Normandie

Schätze der Normandie: Wenn Monsieur zum Calvados bittet  – von Philip Duckwitz

Rot leuchten die Äpfel auf den Feldern allerorts in den Gemeinden des Bezirks Calvados, der in der französischen Normandie liegt. So rauh die Küste hier ist, so malerisch ist das Hinterland. Und Äpfel spielen hier eine wichtige Rolle. Denn wie der Name des Bezirks schon verkündet, kommt hier der berühmte Calvados, das flüssige Gold der Normandie her. Auch die Vorstufe des Apfel-Branntweins, der Cidre, stammt von hier. Und allerorts duftet es nach dem frischen runden Obst, dass reif an den Bäumen hängt.
Monsieur Bedù, den ich hier treffe, ist ein Experte in Sachen Calvados, denn er lebt und liebt diesen Branntwein. Und so ist eine Führung über das Chateáu du Breuil im Herzen der Normandie, nur 30 Kilometer vom bekannten Küstenort Honfleur entfernt, allein schon ein Erlebnis für sich.
Seit nunmehr 20 Jahren beschäftigt sich der aus Saint Quentin in der Picardie stammende Monsieur mit dem flüssigen Gold der Normandie, nachdem er sein Handwerk bei der berühmten Cognac-Brennerei Hennesy gelernt hat und 1994 beschoss, in einer kleineren Destillerie Fuß zu fassen. Seitdem widmet er sich dem Calvados und trägt dessen Ruf in alle Welt, als dass auch dieser hochqualitative Branntwein eine internationale Berühmtheit erlange. So schwärmt Monsieur Bedú vom Calvados, vom Leben in der Normandie und seinen geistreichen Früchten, dass der Funke der Leidenschaft für Land und Leben in der Gegend überspringt zu mir als Reisendem und sich das Gefühl von Bodenständigkeit gepaart mit der Erhabenheit der regionalen Erzeugnisse bei mir ausbreitet.

Vom Apfel in die Flasche – der Weg des Calvados
Und dann will ich es genau wissen: Wie entsteht der Calvados? Gewaschen, gemaischt  und vom Fruchtfleisch getrennt ergibt sich ein Maischesaft, der nach Gärzeit von sechs Wochen bereits 4,5% Alkoholgehalt enthält. Das Fruchtfleisch selbst wird als Viehfutter verwendet. Nur der reine Saft  ist Grundstoff für den hier produzierten Calvados, denn würde man Zucker hinzugeben, verlöre der Saft an Bukett. Mit viel Geduld, genauer Überwachung des Gärungsprozesses und einer gehörigen Portion Erfahrung des Kellermeisters wird zunächst Cidre aus dem Saft. Erst jetzt, so lerne ich, beginnt die Destillation, die zweimal vollzogen wird, bevor aus 27 Kilo Äpfeln schließlich 20 Liter zur Reife bereitstehender Calvados entsteht. In Eichenfässern, deren Auswahl, Maße und Qualität von besonderer Bedeutung sind, lagert der Calvados nun bis zu 20 Jahre. Je jünger und kleiner das Fass ist, desto schneller verläuft der Reifeprozess, denn desto mehr Branntwein tritt in Verbindung mit dem Holz.  Junge Calvados-Sorten werden daher vom Kellermeister oft in neue Fässer gefüllt, bevor sie später in alten Fässern zu Ende reifen können, sie „wandern“ also regelmäßig von einem Fass zu anderen.
Bereits berauscht von den Erläuterungen des Monsieur Bédu wandle ich durch die düsteren Lagerhallen, in denen mir der moderig-ehrwürdige Duft alter Eichenfässer entgegenschlägt. Fässer, so weit das Auge reicht, gefüllt mit flüssigem Gold in verschiedenen Stadien denke ich bei mir. Und   ein Duft reifen Calvados strömt in meine Nase, als der Monsieur eines der Fässer öffnet um ein Stück Lebensgefühl in die Luft entweichen zu lassen. Holz, Luft und Alkohol verbinden sich hier zu einer wunderbaren Mischung, die mit Geduld und Leidenschaft des Kellermeisters zu einem flüssigen, geistreichen Elixier werden. Vermählung nennt man es hier, wenn der Meister junge und alte Branntweine wie bei einer Hochzeit zu einer erlesenen Sorte Calvados verbindet.

Ist das geistreiche Getränk der Normandie dann endlich zur Abfüllung bereit, wird es in handversiegelten Flaschen ausgeliefert. Ich schaue zu, wie der Korken dabei geschickt um die Flasche gebunden und in die Versieglung integriert wird, damit er nicht verloren geht.

