Über 67 % der deutschen Männer sind zu fett!

Zwei von drei Männern sind zu fett, aber nur jede zweite Frau – jedes siebte Kind zu dick – Gründe für das Übergewicht sind kalorienreiche Ernährung und kaum Bewegung

67,1 Prozent der Männer in Deutschland haben Übergewicht. Damit bringen sieben von zehn Männern zu viel auf die Waage. Bei Frauen liegt der Anteil bei 52,9 Prozent. Etwa 15 Prozent der Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren leiden an Übergewicht, davon 6,3 Prozent an Fettleibigkeit (Adipositas).

Wesentliche Faktoren für die Entstehung von Übergewicht sind eine zu kalorienreiche Ernährung und zu wenig Bewegung. Für die Betroffenen geht mit starkem Übergewicht häufig ein erheblicher Verlust von Lebensqualität einher, oft entstehen Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme. Das Gesundheitssystem wird jedes Jahr mit erheblichen Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten belastet.

Die Information über gesunde Ernährung und mehr Bewegung und eine Versorgung mit gesunden, vielfältigen Nahrungsangeboten in Schulkantinen, Seniorenheimen oder Kindertagesstätten ist daher wichtiger denn je. Das Bundesernährungsministerium bietet gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium im Rahmen der Initiative IN FORM vielfältige Unterstützung für Jung und Alt, für junge Familien genauso wie für Senioren.

IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung soll möglichst viele Menschen erreichen und dazu beitragen, dass Kinder und Erwachsene sich ausgewogen und vielfältig ernähren, bewusst mit Lebensmitteln umgehen und die Freude an Bewegung entdecken.

www.in-form.de

Richtig erfrischt an warmen Tagen

An sommerwarmen Tagen sehnt sich jeder nach einer gelungenen Erfrischung. Regelmäßiges Trinken ist wichtig, hält es doch den Kreislauf in Schwung und kühlt von innen. Doch nicht alles, was flüssig ist, ist ein guter Durstlöscher. Die VERBRAUCHER INITIATIVE informiert über die richtige Auswahl und Menge der Getränke sowie zu ökologischen Aspekten.

Erwachsene sollten bei warmen Temperaturen täglich mindestens zwei Liter trinken, um leistungsfähig bleiben. Auch Kinder, besonders wenn sie draußen toben und spielen, brauchen deutlich mehr Flüssigkeit als an kühlen Tagen. Wirklich erfrischend sind Getränke jedoch nur dann, wenn sie die durstigen Körperzellen schnell mit Wasser versorgen, ohne Kreislauf und Verdauung zu belasten. Empfehlenswert sind ungesüßte, alkohol- und koffeinfreie Getränke, die Zimmertemperatur haben. „Zuckerreiche Limonaden oder Fruchtsaftgetränke machen eher Durst, als dass sie ihn löschen. Alkoholisches entzieht dem Körper Wasser und belastet den Kreislauf ebenso wie größere Mengen koffeinhaltiger Getränke. Und Eisgekühltes regt den Organismus zur Wärmeproduktion an“, erläutert Alexandra Borchard-Becker, Fachreferentin bei der VERBRAUCHER INITIATIVE.

Die idealen Durstlöscher sind Wasser sowie zuckerfreie Kräuter- und Früchtetees. Sie können leicht geschmacklich aufgepeppt werden. Ein kleiner Schuss exotischer Fruchtsaft, einige Scheiben unbehandelter Zitronen, Limetten oder Orangen oder ein paar Minzeblätter geben schlichtem Wasser sommerlichen Pfiff. Auch simple Tees erhalten durch Eiswürfel aus Fruchtsaft oder eisgekühlte Zitrusfruchtscheiben Cocktailcharakter. Eistees aus schwarzem oder grünem Tee haben zudem eine leicht kreislaufanregende Wirkung, liefern aber deutlich weniger Zucker als etwa eine Cola.

Das günstigste und ressourcenfreundlichste Erfrischungsgetränk ist ein großes Glas Leitungswasser, denn abgefülltes Wasser belastet die Umwelt wegen des Transports und der Verpackung. Trinkwasser ist in allen Teilen Deutschlands in guter Qualität zu haben. Schwermetalle oder Verunreinigungen können auftreten, wenn die Wasserleitungen im Haus veraltet sind. Wer sicher gehen will, kann sein Trinkwasser testen lassen, z. B. bei Gesundheitsbehörden. Bei den Getränkeverpackungen schneiden Mehrwegflaschen aus Glas oder PET von Abfüllern aus der Region ökologisch am besten ab. Beachten sollte man, dass „Pfand“ nicht dasselbe ist wie „Mehrweg“. Fehlt der Mehrweg-Hinweis, handelt es sich beim Pfandgut um Einwegware, die nach dem Zurückgeben erst einmal Abfall ist.

