Weine für Kaiser und Könige

375 Jahre Weingut Wwe. Dr. H. Thanisch, Erben Thanisch –
ein Familienweingut in der elften Generation, das Geschichte geschrieben hat
Seit vier Generationen haben Frauen das Sagen!

Ein Weingut mit einer 375jährigen Vergangenheit ist schon etwas ganz besonderes, vor allem, wenn es bis heute in direkter Linie in der elften Familiengeneration geführt wird. Die heutige Eigentümerin des Weinguts in Bernkastel-Kues an der Mittelmosel ist Sofia Thanisch.

Ein Weingut schreibt Geschichte
Kaum ein Name steht so sehr für das hochdekorierte Weingut, wie der „Berncasteler Doctor“: Bereits im frühen 19. Jahrhundert wurde er im deutschen Kaiser- und britischen Königshaus geschätzt. König Edward VII. trank den „Doctor“ auf Empfehlung seines Hausarztes als Medizin.
1921 erzeugte das Weingut die erste Trockenbeerenauslese überhaupt, die je an der Mosel gelesen wurde und der Ausnahmejahrgang 1959 brachte den Thanischs sogar eine „Berncasteler Doctor Trockenbeerenauslese“ mit 312° Oechsle, dem höchsten bis dahin je gemessenen Mostgewicht – eine Weltsensation.

Bundeskanzler Dr. Adenauer nahm Berncasteler Doctor Wein auf seinen Staatsbesuchen als Gastgeschenk mit. So auch 1953 zu seinem Antrittsbesuch in Washington, bei Präsident Eisenhower, dem er auch später noch Thanisch-Wein schenkte. 1955 reiste Adenauer nach Moskau zu Ministerpräsidenten Nikolai Bulganin und dem Generalsekretär der KPDSU, Nikita Chrustschow. Es ging dem Kanzler um die Freilassung der letzten 15.000 deutschen Kriegsgefangenen. Bei den entscheidenden Verhandlungen wurde eine 1950er Berncasteler Doctor Spätlese gereicht.

Riesling Renaissance

Weltweit gilt der Bernkasteler Doctor als der berühmteste Weinberg Deutschlands. In deutschen Landen hingegen ist er nur wenigen Weinliebhabern ein Begriff. Nach Jahrzehnten des „Vergessens“ erhält der legendäre Riesling aus dem Bernkasteler Doctorberg nun im auch im eigenen Land eine beachtliche Medienaufmerksamkeit.

Am Sonntag, den 26. Februar um 18.30 Uhr strahlt der Fernsehsender n-tv in seiner Serie „FINE – Das Weinmagazin“ einen 25-minütigen Beitrag über den Bernkasteler Doctor aus. Die mehrtägigen Dreharbeiten fanden im Herbst in den Weingütern Wegeler – Gutshaus Bernkastel und Witwe Dr. H. Thanisch – Erben Müller-Burggraef statt.

Am Sonntag, den 26. Februar um 18.30 Uhr, bei n-tv

Lob und Ehre für den Bernkasteler Doctor

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende. Zum Beispiel für den VDP – Die Prädikatsweingüter. Anlässlich seines 100sten Geburtstages feierte der Verband viele rauschende Feste. Auch die Weingüter Wegeler feierten, denn es galt eine Weinlegende hochleben zu lassen. Vor genau 110 Jahren erwarb die Familie Wegeler einen Großteil des weltberühmten Bernkasteler Doctorbergs. Die Steillage an der Mosel bringt exzeptionelle Weine hervor. Das wissen viele Rieslingfans – vor allem im Ausland. Regelmäßig wird den Weinen aus dem Doctorberg durch Höchstbewertungen in den internationalen Wein-Gazetten große Ehre zuteil. Für den „Wine Specator“, die Bibel der Weinkenner, gehören die Doctorweine zu den Top Ten weltweit.

Und wieder einmal jubelt eine Nation dem „Doctor“ zu. „Wein pur“, eine der führenden österreichischen Publikationen im Kernsegment Wein, hat eine 2007er Riesling Trockenbeerenauslese aus der Lage Bernkasteler Doctor aufs Siegertreppchen gestellt.

