Fressen wir uns Alzheimer an? Studie warnt vor tierischen Fetten 

Tierisches Fett begünstigt Alzheimer

Zusammenfassend fand die Übersichtsanalyse über 4 einzelne Untersuchungen und tausende Teilnehmer deutliche Hinweise darauf, dass gesättigte Fettsäuren, wie sie in tierischem Fett zu finden sind, in zu großen Mengen zu dem Risiko für eine Demenzerkrankung wie einer Alzheimer-Erkrankung beitragen können. Die Gesamtfettmenge oder Fette mit ungesättigten Fettsäuren schienen nicht an dem erhöhten Demenzrisiko beteiligt zu sein. Damit deutet sich einmal mehr an, dass die Ernährung auch für die spätere geistige Gesundheit von Bedeutung sein kann.

Alzheimer durch tierische Fette? 

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Geistig fit im Alter durch Ernährung

Geistig fit im Alter durch Ernährung, Bewegung und geistige Aktivität

Geistig und körperlich fit bis ins hohe Alter zu bleiben, ist für die meisten Menschen der größte Wunsch. Dazu ist es wichtig, gesundheitliche Risiken zu vermeiden und sich gesundheitsförderlich zu verhalten.

Derzeit leiden in Deutschland nach Schätzungen etwa 1,1 bis 1,2 Millionen Menschen an Demenzerkrankungen. Bis zum Jahr 2050 könnte diese Zahl auf über 2 Millionen steigen, wenn keine wirksamen Möglichkeiten der Vorbeugung und Heilung gefunden werden. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse helfen zu verstehen, welche Umstände und Risiken das Auftreten von Demenzerkrankungen begünstigen und welche Faktoren und Verhaltensweisen die Wahrscheinlichkeit an einer Demenz zu erkranken reduzieren können.

Mit der neuen Broschüre „Geistig fit im Alter durch Ernährung, Bewegung und geistige Aktivität“ informiert das Bundesministerium für Gesundheit über die verschiedenen Formen der Demenz und die Präventionsmöglichkeiten. Dazu Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz: „Die meisten Menschen wissen, dass sie durch eine gesundheitsbewusste Lebensweise mit körperlicher Bewegung, ausgewogener Ernährung, Nichtrauchen und der Bewältigung von Stress der Entstehung von Krankheiten vorbeugen können. Noch nicht so verbreitet ist hingegen das Wissen, dass auch einer Alzheimer-Demenz zum Beispiel durch einen gesunden Lebensstil mit körperlicher Bewegung, gesunder Ernährung, geistiger Aktivität und sozialen Kontakten vorgebeugt werden kann. Dies ist umso wichtiger, da wir die genauen Ursachen und Entstehungsprozesse und damit auch heilende Behandlungsmöglichkeiten dieser Krankheit noch nicht kennen“.

Die Broschüre wurde von der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Rheinischen Friedrich-Wilhlems-Universität, Siegmund-Freud-Straße 25, 53105 Bonn, Direktor Herr Professor Dr. med. Wolfgang Maier, erarbeitet und wird vom Bundesministerium für Gesundheit als Beitrag zum Nationalen Aktionsplan „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ herausgegeben.

Sie erhalten die Broschüre kostenlos unter Angabe der Bestellnummer BMG-V-10002, Per E-Mail: publikationen@bundesregeierung.de, Telefonisch: 01805/ 77 80 90*, per Fax 01805/ 77 80 94*, Schriftlich: Publikationsversand der Bundesregierung Postfach 481009 18132 Rostock.

* Kostenpflichtig, 0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz. Abweichende Preise aus den Mobilfunknetzen möglich.