Probieren geht über studieren – eine Verkostung ist mehr als tausend Worte
Je älter ein Calvados ist, desto vollmundiger, abgerundeter und weniger nach Alkohol schmeckend wird er. Und wieder treffe ich auf die Zahl fünf, denn fünf Reifegrade werden im Chateau du Breuil in Flaschen abgegeben. Der einjährige Calvados ist nicht trinkbar und fast reiner Schnaps. Aber der acht-, zwölf-,  fünfzehn- und zwanzigjährige Calvados sind ein Hochgenuss mit Steigerung nach Altersklasse. Charakterisiert sich der 8-jährige noch als eine Komposition aus kräftigen Parfums der Normandie und komplexen Aromen, aus Haselnuss und Mandeln mit Vanille-Abrundung, so kennzeichnet den 12-jährigen als guten Kompromiss zwischen 8 und 15 Jahren ein weiches voll-fruchtiges Tannin, das ihm eleganz verleiht. Angekommen beim 15-jährigen Calvados erkennt man den subtilen Geschmack nach Apfel wieder, der erst in seinem Abgang von holzigen Aromen der Eichenfässer dominiert wird. Der 20 jährige Calvados schließlich eröffnet sich mir wie ein Tor zum Himmel. Die angenehme Bernsteinfarbe verspricht bereits den Genuss reichhaltiger und ausgewogener Aromen, deren Fruchtigkeit und Eleganz bei mir auf der Zunge ein wahres Wohlgefühl auslöst. Keine Spur von erkennbarem Alkoholgehalt hinterlässt diese Krönung der Calvados-Produktion trotz seiner 41% bei mir. Wohlig ist derAbgang, ein Getränk für warme Kaminabende im Winter, wenn man den Sommer in der Normandie Revue passieren lassen möchte.

Ja und natürlich gibt es noch verschiedene Sorten, die veredelt wurden, mit Schokolade als exzellente Komposition, mit Whiskey als Zugeständnis an alle Unentschlossenen zwischen Schottland und Frankreich, oder solche Calvados-Sorten, die als Mixgrundlage für Cocktails gut geeignet sind. Nicht zuletzt ist der Pommeau, ein aus vergorenem Apfelsaft und Calvados kreiertes Getränk ein hervorragender Aperitif.

Die Umgebung – Honfleur und Deauville als malerische Seebäder der Normandie
Nach so vielen Freuden flüssigen Goldes zieht es mich zur Erkundung der Gegend rund um das Chateau du Breuil. So besuche ich am Nachmittag das kleine und beliebte Städtchen Honfleur mit seinem malerischen Yachthafen, umrahmt von dicht zusammengedrängten Häuschen, die bunt und anmutig daherkommen. Enge, verwinkelte Gassen, in denen sich Galerien und Kunsthäuser jeder Ausrichtung finden, gepaart mit Angeboten süßester und geistreichster Leckereien aus der normannischen Gastronomie und zahlreiche größere und kleinere Cafès und Restaurants prägen das Stadtbild dieser Hafenstadt, von der ausgehend einst die Seeleute zur Entdeckung des kanadischen Quebecs aufbrachen. In der Sonne dieses herbstlichen Nachmittags flanieren Besucher entspannt an den Ufern des Hafens, genießen das Flair des Seebads, das auch zu dieser Jahreszeit zu einem erholsamen Spaziergang an seinen Ufern einlädt.

Der Markt rund um das Hafenbecken ist eine Augenweide für Leib und Magen. Frischer Meeresfang, Jakbobsmuscheln, Lobster, Seebrassen oder Rochen liegen lachen den Kulinariker an. Fleisch, Wurst und vor allem Käsesorten der Normandie füllen die Stände, dass sich die Balken biegen. Im Land der guten Küche verwundert es mich kaum, dass die Schätze des Meeres und die Spezialitäten des Lands allerorts in höchster Qualität zu finden sind.

Auch mein nächstes Ziel, Deauville, zeigt sich in der Sonne des Oktobers von seiner besten Seite. Weiß glänzend erhebt sich das Städtchen über seinem prachtvollen Yachthafen. Das Flüsschen Toques ist zu dieser Ze
it gerade ob seiner Nähe zum Ärmelkanal auf Ebbe und die Gezeiten rufen ein lustiges Bild des Flusses hervor, denn alle Schiffe liegen nun buchstäblich auf dem Trockenen. Bemerkenswert ist auch die breite Promenade am Strand, die zu einem ausgedehnten Flanieren am Meer einlädt. Dabei fällt mir als interessantes Detail des Badestrandes auf, dass die Umkleidehäuschen nach berühmten Film-Schauspielern aus aller Welt benannte sind.

Mondän geht es auch zu, als hier die alljährlich im Oktober stattfindende Oldtimer-Rally Paris-Deauville in dem Küstenort eintrifft und sich ein alter Wagen schöner als der andere durch die herausgeputzten Straßen schiebt. Da sieht man blitzendes Chrome, herrlich geschwungene Karosserien und Kostüme der 20er und 30er-Jahre passend zum Baujahr der Fahrzeuge. Damen die zu Diven werden, Autonarren und dekadente Jetsetter füllen die Straßen und verleihen dem Ort das Flair, dessen Ruf ihm vorauseilt. Ein kleiner Badeort mit Weltklasse.
Gesäumt von kleinen Bars und Cafès bietet das Stadtufer mir als Reisendem einen erholsamen Abschluss des Tages im goldgelben Sonnenlicht des Abends, golden wie der Calvados, den ich zuvor genossen habe, denke ich bei mir, bevor ich diesen eindrucksvollen Aufenthalt in der Normandie beende.

