Glyphosat in Bier

Der Verein „Münchner Umweltinstitut“ berichtet in einer am 25. Februar 2016 veröffentlichten Pressemitteilung über Spuren des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosat in Bier.

Dazu erklärt der Deutsche Brauer-Bund:
Wie das Umweltinstitut in seiner Veröffentlichung selbst feststellt, finden sich Spuren von Glyphosat „inzwischen fast überall“. Glyphosat ist seit Jahrzehnten als Wirkstoff in einer Reihe von in Deutschland und weltweit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln enthalten, aus deren Anwendung sich bekanntlich Rückstände in Ernteprodukten und Lebensmitteln ergeben können. Unzählige Studien haben diese Spuren für gesundheitlich unbedenklich erklärt.

Auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die in Lebensmitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Der Deutsche Brauer-Bund vertraut der Einschätzung der unabhängigen Wissenschaftler. Als zuständige Behörde hat das BfR eine aktuelle Stellungnahme zum Test des Umweltinstitutes herausgegeben, die im Inter- net veröffentlicht ist: http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf

Der DBB weist den Vorwurf des Umweltinstitutes, die Brauereien würden ihre Rohstoffe nicht ausreichend kontrollieren, als absurd und völlig haltlos zurück. Die Brauereien in Deutschland betreiben – ebenso wie die vorgelagerten Stufen der Malz- und Hopfenerzeugung – einen hohen Aufwand, um die vier natürlichen Rohstoffe Wasser, Malz, Hopfen und Hefe, die nach dem Reinheitsgebot zum Brauen verwendet werden, auf mögliche Schadstoffe zu kontrollieren.

So hat der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Braumalz. Unser Monitoring zeigt, dass die gemessenen Werte stets deutlich unter den Höchstgrenzen liegen. Zu keiner Zeit konnten Überschreitungen der zulässigen Rückstandshöchstwerte bei Glyphosat festgestellt werden. Daneben gibt es staatliche Kontrollen und weitere Eigenkontrollen der Brauereien, die dafür Sorge tragen, dass keine Schadstoffe Eingang finden in die Produktion.

Die vom Umweltinstitut verbreiteten Testergebnisse sind deshalb nicht nachvollzieh- bar und nicht glaubwürdig. Da uns weder die vollständige Untersuchung vorliegt, noch die Analysemethoden hinreichend belegt wurden, müssen wir die Seriosität der Untersuchung ernsthaft in Zweifel ziehen. Auch das dargestellte „Ranking“ der Biere ist absolut unseriös, stellt doch das Umweltinstitut selbst fest, dass der Test nur auf einer „kleinen Anzahl von Proben“ beruht und „keine generelle Aussage über die Belastung des Bieres einer bestimmten Marke“ zulässt.

Selbst wenn die vom Umweltinstitut behaupteten Glyphosat-Werte im Einzelfall zutreffen würden, was wir mit Blick auf unser Monitoringsystem und die fragwürdigen Methoden der jüngsten Studie bezweifeln, müsste ein Erwachsener nach Einschätzung des BfR an einem einzigen Tag 1000 Liter Bier trinken, um ein gesundheitliches Risiko durch Rückstände einzugehen. Dieser Umstand ist auch dem Umweltinstitut bekannt. Trotzdem spricht es wider besseren Wissens von einer „gesundheitsschädigenden Wirkung selbst in kleinsten Mengen“.

Der Münchner Verein möchte mit seiner Veröffentlichung offensichtlich Einfluss neh- men auf die für Anfang März 2016 vorgesehene Entscheidung der EU-Staaten über die Verlängerung der Zulassung für Glyphosat, welche von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nach umfangreichen Untersuchungen befürwor- tet wird. In den vergangenen Tagen erst hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung Entwarnung hinsichtlich möglicher Glyphosat-Rückstände in Muttermilch gegeben und eine zuvor veröffentlichte Studie als falsch widerlegt. Diese Studie hatte sich derselben Analysenmethode bedient wie jetzt das Münchner Umweltinstitut.

Fragen und Antworten
Wie können Glyphosat-Spuren in Getreide und damit in Biere gelangen?
Bier wird in Deutschland aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut. Malz wird aus Getreide gewonnen. In Deutschland ist der Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Getreide zu Brauzwecken nicht zugelassen. Gleichwohl kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Glyphosat-Rückstände auch in Braugetreide oder Braumalz nachweisen lassen, da diese entweder durch Abdrift von zu- lässigen Anwendungen auf benachbarten landwirtschaftlichen Flächen oder den im Ausland bei Braugetreide teilweise zulässigen Einsatz von glyphosathaltigen Produkten verursacht sein können. Da die deutsche Landwirtschaft allein nicht in der Lage ist, den Braugerstenbedarf der deutschen Brauereien zu decken, werden ca. 50 Prozent des hierzulande verwendeten Braugetreides bzw. Braumalzes aus dem Ausland, vor allem Frankreich und Dänemark, importiert.

Geht von Glyphosat-Spuren in Bieren eine Gesundheitsgefahr aus?
Das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft die bisher in Lebens- mitteln nachgewiesenen Spuren wie andere europäische und internationale Institute als gesundheitlich unbedenklich ein. Laut BfR wären „selbst die höchsten aus den Medien bekannten Gehalte (30 Mikrogramm pro Liter) so niedrig, dass die hieraus rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen (60 kg Körpergewicht) mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltende lebenslänglich duldbare (ADI) oder einmalig duldbare (ARfD) tägliche Aufnahmemenge.“ Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener laut BfR an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken. Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar, so das BfR in seiner Stellungnahme (vgl. http://www.bfr.bund.de/cm/343/vorlaeufige-einschaetzung-zu-gehalten-von-glyphosat-in-bier.pdf )

Was tut die deutsche Brauwirtschaft, um Glyphosat-Einträge zu vermeiden?
Um höchstmögliche Sicherheit und Qualität des in den deutschen Brauereien einge- setzten Malzes zu gewährleisten, unterhält der Deutsche Brauer-Bund ein eigenes Monitoringsystem für Schadstoffe in Braumalz, das auch Untersuchungen auf Rück- stände von Glyphosat beinhaltet. Das Monitoring zeigt, dass die in den deutschen Brauereien eingesetzten Malze ganz überwiegend frei von Glyphosat-Rückständen sind. Sofern sich in Einzelfällen Glyphosat feststellen lässt, liegen die Befunde um mehr als den Faktor 100 unterhalb der zulässigen Rückstandshöchstgrenze von Gerste und damit weit im Bereich des absolut Unbedenklichen. Die europaweit gesetzlich festgelegte Rückstandshöchstgrenze für Glyphosat in Gerste beträgt 20 mg/kg und in Weizen 10 mg/kg.

