Adipositas: Gefährliche Immunantwort

– Eine neue Studie von LMU-Forschenden untersucht die Auswirkungen hochkalorischer Diät auf das Immunsystem.
– Bereits nach drei Wochen kann es zu krankhaften Veränderungen von Immunstatus und Stoffwechsel kommen.
– Immunzellen akkumulieren im Fettgewebe und bilden dort tertiäre lymphatische Organe, der Stoffwechsel entgleist und die Entzündungswerte steigen an.

Schweinebauch
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Gentests helfen nicht beim Abnehmen

Eine Ernährung mit niedrigem Fettgehalt erwies sich für den Gewichtsverlust bei Personen mit Übergewicht oder Adipositas als genauso erfolgreich wie eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten. Die vorherige Bestimmung von speziellen Genmustern, die ein besonders gutes Ansprechen auf eine der beiden Diäten vorhersagen sollten, erwies sich nicht als hilfreich. Ebenso konnte auch die Ausschüttung von Insulin nach einem Zuckertest keinen Aufschluss über den Diäterfolg nach einer Low Carb– oder Low Fat-Diät geben.

Pommes Frites

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Alkohol ganz schlecht beim Abnehmen

Kalorienfalle Alkohol – Wer abnehmen will vergisst oft den erheblichen Nährwert des Alkohols

So manche Energiebombe versteckt sich dort, wo man sie gar nicht vermutet. „Das Glas Wein zum Essen oder das Bierchen am Abend vor dem Fernseher werden in Ernährungsprotokollen oft vergessen“, sagt die Ernährungsexpertin vom Kompetenznetz Adipositas Dr. Christina Holzapfel im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Sie hat schon viele Abnehmgruppen wissenschaftlich begleitet. „Alkohol hat pro Gramm fast so viele Kalorien wie Fett“, erklärt sie. So schlägt ein Achtel Wein mit 100, die Halbe Bier mit gut 200 Kalorien zu Buche.
Und Alkohol hat noch eine weitere negative Wirkung für Abnehmwillige: Es regt den Appetit an!

Werden wir immer dicker?

Übergewicht in Deutschland – Weltweites Problem

In Deutschland schaffen es die meisten Erwachsenen nicht,
das Körpergewicht bis ins höhere Alter im Normalbereich zu
halten: 67 % der Männer und 53 % der Frauen haben Übergewicht,
wobei 23 % der Männer und 24 % der Frauen sogar adipös, also
stark übergewichtig, sind. Damit bringen sieben von zehn Männern
und fünf von zehn Frauen zu viel Gewicht auf die Waage. Diese
Zahlen liefert der 12. Ernährungsbericht der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für die Bewertung der
Verbreitung und Entwicklung von Übergewicht in Deutschland wurden
Daten aus großen nationalen Studien herangezogen.

Der Anteil der übergewichtigen Personen insgesamt scheint sich in
den letzten Jahren auf einem hohen Niveau einpendelt zu haben.
Wie schon der Ernährungsbericht 2008 gezeigt hat, setzt sich die
Entwicklung fort, dass die bereits Adipösen immer dicker werden.
Das belegen die Vergleiche der Daten aus dem
Bundesgesundheitssurvey 1998 mit den Daten aus der bundesweiten
„Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des
Robert Koch-Instituts sowie die Mikrozensus-Stichproben des
Statistischen Bundesamtes von 1999 und 2009.

Nicht nur in Deutschland, auch weltweit gibt es immer mehr
übergewichtige Menschen. Nach einer Schätzung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2008 weltweit 1,4
Milliarden Menschen übergewichtig, davon 0,2 Milliarden Männer
und 0,3 Milliarden Frauen adipös. Gesundheitsorganisationen wie
die WHO stufen Adipositas als das am schnellsten wachsende
Gesundheitsproblem ein und sprechen von einer „globalen
Adipositasepidemie“. Adipositas begünstigt Gefäßkrankheiten und
Gelenkbeschwerden und erhöht das Risiko für Krankheiten wie
Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck. Auch das Risiko für
Krebskrankheiten steigt mit erhöhtem Körpergewicht. Das hat
weitreichende ökonomische Konsequenzen: Adipositas und die
Begleitkrankheiten kosteten das Gesundheitssystem in Deutschland
im Jahr 2010 schätzungsweise 17 Milliarden Euro.

www.dge.de

Wie isst Deutschland?