Doch auch in deutschen Landen bewegt sich was, und das stimmt nicht nur das Team der Weingüter Wegeler euphorisch. Fast wie ein Märchen liest sich die gerade in der FAZ erschienene Sonderbeilage des Weinmagazins „Fine“. Unter der Headline „Der Schatz des Doctors“ wird Bilanz gezogen. Eine Zwischen-Bilanz, denn das Kulturgut Doctorberg ist ein lebendiger Organismus. In den vergangenen hundert Jahren haben die drei Besitzer des legendären Weinbergs das Werteversprechen dieser Lage gehalten. „Sie haben die Tradition edelster Rieslinggewächse, die hier von den Trierer Kurfürsten im 17. Jahrhundert begründet wurde, bewahrt und weitergeführt. Diese Kontinuität ist der eigentliche Schatz des Doctors. Sie hat etwas mit Ethos, mit Haltung, zu tun“, so schreibt Till Ehrlich.

Und die Erben des Doctors lesen es gern. Denn sie wissen: Nach Jahrzehnten wird nun endlich auch hier bei uns in Deutschland einem großen Weinberg Lob und Ehre gezollt. Für die Weingüter Wegeler, die als Eigentümer der größten Doctor-Parzelle seit 110 Jahren dort Weine anbauen, ist damit ein Herzenswunsch in Erfüllung gegangen. Zum Jahres-Abschluss halten Anja Wegeler-Drieseberg und Tom Drieseberg das Plädoyer für einen großen deutschen Weinberg in den Händen. Nach Jahrzehnten erlangt der Bernkasteler Doctor im eigenen Land die Aufmerksamkeit, die er in der internationalen Weinwelt schon lange hat. Manchmal zählt der Prophet im eigenen Land nicht – im Falle des Bernkasteler Doctors ist gerade ein Wandel im Gange.

Weitere Infos unter www.wegeler.com

Volle Kanne – Service täglich

ZDF, Montag, 30.03., 09:05 – 10:30 Uhr

Beide Akteure sind Synchronsprecher des neuen Animationsfilms ‚Monster vs. Aliens‘. Der gebürtige Hannoveraner ist bundesweit als Satiriker, Kolumnist, Autor und Schauspieler bekannt. Seinen bundesweiten Durchbruch feierte er mit der Satire-Sendung ‚Kalkofes Mattscheibe‘. Dafür erhielt Oliver Kalkofe 1996 den Adolf-Grimme-Preis. Außerdem spielte er die Hauptrolle in den Kino-Filmen ‚Der Wixxer‘ und ‚Neues vom Wixxer‘. Diana Amft wurde durch die Hauptrolle in den beiden Filmen ‚Mädchen, Mädchen‘ und dessen Fortsetzung bekannt. Im Fernsehen ist sie zurzeit in ‚Doctor’s Diary‘ zu sehen. Außerdem stand Diana Amft bereits für ‚Das Traumschiff‘ und ‚Die Tudors‘ vor der Kamera.
Top-Thema: Kombipräparate in der Kritik
Einfach lecker: Pochierte Eier auf Blattspinat
Kochen mit Armin Roßmeier
Tier & Wir: Krötenwanderung
PRAXIS täglich: Furunkel
Reportage: Die Butler-Schule

Volle Kanne – Service täglich

ZDF, Dienstag, 10.02., 09:05 – 10:30 Uhr

Heute zu Gast im Studio: Schauspieler Simone Thomalla und Kai Schumann. Bereits mit 15 Jahren hatte Simone Thomalla ihre erste Rolle in einer DFF-Produktion. Der TV-Sechsteiler ‚Die Durchreise‘ von Peter Weck bescherte der gebürtigen Leipzigerin 1992 bundesweit den Durchbruch. Zuschauer kennen sie auch aus TV-Erfolgsserien wie ‚Unser Lehrer Dr. Specht‘, ‚Ein Bayer auf Rügen‘ und als Kommissarin Eva Saalfeld im Leipziger ‚Tatort‘.
Schauspieler Kai Schumann kann auf zahlreiche Engagements in deut-schen Theatern zurückblicken: So spielte er am Landestheater Tübingen und später am Staatstheater Stuttgart. Fernsehzuschauer kennen den Dresdener zum Beispiel aus Serien wie ‚Küstenwache‘, ‚SOKO Köln‘ oder ‚Doctor’s Diary‘. Zusammen mit Schauspielkollegin Simone Thomalla ist Kai Schu-mann aktuell in dem Fernsehfilm ‚Pretty Man‘ zu sehen.
Top-Thema: Cyber-Mobbing
Einfach lecker: Tortellini à la Crème (aus ‚Das große Fressen‘)
Kochen mit Armin Roßmeier
Reportage: Berlinale-Partyhopping mit Olivia Jones
PRAXIS täglich; Morbus Scheuermann
Wohnen & Design: Hausbesuch bei Bernhard Brink

Äpfel gegen Hochdruck

Apfel-Fans leiden seltener an Bluthochdruck

Wer regelmäßig Äpfel, Apfelsaft und andere Apfelprodukte konsumiert, leidet seltener an hohem Blutdruck, berichtet die „Apotheken Umschau“.
US-Amerikanische Forscher fanden heraus, dass das Bluthochdruck-Risiko bei Apfelessern um ein Drittel verringert ist. Der angelsächsische Volksmund kennt den gesundheitlichen Nutzen des Apfels schon lange: „An apple a day keeps the doctor away“, heißt es dort: Täglich ein Apfel, und du brauchst keinen Arzt.

