Frischer Meerrettich

Ätherische Öle sorgen für pikante Schärfe

Im Herbst hat der Meerrettich Saison. Die Wurzel entfaltet
ihre Schärfe, wenn durch Schneiden oder Raspeln die Zellen verletzt
werden. Dann treffen Enzyme auf Senfölglykoside und wandeln sie in
Senföle um, die für den charakteristischen Geschmack sorgen. In der
Natur schützen die ätherischen Öle die Pflanze vor Fressfeinden.
Menschen schätzen den scharfen typischen Geschmack als Zutat und
Beilage.

Der Meerrettich, in Bayern auch Kren genannt, kann bei vielen Speisen
Akzente setzen. Eine feine Meerrettichsoße ist eine wunderbare
Ergänzung zu Lachs, Forelle und hartgekochten Eiern. Dazu werden die
Wurzeln geschält, fein gerieben und mit Apfelraspeln unter steif
geschlagene Sahne gehoben. Das Wurzelgemüse passt aber auch gut zu
vegetarischen Gerichten mit Roter Bete und Chicorée.

Es gilt: Je frischer der Meerrettich, desto intensiver seine Würze.
Mit etwas Zitronensaft bleibt die Wurzel schön weiß. Am besten wird
Meerrettich roh verwendet oder erst zum Ende des Kochvorgangs zu den
Speisen gegeben. Denn durch die Hitze geht das Aroma verloren.

Der Meerrettich (/Armoracia rusticana/) ist in Ost- und Südeuropa
beheimatet und gehört wie der Senf zur Familie der Kreuzblütler
(/Brassicaceae/). Die Staude erreicht eine Höhe von über einem
Meter, und die Wurzel kann 30 bis 40 cm lang und 4 bis 6 cm dick
werden. Bereits seit dem 12. Jahrhundert ist der Meerrettich als
Heilpflanze bekannt, die den Appetit anregen und den Kreislauf in
Schwung bringen soll. Zudem versorgt das Wurzelgemüse den Körper mit
B-Vitaminen und Vitamin C, Kalzium, Kalium, Phosphor und Eisen. Die
enthaltenen Senföle besitzen antibakterielle Eigenschaften.

Frischer Meerrettich bietet einen viel größeren Genuss als aus dem
Glas. Deshalb sollte man im Spätherbst die Saison ausnutzen. Greifen
Sie zu saftigen Wurzeln am Stück. Im Gemüsefach des Kühlschranks
kann der Meerrettich, eingewickelt in Frischhaltefolie, mehrere Wochen
aufbewahrt werden.

Noch schärfer als der deutsche ist der japanische Meerrettich
(Wasabi). Frischware ist in Deutschland nur schwer zu finden.
Alternativ können grüne Wasabi-Pasten Sushi und anderen
Fischgerichten eine pikante Schärfe verleihen. Allerdings sollte
deutscher und japanischer Meerrettich sparsam dosiert werden, damit
einem der Genuss nicht die Tränen in die Augen treibt.

/Heike Kreutz, www.aid.de/

Winterliches Wurzelgemüse: Pastinake

Heutzutage feiert die Pastinake ein Comeback in der deutschen Küche. Das ist vor allem Bio-Bauern zu verdanken, die das altbekannte Wurzelgemüse in den vergangenen Jahren wieder vermehrt angebaut haben.

Die Pastinake hat ein fein-süßliches bis nussiges Aroma, das an Möhren oder Sellerie erinnert. Für Rohkost wird sie geraspelt und mit einem Zitronendressing serviert. Die delikaten Wurzeln schmecken allerdings auch gedünstet als Gemüse zu Lamm und Wild, in einer cremigen Suppe, im Eintopf, im Auflauf und als Knabberchips mit Kräuterdipp. In Gemüsebratlingen können sie prima mit Kartoffeln und Möhren kombiniert werden.

