Helmut Rachinger

Es ist ja nur für einen guten Zweck: Wer sich den Teller voller Flusskrebse lädt, tut der Natur etwas Gutes. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei um Pacifastacus leniusculus, den amerikanischen Signalkrebs aus der Großen Mühl – frisch serviert in der Haubenküche des Genießerhotels Mühltalhof.

Rund fünfzehn Zentimeter ist er lang, braun mit einem kleinen, weißen Fleck auf den Scheren und auch sonst nicht sehr spektakulär. Und doch sorgt der Signalkrebs seit einiger Zeit für Aufsehen. Fischer und Biologen sehen mit Bedenken die rasche Verbreitung des amerikanischen Einwanderers in heimischen Gewässern, die zu Lasten des hier endemischen Edelkrebses geht. Der Signalkrebs kam zwar nicht ganz freiwillig nach „good old Europe“- er wurde zur Aufforstung der heimischen Krebsbestände in den 60er Jahren hier ausgesiedelt – doch mittlerweile hat er die sauberen, kühlen Fließwässer Österreichs und der angrenzenden Staaten als Lebensraum erobert und macht sich daran, die angestammten Arten wie Edelkrebs und Steinkrebs zu verdrängen.

Und er ist zahlreich. Das macht den Auftrag angenehm. Auch im Genießerhotel Mühltalhof www.muehltalhof.at sind die Überpopulationen an der Mühlmündung in die Donau bekannt, in der Haubenküche von Helmut Rachinger wird daher aktiv an einer genussvollen Dezimierung gearbeitet. „Wir essen die einfach für den Artenschutz“, zwinkert der Mühlviertler, der die Krebse schon seit seiner Kindheit kennt. Damals allerdings war das Krustentier eine Seltenheit. Vor ein paar Jahren jedoch tauchten Fischer im Mühltalhof auf und boten Krebse feil – seither hat das Edelprodukt einen Stammplatz auf Rachinger Menükarte. Am liebsten die mittlere Größe, so der findige Koch, die seien vom Fleisch her am ergiebigsten. Wie jedoch wird ein Krustentier waidgerecht und schonend verarbeitet? Hier haben die Biologen das Sagen und geben klare Instruktionen an die Küche: Entweder den Krebs direkt ins kochendes, wallendes Wasser gleiten lassen oder ab in die Tiefkühltruhe. Durch die niedrige Temperatur fährt der Krebs seine Vitalfunktionen herunter und wacht schließlich einfach nicht mehr auf. Dann folgt der angenehmste Teil der Mission. Wenn der Löffel in Helmut Rachingers goldene Bouillabaisse aus Krebsen und Forellen taucht und der zarte Safranduft die Nase kitzelt, beginnt jedes Herz heftig für den Artenschutz zu schlagen.

www.muehltalhof.at

Pilzsaison beginnt in diesem Jahr früh

Früher als sonst ist die Pilzsaison im aktuellen Internationalen Jahr der Wälder 2011 gestartet. Wegen des nassen Sommerwetters in Deutschland können Waldbesucher dieses Jahr schon überraschend früh nach den schmackhaften Waldfrüchten suchen. Für jeden fünften Bundesbürger ist dies sogar die beliebteste Beschäftigung im Wald, so eine Umfrage des ECOLOG-Instituts. Zahlreiche Aktionen für Pilzsammler und die, die es werden wollen, bietet das bundesweite Veranstaltungsprogramm zum Internationalen Jahr der Wälder unter www.wald2011.de an.

Bei rund 60 spannenden Aktionen des Waldkulturerbes rund um das Thema Pilze gibt es für große und kleine Waldfreunde viel zu entdecken: vom „Schwammerlwochenende“ mit „Wanderungen zu Steinpilz und Co.“, bis zur „Wunderwelt der Pilze“ und der „Herbstlichen Pilzrallye für Kinder“. Mit dabei: zahlreiche geführte Exkursionen mit Experten-Tipps zu Suche, Bestimmung und Zubereitung.

Etwa 50 essbare Pilzsorten gibt es in unseren Wäldern. Besonders beliebte Sammelgebiete sind der Teutoburger Wald, die Eifel, das Rothaargebirge, der Schwarzwald und der Bayerische Wald. Wer Wildpilze findet und erntet, sollte sie möglichst dicht über dem Boden abschneiden. Ausreißen schädigt das Pilzgeflecht im Boden, was dann die Ernte im nächsten Jahr reduziert. Für Transport und Lagerung eignen sich ausschließlich luftige Behälter, wie zum Beispiel Flechtkörbe oder Pappschalen. Nicht empfehlenswert sind Plastiktüten oder -dosen, da sich darin Kondenswasser sammelt, was die Pilze schnell ungenießbar macht.

