Gentests helfen nicht beim Abnehmen

Eine Ernährung mit niedrigem Fettgehalt erwies sich für den Gewichtsverlust bei Personen mit Übergewicht oder Adipositas als genauso erfolgreich wie eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten. Die vorherige Bestimmung von speziellen Genmustern, die ein besonders gutes Ansprechen auf eine der beiden Diäten vorhersagen sollten, erwies sich nicht als hilfreich. Ebenso konnte auch die Ausschüttung von Insulin nach einem Zuckertest keinen Aufschluss über den Diäterfolg nach einer Low Carb– oder Low Fat-Diät geben.

Pommes Frites

„Gentests helfen nicht beim Abnehmen“ weiterlesen

Alkohol ganz schlecht beim Abnehmen

Kalorienfalle Alkohol – Wer abnehmen will vergisst oft den erheblichen Nährwert des Alkohols

So manche Energiebombe versteckt sich dort, wo man sie gar nicht vermutet. „Das Glas Wein zum Essen oder das Bierchen am Abend vor dem Fernseher werden in Ernährungsprotokollen oft vergessen“, sagt die Ernährungsexpertin vom Kompetenznetz Adipositas Dr. Christina Holzapfel im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“. Sie hat schon viele Abnehmgruppen wissenschaftlich begleitet. „Alkohol hat pro Gramm fast so viele Kalorien wie Fett“, erklärt sie. So schlägt ein Achtel Wein mit 100, die Halbe Bier mit gut 200 Kalorien zu Buche.
Und Alkohol hat noch eine weitere negative Wirkung für Abnehmwillige: Es regt den Appetit an!

Werden wir immer dicker?

Übergewicht in Deutschland – Weltweites Problem

In Deutschland schaffen es die meisten Erwachsenen nicht,
das Körpergewicht bis ins höhere Alter im Normalbereich zu
halten: 67 % der Männer und 53 % der Frauen haben Übergewicht,
wobei 23 % der Männer und 24 % der Frauen sogar adipös, also
stark übergewichtig, sind. Damit bringen sieben von zehn Männern
und fünf von zehn Frauen zu viel Gewicht auf die Waage. Diese
Zahlen liefert der 12. Ernährungsbericht der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Für die Bewertung der
Verbreitung und Entwicklung von Übergewicht in Deutschland wurden
Daten aus großen nationalen Studien herangezogen.

Der Anteil der übergewichtigen Personen insgesamt scheint sich in
den letzten Jahren auf einem hohen Niveau einpendelt zu haben.
Wie schon der Ernährungsbericht 2008 gezeigt hat, setzt sich die
Entwicklung fort, dass die bereits Adipösen immer dicker werden.
Das belegen die Vergleiche der Daten aus dem
Bundesgesundheitssurvey 1998 mit den Daten aus der bundesweiten
„Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) des
Robert Koch-Instituts sowie die Mikrozensus-Stichproben des
Statistischen Bundesamtes von 1999 und 2009.

Nicht nur in Deutschland, auch weltweit gibt es immer mehr
übergewichtige Menschen. Nach einer Schätzung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren im Jahr 2008 weltweit 1,4
Milliarden Menschen übergewichtig, davon 0,2 Milliarden Männer
und 0,3 Milliarden Frauen adipös. Gesundheitsorganisationen wie
die WHO stufen Adipositas als das am schnellsten wachsende
Gesundheitsproblem ein und sprechen von einer „globalen
Adipositasepidemie“. Adipositas begünstigt Gefäßkrankheiten und
Gelenkbeschwerden und erhöht das Risiko für Krankheiten wie
Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck. Auch das Risiko für
Krebskrankheiten steigt mit erhöhtem Körpergewicht. Das hat
weitreichende ökonomische Konsequenzen: Adipositas und die
Begleitkrankheiten kosteten das Gesundheitssystem in Deutschland
im Jahr 2010 schätzungsweise 17 Milliarden Euro.

www.dge.de

Wie isst Deutschland?