Ein Klassiker der englischen Küche ist Pastinakenpüree, das ähnlich wie Kartoffelpüree zubereitet und gerne zu gebratenem Fleisch serviert wird. Die Engländer gewinnen aus getrockneten Wurzeln auch Mehl für Kuchen und Gebäck. Selbst die Blätter werden klein geschnitten und ähnlich wie Petersilie als Gewürz verwendet.

Die Wurzel ist reich an Stärke und Zucker und daher sehr nahrhaft. Mit zunehmendem Frost steigt die Süße. Weitere positive Inhaltsstoffe sind Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Magnesium, Provitamin A, die Vitamine B und C und ätherische Öle, die für den einzigartigen Geschmack verantwortlich sind.

Die Pastinake ( Pastinaca sativa ) gehört zur Familie der Doldenblütler und wächst auch heute noch in ganz Europa wild an Wegrändern, Böschungen und Wiesen. Die Kulturform hat eine dickere Wurzel. Sie ist gelb bis braun gefärbt und kann vierzig Zentimeter lang und 1,5 Kilogramm schwer werden. Im 18. Jahrhundert war die Pastinake noch ein wichtiges Grundnahrungsmittel in Deutschland, bis sie von der Kartoffel und der Möhre verdrängt wurde.

Vor der Zubereitung wird das Gemüse mit einer Bürste unter fließendem Wasser gereinigt und dünn geschält. Die beiden Enden werden entfernt und die Wurzel je nach Rezept in Scheiben, Stifte oder Würfel geschnitten. Noch bis zum Frühjahr sind frische Pastinaken erhältlich, auf dem Wochenmarkt, im Bioladen und auch in gut sortierten Supermärkten. Bevorzugen Sie beim Einkauf kleine, feste Exemplare, die besonders zart sind. Die Schale sollte glänzend und das Grün frisch und saftig sein. In ein feuchtes Küchentuch gewickelt, halten sich Pastinaken im Gemüsefach des Kühlschranks rund zwei Wochen.
Heike Kreutz, www.aid.de

Fabian Günzel

Mit Hauben kennt sich Fabian Günzel, der deutsche Küchenchef im Restaurant Das Loft des Sofitel Vienna Stephansdom, aus: Nach zahlreichen Stationen in den Topbetrieben der gehobenen Gastronomie entführt der 30-Jährige die Gäste des Loft seit Mai 2015 auf eine kulinarische Weltreise. Seine Kreativität und langjährige Expertise brachten ihm nun den Titel „Newcomer des Jahres“ des Restaurantführer Gault Millau 2016 ein. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für Fabian und sind stolz, dass seine Kreationen solch tolle Resonanz finden“, zeigt sich Hoteldirektor Alexander Moj begeistert. „Dass wir uns von 12,5 Punkte auf 16 Punkte gesteigert und zwei Hauben haben – das ist eine schöne Leistung, die ohne meinem Team nicht möglich gewesen wäre“, setzt Fabian Günzel fort.

Günzels Küchenphilosophie im Loft steht ganz im Zeichen des kosmopolitischen Stils und lädt zu einer geschmacklichen Reise über die Kontinente ein. Die Gerichte sind international und innovativ, ohne die regionalen Wurzel zu vergessen. Das Restaurantkonzept des „Sharing“ richtet sich an alle, die es kulinarisch gern abwechslungsreich mögen: Die Speisen werden dabei in der Mitte des Tisches platziert und laden zum Teilen und Ausprobieren ein. Alle Gerichte werden aber natürlich auch pro Person angeboten.

www.sofitel.com

Pastinake und Wurzelpetersilie

Wurzelpetersilie und Pastinake sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Doch im Geschmack gibt es Unterschiede: Die Pastinake hat ein leicht süßes bis nussiges Aroma, das an Möhren oder Sellerie erinnert, während die Wurzelpetersilie für eine feine Petersilienwürze sorgt. Die Rübe der Wurzelpetersilie ist länglich geformt und läuft nach vorn spitz zu. Die Wurzel der Pastinake hat einen dickeren Kopfteil und kann bis zu vierzig Zentimeter lang und 1,5 Kilogramm schwer werden. Sie ist etwas weicher als die Wurzelpetersilie.