Der Berkasteler Doctor und wie er als Heilmittel zu seinen Ehren kam

Die Kräfte der Säfte beschäftigen die Menschen seit vielen hundert Jahren. Doch kaum ein Saft hat so viel Kraft wie jener, der aus den Früchten des Rebstocks gewonnen wird. Seit Menschengedenken wird der vergorene Traubensaft als Stärkungsmittel eingesetzt. Auch in der Geschichte der Weingüter Wegeler spielt der Wein als Heilmittel eine bedeutende Rolle. Und daran ist allein der „Doctor“ schuld – ein sagenhafter Wein, der wie kein anderer Weingeschichte geschrieben hat. Er wächst an der Mosel, im weltberühmten Bernkasteler Doctorberg, und soll bereits im Jahre 1630 einem Mann von Adel das Leben gerettet haben. Seitdem ist die Berkasteler Doctor-Sage einfach nicht tot zu kriegen. Der Doctor-Wein gehört seitdem zu den häufig verteilten Geschenken am Krankenbett und in Arzt-Praxen. Auch als Mitbringsel unter Kollegen der heilenden Zunft erfreut sich der mehrfach ausgezeichnete Mosel-Tropfen großer Beliebtheit. Doch die Geschichte, die sich um den sagenhaften Wein rankt, ist nicht allen Schenkenden und Beschenkten bekannt. Sogar Weinliebhaber kennen oft nur den flüssigen Stoff, aus dem die Träume sind. Wie es zu seinem Namen kam, wissen sie nicht. Das soll sich ändern. Hier ist die Kurzfassung für die Freunde des Doctor-Weins und alle, die es werden wollen.

Als Erzbischof Bohemund von Trier so krank danieder lag, dass die Ärzte trotz aller Arzneien und Kuren an seiner Genesung verzweifelten, ließ dieser bekannt geben, wer ein wirksames Mittel gegen das Fieber habe, möge es ihm bringen. Eine hohe Belohnung sei ihm gewiss. Fortan fanden sich täglich Apotheker mit Wunderkästen und alte Weiblein mit Heilkräutern ein, doch niemand gelang es, den Erzbischof zu kurieren. Es ging schon weit in den Sommer hinein, und die Ärzte fürchteten, der Herbst würde den ehrwürdigen Herrn wohl ins Grab legen, da eilte ein alter Ritter aus dem Hunsrück herbei. Auf den Schultern trug ein Fass von dessen Inhalt er meinte, das werde Seiner Gnaden wohl bekommen und ihn vom kalten Fieber heilen. Langsam und mit ersichtlichem Behagen sog Bohemund den Duft des golden glänzenden Rebensaftes ein und trank fortan regelmäßig seine Medizin. Als dann der Kranke noch ein paar Tage von dem köstlichen Trunke genossen hatte, wich das Fieber, und gar bald stand er auf und war gesund wie zuvor. Der Ritter aber, um seinen Lohn gefragt, bat den Erzbischof, dem Wein, der auf den Bergen Bernkastels wachse, den Doktor-Titel zu verleihen. Darauf hin ließ Bohemund der ritterlichen Arznei einen Doktorbrief mit allen Siegeln ausstellen und dem Heiler feierlich überreichen. Seit diesem Tag trägt der besagte Wein den Namen Bernkasteler Doctor und soll schon vielen Leidenden geholfen, neue Kraft gespendet und trübe Gedanken vertrieben haben.

