Kinderlebensmittel

Schnelle und gesunde Mahlzeiten für die ganze Familie

Im Alltagsstress zwischen Job und Haushalt kann das Kochen für die ganze Familie zur lästigen Pflicht werden. Schnelle Hilfe für eilige Ernährungsbewusste verheißen vermeintlich gesunde Fertigprodukte speziell für Kinder – vom Müsli bis zur Tomatensuppe. Doch selten halten sie, was sie versprechen: Meist sind Kinderlebensmittel kein Stück gesünder als andere Produkte, dafür aber oft viel süßer und teurer. Dass Kinder eigentlich gar keine Extrawurst brauchen und sich auch frische Familienmahlzeiten im Handumdrehen zubereiten lassen, zeigt der Ratgeber „Bärenstarke Kinderkost – Einfach, schnell und lecker“ der Verbraucherzentrale NRW.

Das komplett überarbeitete Buch ermutigt Mütter und Väter, gesunde Gerichte auf den Tisch zu bringen. Dabei setzt der Ratgeber auf eine vollwertige Ernährung mit Obst, Gemüse, Getreide, Milchprodukten, Fisch, Fleisch und Eiern. Rund 100 erprobte Rezepte vom Frühstück bis zum Abendbrot helfen bei der Erstellung eines ausgewogenen Speiseplans mit schmackhaften Gerichten – ganz ohne Extrawurst.

Der Ratgeber kostet 12,90 Euro und ist in den örtlichen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich. Für zuzüglich 2,50 Euro für Porto und Versand wird er auch nach Hause geliefert.

Bestellmöglichkeiten:
Online-Shop: www.vz-ratgeber.de, Telefon: 0211/3809-555, E-Mail: ratgeber@vz-nrw.de, Fax: 0211/3809-235, Post: Versandservice der Verbraucherzentralen, Himmelgeister Straße 70, 40225 Düsseldorf.

Kindermilchprodukte

Aufwendig gestaltete Verpackungen, beigelegtes Spielzeug und Comicfiguren machen Lebensmittel für eine junge Zielgruppe attraktiv. Gesund sind die so beworbenen Produkte oft nicht, dafür aber teuer. Das zeigt ein aktueller Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI), bei dem 27 Milchprodukte für Kinder genauer geprüft wurden. Die Mehrheit enthielt vergleichsweise viel Zucker und oft auch einen hohen Fettanteil. Zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe suggerieren dagegen, dass es sich um besonders gesunde Produkte handle. Die Testergebnisse im Detail gibt es ab sofort in der Februarausgabe der VKI-Zeitschrift KONSUMENT www.konsument.at .

Als Faustregel für eine gesunde Ernährung gilt: Von den täglich aufgenommenen Kalorien sollten maximal 10 Prozent aus Süßem stammen. Diese Obergrenze ist bei vielen Kindermilchprodukten bereits mit einer Portion überschritten, wenn man dabei von einem durchschnittlichen Tagesbedarf von 1.425 kcal pro Kind ausgeht. Egal ob Joghurt, Milchdrink oder Dessert: Der Gesamtzuckergehalt der untersuchten Produkte betrug im aktuellen Test mindestens 10 Prozent – in vielen Fällen aber auch deutlich mehr.

Milchprodukte gelten allgemein als gesund, was Hersteller auch in ihrer Werbung gerne betonen. Gerade Lebensmittel für Kinder werden dabei oft mit zusätzlichen Mineralstoffen und Vitaminen angereichert. Den Eltern wird damit suggeriert, dass es sich um besonders wertvolle und gesunde Produkte handle. Solche speziell angereicherten Lebensmittel werden zur Ernährung von Kindern aus gesundheitlicher Sicht jedoch nicht benötigt. Grundsätzlich kann und sollte der Bedarf über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost abgedeckt werden.

Dennoch gibt es auch im Bereich der Kindermilchprodukte Unterschiede, vor allem beim Fettgehalt. So enthält etwa das Milchdessert Monte von Zott 13 Prozent Fett, ein ähnliches Produkt, Topi von Hofer (Aldi), dagegen nur rund 8 Prozent. Eltern, die gelegentlich Kinderlebensmittel kaufen, sollten daher auch auf die Kennzeichnung achten. Fett-, Zucker- und Kaloriengehalt können auch bei Produkten derselben Kategorie zum Teil stark variieren.

SERVICE: Den ausführlichen Bericht gibt es in der Februarausgabe der VKI-Zeitschrift KONSUMENT und online unter www.konsument.at . Weitere Informationen zum Thema Kinderlebensmittel gibt es im Rahmen einer mehrteiligen Serie auch in der kommenden Ausgabe des Verbrauchermagazins.