Bei der Verwendung von vermälztem Getreide bzw. Malz in Bier ergibt sich, im Vergleich zum direkten Verzehr von Getreide, eine beachtliche Verdünnung. Analysen zeigen, dass im Falle einer möglichen Belastung lediglich zwei Prozent des ursprünglich auf der Gerste befindlichen Glyphosats letztlich bis ins Bier gelangen können. In
der Praxis werden mehrere Partien von Gerste vermischt und die Biere aus verschiedenen Malzen hergestellt. Auch vor diesem Hintergrund erscheinen die behaupteten Testergebnisse nicht plausibel.

Welche Richtwerte gibt es?
Die vom Münchner Umweltinstitut beauftragte Studie erscheint schon deshalb fragwürdig, weil sie das gebraute Bier – ein Lebensmittel, das aus Getreide hergestellt wird – unzulässigerweise mit Trinkwasser vergleicht. Auch wird hier von einem „Grenzwert“ gesprochen, obwohl es für Trinkwasser lediglich einen „Vorsorgewert“ gibt, der aber keinerlei Aussage zur gesundheitlichen Bedeutung trifft. Im Übrigen ist selbst der Vorsorgewert für Babynahrung um den Faktor 100 höher als jener für Trinkwasser.

Was regelt das Reinheitsgebot?
Im Unterschied zu Brauereien in Europa dürfen deutsche Brauereien für Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, bis heute keine künstlichen Aromen, keine künstlichen Farbstoffe, keine künstlichen Stabilisatoren, keine Enzyme, keine Emulgatoren und auch keine Konservierungsstoffe verwenden. Das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe beschränkt. Alle Rohstoffe unterliegen einer kontinuierlichen und umfassenden Rückstands- und Schadstoffkontrolle über alle Verarbeitungsstufen.

www.reinheitsgebot.de

500 Jahre Reinheitsgebot

Das Reinheitsgebot gilt als das älteste Lebensmittelgesetz der Welt und feiert in diesem Jahr sein 500-jähriges Bestehen. Im Jahre 1516 wurden erstmals in Bayern Regeln zum Bierbrauen festgelegt. Bis 1906 waren diese geltendes Recht allein im Herzogtum Bayern, ab dann durfte ganz Deutschland im Rahmen der Richtlinien nur mit Hopfen und Wasser brauen. Auch heute gilt diese Verordnung noch, wenn sie auch mittlerweile um den Zusatz Hefe und Malz (Gerste) erweitert worden ist. Pünktlich zum Jahresbeginn stellt Wilde & Partner sieben Reisetipps rund um das Bier vor, bei denen Hopfen und Malz bestimmt nicht verloren sind.

1. Mehr als Sangria – Brautraditionen auf Mallorca
Mallorca ist für Party- und Strandurlaub bekannt. Was nur wenige wissen: Seit einigen Jahren etabliert sich auf Mallorca ein Markt für heimisches Craft-Bier, das vor allem im Westen und Norden gebraut und vertrieben wird. Der Mallorca-Experte fincallorca empfiehlt einen Besuch der mallorquinischen Hausbrauereien wie Tramuntana aus Selva, Cas Cerveser in Galilea, Sullerica in Soller und die Beer Lovers aus Alcudia. Einige der Brauereien bieten Verköstigungen und Führungen für Besucher an.
www.fincallorca.de

2. Bierkulinarik in Europas höchstgelegener Brauerei
In Livigno können Bier-Liebhaber bei einer Führung durch die Brauerei „1816“ einen Blick über die Schultern von Braumeister Andrea Rocca werfen. Der Name der Brauerei verweist auf die Höhenlage des Ortes. Braumeister Rocca ließ sich in Bayern zum Biersommelier ausbilden und fährt regelmäßig zum Einkauf von Hopfen und Malz dorthin. Das Erfolgsgeheimnis der Brauerei „1816“ und seines gleichnamigen Biers ist die enge Bindung zu Livigno — das zeigt bereits der Name, der auf die Höhenlage des Orts verweist. Darüber hinaus zählt das für die Herstellung wichtige Quellwasser Livignos zu einem der reinsten der Welt. Gebraut werden in Livigno die vier Klassiker Hefeweizen, Helles, Pils und Rauchbier. Je nach Saison kommen auch ungewöhnliche Zutaten zum Einsatz beispielsweise Moschus-Schafgarbe, wilde Heidelbeeren oder Enzian.
www.livigno.eu

3. Bierwochenende für zwei
Für Bierliebhaber gibt es bei weekend4two, dem Spezialreiseveranstalter für Kurz- und Wochenendreisen zu zweit, genau das Richtige: zwei Tage rund ums Bier in Baden-Württemberg. Der Trip führt in die Bierkulturstadt Ehingen. In der hauseigenen Brauerei können verschiedene Biersorten sowie Biertreberbrot degustiert werden. Die Übernachtung erfolgt im beliebten Bierkistenzimmer mit echtem Holz aus dem früheren Malzlager, ein Bierträger mit sechs Flaschen von drei Brauereien ist inklusive. Das Vier-Gänge-Bier-Dinner und ein digitaler Bier-Kultur-Stadtrundgang runden den Aufenthalt ab. Als Erinnerung an zwei tolle Bier-Tage gibt es eine Bierkulturstadt-Tasche.
www.weekend4two.de/special/835/kulinarik-rund-ums-bier

