ÖKO-TEST Feldsalat

Gefährliches Grün

In der aktuellen Januar-Ausgabe wollte ÖKO-TEST wissen, wie stark Feldsalat mit Pestiziden und anderen Schadstoffen belastet ist. Die Labore fanden in einigen Proben verschiedene Spritzgifte, teilweise waren besonders gefährliche Stoffe darunter. Bei manchen Salaten wurden zudem erhöhte Nitratwerte und bedenkliche Chlorverbindungen analysiert.

Das Verbrauchermagazin hat je drei Feldsalat-Proben von elf Lebensmittelgeschäften ins Labor geschickt. Ziel war es nicht nur, einzelne Salate zu testen, sondern auch zu prüfen, mit welcher durchschnittlichen Qualität Kunden in den einzelnen Supermärkten, Discountern und Bio-Läden rechnen können. Die Gesamtnote „sehr gut“ kann ÖKO-TEST nur ein einziges Mal attestieren: für die Proben eines Bio-Händlers.

Ausnahmslos alle konventionellen Handelsketten haben aber Probleme mit besonders gefährlichen Pestiziden wie etwa dem Pilzbekämpfungsmittel Iprodion, das als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft ist. Leider ist auch Bio nicht ganz ohne: Vier von sechs Bio-Feldsalaten enthalten das bienengiftige Insektenbekämpfungsmittel Spinosad.

Weitere Kritikpunkte bei den Feldsalaten sind unter anderem die zu hohen Nitratwerte und Perchlorat. Letzteres hemmt die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse. Nitrat ist zwar relativ unbedenklich, kann im Körper aber zu Nitrit umgebaut werden, was die Bildung krebserregender Nitrosamine begünstigt.

Das ÖKO-TEST-Magazin Januar 2017 gibt es seit dem 29. Dezember 2016 im Zeitschriftenhandel.

ÖKO-TEST Donuts

Do nut eat: Zu den Schlechtesten unter den Schlechten gehören die Donuts von McDonald‘s.

Donuts sind zwar Homer Simpsons Lieblingsspeise, doch alle anderen sollten besser die Finger von ihnen lassen. Denn die Hefekringel stecken voller Schadstoffe, wie eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt. Das Verbrauchermagazin kritisiert unter anderem die hohen Gehalte an Fettschadstoffen, die durch den Einsatz von Palmöl in die Donuts gelangen und als besonders gefährlich gelten. Dazu sind alle getesteten Produkte mit Mineralöl belastet.

ÖKO-TEST hat 15 Kringel von Donutketten, Backshops sowie aus den Tiefkühltruhen verschiedener Märkte ins Labor geschickt. Das Ergebnis: Alle Marken sind mit „ungenügend“ durchgerasselt. Der Grund für diese Abwertung liegt zum einen an den Fettschadstoffen. Donuts werden bevorzugt in heißem Palmöl ausgebacken. Das hat zwar den Vorteil, dass dieses Fett frei von ungesunden Transfettsäuren ist. Doch der Rohstoff aus den Früchten der Ölpalme ist oftmals sehr stark mit Glycidyl-Fettsäureestern belastet. Diese Fettschadstoffe werden als erbgutschädigend und möglicherweise krebserregend eingestuft, schon kleine Mengen können die DNA schädigen.

Ein anderer Grund für die schlechte ÖKO-TEST-Bewertung ist Mineralöl. Dieses kann sich im Körper anreichern und hat im Tierversuch Organe geschädigt. Vermutlich sind diese Schadstoffe aus den Verpackungen oder durch den Produktionsprozess auf die Donuts übergegangen.

Dazu kommen noch weitere Kritikpunkte: Fünf Donuts im Test waren nicht mehr frisch. Mehrere Hersteller setzen Aromen und umstrittene Phosphate ein. Keine Überraschung sind die hohen Fett- und Zuckergehalte der meisten Donuts.

Das ÖKO-TEST-Magazin Oktober 2016 gibt es aktuell im Zeitschriftenhandel.

ÖKO-TEST Rooibos-Tee

Unkraut vergeht nicht

Rooibostee gilt als lecker und gesund. Das ist er jedoch nicht unbedingt, wie eine aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt. Denn viele Tees sind erheblich mit giftigen Pflanzenstoffen belastet. Gut zwei Drittel der von ÖKO-TEST untersuchten Tees schießen deutlich über den Zielwert des Bundesinstituts für Risikobewertung hinaus. Einziger Lichtblick sind drei Bio-Tees.

