Gault Millau 2007 – Niedersachsen

Langostinos mit Bananen-Schaschlik

Bester Koch in Niedersachsen: Thomas Bühner in Osnabrück – Dieter Grubert in Hannover kocht sich im neuen Gault Millau in die deutsche Küchenspitze – Weitere Aufsteiger: Kai Bachmann in Hannover, Ernst-August Gehrke in Bad Nenndorf, Markus Kebschull in Cuxhaven, Hartmut Leimeister in Wolfsburg und Carsten Kindermann in Rastede

Dieter Grubert vom „Titus“ in Hannover ist für die französische Gourmet-Bibel Gault Millau der kulinarische Aufsteiger des Jahres in Niedersachsen. In der gehobenen Küche des Landes sieht die jetzt erscheinende Deutschlandausgabe 2007 deutliche Fortschritte.
Gruberts „leichte, phantasievolle Küche ist derzeit die beste in Hannover,“ schwärmen die Tester und loben, dass „er Reservierungswünsche absagt, wenn er die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht sieht“. Für „große brasilianische Langostinos mit herzhaftem Zwiebelkompott (mit Biss!) und hinreißendem „Bananen-Schaschlik“, Seeteufelbäckchen mit fast rohen Jacobsmuschel und betörendem, mit Olivenöl angemachtes Petersilienwurzelpüree oder Milchkalbsrücken mit Morcheln, Kohlrabi und Bitterschokolade“ bekam er vom Gault Millau, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 17 von 20 möglichen Punkten, die für „höchste Kreativität und Qualität“ stehen.

Ihre 17 Punkte aus dem Vorjahr verteidigten mit beeindruckenden Gerichten: Hellmuth Bittlingmaier vom „Apicius“ in Bad Zwischenahn („das Nebeneinander von internationaler und regionaler Küche verschafft genussvolle Abwechslung: von der Zwischenahner Räucheraalsuppe bis zum Rochenflügel auf Calvados/Kapern-Butter“), Götz Knauer vom „Torschreiberhaus“ in Stadthagen („Steinbutt in Senflack mit schön körnigem Erbspüree“), Andreas Klatt vom „Vila Real“ in Osnabrück („geräucherte Taubenbrust auf Apfelsalat und kugelrunde Praline aus Herz und Leber, dazu ein Gläschen mit exzellenter Entenlebermousse und etwas Akazienhonig“), Lars Keiling als Nachfolger des zum Küchendirektor des Hauses beförderten Achim Schwekendiek im „Schlosshotel Münchhausen“ in Aerzen („Seezunge und Kaisergranat mit krossem Bauchspeck und jungen Erbsen“) und Hans Sobotka vom „Endtenfang“ in Celle („geeiste Sangria mit Pattaya-Mango und gebackenem Pralineneis“).

Eine höhere Note als das Sextett verdienen nach dem Geschmack der Franzosen in Niedersachsen nur Thomas Bühner vom „La Vie“ in Osnabrück und Sven Elverfeld aus dem „Aqua“ im „Ritz-Carlton-Hotel“ in Wolfsburg.

Der im April 2006 mit fast seiner kompletten Brigade aus dem „neureichen Palazzo Prozzo der Dortmunder Spielbank in das altreiche klassizistische Kaufmannspalais gewechselte“ Bühner lässt „bei Hummer-Carpaccio mit Limonenespuma, drolligen Passionsfruchtnudeln, süßem Pesto, Erdnüssen und Kokosraspeln oder bei mit Meersalz gewürzten Erdbeeren auf Parmesanschaum seinen avantgardistischer Schalk aufblitzen“. Aber er bot auch „gelassene, ausgereifte, formvollendete Kreationen von schlichter Schönheit, die höchsten Genussansprüchen genügen – wie etwa die getrüffelte Pastete von der Rotbarbe im leichten Tomaten/Koriander-Sud oder der mit Wildkräutern dekorierte geröstete Steinbutt in leichter Olivenölsauce mit Kapern und Aprikosenstücken“. Er wurde mit 19 Punkten geehrt. Eine höhere Note haben in Deutschland nur 4 Köche, die 19,5 Punkte erhielten.