Kinderlebensmittel

Kinder sind auch für Lebensmittelproduzenten eine attraktive Zielgruppe. Im lukrativen Wettstreit um die kleinen Konsumenten investieren viele Hersteller massiv in Werbung und Marketingmaßnahmen. Doch was bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sie „Kinderlebensmittel“ kaufen? Der VKI geht der Frage derzeit in einem eigenen Themenschwerpunkt nach und nimmt stichprobenartig verschiedene Produktgruppen unter die Lupe. Für die Oktoberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT wurden Wurst, Zerealien und Käse getestet. Das Ergebnis: Viele der geprüften Produkte sind mit Vitaminen und Mineralstoffen versetzt – auch solche mit hohem Fett- oder Zuckergehalt. So soll vor allem Eltern suggeriert werden, die angebotenen Waren seien besonders gesund. Gleichzeitig sind Kinderlebensmittel in der Regel hoch verarbeitet und teuer im Vergleich zu Produkten, die nicht speziell für Kinder gedacht sind.
Alle Testergebnisse im Detail gibt es online unter www.konsument.at sowie ab sofort im Oktober-KONSUMENT.

Frühstückszerealien – bis zu einem Drittel aus Zucker
Die Werbung für Zerealien verspricht oft ein gesundes Frühstück dank vieler Vitamine und Mineralstoffe. Diese sind allerdings – wie z.B. in den Cookie Crisps „Schoko-Knusper-Kekse“ von Nestlé – künstlich zugesetzt und keineswegs natürlich in den Produkten enthalten. Solche speziell mit Nährstoffen angereicherten Lebensmittel werden zur Ernährung von Kindern aus gesundheitlicher Sicht nicht benötigt. Grundsätzlich kann und sollte der Bedarf über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost abgedeckt werden.
Darüber hinaus bewirbt Nestlé sein Produkt auch mit einer „Vollkorngarantie“: „Deshalb sind alle Nestlé Cerealien nicht nur unwiderstehlich lecker, sondern enthalten immer auch mindestens 30 Prozent Vollkorngetreide“, heißt es dazu von Seiten des Unternehmens. Wirft man allerdings einen Blick auf die Zusammensetzung, so zeigt sich, dass das vermeintlich gesunde Vollkornprodukt zu 23,5 Prozent aus Zucker besteht. Noch höher ist der Zuckeranteil bei den Nugat Bits von Knusperone (33,9 Prozent) und den Kellog’s Smacks (41,6 Prozent). Als tägliche Frühstücksmahlzeit für Kinder ist damit keines der geprüften Produkte geeignet.

Wurstwaren als „Beitrag für die gesunde Ernährung“
Auch das Angebot an kinderspezifischen Fleisch- und Wurstwaren hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Insgesamt unterscheiden sich die Produkte dabei hauptsächlich durch einen erhöhten Preis, eine kindgerechte Aufmachung und die entsprechende Werbung von herkömmlichen Produkten. Zwei der geprüften Wurstwaren, die Mini Leberwurst und Mini Salami von Ferdi Fuchs, wurden dabei auch mit diversen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, die sie gesünder erscheinen lassen, als sie sind. Beide Produkte bestehen zu einem Großteil (33,1 Prozent bzw. 31,7 Prozent) aus Fett.

Trotz des ungünstigen Nährwertprofils wirbt Ferdi Fuchs intensiv mit gesundheitsbezogenen Aussagen: „Vitamin B 6 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“, heißt es etwa auf der Packung der kindgerechten Mini Leberwurst. Auch die Mini Salami verspricht eine gesundheitsfördernde Wirkung u.a. durch Folsäure: „Folsäure trägt zur Verringerung der Müdigkeit bei“ ist auf dem Produkt zu lesen.
Mit einer Mischung aus Werbung und Spiel wenden sich die Anbieter dabei auch direkt an die Kleinsten. So bietet etwa Kiri auf seiner Webseite eine breite Auswahl putziger Bilder, Spiele und Rezeptideen rund um Schmelzkäse. Problematisch ist das deshalb, weil Kinder bis zu einem Alter von 6-8 Jahren noch nicht zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden. Auch Beigaben wie Comicfiguren und Sticker sind in vielen Produktgruppen verbreitet.

Fazit:
Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung versorgt sie mit allen Nährstoffen, die sie benötigen. Dennoch werden in der Werbung auch ungesunde Produkte nach wie vor als „nahrhaft“ und „wertvoll“ darstellt. Selbstverpflichtungen der Hersteller, solche an Eltern und Kinder gerichtete Werbung zu beschränken, haben bisher kaum praktische Wirkung gezeigt.

Stiftung Warentest: Kinderlebensmittel

Minisalami mit Comicfigur, Kindermilch oder Obst im Quetschbeutel – der Markt für Kinderlebensmittel wächst. Doch spezielle Lebensmittel für Kinder sind meist überflüssig. Darauf macht die Stiftung Warentest in der September-Ausgabe der Zeitschrift test aufmerksam. Was mit bunter Verpackung und verlockender Werbung daherkommt, ist häufig alles andere als kindgerecht. Kinderlebensmittel sind oft zu süß, zu fett oder zu salzig und dazu auch noch relativ teuer.

Beispiel Kindermilch: Sie ist drei bis viermal teurer als normale Kuhmilch. Dabei steckt in ihr bis zu ein Drittel weniger Kalzium. Unnötig sind zudem beigemengte Vitamine und Mineralstoffe. Kinder ab einem Jahr sollten stattdessen fettarme Kuhmilch trinken.