Das südafrikanische Nationalgetränk Rotbuschtee schmeckt mild und enthält kein Koffein. Deshalb wird er oft am Abend oder von Familien mit Kindern getrunken. Leider sind die Tees erheblich mit Pyrrolizidinalkaloiden (PA) belastet, wie ein neuer Test in der August-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins zeigt. Pflanzen bilden diese Stoffe zum Schutz vor Fraßfeinden. Doch bestimmte PA gelten – bereits in sehr kleinen Mengen – als leberschädigend und krebserregend. Mittlerweile ist bekannt, dass sie nicht aus den Teepflanzen selbst stammen, sondern durch mitgeerntete PA-haltige Unkräuter eingetragen werden. Das lässt sich nur verhindern, indem die unerwünschten Pflanzen von Anfang an beseitigt werden. Dafür sind aber Schulungen der Arbeiter unerlässlich.

Dass diese Strategie derzeit nicht funktioniert, zeigen die Testergebnisse von ÖKO-TEST: 19 der insgesamt 22 untersuchten Rooibos-Tees haben einen erhöhten Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden und überschreiten den Zielwert, den das Bundesinstitut für Risikobewertung festgelegt hat, um das bis zu 35-Fache. Lediglich drei Bio-Tees sind empfehlenswert, weil sie nur Spuren von PA aufweisen. Damit zeigen sie, dass es durchaus möglich ist, Rotbuschtee mit geringerer Pflanzengiftbelastung herzustellen.

Das ÖKO-TEST-Magazin August 2016 gibt es im Zeitschriftenhandel.

Mineralöle in Lebensmitteln

Lebensmittel wie Cornflakes, Grieß oder Reis sind häufig mit riskanten Mineralölrückständen belastet – das hatte Ende Oktober eine von der Verbraucherorganisation foodwatch veröffentlichte Laboranalyse belegt. Jetzt hat ein erster Hersteller auf den Test reagiert: Der Cerealienproduzent Hahne kündigte gegenüber Medien an, durch eine neue Verpackung Mineralölrückstände künftig zu verhindern. foodwatch hatte in den Haferflocken des Unternehmens aus Löhne in Nordrhein-Westfalen aromatische Mineralöle gefunden, die von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA als potenziell krebserregend und erbgutverändernd beschrieben werden. Solche Rückstände stammen häufig aus den in Verpackungen oder Umverpackungen aus Altpapier enthaltenen Druckfarben. Um den Übergang auf die Lebensmittel zu verhindern, „will der Hersteller künftig eine Mineralölbarriere einsetzen“, heißt es auf der ZDF-Seite heute.de unter Berufung auf Hahne. Das Unternehmen war für foodwatch bislang für eine Bestätigung nicht zu erreichen.

In einer umfangreichen Laboranalyse hatte foodwatch insgesamt 120 Produkte aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden testen lassen. 43 Prozent davon enthielten aromatische Mineralöle, in Deutschland war jedes fünfte getestete Lebensmittel (9 von 42 Produkten) belastet – darunter die Cornflakes von Kellogg’s, der Spitzen-Langkornreis von reis-fit und der Bio-Weichweizengrieß von Rewe.

Nach foodwatch-Informationen haben einige Unternehmen in Reaktion auf die Veröffentlichung eigene Labortests in Auftrag gegeben. Wirksame Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit ihrer Kundinnen und Kunden hat bislang jedoch lediglich Hahne angekündigt. Die Firma Kellogg’s verwies nach Angaben von heute.de darauf, „dass für all ihre Produkte die Vorschriften eingehalten und auch zukünftige mögliche Richtlinien erfüllen würden“.

foodwatch warnte vor dem Verzehr der Kellogg’s Cornflakes. „Kellogg’s mutet Kindern und Erwachsenen erhebliche Gesundheitsgefahren durch krebserregende und erbgutverändernde Mineralölbestandteile zu. Statt konsequent solche Substanzen aus den Produkten herauszuhalten, verschanzt sich das Unternehmen hinter fehlenden gesetzlichen Vorgaben“, kritisierte Luise Molling von foodwatch. „Wenn selbst ein führender Markenhersteller nicht aus eigenem Antrieb dem Gesundheitsschutz die höchste Priorität einräumt, zeigt dies: Wir brauchen dringend gesetzliche Vorgaben, um das Problem der Mineralölrückstände endlich zu lösen.“

