Diäten schwächen das Immunsystem

Häufige Diäten schwächen das Immunsystem. Halten Frauen hingegen ihr Gewicht konstant, bleiben sie eher gesund. Das haben jetzt Untersuchungen amerikanischer Forscher aus Seattle ergeben, wie die Zeitschrift VITAL in ihrer neuen Ausgabe berichtet. Die Wissenschaftler untersuchten bei übergewichtigen Frauen die Aktivität spezieller Abwehrzellen, der so genannten „Killerzellen“. Dabei fanden sie heraus, dass die Immunabwehr proportional zur Häufigkeit von Diäten abnimmt.
So war die Funktion dieser Zellen bei Frauen, die innerhalb von 20 Jahren durch Modediäten fünfmal Gewicht verloren und per Jo-Jo-Effekt wieder zulegten, um ein Drittel reduziert. Bei Frauen, die ihr Gewicht über mindestens fünf Jahre konstant gehalten hatten, wurde dagegen sogar eine um 40 Prozent höhere Zellaktivität festgestellt. Die Experten halten es dennoch für ratsam, Übergewicht zu reduzieren. Das sollte aber auf gesunde Weise und langfristig geschehen.

Vier von fünf Deutschen sagen Nein zu Genfood

Mehr als drei Viertel, nämlich 79 Prozent der Bundesbürger lehnen gentechnisch veränderte Bestandteile in der Nahrung ab. Das ergab eine Meinungsumfrage für „Slow Food“, das Magazin von Slow Food Deutschland. Das Meinungsforschungsinstitut „Forsa“ hatte am 18. und 19. Juli 1.001 Bürger befragt. Nur 17 Prozent gaben an, dass ihnen diese Frage egal ist, wenn der Preis stimmt. Im Osten ist die Ablehnung von Genfood im Osten mit 70 Prozent nicht ganz so signifikant. Am höchsten ist die Ablehnungsquote bei den Altersgruppen zwischen 30 und 59 Jahren mit 83 Prozent.
Angesichts der Debatte um die Frage, ob man beim Einkauf Produkte aus dem eigenen Land bevorzugen sollte, teilen 62 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass man sich stärker auf Produkte aus der eigenen Region besinnen sollte. West und Ost unterscheiden sich hier nur gering.

Zu einer erregten öffentlichen Debatte und Protestaktionen von Bauern hatten Aktionen von Discountern geführt, die Milch weit unter dem Einstandspreis verkauft hatten. Slow Food wollte wissen, wie die Verbraucher zu den Preisen für Lebensmittel stehen. 84 Prozent der Deutschen wollen, dass die Landwirte angemessen für ihre Produkte bezahlt werden. Für nur zwölf Prozent ist es am wichtigsten, dass die Produkte billig sind.

Slow Food, die in 90 Ländern der Erde aktive „Lobby des Geschmacks“, sieht sich durch die Umfrage in seinen Anliegen bestätigt. Es geht der 1986 in Italien gegründeten Vereinigung vorrangig um die Bewahrung regionaler Produkte und Ernährungstraditionen und darum, dass die Bauern für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden. Slow Food wird in seinen Anliegen unter anderem von seinem prominentesten Mitglied, dem britischen Thronfolger Prinz Charles unterstützt.

Internet: www.slowfood.de

Milder Sommer sorgt für üppige, gesunde Trauben

Die Winzer aller Anbaugebiete machen sich derzeit mit gutem Recht Hoffnungen auf ein zufriedenstellendes Weinjahr. Die Entwicklung der Reben hat – je nach Anbaugebiet – im Vergleich zum langjährigen Mittel einen Vorsprung von fünf bis 14 Tagen. Optimale Wachstumsbedingungen während und nach der Blüte haben dazu geführt, dass sich meist große kompakte Trauben ausgebildet haben, besonders in der Burgunderfamilie. Lediglich in der Pfalz spricht man von leichten Verrieselungsschäden. Überwiegend lauten die Empfehlungen der Fachleute an die Winzer, den Ertrag durch grüne Lese, am besten durch Halbieren der Trauben, zu reduzieren. Die Ertragsreduzierung bewirkt, dass die verbleibenden Trauben umso intensiver versorgt werden können und die qualitätsbestimmenden Aromen und Inhaltsstoffe natürlich angereichert werden.
Die früh reifenden roten Rebsorten wie Regent und Dornfelder befinden sich mitten im Verfärbungsprozess, die Trauben der weißen Rebsorten werden weich und haben damit das erste Stadium des Reifeprozesses erreicht. Erste frühreife weiße Sorten werden für den Federweißenausschank noch im August geerntet. Auch wenn manche Menschen über mangelnden Sonnenschein in diesem Sommer klagen – die Trauben hatten in diesem Jahr optimale Wachstumsbedingungen. Der Wechsel von wärmerer und kühlerer Witterung, von Sonne und Niederschlag war für das Wachsen und Gedeihen der Weinreben und für die Entwicklung der Trauben gut.