Umweltbewusste Pilzsucher ernten übrigens nur so viele Pilze, wie sie selbst verzehren können: Steinpilze und Pfifferlinge stehen unter Artenschutz und dürfen nur in geringer Menge für den persönlichen Bedarf in den Korb wandern. Noch kleine Exemplare lässt man stehen, damit genügend Pilze bis zur Sporenbildung reifen und sie die Art am Standort erhalten. Da auch ungenießbare und wurmstichige Pilze wichtige Funktionen im Ökosystem Wald übernehmen, sollte man auch diese unbedingt vor Ort belassen. Dies gilt auch für alle Pilze, die der Sammler nicht eindeutig identifizieren kann: Denn leider gibt es keine eindeutige Regel, um Giftpilze sicher zu erkennen.

Weitere Informationen zum Internationalen Jahr der Wälder im Internet finden Sie unter www.wald2011.de . In Deutschland beteiligen sich daran unter der Federführung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz über 900 verschiedene Akteure mit insgesamt 5.700 Veranstaltungen. Schirmherr der bundesweiten Aktivitäten ist Bundespräsident Christian Wulff.

US-Themenparks für Umwelt- und Artenschutz aktiv

Spaß und Verantwortung sind kein Gegensatz – US-Themenparks für Umwelt- und Artenschutz aktiv

Wasserstoffbetriebene Shuttle-Busse und Teller aus Zuckerrohr: Die zehn Worlds of Discovery Parks sind in vielen Bereichen für die Umwelt aktiv. Die für ihre Tierattraktionen und Achterbahnen bekannten amerikanischen Themenparks – darunter SeaWorld, Busch Gardens und Discovery Cove – zeigen ihren Besuchern, dass Umwelt- und Artenschutz ganz oben auf ihrer Prioritäten-Liste steht. „Dies ist nicht immer leicht und hat seinen Preis – aber es ist der einzig richtige Weg, den wir bereits seit fünf Jahrzehnten gehen,“ erklärt Jim Atchison, President & CEO der Betreibergesellschaft Busch Entertainment Corporation.

Fisch, Kaffee und Schokolade: Aus umweltverträglichen Quellen
Alle Fische und Meeresfrüchte, die in den Park-Restaurants auf der Speisekarte stehen, stammen aus Fischereibetrieben, die umweltgerecht geführt werden. Dies gilt auch für den Lachs, der den wohl berühmtesten Parkbewohnern – den Killerwalen – gefüttert wird. Mensch und Tier sind hungrig: Pro Jahr kauft die Busch Entertainment Corp. immerhin 100.000 Kilo Seafood.

Um geeignete Lieferanten zu finden, arbeiten die Park-Verantwortlichen mit dem Marine Stewardship Council und dem Aquaculture Certification Council zusammen. Diese international tätigen Non-Profit-Organisationen haben das Ziel, die Umweltverantwortung in Fang und Verarbeitung sowie auf Fischfarmen zu fördern.

Auch Kaffee und Schokolade stehen auf dem Prüfstand: In Partnerschaft mit der Rainforest Alliance stellen die Parks sicher, dass diese von Bauern stammen, die hohe Sozial- und Umweltstandards einhalten. Ein Zertifizierungsprogramm garantiert, dass die Nahrungsmittel so angebaut und geerntet werden, dass Menschen, Tiere und ihre Lebensräume geschützt sind.

Geschirr und Besteck aus Zuckerrohr und Gemüsestärke
Die Umweltanstrengungen hören nicht bei dem, was auf den Teller kommt, auf – sie fangen dort an. Zwar sehen manche der Teller, Gabeln, Messer und Löffel in den Park-Restaurants so aus, als wären sie aus Plastik und fühlen sich auch so an. Jedoch sind sie aus erneuerbaren Rohstoffen wie Zuckerrohr oder Gemüsestärke hergestellt.

Damit sind die Worlds of Discovery-Parks Vorreiter unter den amerikanischen Themenparks: Über ein Jahr lang haben die Verantwortlichen mit Herstellern gearbeitet, bis die neuen Produkte gefunden waren. Die Anforderungen an sie sind bei Millionen Besuchern im Jahr hoch. Die rund 12,5 Millionen Geschirr- und Besteck-Teile müssen Mikrowellen- und Gefrierschrank-fest, ölabweisend sowie für heiße und kalte Speisen geeignet sein.