Kurz notiert:

Wie kommt man hin?
Empfehlenswert für eine entspannte Anreise ist eine Anfahrt über Paris mit dem Thalys (ab Köln oder München) und eine Weiterfahrt mit dem TGV direkt nach Deauville. Hier empfiehlt es sich, ein Auto zu mieten, um die Gegend zu erkunden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erobern ist. Nicht empfehlenswert ist eine Anreise von Deutschland mit dem eigenen Auto, da so neben den in Frankreich hohen Kraftstoffkosten auch die extrem teuren Autobahngebühren anfallen.

Unterkunft rund um Breuil-en-Auge
Über den Hügeln der En-Auge am Randes Dorfs Pierrefitte En-Auge liegt das Anwesen „La Chaumiere Chemin de la Cóte Blanche“, das von dem Ferienhausbetreiber Belvilla vermietet wird. Dieses malerische Haus im normannischen Fachwerk-Stil ist ein mietbares Schmuckstück für bis zu 4 Personen und bietet zudem ein riesiges Grundstück am Sonnenhang. Diese Unterkunft ist zu empfehlen, wenn man echtes, normannisches Flair sucht.
http://www.belvilla.de/ferienhaus/pierrefitte-en-auge-kinder-see-4-personen-FR-14130-16  

Essen und Trinken
Ein wahrhaftiger Restaurant-Tipp ist das familiengeführte Haus „le Comptoir la Table“. Hier erlebt der Gast nicht nur original französisches Flair gepaart mit echter Gastfreundschaft und Offenherzigkeit. Nicht zuletzt sorgt auch der quirlige Küchenchef, der sehr an einen bekannten, französischen Schauspieler der 70er Jahre erinnert, für eine positive Stimmung unter den Gästen.
Die frische Küche des Restaurants bietet vor allem Muschel- und Fischprodukte aus der Region, wie Jakobsmuscheln oder Hummer. Die Wohnzimmer-artige Einrichtung der Speisedestination sorgt zudem für eine heimelich-wohlige Atmosphäre.
http://tinyurl.com/8qsqp8s  

Excellent ist das Restaurant „Le Dauphin“ in Breuil en Auge unweit des Chatéau du Breuil. Der liebevoll eingerichtete Gastraum und die hochklassige Küche des Spitzenkochs Regis Lecomte, der das Gault Millau-Restaurant führt, lassen beim Gast keinen Wunsch offen und spiegelt hervorragend die normannische Küche der Region wieder.
http://www.ledauphin-restaurant.com/

Das Chateau du Breuil en Auge
Das Cahteau du Breuil und die Calvados-Produktion können täglich eingehend und in vollem Umfang besichtigt werden. Täglich geöffnet von 9-12 und 14-18 Uhr ist das Schloss ganzjährig (außer an Weihnachten) geöffnet.
www.chateau-breuil.fr

Guillaume Poupard

Große Herausforderung für Guillaume Poupard! Seit Dezember hat der aus der Normandie stammende Küchenchef in der Rue de la Roquette Nr. 43, im elften Arrondissement von Paris, sein neues Restaurant installiert: Das Sixième Sens. Dies ist seine fünfte Pariser Institution nach dem Relais Croix-Nivert, dem Molière in Boulogne, dem Guillaume und dem Miel & Paprika. In schlichtem Ambiente vereint Guillaume Poupard Tradition und Moderne und bietet eine einfache, aber raffinierte Küche mit Gerichten inspiriert aus der ganzen Welt. Er heißt seine Gäste persönlich willkommen und garantiert sowohl die Zubereitung der Gerichte als auch die Bedienung.
Das Sixième Sens liegt nur wenige Schritte von der Place de la Bastille entfernt.

Feine Küche und Gemüse vom Pariser Markt Aligre
Geleitet von seiner kulinarischen Leidenschaft, lädt Guillaume Poupard zur Entdeckung seiner raffinierten Küche ein. Von Auslandsreisen und seiner Erfahrung als Koch auf Kreuzfahrtschiffen in der Karibik inspiriert, dekliniert Guillaume Poupard seine Küche mit Köstlich-keiten, die aus aller Welt kommen. Diese schmückt er mit saisonalen Produkten und Aromen, die er auf dem Markt Aligre findet. Filigrane Kochkunst und überra-schende Geschmacksrichtungen stehen auf der Speise-karte, die sich jeden Monat ändert.

Eine offene Küche und Geselligkeit
Die helle und zum schönen Gastraum geöffnete Küche bietet bereits Geselligkeit, denn sie lässt den Koch bei der Zubereitung der Speisen sehen, der sich dabei mit seinen Gästen unterhält.