foodwatch hat die Europäische Kommission aufgefordert, sogenannte „funktionelle Barrieren“ für alle Lebensmittelverpackungen aus Papier vorzuschreiben sowie erstmals Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln zu erlassen. Wissenschaftler sind sich einig, dass ohne wirksame Barriereschicht sowohl Mineralöle als auch bis zu 250 weitere potenziell riskante, aber größtenteils noch unerforschte Substanzen aus Recyclingverpackungen oder Umverpackungen in die Produkte übergehen. Gleichzeitig sind Lebensmittel immer wieder auch mit Mineralölen aus anderen Quellen – zum Beispiel durch die bei Produktion und Ernte eingesetzten Schmierstoffe oder Hydrauliköle – belastet. Beide Problematiken könnten durch die gleichzeitige Vorgabe von verpflichtenden Barriereschichten in den Verpackungen sowie strikten Grenzwerten in den Produkten gelöst werden.

Mit einer E-Mail-Aktion unter www.mineraloel-aktion.foodwatch.de können Verbraucherinnen und Verbraucher EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis auffordern, tätig zu werden. Bis eine EU-weite Regelung verabschiedet ist, forderte foodwatch die Bundesregierung auf, unverzüglich entsprechende nationale Gesetze zu erlassen.

Stiftung Warentest: Grüner Tee

Keiner von 25 Tees ist frei von Schadstoffen

Ob lose, in Beuteln oder Kapseln – keiner von 25 grünen Tees im Test ist frei von Schadstoffen. Sieben sind so stark belastet, dass sie „mangelhaft“ abschneiden, sieben weitere sind „ausreichend“. Für Teetrinker lässt sich ein Gesundheitsrisiko bei einigen Schadstoffen nicht ausschließen. Fünf Produkte im Test sind nur sehr gering belastet. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, für die sie 25 grüne Tees auf deren Schadstoffbelastung untersucht hat.

Besonders auffällig sind die potenziell krebserregenden Substanzen Pyrrolizidinalkaloide und Anthrachinon. Einen gesetzlichen Grenzwert für Pyrrolizidinalkaloide gibt es nicht, aber eine Tageszufuhr, die als wenig bedenklich gilt. So sollte ein 60 kg schwerer Erwachsener langfristig nicht mehr als 0,42 Mikrogramm täglich aufnehmen. Bei sechs Produkten im Test wird dieser Wert schon mit einer beziehungsweise zwei Tassen täglich überschritten. Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht. Ein Risiko lässt sich aber nicht ausschließen, wenn Teetrinker dauerhaft hochbelastete Produkte trinken. Alle Tees im Test sind mit Anthrachinon belastet. Den gesetzlich festgelegten Höchstgehalt überschreitet kein Produkt. Tee sollte dennoch so wenig wie möglich davon enthalten.

Vier der fünf „guten“ Grüntees sind Bioprodukte. Zwei weitere Bio-Tees schneiden „befriedigend“ ab, drei „ausreichend“. Einer der schlechtesten Tees im Schadstofftest ist ein loser Tee aus dem Asia-Laden. Die Tester fanden von einem Pestizid höhere Rückstände als zulässig. Der Tee hätte nicht verkauft werden dürfen.

Der ausführliche Schadstofftest Grüner Tee erscheint in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift test oder unter www.test.de/tee abrufbar.

Laugengebäck teils mit Aluminium belastet

Betroffene Bäcker und Gesundheitsministerium setzen Maßnahmen

Schon lange wird über einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium und dem Auftreten von Alzheimer oder der Entstehung von Brustkrebs spekuliert. Auch wenn es bisher an gesicherten Studien mangelt, ist man sich über eines einig: Je weniger Aluminium der Körper aufnimmt, desto besser. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat nun mit Laugengebäck ein Lebensmittel unter die Lupe genommen, das aufgrund der Herstellungsweise sehr leicht höhere Aluminiumwerte aufweisen kann. Die in der KONSUMENT-Septemberausgabe veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Sechs von 24 untersuchten Proben, die anonym bei großen Bäckereiketten und in Backwarenabteilungen des Handels gezogen wurden, waren mit Aluminium belastet. Zwei Drittel der Proben waren in Ordnung, bei zwei Herstellern wurde ein erhöhter Wert festgestellt. In einem extremen Fall lag der gemessene Wert 20-fach über den Empfehlungen des deutschen Bundesinstituts für Risikoforschung (BfR). Zwar bedeutet dieser Wert laut österreichischer Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) keine unmittelbare Gefährdung. Dennoch ist Handlungsbedarf gegeben.

