Thomas Schanz

von Bernhard Steinmann

Einer der ältesten Weinorte an der Mosel soll heute unser Ziel sein: Piesport.
Wie immer, wenn an die Geschichte des Weinanbaus erinnert wird, kommen wir um die alten Römer nicht herum, auch wenn sie den Weinanbau nicht erfunden, sondern übernommen haben. Das Entstehungszentrum der Weinrebe liegt vermutlich in Armenien bzw. dem heutigen Georgien sowie zwischen Euphrat und Tigris und das vor mehr als 7000 Jahren.
Die weitgereisten römischen Eroberer zeichnete ein untrügliches Gespür für ein vielversprechendes Terroir aus. „Wie die Ränge eines Amphitheaters“ rahmen die Weinberge den Ort ein, schreibt Decim(i)us Magnus Ausonius, Staatsbeamter und Dichter, ca. 310 in der Gegend des heutigen Bordeaux geboren, in seiner Reisebeschreibung „Mosella“ im Jahr 371.
Der Ort lag sehr günstig an einer wichtigen Römerstraße (via romana), die als Aufmarsch- und Nachschubstraße der römischen Legionen von Trier nach Mainz führte. Durch sie hatte Piesport Anschluss an das römische Weltreich. Deshalb konnte sich auch ein blühender Handel entwickeln. Man geht davon aus, dass es an dieser Stelle eine Furt durch die Mosel gab, die man bei niedrigem Wasserstand mit Wagen durchfahren konnte. Die Furt war der lokalen Gottheit Mercurius Bigontius geweiht. Daraus leitete sich mit der Zeit der Name Porto Pigontio ab, aus dem allmählich Piesport wurde.

Auf der linken Moselseite erstreckt sich die 66 Hektar große Weinlage des bekannten Piesporter Goldtröpfchens. Auf dem Schieferboden gedeiht ein vortrefflicher Riesling.
Rechts von der Mosel bahnen wir uns den Weg zum Hotel und Restaurant Schanz, unserem heutigen Ziel. Im August 2011 erfüllte sich Thomas Schanz den Traum vom eigenen Restaurant mit tatkräftiger Unterstützung seiner Eltern.
Schanz absolvierte seine Kochlehre in der legendären Traube in Tonbach. Vom Restaurant Silberberg über die Köhlerstube arbeitete er sich in das Blickfeld von Harald Wohlfahrt und dessen berühmter Kaderschmiede. Es folgten Stationen bei Klaus Erfort in Saarbrücken und bei Helmut Thieltges im Dreiser Sonnora. Dort war er sechs Jahre als Sous-Chef tätig.

Allein dieser schlicht dokumentierte Lebenslauf lässt die Restaurantführer bestimmt aufhorchen. Doch die rasche Auszeichnung mit einem Stern des Guide Michelin war erarbeitet und verdient. Der zweite folgte im letzten November.

Nun soll keiner auf die Idee kommen, es würde ausreichen, ein paar Jahre bei namhaften Köchen zu jobben um danach selbst zu hohen Ehren zu kommen. Hierzu gehört noch einiges mehr. Thomas Schanz bringt nämlich neben seiner Kreativität und seinem handwerklichen Geschick auch eine stattliche Portion Ehrgeiz mit. Vor allem jedoch ist es seine Leidenschaft und seine Freude an der Arbeit, die ihn mit scheinbarer Leichtigkeit Ziele erreichen lässt, die andere trotz Mühen und Plagen nicht erreichen.