Lebenskunst, Kochkunst und Geselligkeit
Der herzliche Empfang des Chefs und ein Gefühl des Wohlbefindens markieren das Betreten des Restaurants Sixième Sense. Das „Esszimmer“ verbindet vortrefflich authentisches und zeitgemäßes Design. Der schlichte Raum kultiviert die Kunst, nicht zu viel zu tun und harmonisiert perfekt die Variation der Farben Vanille und Schokolade. Ein Interieur, das sowohl modern als auch klassisch ist, und eine Palette von hellen Farben vermitteln echten Komfort. Die gemütliche Atmosphäre wird durch die schöne Mischung aus Holz und den modernen in Vanille und Schokolade gehaltenen Lederbänken hervorgehoben.
Für lange Winterabende laden die von Kerzen beleuchteten Tische zu einem ruhigen Abend abseits des Tumults von Paris ein. An sonnigen Tagen bietet die sich öffenende Fassade den Komfort einer überdachten Terrasse.

Die weichen Farben der Tische reimt Guillaume Poupard mit den alten Steinmauern des Restaurants. Diese vereinen sich ideal dem zeitgenössischen Interieur. Die Balken komplettieren den Charme dieses Restaurants.

Ab dem Betreten geben die Holzbalken den Ton für das „Esszimmer“ an, da sie dem Restaurant Magie geben und sein Inneres bestimmen. Die Kombination von Holz und Zeitgenössischem vermittelt eine Atmosphäre modernen Landlebens.

www.restaurant-sixieme-sens.fr

Guillaume Poupard

Geboren 1970 in Alençon, Normandie
1987 Diplom Hotelfachschule Le Havre und Ankunft in Paris
1992 Chefkoch auf einem Kreuzfahrtschiff in der Karibik
1993 Zurück in Paris und Übernahme der Küche im Driver´s (16. Arr.)
1995 Eröffnung seines ersten Restaurants in Paris Le Relais Croix Nivert (15. Arr.)
2005 Eröffnung des Le Molière in Boulogne-Billancourt
2009 Eröffnung des Restaurants Miel & Paprika (12. Arr.)
2011 Übernahme des Restaurants Les Parisiennes Edouard Baer, das
           das Restaurant Guillaume wird

2013 Eröffnung des Restaurants Sixième Sens (11. Arr.)

Calvados ist das Gold der Normandie

Es duftet nach frischen Äpfeln, die Luft ist erfüllt von einem
berauschenden Geruch, als ich vor den riesigen Bergen aufgehäufter Früchte
stehe, die rot und grün in der Morgensonne glänzen. Hier auf dem Anwesen
des Chateau du Breuil unweit des kleinen französischen Seebads Deauville
mitten in der Normandie.  Hier in der Region dreht sich alles um den Apfel
und seine Verarbeitung zu flüssigen Genüssen. Seit 1954 produziert die
Familie Bizouard hier Calvados auf dem Chateau du Breuil, das als Schloss
aus dem 16. Jahrhundert mitten im Pays d`Auge französischer und typischer
nicht sein könnte. Das markante Adels-Anwesen in normannischer Fachwerk-
Bauweise mit riesigem Schlosspark liegt beschaulich in einer frischen, von
Flüssen und Bächen durchzogenen Hochebene. Satte, grüne Wiesen, kleine,
malerische Dörfer und weite Apfelplantagen durchziehen die Gegend. 42
Hektar Anbaufläche gehören zum Chateau, das mild-feuchte Klima und  der
nährstoffreiche Boden sind die ideale Umgebung für den Anbau der fünf
Apfelfamilien, aus denen der Calvados erzeugt wird. Die bitteren, süßen,
sauren, säuerlichen und die bitter-süßen Äpfel sind es, die später für die
unterschiedlichen Qualitäten des Cidre und des Calvados aus dieser Gegend
verantwortlich sind erklärt mir Monsieur Bèdu , der Direktor der Calvados-
Produktion des Chateau du Breuil. Seine Begeisterung für die kleine runde
Frucht und deren vielfältige Verarbeitung spingt auf uns über, die kleine
Gruppe von Medienfüchsen, die sich aufmachte, um zu sehen, wie aus Obst
Gold gemacht wird in der Normandie.

