Die Gastronomie steht 2026 vor ihrem vielleicht tiefgreifendsten Wandel. Der neue Food Trends 2026 Report von TheFork und NellyRodi zeigt keine isolierten Phänomene, sondern eine fundamentale Neuausrichtung:

Food Trends 2026
Restaurants werden zu sozialen Hubs, Technologie zum kreativen Partner und der Teller zur multimedialen Bühne. Für Gastronomen und Genießer gleichermaßen zeichnet sich ein Jahr der radikalen Innovation ab.
Die fünf Mega-Trends 2026 im Überblick
- Überfüllter Teller: Die Ästhetik des Essens wird radikalisiert
- Tiefen-Recherche der Herkunft: Rückbesinnung auf Authentizität und Langlebigkeit
- Neue Rolle von Restaurants: Vom Speiselokal zum sozialen Drehkreuz
- Erweiterte Erlebnisse: Musik, Marken und ungewöhnliche Locations
- Ganzheitlicher Einsatz von Technologie: KI als Co-Kreativ in der Küche
1. Überfüllter Teller: Die Sinnes-Revolution
Sensorisches Dining: Farben und Texturen im Extrem
Die Google-Suchen nach „Sensorisches Dining“ sind um 1.103 % gestiegen. 2026 wird der Teller zur multimedialen Erfahrung:
- Satte Farben: Lila von Ube und japanischen Trauben, Pink als Pop-Code
- Aufregende Texturen: „Knugging“, Geleestrecken, Aufgeblasenes, Schaumiges
- Beunruhigende Ästhetik: Core Food mit schwarzen Tellern, Schimmel-Exploration und transgressiven Elementen
Warum jetzt? In einer von Bildern übersättigten Ära muss der Teller sofort wirken. Jenseits des Instagram-Tauglichen entsteht eine neue Ästhetik, die bewusst schockiert und Emotionen auslöst.
Eiscreme und Kaffee als kulinarische Avantgarde
- Eiscreme: Wird zum Labor für Texturen und Geschmäcker (Sauerteig-Eis, fermentierte Sorbets, herzhafte Variationen)
- Kaffee: Entwickelt sich vom Getränk zur Zutat – mit Verkostungsflights, die mit Wein mithalten können
2. Tiefen-Recherche der Herkunft: Die Sehnsucht nach Echtheit
Historische Menüs und vergessene Rezepte
Die Google-Suchen nach „Historischen Menüs“ stiegen um +121 %. Konsumenten wollen:
- In historischen Restaurants speisen
- Jahrhundertealte Rezepte erleben
- Die Wurzeln der kulinarischen Moderne verstehen
Beispiel Deutschland: „Zur letzten Instanz“ in Berlin profitiert von diesem Trend.
Langlebigkeit: Das ultimative Ziel
- Personalisiertes Essen: Menüs basierend auf der individuellen Mikrobiota
- Funktionale Zutaten: Entengrütze, Makhana, antioxidative Algen
- Chrononutrition: An biologische Rhythmen angepasste Mahlzeiten
3. Neue Rolle von Restaurants: Sozialer denn je
Social-Augmented Orte
Restaurants werden zu Räumen für:
- Laufclubs, die mit Brunch enden
- „Listening Rooms“ mit Studio-tauglichen Soundsystemen
- Kompetitive Spiele und Gemeinschaftserlebnisse
Bäckereien werden zu hippen Restaurants
- Sauerteigbrot als Signature Dish
- Ganze Menüs rund um Mehle und Fermentationen
- Beispiel Berlin: Panorama Bar zeigt die Transformation der Bäckerei zur Nachtlokation
Doggy Bags werden zum Design-Objekt
- Sorgfältig gestaltetes Packaging als Markenerweiterung
- Kombination von Nachhaltigkeit und Ästhetik
- Die Restauranterfahrung wird nach Hause verlängert
4. Erweiterte Erlebnisse: Jenseits des Tellers
Soundsystem als neue Zutat