Mehr Informationen rund um Wasser, seinen Gesundheitswert und zu ökologischen Aspekten bietet das Themenheft „Wasser & Co.“ Das Heft „Getränke“ informiert über Leitungs- und Mineralwasser sowie über Säfte, Kaffee und Tee. Die beiden 24-seitigen Broschüren können für jeweils 4,00 Euro (inkl. Versand) unter www.verbraucher.com
bestellt bzw. für 2,50 Euro heruntergeladen werden. Hintergrundinformationen zu ökologisch vorteilhaften Getränkeverpackungen finden interessierte Verbraucher unter www.verpackungsbarometer.de

Stiftung Warentest: Reisekoffer

Jeder zweite Griff der getesteten Reisekoffer enthält Schadstoffe. Vier sind sogar sehr stark belastet, darunter zwei Modelle des Branchenriesen Samsonite. Die meisten Koffer sind zudem nicht wasserdicht. Für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift test hat die Stiftung Warentest 17 Hart- und Weichschalenkoffer geprüft und nur drei mit „Gut“ bewertet.

Der Tragegriff des American Tourister Tokyo Chic steckt dermaßen voller Schadstoffe, dass eine Reise zum Gesundheitsrisiko werden kann. Mit dem Ergebnis konfrontiert, erklärt Samsonite, das Modell vom Markt zu nehmen. Restbestände werden aber noch verkauft. Drei weitere Koffer sind ebenfalls stark mit Schadstoffen belastet. Darunter auch der Travelite Elbe One, der K-Classic von Kaufland sowie der teuerste im Test, der Samsonite Cubelite für 370 Euro. Bei den Schadstoffen handelt es sich um gefährliche Phthalat-Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Enthält ein Griff zum Beispiel mehr als 10 Milligramm PAK pro Kilogramm Kunststoff vergaben die Tester ein „Mangelhaft“. Im Tragegriff des American Tourister fanden sie sogar 18.000 Milligramm PAK pro Kilogramm Kunststoff. Beim Anfassen der Griffe können die Stoffe über die Haut in den Körper gelangen. Im schlimmsten Fall können sie Krebs erzeugen, das Erbgut verändern, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen.

Ein guter Koffer muss auch mal einen Regenguss aushalten, doch nur einer ist wirklich wasserdicht. Bei allen anderen dringt mehr oder weniger Wasser ein, über die Öffnungen der Teleskopgriffe oder die Reisverschlüsse. Bei der Haltbarkeit gab es keine Kritik: Die Dauertests für Räder, Riemen und Griffe haben alle tadellos bestanden. Nähte, Reißverschlüsse und Schlösser halten ebenfalls. Auch beim Falltest erweisen sich die meisten Koffer als stabil.

Gourmet Report mag die Koffer von Tumi und Briggs & Riley, weil sie sehr stabil sind und Jahrzehnte halten (zumindestens die alten Tumis)

Küchenkräuter im Test

Küchenkräuter enthalten in der Regel kaum Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Das ist das Resultat einer Untersuchung der Stiftung Warentest. Die Lebensmitteltester prüften 47 Kräuter im Topf, tiefgefroren und geschnitten verpackt auf insgesamt 500 Pflanzenschutzmittel. Im Fokus standen Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Rosmarin, Koriander und Minze. Erfreulicherweise waren die meisten Kräuter gar nicht oder nur gering mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln verunreinigt, wobei Schnittlauch die besten Noten bekam.

Bei einer frischen Minze aus Vietnam hingegen wurden die gesetzlich festgelegten Grenzwerte überschritten. Dieses Produkt aus einem asiatischen Supermarkt hätte nicht verkauft werden dürfen. Eine Petersilie aus Deutschland im Topf und ein geschnittenes Basilikum aus Spanien waren „deutlich belastet“. Das bedeutet, mindestens ein Pestizid schöpfte mehr als die Hälfte des zulässigen Höchstgehalts aus. Bis auf diese Ausnahmen wurden bei Basilikum und Petersilie aber kaum Verunreinigungen festgestellt. Beim Rosmarin im Topf fanden die Tester in zwei Erzeugnissen deutliche Kupferrückstände. Kupfer kann von Natur aus in höheren Gehalten im Boden vorkommen, aber auch gegen Pilzbefall gespritzt worden sein.