4. Über den Wolken heben die Bierpreise ab
Die Flugmaschine swoodoo hat in diesem Jahr die Getränkepreise bei Low-Cost-Fluggesellschaften untersucht. Hier genießen Passagiere eher ein teures Trinkvergnügen. Der Preis für 0,33 Liter Bier startet bei den größeren Billig-Fluggesellschaften bei drei Euro. Diesen Preis zahlen zum Beispiel Passagiere von Germanwings und Wizz Air. Ganze 5,50 Euro und damit fast doppelt so viel berechnen flybe und Norwegian. Ein bisschen günstiger bekommen Fluggäste ein Bier mit fünf beziehungsweise 4,50 Euro bei easyjet und Ryanair.
www.swoodoo.com

5. Einheimisches Bier über den Dächern von Zell am See
Self-made Braumeister: Nach einer TV-Reportage über Urwald-Einwohner, die ihr eigenes Bier brauten, kam Fritz Sendlhofer auf den Hopfen. Nachdem er sich bei Bekannten in Bayern inspirieren ließ und Anleitungen einholte, startete er auf seinem Logenplatz mit herrlichem Ausblick auf den Zellersee in das Projekt und perfektioniert heute sein Bier bis zum letzten Schliff. Besucher können das angenehm süffige und erfrischende Bier hoch über den Dächern von Zell am See zu selbstgemachtem Bauernbrot und Speck in einem alten Steinkrug probieren. Urig: Fritz pflegt mit Bier auch seinen Bart, mit dem er schon diverse Auszeichnungen gewonnen hat.
www.zellamsee-kaprun.com

6. Prag, Köln, Amsterdam, München: Touren durch die Bier-Metropolen Europas
In Prag können Bierfans bei dem dreistündigen Rundgang zu den besten Mikrobrauereien mehr über die Geschichte des Biers lernen, das hier auf eine lange Brautradition zurückblicken kann. In Köln lernen Bierfans bei informativen und unterhaltsamen Anekdoten, warum Kölsch „schön, schlau, schlank und gesund“ macht und wie es sich auf das Liebesleben auswirkt. In Amsterdam entspannen die Füße bei einer einstündigen Bier-Tour durch die niederländische Hauptstadt, während ein Fahrer die mobile Fahrradbar vorbei an den Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum strampelt. Als Erfrischung stehen 20 Liter Bier bereit. Bei einem abendlichen Rundgang durch München stellt ein Tourguide die Bierhauptstadt der Welt vor. Dabei lernen die Teilnehmer mehr über die faszinierende Geschichte deutscher Brauereikunst – von den historischen Anfängen bis zu den großen Klosterbrauereien des Mittelalters und dem weltberühmten Reinheitsgebot.
www.getyourguide.de

7. Mittendrin im Hinterhof der Stiegl Brauerei
Große Brauerei ganz klein: Im Hans-Peter Porsche TraumWerk werden im Miniaturformat realistisch gestaltete Alltagsszenen zum Leben erweckt, so auch der Betrieb der Stiegl Brauerei in der Region Salzburg. Hier kann man den Bierlieferanten beim Beladen der Holzfässer zusehen und den Aufbau einer Brauerei von oben untersuchen. Das Hans-Peter Porsche TraumWerk befindet sich verkehrsgünstig an der Autobahn A8 zwischen der Bierhauptstadt München und Salzburg.
Hier entdecken Besucher in der circa 400 Quadratmeter großen Modelleisenbahnanlage detailgetreu gestaltete Landschaften in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz. Auf einer Gleislänge von rund drei Kilometern fahren zeitgleich bis zu 40 von 180 Zügen und überwinden dabei einen Höhenunterschied von bis zu fünf Metern.
www.hanspeterporsche.com

Bier aus dem Norden

Neue Geschmackskreationen aus Hopfen und Malz, die gibt es am Sonntag, dem 28. Juni, im Freilichtmuseum am Kiekeberg zu probieren. Bei „Bier aus dem Norden“ präsentieren 30 kleine Brauereien von 10 bis 18 Uhr ihre neuen Sorten. Über 100 verschiedene Sorten bringen die Braumeister mit an den Kiekeberg. Der Eintritt kostet für Erwachsene 9 Euro.

Das besondere Bier hebt sich durch seinen individuellen Geschmack ab. Fachleute und Fans kommen an diesem Tag zusammen, um sich über Geschmacksrichtungen und Zutaten auszutauschen und miteinander zu klönen. Die regionalen Biere sind Ausdruck handwerklicher Braukunst. Im Freilichtmuseum am Kiekeberg können die Besucher verschiedene traditionell hergestellte Biersorten probieren und kaufen.

„Ein deutlicher Trend geht zum Craft Beer“, erklärt Stefan Seufert, Organisator des Aktionstages. Als „Craft Beer“ werden Biere bezeichnet, bei denen ehrgeizige und experimentierfreudige Brauer intensiven Biergeschmack erschaffen. „Bei ihren Bieren lassen sich die eingesetzten Rohstoffe Malz und besonders Hopfen oft viel deutlicher herausschmecken, als das bei den üblichen Fernsehbieren der Fall ist“, so der Experte.

Besucher können sich nach dem Bier-Genuss im Rösterei-Café Koffietied und im Museumsgasthof Stoof Mudders Kroog bei herzhaften norddeutschen Spezialitäten stärken.

www.kiekeberg-museum.de
www.facebook.com/kiekeberg

Livigno

Im norditalienischen Bergort hat sich Europas höchstgelegene Brauerei etabliert, in der mit bayerischem Know-how und italienischem Charme feinstes Bier mit Lokalkolorit hergestellt wird.