Problematik leicht zu vermeiden
„Aluminium steckt von Natur aus in vielen Lebensmitteln, aber auch in Verpackungen, Kosmetika und einigen Arzneimitteln. Umso unnötiger ist es, wenn Lebensmittel noch zusätzlich mit Aluminium belastet werden, dies aber leicht verhindert werden könnte“, so VKI-Ernährungswissenschafterin Katrin Mittl. „Wird Laugengebäck auf Aluminiumblechen gebacken kann die Natronlauge, welche für die charakteristische Färbung und den Geschmack des Gebäcks sorgt, das Metall aus den Blechen herauslösen. Mit der Verwendung von beschichteten Aluminiumblechen oder besser noch Blechen aus Edelstahl oder Stahlblech wäre dieses Problem beseitigt.“

Alu-Höchstwert in Bayern
In Bayern gibt es aufgrund dieser Problematik seit 1999 einen Grenzwert für den Verwaltungsvollzug von 10mg Aluminium pro Kilogramm Laugengebäck (bezogen auf das Frischgewicht). Backwaren, die über diesem Höchstwert liegen, gelten als nicht für den Verzehr geeignet. Anders als in Bayern gibt es EU-weit und damit auch in Österreich keinen Grenzwert, obwohl das BfR bereits seit 2002 maximal 10 mg/kg empfiehlt. Zum Vergleich: Der höchste gemessene Wert im VKI-Test lag bei 214 mg/kg. Zwei Drittel der Proben lagen aber auch immerhin bei einem guten Wert von unter 5mg/kg. Alle genannten Werte beziehen sich auf das Frischgewicht.

Reaktionen auf Test
Die betroffenen Bäckereien (insbesondere Schwarz und Der Mann) haben umgehend auf die Ergebnisse des Tests reagiert und die Produktion umgestellt bzw. die Kontrollmaßnahmen verschärft. Das Gesundheitsministerium erarbeitet bereits seit einiger Zeit eine Leitlinie zur Herstellung von Laugengebäck. Als Reaktion auf den Test wird fürs Erste zudem eine Aussendung des Ministeriums an alle österreichischen Bäcker erfolgen. Darin wird auch nochmals auf jene im österreichischen Codex für Gebrauchsgegenstände veröffentlichte Empfehlung hingewiesen, bei der Herstellung von Laugengebäck keine Aluminiumbleche zu verwenden. Darüber hinaus hat das Gesundheitsministerium die AGES beauftragt, einen sogenannten Aktionswert für Aluminium zu definieren. Bei Überschreitung dieses Wertes sollen künftig Gespräche mit Produzenten geführt werden, wie hohe Aluminiumgehalte abgesenkt werden können.

Auskunft für Konsumenten
Was aber können Konsumenten selbst tun? „Liebhaber von Laugengebäck können sich bei ihrem Bäcker oder ihrer Backfiliale erkundigen, ob diese auf Aluminiumblechen gebacken werden“, rät Mittl. „Darüber hinaus haben wir im Zuge unseres Tests aber auch erhoben, welche Bleche von den getesteten Bäckereien und Backfilialen benutzt werden.“ Diesen Überblick gibt es in der September-Ausgabe von KONSUMENT sowie ab sofort online unter www.konsument.at

Sprossen und Keimlinge ohne krankmachende Keime

Regelmäßige Untersuchung im LAVES – Risikogruppen sollten auf Rohverzehr verzichten

Frische Sprossen und Keimlinge sind knackig frisch und bereichern den Speiseplan. Sie bergen aber auch hygienische Risiken und können mit krankmachenden Keimen belastet sein. Aus diesem Grund werden Sprossen und Keimlinge regelmäßig im Lebensmittel- und Veterinärinstitut (LVI) Braunschweig/Hannover des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersucht. Das erfreuliche Ergebnis für 2014: Alle 46 untersuchten Proben waren frei von krankmachenden Keimen.

