Grillfleisch richtig zubereiten

Zu heiß und zu lange Gegrilltes enthält krebserregende Stoffe

Beim Erhitzen von Lebensmitteln entstehen viele Stoffe auf oder im
Lebensmittel. Beispiele dafür sind Röststoffe und Aromen, die den
typischen Geruch und Geschmack von Gegrilltem und Gebratenem ausmachen.
Neben erwünschten Reaktionsprodukten entstehen aber auch Stoffe, die
gesundheitsschädigend wirken können. Dazu gehören heterozyklische
aromatische Amine (HAA) und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
(PAK). In Tierversuchen können sie in hohen Dosen krebserregend wirken.
Beim Menschen kann eine krebserregende Wirkung derzeit nicht
ausgeschlossen werden.

HAA entstehen vor allem an der Oberfläche von scharf angebratenem oder
gegrilltem Fleisch. Je dunkler das Fleisch gebraten oder gegrillt wird,
umso mehr HAA entstehen. PAK entstehen in großen Mengen, wenn
Lebensmittel unsachgemäß gegrillt, geräuchert oder getrocknet werden und
dabei mit offenem, rauchendem Feuer in Berührung kommen. Zum Beispiel,
wenn Fett aus Fleisch und Fisch oder Öl aus der Marinade in die Glut
oder beim Elektrogrill auf die Heizschlange tropft. Beim Grillen mit
Holzkohle mit seitlicher Glut wird das Grillgut nicht mit PAK belastet.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) informiert in ihrem
12. Ernährungsbericht über die Bildung und Zufuhr schädlicher
Reaktionsprodukte durch das Erhitzen von Lebensmitteln. Um diese so weit
wie möglich zu vermeiden, gibt die DGE folgende Tipps für die
Grillsaison: Fleisch, sobald es fertig gegrillt worden ist, vom Grill
nehmen. Beim Grillen über Holzkohle mit „Glut von unten“ mageres
Fleisch
auswählen. Fettes Fleisch in Grillschalen aus Aluminium oder auf
Alufolie legen, um das Abtropfen von Fett in die Glut der Grillkohle zu
verhindern. Sehr dunkle bis verkohlte Stellen am Grillgut nicht mit
verzehren. Gepökelte Fleisch- und Wurstwaren besser nicht grillen. Beim
Grillen von Gepökeltem können krebserregende Nitrosamine entstehen.
Autorin: Dipl. oec. troph. Angela Bechthold, Referat Wissenschaft,
Redaktion: Dr. Eva Leschik-Bonnet, Referat Wissenschaft,
Wissenschaftliche Beratung: Präsidium der DGE (PD Dr. Jakob Linseisen,
Prof. Dr. Michael Petz)

Abends keine Kohlenhydrate

Keine Nudeln, keine Kartoffeln und bloß kein Brot – hilft der abendliche Verzicht auf Kohlenhydrate beim Abnehmen? 1 Studie beweist das, die andere Studie beweist genau das Gegenteil!

„Im Grunde gibt es dazu nur zwei Studien“, informierte Dr. Anette Buyken von der Universität Bonn auf der Fachtagung des Verbands für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) in Gießen. In der einen Studie hätten übergewichtige Frauen eine zweiwöchige strikte Diät mit 1.000 Kalorien pro Tag und abends Mahlzeiten ohne Kohlenhydrate befolgt und dabei mehr Gewicht verloren als die Vergleichsgruppe. Aber wie so häufig in der Wissenschaft gebe es auch hier eine zweite Studie, die genau das Gegenteil zeige: Bei der Abnehmgruppe, die über sechs Monate hinweg Kohlenhydrate hauptsächlich am Abend zu sich nahm, waren die Gewichtsverluste größer als bei denjenigen, die Kohlenhydrate über den ganzen Tag verteilt zu sich nahmen.

Die Fähigkeit, den Blutzuckerspiegel nach Aufnahme von Kohlenhydraten in der Norm zu halten, unterliegt dem zirkadianen Rhythmus, sprich unserer inneren Uhr. „In Bezug darauf könnte es sinnvoll sein, Kohlenhydrate am Abend einzuschränken“, räumte Anette Buyken ein. Möglicherweise könne der Insulinstoffwechsel davon profitieren. „Aber dies sollte besser erforscht werden, bevor man es der Bevölkerung empfiehlt“.