Bei einer Führung durch die Brauerei können Bier-Liebhaber einen Blick über die Schultern von Braumeister Andrea Rocca werfen, der sich in Bayern zum Biersommelier ausbilden ließ und regelmäßig zum Einkauf von Hopfen und Malz dorthin fährt. Außerdem können sie Hefeweizen, Helles und Pils verkosten — oder ein Bier mit spezieller Livigno-Note, die durch die Verwendung ungewöhnlicher regionaler Zutaten wie Enzian oder Heidelbeeren entsteht.

Die enge Verbindung zwischen Livigno und seiner Brauerei
Das Erfolgsgeheimnis der Brauerei „1816“ und seines gleichnamigen Biers ist die enge Bindung zu Livigno — das zeigt bereits der Name, der auf die Höhenlage des Orts verweist. Darüber hinaus zählt das für die Herstellung wichtige Quellwasser Livignos zu einem der reinsten der Welt.

Gebraut werden in Livigno die vier Klassiker Hefeweizen, Helles, Pils und Rauchbier. Vor allem Letzteres spiegelt Livignos Tradition der geräucherten Speisen wider. Darüber hinaus kann die Brauerei „1816“ mit einer Besonderheit aufwarten: dem Bier „The Peak“. Je nach Saison kommen dafür ungewöhnliche Zutaten zum Einsatz, die für Livigno charakteristisch sind, beispielsweise Moschus-Schafgarbe, wilde Heidelbeeren oder Enzian, aus dem auch der lokale Likör Braulio hergestellt wird. Nicht zuletzt wird „1816“ nur in Livigno verkauft – Bier-Liebhaber finden es in der Brauerei oder den Geschäften des Orts, der zu den wenigen zollfreien Zonen Europas zählt.

Livigno lädt zum Blick hinter die Kulissen ein
Den ganzen Sommer über können sich Besucher einer Führung durch die Brauerei anschließen, Braumeister Andrea Rocca über die Schultern schauen und seine Biere verkosten.

Die Tour wird vom Tourismusamt von Livigno veranstaltet und startet jeden Mittwoch um 16.30 Uhr an der Brauerei „1816“. Sie kostet inklusive Verkostung 12,50 Euro, Inhaber einer Livigno-Card zahlen zehn Euro. Außerhalb der Führung lohnt sich ein Besuch der Brauerei zum Abendessen, zu herzhaften Gerichten wie Steak und Pizza wird jeweils die passende Bier-Begleitung empfohlen.
Andrea Rocca stammt ursprünglich aus Livigno und ließ sich in Gräfelfing bei München an der Doemens-Akademie zum „Biersommelier“ ausbilden. 2001 eröffnete er die Brauerei „1816“. Seitdem fährt er regelmäßig nach Deutschland, um in Bamberg Malz und in der Hallertau Hopfen zu kaufen.

Weitere Informationen zur Brauerei-Führung gibt es hier:
https://www.livigno.eu/evento/1816-a-spasso-con-il-Biersommelier-e-sorpresa-finale_54

Bier-Nation Deutschland auf dem Prüfstand

DLG testete 820 Biere

Wer die Vielfalt deutscher Biere kennen lernen möchte, sollte etwas Zeit mitbringen. Um genau zu sein, dreizehneinhalb Jahre. Denn so lange bräuchte, wer täglich eines der insgesamt 5.000 Biere deutscher Provenienz verkosten wollte. Ein weltweit einzigartiges Spektrum. Die Experten des DLG-Testzentrums benötigten drei Monate, um die Qualität von 820 Bieren und Biermischgetränken unter die Qualitätslupe zu nehmen. Getestet wurde im Labor und in sensorischen Verkostungen. Im Mittelpunkt standen Qualitätskriterien wie Schaumstabilität, Sortengeschmack und Reinheit der Biere. Das Ergebnis bestätigt die Vorbildfunktion der deutschen Brauer: Insgesamt vergab das Testzentrum Lebensmittel 495 Gold-Medaillen. Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.DLG.org/Biertestveröffentlicht.

Es sind zwei Zahlen, die immer wieder erstaunen: 500 Jahre Reinheitsgebot und eine Diversität von 5000 verschiedenen Bieren. Das Gebot aus dem 16. Jahrhundert lässt vier Zutaten zu: Wasser, Hopfen, Gerste und Malz. Die sensorische Vielfalt der Biere beruht auf diesen vier Ingredienzien. Eine Hauptrolle im Brauprozess spielt die Qualität des Malzes, denn sie bestimmt nahezu alle Eigenschaften des Bieres, wie Farbe, Schaum, Vergärungsgrad, Alkoholgehalt und Geschmack. Doch bevor die Arbeit des Mälzens beginnt, geht es um das Ausgangsprodukt, das (Gersten-)Korn. Für die Qualitätsbiererzeugung sind eine hohe Sortenreinheit, eine gute Keimfähigkeit und die gleichmäßige Korngröße der Braugerste wichtig. Weitere Qualitätskriterien sind der Stärkegehalt und die enzymatische Kraft der Gerste, die Kohlenhydrate, Proteine und Vitamine enthält und deren Kern fest von der so genannten Spelze umschlossen wird. Für den Anbau der Braugerste hat man Richtlinien entwickelt, um die Qualitätsanforderung für optimale Braugersteneigenschaften des Malzes zu gewährleisten. Der Hopfen ist für die Haltbarkeit und die feine Bittere der Biere verantwortlich. Je mehr Hopfen der Braumeister zugibt, desto herber wird der Biergeschmack. Neben Polyphenolen sind vor allem die leicht flüchtigen Hopfenöle für den Geruch und den Geschmack von großer Bedeutung. Die verschiedenen Hopfenaromen umfassen eine große Bandbreite an einzelnen Geruchs- und Geschmacksrichtungen. Die Beschreibung reicht von „zitrus-artig“, über „rote Beeren“, „Tee“, „sahnekaramell“, „holzig“, „Menthol“, „vegetal“, „grün“ bis hin zu „blumig“. Je nach präferiertem Geschmack für den jeweiligen Biertypus werden unterschiedliche Hopfensorten eingesetzt. Auch die Hefe hat Einfluss auf die sensorische Qualität der Produkte. So lassen sich zum Beispiel bei obergärigen Bieren, wie Weizenbiere, Kölsch oder Alt, zahlreiche Geschmacksnuancen ausmachen, die durch die Auswahl des Hefestamms herausgebildet werden. Letztendlich entscheidet auch die Güte des verwendeten Wassers über die Qualität des Bieres. Verantwortlich dafür ist seine chemische Zusammensetzung und sein Härtegrad.