Pastinake und Wurzelpetersilie sind sehr gesund. Die ätherischen Öle sorgen nicht nur für das einzigartige Aroma, sondern fördern auch Verdauung und Nierentätigkeit. Die Wurzelpetersilie ist ein wichtiger Lieferant für Vitamin C und Provitamin A, während die Pastinake den Körper vor allem mit wertvollen Mineralstoffen versorgt.

Sowohl die Wurzelpetersilie als auch die Pastinake finden in der Küche Verwendung als Suppen- und Kochgemüse, beispielsweise in Kombination mit Möhren und Hülsenfrüchten. Auch die Blätter sind zum Würzen geeignet. Wurzelpetersilie ist ideal für Cremesuppen, da der Petersiliengeschmack der Wurzel beim Kochen erhalten bleibt. Probieren Sie die Rübe auch in Parmesan gebacken.

Beide Wurzelgemüse geben roh und geraspelt Salaten eine besondere Note, eignen sich für die Zubereitung von Gemüsebratlingen und als raffinierte Beilage zu Lamm, Wild- und Rindfleisch. Man kann sie auch in Scheiben schneiden und frittieren. Ein Klassiker der englischen Küche ist das aromatische Pastinakenpüree, das ähnlich wie Kartoffelpüree zubereitet wird. Man serviert es traditionell zu gebratenem oder gegrilltem Fleisch. Vor der Zubereitung sollte das Gemüse, ähnlich wie Möhren, mit einer Bürste unter fließendem Wasser gereinigt und geschält werden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Rettich

Das scharf-würzige Wurzelgemüse

Rettich ist angenehm würzig und wird meist roh gegessen. In Scheiben geschnitten und leicht gesalzen ist er ein erfrischender Brotbelag. Durch das Bestreuen mit Salz wird die Schärfe etwas gemildert. Für Salat wird die Wurzel meist geraspelt und beispielsweise mit Gurken, Gartenkresse und einer Essig-Öl-Marinade angerichtet. Rettichsaft kann man mit etwas Honig und Apfelsaft oder anderen Gemüsesäften und Gewürzen abschmecken. 500 g Wurzel ergeben 400 ml Saft. In der asiatischen Küche wird Rettich milchsauer eingelegt oder gekocht gegessen. Angedünstet ist er eine leckere Beilage zu kurz gebratenem Fleisch, Fisch, Garnelen und Pellkartoffeln. Als sommerliche Vorspeise schmeckt eine kalte, fein pürierte Rettichsuppe mit einem Schuss Sahne.

Rettich enthält wenig Fett und nur 14 Kalorien auf 100 g, aber reichlich Kalium, Folsäure und Vitamin C. Die ätherischen Senföle geben dem Gemüse seine Schärfe und wirken anregend auf Galle, Nieren sowie schleim- und krampflösend auf die Atemorgane.

Der Rettich, in Bayern auch Radi genannt, ist vermutlich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Nach der Reifezeit unterscheidet man weiß- und rosafarbene Sommersorten sowie den violetten bis schwarzen Winterrettich. Das Fruchtfleisch des Wurzelgemüses ist stets weiß. Vor der Zubereitung werden Blätter und Wurzelhärchen entfernt und der Rest gewaschen, gebürstet und zerkleinert. Schälen ist beim Sommerrettich nicht notwendig. Kaufen Sie nur frische Ware, die sich prall und fest anfühlt und saftig grüne Blätter hat. Im Kühlschrank hält sich der Rettich, in ein feuchtes Tuch eingewickelt, einige Tage.
Heike Kreutz, www.aid.de