Vom Baum in die Flasche – Wege eines Apfels in der Normandie
Und so stehe ich staunend vor dem riesigen Berg frisch geernteter Äpfel,
die mit schweren Maschinen von  den Bäumen geschüttelt und anschließend
eingesammelt und hierher zum Chateau zur Verarbeitung gebracht werden. Reif
zur Ernte sind die Äpfel, wenn sie beginnen zu Boden zu fallen.
Gewaschen, gemaischt  und vom Fruchtfleisch getrennt ergibt sich ein
Maischesaft, der nach Gärzeit von sechs Wochen bereits 4,5% Alkoholgehalt
enthält. Das Fruchtfleisch selbst wird als Viehfutter verwendet. Nur der
reine Saft  ist Grundstoff für den hier produzierten Calvados, denn würde
man Zucker hinzugeben, verlöre der Saft an Bukett. Mit viel Geduld, genauer
Überwachung des Gärungsprozesses und einer gehörigen Portion Erfahrung des
Kellermeisters wird zunächst Cidre aus dem Saft. Erst jetzt, so lerne ich,
beginnt die Destillation, die zweimal vollzogen wird, bevor aus 27 Kilo
Äpfeln schließlich 20 Liter zur Reife bereitstehender Calvados entsteht. In
Eichenfässern, deren Auswahl, Maße und Qualität von besonderer Bedeutung
sind, lagert der Calvados nun bis zu 20 Jahre. Je jünger und kleiner das
Fass ist, desto schneller verläuft der Reifeprozess, denn desto mehr
Branntwein tritt in Verbindung mit dem Holz.  Junge Calvados-Sorten werden
daher vom Kellermeister oft in neue Fässer gefüllt, bevor sie später in
alten Fässern zu Ende reifen können, sie „wandern“ also regelmäßig von
einem Fass zu anderen.
Bereits berauscht von den Erläuterungen des Monsieur Bédu wandle ich durch
die düsteren Lagerhallen, in denen mir der moderig-ehrwürdige Duft alter
Eichenfässer entgegenschlägt. Fässer, so weit das Auge reicht, gefüllt mit
flüssigem Gold in verschiedenen Stadien denke ich bei mir. Und   ein Duft
reifen Calvados strömt in meine Nase, als der Monsieur eines der Fässer
öffnet um ein Stück Lebensgefühl in die Luft entweichen zu lassen. Holz,
Luft und Alkohol verbinden sich hier zu einer wunderbaren Mischung, die mit
Geduld und Leidenschaft des Kellermeisters zu einem flüssigen, geistreichen
Elixier werden. Vermählung nennt man es hier, wenn der Meister junge und
alte Branntweine wie bei einer Hochzeit zu einer erlesenen Sorte Calvados
verbindet.

Ist das geistreiche Getränk der Normandie dann endlich zur Abfüllung
bereit, wird es in handversiegelten Flaschen ausgeliefert. Ich schaue zu,
wie der Korken dabei geschickt um die Flasche gebunden und in die
Versieglung integriert wird, damit er nicht verloren geht.

Probieren geht über studieren – eine Verkostung ist mehr als tausend Worte
Je älter ein Calvados ist, desto vollmundiger, abgerundeter und weniger
nach Alkohol schmeckend wird er. Und wieder treffe ich auf die Zahl fünf,
denn fünf Reifegrade werden im Chateau du Breuil in Flaschen abgegeben. Der
einjährige Calvados ist nicht trinkbar und fast reiner Schnaps. Aber der
acht-, zwölf-,  fünfzehn- und zwanzigjährige Calvados sind ein Hochgenuss
mit Steigerung nach Altersklasse. Charakterisiert sich der 8-jährige noch
als eine Komposition aus kräftigen Parfums der Normandie und komplexen
Aromen, aus Haselnuss und Mandeln mit Vanille-Abrundung, so kennzeichnet
den 12-jährigen als guten Kompromiss zwischen 8 und 15 Jahren ein weiches
voll-fruchtiges Tannin, das ihm eleganz verleiht. Angekommen beim 15-
jährigen Calvados erkennt man den subtilen Geschmack nach Apfel wieder, der
erst in seinem Abgang von holzigen Aromen der Eichenfässer dominiert wird.
Der 20 jährige Calvados schließlich eröffnet sich mir wie ein Tor zum
Himmel. Die angenehme Bernsteinfarbe verspricht bereits den Genuss
reichhaltiger und ausgewogener Aromen, deren Fruchtigkeit und Eleganz bei
mir auf der Zunge ein wahres Wohlgefühl auslöst. Keine Spur von erkennbarem
Alkoholgehalt hinterlässt diese Krönung der Calvados-Produktion trotz
seiner 41% bei mir. Wohlig ist derAbgang, ein Getränk für warme Kaminabende
im Winter, wenn man den Sommer in der Normandie Revue passieren lassen
möchte.

Ja und natürlich gibt es noch verschiedene Sorten, die veredelt wurden, mit
Schokolade als exzellente Komposition, mit Whiskey als Zugeständnis an alle
Unentschlossenen zwischen Schottland und Frankreich, oder solche Calvados-
Sorten, die als Mixgrundlage für Cocktails gut geeignet sind. Nicht zuletzt
ist der Pommeau, ein aus vergorenem Apfelsaft und Calvados kreiertes
Getränk ein hervorragender Aperitif.