In den Parks fällt viel Abfall an – 50 Prozent davon wird wieder verwertet. Im Jahr 2007 allein haben die Worlds of Discovery mehr als eine Million Essensreste einer neuen Verwendung zugeführt, indem diese in Erdergänzungs- und Mulch-Betrieben aufbereitet wurden. Die Verantwortlichen sind ständig auf der Suche nach neuen und innovativen Möglichkeiten.

Federn für Indianer und Xeriscaping
In Discovery Cove in Orlando, Florida, werden die Federn der im Resort beheimateten Vögel gesammelt. Diese gehen als Spende an das Feather Distribution Projekt, das sie einem Pueblo-Indianerstamm in Südwesten der Vereinigten Staaten zur Verfügung stellt. Hier nutzen die amerikanischen Ureinwohner die Federn für religiöse Zeremonien. Dies vermeidet den illegalen Handel mit bedrohten Ara-Papageienarten. Busch Gardens Tampa Bay, Florida, recycelt nicht nur herkömmliche Materialien wie Plastik oder Metall, sondern auch anderthalb Millionen Kilo Tierdung pro Jahr.

Bei der Bewässerung der üppigen Gartenanlagen verwenden die Gärtnerei-Teams Regenwasser aus Sammelbehältern oder sogar Kondenswasser der Klima-Anlagen. Moderne Feuchtigkeits-Messtechniken helfen Wasser sparen, in dem sie beim Gießen die Sonneneinstrahlung und Regenfallmengen berücksichtigen. In vielen Bereichen der Parks wird Xeriscaping (vom griechischen „xeros“ für trocken; „scaping“ ist Gartenbau) angewandt. Diese Methode setzt auf Pflanzen, die wenig oder gar keine Bewässerung brauchen, beispielsweise Kakteen, Agaven und Wacholder.

Neue Wege geht SeaWorld Orlando auch mit seinen Wasserstoffbetriebenen Shuttle-Fahrzeugen für seine Gäste. Als Partner von Ford Motor Company, Chevron und dem Florida Energy Office nimmt der Meerestier-Park an einem Pilotprogramm teil, das den Einsatz dieser Fahrzeuge testet. Deren Motoren stoßen bis zu 99,7 Prozent weniger CO2 aus dies bei Benzin-Motoren der Fall ist.

Haie gehen den Bach runter

Halbzeit-Bilanz bei der

Welt-Artenschutz-Konferenz in Den Haag: Nur wenige Tier- und

Pflanzenarten erhalten einen stärkeren Schutz. Die meisten Beschlüsse

der Delegierten aus 171 Nationen werden viele Arten aus Sicht des

IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) weiterhin gefährden.

Verboten bleibt der Verkauf von Walfleisch oder anderen Teilen der

sanften Riesen über Grenzen hinweg. Auch erkannten die Delegierten

erstmals die Schwierigkeiten der Kontrolle und das bedrohlich

wachsende Ausmaß des Internethandels an. Eine IFAW Studie

registrierte in Großbritannien allein in einer Woche über 9.000

illegale Angebote – darunter lebende Tiere und Produkte aus

Tierkörperteilen.

Bei den Walen hatte Japan versucht, das Handelsverbot für

Walfleisch aufzuheben. In allen Fragen zu Walen ist die

Walfang-Konvention IWC zuständig. Sie tagte erst letzte Woche in

Alaska. Japan hatte vorgehabt, die Aufteilung der Zuständigkeiten der

Konventionen zu unterlaufen und damit auszuhebeln. Damit ist das

größte Walfänger-Land der Erde aber gescheitert.

Schlechter erging es Haien und Nashörnern. Trotz geringen

Bestandszahlen, Wilderei oder übermäßiger Fischerei bleiben die Arten

ungeschützt. Der Handel mit der Haiarten Dorn- und Heringshai sollte

zumindest überwacht werden, um Schutzmaßnahmen in die Wege leiten zu

können. Delegierte hatten heute Abgelehnt die zwei Haiarten zu

schützen.

"Wir freuen uns, dass die Wale weiterhin vom Handel ausgenommen

werden. Enttäuschend ist, dass heute die Chance verpasst wurde, für

die Fischerei relevante Fischarten in die Konvention aufzunehmen,"

erklärt Peter Pueschel vom IFAW. "Es ist erschütternd, dass sich die

Länder nicht auf den Schutz des Dorn- und Heringshais einigen

konnten. Das Thema wird uns aber wahrscheinlich Ende nächster Woche

wieder beschäftigen. In der Vollversammlung kann die Abstimmung

wiederholt werden, dann hoffentlich mit einem positiven Ergebnis".