Da nachwachsende Rohstoffe, wie Gerste bzw. Weizen und Hopfen, natürlichen Schwankungen ausgesetzt sind, erfordert es ein hohes Maß an Qualitätskontrolle, um aus jenen Rohstoffen ein Endprodukt mit immer gleichbleibender Qualität herstellen zu können. Das Testzentrum Lebensmittel prüft deshalb jedes Jahr in aufwändigen Verfahren die Qualität von Bieren und Biermischgetränken. Getestet werden die Biere in einem analytischen und einem sensorischen Teil. Für die Prüfung wird das „DLG-5-Punkte-Schema“Ò verwendet, wobei 5 Punkte für absolute Fehlerfreiheit vergeben werden.

Das Testverfahren der DLG

In der Bewertung eines Bieres sind folgende Kriterien für die Experten des DLG-Testzentrums Lebensmittel relevant: Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit, Geschmacksstabilität während der Lagerungszeit und die Frische des Produkts. Alle Biere, die durch die DLG-Experten getestet werden, müssen nach den Grundsätzen des deutschen Reinheitsgebots gebraut sein.

Die fachliche Prüfung besteht aus einem sensorischen und einem analytischen Teil, mit dem in aufwändigen Laboranalysen mikrobiologische Parameter oder Kriterien, wie die Schaumhaltbarkeit, der Extrakt-, Alkohol- und Stammwürzegehalt, die Trübung und Haltbarkeit untersucht werden. Zehn Sachverständige vergleichen von jedem Bier zwei Proben unterschiedlichen Herstellungsdatums. Dabei darf sich zwischen der frischen und der älteren Probe keine spürbare Abweichung ergeben. Ergänzend dazu bewerten die Prüfer bei Biermischgetränken den Kohlendioxidgehalt und das geschmackliche Zusammenspiel von Limonade und Bier. Die Qualitätsprüfungen der DLG folgen damit den weltweit strengsten Vorgaben. In Abhängigkeit von der erreichten Punktzahl erhalten die Biere einen Bronzenen, Silbernen oder Goldenen DLG-Preis. Von den insgesamt 820 getesteten Bieren aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden, Italien, Tansania, Namibia und USA konnten 644 Produkte prämiert werden und davon 495 einen Goldenen DLG-Preis erzielen.

Wichtige Qualitätskriterien

Für die Bewertung der Biere gibt es u.a. folgende zentrale Qualitätskriterien:

Der Bierschaum: Beim Bierschaum wird die Schaumstabilität beurteilt.
Die Klarheit des Bieres: Filtrierte Biere müssen einen feinen Glanz aufweisen, also keinerlei natürliche Trübstoffe enthalten. Anders bei unfiltrierten oder naturtrüben Bieren (z.B. Hefeweizen) mit einer natürlichen Trübung.
Der Geruch des Bieres: Um den Geruch des Bieres zu testen, sollte der Schaum schon ein wenig zerfallen sein. Der Geruch des Bieres muss sortentypisch sein. Die verschiedenen Biersorten sind durch eine unterschiedliche Aromatik gekennzeichnet, die von Malz- oder Karamellaromen bis zu Frucht- und Gewürzaromen reichen kann.
Der Geschmack des Bieres: Es gibt drei Phasen der Geschmacksempfindung. Der Antrunk, also der erste Geschmackseindruck, wird zunächst durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Vollmundigkeit bestimmt. Diese ist in erster Linie abhängig vom Stammwürzegehalt des Bieres. Die Rezenz bezeichnet den Frischeeindruck eines Bieres. Er ist einerseits abhängig vom Säuregehalt (pH-Wert) des Bieres, andererseits von seinem CO2-Gehalt. Der Nachtrunk, also der letzte Geschmackseindruck, ist hauptsächlich von der Bittere bestimmt, die vom Hopfen stammt.

Alle DLG-prämierten Biere werden auch im DLG-Bier-Guide 2012 veröffentlicht, der Anfang Mai im Buchhandel erhältlich sein wird.

Das Handwerk feiert den Tag des deutschen Bieres

Hopfen und Malz – Handwerk erhalt’s

Am 23. April wird bundesweit der Tag des deutschen Bieres gefeiert. Als Anlass dient das Datum, an dem 1516 das bayerische Reinheitsgebot erlassen wurde. Seitdem bringen Handwerker wie Brauer und Mälzer, Behälter- und Apparatebauer sowie Böttcher ihr Fachwissen ein, um den weltweit beliebten Gerstensaft herzustellen.

Deutschland ist bekannt für seine herausragende und hochwertige Braukunst. Wenn am 23. April der Tag des deutschen Bieres gefeiert wird, dann hat das Handwerk allen Grund mit anzustoßen. In über 1.320 deutschen Brauereien und vielen weiteren Betrieben tragen Handwerker maßgeblich dazu bei, dass hierzulande jährlich rund 10 Milliarden Liter Bier abgesetzt werden. Mit fundiertem Fachwissen, innovativen Techniken und viel Sinn für Tradition verleihen sie jedem Bier seine besondere Note. Bei über 5.000 verschiedenen Biersorten ist so für jeden Geschmack etwas dabei.