Die Umgebung – Honfleur und Deauville als malerische Seebäder der Normandie
Nach so vielen Freuden flüssigen Goldes zieht es mich zur Erkundung der
Gegend rund um das Chateau du Breuil. So besuche ich am Nachmittag das
kleine und beliebte Städtchen Honfleur mit seinem malerischen Yachthafen,
umrahmt von dicht zusammengedrängten Häuschen, die bunt und anmutig
daherkommen. Enge, verwinkelte Gassen, in denen sich Galerien und
Kunsthäuser jeder Ausrichtung finden, gepaart mit Angeboten süßester und
geistreichster Leckereien aus der normannischen Gastronomie und zahlreiche
größere und kleinere Cafès und Restaurants prägen das Stadtbild dieser
Hafenstadt, von der ausgehend einst die Seeleute zur Entdeckung des
kanadischen Quebecs aufbrachen. In der Sonne dieses spätherbstlichen
Nachmittags flanieren Besucher entspannt an den Ufern des Hafens, genießen
das Flair des Seebads, das auch zu dieser Jahreszeit zu einem erholsamen
Spaziergang an seinen Ufern einlädt.
Auch mein nächstes Ziel, Deauville, zeigt sich in der Abendsonne des
Oktobers von seiner besten Seite. Weiß glänzend erhebt sich das Städtchen
über seinem prachtvollen Yachthafen. Das Flüsschen Toques ist zu dieser
Zeit gerade
ob seiner Nähe zum Ärmelkanal auf Ebbe und die Gezeiten rufen
ein lustiges Bild des Flusses hervor, denn alle Schiffe liegen nun
buchstäblich auf dem Trockenen. Bemerkenswert ist auch die breite Promenade
am Strand, die zu einem ausgedehnten Flanieren am Meer einlädt. Dabei fällt
mir als interessantes Detail des Badestrandes auf, dass die
Umkleidehäuschen nach berühmten Film-Schauspielern aus aller Welt benannte
sind. Gesäumt von kleinen Bars und Cafès bietet das Stadtufer mir als
Reisendem einen erholsamen Abschluss des Tages im goldgelben Sonnenlicht
des Abends, golden wie der Calvados, den ich am Morgen genossen habe, denke
ich bei mir, bevor ich diesen eindrucksvollen Aufenthalt in der Normandie
beende. Philip Duckwitz

Tipps und Nützliches:

Wie kommt man hin?
Empfehlenswert für eine entspannte Anreise ist eine Anfahrt über Paris mit
dem Thalys (ab Köln oder München) und eine Weiterfahrt mit dem TGV direkt
nach Deauville. Hier empfiehlt es sich, ein Auto zu mieten, um die Gegend
zu erkunden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erobern ist.
Nicht empfehlenswert ist eine Anreise von Deutschland mit dem eigenen Auto,
da so neben den in Frankreich hohen Kraftstoffkosten auch die extrem teuren
Autobahngebühren anfallen.

Essen und Trinken
Ein wahrhaftiger Restaurant-Tipp ist das familiengeführte Haus „le Comptoir
la Table“. Hier erlebt der Gast nicht nur original französisches Flair
gepaart mit echter Gastfreundschaft und Offenherzigkeit. Nicht zuletzt
sorgt auch der quirlige Küchenchef, der sehr an einen bekannten,
französischen Schauspieler der 70er Jahre erinnert, für eine positive
Stimmung unter den Gästen.
Die frische Küche des Restaurants bietet vor allem Muschel- und
Fischprodukte aus der Region, wie Jakobsmuscheln oder Hummer. Die
Wohnzimmer-artige Einrichtung der Speisedestination sorgt zudem für eine
heimelich-wohlige Atmosphäre.
http://tinyurl.com/8qsqp8s  

Unterkunft rund um Deauville
da man im Chateau du Breuil leider nur auf Einladung nächtigen kann,
empfiehlt es sich ein Hotel im nahegelegenen Ort Pont L´Eveque zu suchen.
Hier bietet sich das Hotel „Lion d òr“ an, das mit seine warmen Atmosphäre
und seinem traditionell-warmen Flair der Region für ein zufriedenes
Übernachtungs-Erlebnis beim Gast sorgt.
www.leliondorhotel.com

Das Chateau du Breuil en Auge
Das Cahteau du Breuil und die Calvados-Produktion können täglich eingehend
und in vollem Umfang besichtigt werden. Täglich geöffnet von 9-12 und 14-18
Uhr ist das Schloss ganzjährig (außer an Weihnachten) geöffnet.
www.chateau-breuil.fr

Tour de Fromages

Urlaub in Frankreichs Käseregionen

Viele Genießer zieht es in den Ferien nach Frankreich – das Land, dessen Esskultur kürzlich von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde. Einen wichtigen Anteil an dieser Kultur haben die französischen Käse. Mehr als 1.000 verschiedene Sorten findet man in ganz Frankreich; fast jeder Ort hat eine lokale oder regionale Spezialität zu bieten.

Frankreichs Käsestraßen

Entlang der zahlreichen Käsestraßen Frankreichs („Routes du Fromage“) laden Bauern und Käsereien zu Besichtigungen und Verkostungen ein – eine wunderbare Gelegenheit, die Spezialitäten der Region zu entdecken. Eine der berühmtesten Käsestraßen liegt in der Franche-Comté im Jura-Gebirge, entlang der Schweizer Grenze. Auf der „Route du Comté“ geben Käsereien und Reifekeller Einblick in die Herstellung des berühmten Hartkäse und laden zum Probieren ein. Im Käsemuseum in Trepot können sich Genussreisende über Geschichte und Gegenwart des Comté-Käses informieren. Weitere Käsestraßen gibt es zum Beispiel in der Normandie, in der Auvergne und im Elsass.