Walnüsse machen klug und mobil

Eine neue, im British Journal of Nutrition veröffentlichte Forschungsarbeit ergab, dass eine bis zu 6 % aus Walnüssen bestehende Ernährung (das entspricht beim Menschen ca. 30 g (1 Unze)) in der Lage ist, bei älteren Ratten die alterbedingten motorischen und kognitiven Ausfälle rückgängig zu machen. Die Wissenschaftler sind der Auffassung, dass Walnüsse möglicherweise über die Fähigkeit verfügen, das Gehirn zu schützen, indem sie die im Alter zunehmenden freien Radikale abfangen, die Kommunikation der Neuronen untereinander und das Neuronenwachstum fördern. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Ergänzung der Ernährung durch Walnüsse die “Gesundheitsspanne” verlängern und ein “Langlebigkeitskapital” aufbauen und somit den Beginn schwerer neurogenerativer Erkrankungen herauszögern kann. British Journal of Nutrition (2009), 101, 1140-1144: Dose- dependent effects of walnuts on motor and cognitive function in aged rats (Dosis-abhängige Wirkung von Walnüssen auf die motorischen und kognitiven Funktionen älterer Ratten).

http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=onl ine&aid=5465528

Forschungsleiter Dr. James Joseph hält diese Ergebnisse für künftige Studien zur Bekämpfung der altersbedingten Degeneration der motorischen und kognitiven Fähigkeiten durch Nahrungsmittel wie z.B. Walnüsse für sehr vielversprechend. “In Anbetracht der zahlreichen in Walnüssen enthaltenen Verbindungen wie essentiellen Fettsäuren, pflanzlichen Omega-3 Alpha-Linolensäuren (ALA), Polyphenolen und Antioxidantien, sind diese Ergebnisse nicht wirklich überraschend”, sagte Dr. Joseph. So ist er der Auffassung, dass “die Ergänzung einer ansonsten bereits gesunden und ausgewogenen Ernährung durch nur 7 bis 9 Walnüsse täglich, dazu beiträgt, bei älteren Menschen die kognitiven Fähigkeiten zu verbessern.”

Der CDC zufolge erlebt einer von vier über 65 Jahre alten Amerikaner einen Rückgang der kognitiven Fähigkeiten, ca. 6 % bis 10 % leiden unter Demenz und hiervon wiederum sind zwei Drittel von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Obwohl die Wissenschaft bisher keine Möglichkeit gefunden hat, die Demenz bzw. Alzheimer-Krankheit zu verhindern, so kann der kognitive Verfall jedoch möglicherweise verhindert werden. Jüngste Studien legen nahe, dass der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel sowie körperliche und soziale Aktivität dazu beitragen können, die kognitive Gesundheit aufrechtzuerhalten.

Die Alkoholdosis macht das Gift

Die Alkoholdosis macht das Gift

Studien zum Einfluss moderater Alkoholmengen auf das Risiko von Demenz und anderen Beeinträchtigungen des Nervensystems weisen dem Genussmittel eine vorbeugende Wirkung zu. Der tägliche Alkoholkonsum ist dennoch nicht empfehlenswert.

Zwischen Nutzen und Schaden einer Substanz entscheidet häufig allein die Dosis. Alkohol ist da keine Ausnahme. Neben dem weitbekannten schädlichen Einfluss des Genussmittels auf Körperzellen weisen viele Untersuchungen dem gemäßigten Alkoholkonsum auch eine krankheitsvorbeugende Wirkung zu.

Ein Expertentreffen der Research Society of Alcoholism fasste jetzt entsprechende Ergebnisse zusammen. Aus in vitro-Experimenten sind verschiedene alkoholassoziierte Mechanismen bekannt. So wirkt Alkohol blutgefäßerweiternd und aktivierend auf zelluläre Schutzprogramme wie beispielsweise entzündungshemmende Prozesse. Epidemiologische Studien zum Einfluss auf Erkrankungen des Nervensystems erbrachten bisher uneinheitliche Resultate. Zahlreiche Arbeiten präsentierten ein eindeutig vermindertes Demenzrisiko durch gemäßigten Alkoholkonsum im Vergleich zu Abstinenzlern. Einige Studien fielen allerdings gegenteilig aus.