„Wenn wir uns bemühen, mehr Kohlenhydrate zu essen, ist das nicht unbedingt mit einem Nutzen belegt“, so die Auffassung von Buyken. Eine Reihe neuerer Studien spricht eher dafür, weniger Kohlenhydrate auf den Teller zu bringen.

Mehr oder weniger Kohlenhydrate – das wird fast schon zur Frage von „Sein oder nicht Sein“ stilisiert, so leidenschaftlich wird in den Medien, aber auch in der Wissenschaft darüber diskutiert. „Wenn wir über Kohlenhydrate reden, sollten wir weniger über die Quantität als über die Qualität von Kohlenhydraten reden“. Das sähe Ernährungswissenschaftlerin Buyken als Kernbotschaft an die Verbraucher lieber. Kinder beispielsweise, die in der Pubertät weniger blutzuckersteigernde Kohlenhydrate zu sich nehmen, verbessern im jungen Erwachsenenalter ihre Insulinsensitivität, das ist die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin, und haben somit langfristig eine geringeres Risiko für einen Typ-2-Diabetes. Das konnte Buyken im Rahmen der in Dortmund durchgeführten DONALD-Studie nachweisen.

Die Qualität von Kohlenhydraten lässt sich nicht nur am Vollkornanteil, sondern auch am so genannten glykämischen Index, kurz GI, festmachen. Dieser beschreibt, wie stark ein kohlenhydratreiches Lebensmittel den Blutzucker erhöht. Noch fehlen wissenschaftlich harte Fakten, die den Index in alle Richtungen absichern. Doch die Tatsache, dass sich bereits kleine GI-Änderungen positiv auf den Insulinstoffwechsel und vermutlich viele weitere Erkrankungen auswirken, spricht laut Buyken dafür, kohlenhydratreiche Lebensmittel nach ihrem glykämischen Index auszuwählen. Als günstig erweisen sich hierbei Nudeln, Basmati-, Parboiled- oder Naturreis, kernige Müslis mit getrockneten Früchten und Nüssen, Hülsenfrüchte, heimisches Obst und Gemüse – und Vollkornbrot aus ganzen Körnern.
Irmingard Dexheimer, www.aid.de

Die Fischbranche zu Gast in Bremen

Am Sonntag eröffnete die diesjährige „fish international“

„Fisch und Bremen – das gehört zusammen. Bremerhaven ist bis heute der wichtigste Seefischmarkt
Deutschlands. Darum freuen wir uns, dass die einzige deutsche Fachmesse zum
Thema bei uns zu Hause ist und Fachpublikum aus aller Welt an die Weser zieht.“ Mit diesen
Worten kommentierte der Staatsrat im Wirtschaftsressort des Bremer Senats, Dr. Heiner Heseler,
die „fish international“, die am Sonntag in der Messe Bremen eröffnet wurde.

„Zugleich
stärkt sie als Impulsgeber für die gesamte Branche die Position des Bundeslands Bremen in
der Fischwirtschaft noch weiter“, sagte Heseler zufrieden.
Auf der fish international stellen noch bis Dienstag, 14. Februar 2012, 260 Firmen und Einrichtungen
aus, Vertreter aus Fischerzeugung und -verarbeitung, Maschinenbau und Technologie,
Handel und Gastronomie, Wissenschaft, Organisationen und Verbänden kommen zu
der Messe.

„Die fish international hat sich in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich zu
dem Branchentreffpunkt schlechthin in Deutschland entwickelt“, sagte der Geschäftsführer
der Messe, Hans Peter Schneider. Zudem könne das Fachpublikum sicher sein, auf der
Messe stets aktuellste Informationen über Produkte, Technik, Gastrotrends und Fachthemen
zu bekommen. „Ein großes Thema sind in diesem Jahr zum Beispiel neue Entwicklungen in
der Aquakultur und der Versuch, ein breitenwirksames Nachhaltigkeitssiegel für Fischzuchten
zu etablieren.“