„Die Deutschen verbrauchen seit dem Jahr 2000 mehr Gemüse. Der Verbrauch steigt um 1,1 kg pro Kopf und Jahr. Diesen positiven Trend begrüßen wir sehr. Er dürfte zu einer besseren Versorgung mit einigen Vitaminen sowie mit sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen beitragen.“ So lautet ein Fazit von Prof. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), zu den Trendanalysen zum Lebensmittelverbrauch im Ernährungsbericht 2012 im Gourmet Report Gespräch. Dem steht allerdings ein Rückgang beim Obstverbrauch von 800 g pro Kopf und Jahr gegenüber, der Getreideverbrauch steigt mit 1,2 kg nur noch verhalten. „Um das gesundheitsfördernde Potenzial einer Ernährung mit reichlich pflanzlichen Lebensmitteln auszuschöpfen, sollten die Verbraucherinnen und Verbraucher bei Gemüse und Obst sowie Getreide aus dem vollen Korn noch mehr zugreifen“ betont Heseker. So können Menschen dem Ziel näher kommen, täglich 5 Portionen Gemüse und Obst zu essen und mindestens 30 g Ballaststoffe aufzunehmen.

Der Verbrauch von Fleisch ist in den letzten Jahren konstant, lediglich der Verbrauch von Geflügelfleisch steigt um ca. 120 g. Damit essen die Deutschen nach wie vor zu viel Fleisch. Mehr als 300 bis 600 g pro Woche sollten es nicht sein.
Hintergrundinformation

Viele der Trends im Lebensmittelverbrauch in Deutschland, die der Ernährungsbericht 2008 dargestellt hat, haben sich fortgesetzt. Lediglich für den Verbrauch von Getreideerzeugnissen und Frischobst zeigen sich nur noch recht gebremste Anstiege bzw. sogar ein leichter Rückgang. Nach wie vor essen die Deutschen deutlich weniger pflanzliche und mehr tierische Lebensmittel, als die DGE in ihren Orientierungswerten angibt. Pflanzliche Lebensmittel zeichnen sich durch eine geringe Energiedichte aus und liefern gleichzeitig viele Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ein hoher Verzehr dieser Lebensmittel, also von Gemüse und Obst sowie Getreide in Form von Vollkornprodukten, kann das Risiko für ernährungsmitbedingte Krankheiten wie Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und Darmkrebs senken.

Der hohe Fleischverbrauch in Deutschland dürfte zwar wesentlich mit zu einer guten Versorgung mit Protein, einigen Vitaminen (z. B. Vitamin A, B1, B12) und gut verfügbaren Spurenelementen wie Zink und Eisen beitragen, Fleisch enthält aber auch unerwünschte gesättigte Fettsäuren, Cholesterol und Purine. Ein hoher Fleischverzehr kann je nach Zubereitungsart durch fettreiche Saucen bzw. Panaden auch eine erhöhte Fettzufuhr bedingen. Dass ein hoher Verzehr von rotem Fleisch das Risiko für Dickdarmkrebs erhöht und auch mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Krankheiten assoziiert ist, ist mit wahrscheinlicher Evidenz belegt. Das sind wichtige Argumente dafür, insbesondere weniger rotes Fleisch – zum Beispiels Rind-, Schweine- und Lammfleisch – zu essen.

Mit dem rückläufigen Verbrauch von Butter und pflanzlichen Fetten, einschließlich Margarine, sinkt der Fettkonsum insgesamt – vor allem im Hinblick auf Übergewicht und Adipositas ist das positiv zu bewerten. Dass insgesamt weniger Streichfette verbraucht werden, ist gut, da damit der Fettkonsum insgesamt sinkt. Da auch weniger pflanzliche Öle verbraucht werden, dürfte das aber das Verhältnis von (mehrfach) ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren ungünstig beeinflussen. Deshalb sollten wertvolle Pflanzenöle wie Rapsöl, Walnussöl und Sojaöl bei der Speisenzubereitung verwendet werden, um die für Herz und Kreislauf vorteilhaften mehrfach ungesättigten Fettsäuren aufzunehmen.

Mineralwasser und Erfrischungsgetränke verbrauchen die Deutschen pro Kopf und Jahr immer mehr, und zwar mit einem Zuwachs bei Mineralwasser von 2,9 l und bei Erfrischungsgetränken von 1,1 l pro Kopf und Jahr. Laut NVS II ist Wasser (Mineral- und Leitungswasser) das am meisten getrunkene alkoholfreie Getränk. Die Deutschen kommen damit der Empfehlung entgegen, den Durst überwiegend kalorienfrei zu löschen. Der Konsum von Limonaden und anderen Erfrischungsgetränken ist jedoch zu hoch. Ein hoher Verzehr von zuckergesüßten Getränken geht mit einem erhöhten Risiko für Adipositas sowie für Diabetes mellitus Typ 2 einher. Der Konsum von zuckergesüßten Getränken sollte daher, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, nicht noch weiter ansteigen, sondern deutlich gesenkt werden.