Die Grenze zwischen moderater Alkoholmenge und schädlicher Dosis ist fließend. Als gesundheitlich verträglich gelten für Frauen 10 Gramm pro Tag, für Männer 20 Gramm. Das entspricht in etwa einem beziehungsweise zwei Gläsern eines alkoholischen Getränks. Allerdings sind Schäden am Nervensystem und in den Körperorganen beim täglichen Konsum von zehn Gramm Alkohol langfristig nicht ausschließbar. Ein Glas Wein ab und an ist nicht verwerflich. Vom täglichen Alkoholkonsum zum Schutz der Gesundheit ist hingegen abzuraten, zumal eine Vielzahl andere demenzvorbeugende Möglichkeiten bekannt sind. So sind Grüner Tee, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und ausreichend Bewegung weit weniger risikobehaftet und daher die bessere Alternative für einen langen Erhalt der geistigen Gesundheit.

Carotin wirksam zur Verbesserung der Gedächtnisleistung

DSM Nutritional Products: Bekämpfung von Demenz: Beta-Carotin wirksam zur Verbesserung der Gedächtnisleistung

Wie eine neue wissenschaftliche Studie ergeben hat, kann die Einnahme von Beta-Carotin über einen langen Zeitraum zur Wahrung der mentalen Leistungsfähigkeit beitragen, da es die Funktionsweise des Gehirns und insbesondere des Gedächtnisses verbessert. Seit langem ist bereits bekannt, dass der Verzehr von Lebensmitteln, die reich an Beta-Carotin sind, bzw. die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die dieses Antioxidantium enthalten, dazu beitragen können, die Haut vor der zerstörerischen Wirkung des Sonnenlichts zu bewahren und die Sehkraft zu schützen. Die Ergebnisse der neuen Studie liefern einen weiteren Grund, Beta- Carotin einen hohen Stellenwert bei der Ernährung einzuräumen.

In gleich zwei Experimenten (Physicians Health Study I und II) konnte nachgewiesen werden, dass Beta-Carotin einen merklichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Probanden bei einer Reihe kognitiver Tests hatte. Die Untersuchungen ergaben, dass Probanden, die an beiden Langzeitstudien teilnahmen, in den Tests deutlich besser abschnitten als Probanden, die nur im Rahmen der zweiten Studie Beta-Carotin erhalten hatten bzw. denen nur ein Placebo verabreicht worden war. Die Leistungsunterschiede traten insbesondere bei den Gedächtnistests zu Tage.

Manfred Eggersdorfer, Senior Vice President Research & Development von DSM Nutritional Products, einem führenden Hersteller von Beta- Carotin, äußert sich: „Diese Ergebnisse zeigen, dass der Verzehr bzw. die Einnahme von Beta-Carotin über einen längeren Zeitraum einen äußerst positiven Effekt auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns hat. So kann eine nährstoffreiche und ausgewogene Ernährungsweise der Entstehung von Demenz vorbeugen.“ Beta-Carotin kommt ganz natürlich in Lebensmitteln wie Möhren, Tomaten und vielen anderen grünblättrigen Gemüse- und Obstsorten vor. Es kann jedoch auch künstlich hergestellt werden und wird dann häufig Lebensmitteln und Getränken zugesetzt oder als Nahrungsergänzungsmittel verkauft.

Die Vorzüge von Beta-Carotin müssen ganz offensichtlich weiter erforscht werden, um herauszufinden, wie groß sein Einfluss auf das Gedächtnis tatsächlich ist. Diese Ergebnisse dürften Anstoß zu weiterführenden Untersuchungen geben.

Halten gute Cholesterinwerte den Geist fit?

Demenz

Halten gute Cholesterinwerte den Geist fit?