Was den „Doctor“ noch so ganz besonders macht

Die Gründe für die hervorragende Qualität der Weinlegende von der Mosel lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Durch seine bevorzugte Südwestlage mit einer Hangneigung von 35 bis 45 Grad ist der Doctorberg regelmäßig einer ganztägigen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Im Osten und im Norden bieten Wälder Schutz vor kalten Winden. Im Süden reflektiert die Mosel die Sonnenstrahlen und wirft sie direkt in den Weinberg zurück. Der Schieferverwitterungsboden wirkt wie ein Wärmespeicher, der schnelles Wachstum fördert und sich nur langsam wieder abkühlt. Und schließlich tun die Schieferdächer von Bernkastel gute Dienste. Sie halten die Wärme auf natürliche Weise fest und verringern die Abkühlung in der Nacht.
Nicht erst in unseren Tagen wurde den Doctorweinen große Ehren zuteil. Im Jahre 1892 bestellte das englische Königshaus erstmals. Diese Order löste weitere Nachfrage in der englischen Hofgesellschaft aus. Als 1907 der Lord Mayor aus London Kaiser Wilhelm II. zum Festmahl in die Guildhall einlud, wurde als besondere Köstlichkeit eine „Berncasteler Doctor Auslese“ gereicht. Auch in den USA, wo man im Weingeschmack dem englischen Beispiel folgte, stieg die Nachfrage. Wiederholt spielte der berühmte Moselaner später dann auch unter deutschen Politikern eine ganz spezielle Rolle, zum Beispiel wenn es galt, die Kommunikation zu verbessern. So nahm Konrad Adenauer zu seinem Staatsbesuch bei Präsident Eisenhower ein paar Flaschen Doctor mit. Und schließlich ist auch die jüngste Weingeschichte voll des Lobes, was den Doctorwein betrifft. Einer der ganz großen Doctor-Fans ist Michael Broadbent, lange Jahre Weinauktionator bei Christie’s in London.

Einhundert Reichsmark zahlten die Weingüter Wegeler bereits vor über 100 Jahren für einen Weinstock im Doctor-Berg. Das ist die bis heute teuerste Transaktion in Sachen Reben in der deutschen Weingeschichte. Heute halten drei Familien die weltberühmte Weinbergslage Bernkasteler Doctor. Seit über 100 Jahren sind die Wegelers und die Müller-Burggraeffs gemeinsam mit der Familie Thanisch im Doctor aktiv. Alle drei Familien haben viel für das Image und den Bestand des Spitzen-Weinbergs getan und ihn aus allen Skandalen heraus gehalten. Als Botschafter für die Mosel und ihre Weine sind sie weltweit unterwegs.
Bis heute ist der Bernkasteler Doctor führend unter den Moselweinen und kommt immer dann auf die Agenda und ins Glas, wenn im internationalen Vergleich nach Spitzenprodukten gefragt wird. Erst kürzlich hob die Zeitschrift „Decanter“, die Bibel unter den Fach-Publikationen, eine Spätlese aus dem Hause Wegeler mit Höchstbewertungen aufs Siegertreppchen. Beim renommierten „Wine Spectator“ in New York war ein Doctor-Wein aus dem Jahrgang 2003 als einziger Moselwein unter den Top Ten Deutschlands. Und Ende 2006 kürte der Weinführer Gault Millau eine 2005er Doctor Trockenbeerenauslese der Weingüter Wegeler mit 99 Punkten zu den Top Ten Weinen Deutschlands.

Teuerster Weinberg der Welt unter dem Hammer

Nicht nur Weinfachleute wissen: Der Bernkasteler Doctor ist etwas ganz Besonderes. Wie kein anderer hat der weltberühmte Weinberg in Berkastel an der Mosel Weingeschichte geschrieben. Gerade fand ein neues Kapitel seinen Abschluss. Zehn Jahre lang dürfen die Traditionsbetriebe Weingüter Wegeler und Müller-Burggraeff neben ihrem angestammten Besitz im Doctor-Weinberg jeweils noch eine weitere Parzelle im Doctor bewirtschaften. Die heißbegehrten Filetstückchen gehören der örtlichen Heilig-Geist-Stiftung und waren zur Pacht ausgeschrieben. So ging ein mit 880 Rebstöcken besetztes Areal, das 1162 m2 misst, für EUR 5,50 pro Quadratmeter und Jahr jetzt an die Wegelers. Die Parzelle, die den Müller-Burggraeffs zugesprochen wurde, umfasst 1450 m2 und schlägt mit EUR 5,30 pro Quadratmeter und Jahr für das Weingut zu Buche.