Der „um keine raffinierte Würze verlegene“ Elverfeld rechtfertigte seine 18 Punkte aus dem Vorjahr durch „marinierten Thunfisch mit Sauerampfersud, Pattaya-Mango und Essig-Karotten sowie Rochenflügel, der auf einer luftigen Kartoffelschmelze mit Pinienkernen liegt und ist von einer aus vielen Scheibchen von eigens importierten Andalusischen Tomaten zusammengesetzten Scheibe bedeckt ist“.

Auf 16 Punkte, die einen „hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“ bedeuten, steigerten sich Kai Bachmann vom „Tropeano Vino“ in Hannover, Ernst-August Gehrke vom „La Forge“ in Bad Nenndorf, Markus Kebschull vom „Sterneck“ in Cuxhaven und Hartmut Leimeister vom „La Fontaine“ in Wolfsburg. Auf 15 Punkte verbesserte sich Carsten Kindermann vom Restaurant „Das weiße Haus“ in Rastede.

Die Tester beschrieben und bewerteten dieses Jahr insgesamt 54 Restaurants in Niedersachsen. 46 Küchenchefs zeichneten sie mit einer oder mehreren Kochmützen aus, wofür die Künstler am Herd mindestens 13 von 20 möglichen Punkten erreichen mussten, was einem Michelin-Stern nahe kommt. Das schafften auch die erstmals bewerteten Restaurants „Ritter St. Georg“ in Braunschweig (14 Punkte) und „Altera“ in Oldenburg (13 Punkte).

Im Vergleich zur Vorjahrsausgabe servierte der wegen seiner strengen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen gefürchtete, von den Feinschmeckern mit Spannung erwartete Gault Millau zwischen Harz und Heide 5 langweilig gewordene Restaurants ab und nahm 4 inspirierte Küchen neu auf; 9 wurden höher, 7 niedriger bewertet. 2 Küchenchefs verloren die begehrte Kochmütze.

Außerdem testete der im Münchner Christian Verlag erscheinende Reiseführer für Genießer (900 Seiten, 30 €) die beiden nobelsten Kreuzfahrtschiffe der Welt: die „Seven Seas Voyager“, deren Küche der junge Brandenburger Cornel Ruhland dirigiert (zuvor im Club Aldiana in Tunesien), und die „Crystal Serenity“ mit dem US-japanischen Starkoch Nobu Matsuhisa. Ferner beschreibt und klassifiziert er 420 Hotels.

Die 25 besten Restaurants des Gault Millau in Niedersachsen

1. La Vie in Osnabrück (19 Punkte),
2. Aqua in Wolfsburg (18 Punkte),
3. Schlosshotel Münchhausen in Aerzen,
Endtenfang in Celle,
Titus* in Hannover,
Vila Real in Osnabrück,
Torschreiberhaus in Stadthagen,
Apicius in Bad Zwischenahn bei Oldenburg (alle 17 Punkte),
9. Palio in Celle,
Sterneck* in Cuxhaven,
Schillingshof in Friedland,
Biesler Weinstube, Gastwirtschaft Wichmann und Tropeano Vino* in Hannover,
Zum Heidkrug in Lüneburg,
La Forge* in Bad Nenndorf,
La Fontaine* in Wolfsburg (alle 16 Punkte),
18. Allerkrug in Celle,
Altes Jagdhaus Joachim Stern in Hannover,
Landhaus Götker in Lembruch,
Novalis in Nörten-Hardenberg,
Das weiße Haus* in Rastede,
Sülbecker Krug in Stadthagen,
Pades Restaurant und Bistro am Dom in Verden (alle 15/20)

* Aufsteiger

Weihnachtsmann-Meisterschaft in Celle

Er fliegt mit seinem Schlitten durch die Luft,
schiebt sich durch enge Schornsteine, Milch und Kekse sind sein
Leibgericht, er muss jedes Kind mit Namen kennen und immer bester
Laune sein. Weihnachtsmann zu sein ist seit ewiger Zeit ein
Knochenjob.

In den drei Kategorien Profi-, Fun-Weihnachtsmänner und
Weihnachtsfrauen werden am 02. Dezember, bei der wohl ersten
deutschen Weihnachtsmann-Meisterschaft, die Teilnehmer im
niedersächsischen Celle auf die Probe gestellt. Die Kandidaten müssen
sich in den Bereichen: Authentizität, Standards und Akzeptanz den
kritischen Augen einer Jury von Erwachsenen und Kindern stellen. Mit
der Weihnachtsmann-Meisterschaft wird auch der attraktive
Weihnachtsmarkt in der Celler Altstadt eröffnet.

„Es haben sich bereits rund 45 Teilnehmer aus fast ganz
Deutschland angemeldet“, erklärt Organisator Alexander Hass von der
Tourismus Region Celle. „Es wird ein tolles Spektakel mit unglaublich
witzigen Wettbewerben und als Hauptpreis winken 2000 Euro in bar“,
verspricht Hass. In der Kategorie „Fun-Weihnachtsmänner“ werden vom
Hauptpartner „Das Örtliche“ 100 komplette Weihnachtsmannoutfits
kostenlos zur Verfügung gestellt.

Wie jetzt der Veranstalter mitteilt, wird in einer Disziplin eine
Schneekanone eine grosse Rolle spielen. Bereits am 06. Oktober hat
Celle in einem Weihnachtsmann-Casting seinen Weihnachtsmann gewählt.
Gewonnen hatte dabei Kai Schild aus Peine „Inzwischen haben weitere
Städte in Deutschland ebenfalls ein solches Casting veranstaltet.
Jetzt hoffe ich, dass sich diese Städte melden und Ihre Kandidaten
bei uns ins Rennen schicken“, ergänzt Hass.

Anmeldungen für die Weihnachtsmann-Meisterschaft nimmt die TRC
weiterhin unter
www.weihnachtsmann-meisterschaft.de entgegen.

Das Angola Freundschaftsfestival

Schon wieder erlebt Celle seinen Ausnahmezustand,
wenn vom 16.-18. Juni das Angola Freundschaftsfestival stattfindet.
Gleich auf zwei Plätzen, dem Gr. Plan & der Stechbahn wird an diesem
Wochenende die WM, aber besonders die angolanische Nationalmannschaft
gefeiert.

In der Fachwerkhausstadt jagt ein Höhepunkt den Nächsten.
Ein besonderes Highlight wird die Autogrammstunde der National-Elf
aus Angola am Samstag. Neben spielerischen Aktivitäten von Beach
Soccer, über Speed-Kicken bis zu „Wer wird Kickonär“, kochen außerdem
der TV-Koch Wolfgang Kohlhepp (VOX) & Sternekoch Sobotka
(Fürstenhof), zusammen mit ihren angolanischen Kollegen, für einen
guten Zweck.

In Zusammenhang mit der öffentlichen Autogrammstunde des
WM-Teams Angola treten die weltberühmten Akrobaten „Caesar-Twins“ in
der Residenzstadt auf.

„Wir finden die angolanischen Fußballer
einfach sympathisch“ verraten die Zwillinge Kerstin Stoffel vom
Presseteam. Einmal mehr zeigt Celle bundesweit, was es heißt, ein
guter Gastgeber zu sein. Die Residenzstadt mausert sich so immer mehr
zur geheimen Landeshauptstadt Niedersachsens, so OB Biermann.

Allein aus Angola kommen an diesem Wochenende mehr als 2000
angolanische Fußballfans in die Residenzstadt Celle. Die Tourismus
Region Celle GmbH stellt mehr als 30 Busse in Hannover zur Verfügung,
damit die Fans aus Angola den Weg in die Fachwerkstadt finden.
Ein
Team von Schauspielern wird in barockem Outfit die Busse in Celle
begrüßen. Darüber hinaus werden rund 100 angolanische Künstler in
Celle auf verschiedenen Bühnen ein umfangreiches & buntes
Showprogramm von Rap/HipHop über Folklore bis zum Staatsballett
präsentieren und gemeinsam mit den Cellern ihre Nationalhelden
feiern. Am Sonntag öffnen die Geschäfte extra für die Angolaner zum
Verkaufsoffenen Sonntag in Celle.

Kunstmuseum Celle

Celle ist um ein architektonisches „Prachtstück“ reicher: Das
erste 24-Stunden-Kunstmuseum der Welt glänzt jetzt mit einem
gläsernen Foyerkubus. Der neue Anbau lockt tagsüber in elegantem Weiß
zur Kunst und nachts als farbig leuchtender Kristall. Er setzt damit
ein unübersehbares Signal für das einzigartige Konzept des Museums:
Kunst rund um die Uhr für die Bürger und Besucher der Stadt, aber
ohne zusätzliche Personalkosten.

Private Initiative, eherenamtliches
Engagement und die Kraft der Idee machen es möglich – ein
buchstäblich leuchtender Beweis dafür, dass trotz knappen
Kulturbudgets Innovationen in der Museumslandschaft möglich sind.

Im
Zuge der architektonischen Neugestaltung hat das Kunstmuseum Celle
auch im Inneren gewonnen: Das Haus wirkt insgesamt größer, ruhiger,
luftiger. Es verfügt jetzt über mehr als 1000 Quadratmeter
Ausstellungsfläche auf drei Etagen. Am Tag, zu den regulären
Öffnungszeiten, zeigt das Museum ganz klassisch Malerei, Grafik,
Skulpturen, Licht- und Objektkunst aus der Sammlung Robert Simon.
Dazu kommen regelmäßig Sonderausstellungen mit moderner und
zeitgenössischer Kunst.

Wenn sich abends die Türen schließen, lohnt
sich trotzdem ein Besuch. Im und am Gebäude übernimmt internationale
Lichtkunst die Regie. Die nachtaktiven Werke entdecken die Besucher
von außen: beim Blick auf und durch die gläserne Fassade des Museums.

Am Sonnabend, 10. Juni, werden die neuen Räume des Kunstmuseum Celle
durch den Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsen Walter Hirche
eröffnet.
Am folgenden Sonntag, 11. Juni, öffnet das Haus seine Türen
wieder für das Publikum. Am Tag und bei Nacht – eine spannende
Adresse für zeitgenössische Kunst in Norddeutschland.

Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon,
Schlossplatz 7,
29221 Celle
am Tag | im Museum: Dienstag bis Sonntag 10 – 17 Uhr
bei Nacht | von außen: Täglich 17 – 10 Uhr
www.kunst.celle.de

Neue Sterne im Michelin-Führer Frankreich 2006

Die folgenden Häuser erhalten jeweils einen neuen
Michelin Stern:

Departement
Ort Haus
Anzahl
neue
Sterne

35 Cancale Maisons de Bricourt 3
62 Béthune / Busnes Le Château de Beaulieu 2
84 Bonnieux La Bastide de Capelongue 2
74 Megève Flocons de Sel 2
75 Paris 8e Senderens 2
75 Paris 16e La Table de Joël Robuchon 2
64 Pau / Jurançon Chez Ruffet 2
64 Ainhoa Ithurria 1
81 Albi L’Esprit du Vin 1
06 Antibes / Cap d’Antibes Les Pêcheurs 1
04 Barcelonnette / Jausiers Villa Morelia 1
21 Beaune Le Bénaton 1
21 Beaune / Pernand- Vergelesses Charlemagne 1
64 Biarritz Les Platanes 1
01 Bourg-en-Bresse / Péronnas La Marelle 1
83 La Cadière-d’Azur Hostellerie Bérard 1
83 La Celle Hostellerie de l’Abbaye de la Celle 1
95 Cergy-Pontoise /
Cormeilles-en-Vexin
Maison Cagna 1
37 Chinon / Marçay Château de Marçay 1
76 Clères / Frichemesnil Au Souper Fin 1
74 Cordon Les Roches Fleuries 1
73 Courchevel / La Tania Le Farçon 1
40 Dax Une Cuisine en Ville 1
39 Dole Bec Fin 1
2B Erbalunga Le Pirate 1
84 Joucas Le Mas des Herbes Blanches 1
59 Lille La Laiterie 1
72 Le Mans Beaulieu 1
77 Melun / Pouilly-le-Fort Le Pouilly 1
57 Metz La Citadelle 1
57 Metz L’Écluse 1
MC Monaco / Monte-Carlo La Coupole 1
MC Monaco / Monte-Carlo Joël Robuchon Monte-Carlo 1
54 Nancy Le Grenier à Sel 1
06 Nice Jouni „Atelier du Goût“ 1
06 Nice Kei’s Passion 1
30 Nîmes Le Lisita 1
75 Paris 4e Benoît 1
75 Paris 7e L’Atelier de Joël Robuchon 1
75 Paris 7e Gaya Rive Gauche par Pierre
Gagnaire
1
75 Paris 8e Stella Maris 1
75 Paris 9e Chez Jean 1
75 Paris 16e Le Pergolèse 1
75 Paris 16e Le Relais du Parc 1
22 Perros-Guirec La Clarté 1
30 Pont-du-Gard / Collias Hostellerie Le Castellas 1
14 Port-en-Bessin L‘ Écailler 1
43 Le Puy-en-Velay François Gagnaire 1
51 Reims Le Millénaire 1
13 Saint-Rémy-de-Provence La Maison Jaune 1
85 Saint-Sulpice-le-Verdon Logis de la Chabotterie 1
05 Serre-Chevalier /
Le Monêtier-les-Bains
L’Antidote 1
84 Vaison-la-Romaine / Roaix Le Grand Pré 1
73 Val-d’Isère Les Barmes de l’Ours 1
73 Val-Thorens L’Oxalys 1
62 Wimereux Epicure 1
57 Zoufftgen La Lorraine 1

Gault Millau Niedersachsen – Sven Elverfeld weiterhin Spitze

Nr. 1 in Niedersachsen: Sven Elverfeld in Wolfsburg mit Rochenflügel auf Apfel-Couscous

Wie im Vorjahr mit 18 Punkten bewertet wurde Sven Elverfeld vom „Aqua“ in Wolfsburg: „Bewundernswert, wie er mit nie nachlassender Leidenschaft die Küche Jahr für Jahr steigert. Als willkommener Kontrapunkt zur Eleganz und Aromen-Symphonik typischer Aqua-Zubereitungen wie etwa der Rochenflügel mit Pistazien/Nuss-Butter und Apfel-Couscous kam Herzhaftigkeit hinzu, beispielsweise durch den mit Mandelöl pochierten Wildlachs mit Stampfkartoffeln und jungem Lauch.“ Sven Elverfeld arbeitet mit HAIKU Kochmessern von Chroma Cutlery.