Beispiel Früchteriegel: Was als Obstportion für zwischendurch daherkommt, ist letztlich eine Süßigkeit. Die handlichen 25-Gramm-Riegel für die Kleinsten aus dem Drogeriemarkt, etwa von Hipp oder Bebivita, bestehen aus Saftkonzentrat und getrocknetem Obst – und damit schnell bis zur Hälfte aus Fruchtzucker. In frischem Apfel hingegen stecken nur zehn Prozent Zucker.

Mit „Natürlich coffeinfrei!“ wirbt zum Beispiel die Sponge Bob Kids Cola. Das stimmt zwar, doch Zuckergehalt und Kalorienzahl sind so hoch wie bei normaler Cola. Der Sportverschluss lädt zudem zum Dauernuckeln ein – Kariesgefahr.

Fazit: Ab dem zehnten bis zwölften Lebensmonat können Kinder am Familientisch mitessen und so an die Ernährung der Großen herangeführt werden. Kinderlebensmittel braucht kein Kind.

Der ausführliche Artikel Kinderlebensmittel mit weiteren Beispielen ist in der September-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/thema/babynahrung veröffentlicht.

"WISO-Duell: Ist Bio besser?"

Auch in der Biobranche wird getrickst. Bio ist längst zur Massenware geworden, und die biologische Tierhaltung hat wenig mit glücklichen Tieren zu tun. Die Dokumentation „WISO-Duell: Ist Bio besser?“, die das ZDF am Montag, 23. Juli 2012, 19.25 Uhr, zeigt, räumt mit manch falscher Erwartung auf. Der 45-minütige Film von Markus Resch und Anja Utfeld zeigt aber auch: In Sachen Qualität und Naturschutz hat Bio die Nase vorn. Es ist ein spannendes Rennen zweier Ernährungsprinzipien, zweier Lebensanschauungen. Der Geschmackstest mit Fernsehkoch Johann Lafer sorgt am Ende für eine große Überraschung.

Nach dem „WISO“-Urlaubstest Kreuzfahrt gegen Cluburlaub am 16. Juli 2012 geht es am kommenden Montag um das Duell Biolebensmittel gegen konventionelle Lebensmittel. „WISO“ nimmt unter anderem Fertigprodukte mit Biosiegel ins Visier und entlarvt den Etikettenschwindel. Untersucht wird, wie sich die Naturbelassenheit der Bioprodukte auf die Qualität auswirkt. Stecken in Obst und Gemüse vom Biohof mehr Vitamine? Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, können auch auf dem Teller landen. Ist konventionelle Ware generell belastet? Kann man sich bei Biolebensmitteln immer darauf verlassen, dass sie frei von Schadstoffen sind? Das lässt „WISO“ im Labor testen. Die Hersteller von Bioprodukten dürfen zwar deutlich weniger Zusatzstoffe einsetzen, doch ganz ohne bestimmte Mittelchen kommen auch sie nicht aus. Kinderlebensmittel, die alles andere als gesund sind, gibt es inzwischen auch in der Biobranche.

Im Alltagscheck will „WISO“ wissen, ob Bio mittlerweile überall zu haben ist. Zwei Studentengruppen treten in Frankfurt gegeneinander an. Sie sollen ein Fast Food-Menü besorgen: Burger, Suppe, Softgetränk, Salat, Kaffee und etwas Süßes. Die Biogruppe muss nach zwei Stunden aufgeben, weil manche Produkte einfach nicht zu finden sind. Die konventionelle Gruppe ist nach wenigen Minuten schon am Essen.

ZDF am Montag, 23. Juli 2012, 19.25 Uhr

Foodwatch braucht Kindererziehung

Heute erhielten wir eine Werbung von Foodwatch. Eine Frau Christiane Groß schrieb uns

Ein persönlicher Erlebnisbericht: Mit meinen Kindern im Supermarkt

als foodwatch-Mitarbeiterin wende ich mich heute einmal persönlich an Sie, weil es um ein Thema geht, das mich als Mutter von zwei Kindern auch ganz privat betrifft: Immer wieder kommt es zum Eklat, wenn ich mit meinen Kindern einkaufen gehe. Spätestens an der Kasse lässt mein sechsjähriger Sohn nicht mehr locker und verlangt wahlweise Marsriegel/Tictac/Kinderschokolade. Ich halte dagegen, wenn meine Kraft es noch zulässt. Schließlich haben wir schon das Joghurtregal hinter uns, wo ich erklärt habe, weshalb wir den Joghurt mit den Smarties NICHT kaufen. Und das Cornflakes-Regal, bei dem ich rechtfertigen musste, dass NICHT die Choco Krispies mit den Starwars-Gimmicks, sondern Haferflocken im Einkaufswagen landeten.