Brauer- und Mälzermeister vereinen Tradition und Hightech
Für den einzigartigen Geschmack des Bieres sorgen unter anderem die Brauer und Mälzer. Ohne Chemie und künstliche Zusätze brauen sie das Bier nur aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe. So auch in der mittelständischen Bierbrauerei Stöttner in Pfaffenberg. In dem bayerischen Familienbetrieb achtet man zudem besonders darauf, die Rohstoffe aus der Region zu beziehen. „Das ist ein großer Vorteil gegenüber der industriellen Produktion. Denn so haben wir kurze Lieferwege und kennen vor allem die Qualität der Rohstoffe“, betont Andreas Stöttner, Geschäftsführer der Stöttner Brauerei. Für den Brauer- und Mälzermeister beginnt das Reinheitsgebot in der Region: Das Braumalz kommt aus der Nachbarmälzerei, das Wasser aus dem eigenen Tiefbrunnen und die Hefe aus eigener Reinzucht. Bevor jedoch alle Zutaten den beliebten Gerstensaft in der Flasche ergeben, durchläuft die Bierproduktion verschiedene Phasen. Dabei wird der gesamte Brauprozess von den Brauern und Mälzern mit Hilfe hochmoderner Computertechnologie überwacht. „Hinter den alten Gemäuern unserer Brauerei finden sie heute modernste Technik“, erklärt Andreas Stöttner. Tradition und Hightech werden bei diesem Handwerk erfolgreich zusammengeführt.

Behälter- und Apparatebauer sorgen für die richtige Würze
Das Sudhaus bildet das Herzstück einer Brauerei. Hier werden die Zutaten in großen Behältern vermischt und so die Würze des Bieres erzeugt. Die mächtigen Kessel aus Edelstahl werden von Behälter- und Apparatebauern gefertigt. Egal ob kleine Gasthausbrauereien oder große Bierproduzenten – die Einzelteile werden genau auf die Anforderungen der einzelnen Brauereien angepasst. Wenn alle Bauteile hergestellt sind, werden sie direkt vor Ort bei der Brauerei von den Handwerkern aufgebaut. Die einzelnen Sudkessel werden dabei sorgfältig zu ganzen Produktionsanlagen zusammengeschweißt. Dafür sind Geschick und großes technisches Verständnis gefordert. Denn nur die exakte Verarbeitung garantiert, dass der von Brauern und Mälzern gesteuerte Brauprozess in den hochtechnisierten Anlagen korrekt abläuft.

Der Böttcher macht ein Fass auf
Neben dem eigentlichen Brauprozess bestimmt auch die anschließende Lagerung den Geschmack eines Bieres. Und für diese sind unter anderem die Böttcher zuständig, denn sie fertigen die Fässer, in denen das Bier gelagert wird. Dabei können sie durch die Verwendung von verschiedenen Materialien Einfluss auf den Geschmack des Bieres nehmen. Kamen in den 1960er und 70er Jahren Kunststofffässer in Mode, so gibt es heute wieder eine wachsende Nachfrage nach Holzfässern. Denn Holz verleiht dem Bier einen ganz besonderen Eigengeschmack. Böttcher Carsten Romberg fertigt in seiner Werkstatt in Rossbach bei Naumburg Eichenfässer, die bis zu 4.000 Liter fassen können. 140 Arbeitsstunden benötigt er für ein solches Riesenfass, und ist damit der einzige Böttcher in Sachsen-Anhalt, der Behälter von solchen Ausmaßen herstellt.

Gute Gründe für Deutschland, am 23. April auf sein Lieblingsgetränk und seine Handwerker anzustoßen.

Spitzenbiere aus Bayerns

Spitzenbiere aus Bayerns kleinen Brauereien machen einen Sprung in die Gaumen der Feinschmecker. Der Club Europeo dei Gourmet aus dem Münchener Osten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bayernweit nach diesen edlen „Hopfen- und Malz“ Getränken Ausschau zu halten – und ist fündig geworden.

Bier das proletarische Getränk, der angebliche Durstlöscher für den Stammtisch, die Baustelle oder die Fußballabende, war lange Zeit das alleinige Getränk überhaupt. Denn neben Wein und einem guten „Magentratzer“ hat der Gourmet und Feinschmecker bisher nichts anderes über seinen Gaumen laufen lassen.

Doch jetzt tut sich was im profanen Getränkehimmel. Auch zur gehobenen Küche hat sich plötzlich eine neue Schiene aufgetan. Denn: Immer mehr kleinere Brauereien, die es wirklich noch gibt, bringen Produkte auf den Markt die den Gaumen des Gourmets höher schlagen lassen. Wie beim Wein hängt auch beim Spitzenbier der Geschmack erheblich von seiner Herkunft ab, der Qualität, aber auch des Charakters seiner Zutaten. Wasser, Gerstenmalz und Hopfen sind die Grundstoffe für sämtliche Biere. Traditionelle Stile und Brauverfahren werden von ihnen gepflegt und perfektioniert, und so mancher Braumeister scheut sich auch nicht davor, Neues auszuprobieren sowie die Zutaten zu variieren und zu ergänzen. Immer getrau dem Bayerischen Reinheitsgebot.

Nun hat es sich der Club Europeo die Gourmet aus dem Münchener Osten zur Aufgabe gemacht, Bayernweit nach diesen edlen „Hopfen- und Malz“ Getränken Ausschau zu halten und ist fündig geworden. Herrlich Rot- und Schwarzbiere sowie edle Märzen, Weizen und Roggenbiere, Port- und Badebiere sind gefunden worden.

Dafür trägt der Club nicht nur einige der feinsten Biere von den engagiertesten Braumeistern zusammen, sondern lässt auch selbst wieder Bier nach alten Rezepten brauen. Dabei wollen Macher und Vertreiber ihre Biere nicht nur vor allem als Thekengetränke verstanden wissen, sondern auch als anspruchsvolle Begleiter guten Essens.

Demnächst sollen Verkostungsabend in München und Umgebung abgehalten werden um diese edlen Getränke einem größeren Publikum darzustellen. Zwei Sorten kann man schon in 700 ml Flaschen bestellen. Jede Flasche ist handnumeriert und von excellenten kleinen Bayerischen Brauereien abegfüllt.

