Bagdadbahn feiert 80jährigen Geburtstag

Im Taurus-Express durch die Türkei – Historische Bagdadbahn feiert 80jährigen Geburtstag

Sein westliches Pendant, der
Orient-Express, ist zwar deutlich älter und bekannter – wer aber einmal
mit dem Taurus-Schnellzug durch Kleinasien gereist ist, schwört auf
traditionelles „Reisefeeling“. Im kommenden Februar jährt sich die
Jungfernfahrt der einstigen „Bagdadbahn“ zum 80. Mal. Sie hat in
Istanbul ihren Ausgang und führt heute quer durch die Türkei nach
Gaziantep an der Grenze zu Syrien.

„Iyi Yolculuklar!“ – Gute Reise!

Eine Zugreise hat gegenüber moderneren Transportmitteln ihre Vorzüge:
vermittelt sie doch das beinahe ganz verloren gegangene, klassische
Reisegefühl. Wer mit der Bahn fährt, strebt nicht allein die möglichst
schnelle Ankunft an, sondern genießt auch das Dazwischen: Die Reise
selbst. Der Taurus-Express geht vorbildlich auf diesen Wunsch ein und
gibt Zeit und Gelegenheit, die vielfältigen Facetten der türkischen
Landschaft zu genießen.

Ausgangspunkt Istanbul

Einmal in Istanbul angekommen, wartet der Taurus-Express schon in der
eindrucksvollen Bahnhofshalle von Haydarpasa auf die Reisenden.
„Haydarpasa ist einzigartig. Der Bahnhof wirkt wie ein Schloss, das
mitten im Meer steht: Wenn man durch die Schalterhalle geht, erstreckt
sich der Bosporus vor einem“, erzählt Botschaftsrat Dr. Tahsin Yilmaz
vom Türkischen Informationsbüro für Kultur und Fremdenverkehr. Außerdem
herrscht eine freundliche und ruhige Atmosphäre. Erbaut wurde der
Bahnhof von den deutschen Architekten Otto Richter und Helmut Cono. Das
Bahnhofsgebäude enthält unterschiedliche Baustile, die sich von der
mitteleuropäischen Barockarchitektur bis hin zur Deutschen Renaissance
und der Neo-Klassizistischen Architektur erstrecken.

Von historischem Boden geht es los und auf historischem Boden verläuft
die Eisenbahntrasse – vorbei an zerklüfteten Felsen, durch unzählige
Tunnel, über schwindelerregend hohe Brücken; und immer wieder von
Deutschen erbaute Bahnhöfe. Wäre man mit dem Auto unterwegs, bekäme man
diese Orte wohl niemals zu Gesicht, erläutert Yilmaz. Die
Gastfreundschaft der Türkei spiegelt sich hier auch im Bordservice
wieder.

Auf den Spuren einer Legende

Mit dem Taurus-Express bereist man kulturell und landschaftlich
exotische Strecken auf einer Gesamtlänge von 1600 Kilometern. Die
wichtigsten Abschnitte verlaufen zwischen Istanbul und Gaziantep an der
Grenze zu Syrien über Eskisehir, Afyon, Konya, Karaman, Adana und
Osmaniye. Die Errichtung der Eisenbahnstrecke dauerte mehr als eine
Generation von 1903 bis 1940, die Strecke verlief ursprünglich über
Konya nach Bagdad. Obwohl eine Wiederaufnahme dieser Direktverbindung
angestrebt wurde und wird, konnte dieser Plan bis heute nicht umgesetzt
werden.

Stationen einer Reise

Zunächst führt die Reisestrecke entlang des Marmara-Meeres, anschließend
durch ländliche Gegenden bis nach Konya. Ein besonderes Highlight bildet
das Erklimmen des Taurusgebirges – bis nach Adana. Etwa einen Tag lang
ist man so unterwegs. Möchte man die Strecke durchgehend befahren,
empfiehlt sich ein Schlafwagenabteil, ansonsten sollte man sorgfältig
planen, um Tickets für die Tageszeit zu ergattern. Eine Übernachtung in
Konya ist empfehlenswert, um dort das bekannte Mevlana-Kloster zu
besichtigen. Andere Sehenswürdigkeiten wie die Moschee Alâeddin Camii,
stammen aus der Seldschuken-Zeit und zählen ebenfalls zu den bedeutenden
Bauwerken der türkischen Architektur.

Berühmte Passagiere

Wie im Orient-Express bereisten auch in der damaligen Bagdadbahn
zahlreiche Berühmtheiten die Länder des Morgenlandes, so etwa die
Krimi-Autorin Agatha Christie. Ihr Mann war um 1930 bei Ausgrabungen in
Syrien beschäftigt, und so bereiste sie die Ausgrabungsstätten dort
mehrmals über den Landweg. Die Reise verlief zunächst mit dem
Orient-Express von England über Paris und Wien nach Istanbul, und von
dort weiter in der Bagdadbahn – bis nach Syrien.

Weitere Informationen auf der Homepage http://www.goturkey.com

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