Zum Glück sind wenigstens die Zeiten vorbei, als er sich in solchen Situationen schreiend auf den Boden warf und wir das Pausenprogramm für die anderen Wartenden gaben. Trotzdem gehe ich, wenn irgendwie möglich, ohne Kinder in den Supermarkt. Doch die Auseinandersetzung lässt sich ja kaum vermeiden: Nicht nur an der „Quengelkasse“ im Supermarkt, auch beim Bäcker oder im Zeitungsladen stehen Lollies und Schokoriegel an der Kasse in Reichweite für Kinderhände.

„Eltern müssen eben lernen, nein zu sagen“, so der weise Rat der Lobbyvertreter von Industrie und Handel. Natürlich ist es meine Verantwortung, meine Kinder zu erziehen und gesund zu ernähren. Dazu gehört es, konsequent zu sein – auch wenn das leider nicht immer klappt. Aber wie dreist ist ein solcher Hinweis eigentlich von jemandem, der mich überhaupt erst dazu zwingt, dauernd nein sagen zu müssen, indem er meinen Kindern ständig verlockenden Süßkram präsentiert und sie ununterbrochen mit Werbung bombardiert?!

Klar, Werbung gehört zu unserer Lebenswelt. Und es ist das erklärte Ziel von Unternehmen, möglichst viele Produkte herzustellen und zu verkaufen. Die Aufgabe von Marketing und Werbung ist, dafür zu sorgen, dass das auch funktioniert. Dagegen habe ich nichts. Ich habe aber etwas dagegen, dass die Lebensmittelindustrie an eine besonders leicht zu manipulierende und schutzbedürftige Zielgruppe fast ausschließlich Junkfood vermarktet!

Wir von foodwatch haben uns in einem groß angelegten Marktcheck genau angeschaut, was als Kinderlebensmittel verkauft wird. Ergebnis unserer Untersuchung von 1.500 Produkten: Der allergrößte Teil sind ungesunde Snacks. Zu süß, zu fettig, zu salzig. Für diese Bewertung haben wir die Kriterien des „aid“ zugrunde gelegt. Das ist der vom Bundesernährungsministerium geförderte Infodienst Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sein System basiert auf Ampelfarben und zeigt an, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen von Kindern verzehrt werden sollten.

Fast drei Viertel (!) der Produkte, nämlich 73 Prozent, fielen bei dem foodwatch-Marktcheck in die „rote“ Kategorie. Das bedeutet, dass von diesen Lebensmitteln täglich nicht mehr als eine Handvoll gegessen werden soll. Besonders perfide: Gerade viele der als gesund beworbenen Produkte fallen in diese Kategorie, ganz vornweg Frühstücksflocken. Sie werden von Herstellern wie Kellogg’s oder Nestlé gerne mit dem Hinweis auf den Vollkorngehalt und zugesetzte Vitamine beworben. Eine der Hauptzutaten ist aber in den allermeisten Fällen Zucker. Etliche Produkte bestehen fast zur Hälfte daraus! Einen gesunden Start in den Tag stelle ich mir für meine Kinder anders vor.

Kaum zu glauben, dass dieselben Firmen, die diese Produkte herstellen, sich gleichzeitig erdreisten, so zu tun, als würde Ihnen die Gesundheit der Kinder am Herzen liegen. So schreibt zum Beispiel Kellogg’s auf seiner Internetseite: „Wir sind ein Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern, das Qualitätsprodukte für eine gesündere Welt herstellt.“ Und bei Nestlé heißt es: „Unser Ziel ist es, Tag für Tag die Lebensqualität der Konsumenten in aller Welt zu verbessern, indem wir ihnen schmackhaftere und gesündere Nahrungsmittel- und Getränkeoptionen bieten und sie zu einem gesunden Lebensstil anregen.“

Schöne Worte von gesunder Ernährung im Internet, aber Zuckerbomben im Supermarktregal – offensichtlich sticht die Gier nach Profit die vielbeschworene Verantwortung am Ende doch aus. Und die Politik sieht tatenlos zu. Als Mutter ist es meine Aufgabe, meine Kinder gesund zu ernähren und vor Schäden zu schützen. Doch alleine stoße ich am meine Grenzen: Erziehung und Engagement hin oder her, gegen die geballte Marketing-Macht der Industrie komme ich nicht an – und an dem riesigen Angebot an Junkfood kann ich alleine auch nichts ändern. Aber gemeinsam können wir das! Wenn immer mehr Menschen der Industrie zeigen: Wir lassen uns das nicht länger gefallen, dann können wir etwas verändern. Wir können Einfluss nehmen auf Unternehmen. Und auf Politiker, welche die Regeln setzen, innerhalb derer Unternehmen agieren. Deshalb bitte ich Sie heute: Unterstützen Sie foodwatch! Nur gemeinsam können wir etwas bewirken – im Interesse unserer Kinder. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Liebe foodwatch-Interessierte: Um die minderwertige Qualität sogenannter Kinderlebensmittel und die Verantwortungslosigkeit der Lebensmittelindustrie offenzulegen, haben wir den Kinderlebensmittel-Markt analysiert und den Report „Kinder kaufen“ verfasst. Dafür mussten wir Rechercheure beauftragen und bezahlen, wissenschaftlichen und juristischen Rat einholen und sämtliche Informationen in dem 70-seitigen Werk redaktionell aufbereiten. All das muss finanziert werden: Deshalb bitten wir Sie, uns mit 5, 10, oder 20 Euro monatlich zu unterstützen. Bitte werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Die Veröffentlichung unseres Reports war nur der Auftakt. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir dran bleiben und die großen Probleme in Sachen Kinderernährung weiter öffentlich machen. Wir wissen: Die Unternehmen, aber auch die Politik reagieren nur auf Druck. Mit unserer Kampagne können wir die öffentliche Debatte befeuern und den Finger in die Wunde legen. Doch dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Werden Sie bitte Förderer/Förderin von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