„Die Deutschen verbrauchen seit dem Jahr 2000 mehr Gemüse. Der Verbrauch steigt um 1,1 kg pro Kopf und Jahr. Diesen positiven Trend begrüßen wir sehr. Er dürfte zu einer besseren Versorgung mit einigen Vitaminen sowie mit sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen beitragen.“ So lautet ein Fazit von Prof. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), zu den Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch im Ernährungsbericht 2012 im Gourmet Report Gespräch. Dem steht allerdings ein Rückgang beim Obstverbrauch von 800 g pro Kopf und Jahr gegenüber, der Getreideverbrauch steigt mit 1,2 kg nur noch verhalten. „Um das gesundheitsfördernde Potenzial einer Ernährung mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln auszuschöpfen, sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher bei Gemüse und Obst sowie Getreide aus dem vollen Korn noch mehr zugreifen“ betont Heseker. So können Menschen dem Ziel näher kommen, täglich 5 Portionen Gemüse und Obst zu essen und mindestens 30 g Ballaststoffe aufzunehmen.

Der Verbrauch von Fleisch ist in den letzten Jahren konstant, lediglich der Verbrauch von Geflügelfleisch steigt um ca. 120 g. Damit essen die Deutschen nach wie vor zu viel Fleisch. Mehr als 300 bis 600 g pro Woche sollten es nicht sein.
Hintergrundinformation

Viele der Trends im Lebensmittelverbrauch in Deutschland, die der Ernährungsbericht 2008 dargestellt hat, haben sich fortgesetzt. Lediglich für den Verbrauch von Getreideerzeugnissen und Frischobst zeigen sich nur noch recht gebremste Anstiege bzw. sogar ein leichter Rückgang. Nach wie vor essen die Deutschen deutlich weniger pflanzliche und mehr tierische Lebensmittel, als die DGE in ihren Orientierungswerten angibt. Pflanzliche Lebensmittel zeichnen sich durch eine geringe Energiedichte aus und liefern gleichzeitig viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein hoher Verzehr dieser Lebensmittel, also von Gemüse und Obst sowie Getreide in Form von Vollkornprodukten, kann das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und Darmkrebs senken.

Der hohe Fleischverbrauch in Deutschland dürfte zwar wesentlich mit zu einer guten Versorgung mit Protein, einigen Vitaminen (z. B. Vitamin A, B1, B12) und gut verfügbaren Spurenelementen wie Zink und Eisen beitragen, Fleisch enthält aber auch unerwünschte gesättigte Fettsäuren, Cholesterol und Purine. Ein hoher Fleischverzehr kann je nach Zubereitungsart durch fettreiche Saucen bzw. Panaden auch eine erhöhte Fettzufuhr bedingen. Dass ein hoher Verzehr von rotem Fleisch das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht und auch mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert ist, ist mit wahrscheinlicher Evidenz belegt. Das sind wichtige Argumente dafür, insbesondere weniger rotes Fleisch – zum Beispiels Rind-, Schweine- und Lammfleisch – zu essen.

Mit dem rückläufigen Verbrauch von Butter und pflanzlichen Fetten, einschließlich Margarine, sinkt der Fettkonsum insgesamt – vor allem im Hinblick auf Übergewicht und Adipositas ist das positiv zu bewerten. Dass insgesamt weniger Streichfette verbraucht werden, ist gut, da damit der Fettkonsum insgesamt sinkt. Da auch weniger pflanzliche Öle verbraucht werden, dürfte das aber das Verhältnis von (mehrfach) ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren ungünstig beeinflussen. Deshalb sollten wertvolle Pflanzenöle wie Rapsöl, Walnussöl und Sojaöl bei der Speisenzubereitung verwendet werden, um die für Herz und Kreislauf vorteilhaften mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen.