Bei insgesamt 17 Küchenkräutern wurden Mehrfachrückstände nachgewiesen, bis zu sieben Pestizide in einer Probe – meist in geringen Mengen. Die acht Bioprodukte im Test waren deutlich geringer belastet als konventionelle Ware und jedes zweite ökologische Kraut enthielt sogar überhaupt keine Rückstände.
Die meisten Kräuter im Test kamen aus Deutschland. Topfpflanzen werden meist in Gewächshäusern produziert. Schnittware stammt in der Regel vom Feld und wird daher im Winter meist importiert. Frische Kräuter sind am intensiven Duft, am satten Grün und den festen Stängeln zu erkennen. Kräuter im Topf gehören auf die Fensterbank und müssen regelmäßig gegossen werden. Schnittware hält sich in Gefrierbeuteln im Gemüsefach des Kühlschranks drei bis vier Tage.
Heike Kreutz, www.aid.de

ÖKO-TEST: Pestizide in Lebensmitteln

Unkrautvernichtungs- und Insektenmittel als Beilage
Obst und Gemüse abseits der großen Warenströme, wie Weinblätter, Linsen oder exotische Früchte, sind oftmals stark mit Pestiziden belastet, warnt ÖKO-TEST. Das Verbrauchermagazin fand in 14 der 56 untersuchten Produkte Rückstände über den Höchstmengen. Elf davon hätten gar nicht verkauft werden dürfen.

Die untersuchten Produkte enthielten nicht nur bis zu 22 unterschiedliche Pestizide pro Probe. Auch wurden die erlaubten Höchstmengen von bis zu elf Pestiziden überschritten – pro Probe. Zwei Weiblätter wiesen stark erhöhte Kupfermengen auf, in einer Marke lag der Kupfergehalt sogar über der gesetzlichen Höchstmenge. Kupfer schädigt die Umwelt, denn es reichert sich im Boden an und vergiftet Mikroorganismen und andere im Boden lebende Tiere. Beim Menschen kann eine Überdosis zu Leberschäden führen.

Schockierend sind auch die Untersuchungsergebnisse einer brasilianischen Feigenprobe, in der ein überhöhter Rückstand des Reifungsmittels Ethephon steckt. Das Spritzmittel gilt als nervenschädigend, ebenso wie das Insektenmittel Deltamethrin, das das Labor in Cherry-Tomaten aus dem Senegal in einem relativ hohen Gehalt gefunden hat. Isst ein Kind 150 g von diesen Tomaten, ist auch hier ein akutes Gesundheitsrisiko nicht auszuschließen.

Negativ aufgefallen sind auch Linsen aus der Türkei, Italien und Spanien sowie Limetten aus Mexiko und Chilischoten aus Uganda. Doch es gibt auch gute Nachrichten für Exoten: Prinzessbohnen, Zuckererbsen, Papayas, Mangos und Ananas waren gar nicht oder nur sehr gering belastet. ÖKO-TEST empfiehlt Verbrauchern, besser Bio-Ware zu kaufen, um auf der sicheren Seite zu sein. Ansonsten sollte man das frische Obst und Gemüse gründlich waschen und gegebenenfalls schälen. Auch durch das Garen von Gemüse werden Pestizide teilweise zerstört.

Das ÖKO-TEST-Magazin Mai 2012 gibt es seit dem 27. April 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Sexspielzeug

Wer ein schadstofffreies Sexspielzeug kaufen will, sollte sich nicht am Preis orientieren. Denn hochpreisig heißt nicht immer gut, wie eine neue Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt. Gerade die teuren Sex-Toys haben es derart in sich, dass von ihnen abzuraten ist.