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Liebe Christiane Groß,

besten Dank für Ihre email.
Prinzipiell finde ich Foodwatch positiv. Was mich jedoch stört ist das schon fast Religiöse bei Foodwatch. Es gibt nur Gut und Böse. Aus diesem Grunde werde ich nicht Mitglied, unterstütze aber gerne Ihre Aktivitäten punktuell.

Ich selber habe einen 6jährigen Sohn. Er ist offenbar nicht viel anders als Ihr Sohn. Auch er schmiss sich 2x auf dem Boden und machte ein Riesentheater. In der Tat hat er aber jetzt gelernt, das NEIN auch NEIN bedeutet. Seien Sie etwas konsequent mit Ihren Kindern, dann können Sie auch ganz entspannt einkaufen gehen.

Mag Ihr Sohn auch so gerne McDonalds? Wir haben dieses Problem auch einfach gelöst. Wir kaufen bei McDonalds die Toys separat, ohne den Junk. Zuhause bereiten wir dann Pommes und Hamburger selber zu. Mit hochwertigen Produkten. Und dazu gibt es dann das dusslige Toy von McD.
Manchmal gehen wir auch ausserhalb Hamburger essen. Jedoch nie, wo es Kindertüten gibt! Speilzeug und Essen trennen wir strikt. Unsere eigenen Hamburger schmecken allen sowieso am besten. Für Junior und Papa mit viel Ketchup! 🙂 Wir lernen, zu geniessen!
Seien Sie nicht päpstlicher als der Papst! Unser Sohn bekommt auch Junk aus dem Supermarkt, jedoch begrenzt. 2 Candies sind fein, eine Tüte nicht. Er weiß mittlerweile auch, dass Hersteller gerne Spielzeug in ihre Lebensmittel stecken, wenn diese qualitativ minderwertig sind. Sprechen Sie doch mit Ihren Kindern. Die verstehen das System ganz gut und klären auch gerne ihre Mitschüler auf. Würden wir ihm nie dieses fettige oder zuckrige Zeug geben, dann würde er ohne Kontrolle bei B’days zuschlagen. So kennt er den Geschmack. Und nascht normal. Aber nicht übermässig. Genuss sollte auch erlaubt sein. Und wir bemühen uns, ihm besseren Geschmack beizubringen. Sein Lieblings-Fastfood ist mittlerweile Sushi. Allerdings bekommt er auch da zum Abschluß, wenn er brav war, ein Dorayaki.

Mit ein bisschen gesunden Menschenverstand funktioniert es im Supermarkt dann ganz gut! Am Ende verkauft uns die Industrie nur das, was wir kaufen. Lassen wir uns unsere Kinder gut erziehen, dann verkauft uns die Industrie auch das, was wir wollen!
Was ich sagen will: Rufen Sie nicht nach dem Staat, erziehen Sie Ihre Kinder, dann gibt es auch weniger Junk!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christian Romanowski

Marktcheck von Foodwatch zu sog. "Kinderlebensmitteln" ist unseriös

Die Ergebnisse des vom Unternehmen Foodwatch verfassten Reports zu sog. „Kinderlebensmitteln“ halten einer näheren Überprüfung nicht stand. Der Report ist aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft einseitig und die daraus abgeleiteten Forderungen sind überzogen. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. rügt als Spitzenverband der Lebensmittelwirtschaft folgende Punkte:

Die Auswahl der sog. „Kinderlebensmittel“ durch eine eher unmethodische Recherche ist willkürlich und folgte offenbar nur dem Ziel, möglichst viele Produkte in eine „rote“ also negative Kategorie einsortieren zu können. So existiert beispielsweise keine Definition von „Kinderlebensmitteln“. Zudem werden zahlreiche der genannten Produktkategorien wie etwa Frühstücksflocken zu mehr als 80% von Erwachsenen verzehrt.

Die von Foodwatch genannte Zahl von 1.514 „Kinderlebensmitteln“ täuscht darüber hinweg, dass der Anteil sog. „Kinderlebensmittel“ am Gesamtsortiment nur sehr klein ist. Vergleicht man diese Zahl mit dem Angebot von rund 100.000 Artikeln in einem durchschnittlich großen Supermarkt, so machen „Kinderlebensmittel“ gerade einmal 1,5 % aus.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Übergewicht bei Kindern zahlreiche Ursachen hat. Eine der wichtigsten sind dabei Bewegungsmangel und der gesamte Lebensstil. So bewegen sich vor allem Kinder und Jugendliche heute deutlich weniger als vor zehn oder 20 Jahren. Es ist deshalb falsch, kindliches Übergewicht allein auf die Ernährung zurück zu führen und hierfür wiederum ausschließlich die Lebensmittelwirtschaft verantwortlich zu machen.