Sind die Cholesterinwerte gut, bleibt offenbar auch das Gedächtnis fit. Menschen mittleren Alters mit einem hohen Spiegel des guten HDL-Cholesterins im Blut haben vermutlich ein besseres Erinnerungsvermögen. So lautet das Fazit einer europäischen Studie mit knapp 3.700 Teilnehmern.
Die Probanden nahmen im Alter von durchschnittlich 55 Jahren und fünf Jahre lang an medizinischen Untersuchungen teil. Zunächst wurden bestimmte Parameter wie das Gesamtcholesterin und die Transporteinheit HDL-Cholesterin im Blut gemessen. Das verbale Kurzzeitgedächtnis schätzten die Mediziner mithilfe eines Tests ein, für den sich die Teilnehmer möglichst viele von zwanzig kurzen Worten auf einer Liste einprägen sollten. Das Resultat: Ein Mangel an HDL-Cholesterin im Blut beeinträchtigte offenbar das Erinnerungsvermögen. Dieser Zusammenhang war unabhängig von anderen Blutfetten. Hatte der Wert im Laufe der fünf Jahre abgenommen, war auch die Gedächtnisleistung geringer als zu Beginn. Die Forscher folgern, dass auf diese Weise das Risiko für Demenz in späteren Jahren ansteigt.
Der Begriff Demenz umfasst eine Reihe von Erkrankungen, die zu einem anhaltenden Abbau der geistigen Leistungsfähigkeiten führen. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Ergebnisse zu untermauern.
Das HDL (high density lipoprotein)-Cholesterin und das LDL (low density lipoprotein)-Cholesterin sind die wichtigsten Transporteinheiten für Cholesterin im Blut. Das „gute“ HDL-Cholesterin bringt das überschüssige Cholesterin aus dem Körper zurück zur Leber. Wie es dem geistigen Verfall im Alter entgegen wirkt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Forscher vermuten, dass das Lipoprotein eine entscheidende Rolle für die Funktion des menschlichen Gehirns spielt. Ein Mangel könnte die Entstehung von Eiweißablagerungen begünstigen, die mit der Alzheimerkrankheit in Verbindung gebracht werden.

aid, Heike Kreutz

Schilddrüse

Wissenschaft aktuell: Wissenswertes über die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist wohl die „bekannteste“ Hormondrüse des menschlichen Körpers. Funktionsstörungen der „Glandula thyreoidea“ treten in der Bevölkerung relativ häufig auf. Auch berichten verschiedene Studien über einen Zusammenhang von Schilddrüsenerkrankungen und der Entstehung von beispielsweise Morbus Basedow oder Alzheimer, berichtet heute Anja Baustian von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.

Die endokrine Drüse produziert die iodhaltigen Hormone Triiodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Die Ausschüttung dieser Stoffwechselturbos wird durch das Hypophysenhormon TSH (Thyreoidea stimulierendes Hormon) gesteuert. In Abhängigkeit des TSH-Spiegels findet eine Abgabe von T3 und T4 ins Blut statt.

Diese lebenswichtigen Hormone wirken in nahezu allen Körperzellen und regen dort den Energiestoffwechsel an. Die wichtigsten Funktionen sind:
– Erweiterung der Gefäße
– Erhöhung des Pulses und Grundumsatzes
– Steigerung des Blutdrucks
– Anstieg der Körpertemperatur
– Steigerung der Eiweißsynthese
– Steigerung der Cholesterinsynthese
Ferner sind T3 und T4 für Wachstum und Differenzierung der Körperzellen notwendig. Bei einer Unterversorgung mit Iod über die Nahrung kann es zu verschiedenen Funktionsstörungen des Organs kommen. Erkrankungen der Thyreoidea äußern sich häufig in morphologischen Veränderungen, sprich es kann zu Vergrößerungen des Schilddrüsengewebes (Struma) bis hin zu Knoten- und Kropfbildung kommen. Des Weiteren treten Entzündungen und bösartige Entartungen auf.