„Eine zukunftsfähige, nachhaltige Fischerei ist das Ziel der anstehenden Reform der europäischen
Fischereipolitik“, sagte Ministerialdirigent Dr. German Jeub vom Bundeslandwirtschaftsministerium.
„Deutschland begrüßt, dass die EU das Rückwurfverbot von Beifang jetzt
zu einem zentralen Anliegen ihrer Reform macht, denn das haben wir lange gefordert.“ Er
machte deutlich, dass die Mitgliedstaaten auch in Zukunft eine starke Verantwortung für eine
nachhaltige Bewirtschaftung der Bestände in ihren Hoheitsgewässern tragen müssen. Deshalb
lehne die Bundesregierung einen grenzüberschreitenden Handel mit nationalen Fangquoten
ab. Die Verbraucher könnten durch ihre Kaufentscheidung eine nachhaltige Fischerei
aktiv unterstützen. Hier sei man in Deutschland inzwischen dank des Engagements von Fischerei,
Fischverarbeitung und Einzelhandel mit der breiten Verwendung des MSC-Labels
auf einem guten Weg. „Bedauerlicherweise ist in den Reformvorschlägen unsere Forderung
nach EU-einheitlichen Mindeststandards für entsprechende Nachhaltigkeitssiegel allerdings
noch nicht aufgegriffen worden.“

„Die Verbraucher fordern zusehends transparente Informationen über die Herkunft und Qualität
der Fische. Darauf muss die Branche reagieren. Mit der iPhone-App ,Wie frisch ist mein
Fisch?’ hat die Wissenschaft jetzt einen Beitrag dazu geleistet“, sagte Professor Joop Luten,
European Business Developer am Forschungsinstitut Nofima im norwegischen Tromsø. „Mit
der App können Einkäufer von Handels- und Verarbeitungsunternehmen ganz einfach
bestimmen, wie lange ein Fisch noch sachgerecht gekühlt haltbar ist“, so der European Business
Developer des größten Instituts für angewandte Forschung auf den Sektoren Fischerei,
Lebensmittel und Aquakultur in Europa. „Auch Endverbraucher können die Anwendung verstehen
und benutzen.“ Luten hatte die Eröffnung der Messe zum Anlass genommen, die App
erstmals einem deutschen Fachpublikum vorzustellen und zugleich die stark erweiterte und
verbesserte Version 2.0 offiziell zur Benutzung freizugeben.

Die fish international findet statt vom 12. bis 14. Februar in den Hallen 4 und 5, mehr Informationen
gibt es unter www.fishinternational.com

Kleine Traubenkunde für Weinliebhaber

Weinhändlerin Brigitte Lurton bringt Verbrauchern durch übersichtliche
Etiketten, Symbole und Flash-Codes ihr Weinsortiment näher

Weintrinken ist keine Wissenschaft nur für Experten – Genau das
möchte die Französin beweisen, indem sie auch unerfahrenen
Weinliebhabern ihr Sortiment näher bringt. Daher kreierte Brigitte
Lurton unter der gleichnamigen Marke ein Sortiment von zunächst fünf
Weinen aus dem Süden und Südwesten Frankreichs. Sie legt Wert
darauf, dass die Weine direkt auf dem Weingut abgefüllt werden und
dass ihre Winzerpartner sozial- und umweltverträglich arbeiten.

Mit Preisen unter zehn Euro lädt dieses Sortiment an Terroir-Weinen den
Verbraucher ein, Appellationen für sich zu entdecken. Lurtons individuelles
Weinsortiment umfasst einen roten Landwein der Appellation ‚Côtes
Catalanes‘ aus 100 Prozent Grenache-Trauben, einen Rotwein der
Appellation ‚Coteaux du Salagou‘ sowie einen Weißwein aus der
Viognier-Traube unter derselben Appellation. Außerdem gehören ein
Landwein ‚Vin de Pays du Lot‘ aus 100 Prozent roter Malbec-Traube und ein
roter ‚Vin de Pays‘ der Appellation ‚Coteaux et Terrasses de Montauban‘ zum
Angebot.
Aufgrund der Abfüllung in zeitgemäßen Mehrweg-Leichtglasflaschen der
Produktlinie ecova sind Lurtons Weine zudem umweltfreundlich.
Umweltverträglichkeit wird auch bei den Weinkartons, die zu 50 Prozent aus
Recyclingmaterial bestehen, groß geschrieben, sowie bei den
Flaschenverschlüssen aus Kork. Die Lagerfähigkeit der Weine liegt bei vier
bis fünf Jahren.
In Blau und Koralle hebt sich Lurtons modernes Etikettendesign deutlich von
anderen Weinen ab. Piktogramme vermitteln, zu welcher Speise der jeweilige
Wein passt. Damit der Verbraucher noch mehr über den Wein erfahren kann,
sind die Flaschen außerdem mit Flash-Codes für Smartphones ausgestattet.
Auf der Internetseite informiert Brigitte Lurton außerdem über ihre Weine,
erläutert die Piktogramme und bringt Interessenten neben den Rebsorten und
ihren Böden auch das touristische Umfeld näher. Darüber hinaus steht eine
Smartphone-App zur Verfügung.

Hintergrund Brigitte Lurton:
Brigitte Lurton entstammt einer der führenden Winzerfamilien des
Anbaugebiets Bordeaux. Die Lurtons besitzen und leiten dort zahlreiche
Weingüter und stellen eigene Weine her. So entstand die Erzeugung des
Weinsortiments ‚Brigitte Lurton‘ in Zusammenarbeit mit Brigitte Lurtons
Schwester, Marie-Laure Lurton, die mehrere Weingüter im Anbaugebiet
Bordeaux unterhält. Nach dreißig Jahren Erfahrung im Weinbau in Frankreich
und im Ausland, betritt Brigitte Lurton heute das Parkett des Weinhandels,
wobei sie sich bewusst auf Terroir-Weine spezialisiert.

www.brigitte-lurton.fr/

Ernährungs Umschau ist Fachmedium des Jahres 2011

Die Deutsche Fachpresse zeichnete auf ihrem diesjährigen
Kongress am 24. Mai in Wiesbaden die Fachmedien des Jahres 2011
in zwölf Kategorien aus. Die Ernährungs Umschau, seit 1954 das
Organ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE),
erhielt dabei den 1. Preis in der Kategorie Wissenschaft und darf
nun für ein Jahr das Signet „Fachmedium des Jahres“ tragen.

Das Fachmagazin bietet Forschern sowie Ernährungsfachkräften
monatlich aktuelle Ergebnisse zu wissenschaftlichen
Untersuchungen und deren Bedeutung für die berufliche Praxis.
„Unsere Mitglieder schätzen die wissenschaftlichen Artikel und
die zahlreichen Informationen zur vollwertigen Ernährung,
Diätetik und Lebensmitteln mit monatlichen Schwerpunktthemen
sowie die Online- Fortbildung“, sagt Dr. Helmut Oberritter,
Geschäftsführer der DGE, die sich gemeinsam mit dem Umschau
Zeitschriftenverlag über die Auszeichnung freut.

Für die Jury war die hervorragende journalistische Arbeit der
Redaktion, die es versteht, wissenschaftliche und praktische
Aspekte miteinander zu verbinden, maßgeblich für die
Auszeichnung. Insgesamt hatten sich 62 Fachmedien mit ihren
Print- und digitalen Angeboten um den Branchen-Award beworben,
den die Deutsche Fachpresse jedes Jahr vergibt. Ausgewählt wurde
in einem zweistufigen Bewertungsverfahren, u. a. nach den
Kriterien Textqualität, Verständlichkeit, Stilmittel,
Leserführung, Zielgruppenrelevanz und grafische Gestaltung.

5. Symposium „Funktionelle Lebensmittel“

Gemeinschaftsveranstaltung von DLG, GDL, DGE und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel – 19. und 20. Mai 2011 in Kiel

Am 19. und 20. Mai findet in Kiel das 5. Symposium „Funktionelle Lebensmittel“ statt. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung stehen aktuelle Themen aus Wissenschaft, Praxis, Kommunikation und Konsumentenverhalten. Austragungsort ist die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Veranstaltet wird das zweitägige Symposium von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft), der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) sowie der GDL (Gesellschaft Deutscher Lebensmitteltechnologen).

Schwerpunkte der Veranstaltung bilden die Themen „Bioaktivität / Bioverfügbarkeit“, „Anreicherung, Verkapselung und Stabilität funktioneller Lebensmittel“ sowie neueste Erkenntnisse aus Kommunikation und Konsumentenverhalten zu funktionellen Lebensmitteln. Das Tagungsprogramm besteht aus Plenar- und Diskussionsvorträgen sowie Podiumsdiskussionen, die durch eine Posterausstellung ergänzt werden.

Die Teilnahmegebühr beträgt 490 Euro. Anmeldeschluss ist der 12. Mai 2011. Das detaillierte Programm ist im Internet unter: www.DLG.org/functionalfood abrufbar.

Weitere Informationen und Anmeldung:
DLG e.V., Christine Jungwirth, Eschborner Landstraße 122, 60489 Frankfurt am Main, Tel.: ++49 (0) 69 24 788 311, E-Mail: c.jungwirth@DLG.org

University of Fish

„Deutsche See“ lädt zur Auftaktveranstaltung der „University of Fish“

Mit der Vorlesung „Fisch aus Aquakultur: Beliebt und erfolgreich?“ startet die „University of Fish“ am 15. November an der Hamburger Universität ins Wintersemester

Bereits zum fünften Mal veranstaltet „Deutsche See“ Fischmanufaktur die beliebte Vorlesungsreihe „University of Fish“ rund um Fisch und Meeresfrüchte. Einmal im Monat – von November 2010 bis März 2011 – erwartet die interessierten Zuhörer eine spannende und abwechslungsreiche Vorlesung. Ob zum Thema Aquakulturen, Nachhaltigkeit, Food Blogs oder Kochen mit Fisch – an vier Terminen wird an der Universität Hamburg nicht nur referiert, sondern auch diskutiert.

Thema der Auftaktveranstaltung: „Fisch aus Aquakultur: Beliebt und erfolgreich?“
Referent: Dr. Manfred Klinkhardt, Meeres- und Fischereibiologe sowie freier Autor
Termin: Montag, 15. November 2010, 18:15 Uhr bis 20:00 Uhr
Ort: Hauptgebäude der Universität Hamburg, Hörsaal K, Edmund-Siemers-Allee 1.

Aquakulturen gelten als der am schnellsten wachsende Bereich der Lebensmittelproduktion. In der kontrollierten Aufzucht wachsen nicht nur so beliebte Fische wie Lachs und Pangasius heran, sondern auch immer neue Arten, die möglicherweise schon bald sehr gerne und oft gegessen werden. Der Aquakultur-Experte Dr. Manfred Klinkhardt stellt nicht nur die Produktionsstätten und wichtigsten Zuchtarten vor, sondern beschäftigt sich in seiner Vorlesung auch mit den sozialen Aspekten eines wachsenden Wirtschaftszweigs. Dabei wirft er unter anderem die Frage auf, ob Aquakulturen bei der Bekämpfung von Hunger und Armut helfen können.

Die „University of Fish“ konnte in den vergangenen fünf Jahren eine breite Hörerschaft für die unterschiedlichsten Themen aus der faszinierenden Welt der Fische und Meeresfrüchte begeistern. Zu den Referenten zählen Experten aus Wissenschaft, Verbänden und der Wirtschaft. Die Reihe richtet sich nicht nur an Fischexperten, sondern an alle, die sich für aktuelle Trends aus der Fischereiwirtschaft, Wissenschaft, Warenkunde oder Kochen mit Fisch interessieren.

„Deutsche See“ mit Hauptsitz in Bremerhaven ist in Deutschland die Nummer Eins bei der Vermarktung von Fisch und Meeresfrüchten. In bundesweit mehr als 20 Niederlassungen beschäftigt das Unternehmen rund 1.700 Mitarbeiter und beliefert mehr als 35.000 Kunden vom Lebensmitteleinzelhandel, der Gastronomie und Top-Gastronomie über Caterer bis hin zur Betriebs- und Sozialgastronomie. Der weltweite Einkauf hochwertiger Rohwaren, die sorgfältige und kundenindividuelle Produktion und Veredelung in der Bremerhavener Manufaktur, das überdurchschnittliche Qualitätsmanagement und die im Markt einzigartige Logistik zeichnen das Unternehmen aus. Seit November 2003 gehört die Feinkostmarke BEECK zu „Deutsche See“. Als Marktführer ist sich das Unternehmen der ökologischen, gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung zum nachhaltigen Schutz der natürlichen
Ressourcen bewusst. „Deutsche See“ engagiert sich schon lange aktiv für den Erhalt der Fischbestände und den Umweltschutz.

Weitere Informationen: Auf www.deutschesee.de finden Sie alles Wissenswerte rund um Fisch und Fischgenuss.

Hans-Georg Joost

Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für
Ernährungsforschung erhält höchste Auszeichnung der Deutschen
Diabetes-Gesellschaft

Professor Hans-Georg Joost, wissenschaftlicher
Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung
Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und Vorstand Wissenschaft von diabetesDE,
erhält am heutigen Freitag, dem 14. Mai 2010, die höchste Auszeichnung der
Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG). Die Paul-Langerhans-Medaille wird
ihm im Rahmen der 45. Jahrestagung der DDG vom Tagungspräsidenten
Professor Michael Nauck übergeben. Der Preis würdigt Joosts
hervorragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der
Pathophysiologie* und der Genetik des Typ-2-Diabetes
(Alters-Zuckerkrankheit).

Professor Joost war von 1997 bis 2001 im Vorstand der DDG und von 2000
bis 2001 ihr Präsident. 2002 wurde Joost als Vorstandsmitglied für den
Bereich Wissenschaft an das DIfE berufen und erhielt gleichzeitig den
Lehrstuhl für Pharmakologie der Universität Potsdam. Seine aktuellen
Forschungsgebiete sind die Pathophysiologie und die Genetik der
Adipositas (Fettsucht) und des Typ-2-Diabetes sowie die Regulation des
Glucosetransports. Auch auf dem Gebiet der Diabetesprävention hat Joost
durch die Entwicklung des Deutschen Diabetes-Risiko-Tests Maßgebliches
geleistet.

Professor Joost hat mit seinem Team verschiedene Gene identifiziert,
die das Risiko an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, beeinflussen. Zu
diesen zählen die Gene Tbc1d1 und Zfp69. Derzeit arbeiten die
Wissenschaftler um Joost daran, über die Aufklärung der
Tbc1d1-Genfunktion eine Basis für die Entwicklung neuer Therapieansätze
zu schaffen.

Darüber hinaus hat das Team um Joost kürzlich den Deutschen
Diabetes-Risiko-Test fortentwickelt. Der erweiterte Test berücksichtigt
neben Daten zu Alter, Körpergröße, Taillenumfang, Ernährungsgewohnheiten
und Lebensstil auch Blutwerte wie den Blutzuckerspiegel, den
HbA1c-Wert*** sowie die Werte für Blutfette und Leberenzyme. Diese
Testversion könnte Hausärzten zukünftig dabei helfen, das
Diabetes-Risiko ihrer Patienten genauer einzuschätzen und den Erfolg von
Präventionsmaßnahmen zu bewerten.

Berlin

Veranstaltungshöhepunkte 2010

Historisch, wissenschaftlich und ein Hauch
von Glanz und Glamour – der Berliner
Veranstaltungskalender bietet mit 1.500
Events täglich eine Vielfalt, die ihres gleichen
sucht. So heißt es bereits im Februar:

Vorhang auf für die 60. Berlinale.
Am 6. Juni 1951 hatten die ersten Internationalen
Filmfestspiele Berlin ihre Premiere.
Seitdem haben Tausende internationale
Schauspielgrößen, wie Sophia Loren
oder Keanu Reeves, das Festival besucht:
Längst ist es das weltweit größte
Publikumsfestival und mit nahezu 20.000
Fachbesuchern, darunter 4.000 Journalisten,
eines der wichtigsten Ereignisse der
internationalen Filmindustrie. Kein Festival
ist so eng mit seinen Zuschauern verbunden.
Deshalb spielt vom 11. bis 21.
Februar 2010 das Publikum mit persönlichen
Berlinale-Geschichten und Erlebnissen
eine ganz besondere Rolle. Die
schönsten Erinnerungen werden im Rahmen
des Jubiläums veröffentlicht.
www.berlinale.de

Zum 200. Todestag der preußischen Königin
Luise (1776-1810) präsentiert die
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
drei große Ausstellungen: Im Schloss
Charlottenburg, auf der Berliner Pfaueninsel
und im ländlichen Paretz begegnen
die Besucher der schönen und mächtigen
„Miss Preußen“ an authentischen Schauplätzen
ihres Lebens – in ihren Wohnungen,
Gärten und dem Mausoleum. Mehr
als 200 Gemälde, Skulpturen und historische
Dokumente zum Leben der Adligen
werden vom 6. März bis 30. Mai 2010 im
Schloss Charlottenburg ausgestellt, darunter
Meisterwerke von Karl Friedrich
Schinkel sowie Johann und Gottfried
Schadow. Auf der idyllisch gelegenen
Pfaueninsel, einem der Lieblingsaufenthaltsorte
von Königin Luise, gestalten
zeitgenössische Künstler ein innovatives
Ausstellungsprojekt. Es ist vom 1. Mai bis
31. Oktober 2010 zu besichtigen.
www.spsg.de

Rund 50 Berliner Bühnen zeigen bei der
„2. Langen Nacht der Opern und Theater“,
was sie zu bieten haben. Besucher haben
am 10. April die Gelegenheit, sich einen
ungewöhnlichen Theaterabend zusammenzustellen:
Vom Puppen- bis zum Jugendtheater,
vom Kabarett bis zur Oper –
alles ist in nur einer Nacht möglich. Bus-
Shuttles auf verschiedenen Routen erleichtern
den Weg zwischen den Häusern.
www.berlin-buehnen.de/langenacht/

Mitten in Berlin befanden sich zwischen
1933 und 1945 die Zentralen des nationalsozialistischen
SS- und Polizeistaates. Auf
dem Gelände an der Niederkirchnerstraße
ist heute die Dokumentationsstätte „Topographie
des Terrors“. Am 6. Mai 2010 wird
diese um ein neues Dokumentationszentrum
mit Ausstellungsbereichen und einer
Bibliothek ergänzt. Im Außenbereich gibt
es zudem einen neuen überdachten Ausstellungsgraben.
www.topographie.de

Geschlafen wird später: Wer im September
2010 zu den Berlin Music Days in die
deutsche Hauptstadt kommt, darf sich auf
ein vollgepacktes, viertägiges Clubspektakel
freuen. Die besten Berliner Clubs, darunter
Berghain, WMF und Watergate, laden
zum Tanzen und Feiern bei elektronischer
Musik ein. 2009 ins Leben gerufen,
hat die Weltpartyhauptstadt eine Musikwoche
bekommen, die auf dem besten
Weg ist, sich zu einem festen Termin unter
den international renommierten Festivals
zu etablieren.
www.bermuda-berlin.de

Das gesamte Jahr 2010 steht Berlin im
Zeichen der Wissenschaft. So feiern die
Charité und die Berlin-Brandenburgische
Akademie der Wissenschaften 300 Jahre,
die Humboldt-Universität 200 Jahre und
die Max-Planck-Gesellschaft 100 Jahre
Bestehen. Mehr als 150 Events füllen
bereits den Veranstaltungskalender des
Themenjahres. Das zentrale Ereignis ist
die Ausstellung „Weltwissen. 300 Jahre
Wissenschaft in Berlin“ im Martin-Gropius-
Bau. Vom 24. September 2010 bis 9. Januar
2011 widmet sie sich der Berliner
Wissenschaftsgeschichte – einer Geschichte
von bedeutenden Gelehrten, Nobelpreisträgern
und wegweisenden Erfindungen.
www.gropiusbau.de

Fleischqualität verbessern

Fleischqualität verbessern

Internationale Aufgabe von Wissenschaft und Wirtschaft

Mehr Qualität in der Herstellung von Schweinefleisch zu erreichen und den Bedürfnissen der Verbraucher nach mehr Sicherheit, Geschmack und Gesundheit entgegen zu kommen, ist ein Ziel von Q-PorkChains. Dabei handelt es sich um ein von der EU finanziertes Verbundprojekt. Beteiligt sind inzwischen 61 Partner aus Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft aus Ländern der Europäischen Union, aber auch aus anderen europäischen Ländern und Asien. Die Ziele von Q-Pork Chains stellte der Koordinator des Programms, Anders S. Karlsson von der Universität Kopenhagen auf der Tagung „Improving the quality of pork für the consumer“ Mitte November 2009 in Bonn vor. Die mit 220 Teilnehmern aus 23 Ländern besuchte Tagung war Teil der 1. International Meat Week mit mehreren Veranstaltungen, Workshops und Seminaren für Experten aus Fleischwirtschaft und Wissenschaft.

46 Prozent des Fleischkonsums in Europa macht Schweinefleisch aus. In der EU wird ein Fünftel der Weltproduktion an Schweinefleisch erzeugt. Die Ansprüche der Verbraucher an Qualität, Nährwert und „Bequemlichkeit“ steigen. Dem hat die Erzeugerseite Rechnung zu tragen, will sie im Markt bestehen. Außerdem nehmen die Anforderungen hinsichtlich tiergerechter Erzeugung, Auswirkungen auf die Umwelt oder die Klimabilanz in der Erzeugung zu. Innerhalb von Q-PorkChains wird in sechs verschiedenen Modulen erforscht, wie die Erzeuger, vom Landwirt, über die Schlachtunternehmen, Fleischwarenindustrie bis zum Handel, diesen steigenden Anforderungen nach Qualität und Sicherheit gerecht werden können.