Schokolade macht schlau

Gert Mittring ist schlau. Sehr schlau. Achtmal in Folge hat der Bonner Rechenkünstler und Bestsellerautor („Rechnen mit dem Weltmeister“) die Denksport-Olympiade in der Kategorie Kopfrechnen gewonnen. Zuletzt im Sommer 2011. Die Aufgaben, die dort gestellt werden, sind selbst für einen begnadeten Kopfrechner wie ihn nicht so ohne Weiteres zu lösen. Für seine extremen Hirnleistungen setzt Mittring daher auf natürliches Doping – in Form von Schokolade: „Kurz vor der letzten Olympiade habe ich gut und gerne ein halbes Kilogramm Tafelschokolade und Schokoriegel gefuttert“, berichtet der 45-jährige.

So viel Nervennahrung zahlt sich offensichtlich aus. Mit 686 Punkten vor dem Zweitplatzierten mit 521 Punkten konnte der Deutsche den Wettbewerb klar für sich entscheiden. Damit er auch in Zukunft so gut rechnen kann, wird er seit kurzem von schokoladen-outlet.de mit stets frischem Dopingmittel versorgt – kiloweise. Und das braucht er auch: „Schokolade hält mich fit und fördert meine Aufmerksamkeit“, so Gert Mittring. „Je mehr, desto besser.“ Lars Kruse, Geschäftsführer des Onlineshops für Bio-Bruchschokolade, stieß bei einer Internetrecherche zufällig auf einen Artikel über Gert Mittring. „Als ich von seiner Vorliebe für Schokolade gelesen hatte habe ich Dr. Mittring direkt eine Mail geschrieben“, berichtet der ebenfalls bekennende Schokoladenfan und ergänzt „solche unglaublich beeindruckenden Gehirnleistungen unterstüzten zu können macht uns große Freude – das ist etwas vollkommen Einmaliges.“

Wissenschaftliche Untersuchungen geben dem Mathe-Großmeister recht. Eine Studie der University of Nottingham* hat gezeigt, dass der Verzehr von Schokolade und kakaohaltigen Getränken die Durchblutung in zentralen Gehirnregionen fördern kann. Diese bekämen dadurch mehr Sauerstoff, was wiederum zu einer gesteigerten Wahrnehmung und verbesserten Leistungsfähigkeit führe. Ursache dafür seien die in Schokolade enthaltenen Flavonole, die die Blutgefäße weiten. Dieser positive Effekt hält über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden an, also auch lange genug für einen Denksport-Wettbewerb.

Auch im Alltag des Mathegenies darf Schokolade darum nicht fehlen: „Eine Tafel zum Frühstück gehört schon mal dazu. Das bringt das Gehirn doch erst in Schwung.“ So bekommt Gert Mittrings Hochleistungshirn den nötigen Energieschub, um sich auf sein Lieblingshobby zu konzentrieren: Das Wurzelziehen. Zum Beispiel die 11.111 Wurzel aus einer Zahl mit 111.111 Ziffern in weniger als einer halben Minute. Natürlich bedarf es dazu deutlich mehr als des süßen Dopings, doch der Rechenkünstler ist überzeugt, dass sein besonderes Talent nicht nur angeboren ist. Erwachsenen wie Schülern empfiehlt er, nicht immer sofort zum Taschenrechner zu greifen. „Mit regelmäßigem Training kann nahezu jeder schnelleres Kopfrechnen lernen“, so Mittring. Und wer daran Gefallen findet, darf zwischendurch auch mal Schokolade naschen!

Über Schokoladen-Outlet.de:
Schokoladen-Outlet.de ist das erste Outlet für Bruchschokolade im deutschen Internet. Die Produkte werden in der Schokoladenfabrik Weinrich in Herford hergestellt und sind alle biozertifiziert. Als Bruch deklariert und vom normalen Verkauf ausgeschlossen werden die Schokoladen, weil sie im Produktionsprozess schlicht durchgebrochen sind oder andere kleine optische Mängel aufweisen. Verkauft werden die wechselnden Sorten in 500- und 1000g Beuteln. Aktuell in Planung ist die Angebotserweiterung auf Biopralinen und weitere schokoladige Naschereien.