Ihm folgen auf Rang 2 der kulinarischen Hitparade in Niedersachsen 7 Köche mit 17 Punkten: Hellmuth Bittlingmaier vom „Apicius“ in Bad Zwischenahn („untadelig die Jacobsmuscheln auf gewagtem, aber gekonntem Labskaus“), Friedrich Eickhoff vom „Landhaus Götker“ in Lembruch („Gugelhupf von der Gänseleber mit Quitten/Ingwer-Gelee“), Hans-Peter Engels vom „La Vie“ („Langostinos und gebackener Schweinsfuß mit dicken Bohnen in Minzgelee“) und Andreas Klatt vom „Vila Real“ in Osnabrück („exzellente Kartoffelschaumsuppe mit Jacobsmuscheln und Périgordtrüffel“), Götz Knauer vom „Torschreiberhaus“ in Stadthagen („Schweinsbäckchen mit Honig/Lavendel-Lack zu grünem Spargel und Zitronenpüree“), Achim Schwekendiek vom „Schlosshotel Münchhausen“ in Aerzen („in Vanille pochierte Taubenbrust auf einem teils samtigen, teils knackigen Rauchmandelpüree“) und Hans Sobotka vom „Endtenfang“ in Celle („Suppe von Meeresfrüchten mit einer umwerfend sündigen Safran/Kapern-Mayonnaise“).

In deren Verfolgerfeld erkochten sich Helmut Griebl vom „Palio“ in Celler Hotel „Fürstenhof“ sowie Dieter Grubert vom „Titus“ und Arndt Weick von der „Gastwirtschaft Wichmann“ in Hannover 16 Punkte.

Wie Elverfeld in Wolfsburg verteidigten ihre 18 Punkte des letzten Jahres auch die 6 Baden- Württemberger Josef Bauer vom „Landgasthof Adler“ in Rosenberg, der das Gault Millau-„Menü des Jahres“ als Musterbeispiel für „Kreativität ohne Allerweltsaromen“ bietet, Albert Bouley vom „Waldhorn“ in Ravensburg, Claus-Peter Lumpp vom „Bareiss“ in Baiersbronn, Bernhard Diers von der „Zirbelstube“, Martin Öxle von der „Speisemeisterei“ in Stuttgart und Christian Scharrer vom „Imperial“ im „Schlosshotel Bühlerhöhe“ in Bühl bei Baden-Baden; die beiden NRW-Köche Berthold Bühler von der „Résidence“ in Essen und Bernd Stollenwerk vom „Gut Lärchenhof“ in Pulheim bei Köln; die Bayern Martin Fauster vom „Königshof“ in München und Ingo Holland vom „Alten Rentamt“ in Klingenberg am Main; die Saarländer Christian Bau vom „Schloss Berg“ in Perl (Saarland) und Klaus Erfort vom „Gästehaus Klaus Erfort“ in Saarbrücken sowie Matthias Buchholz vom „First Floor“ in Berlin, Thomas Martin vom „Jacobs Restaurant“ in Hamburg und Jörg Müller vom „Restaurant Jörg Müller“ in Westerland (Sylt).

903 Restaurants ausgezeichnet, darunter 47 in Niedersachsen

Insgesamt bewertet der alljährlich wegen seiner strengen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen gefürchtete, von den Feinschmeckern mit Spannung erwartete Gault Millau in seiner neuen Ausgabe 1115 Restaurants, darunter 54 in Niedersachsen. Die 30 Tester, die stets anonym auftreten und dieses Jahr 287 600 € Spesen machten, verliehen 903 Luxuslokalen und Landgasthöfen, Bistros und Hotelrestaurants die begehrten Kochmützen. Dazu mussten die Köche mindestens 13 von 20 Punkten erreichen, was einem Michelin-Stern nahe kommt. Das schafften auch 47 in Niedersachsen.

Auch 99 Küchenchefs in den neuen Bundesländern erkochten diese Auszeichnung. An ihrer Spitze stehen mit 17 Punkten – neben dem Newcomer Schnurr – wie bisher Marcello Fabbri vom Restaurant „Anna Amalia“ in Weimar, Oliver Heilmeyer vom „17fuffzig“ in Burg (Spreewald) und Stefan Hermann vom „Caroussel“ in Dresden. Ihnen folgen mit 16 Punkten Thomas Abel vom „La Cheminée“ in Ilmenau und Detlef Schlegel vom „Stadtpfeiffer“ in Leipzig, die diese Note erstmals erhielten, sowie Claus Alboth von „Alboth’s Restaurant im Kaisersaal“ in Erfurt, Rene Bobzin von den „Rothen Forellen“ in Ilsenburg am Harz, Peter Knobloch vom „Meeresblick“ in Göhren auf Rügen, Carmen Krüger von „Carmens Restaurant“ in Eichwalde bei Berlin und Mario Pattis vom „Pattis“ in Dresden.