Erfahrung und langjähriges Engagement siegen über Kommerz und kühne Träume
Einhundert Reichsmark zahlten die Weingüter Wegeler bereits vor über 100 Jahren für einen Weinstock im Doctor-Berg. Das ist die bis heute teuerste Transaktion in Sachen Reben in der deutschen Weingeschichte. Heute halten drei Familien die weltberühmte Weinbergslage Bernkasteler Doctor. Seit über 100 Jahren sind die Wegelers und die Müller-Burggraeffs gemeinsam mit der Familie Thanisch im Doctor aktiv. Zu ihrer Freude hat sich der 13-köpfige Stiftungsrat bei der gerade erfolgten Parzellen-Vergabe ganz bewusst für zwei etablierte Bieter aus Bernkastel entschieden. Den Zuschlag erhielten das Weingut Müller-Burggraef und die Weingüter Wegeler. Beide Betriebe wurden unter den

Letzt-Bietenden in geheimer Abstimmung ausgewählt. Auch Winzer aus benachbarten Regionen, die mit Hilfe ausländischer Geldgeber weitaus mehr Geld auf den Tisch gelegt hätten, waren unter den Interessenten. Doch wie die aktuelle Entscheidung zeigt, haben hier die Erfahrung und das Engagement der Etablierten über den reinen Kommerz gesiegt. Alle drei Familien haben viel für das Image und den Bestand des Spitzen-Weinbergs getan und ihn aus allen Skandalen heraus gehalten. Als Botschafter für die Mosel und ihre Weine sind sie weltweit unterwegs. Das kostet mehr als körperlichen Einsatz. Und das kommt jetzt zurück. Die Freude über den Zuschlag ist groß und zeigt den Beteiligten, dass die Investitionen, die sie in die Imagepflege und die Vermarktung ihrer Weinberge stecken, gewürdigt und gefördert werden.
Als Ergebnis des Engagements der Doctor-Winzer kann die Heilig-Geist-Stiftung bis zum heutigen Tag Pachterlöse erzielen, die ein Vielfaches über dem Durchschnitt der Erlöse im übrigen Moseltal liegen. Somit profitieren auch die von der Stiftung Bedachten langfristig von den Aktivitäten der erprobten Bewirtschafter des Doctor-Bergs. Und das selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in denen auch Top-Weine nur mit großen Anstrengungen ihren Absatz auf dem Weltmarkt finden.

Bis heute ist der Bernkasteler Doctor führend unter den Moselweinen und kommt immer dann auf die Agenda und ins Glas, wenn im internationalen Vergleich nach Spitzenprodukten gefragt wird. Erst kürzlich hob die Zeitschrift „Decanter“, die Bibel unter den Fach-Publikationen, eine Spätlese aus dem Hause Wegeler mit Höchstbewertungen aufs Siegertreppchen. Beim renommierten „Wine Spectator“ in New York war ein Doctor-Wein aus dem Jahrgang 2003 als einziger Moselwein unter den Top Ten Deutschlands. Und vor wenigen Tagen kürte der Weinführer Gault Millau eine 2005er Doctor Trockenbeerenauslese der Weingüter Wegeler mit 99 Punkten zu den Top Ten Weinen Deutschlands.

Die Gründe für die hervorragende Qualität der Weinlegende von der Mosel lassen sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Durch seine bevorzugte Südwestlage mit einer Hangneigung von 35 bis 45 Grad ist der Doctorberg regelmäßig einer ganztägigen Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Im Osten und im Norden bieten Wälder Schutz vor kalten Winden. Im Süden reflektiert die Mosel die Sonnenstrahlen und wirft sie direkt in den Weinberg zurück. Der Schieferverwitterungsboden wirkt wie ein Wärmespeicher, der schnelles Wachstum fördert und sich nur langsam wieder abkühlt. Und schließlich tun die Schieferdächer von Bernkastel gute Dienste. Sie halten die Wärme auf natürliche Weise fest und verringern die Abkühlung in der Nacht.

Nicht erst in unseren Tagen wurde den Doctorweinen große Ehren zuteil. Im Jahre 1892 bestellte das englische Königshaus erstmals. Diese Order löste weitere Nachfrage in der englischen Hofgesellschaft aus. Als 1907 der Lord Mayor aus London Kaiser Wilhelm II. zum Festmahl in die Guildhall einlud, wurde als besondere Köstlichkeit eine „Berncasteler Doctor Auslese“ gereicht. Auch in den USA, wo man im Weingeschmack dem englischen Beispiel folgte, stieg die Nachfrage. Wiederholt spielte der berühmte Moselaner später dann auch unter deutschen Politikern eine ganz spezielle Rolle, zum Beispiel wenn es galt, die Kommunikation zu verbessern. So nahm Konrad Adenauer zu seinem Staatsbesuch bei Präsident Eisenhower ein paar Flaschen Doctor mit. Und schließlich ist auch die jüngste Weingeschichte voll des Lobes, was den Doctorwein betrifft. Einer der ganz großen Doctor-Fans ist Michael Broadbent, lange Jahre Weinauktionator bei Christie’s in London.