Tanne, Fichte, Kiefer – Kein Fest ohne Baum

Neuer aid-Hörfunkbeitrag

Oh, Tannenbaum! Immer früher, so scheint es, steht er in den deutschen Wohnzimmern. Wurde er einst erst am Heiligen Abend aufgestellt, begleitet er uns inzwischen häufig durch die Adventszeit. Doch eine Frage ist geblieben: Welcher Weihnachtsbaum ist der Richtige? Mit oder ohne Wurzel, selbst geschlagen oder vom Baumarkt, klein oder bis unter die Decke? „Tanne, Fichte, Kiefer – Kein Fest ohne Baum!“ Der neue Hörfunkbeitrag bietet Wissenswertes rund um den Weihnachtsbaum.

Unter www.aid.de/presse/hoerfunkbeitraege.php steht der Beitrag direkt als mp3-Datei zum Anhören oder Herunterladen bereit.
www.aid.de

Medizin aus der Wurzel

Medizin aus der Wurzel

Gewinnung sekundärer Pflanzenstoffe vereinfacht

Sekundäre Pflanzenstoffe haben eigentlich die Aufgabe, Schädlinge abzuwehren oder durch ihr Aroma pollenverbreitende Insekten anzulocken. Im menschlichen Körper entfalten Sie dagegen eine gesundheitsfördernde Wirkung, die von der Stimulation des Immunsystems bis hin zu Krebs vorbeugenden Eigenschaften reicht. Als besonders wirksam gilt die Gruppe der Glucosinolate, die zum Beispiel in Brokkoli, verschiedenen Kohlsorten und in Rüben vorkommen. Um für medizinische Zwecke größere Glucosinolatmengen zu gewinnen, müssen die Pflanzen in einem aufwändigen Prozess zerkleinert, enzymatisch aufgeschlossen und gereinigt werden. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Erfurt (IGZ) hat gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin ein neues Verfahren für Teltower Rüben entwickelt, das den Zeit- und Arbeitsaufwand für die Gewinnung deutlich verringert. Die Wissenschaftler nutzen dabei aus, dass Pflanzen Glucosinolate auch über die Wurzeln abgeben. Deshalb lassen sie die Rüben in so genannten aeroponischen Systemen wachsen, in denen sich die Wurzeln nicht im Boden, sondern freihängend in Gefäßen mit hoher Luftfeuchte entwickeln. So können die wertvollen Glucosinolate direkt aus den Wurzeln isoliert und anschließend gereinigt werden. Der Vorteil des Verfahrens: weniger Arbeitsaufwand und längere Nutzungsdauer der Pflanzen. Durch die Zugabe von Signalmolekülen wie Salicylsäure konnten die Wissenschaftler den Glucosinolatertrag sogar um bis zu 70 Prozent steigern. Eine weitere unerwartete Erkenntnis war, dass die Signalmoleküle die Glucosinolatbildung auch in den Blättern anregen. Offenbar lösen die Substanzen in allen Pflanzenteilen eine Abwehrreaktion aus, die sich in der Bildung sekundärer Stoffe äußert. Langfristig möchten die Forscher das bereits patentierte System dazu nutzen, die gewonnenen Extrakte als Rohstoff für so genannte Pharmaceuticals oder Nutraceuticals zu produzieren.
aid, Jürgen Beckhoff

Meerrettich

Zu Ostern im Körbchen – der Scharfmacher Meerrettich

Zartes Lamm, raffinierte Eierspeisen, spezielle Brotsorten – zu Ostern kommt so manche kulinarische Köstlichkeit auf den Tisch. Was so manch einer nicht weiß: Auch Meerrettich spielt beim Osterschmaus eine wichtige Rolle – und das gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen gehört Meerrettich traditionell zu den Speisen, die an vielen Orten zu Ostern geweiht werden. Während Brot den Leib Christi darstellt, stehen Eier für seine Auferstehung. Meerrettich symbolisiert seine Leiden. Zum anderen ist die scharfe Wurzel vor allem für bekennende Anhänger der traditionellen Fastenzeit – die am Ostersamstag endet – von Bedeutung. Denn durch seine gesunde, verdauungsfördernde Wirkung hilft Meerrettich dem vom Fasten entwöhnten Magen die gehaltvollen Osterspeisen besser zu vertragen.