Bei der so genannten Hashimoto-Thyreoiditis, benannt nach seinem Entdecker Hakaru Hashimoto im Jahre 1912, handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, die durch eine chronische Entzündung der Schilddrüse gekennzeichnet ist. Infolge der Aktivierung von Antikörpern des Immunsystems, die sich gegen das körpereigene Schilddrüsengewebe richten, kann es zur vollständigen Zerstörung der Schilddrüse kommen. Aufgrund der unzureichenden Produktion von T3 und T4 im Verlauf der Hashimoto-Thyreoiditis besteht die Gefahr einer Unterfunktion, die mit einer Verlangsamung aller Lebensprozesse, einem erniedrigten Grundumsatz, einer Einschränkung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit sowie einem Wachstumsstillstand einhergeht. Eine Iodsupplementierung bei gesunden Menschen steht dabei in Verdacht die Erkrankung auszulösen. Eine Zufuhr bis zu 200 Mikrogramm Iod pro Tag ist jedoch in aller Regel unbedenklich und sollte täglich mit der Nahrung aufgenommen werden.

Eine Ausnahme bilden hierbei Schwangere und Stillende. Hier steht die Entwicklung der kindlichen Schilddrüse im Vordergrund. Diese sollte ausreichend mit Jod versorgt sein, um frühkindlichem Kropf sowie Kretinismus entgegenzuwirken. Für Schwangere liegt der tägliche Iodbedarf bei 230 Mikrogramm, für Stillende bei 260 Mikrogramm pro Tag.

Aktuelle Studien zeigen, dass eine Schilddrüsenfehlfunktion das Risiko für die Entstehung weiterer Erkrankungen erhöht. So belegte ein iranisches Forscherteam einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Schilddrüsenerkrankungen und Achalasia, einer Erschlaffungsunfähigkeit des Schließmuskels (1). Weitere Untersuchungen beschäftigten sich mit der Verkettung von Demenz und Schilddrüsenhormonen. Bislang lieferten die Ergebnisse jedoch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass T3 und T4 eine Demenz auslösen beziehungsweise negativ beeinflussen (2).

Die Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen ist somit nicht nur zur Vermeidung der Symptome, sondern vielmehr zur Aufrechterhaltung ihrer Funktion von großer Bedeutung.

Literatur:
(1) Emami MH, Raisi M, Amini J, Daghaghzadeh H. Achalasia and thyroid diseaseWorld J Gastroenterol. 2007 Jan 28;13(4):594-599

(2) de Jong FJ, den Heijer T, Visser TJ, de Rijke YB, Drexhage HA, Hofman A, Breteler MM. Thyroid hormones, dementia, and atrophy of the medial temporal lobe. J Clin Endocrinol Metab. 2006 Jul;91(7):2569-2573. Epub 2006 Apr 24

Folsäure, ein Zusammenhang mit Depression?

Folsäure nimmt im menschlichen Organismus eine zentrale Position ein: Das wasserlösliche B-Vitamin ist als Coenzym an der Entgiftung des zellschädigenden Stoffwechselproduktes Homocystein beteiligt und spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Blut-, Zell- und Erbsubstanz. Des Weiteren kommt diesem Vitamin laut aktuellen Studien eine wichtige Rolle bei Erkrankungen wie Demenz und Depressionen zu, berichtet die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. aus Aachen.

Dem Wissenschaftler Esmond E. Snell und seinen Mitarbeitern gelang es 1941 erstmalig, Folsäure aus vier Tonnen Spinatblättern, damals aufgrund ihrer Unentbehrlichkeit für das Wachstum von Bakterien auch „Antianämie-“ und Wachstumsfaktor genannt, zu isolieren. Der Begriff Folsäure steht stellvertretend für eine Substanzfamilie, deren Mitglieder je nach Struktur vom Körper unterschiedlich gut aufgenommen werden. Die physiologisch wertvollste Verbindung ist Folsäure selbst.

Das B-Vitamin spielt für die Gesundheit des menschlichen Organismus eine entscheidende Rolle, da sie unter Einwirkung von Vitamin B6 und B12 bestimmte Moleküle an sich bindet und diese auf andere Substanzen überträgt. Auf diese Art und Weise erfolgt die Umwandlung des toxischen Homocysteins in die lebensnotwendige Aminosäure Methionin, die unter anderem in den Nervenstoffwechsel involviert ist.