Der Alkoholverbrauch sinkt weiter, wobei Bier mit einem Minus von 2 l pro Kopf und Jahr von dieser Entwicklung am deutlichsten betroffen ist. Dass weniger Alkohol konsumiert wird, ist positiv, denn: Egal, ob Bier, Wein oder Schnaps – Alkoholkonsum zählt weltweit zu den bedeutendsten Gesundheitsrisiken. Etwa 31 % der Männer und 25 % der Frauen weisen laut NVS II eine Alkoholzufuhr oberhalb der als gesundheitlich akzeptabel angesehenen Alkoholmenge auf, die für gesunde Männer 20 g/Tag und für gesunde Frauen 10 g/Tag beträgt.

Neues aus der Ernährungsmedizin

Niedersächsisches Ernährungsforum in Oldenburg

Adipositas und rheumatische Krankheiten stehen im Fokus des
diesjährigen Ernährungsforums „Neues aus der Ernährungsmedizin“
am 12. Mai 2012 in Oldenburg. Die Veranstaltung wird auch in
diesem Jahr gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE), Sektion Niedersachsen und der Ärztekammer
Niedersachsen durchgeführt.

Die Zahl der Adipösen stieg in den vergangenen Jahren weltweit
dramatisch an. In Deutschland ist mittlerweile jeder fünfte
Erwachsene fettleibig. Inwieweit eine chirurgische Therapie bei
Adipositas eine Behandlungsalternative darstellt und wie eine
optimale Ernährungsberatung und Betreuung vor und nach dem
operativen Eingriff aussieht, erörtern Experten auf dem Forum.
Auch rheumatische Krankheiten stellen für viele eine
gesundheitliche Belastung dar: Allein unter Arthrose leiden 5
Millionen Menschen in Deutschland, von der Arthritis im
Kindesalter sind ca. 15 000 Kinder und Jugendliche betroffen.
Eine Ernährungsumstellung kann einen wichtigen Beitrag zum
Therapieerfolg leisten und die Lebensqualität der Patienten
erhöhen. Des Weiteren präsentiert das Projekt der DGE „Station
Ernährung – Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und
Rehakliniken“ die beiden DGE-Qualitätsstandards für die
Verpflegung in Krankenhäusern und in Rehabilitationskliniken.

Die Tagung findet am 12. Mai 2012 von 10.00 bis 15.00 Uhr im
Landesmuseum für Natur und Mensch in Oldenburg statt und richtet
sich an Ernährungsfachkräfte, Mediziner sowie Multiplikatoren aus
den Bereichen Gesundheit, Bildung und Prävention. Die
Teilnahmegebühr beträgt 30,00 EUR inkl. Pausengetränke.
Anmeldungen nimmt die Ärztekammer Niedersachsen bis zum 4. Mai
2012 entgegen (Tel. 0511 3802197, E-Mail mailto:gisela.kudra@aekn.de).

Servicezeit

Moderation: Yvonne Willicks
Jeder vierte Deutsche kauft regelmäßig zucker- und fettreduzierte Lebensmittel – so die Gesellschaft für Konsumforschung. Von ihrem Verzehr versprechen sich viele Verbraucher dauerhaft eine schlankere Figur. Doch so einfach funktioniert das Ganze nicht.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden hierzulande gewaltige Mengen an „Light“-Produkten, sowie an vergleichbaren „Fitness“-, „Wellness“- oder „low fat“-Lebensmitteln konsumiert. Gleichzeitig ist das Durchschnittsgewicht der Deutschen immer weiter angestiegen. Adipositas und Diabetes sind weit verbreitet. Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft erklären, warum Produkte, die besonders „leicht“ sein sollen, nicht gegen Übergewicht helfen.

weiteres Thema:
Entsafter im Praxistest

WDR Fernsehen, Donnerstag, 12. Januar 2012, 18.20 – 18.50 Uhr

Amerikaner werden nicht noch fetter

Adipositas-Epidemie in den USA könnte ihren Höhepunkt erreicht haben

In den USA sind 68 Prozent der Erwachsenen übergewichtig, die Hälfte davon ist adipös. Neue Daten lassen vermuten, dass die Adipositasrate sowohl bei Frauen als auch bei Männern stagniert.