Foodwatch verkennt, dass es keine „gesunden“ oder „ungesunden“ Lebensmittel gibt, sondern nur eine unausgewogene oder ausgewogene Ernährung. In einer ausgewogenen Ernährung haben auch sog. „Kinderlebensmittel“ ihren Platz. Die von Foodwatch erhobenen Forderungen, ausschließlich „ausgewogene“ Lebensmittel herzustellen und zu bewerben, sind deshalb absurd.

Foodwatch leistet keinen Beitrag zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung. Mehr noch, das Unternehmen schürt bewusst eine irrationale Zucker- und Fett-Hysterie und attackiert damit die Wahlfreiheit der Verbraucher und die Lebensmittelvielfalt. Letzten Endes maßt sich Foodwatch damit an, für den Konsumenten zu entscheiden, was sich auf seinem Tisch finden darf und was nicht.

Die unmittelbare Verantwortung der Lebensmittelwirtschaft besteht in der Produktion geschmackvoller, hochwertiger und sicherer Lebensmittel, die auch Spaß machen und zu mehr Lebensfreude beitragen. Darüber hinaus engagiert sich die Lebensmittelwirtschaft im Rahmen ihres gesamtgesellschaftlichen Engagements in vielfältiger Weise. Zahlreiche sportliche und schulische Veranstaltungen würde es ohne diese Unterstützung überhaupt nicht geben. Daher ist es auch widersprüchlich, wenn Foodwatch den Unternehmen einerseits mangelnde Verantwortung vorwirft, Ihnen aber andererseits ihre vielfältigen, sozialen Aktivitäten untersagen will.

foodwatch-Report: „Kinder kaufen“

Unausgewogene Produkte, perfides Marketing und überbordende Lobbyarbeit: Die Lebensmittelindustrie leistet keinen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung von Kindern, sondern trägt massiv zur grassierenden Fehlernährung bei. Das belegt der Report „Kinder kaufen“, den die Verbraucherorganisation foodwatch heute in Berlin vorstellte.

In einem aktuellen Marktcheck hat foodwatch 1.514 Kinderlebensmittel unter die Lupe genommen und mit den Kategorien der aid-Ernährungspyramide bewertet. Das Ergebnis: Fast drei Viertel der Produkte (73,3 Prozent) fallen in die „rote“ Kategorie an der Spitze der Pyramide. Es handelt sich um süße und fette Snacks, die nach den Empfehlungen des vom Bundesernährungsministerium geförderten „aid infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz“ nur „sparsam“ verzehrt werden sollten. Gerade einmal 12,4 Prozent der Produkte können der grünen Kategorie an der Basis der Pyramide zugeordnet werden – solche Lebensmittel sollten Kinder eigentlich „reichlich“ verzehren. Fazit: Mit dem industriellen Angebot an Kinderlebensmitteln ist eine ausgewogene Ernährung praktisch unmöglich, denn es besteht fast ausschließlich aus Süßigkeiten und ungesunden Snacks. Die Hersteller stellen die Ernährungspyramide auf den Kopf: Ihre Produktpalette im Kinder-Segment entspricht ziemlich genau dem Gegenteil der ernährungsphysiologischen Empfehlungen.

„Die Industrie will Kinder so früh wie möglich auf ungesundes Junkfood programmieren“, sagt Anne Markwardt von foodwatch. „Dafür gibt es einen logischen Grund: Mit Obst und Gemüse lässt sich nur wenig Profit machen – mit Junkfood und Soft Drinks schon mehr. Es lohnt sich ganz einfach nicht, gesunde Produkte ans Kind zu bringen.“ Während die Hersteller mit Obst und Gemüse Margen von weniger als 5 Prozent erzielen, erreichen sie bei Süßwaren, Soft Drinks und Snacks Umsatzrenditen von 15 Prozent und mehr. Entgegen dem von vielen Unternehmen formulierten Anspruch, einen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung von Kindern zu leisten, haben sie betriebswirtschaftlich größtes Interesse daran, möglichst viele unausgewogene Produkte zu verkaufen.

„Die Unternehmen tragen eine erhebliche Mitverantwortung für die grassierende Fehlernährung von Kindern“, sagt Anne Markwardt von foodwatch. „Die Lebensmittelindustrie ist nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems, weil sie Kindern massenhaft Junkfood aufdrängt und sie zur falschen Ernährung verführt.“ Dass sich Kinder in Deutschland nicht gesund und ausgewogen ernähren, ist wissenschaftlich belegt:

Kinder essen nur die Hälfte der empfohlenen Menge an Obst und Gemüse, aber weit mehr als 200 Prozent der empfohlenen Menge an Süßwaren, Snacks und Soft Drinks.
Der Anteil übergewichtiger Kinder ist im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren um 50 Prozent gestiegen. Heute gelten 15 Prozent der Kinder als zu dick, 6 Prozent sogar als fettleibig (adipös).
Folgen sind erhöhte Risiken für Diabetes, Herzkreislauf- und andere schwerwiegende Krankheiten. Ein Prozent der Kinder leidet heute bereits an Altersdiabetes.