Mineralwasser und Erfrischungsgetränke verbrauchen die Deutschen pro Kopf und Jahr immer mehr, und zwar mit einem Zuwachs bei Mineralwasser von 2,9 l und bei Erfrischungsgetränken von 1,1 l pro Kopf und Jahr. Laut NVS II ist Wasser (Mineral- und Leitungswasser) das am meisten getrunkene alkoholfreie Getränk. Die Deutschen kommen damit der Empfehlung entgegen, den Durst überwiegend kalorienfrei zu löschen. Der Konsum von Limonaden und anderen Erfrischungsgetränken ist jedoch zu hoch. Ein hoher Verzehr von zuckergesüßten Getränken geht mit einem erhöhten Risiko für Adipositas sowie für Diabetes mellitus Typ 2 einher. Der Konsum von zuckergesüßten Getränken sollte daher, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, nicht noch weiter ansteigen, sondern deutlich gesenkt werden.

Der Alkoholverbrauch sinkt weiter, wobei Bier mit einem Minus von 2 l pro Kopf und Jahr von dieser Entwicklung am deutlichsten betroffen ist. Dass weniger Alkohol konsumiert wird, ist positiv, denn: Egal, ob Bier, Wein oder Schnaps – Alkoholkonsum zählt weltweit zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken. Etwa 31 % der Männer und 25 % der Frauen weisen laut NVS II eine Alkoholzufuhr oberhalb der als gesundheitlich akzeptabel angesehenen Alkoholmenge auf, die für gesunde Männer 20 g/Tag und für gesunde Frauen 10 g/Tag beträgt.

Neues aus der Ernährungsmedizin

Niedersächsisches Ernährungsforum in Oldenburg

Adipositas und rheumatische Krankheiten stehen im Fokus des
diesjährigen Ernährungsforums „Neues aus der Ernährungsmedizin“
am 12. Mai 2012 in Oldenburg. Die Veranstaltung wird auch in
diesem Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE), Sektion Niedersachsen und der Ärztekammer
Niedersachsen durchgeführt.

Die Zahl der Adipösen stieg in den vergangenen Jahren weltweit
dramatisch an. In Deutschland ist mittlerweile jeder fünfte
Erwachsene fettleibig. Inwieweit eine chirurgische Therapie bei
Adipositas eine Behandlungsalternative darstellt und wie eine
optimale Ernährungsberatung und Betreuung vor und nach dem
operativen Eingriff aussieht, erörtern Experten auf dem Forum.
Auch rheumatische Krankheiten stellen für viele eine
gesundheitliche Belastung dar: Allein unter Arthrose leiden 5
Millionen Menschen in Deutschland, von der Arthritis im
Kindesalter sind ca. 15 000 Kinder und Jugendliche betroffen.
Eine Ernährungsumstellung kann einen wichtigen Beitrag zum
Therapieerfolg leisten und die Lebensqualität der Patienten
erhöhen. Des Weiteren präsentiert das Projekt der DGE „Station
Ernährung – Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und
Rehakliniken“ die beiden DGE-Qualitätsstandards für die
Verpflegung in Krankenhäusern und in Rehabilitationskliniken.

Die Tagung findet am 12. Mai 2012 von 10.00 bis 15.00 Uhr im
Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg statt und richtet
sich an Ernährungsfachkräfte, Mediziner sowie Multiplikatoren aus
den Bereichen Gesundheit, Bildung und Prävention. Die
Teilnahmegebühr beträgt 30,00 EUR inkl. Pausengetränke.
Anmeldungen nimmt die Ärztekammer Niedersachsen bis zum 4. Mai
2012 entgegen (Tel. 0511 3802197, E-Mail mailto:gisela.kudra@aekn.de).