Sprossen und Keimlinge sind in mikrobiologischer Hinsicht Produkte mit hohem Risiko. Bereits die Samen können mit Keimen belastet sein. Das feucht-warme Klima bei der Herstellung der Sprossen begünstigt zudem das Wachstum von Bakterien. Regelmäßig überprüfen die Lebensmittelüberwachungsbehörden daher die hygienische Beschaffenheit dieser Produkte. 2014 wurden 44 Proben Sprossen und Keimlinge aus Einzelhandel, Großhandel und Gastronomie sowie zwei Proben aus einem niedersächsischen Herstellerbetrieb im LVI Braunschweig/Hannover untersucht. In keiner Probe wurden krankmachende Listerien, Salmonellen, Staphylokokken und Verotoxin produzierende E. coli festgestellt. Zwei Proben wiesen erhöhte Gehalte an Bacillus cereus auf. Die Keimgehalte lagen jedoch unter denen mit krankmachendem Potential.

Sprossen und Keimlinge sind in mikrobiologischer Hinsicht leicht verderbliche Produkte und sollten generell bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius gelagert werden. Bei der Lagerung von Sprossen in Fertigpackungen ist die Temperaturempfehlung des Herstellers unbedingt zu beachten. Erfreulich auch hier: Lediglich zwei Proben aus der Gastronomie waren nicht ausreichend gekühlt.

Trotz der guten Ergebnisse sollten Kinder, Senioren, Schwangere und Menschen mit geschwächter Immunabwehr grundsätzlich Sprossen nur nach ausreichender Erhitzung verzehren. Vorhandene Keime werden dadurch abgetötet. Tipps für die Herstellung und Verwendung von Sprossen im Haushalt gibt es unter www.laves.niedersachsen.de.

ÖKO-TEST Aceto Balsamico di Modena

ÖKO-TEST Aceto Balsamico di Modena

Abgeschmiert
Schon wieder hat es einen Spitzenkoch „erwischt“: Dieses Mal Jamie Oliver, dessen Balsamico – ebenso wie der von der Firma Kattus – nicht einmal die gesetzlichen Vorgaben einhält. „Sehr gute“ Testurteile gab es ausschließlich für Bio-Produkte.

Laut EU-Verordnung darf Aceto Balsamico die Modena nur aus Weinessig und Traubenmost hergestellt werden. Doch in den Essigen von Jamie Oliver und Kattus fand das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST Hinweise auf den Eintrag anderer Zucker. Nach Einschätzung von Experten stammen solche Verfälschungen in der Regel aus gezuckerten Importweinen für die Herstellung von Weinessigen. Da die Produkte die EU-Vorgaben nicht einhalten, dürften sie sich eigentlich nicht Aceto Balsamico di Modena nennen.

Hingegen punktet das Produkt vom Spitzenkoch damit, dass es als einziges (konventionell) hergestelltes ohne färbende Zuckerkulör auskommt, mit der die anderen Hersteller bei der dunklen Farbe nachhelfen. Diese Mogelei wird von ÖKO-TEST abgewertet.

Zudem enthält Zuckerkulör häufig einen Schadstoff, der von der kalifornischen Gesundheitsbehörde als krebserregend eingestuft wurde. Die Testprodukte von Edeka, Rewe und Kattus waren am höchsten belastet. Und nicht zuletzt: Alle konventionellen Essige enthalten Sulfit bzw. Schwefeldioxid. Darauf reagieren manche Menschen empfindlich.

Überzeugen konnten im ÖKO-TEST die Bio-Produkte – für alle sechs untersuchten Marken gab es das Testurteil „sehr gut“.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2013 gibt es seit heute im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

ÖKO-TEST Salate

Salat ist oft erheblich mit Pestiziden und Nitrat belastet. In einigen Sorten fanden sich sogar bis zu neun verschiedene Spritzgifte, wie eine aktuelle Untersuchung des Verbrauchermagazins ÖKO-TEST zeigt.

ÖKO-TEST hat in den zehn größten deutschen Supermarktketten Salate eingekauft, darunter Kopf-, Eisberg- und Feldsalat, aber auch Rucola und Lollo Rosso, und ins Labor geschickt. Dieses fand teilweise Pestizide in erhöhten Gehalten. Der Rucola-Salat einer Netto-Filiale überschritt sogar die gesetzliche Höchstmenge des Pestizids Imidacloprid, das neuen Studien zufolge für das Bienen- und Hummelsterben verantwortlich gemacht wird.