Mit perfiden Strategien versuchen die Unternehmen, Kinder so früh wie möglich an die eigene Marke zu binden und in jungen Jahren Geschmacksprägung möglichst für ein ganzes Leben zu erreichen. Gleichzeitig treten Vertreter der Süßwaren-Konzerne auf Kongressen als Experten für gesunde Kinderernährung auf und dienen sich dem Staat, Sportverbänden, Schulen und sogar Kindergärten als Partner für Anti-Übergewichtsprogramme und Bewegungsinitiativen an (siehe Hintergrundpapier „Marketing- und Lobbystrategien für Kinderlebensmittel“ unter www.foodwatch.de/presse-kinderreport . „Der Bock macht sich selbst zum Kindergärtner“, so Anne Markwardt von foodwatch. „Wir dürfen nicht mehr darauf hereinfallen, wenn sich Unternehmen, deren Ziel gar nicht anders lauten kann als immer mehr Süßwaren und Junkfood zu verkaufen, zum Ratgeber in Sachen gesunder Ernährung aufschwingen: Das sind scheinheilige Alibi- und Ablenkungsmaßnahmen, die nicht viel kosten. Jedenfalls weniger, als die omnipräsenten Junkfood-Produkte derselben Hersteller einspielen, die selbst in Schulen ,Kauf mich‘ schreien. Es ist doch kein Zufall, dass die ganzen Comicfiguren und Gimmicks nicht zum Verzehr von ungezuckerten Haferflocken, sondern von pappsüßen Crispy-Pops verführen sollen.“

Auch der Staat versagt beim Thema gesunde Kinderernährung. Anstelle klarer Vorgaben für die Hersteller bindet die Bundesregierung die Junkfood-Industrie in ihre Initiativen und Aktionspläne gegen Übergewicht ein. So hat das Bundesernährungsministerium die „Plattform Ernährung und Bewegung“ (peb) initiiert, die sich dadurch auszeichnet, vor allem den angeblichen Bewegungsmangel und nicht die schlechte Ernährung von Kindern als Ursache für Übergewicht zu benennen. Prominente Mitglieder von peb: Coca-Cola, Ferrero, der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, McDonald’s, die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker, PepsiCo, Mars – Firmen, die kein Interesse an gesunder Ernährung, sondern am Verkauf von Snacks, Junkfood und Soft Drinks haben.

foodwatch fordert:
Die Lebensmittelindustrie muss dort Verantwortung übernehmen, wo ihre Verantwortung tatsächlich liegt: Nicht in PR-trächtigen Alibi-Maßnahmen wie Bewegungsinitiativen und Ernährungstipps für den Schulunterricht, sondern in der Produktion ausgewogener Kinderlebensmittel. Die Verantwortung für die Fehlernährung von Kindern kann nicht allein auf Eltern abgewälzt werden.
Produkte, die nicht ausgewogen sein können (wie Süßigkeiten), dürfen nicht länger als Kinderprodukte beworben und mit Comicfiguren, Spielzeugbeigaben, Gewinnspielen oder Idolen direkt an Kinder vermarktet werden.
Schulen und Kindergärten müssen werbe- und PR-freie Räume werden.
Die Junkfood-Industrie ist kein geeigneter Partner für den Staat, für Schulen und für Sportverbände wie den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Sponsoring-Partnerschaften und gemeinsame Programme zur Bewegungsförderung oder Übergewichts-Bekämpfung dienen den Unternehmen als Ablasshandel und müssen beendet werden.

Keine Extrawurst für unsere Kinder

Der Markt an Produkten speziell für die „Bedürfnisse des Kindes“ boomt, dabei benötigen unsere Kleinen keine anderen Lebensmittel als die Großen.

Mit bunten Comictieren auf der Verpackung, Wurst in Bärenform und Beigaben wie Sammelstickern der Lieblingssportler versuchen Lebensmittelhersteller die Käufergeneration von morgen für sich zu gewinnen. Werbeslogans wie „die Extraportion Milch“ oder „Vitamine zum Naschen“ überzeugen dann auch so manche Eltern vom Kauf solcher Produkte. Kinder benötigen schließlich aufgrund ihres Wachstums reichlich Eiweiß, hochwertige Fette, ausreichend Vitamine sowie Mineralstoffe. Bonbons oder Cornflakes mit Vitaminzusatz, süßer Quark mit Kalzium und Vitamin D oder Fischstäbchen mit Omega-3-Fettsäuren erscheinen da auf den ersten Blick als ideale Lebensmittel, um ein Kind rundum gut zu versorgen. Doch sind die bunten Produkte wirklich immer kindgerecht?