Da auch die Welt der Gourmandise im ständigen Wandel ist und die Plätze im Gourmetparadies immer wieder neu gerührt und erkocht werden, servierte der Gault Millau im Vergleich zur Vorjahrsausgabe 151 langweilig gewordene Restaurants ab und nahm 101 inspirierte Küchen neu auf. 180 Köche wurden höher als im letzten Guide bewertet, 128 niedriger. 45 Küchenchefs verloren die Kochmütze. In Niedersachsen wurden 9 besser und 5 schlechter beurteilt.

Außer dem Koch, dem Aufsteiger und der Entdeckung des Jahres kürte der Guide noch sechs weitere Würdenträger: als „Oberkellner des Jahres“ Gerhard Retter vom „Lorenz Adlon“ in Berlin, als „Sommelier des Jahres“ Stefan Weise vom „Vendôme“ in Bergisch Gladbach-Bensberg, als „Restaurateur des Jahres“ Karin Kaiser von der „Klostermühle“ in Ehrenkirchen bei Freiburg, als „Kochschule des Jahres“ die „Gusto Geschmackswerkstatt“ des außerordentlich kreativen Frank Buchholz vom „Buchholz“ in Mainz, als „Barkeeper des Jahres“ Ewald Stromer vom „Raffael’s“ im Kempinski Hotel Falkenstein in Königstein/Taunus sowie als „Hotelier des Jahres“ Christine und Michael Clausing vom „Zur Bleiche“ in Burg/Spreewald, weil Wellness in ihrem Haus „keine Mode, sondern Gesamtkunstwerk“ ist.

Außerdem testete der im Münchner Christian Verlag erscheinende Reiseführer für Genießer (892 Seiten, 30 €) wieder Kreuzfahrtschiffe, die für ihre gute Küche werben: die deutsche Luxusyacht „MS Europa“, die alle Küchenstile der Welt bietende „MS Westerdam“ der Holland-America-Linie und die vom Hollywood- Starkoch Wolfgang Puck beehrte japanische „MS Crystal Symphony“. Ferner beschreibt und klassifiziert er 420 Hotels.

Die 25 besten Restaurants des Gault Millau in Niedersachsen

1. Aqua in Wolfsburg (18 Punkte),
2. Schlosshotel Münchhausen in Aerzen,
Endtenfang in Celle,
Landhaus Götker in Lembruch,
La Vie und Vila Real in Osnabrück,
Torschreiberhaus in Stadthagen,
Apicius in Bad Zwischenahn bei Oldenburg (alle 17 Punkte),
8. Palio* in Celle,
Schillingshof in Friedland,
Biesler Weinstube, Gastwirtschaft Wichmann* und Titus* in Hannover,
Zum Heidkrug in Lüneburg (alle 16 Punkte),
14. Botheler Landhaus in Bothel,
Gasthaus Lege in Burgwedel,
Allerkrug und Postmeister in Celle,
Sterneck in Cuxhaven,
Altes Jagdhaus Joachim Stern** und Tropeano Vino** in Hannover,
La Forge in Bad Nenndorf,
Novalis in Nörten-Hardenberg,
Sülbecker Krug in Stadthagen,
Pades Restaurant und Bistro am Dom in Verden,
La Fontaine in Wolfsburg (alle 15/20)

* Aufsteiger,

** Neueröffnung

www.gault-millau.de
www.haiku-messer.de