Der Test zeigt zudem, dass die Produzenten oft einen Mix aus vielen verschiedenen Pestiziden spritzen. Das machen sie, weil es zwar für einzelne Pestizide gesetzliche Grenzwerte gibt, nicht aber für Mehrfachrückstände. So finden sich auf zwei Kopfsalaten gleich neun verschiedene Wirkstoffe. Welche Auswirkungen ein solcher Pestizid-Cocktail auf die Gesundheit hat, ist unklar.

Im Winter enthält Salat mehr Nitrat als im Sommer. Denn in den Treibhäusern wird kräftig gedüngt, und die Blätter bekommen weniger Licht ab, das den Stoff abbaut. Aus Nitrat können im Körper krebserregende Nitrosamine entstehen. Die erlaubten Höchstkonzentrationen von Nitrat werden zwar in allen Proben eingehalten, doch einige Sorten wie etwa Rucola und Kopfsalat wiesen „stark erhöhte“ Werte auf. Beim Endivien- und Eisbergsalat waren dagegen die Rückstände geringer.

Die ÖKO-TEST-Untersuchung zeigt, dass Eisbergsalat und Romana aus Spanien vergleichsweise wenig belastet sind. Auch an den Salaten aus Deutschland gibt es meist nicht viel auszusetzen. Negativ sind allerdings oft Salate mit Herkunftsland Belgien oder Italien aufgefallen.

Das ÖKO-TEST-Magazin März 2013 gibt es im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Mett ohne Schwein

Vegane Mett-Alternative – 16 Prozent der Mettproben sind mit antibiotikaresistenten Keimen belastet – „Mett enthält viel Fett, Kalorien und Cholesterin, aber praktisch keine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Ballaststoffe oder Antioxidantien.“

Der Verzehr von Schweinemett ist mit größeren Gesundheitsrisiken verbunden als bisher bekannt. Bei einer Untersuchung im Auftrag der Grünen stellte sich heraus, dass von 50 gekauften Mett-Proben 16 Prozent mit antibiotikaresistenten Keimen belastet waren.
„Mett enthält viel Fett, Kalorien und Cholesterin“, sagt Ernährungswissenschaftler Dr. Markus Keller vom Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE): „Dafür aber praktisch keine gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Ballaststoffe oder Antioxidantien.“

Nicht nur aus gesundheitlicher sondern auch aus moralischer und ökologischer Sicht ist der hohe Fleischkonsum nicht tragbar. Erst kürzlich kritisierte der SWR-Film „Schweine für den Müllcontainer“ die Haltungsbedingungen in der deutschen industriellen Schweinemast. „Ein Schwein, das eine natürliche Lebenserwartung von etwa 15 Jahre hat, erreicht in der Intensivmast nur ein Alter von einem halben Jahr“, sagt Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbund Deutschland (VEBU): „Oft sterben die Schweine schon vorher durch Verletzungen und Stress einen qualvollen Tod.“

Die gute Nachricht: Mett geht auch ohne Schwein. Der VEBU zeigt eine leckere vegane Variante, die nicht nur genauso aussieht wie ihr Original, sondern auch um ein Vielfaches gesünder ist. Das vegane Mett lässt sich schnell und unkompliziert zubereiten. Gekühlt hält der Brotbelag mindestens drei Tage.

Zutaten (für 8 halbe Brötchen)
• 100 g Reiswaffeln
• 100 ml Pflanzenöl
• 200 ml Wasser
• 2 Tomaten
• 3 EL Tomatenmark
• 1 mittelgroße Zwiebel
• 1 TL Salz und Pfeffer
• Nach Bedarf etwas Chilipulver

Zubereitung
1. Die Reiswaffeln klein zerbröseln und in eine große Schüssel geben. Nach und nach 200 ml (kaltes) Wasser hinzugeben, damit sich die Reiswaffeln vollsaugen können. Es sollte aber nicht zu wässrig werden.
2. Zwiebel und Tomaten in feine Würfel schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben. Für die richtige Farbe ausreichend Tomatenmark untermengen und mit Öl, Salz und Pfeffer würzen.
3. Die Masse gut mit den Händen durchkneten. Wer es etwas pikanter mag, kann das Mett noch mit Chilipulver abschmecken.
Das Mett schmeckt am besten, wenn es noch für ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen kann.

Der VEBU ist die größte Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in Deutschland. Seit seiner Gründung 1892 wirkt die Organisation mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit darauf hin, den Fleischkonsum in der Gesellschaft deutlich zu senken sowie die vegetarische Lebensweise als attraktive Alternative möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.

 www.vebu.de