In einigen Luxus-Geräten entdeckte das Labor etwa Dibutylzinn, eine Substanz, die als fortpflanzungsgefährdend und fruchtschädigend eingestuft ist. Außerdem stecken in allen untersuchten Modellen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, von denen etliche Verbindungen als krebserregend eingestuft sind. Auch die Latexprodukte sind hoch belastet. Beide Latexspielsachen im Test enthalten nitrosamierbare Amine. Diese können in Nitrosamine umgewandelt werden, welche (wiederum) schon in kleinsten Mengen krebserregend sind. In einem anderen Produkt stecken Latexproteine, die Allergien auslösen können.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2012 gibt es seit dem 30. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Rucola

Ab dem 1. April 2012 sind erstmals Höchstwerte für Nitrat in Rucola gesetzlich vorgeschrieben. Das geht aus einer europäischen Verordnung hervor. So darf 1 kg Rucola, das in den Wintermonaten geerntet wird, nicht mehr als 7.000 mg Nitrat enthalten. Bei im Sommer geerntetem Rucola gilt ein Höchstwert von 6.000 mg, da durch die vermehrte Lichteinstrahlung geringere Nitratgehalte erreicht werden können. Bei anderen Salaten und Spinat wurden bereits bestehende Grenzwerte für Nitrat heraufgesetzt, da sie trotz guter landwirtschaftlicher Praxis in einigen Regionen kaum eingehalten werden konnten. Für das Vorkommen des Schadstoffs sind Klima und Lichtverhältnisse ausschlaggebend, auf die der Erzeuger keinen Einfluss hat.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) kam zu dem Schluss, dass Gesundheitsgefahren durch die etwas höheren Nitratmengen unwahrscheinlich sind und die positiven Wirkungen des Gemüseverzehrs überwiegen. Seit Ende Dezember 2011 darf frischer Spinat ganzjährig höchstens 3.500 mg Nitrat pro kg enthalten. Bei frischem Salat unter Glas oder Folie sind es im Winter 5.000 mg und im Sommer 4.000 mg pro kg, während im Freiland die Grenzwerte bei 4.000 beziehungsweise 3.000 mg Nitrat pro kg liegen. Die Nitrataufnahme lässt sich verringern, indem man Salate mit weniger nitratreichen Gemüsesorten wie Paprika, Gurken und Tomaten mischt. Freilandware und Öko-Produkte sind in der Regel geringer belastet.
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Hähnchenfleisch mit Keimen belastet

Erneut ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastetes Hähnchenfleisch gefunden worden. Nach Mitteilung des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) waren zehn von zwanzig Hähnchenfleischproben aus Supermärkten und Discountern mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Die Haltungsbedingungen in großen Tierhaltungsanlagen und der systematische Einsatz von Antibiotika in der Geflügelhaltung werden als Hauptursachen genannt.

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stuft den massiven Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung als bedenklich ein. Die BUND-Funde seien nichts Neues, sie bestätigten im Rahmen des Zoonosen-Monitorings 2009 erhobene Daten zur Resistenzsituation von Zoonoseerregern und anderen Keimen. Das BfR begrüßt das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vorgelegte Maßnahmenpaket zur Verminderung des Antibiotikaeinsatzes in der Tierhaltung; der BUND hält es für nicht weitreichend genug.
Bis das Maßnahmenpaket greift und solange sich die Haltungsbedingungen für Masthähnchen nicht wesentlich ändern, bleibt Verbrauchern, die weiterhin Hähnchenfleisch essen möchten nur, sich an strenge Hygieneregeln zu halten. So können sie das Risiko verringern, sich mit Keimen zu infizieren, die über das Geflügelfleisch übertragen werden.

Praktische Tipps:
Beim Einkauf von tiefgekühltem Hähnchenfleisch darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Das heißt, die Ware sollte in einer Kühltasche möglichst umgehend nach Hause gebracht und dort bis zur Verarbeitung gekühlt aufbewahrt werden.
Tiefgekühltes Hähnchenfleisch ohne Verpackung im Kühlschrank auftauen lassen und das Auftauwasser entsorgen.
Das Fleisch unter fließendem Wasser abspülen, mit einem „Einwegtuch“ abtupfen. Verpackung, Auftauwasser und Tuch sorgfältig entsorgen.
Alle Arbeitsgeräte, die mit dem Fleisch in Kontakt kommen, sofort mit heißem Wasser spülen und niemals für die Verarbeitung anderer Lebensmittel verwenden. Also: Nicht mit dem Messer erst das Fleisch und dann Gemüse schneiden. Auch das Schneidebrett nicht für andere Arbeitsgänge verwenden, sondern sofort heiß abspülen und waschen.
> Das Fleisch bei gleichmäßiger Temperatur durchgaren bis der austretende Fleischsaft klar ist. Erst bei über 70 Grad Celsicus für mindestens zwei Minuten werden Keime ausreichend abgetötet.
Und: Hände waschen nicht vergessen.
Renate Kessen, www.aid.de