Das Menü:
Carpaccio von der Gänsestopfleber mit eingedicktem Traubenmost, Sherrygelee und Parmigiano Reggiano
In Kardamom gebratene St.Jakobsmuschel aus Dieppe mit wildem Brokkoli, Tomate und Mandarine
Tranche vom wilden Steinbutt „Jägerin Art“ auf Pak Choi mit Riesling-Vinaigrette und Feldsalatjus
Frikassee vom gegrillten Hummer mit gebrannter Litschi, Madagaskar-Pfefferjus und knusprigem Bündnerfleisch
Pochierter Atlantik Seehecht „karibische Art“ mit Koriander, kandierter Papaya, geröstetem Reis und Gewürzsud
Label Rouge Taubenbrust mit knusprigem Scholes, Creme vom Karottengrün und Myrtejus
„Zwei Äpfel fielen weit vom Stamm“ mit Macadamiacreme, Kaffeeessigschaum und Granny Smith Sorbet
Weinbergspfirsichsorbet mit Jasminreis-Schaum und Sake

FAZIT:
Harmonie, Balance und Akkorde, das ist meine Überschrift für diesen Abend.

Thomas Schanz kreiert mit detaillierter Warenkenntnis, perfekten Produkten und Ideenreichtum eine Aromenfülle, wie wir sie in Deutschland nur selten erleben.
Ob Frucht- oder Säurenoten, Fisch, Fleisch oder Gemüse, immer hat man das Gefühl nur Hauptdarsteller auf dem Teller zu erleben, die als eingespieltes Ensemble auftreten.
Nichts ist zuviel, nichts fehlt.

Das Menü wird nach einiger Zeit nicht einfach durch eine neue Speisefolge ersetzt, sondern behutsam verändert und weiterentwickelt. Ein überaus kluger Ansatz, wenn auch kein Alleinstellungsmerkmal.

Trotz seiner prominenten Kochstationen ist es Thomas Schanz gelungen einen eigenen Stil zu entwickeln und auszubauen. Ein leichter Flirt mit Perfektionismus und eine offensichtliche Liebe zum Detail teilt er allerdings mit seinen früheren Chefs.

Den vollständigen und bebilderten Bericht gibt es wie immer auf
www.bsteinmann-gourmet-unterwegs.de

Anthony Bourdain – In Chile

Frisch gebackene Brötchen mit knusprigem Schweinefleisch und Avocado-Creme, zarte Rippchen mit Kartoffelpüree, Kürbis und Spinat, und schmackhafter Reisauflauf mit Rinderhack, Ei und Kräutern – Chiles kulinarische Spezialitäten sind so ganz nach Anthony Bourdains Geschmack. Bei deftiger, bodenständiger Kost, zu der in der Regel ein frisch gezapftes Bier serviert wird, kommt der New Yorker Food-Tester auf seinem Südamerika-Trip voll auf seine Kosten – das gilt auch für das Rahmenprogramm. Beim Rodeo in Curicó, rund 200 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago, kann Anthony die kalorienreiche Kost nicht nur perfekt verdauen, sondern praktisch nebenan, in Chiles größtem Weinanbaugebiet, obendrein von erlesenen Tropfen kosten.

DMAX, Samstag, heute,10:30 – 11:30 Uhr

Die vegetarische Kochschule

DSas DEUTSCHE INSTITUT FÜR KOCH- UND LEBENSKUNST, Leipzig und Frankfurt am Main, hat „Die vegetarische Kochschule“ aus dem Christian Verlag zum KOCHBUCH DES MONATS März 2011 gekürt.

Die Begründung der Jury lautet:
Die Luft riecht nach Frühling. Die Spitzen der bunten Krokusse lugen hervor. Der Bauer, der im Märzen die Rösslein einspannt, ist bestimmt ein Gemüsebauer – die neue Saison beginnt bald. Zwar ist die Gemeinde der Vegetarier in diesen dioxinlastigen Zeiten sprunghaft gewachsen, aber was wissen die Neulinge über den rechten Umgang mit Gemüsen und deren leckere Zubereitung? Christel Kurz hat deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt auf 400 Seiten eine vegetarische Kochschule eröffnet. Gegliedert in drei Teile, von denen jeder ein eigenes Buch hätte ergeben können: zunächst eine Küchenpraxis mit Problemlösungen wie Tomaten häuten, Schwarzwurzeln vorbereiten, einen Kürbis aushöhlen, Julienne und Brunoise schnippeln, mit Garmethoden für Spargel oder was auch immer, Gemüse pochieren, blanchieren, karamellisieren, Soßen binden – 140 pralle Seiten Handwerk. Zum Abschluß 50 Seiten Warenkunde. Dazwischen aber, viel umfangreicher geht kaum, 250 Rezepte vom Feinsten: eine Schmorgurken- oder eine Provenzalische Artischocken-Nudel-Pfanne, ein Veilchen-Sorbet, Sommerlicher Brotsalat, die Grüne Tomatenkonfitüre mit Ziegenkäse, Sauerkrautsuppe mit knusprigem Kartoffelstrudel oder Kürbis-Cordon bleu mit Chili-Orangen-Mayonaise. Manches, unerhört gut und neu, haben wir so noch nicht gegessen. Das Buch, nicht nur für Gemüsefreunde. Aber wenn es gar Vegetariern in die Hände fällt, stoßen die Schreie des Entzückens aus…
(Frank Brunner)

DIE JURY:
Klaus Erfort, hat Ahnung und deshalb 3 Sterne
Stefanie Gundermann, will ihre Familie gesund ernähren
André Schenkel, Journalist, bekennender Vegetarier
Robert Menasse, Schriftsteller mit eigenem Garten
Frank Brunner, Kritiker

Rezeptprüfer:
Henri Bach, Gemüsefreund mit zwei Sternen

Christel Kurz: Die vegetarische Kochschule, Christian Verlag München, 400 Seiten, ca. 600 Abbildungen, Format 22,3 x 26,5 cm,

Hamburg im Weihnachtsglanz im besten Quality Hotel Europas erleben

Das Viersterne-Hotel Ambassador Hamburg ist in diesem Jahr zum besten
Quality Hotel Europas gewählt worden.

Margit Koller, Geschäftsführerin der Hotelkooperation Choice Hotels
Franchise GmbH, hat Ende August Hotelchef Hermann Frömmrich den Pokal
als Finalist an der Wahl zum weltweit besten Quality Hotel überreicht.
Damit nimmt das Hamburger Hotel eine Spitzenposition unter den insgesamt
5400 Hotels der Choice Gruppe mit den Marken Comfort, Quality und
Clarion ein. Bewertet wurden neben der Wohnqualität der Service, die
Küche, die Wellness- und Konferenzeinrichtungen, die Lage des Hotels und
das Preis-Leistungs-Verhältnis. In allen Bereichen hat das Quality Hotel
Ambassador Topnoten erhalten.

Vom 11. November bis 23. Dezember 2007 wird das Arrangement „Hamburg im
weihnachtlichen Glanz“ zum Sonderpreis angeboten: Eine Übernachtung mit
Frühstücksbüffet, Glühwein am Kamin und knusprigem Gänsebraten im
Restaurant Focus für 70 Euro pro Person im Doppelzimmer und 89 Euro im
Einzelzimmer.

Nach einem Bummel durch die verlockenden Shopping-Center und
romantischen Weihnachtsmärkte der Hansestadt kann man kostenlos im
Wellnesscenter des Hotels relaxen und sich vom bekannten Barmixer Silvio
einen exotischen Cocktail servieren lassen.

www.ambassador-hamburg.de

Kerner kocht

Freitag stehen bei Kerners Köchen Andreas C. Studer, Alfons Schuhbeck, Cornelia Poletto, Johannes King und Horst Lichter Köstlichkeiten aus fernen Ländern auf der Karte.

Es gibt leckeres wie „Schottischer Räucherlachs mit lauwarmem Kartoffelsalat in Orangen-Salsa Verde“, „Scharfer Thai-Salat mit Rinderstreifen und knusprigem Deckel“ und „Ragout von Chili-Ananas mit Erdbeer-Kardamom-Eis“. Guten Appetit bei einem schmackhaften 5-Gänge-Menü.

ZDF, Freitag, 10.08.2007 23:45 – 00:50 Uhr