- +79 % Suchanfragen nach „Hi-Fi Restaurant“
- Japanisch inspirierte Listening Bars
- Musik wird zur narrativen Säule des Dining-Erlebnisses
Marken-Spots übernehmen
Neue Generation von Marken-Restaurants:
- Nespresso-Cafés als Technologie-Erlebnis
- Luxuslabel-Bars
- Bäckereien von Medienunternehmen
5. Tech & AI: Der intelligente Gastronomie-Partner
KI als kreativer Ingenieur
Restaurants nutzen KI:
- Zur Rezeptentwicklung und Menügestaltung
- Für Geschmacksprofil-Analysen
- Als visuelles Tool für Gerichtdesigns
Internationale Beispiele:
- Next, Chicago: KI-generierte Menüs
- The Alston, Chicago: KI-gestützte Rezeptkreation
- Earné, New York: KI-Präsentation von Gerichten
Personalisierte Gästebetreuung
- KI-gestützte Restaurantempfehlungen
- TheFork Socials für entdeckung durch das eigene Netzwerk
- Reservierbare Menüs zur Vorab-Planung
Deutschland im Fokus: Diese Restaurants sind vorne dabei
Berlin:
- Preeda: Multisensorischer Genuss-Ort
- Imaya: Mediterrane Techniken mit globalen Aromen
- Oukan Restaurant: Veganes Fine Dining mit Fermentation Lab
- Nobelhart & Schmutzig: Verantwortungsvolle, nachhaltige Küche
- Veronika: Im Fotografiska Museum
- Paris-Moskau: Historische Architektur meets moderne Kunst
Weitere deutsche Hotspots:
- Mela Kaffee (Stuttgart): Café mit eigener Rösterei
- Zwanzig23 by Lukas Jakobi (Düsseldorf): Regional, saisonal, Zero Waste
- BUDDELS Gasthaus (Hamburg): In der ältesten Straße Hamburgs
- Dinner im Rausch der Sinne (München): Multisensorisches Erlebnis
- Main Tower Restaurant (Frankfurt): Fine Dining in 187 Metern Höhe
Globale Küchentrends: Die Welt auf dem Teller
- Tiefgehende amerikanische Küche: +584 % Suchanfragen
- Japanische Küche: Zurück an der Spitze
- Traditionelle chinesische Küche: +63 % Suchanfragen
- Nostalgische deutsche Küche: +156 % Suchanfragen nach „German Specialties“
- „NWAAR“ Küche: Westafrikanisches Fine Dining (+87 % Suchanfragen)
Politische Küche: Essen mit Haltung
+50 % Suchanfragen nach „Eat for a Cause“. Restaurants wie Akub in London (moderne palästinensische Küche) setzen auf bewusste, politisch engagierte Gastronomie.
Fazit: Das Restaurant 2026 wird erwachsen
Die Trends für 2026 zeigen eine Branche, die ihre Identität fundamental neu definiert. Das Restaurant wird erwachsen: Es ist nicht länger nur Ort der Nahrungsaufnahme, sondern sozialer Knotenpunkt, kulturelle Plattform, Sinneslabor und technologischer Innovationsraum gleichzeitig.
Die erfolgreichen Gastronomen von morgen werden jene sein, die verstehen, dass sich Genuss, Gemeinschaft, Technologie und Verantwortung nicht ausschließen, sondern gegenseitig verstärken. Der Teller von 2026 erzählt eine Geschichte – und die beginnt lange bevor das Essen darauf landet.
*Quelle: TheFork x NellyRodi „Trends 2026“, Basis: Analysen von Google-Suchanfragen, Social-Media-Daten und Branchenexpertise.
Food Trends 2026
Zusammenfassung
Die Gastronomie steht 2026 vor ihrem vielleicht tiefgreifendsten Wandel. Der neue Food Trends 2026 Report von TheFork und NellyRodi zeigt keine isolierten Phänomene, sondern eine fundamentale Neuausrichtung:

