Projektstart Bioactive am ttz Bremerhaven

Heute und morgen tagen acht Partner aus fünf EU-Ländern zur Reststoffverwertung aus Tomaten, Weintrauben und Oliven am ttz Bremerhaven. Sie geben den Startschuss für das Projekt BIOACTIVE. Darin geht es in den nächsten zwei Jahren um die „Bewertung und Verbreitung von Strategien zur Gewinnung von bioaktiven Substanzen aus den Rückständen der Tomaten, Wein und Oliven verarbeitenden Industrie“. Die Reststoffe, die zum Beispiel bei der Weinherstellung oder Olivenölproduktion anfallen, enthalten interessante Nährstoffe, die in aufgereinigter Form in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln oder Kosmetika eingesetzt werden können. Im Projekt soll das bestehende Know-how zu dieser Reststoffverarbeitung, gesammelt, bewertet und gezielt an die Industrie im Rahmen von Seminaren und Workshops weitergegeben werden.

Heutzutage werden in der Lebensmittelindustrie anfallende Reststoffe entweder als Tierfutter verwendet oder kostenpflichtig entsorgt. „Das ist schade, denn es die meisten Reststoffe haben eine einwandfreie Qualität und enthalten in Regel hochwertige, so genannte bioaktive Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe, Ballaststoffe, Proteine, Zucker, Wachse oder Öle. Diese können gezielt für die Produktion von Lebensmitteln oder Kosmetika eingesetzt werden“, erklärt Marie Bildstein, Leiterin des Projektes BIOACTIVE am ttz Bremerhaven. Die Weiterverwendung dieser Rückstände würde nicht nur die Menge der zu entsorgenden Reststoffe in der Industrie erheblich reduzieren, sondern könnte gleichzeitig eine zusätzliche Einnahmequelle für Unternehmen der Lebensmittelindustrie darstellen. Es geht dabei vor allem um die Erschließung natürlicher Rohstoffquellen zur Gewinnung von bioaktiven Substanzen.

„Wir konnten bereits in verschiedenen regionalen und EU-Projekten am ttz Bremerhaven zeigen, dass die Reststoffverwertung nicht nur funktioniert, sondern die so entstehenden wertvollen Substanzen tatsächlich gezielt für die Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden können. Nun geht es darum, wesentliche Zweige der Lebensmittelindustrie in Europa an diesem Wissen teilhaben zu lassen“, so Werner Mlodzianowski, Geschäftsführer des ttz Bremerhaven.

Das Projekt BIOACTIVE in ein von der EU zu 100 Prozent gefördertes SSA-Projekt (Specific Support Action). Die Gesamtkosten belaufen sich auf knapp 600.000 Euro. Die Erkenntnisse und Möglichkeiten der Reststoffverwertung sollen in den nächsten zwei Jahren an die Industrie im Rahmen von Workshops und Seminaren weitergegeben werden. Hiermit werden insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen unterstützt, die selbst nicht das Personal zur Schaffung eines solchen Innovationspotentials aufbringen können.

Das Projekt wird vom ttz Bremerhaven koordiniert. „Wir sorgen für den reibungslosen Ablauf, der im Projekt geplanten Arbeitsschritte und sind gleichzeitig Know-how Geber für die geplanten Weiterbildungsmaßnahmen,“ erläutert Marie Bildstein. Weitere Partner des Projekts sind fünf Industrieverbände und zwei Forschungsinstitute aus Frankreich, Italien, Griechenland und Spanien.

Raubkopierer klauen jetzt auch Klingeltöne

Immer mehr Handy-Klingeltöne werden inzwischen aus Klingelton-Internetläden raubkopiert. Das berichtet die Zeitschrift COMPUTERBILD in ihrer aktuellen Ausgabe (ab Montag im Handel). Viele Anbieter der Töne stellen auf ihren Internetseiten kostenlose Hörproben bereit, die lang genug sind, um als Klingelton verwendet zu werden. Wie COMPUTERBILD feststellte, sind diese Klang-Beispiele nicht vor dem Kopieren geschützt.
Bei einer Stichprobe konnten bei Anbietern wie Zed.de, Handy.de und Rtlhandyfun.de die Hörproben mit wenigen Mausklicks auf die Festplatte kopiert werden. Von dort ließen sie sich problemlos via Kabel-, Infrarot- oder Bluetooth-Verbindung auf Handys übertragen. Die Probier-Klänge als Klingeltöne auf dem Handy zu verwenden ist jedoch illegal.

Unter Jugendlichen soll inzwischen eine regelrechte Tauschszene entstanden sein, in der raubkopierte Handy-Klänge in großen Mengen weitergegeben werden. Nach Schätzungen der Firma Qpass, die Verkaufsportale für Klingelton-Anbieter herstellt, ist durch die ungenügende Absicherung der Hörproben allein im letzten Jahr in Deutschland ein Schaden von 55 Millionen Euro entstanden. Die Töne werden in den Internetläden für bis zu zwei Euro pro Stück verkauft. Einige Klingelton-Anbieter kündigten nun gegenüber COMPUTERBILD an, in Zukunft Kopierschutzmechanismen für die Hörproben einsetzen zu wollen.