Internationale Meerrettich-Traditionen
„Nicht nur bei uns hat Meerrettich eine Bedeutung zur Osterzeit. Auch in anderen Ländern ist die Wurzel durch Bräuche fest im Osterfest verankert“, weiß Hanns-Thomas Schamel, Geschäftsführer der Schamel Meerrettich GmbH & Co. KG aus dem mittelfränkischen Baiersdorf. In Polen verspricht zum Beispiel eine Scheibe Brot mit Meerrettich am Ostersonntag Gesundheit für das kommende Jahr. Zudem ist dort „Cwikla“ sehr beliebt. Die Paste, bestehend aus einem Teil Meerrettich und zwei Teilen Roter Beete, wird am Ostersonntag auf hart gekochten Eierhälften platziert und auf einem Teller angerichtet.
Tradition hat auch das Osterfrühstück in der Steiermark. Dazu gehören Tafel-Meerrettich oder bayerisch-österreichisch „Kren“, ein süßes Brot, geräucherter Schinken sowie Ostereier. Und in Kroatien besteht das klassische Osteressen aus einer Art Kasseler Rippenspeer, der in der Kirche gesegnet und anschließend mit Meerrettich und hart gekochten Eiern serviert wird.

Vielseitiger Speisenbegleiter
Neben dem traditionell überlieferten Verzehr zum Osterfest wird Meerrettich heute auch gern in modernen Gerichten als schmackhafter Speisenbegleiter geschätzt. So findet sich das Wurzelgemüse in vielen Variationen: Von der würzigen Meerrettichbutter über den lockeren Meerrettichquark bis hin zum Schnitzel, das man vor dem Panieren beidseitig mit Meerrettich-Creme bestreicht. Und auch Fisch und Gemüse erhalten durch Meerrettich ein Extra an Geschmack.
Mit den scharfen Schamel Meerrettich-Produkten können nicht nur Gourmets besonders vielfältig genießen, denn das Unternehmen hat 17 verschiedene Geschmacksvarianten in seinem Sortiment. Vom klassischen Sahne-Meerrettich über fruchtige Sorten mit Apfel oder Orange bis hin zu Meerrettich-Ketchup und Meerrettich-Senf reicht das Repertoire.
„Die wichtigste Zutat bei allen unseren Kreationen ist immer der frische, qualitativ hochwertige Kren aus der Region. Jedes Produkt wurde von unserem Familienrat am Tisch getestet und findet sich in unseren Rezeptideen wieder“, betont Hanns-Thomas Schamel.

Meerrettich-Kochwettbewerb

Scharfe Gerichte aus der magischen Wurzel

Zum vierten Mal findet der Schamel Meerrettich-Kochwettbewerb „Kren-aktiv“ statt – Kreativität der Köche und Qualität der Produkte müssen die Jury überzeugen – Magische Wurzel aus Bayern unter dem Schutz der EU

„Der Schamel Meerrettich-Kochwettbewerb ,Kren-aktiv’ offenbarte bei seiner 4. Auflage, dass Meerrettich für die gehobene Küche immer aktueller wird.“ Hanns-Thomas Schamel zeigte sich begeistert, was Spitzenköche aus Bayern und Österreich mittlerweile aus der magischen Wurzel zaubern: Lachsforellentatar mit Holunder-Meerrettichhaube, Kürbisrahmsuppe mit Meerrettichklößchen oder Feigentarte mit Meerrettichbaiser waren dabei nur drei von vielen Rezepten.