Dorn- und Heringshai leidet unter übermäßiger kommerzieller

Nutzung. So landet der Dornhai in Deutschland als Schillerlocke in

den Läden. Beide Arten werden in vielen EU-Ländern mit den beliebten

"Fish and Chips" und als Haisteak verspeist. Die Haiarten vermehren

sich nur sehr langsam. Deshalb sinken ihre Bestände.

Für bevorstehende zweite Woche werden engagierte Debatten um den

Schutz der Elefanten erwartet, aber auch das Schicksal der Tiger und

die Grundlagen der Konvention werden wichtige Themen sein.

Queensland – Australien taucht ab

Einfach mal abtauchen. Der australische Sunshine State Queensland stellt eine neue Website für Schnorchel- und Tauchbegeisterte vor.

Auf divingqueensland.com.au finden sich detaillierte Beschreibungen aller wichtigen Tauchregionen des Bundesstaates – darunter die Coral Coast, die Whitsunday Islands und Townsville. Zusätzlich erfahren Touristen, welche lokalen Tour-Veranstalter Schnorchel- und Tauchexkursionen anbieten. Außerdem stehen Sicherheitshinweise rund um den Tauchsport sowie Informationen zur örtlichen Wetterlage und dem Artenschutz bereit.

Dem mehr als 2.500 Kilometer langen Great Barrier Reef wird eine eigene Sektion zugeordnet. Hier geht es hauptsächlich um die abwechslungsreiche und farbenfrohe Unterwasserwelt. Neben unzähligen exotischen und bunten Fischen sowie Korallen lassen sich auch viele Schiffswracks erkunden. Das 1981 als Weltnaturerbe deklarierte Great Barrier Reef ist die weltweit einzige natürliche Lebensform, die vom Mond aus zu erkennen ist.

www.divingqueensland.com.au

Weitere Informationen zu Queensland unter:
www.queensland-europe.com
www.queenslandholidays.com.au

Der Budapester Zoo

Hase und Igel sagen sich hier „gute Nacht“, Elefanten und Tiger auch, genauso wie Fledermäuse und Affen:
Im Budapester Zoo haben insgesamt 4.000 Tiere von über 500 Arten aus den Tropen, den gemäßigten und kalten Klimazonen ein Zuhause gefunden. Kein Wunder, dass sich der Zoo im Stadtwäldchen die am meisten besuchte Kultureinrichtung ganz Ungarns gemausert hat. Während eines City-Trips in die ungarische Metropole darf also der Tierpark vor allem bei Familien auf keinen Fall im Besuchsprogramm fehlen.

Beuteltiere, Raubtiere, Seehunde, Huftiere, Nagetiere, die verschiedensten Vogelarten, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien machen den Budapester Zoo zu einem der führenden Tierparks Osteuropas. Seit umfangreichen Renovierungsmaßnahmen des unter Denkmalschutz stehenden Aquariums im Jahr 2004 fühlen sich auch die Fische noch wohler in den Zoo-Anlagen. Neben Tieren sind im Zoologischen und Botanischen Garten der Donau-Stadt, letzterer existiert seit 1872, auch rund 2.000 Pflanzenarten zu sehen.

Eröffnet am 9. August 1866 zählt der Budapester Zoo zu den ältesten Zoos überhaupt. 100 Millionen Gäste sind seitdem durch die Eingangstore spaziert und haben Giraffen & Co. bestaunt. Im Sommer kommen sie in den Genuss von Seehunde-Vorführungen und Elefanten-Fütterungen. Darüber hinaus werden einige Tiere in der Show „Tiere in Aktion“ vorgestellt. Vor allem kleine Besucher sollen so in unterhaltsamer Weise informiert und für Themen wie bedrohte Tiere und Artenschutz sensibilisiert werden. Übrigens: Viele Zoogebäude stehen unter Denkmalschutz, wie etwa das berühmte Jugendstil-Elefantenhaus. Sehenswert ist auch das restaurierte Palmenhaus. Der Elefantenkopf über dem Eingangsportal stammt aus der traditionsreichen Keramikfabrik Zsolnay.

Geöffnet ist der Zoo das ganze Jahr über: Im März, April, September und Oktober täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr, von Mai bis August sogar bis 18.00 Uhr, von November bis Februar hingegen nur bis 16.00 Uhr. Die Eintrittspreise belaufen sich derzeit auf 1.300 Forint (rund 5,10 Euro) pro Erwachsenen und 900 Forint (umgerechnet etwa 3,50 Euro) für Kinder und Senioren. Studenten zahlen 1.000 Forint (etwa 3,90 Euro). Ein Familienticket ist gültig für zwei Erwachsene und plus Kinder und kostet 4.100 Forint (rund 16.10 Euro).

Internet www.zoobudapest.com (auf Englisch abrufbar).