Käsefeste und Almabtriebe

Die Franzosen sind stolz auf ihre traditionellen Produkte. Viele Orte und Regionen veranstalten daher Feste zu Ehren ihrer lokalen Käsespezialitäten. Die Elsässer feiern ihren Munster-Käse sogar gleich zweimal: mit einem Munster-Käsefest am 6. und 7. August 2011 in Rosheim sowie mit einem Fest zum Almabtrieb am 9. und 10. September in Munster. Für alle Liebhaber des pikanten Rotkulturkäses ein guter Anlass für einen Kurzurlaub im Elsass. Auch in der Franche-Comté feiert man den Almabtrieb (am 12. September 2011 in Les Hôpitaux-Neufs).

Entdeckungen am Wegesrand

Doch auch jenseits der Käsestraßen und Festivals können Käsefreude in Frankreich die lokalen Spezialitäten entdecken. Wer an einer Landstraße ein Firmenschild eines Käseproduzenten entdeckt, sollte unbedingt anhalten. Meistens gibt es im angeschlossenen Laden die hofeigenen Käse zu kaufen. Viele Produzenten geben zudem gerne Einblick in die Herstellung ihrer Produkte.

Käsestraßen in Frankreich:
Franche-Comté
La route du Comté, www.lesroutesducomte.com (in frz. und engl. Sprache)

Elsass
Route de Fromages – rund um die Stadt Munster, www.la-vallee-de-munster.com/de/ und www.elsass-netz.de

Normandie
La route du fromage de Normandie (Pont-L´Evêque, Livarot, Neufchâtel, daran anschließend die Route du Camembert), www.normandie-netz.de

Auvergne
Route des Fromages AOP d´Auvergne. Website: www.fromages-aoc-auvergne.com (mit Karte der einzelnen Stationen, in frz. Sprache)

Käsefeste:
Normandie
AOC-Festival. Feier für alle Produkte der Region mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Käse, Cidre, Calvados) am ersten Mai-Wochenende (30. April/1. Mai 2011) in Cambremer. www.office-tourisme-cambremer.fr (in frz. Sprache)

Franche-Comté
Almabtrieb der Kuhherden in Les Hôpitaux-Neufs, im August/September, diesmal am 12. September 2011, www.ladescentedesvaches.com

Elsass
Munsterkäsefestival und Volksfest, August, diesmal am 6. und 7. August in Rosheim, www.elsass-netz.de ; Almabtrieb und Munsterkäsefest im September, diesmal am 10. und 11. September, www.la-vallee-de-munster.com/de/

Camembert, Cidre & Calvados

3SAT, Donnerstag, 10.12. um 12:45 Uhr

Camembert, Cidre & Calvados

Das Schlaraffenland der Normandie

Das Departement Calvados im Westen der Normandie und dort speziell das Pays d’Auge gelten als Schlemmerland. Überall finden Märkte mit überquellenden Käse-, Wurst- und Obstständen statt, der berühmte Camembert wurde angeblich dort erfunden. Mehr als ein Dutzend Calvados-Brennereien und Cidre-Hersteller liegen an der Route du Cidre. Die nordfranzösische Region ist auch ein Land der Schlösser: Schlossurlaub ist dort preislich keineswegs so nobel, wie das Ambiente vermuten lässt.

Zu Tisch in … der Normandie

So, 13.09. um 17:05 Uhr arte

Zu Tisch in … der Normandie

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Einige Tausend Liter sind es auf der „Pommeraie“, dem Hof der Familie Lair. Drei Generationen arbeiten in dieser Zeit an der Mostpresse. Die Mostgewinnung verläuft nach alter Tradition. Alain Lair häuft Stroh auf dem Boden eines riesigen Holzbottichs an, darauf kommt eine Lage Äpfel, dann wieder Stroh – Schicht um Schicht – bis der Behälter voll ist. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten. Jeder Apfelbauer hat hier sein eigenes Familienrezept. Für die Apfelbauern ist der Cidre nicht nur Getränk, sondern auch selbstverständlicher Bestandteil der Küche. Kaum ein Gericht, das Martine Lair für ihre Familie kocht, kommt ohne Cidre aus – sei es das „Poulet Vallée d’Auge“, der Kalbsbraten oder die Miesmuscheln, die die Großmutter zuvor am Strand von Coutainville gesammelt hat. Nach dem Essen gibt es Apfelschnaps. Einmal im Jahr kommt ein Destillateur auf den Hof. In seinem Dampfkessel auf Rädern brennt er den Calvados, den weltberühmten Apfelbranntwein der Normandie.

Zu Tisch in … der Normandie

So, 30.08. um 17:35 Uhr arte

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten nach einem wohl gehüteten Rezept. Aber bei den Apfelbauern trinkt man den Cidre nicht nur, man nimmt ihn natürlich auch zum Kochen.