Die Empfehlungen für die tägliche Zufuhr liegen zwischen 60 und 600 Mikrogramm Folsäure-Äquivalent. Enthalten ist das B-Vitamin sowohl in pflanzlichen Lebensmitteln wie Blattgemüsen, Spargel, Tomaten und Getreiden als auch tierischen Lebensmitteln wie Rindeleber, Thunfisch oder Weichkäse (1). Umwelteinflüsse wie Sauerstoff, Wasser und Hitze vermindern die Folsäureaktivität. Eine Bedarfsdeckung allein durch Lebensmittel, vor allem durch den häufigen Verzehr stark verarbeiteter Produkte, ist häufig nur schwer zu erreichen. Der Körper eines gesunden Menschen ist zwar in der Lage, geringe Mengen des Vitamins zu speichern, im Falle einer Unterversorgung ist jedoch nur für maximal drei bis vier Wochen ein ausreichender Folatspiegel im Blut aufrecht zu erhalten.

Vor allem Schwangere und Stillende haben einen erheblichen Mehrbedarf an Folsäure. Durch eine unzureichende Versorgung über die Nahrung können besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft erhebliche Entwicklungsstörungen und Missbildungen des Ungeborenen entstehen. Das Risiko für Neuralrohrdefekte („offener Rücken“), die oftmals mit dem Tod des Neugeborenen einhergehen, verringert sich mit einer Folatsupplementation vor und während der Schwangerschaft um 50 bis 70 Prozent. Inwiefern Homocystein für das Auftreten von Missbildungen im ersten Schwangerschaftsdrittel von Bedeutung ist, ist weiterhin Diskussionsgrundlage verschiedener Expertengremien (1).

Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut ist zumindest ein entscheidender Risikofaktor für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das giftige Stoffwechselprodukt löst atherosklerotische Gefäßveränderungen aus, die zu Herzinfarkt und Schlaganfällen führen können. Aufgrund der steigenden Homocysteinwerte mit zunehmendem Alter, ist besonders ab dem 60. bis 65. Lebensjahr auf eine ausreichende Folsäureversorgung zu achten (2).

Kürzlich veröffentliche Studien berichteten zudem über einen Zusammenhang zwischen einer Folsäureunterversorgung und Depressionen sowie Demenz. Chinesische Wissenschaftler fanden heraus, dass ältere Menschen mit hohen Homocystein- und niedrigen Folsäurewerten im Blut schlechtere Ergebnisse bei kognitiven Tests erzielten als Versuchsteilnehmer mit normalen Homocystein- und Folsäurewerten. Weitere klinische Studien auf diesem Gebiet sind notwendig, um das Ausmaß dieses Zusammenhangs näher zu beleuchten und Klarheit zu schaffen (3,4).

Vor dem Hintergrund der schlechten Folsäureversorgung ist es bei Präventionsbemühungen der Gesundheitspolitik von großer Bedeutung, die Folsäureproblematik mehr in den Fokus des öffentlichen Interesses zu rücken, um schweren Erkrankungen sowie den Konsequenzen einer Folat-Unterversorgung vorzubeugen. 4.160 Zeichen

Literatur:
1) Bässler KH, Golly I, Loew D et al.: Vitamin-Lexikon. Urban & Fischer Verlag, München, Jena, 2002, 122
2) Stanger O, Herrmann W, Pietrzik K et al.: Konsensuspapier der D.A.CH.-Liga Homocystein über den rationellen klinischen Umgang mit Homocystein, Folsäure und den B-Vitaminen bei kardiovaskulären und thrombotischen Erkrankungen – Richtlinien und Empfehlungen. Sonderdruck des Journals für Kardiologie 5/2003; 10(5):2-11
3) Reynolds EH: Folic acid, ageing, depression and dementia. British Medical Journal 2002; 324: 1512-1515
4) Feng L, Ng TP, Chuah L, Niti M, Kua EH: Homocysteine, folate, and vitamin B-12 and cognitive performance in older Chinese adults: findings from the Singapore Longitudinal Ageing Study. The American Journal of Clinical Nutrition 2006; 84: 1506-1512
5) Homepage der DGE: Aus dem Bereich „Presse“: Maßnahmen zur Verbesserung der Folatversorgung in Deutschland, Artikel vom 07.11.2006. http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=670