Als Sieger gingen schließlich Johanna Sturm und Laura Künzler aus dem Restaurant „Forsters Gasthof zur Post“ in Regensburg hervor. Das Damenduo hatte die Jury um Bayerns Küchenmeister Hermann Münch mit ihrem Meerrettich-Menü überzeugt. Sie setzten sich gegen 16 Köchinnen und Köche durch, die in Kreation, Kalkulation und Zubereitung eines 4-Gänge-Menüs gefordert wurden – Schamel-Meerrettich spielte bei Vorspeise, Zwischengang, Hauptgericht und Dessert eine schmackhafte Rolle. Erstmals nahm auch ein Kochteam aus Österreich teil. Eine hochkarätige Jury unter Beteiligung von Dr.h.c. Siegfried Schaber, ehemaliger Weltbundpräsident und Ehrenpräsident des Verbandes der Köche Deutschland e.V., bewertete die Gerichte nach Zusammenstellung, Zeiteinteilung, Sauberkeit, Arbeitstechnik, Geschmack und Optik.

Angesichts der geballten Kreativität im Umgang mit dem Meerrettich war auch der Schirmherr, Landrat Eberhard Irlinger, begeistert. In seinem Landkreis Erlangen-Höchstadt liegt Baiersdorf, das Zentrum des bayerischen Meerrettichanbaus. Zudem ist hier der Sitz von Deutschlands Marktführer für Meerrettichprodukte, dem Familienunternehmen Schamel. Während die Kochkontest-Gewinner neben Sachpreisen eine Schamel-Goldmedaille überreicht bekamen, wurden die besten Nachwuchs-Servicekräfte mit dem „Landrat Eberhard Irlinger-Service-Pokal“ geehrt. Beim Servicewettbewerb konnte sich der Vorjahressieger, Adrian Kohlmann, heuer im Team mit Tatjana Gibson, beide vom Ramada Hotel in Herzogenaurach, den ersten Platz sichern.

Das von den Brüdern Hanns-Thomas und Hartmut Schamel geführte Unternehmen hat sich auf die Verarbeitung von Meerrettich spezialisiert. Jüngst konnte auf Initiative von Hanns-Thomas Schamel der bayerische Meerrettich unter Gebietsschutz der Europäischen Union (EU) gestellt werden. Die scharfe und gesunde Delikatesse steht seit einigen Monaten offiziell als geschützte geografische Angabe unter dem Schutz der Europäischen Union: Nur Meerrettich, der in der Region angebaut und nach traditionellen Rezepten in Bayern verarbeitet und abgefüllt wird, darf sich „Bayerischer Meerrettich“ nennen.

Sechs Jahre lang hatte Hanns-Thomas Schamel als Sprecher der von ihm initiierten „Schutzgemeinschaft Bayerischer Meerrettich“ um die Aufnahme des Kren in den Olymp der europäischen Spezialitäten gekämpft. Als ihm das Bayerische Landwirtschaftsministerium die positive Entscheidung der EU-Kommission mitteilte, rundete sich für ihn auch „ein weiteres wichtiges Kapitel für unser Unternehmen“. Schließlich sei die über 160-jährige Familientradition auch ein „immerwährendes Versprechen an unsere Kunden, nur beste Qualität zu liefern“.

Der Kochwettbewerb „Kren-aktiv 2008“ war für ihn in diesem Jahr „auch ein Beleg dafür, dass Meerrettich nicht nur außerordentlich pikant schmeckt und alle Wurst-, Fleisch-, und Fischgerichte bekömmlicher macht“. Vielmehr passe Meerrettich perfekt zum Trend des genussvollen und dennoch gesundheitsbewussten Essens. Schließlich verfügt die „magische Wurzel“ über einen besonders hohen Gehalt an Vitamin C, ätherischen Ölen, wertvollen Mineralstoffen und Spurenelementen. Ein Menü mit Meerrettich kann daher durchaus als Wellness-Genuss bezeichnet werden.