Obscura, ein dunkles Bier mit 6,6% Alkohol

Dem Wein wird Konkurrenz gemacht

Spitzenbiere aus Bayerns kleinen Brauereien machen einen Sprung in die Gaumen der Feinschmecker. Der Club Europeo dei Gourmet aus dem Münchener Osten, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bayernweit nach diesen edlen „Hopfen- und Malz“ Getränken Ausschau zu halten – und ist fündig geworden.

Bier das proletarische Getränk, der angebliche Durstlöscher für den Stammtisch, die Baustelle oder die Fußballabende, war lange Zeit das alleinige Getränk überhaupt. Denn neben Wein und einem guten „Magentratzer“ hat der Gourmet und Feinschmecker bisher nichts anderes über seinen Gaumen laufen lassen.

Doch jetzt tut sich was im profanen Getränkehimmel. Auch zur gehobenen Küche hat sich plötzlich eine neue Schiene aufgetan. Denn: Immer mehr kleinere Brauereien, die es wirklich noch gibt, bringen Produkte auf den Markt die den Gaumen des Gourmets höher schlagen lassen. Wie beim Wein hängt auch beim Spitzenbier der Geschmack erheblich von seiner Herkunft ab, der Qualität, aber auch des Charakters seiner Zutaten. Wasser, Gerstenmalz und Hopfen sind die Grundstoffe für sämtliche Biere. Traditionelle Stile und Brauverfahren werden von ihnen gepflegt und perfektioniert, und so mancher Braumeister scheut sich auch nicht davor, Neues auszuprobieren sowie die Zutaten zu variieren und zu ergänzen. Immer getrau dem Bayerischen Reinheitsgebot.

Nun hat es sich der Club Europeo die Gourmet aus dem Münchener Osten zur Aufgabe gemacht, Bayernweit nach diesen edlen „Hopfen- und Malz“ Getränken Ausschau zu halten und ist fündig geworden. Herrlich Rot- und Schwarzbiere sowie edle Märzen, Weizen und Roggenbiere, Port- und Badebiere sind gefunden worden.

Dafür trägt der Club nicht nur einige der feinsten Biere von den engagiertesten Braumeistern zusammen, sondern lässt auch selbst wieder Bier nach alten Rezepten brauen. Dabei wollen Macher und Vertreiber ihre Biere nicht nur vor allem als Thekengetränke verstanden wissen, sondern auch als anspruchsvolle Begleiter guten Essens.

Demnächst sollen Verkostungsabend in München und Umgebung abgehalten werden um diese edlen Getränke einem größeren Publikum darzustellen.
Eines dieser Biere ein Obergäriges Bitterbier nach traditioneller Brauart, ausschließlich aus Wasser, Gerstenmalz und Hallertauer Saphirhopfen gebraut, ist schon verkostet worden. Und die Verkostungsnotizen hören sich an, als wenn einer der edelsten Weine kredenzt wurden. Goldgelb. Deutlich an Honig erinnernder Duft mit floralen und kräuterigen Aromen, viel Hopfenblüte sowie Wacholder und ätherisches Öl. Im Mund gleichzeitig cremig und sehr herb, deutlich vom Hopfenbitter geprägt, etwas Rauch, hefige Aromen und Kräuter, cremiger Schaum, Zitrusnuancen, gewisse Tiefe, sehr guter Abgang. Hört sich doch echt edel an.

DLG testete 775 Biere

Deutsche Biere sind von einem hohen Genusswert und hoher Qualität. Das ist das zentrale Ergebnis des aktuellen DLG-Tests für Biere und Biermischgetränke. Das Testzentrum Lebensmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) nahm insgesamt 775 Biere aus 188 Brauereien unter die Qualitätslupe. In dreimonatigen Tests testeten die Experten die Biere im Labor und in sensorischen Verkostungen. 417 Biere erhielten eine Goldmedaille. Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.DLG.org/Biertest veröffentlicht.

Nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 stellt Bier ein Produkt dar, das ausschließlich aus den natürlichen Rohstoffen Wasser, Malz und Hopfen hergestellt wird. Da nachwachsende Rohstoffe, wie Gerste bzw. Weizen und Hopfen, natürlichen Schwankungen ausgesetzt sind, erfordert es ein hohes Maß an Qualitätskontrolle, um aus jenen Rohstoffen ein Endprodukt mit immer gleichbleibender Qualität herstellen zu können. Das Testzentrum Lebensmittel prüft deshalb jedes Jahr in aufwendigen Verfahren die Qualität von Bieren und Biermischgetränken. Getestet werden die Biere in einem analytischen und einem sensorischen Teil. Für die Prüfung wird das „5-Punkte-Schema“ der DLG verwendet, wobei 5 Punkte für absolute Fehlerfreiheit vergeben werden.

Das Testverfahren der DLG

In der Bewertung eines Bieres sind folgende Kriterien für die Experten des DLG-Testzentrums Lebensmittel relevant: Reinheit des Geschmacks, Qualität der Bittere, Vollmundigkeit, Geschmacksstabilität während der Lagerungszeit und die Frische des Produkts. Alle Biere, die durch die DLG-Experten getestet werden, müssen nach den Grundsätzen des deutschen Reinheitsgebots gebraut sein.

Die fachliche Prüfung besteht aus einem sensorischen und einem analytischen Teil, mit dem in aufwändigen Laboranalysen mikrobiologische Parameter oder Kriterien wie die Schaumhaltbarkeit, der Extrakt-, Alkohol- und Stammwürzegehalt, die Trübung und Haltbarkeit untersucht werden. Zehn Sachverständige vergleichen von jedem Bier zwei Proben unterschiedlichen Herstellungsdatums. Dabei darf sich zwischen der frischen und der älteren Probe keine spürbare Abweichung ergeben. Ergänzend dazu bewerten die Prüfer bei Biermischgetränken den Kohlendioxidgehalt und das geschmackliche Zusammenspiel von Limonade und Bier. Die Qualitätsprüfungen der DLG folgen damit den weltweit strengsten Vorgaben. In Abhängigkeit von der erreichten Punktzahl erhalten die Biere einen Bronzenen, Silbernen oder Goldenen DLG-Preis. Von den insgesamt 775 getesteten Bieren aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Schweden, Italien, Tansania, Namibia und USA konnten 625 Produkte prämiert werden und davon 417 einen Goldenen DLG-Preis erzielen.

