sehen – 2006 kommt noch eine fünfte dazu. Der genaue Titel dieser Akrobatik-Show steht noch nicht fest. Sicher ist jedoch der höchst prominente Schauplatz: Das Mirage, ehemals Heimat der berühmten Darbietungen von Siegfried und Roy, wird Austragungsort der Vorstellung sein. Mehr Informationen zu allen aktuellen Shows in Las Vegas unter www.visitlasvegas.de Details auch unter www.luxor.com , www.venetian.com sowie www.mirage.com .

Eine wahre Geschichte zur Wirtschaftsförderung

Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das
liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn
Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im
Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus
Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber
der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, daß sie in den
Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der Herr
Bohlen dafür Werbung gemacht hat.

Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt
mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist
ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber
der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben,
unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.

Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also
hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und
abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der
Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel
mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt.
Hurra, Herr Müller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele
Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht
verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land
Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein
Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich
weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon
seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft.

Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller
die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie
geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon
gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen habt, als
er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen
Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für jeden
vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.

Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, daß
es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller
verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein
halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in
lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie
wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400
ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und
sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche Abgreifer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß ich euch
sagen, daß man so etwas einfach nicht tut. Ausserdem tut er ja nichts verbotenes. Er nutzt nur das System.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch einfach die
Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben
stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden
vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff „soziale
Verantwortung“ noch eine Bedeutung hat.

Obiger Artikel ist eine Satire! Wirklich?