Hoffnungsträger intelligente Lebensmittel

Wer wünscht es sich nicht: mit Müsli und Joghurt gegen Darmkrebs vorgehen, mit Rotwein und Omega-3-Brot einem Herzinfarkt vorbeugen oder mit ACE-Getränken das Immunsystem stärken. Dies sind nur einige Beispiele für die Hoffnungsträger Lebensmittel, die mit einer gesünderen Ernährungsweise und damit mehr Lebensqualität einhergehen sollen.

Derzeit erproben Wissenschaft und Industrie „intelligente“ Lebensmittel mit speziell angereicherten Inhaltsstoffen, die die Gehirnleistung verbessern oder die Entstehung von Alzheimer verhindern sollen, kommentiert Irina Baumbach von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen.

Der Trend für neuartige Produkte zeigt eindeutig in Richtung Nahrungsmittel mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen. So diskutierten auf dem International Nutrition Symposium am 26. und 27. Oktober 2006 in Lausanne Wissenschaftler aus aller Welt über den Einfluss der Ernährung auf die Gehirnfunktion. Das Gehirn ist ein regelrechter Energiefresser, das bis zu 25 Prozent der vom Körper täglich umgesetzten Glucose verbraucht. Und dies, obwohl das Denkorgan nur zwei Prozent des Körpergewichts ausmacht, dafür aber bis zu 15 Prozent der gesamten Blutversorgung sowie 20 Prozent des benötigten Sauerstoffs für sich beansprucht.

Die Wissenschaftler sind sich vor allem in einem Punkt einig: Bestimmte Lebensmittelinhaltsstoffe könnten nicht nur die Gedächtnisleistung verbessern, sondern auch schwere Erkrankungen, wie beispielsweise Morbus Alzheimer, verhindern. Ein Grund für das Verlorengehen von Nervenzellen im Alter, so Henry Markram vom Brain and Mind Institute (BMI) an der ETH Lausanne, ist die mangelnde Energieversorgung der Neuronen. Somit ist die Ernährung ganz entscheidend und wichtig für die Bekämpfung von Demenz, ist sich auch Patrick Aebsicher, Präsident der ETH Lausanne, sicher.

Mittlerweile ist für eine Vielzahl von natürlichen Inhaltsstoffen in Lebensmitteln eine positive Wirkung auf Gehirn und Geist belegt. Neben Ginkgo-Extrakten zählen vor allem Grüntee, Heidelbeeren sowie verschiedene Kräuter dazu. Einen speziellen Schutz vor Demenz und Alzheimer bieten die in fettreichen Seefischen enthaltenen Omega-3-Fettsäuren, Getreide sowie verschiedene Gemüsesorten und Nüsse. Gift für die geistige Fitness ist dagegen eine ungesunde Ernährungsweise sowie Nikotin- und Alkoholmissbrauch und zu wenig körperliche Bewegung.

In der Zukunft spielen wohl vor allem Lebensmittel, denen spezielle Wirkstoffe zugesetzt sind, eine große Rolle für die Bevölkerung. Die gegenwärtige Gesundheits- und Ernährungssituation in Deutschland zeigt deutlich, dass der Verbraucher auf Schlemmen und Genuss nicht verzichten will und daher eher auf klassische Lebensmittel mit speziell angereicherten Substanzen zurückgreift, um damit sein Gewissen zu beruhigen, kritisierte Baumbach abschließend.