An der Mosel wünschen sich die Winzer allerdings eine etwas beständigere Witterung. Dort gab es heftige gewittrige Niederschläge, die den Boden jedoch nicht nachhaltig tränkten.

Geschäftsführer Armin Göring vom DWI erhofft sich nun einen schönen, warmen September und einen goldenen Oktober: „Über den Sommer wird vornehmlich der Mengenertrag eines Jahrgangs gebildet. Die Qualität entsteht in den letzten Wochen vor der Lese.“

Deutscher Riesling glänzt in Bordeaux

Wenn am Abend des 23. Juli die letzen Besucher die weltweit größte internationale Weinmesse Vinexpo verlassen, werden sich viele zufriedene deutsche Winzer auf die Rückreise nach Deutschland machen. Hans Lang, Top-Winzer aus dem Rheingau, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Wir nehmen seit zwanzig Jahren an der Vinexpo teil, doch so viel Interesse wie in diesem Jahr hatten wir noch nie. Früher mussten wir die Besucher fast überreden, auch einmal einen deutschen Wein zu probieren. In diesem Jahr ist uns gegen Ende sogar der Wein ausgegangen.“
Auch Armin Göring, Geschäftsführer des Deutschen Weininstituts (DWI), berichtet von einer ausgesprochen guten Atmosphäre im deutschen Pavillon, der vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) gefördert wurde: „Wir hatten an allen fünf Vinexpo-Tagen regen Zulauf an unserer Verkostungstheke. Unsere Weinproben wurden von den Fachbesuchern aus aller Welt sehr gut angenommen und haben Interesse geschaffen, anschließend die deutschen Aussteller zu besuchen. Dieses große Interesse ist ein weiterer Beleg für die weltweite Renaissance des deutschen Weines.“

Der Riesling, Deutschlands Vorzeigerebsorte, sorgte zudem im Wettbewerb um die besten Weine der Messe für Aufsehen: Eine internationale Jury aus Journalisten und Sommeliers kürte eine trockene 2004er Riesling Spätlese des Rheingauer Weinguts Peter Jakob Kühn aus der Lage Oestricher Doosberg zur Entdeckung der Vinexpo 2005 im Segment „Trockene Weißweine“.

Das DWI nutzt die Vinexpo seit 1989 als Plattform, um vor nahezu 50.000 Fachbesuchern aus aller Welt die hohe Qualität der deutschen Weine zu präsentieren. In diesem Jahr führte das DWI täglich bis zu vier kommentierte Weinproben durch und nahm natürlich auch sein Engagement im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft 2006 zum Anlass, für die WM-Weine zu werben sowie die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf den deutschen Gemeinschaftsstand zu lenken. An einer großen Degustationstheke boten sieben Mitarbeiter des DWI zehn Stunden pro Tag eine repräsentative Auswahl von 25 deutschen Weinen an und führten außerordentlich viele Informations- und Beratungsgespräche.

Einer der Höhepunkte im DWI-Programm war die Vorstellung der ersten Ausgabe des „Gault Millau Guide of German Wines“ durch Armin Göring sowie die Autoren Armin Diel und Joel Payne. Ein großer Erfolg war auch die völlig ausgebuchte Probe „Renaissance of Great Riesling“ mit Top-Rieslingen aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten. Ständig umlagert war die Verkostung „Schokolade und Wein“ unter der fachlichen Leitung des Chocolatiers Eberhard Schell aus dem württembergischen Gundelsheim.

Großes Lob kam schließlich von vielen Seiten. Der renommierte britische Weinkritiker Hugh Johnson beispielsweise bestärkte die deutschen Winzer in ihrem Qualitätsstreben fortzufahren, nachdem er aus dem DWI-Sortiment einen 2003er Riesling 1. Gewächs von Hans Lang, Rheingau, und einen 2004er Riesling Classic vom Schlossgut Diel, Nahe, verkostet hatte: „That’s the way you have to go.“