Jaques Trienekens von der Universität Wageningen stellte bei der Untersuchung verschiedener regionaler Fleischmarken fest, dass die europäische Fleischproduktion mit höheren Kosten belastet ist als in anderen Ländern, dass das Image der Schweineproduktion negativ ist oder in südlichen Ländern Schweinefleisch selbst ein negatives Image hat (zu fett) und dass es nach wie vor kein nachhaltiges Abfallmanagement gibt. Die nordeuropäische Schweinefleischerzeugung ist exportorientiert, aber die Struktur der Betriebe und die Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungsketten ist nicht optimal. Es gelte daher das Image des Sektors und auch die soziale Verantwortung für nachhaltige Erzeugung zu verbessern.

Dr. Hermann Schlöder vom Bundeslandwirtschaftsministerium erläuterte den internationalen Experten die Besonderheiten aus deutscher Sicht. Deutschland ist bei Rind- und – seit einigen Jahren – auch bei Schweinefleisch Nettoexporteur. Bei Geflügelfleisch zeichne sich eine ähnliche Entwicklung ab. Auf der Basis des EU-Rechts hinsichtlich Tierhaltung, Tierschutz, Tiertransport und hoher Anforderungen der heimischen Konsumenten hat Deutschland eine hohe Wettbewerbsfähigkeit erreicht. Im Rahmen handelspolitischer Bestimmungen vor allem der Welthandelsorganisation (WTO) werden die traditionellen Exportsubventionen abgeschafft. Um neue Märkte, vor allem im Wachstumsmarkt Asien zu erschließen, hat Deutschland einen Aktionsplan zur Steigerung des Exports von Agrargütern entwickelt. Hier erhalten vor allem kleine und mittlere Unternehmen Informationen und Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte durch Messeförderungen, Beschaffung gezielter Informationen und Unternehmerreisen.

Insgesamt, so Schlöder, sei die deutsche Fleischwirtschaft konkurrenzfähig und vor allem ein verlässlicher Partner. Sie sei in der Lage qualitativ und quantitativ ausgezeichnete Fleischprodukte in der gewünschten Menge zum geforderten Zeitpunkt zu liefern. Diese positive Entwicklung werde weiter voranschreiten, da die Wertschöpfungskette flexibel auf die Anforderungen reagieren könne.

Um die in den Projekten von Q-PorkChains erhaltenen Ergebnisse schnell in die Praxis umzusetzen, gibt es Pilotbetriebe und Demonstrationsprojekte. Für diesen Wissenstransfer ist Maren Bruns vom Verein GIQS (Grenzüberschreitende Integrierte Qualitätssicherung e. V.) in Bonn, zuständig. GIQS war bereits 2001 auf Initiative der Universitäten Bonn und Wageningen gegründet worden und leistet seitdem Unterstützung im Technologie- und Wissenstransfer durch Verbreitung von Ergebnissen in der Verbundforschung oder den Personalaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Um den Austausch von „Manpower“ geht es auch im neuen EU-Projekt QUARISMA – Quality und Risk Management in Meat Chains. Die Universitäten Bonn und Wageningen sowie sechs private Partner tauschen innerhalb der Projektlaufzeit Wissenschaftler jeweils für die Dauer von ein bis zwei Jahren aus, um eine größere Vernetzung und schnelleren Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis zu erreichen.

All diese Anstrengungen unternehmen Wissenschaft und Wirtschaft, damit Verbraucher sicheres und qualitativ hochwertiges Fleisch genießen können. Insbesondere die an den Projekten beteiligte Universität Bonn befasst sich schon seit Längerem damit, Standards für die Tiergesundheit zu entwickeln. Nur durch einen verbesserten Gesundheitsstatus könne das Wohlbefinden der Tiere gesteigert werden, erläuterte Professor Brigitte Petersen, die die öffentliche Tagung eröffnet und begleitet hat. Verbraucher profitierten von einem guten Gesundheitsstatus der Schweine durch das Angebot von qualitativ hochwertigem Schweinefleisch und einer erhöhten Lebensmittelsicherheit. Das sei nur zu gewährleisten, wenn alle in der Erzeugungskette zusammenarbeiten – und das grenzüberschreitend.

aid, Renate Kessen