Hähnchenfleisch mit antibiotikaresistenten Keimen belastet

Handel muss Kunden vor Erregern schützen und Risiko-Produkte aus den Regalen verbannen. Bundesagrarministerin Aigner muss industrielle Tierhaltung zurückdrängen

Hähnchenfleisch aus deutschen Supermärkten und Discountern ist zu großen Teilen mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Auf zehn von 20 in Berlin, Hamburg, Köln, Nürnberg und in der Region um Stuttgart gekauften Fleischproben hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ESBL-Keime gefunden, zwei Proben waren mit MRSA-Keimen belastet. Die Keime entstehen, weil in der industriellen Tierhaltung systematisch große Mengen Antibiotika eingesetzt werden. ESBL-produzierende Darmkeime (Extended Spectrum Beta-Lactamase) und MRSA-Keime (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus) können bei anfälligen Menschen zu schweren Erkrankungen bis hin zu Todesfällen führen. Antibiotikaresistenzen sind deshalb so gefährlich, weil in der Humanmedizin verabreichte Antibiotika ohne Wirkung bleiben können.

ESBL-belastet waren drei Proben des Hähnchenlieferanten „Wiesenhof“, gekauft bei Edeka in Berlin, Netto in Köln und Lidl in der Stuttgarter Region. Drei Proben des Lieferanten „Sprehe“ wiesen ebenfalls ESBL-Keime auf, gekauft wurden sie bei Rewe in Köln bzw. bei Edeka in Nürnberg. Eine weitere Hähnchenfleischprobe von „Sprehe“, gekauft bei Rewe in Hamburg, enthielt MRSA-Keime. Vier Proben von „Stolle“, zwei davon gekauft bei Penny in Berlin und zwei bei Netto in Hamburg wiesen ESBL-Keime auf, eine der bei Netto in Hamburg gekauften Proben enthielt außerdem MRSA-Keime.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: „Jede zweite Hähnchenfleisch-Probe aus deutschen Supermärkten ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet. Das ist die erschreckende Folge des fortgesetzten Antibiotika-Missbrauchs. Dieser ist nicht nur dafür verantwortlich, dass wichtige Medikamente ihre lebensrettende Wirkung verlieren können. Das Ausmaß der Kontamination von Lebensmitteln mit Krankenhauskeimen ist ein deutliches Warnsignal vor den Kollateralschäden der industriellen Tierhaltung.“

Eine immer größere Zahl von Nutztieren auf zu wenig Platz zu halten, sei nur unter Einsatz großer Mengen von Antibiotika möglich. „Bundesagrarministerin Ilse Aigner muss handeln. Die industrielle Tierhaltung muss endlich zurückgedrängt werden“, sagte Weiger. Subventionen für die industrielle Fleischerzeugung müssten abgeschafft und die Haltungsbedingungen für Nutztiere entscheidend verbessert werden.

Weiger rief die Handelsketten und Supermärkte auf, mit Keimen belastetes Fleisch aus den Regalen zu verbannen. Von ihren Fleischlieferanten sollten sie verlangen, dass diese umgehend zu Tierhaltungsformen ohne Antibiotika-Missbrauch wechseln. Als Beispiele für umwelt- und tiergerechte Haltungsformen nannte Weiger die Fleischerzeugung in Betrieben der ökologischen Landwirtschaft und in Neulandbetrieben.

Die BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning forderte von Aigner, umfassende Daten über die Keim-Belastung von Lebensmitteln zu erheben und offenzulegen. „Hähnchen, Hühner, Schweine und Kälber leiden millionenfach unter inakzeptablen Haltungsbedingungen und erkranken daran. Bekämen sie keine Antibiotika verabreicht, würden sie in vielen Fällen nicht bis zum Schlachten durchhalten. Selbst gesunde Tiere bekommen die Antibiotika, weil in der industriellen Tierhaltung in der Regel ganze Tierbestände damit behandelt werden“, sagte Benning.

Die Bundesregierung müsse dem Beispiel der Niederlande und Dänemarks folgen und verbindliche Pläne zur Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes aufstellen. Selbstverpflichtungen aus der Fleischwirtschaft könnten eine solche Maßnahme nicht ersetzen. Der BUND kündigte an, gemeinsam mit anderen Organisationen bei einer Großdemonstration am 21. Januar anlässlich der Grünen Woche in Berlin unter dem Motto „Wir haben es satt – Bauernhöfe statt Agrarindustrie!“ für Reformen in der Agrarpolitik auf die Straße zu gehen.

Die BUND-Analyse zu antibiotikaresistenten Keimen in Hähnchenfleisch finden Sie als pdf zum Download unter: www.bund.net/antibiotika-resistenzen

Unter www.bund.net/das-haben-wir-satt können Verbraucherinnen und Verbraucher Handelsketten dazu aufrufen, belastetes Fleisch aus den Regalen zu nehmen.

Trinken ist nicht gleich Trinken

Dass zu einer ausgewogenen Ernährung auch genügend Getränke gehören, weiß inzwischen jeder. Etwa zwei Liter pro Tag sollten es sein, jetzt im Sommer oder bei körperlicher Tätigkeit auch mehr. Wer zu wenig trinkt, belastet seinen Kreislauf: Die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit nehmen ab. Verspürt man Durst, ist es meist schon zu spät. Flüssigkeit sollte man über den ganzen Tag verteilt zu sich nehmen. Doch nicht nur die Quantität, auch die Qualität ist entscheidend.
Bionade hat verschiedene Fakten zum guten Trinken zusammengestellt, mit denen Durstige noch besser beraten sind. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Fakt Nr. 1: Gutes Trinken kann die Mineralstoffzufuhr optimieren
Es lohnt sich, auch bei der Getränkewahl auf Mineralstoffwerte zu achten. Mineralstoffe können vom Organismus nicht selbst hergestellt werden. Es ist daher lebensnotwendig, diese Nährstoffe über die Getränke und Speisen aufzunehmen. Zu den wichtigsten Mineralstoffen gehören Kalzium und Magnesium. Erwachsene sollten täglich 1000 mg Kalzium und 300-350 mg Magnesium aufnehmen (Quelle: DGE). Ist dies nicht der Fall, baut der Körper z. B. das in Zähnen und Knochen befindliche Kalzium ab. Dort befinden sich 99 Prozent des Gesamtvorrates. Wer zwischendurch zum Durstlöscher Wasser mal eine Getränkevariante mit Geschmack sucht, findet in Bionade eine leckere Alternative. Das natürlich gebraute Getränk erfrischt nicht nur, sondern es enthält auch einige Mineralstoffe: Pro Liter sind es 200 mg Kalzium und 100 mg Magnesium.

Fakt Nr. 2: Guten Geschmack gibt’s auch mit wenig Zucker
Zucker ist in vielen alkoholfreien Getränken zu finden – nicht nur in Limonaden und Cola, sondern auch in Fruchtsaftgetränken und Saft. Da wir in der Regel täglich bereits zu viel Zucker aufnehmen, ist es umso wichtiger, auf den Zuckergehalt zu achten. Diese Süße führt zu dem Energiegehalt der Getränke und erhöht außerdem das Kariesrisiko, führt zu einer erhöhten Insulinausschüttung und in Folge zur Produktion des Stresshormons Adrenalin. Ferner lagert sie sich, falls nicht verbraucht, als Fett im Körper ab. Wie gut, dass Bionade weniger Zucker als andere Limonaden enthält. Bei ihrem speziellen Herstellungsprozess, der Fermentation, entsteht die schwache Gluconsäure. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes dieser Säure benötigt Bionade eine geringere Menge des weißen Kristalls im Vergleich zu gängigen, zuckerhaltigen Limonaden, die die wesentlich aggressivere Zitronen- oder Phosphorsäure enthalten. So weisen 100 ml der Sorte Bionade Holunder nur fünf Gramm Zucker auf. Eben genauso viel, dass es schmeckt – aber deutlich weniger, als herkömmliche Limos. Denn diese Limonaden weisen per Definition mindestens sieben Gramm auf 100 ml auf – oder sogar erheblich mehr. Für Sportler ist die Zusammensetzung bei Bionade übrigens ein Pluspunkt: Getränke mit niedrigem Zuckergehalt sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigt und die Insulinausschüttung geringer ist. So ist Bionade eine leckere und erfrischende Getränkealternative für Zwischendurch, ohne dass der Konsument durch ihren Genuss direkt alle Grundsätze des guten Trinkens zu vernachlässigt.