Oftmals handelt es sich bei Kinderlebensmitteln um stark verarbeitete Produkte wie Wurst, zuckerreiche Süßwaren und Cornflakes bis hin zu Tütensuppen und anderen Instantgerichten. Getreu dem alten Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ prägen diese bereits früh Ernährungsgewohnheiten, die im späteren Leben nur schwer wieder abgelegt und zu gesundheitlichen Folgen führen können. Insbesondere der häufige Einsatz von intensiven Aromen und Geschmacksverstärkern gewöhnt Kinder schnell an Geschmacksvarianten, die in der Natur kaum oder gar nicht zu finden sind. Frische Lebensmittel mit natürlichen Aromen stoßen dafür häufig auf Ablehnung. ähnliches gilt für Aussehen und Mundgefühl der Produkte. Weiche Wurst schmeckt einfach besser als faseriges Fleisch und Knusperflakes punkten klar vor einfachen Haferflocken.

Notwendig sind spezielle nährstoffangereicherte Kinderlebensmittel für die Entwicklung unserer Kinder jedenfalls nicht, denn eine abwechslungsreiche „Erwachsenenkost“ versorgt auch sie mit allen wichtigen Nährstoffen. Gemüse und Obst liefern Vitamine in ebenso farbenfroher „Verpackung“. Eiergerichte und Filetfleisch enthalten ausreichend Eiweiß für das Wachstum. Fischfilets und Öle aus Raps oder Walnuss steuern Omega-3-Fettsäuren für die Gehirnentwicklung bei. Milch, Käse sowie mit Beeren und Honig aufgepeppter Joghurt oder Quark sorgen für ausreichend Kalzium für die Knochen. Und Brot oder Brötchen aus Roggensauerteig liefern nicht nur Mineralstoffe sondern auch Ballaststoffe, die die Abwehrkräfte des Darms unterstützen. Frische und wenig beziehungsweise traditionell verarbeitete Lebensmittel in der Kindheit fördern so langfristig eine gesunde und bewusste Ernährung im Erwachsenenalter. Möglicherweise ließe sich damit so manche mühsame Ernährungsumstellung in der Zukunft ersparen.

Nährwert-Ampel: Rot für Kinderlebensmittel von Nestlé, Kellog’s und Danone

foodwatch deckt wahre Absicht der Industrie-Initiative „Ausgezeichnet informiert“ auf

Kinderlebensmittel gerade derjenigen Hersteller, die die farbliche Nährwertkennzeichnung nach dem Vorbild der britischen „Ampel“ bekämpfen, würden beim Zuckergehalt reihenweise rote Markierungen erhalten. Nestlé, Kellogg’s, Danone und andere Unternehmen wollen dies mit einer eigenen „Initiative Ausgezeichnet informiert“ verhindern. Die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch hat die Kennzeichnung von 32 Kindernahrungsmitteln nach dem Ampelsystem dargestellt, darunter viele Frühstücks-Getreideprodukte. Offensichtliche Süßigkeiten wie Schoko-Riegel wurden nicht berücksichtigt. 80 Prozent oder 26 der untersuchten 32 Kindernahrungsmittel sind überzuckert und enthalten mehr als 6,3 Gramm (Getränke) oder 12,5 Gramm Zucker (alle anderen Lebensmittel) pro 100 Gramm. Sie erhalten alle beim Zuckergehalt ein rotes Ampelsignal. Besonders negativ: Kellogg’s Smacks besteht mit 43 Gramm Zucker pro 100 Gramm fast zur Hälfte aus Zucker. „Diese Produkte sind versteckte Süßigkeiten. Erst mit der Ampelkennzeichnung wird dies deutlich“, sagte Matthias Wolfschmidt von foodwatch. Bei der Hälfte der Produkte würde eine gelbe Farbe beim Salzgehalt signalisieren, dass auch diese nicht allzu häufig gegessen werden sollten.

Die Hersteller der untersuchten Produkte machen seit Sommer 2007 in einer „Initiative Ausgezeichnet informiert“ Front gegen eine farbliche Kennzeichnung der Nährwertgehalte und schlagen statt dessen ein Zahlensystem vor, das sich – auch für Kinderlebensmittel – nach dem angeblichen Tagesbedarf (GDA – Guideline Daily Amounts) einer erwachsenen Frau richtet. „Der Widerstand der Konzerne gegen die Ampel hat einen offensichtlichen Grund. Nicht die Sorge um die Verbraucher, sondern drohende Umsatzverluste sind das Motiv – denn eine Ampelkennzeichnung würde die Überzuckerung für jeden Verbraucher sofort deutlich machen und viele vom Kauf abhalten“, sagte Wolfschmidt.

In der „Initiative Ausgezeichnet informiert“ sind unter anderem die Hersteller Coca-Cola, Danone, Kellogg’s, Kraft Foods, Nestlé, PepsiCo und Unilever vertreten. Kinder-Produkte dieser Hersteller hat foodwatch mit der „Ampel“ versehen. Die Ampelkennzeichnung markiert die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz mit Farben. Rot bedeutet „nur in kleinen Mengen hin und wieder verzehren“, Gelb „es ist in Ordnung, es häufiger zu essen“ und Grün „eine gesunde Wahl“.