Wichtige Qualitätskriterien
Für die Bewertung der Biere gibt es u.a. folgende zentrale Qualitätskriterien:

* Der Bierschaum: Beim Bierschaum wird die Schaumstabilität beurteilt.
* Die Klarheit des Bieres: Filtrierte Biere müssen einen feinen Glanz aufweisen, also keinerlei natürliche Trübstoffe enthalten. Anders bei unfiltrierten oder naturtrüben Bieren (z.B. Hefeweizen). Bei ihnen sollten Trübstoffe sichtbar sein.
* Der Geruch des Bieres: Um den Geruch des Bieres zu testen, sollte der Schaum schon ein wenig zerfallen sein. Der Geruch des Bieres muss sortentypisch sein. Die verschiedenen Biersorten sind durch eine unterschiedliche Aromatik gekennzeichnet, die von Malz- oder Karamellaromen bis zu Frucht- und Gewürzaromen reichen kann.
* Der Geschmack des Bieres: Es gibt drei Phasen der Geschmacksempfindung. Der Antrunk, also der erste Geschmackseindruck, wird zunächst durch eine mehr oder weniger ausgeprägte Vollmundigkeit bestimmt. Diese ist in erster Linie abhängig vom Stammwürzegehalt des Bieres. Die Rezenz bezeichnet den Frischeeindruck eines Bieres. Er ist einerseits abhängig vom Säuregehalt (pH-Wert) des Bieres, andererseits von seinem CO2-Gehalt. Der Nachtrunk, also der letzte Geschmackseindruck, ist hauptsächlich von der Bittere bestimmt, die vom Hopfen stammt.

Alle DLG-prämierten Biere werden auch im DLG-Bier-Guide 2011 veröffentlicht, der Ende April im Buchhandel erhältlich sein wird.

Fastenstarkbiere

Fastenstarkbiere

Geistliche Rezepturen für weltlichen Genuss

Während der Frühling draußen noch auf sich warten lässt, ist’s in Bayerns Wirtshäusern warm und behaglich: Hier wird zusammen- gerückt, Bier getrunken, herzhaft geschmaust und am Stammtisch gekartelt. Den ersten Ausschank der traditionellen Fastenstarkbiere feiern Brauereien und Wirtshäuser vielerorts mit zünftigen Bockbierfesten.
Die Starkbierzeit heißt in Bayern auch „Fünfte Jahreszeit“. Jährlich wird um den Josephitag (19. März) der Starkbieranstich begangen. Das bekannteste bayerische Starkbierfest findet auf dem Münchner Nockherberg statt. Der „Salvatoranstich“ und das berühmte „Politiker-Derbleckn“ ziehen jedes Jahr Bayerns Prominenz an. Im Bierkalender unter www.bayerisches-bier.de finden Sie die Termine der Starkbierfeste aus allen Regionen Bayerns.

Die Fastenspeise der frommen Mönche – Geschichte des Fastenstarkbieres
Die hohe Schule der Braukunst hat ihren Ursprung in den bayerischen Klöstern des 11. Jahrhunderts. Denn als das einfache Volk noch schlicht drauflos braute, pflegten die schriftkundigen Nonnen und Mönche bereits präzise Rezepturen. Bier wurde von jeher als nahr- und schmackhafte Ergänzung zur eher kargen Kost, die es in den Klöstern gab, betrachtet. Besonders in der Fastenzeit versuchten die bayerischen Mönche durch gehaltvolle Getränke den Mangel an fester Nahrung zu kompensieren, denn es galt: „Flüssiges bricht Fasten nicht.“
So entwickelten die bierkundigen Geistlichen das Starkbier, um den durch das Fasten geschwächten Körper zu stärken. Denn das „flüssige Brot“, wie der kräftige Trunk von den Klosterbewohnern auch genannt wurde, hatte eine ausgesprochen sättigende Wirkung.
Heute stammen die meisten Fastenstarkbiere nicht mehr aus Klöstern, sondern aus weltlichen Brauereien. Etwa ein halbes Dutzend der Braustätten ist noch in kirchlicher Hand, z. B. die weltberühmten Brauereien der Klöster Andechs, Weltenburg und Ettal. Hier lässt sich die wohlschmeckende Spezialität direkt am Brauort genießen. Unter www.bayerisches-bier.de finden Sie alle bayerischen Klosterbrauereien.
Rein, kräftig und vollmundig ¬– was Fastenstarkbier auszeichnet
Die meisten Bock- und Doppelbockbiere werden untergärig aus Gerstenmalz gebraut. Es gibt jedoch auch obergärige Weizenbockbiere. Für alle Starkbiere gilt: Sie sind gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut.
Für das stärkste der starken – das Doppelbockbier – ist ein Stammwürze-gehalt von mindestens 18 Prozent vorgeschrieben. Als Stammwürze bezeichnet man die Stoffe, die vor der Vergärung in der Würze gelöst sind: vor allem Zucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Bei der Vergärung wandelt die Hefe den gelösten Zucker in Alkohol und Kohlen-säure. Mit dem Stammwürzeanteil steigt also auch der Alkoholgehalt eines Bieres. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt entspricht etwa einem Drittel des Stammwürzegehalts. Ein Doppelbock hat über sieben Prozent Alkohol.

Es gibt dunklen und hellen Doppelbock. Die Farbe des Bieres hängt allein vom verwendeten Malz ab. Dunkle Malze geben dem Bier einen anderen Geschmack als helle, sorgen jedoch nicht, anders als häufig angenommen, für einen höheren Stammwürze- bzw. Alkoholgehalt.

Doppelbockbiere, ob hell oder dunkel, schmecken vollmundig, malzbetont und haben oft eine leichte Karamellnote.