Servicezeit

Moderation: Yvonne Willicks
Jeder vierte Deutsche kauft regelmäßig zucker- und fettreduzierte Lebensmittel – so die Gesellschaft für Konsumforschung. Von ihrem Verzehr versprechen sich viele Verbraucher dauerhaft eine schlankere Figur. Doch so einfach funktioniert das Ganze nicht.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden hierzulande gewaltige Mengen an „Light“-Produkten, sowie an vergleichbaren „Fitness“-, „Wellness“- oder „low fat“-Lebensmitteln konsumiert. Gleichzeitig ist das Durchschnittsgewicht der Deutschen immer weiter angestiegen. Adipositas und Diabetes sind weit verbreitet. Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft erklären, warum Produkte, die besonders „leicht“ sein sollen, nicht gegen Übergewicht helfen.

weiteres Thema:
Entsafter im Praxistest

WDR Fernsehen, Donnerstag, 12. Januar 2012, 18.20 – 18.50 Uhr

Amerikaner werden nicht noch fetter

Adipositas-Epidemie in den USA könnte ihren Höhepunkt erreicht haben

In den USA sind 68 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, die Hälfte davon ist adipös. Neue Daten lassen vermuten, dass die Adipositasrate sowohl bei Frauen als auch bei Männern stagniert.

Zwar führt Nauru im Südpazifik die Rangliste der Länder mit den höchsten Übergewichtsraten an: Über 80 Prozent der Bevölkerung sind adipös, weitere 14 Prozent übergewichtig, wie Zahlen der World Health Organisation WHO von 2005 belegen. Dennoch gehören die USA mit über 300 Millionen Einwohnern zu den am stärksten betroffenen Ländern, was die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas betrifft.
Die neuen Zahlen der Untersuchung „National Health and Nutrition Examination Survey” NHANES lassen auf eine Stagnation der Anzahl Übergewichtigen schliessen, berichten die Autoren in der Januar-Ausgabe des amerikanischen Fachmagazins „JAMA“. In der Untersuchung NHANES wurden Daten zur Entwicklung von Körpergrösse und -gewicht von US-Bürgerinnen und US-Bürgern während der letzten fünf Jahrzehnte gesammelt. Sie ermöglichen eine Rückverfolgung des Adipositas-Trends.
Konkret analysierten die Autoren die neuesten NHANES-Daten von 2007-2008 und verglichen diese mit den Daten von 1999-2006. „Bei den Frauen stellten wir keine signifikanten Veränderungen über die Dekade von 1999 bis 2008 fest, bei Männern gab es zu Beginn einen linear ansteigenden Trend, jedoch unterschieden sich die Messungen von 2003-2004, 2005-2006 und 2007-2008 nicht mehr signifikant voneinander.“ Der Anstieg der Adipositasrate zwischen 1976-1980 und 1988-1994 sowie zwischen 1988-1994 und 1999-2000 setzte sich in der Periode von 1999-2008 somit nicht fort, insbesondere nicht bei Frauen.

Im Leitartikel der Fachzeitschrift weist Michael Gaziano vom Massachusetts Veteranenforschungs- und Informationszentrum darauf hin, dass der neue Trend zwar eine gute Nachricht sei, dass Übergewicht und Adipositas jedoch weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem in den USA seien. Je länger mit radikalen Massnahmen gegen die Übergewichtsepidemie zugewartet werde, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Fortschritte in der Bekämpfung chronischer Krankheiten der letzten 40 Jahre zunichte gemacht würden. Als Konsequenz sei auch eine verminderte Lebenserwartung zu erwarten.
In der Schweiz sind laut der Gesundheitsbefragung von 2007 37 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig, davon 8 Prozent adipös. Seit 2002 seien jedoch keine signifikanten Zunahmen verzeichnet worden.

Quelle: www.sge-ssn.ch