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Einige Tausend Liter sind es auf der „Pommeraie“, dem Hof der Familie Lair. Drei Generationen arbeiten in dieser Zeit an der Mostpresse. Die Mostgewinnung verläuft nach alter Tradition. Alain Lair häuft Stroh auf dem Boden eines riesigen Holzbottichs an, darauf kommt eine Lage Äpfel, dann wieder Stroh – Schicht um Schicht – bis der Behälter voll ist. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten. Jeder Apfelbauer hat hier sein eigenes Familienrezept. Für die Apfelbauern ist der Cidre nicht nur Getränk, sondern auch selbstverständlicher Bestandteil der Küche. Kaum ein Gericht, das Martine Lair für ihre Familie kocht, kommt ohne Cidre aus – sei es das „Poulet Vallée d’Auge“, der Kalbsbraten oder die Miesmuscheln, die die Großmutter zuvor am Strand von Coutainville gesammelt hat. Nach dem Essen gibt es Apfelschnaps. Einmal im Jahr kommt ein Destillateur auf den Hof. In seinem Dampfkessel auf Rädern brennt er den Calvados, den weltberühmten Apfelbranntwein der Normandie.

Zu Tisch in … der Normandie

ARTE, Dienstag, 17.03. um 16:25 Uhr

Zu Tisch in … der Normandie

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten nach einem wohl gehüteten Rezept. Aber bei den Apfelbauern trinkt man den Cidre nicht nur, man nimmt ihn natürlich auch zum Kochen.

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Einige Tausend Liter sind es auf der „Pommeraie“, dem Hof der Familie Lair. Drei Generationen arbeiten in dieser Zeit an der Mostpresse. Die Mostgewinnung verläuft nach alter Tradition. Alain Lair häuft Stroh auf dem Boden eines riesigen Holzbottichs an, darauf kommt eine Lage Äpfel, dann wieder Stroh – Schicht um Schicht – bis der Behälter voll ist. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten. Jeder Apfelbauer hat hier sein eigenes Familienrezept. Für die Apfelbauern ist der Cidre nicht nur Getränk, sondern auch selbstverständlicher Bestandteil der Küche. Kaum ein Gericht, das Martine Lair für ihre Familie kocht, kommt ohne Cidre aus – sei es das „Poulet Vallée d’Auge“, der Kalbsbraten oder die Miesmuscheln, die die Großmutter zuvor am Strand von Coutainville gesammelt hat. Nach dem Essen gibt es Apfelschnaps. Einmal im Jahr kommt ein Destillateur auf den Hof. In seinem Dampfkessel auf Rädern brennt er den Calvados, den weltberühmten Apfelbranntwein der Normandie.

Zu Tisch in … der Normandie

ARTE, Montag, 09.03. um 18:30 Uhr

Zu Tisch in … der Normandie

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten nach einem wohl gehüteten Rezept. Aber bei den Apfelbauern trinkt man den Cidre nicht nur, man nimmt ihn natürlich auch zum Kochen.

Im Oktober, wenn die Äpfel von den Bäumen fallen, beginnen die normannischen Bauern mit dem Pressen des Cidre. Einige Tausend Liter sind es auf der „Pommeraie“, dem Hof der Familie Lair. Drei Generationen arbeiten in dieser Zeit an der Mostpresse. Die Mostgewinnung verläuft nach alter Tradition. Alain Lair häuft Stroh auf dem Boden eines riesigen Holzbottichs an, darauf kommt eine Lage Äpfel, dann wieder Stroh – Schicht um Schicht – bis der Behälter voll ist. Das Geheimnis eines guten Cidre liegt in der richtigen Mischung der Apfelsorten. Jeder Apfelbauer hat hier sein eigenes Familienrezept. Für die Apfelbauern ist der Cidre nicht nur Getränk, sondern auch selbstverständlicher Bestandteil der Küche. Kaum ein Gericht, das Martine Lair für ihre Familie kocht, kommt ohne Cidre aus – sei es das „Poulet Vallée d’Auge“, der Kalbsbraten oder die Miesmuscheln, die die Großmutter zuvor am Strand von Coutainville gesammelt hat. Nach dem Essen gibt es Apfelschnaps. Einmal im Jahr kommt ein Destillateur auf den Hof. In seinem Dampfkessel auf Rädern brennt er den Calvados, den weltberühmten Apfelbranntwein der Normandie.

Reiselust und Gaumenfreuden

Während die Touristenströme sich an den Badestränden der Normandie tummeln, gibt es nur wenige Kilometer entfernt noch kaum entdeckte Ferienlandschaften: zum Beispiel die Halbinsel Cotentin im Department Manche, unterhalb der Hafenstadt Cherbourg gelegen. Das reizvolle Naturschutzgebiet fasziniert Urlauber, die Stille und Naturerlebnisse suchen. In Frankreichs Nordwesten kommen reisende Gourmets überall auf ihre Kosten. Außer Austern, Artischocken und Apfelwein bieten Normandie und Bretagne jede Menge landschaftlicher Reize – im Landesinneren genauso wie an den Küsten.

So, 18.01. um 10:25 Uhr rbb