„Hochdrucktage 2006“

Bluthochdruck ist einer der wichtigsten
Risikofaktoren für die Entstehung der Gefäßverkalkung
(Arteriosklerose). Auch in den Gefäßen des Gehirns, des Auges oder
der Beine kann die Arteriosklerose zu Veränderungen führen: zu
Demenz, Netzhautveränderungen und zum Raucherbein.

Durch regelmäßige
Kontrolle des Blutdrucks lässt sich das vermeiden. Denn der ständig
überhöhte Bluthochdruck führt in den Gefäßen zu einer Schädigung der
Gefäßwände und damit zu einem verfrühten Verschleiß. Daher sind auch
schon bei jüngeren Bluthochdruckpatienten Anzeichen der
Gefäßverkalkung nachweisbar.

In und an den geschädigten Bereichen der Gefäßwände können sich
Cholesterin, Kalk und andere Bestandteile des Bluts ablagern. Die
Gefäße werden zunehmend enger und steifer. Das Blut kann nicht mehr
ungehindert fließen, so dass sowohl die Beine als auch Organe wie
Herz, Nieren und Gehirn nicht mehr mit dem lebensnotwendigen
Sauerstoff und mit Nährstoffen versorgt werden.

Offensichtlich schädigt ein erhöhter Blutdruck zunehmend auch die
Gefäße im Gehirn. Je höher der Blutdruck, desto stärker sind spätere
Gedächtnisstörungen. Untersuchungen zu diesem Thema deuten darauf
hin, dass eine rechtzeitige und effektive Senkung des Blutdrucks
mentalen Leistungsschwächen im Alter (Demenz) vorbeugen kann. Demenz
bedeutet einen Verlust kognitiver Fähigkeiten (Kognition = Vorgänge
im Gehirn, die das Erkennen ermöglichen) mit Beeinträchtigung der
sozialen oder beruflichen Leistungsfähigkeit. Der Anteil der
Demenzkranken in der Gruppe der 60-Jährigen beträgt etwa ein Prozent,
bei den 85-Jährigen zwischen 30 und 50 Prozent.

Der Augenarzt kann bei einer Augenspiegelung die Netzhaut
betrachten und Veränderungen der Gefäße feststellen. Die Blutgefäße
der Netzhaut lassen einen Schluss auf den Schweregrad eines
bestehenden Bluthochdrucks zu. Ein nicht behandelter oder schlecht
eingestellter Bluthochdruck führt im Laufe der Zeit zu
Netzhautveränderungen, die das Sehvermögen erheblich beeinträchtigen
können.

Verengungen in den Gefäßen der Beine äußern sich meist beim Gehen
als Muskelschmerz in den Waden. Beim Stehen bleiben lässt dieser
Schmerz schnell nach, flammt aber wieder auf, wenn die Bewegung
fortgesetzt wird. Um den Schmerz immer wieder zu unterbrechen,
bleiben diese Menschen häufig selbst nach kurzen Gehstrecken stehen,
weshalb man allgemein von der Schaufensterkrankheit spricht. Im
fortgeschrittenen Stadium kann es aufgrund der Unterversorgung des
Gewebes zum so genannten Raucherbein kommen.

Die schwerwiegenden Folgeerkrankungen einer Arteriosklerose
könnten in vielen Fällen verhindert werden, wenn der Verursacher –
hoher Blutdruck – rechtzeitig erkannt und behandelt würde.

„Kennen Sie Ihre Werte?“, lautet deshalb das Motto der
„Hochdrucktage 2006“. Vom 25. bis 30. September informieren in ganz
Deutschland Selbsthilfegruppen, Ärzte und Kliniken die Bevölkerung
über Bluthochdruck und seine schwerwiegenden Folgeerkrankungen.
Initiator der bundesweiten „Hochdrucktage“ ist die Deutsche
Hochdruckliga DHL® in Heidelberg. Wo und wann die örtlichen
Informationsveranstaltungen stattfinden, steht im Internet unter
www.hochdruckliga.de oder in der örtlichen Presse.