Zwar führt Nauru im Südpazifik die Rangliste der Länder mit den höchsten Übergewichtsraten an: Über 80 Prozent der Bevölkerung sind adipös, weitere 14 Prozent übergewichtig, wie Zahlen der World Health Organisation WHO von 2005 belegen. Dennoch gehören die USA mit über 300 Millionen Einwohnern zu den am stärksten betroffenen Ländern, was die gesundheitlichen Folgen von Übergewicht und Adipositas betrifft.
Die neuen Zahlen der Untersuchung „National Health and Nutrition Examination Survey” NHANES lassen auf eine Stagnation der Anzahl Übergewichtigen schliessen, berichten die Autoren in der Januar-Ausgabe des amerikanischen Fachmagazins „JAMA“. In der Untersuchung NHANES wurden Daten zur Entwicklung von Körpergrösse und -gewicht von US-Bürgerinnen und US-Bürgern während der letzten fünf Jahrzehnte gesammelt. Sie ermöglichen eine Rückverfolgung des Adipositas-Trends.
Konkret analysierten die Autoren die neuesten NHANES-Daten von 2007-2008 und verglichen diese mit den Daten von 1999-2006. „Bei den Frauen stellten wir keine signifikanten Veränderungen über die Dekade von 1999 bis 2008 fest, bei Männern gab es zu Beginn einen linear ansteigenden Trend, jedoch unterschieden sich die Messungen von 2003-2004, 2005-2006 und 2007-2008 nicht mehr signifikant voneinander.“ Der Anstieg der Adipositasrate zwischen 1976-1980 und 1988-1994 sowie zwischen 1988-1994 und 1999-2000 setzte sich in der Periode von 1999-2008 somit nicht fort, insbesondere nicht bei Frauen.

Im Leitartikel der Fachzeitschrift weist Michael Gaziano vom Massachusetts Veteranenforschungs- und Informationszentrum darauf hin, dass der neue Trend zwar eine gute Nachricht sei, dass Übergewicht und Adipositas jedoch weiterhin ein ernst zu nehmendes Problem in den USA seien. Je länger mit radikalen Massnahmen gegen die Übergewichtsepidemie zugewartet werde, desto höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass die Fortschritte in der Bekämpfung chronischer Krankheiten der letzten 40 Jahre zunichte gemacht würden. Als Konsequenz sei auch eine verminderte Lebenserwartung zu erwarten.
In der Schweiz sind laut der Gesundheitsbefragung von 2007 37 Prozent der erwachsenen Bevölkerung übergewichtig, davon 8 Prozent adipös. Seit 2002 seien jedoch keine signifikanten Zunahmen verzeichnet worden.

Quelle: www.sge-ssn.ch

Sodexo bringt Bewegung in die Schulen

Sodexo bringt Bewegung in die Schulen

Vom 9.-27.November 2009 unterstützt Sodexo ein Projekt für besseres Lernen und Bekämpfung der Adipositas unter Kindern und Jugendlichen.

Bewegung ist seit langem ein wichtiges Standbein der „Elements of Well-Being“ Strategie von Sodexo. Im Rahmen des von Sodexo international als wichtiges Unternehmensziel definierten Kampfes gegen Übergewicht beteiligt sich Sodexo an einer Aktion, die Schüler motiviert, sich sportlich zu betätigen. Durch ein Gewinnspiel, das die ganze Klassengemeinschaft mitmachen kann, wird jede körperliche Aktion belohnt: ob es der Spaziergang mit dem Hund, das Radfahren zur Schule, das Training im Sportverein ist: Für alles gibt es Bewegungspunkte, die das Klassenteam auf seinem selbst gesteckten Ziel einen Schritt weiterbringt. Dieses Ziel ist eine andere Stadt in Europa, die Fortschritte können auf einer großen Landkarte täglich nachvollzogen werden.

Alexander Schletter, Geschäftsbereichsdirektor Schulen und Universitäten der Sodexo: „Wir sind sehr zufrieden, Teil einer so anregenden und erprobten Aktion zu sein. Sie unterstützt unser Engagement für eine gesunde Lebensweise, das wir schon durch das Korbtheater, das cook@school Programm oder durch unsere Vitamin-Naschbar intensiv verfolgen.“

Das Muuvit Abenteuer wird seit 10 Jahren mit fast 200.000 Schülern (1.‐6. Klasse) in Schulen des PISA ‐ Spitzenreiters Finnland durchgeführt und wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter die besten sechs Gesundheitsförderungsinitiativen gewählt ‐ gesund durch Mobilität. Die Finnen verdeutlichen hier sehr eindrucksvoll, dass die Lernerfolge ihrer Kinder auch in klarem Zusammenhang mit der Organisation des Lernumfelds stehen und nicht allein auf Unterricht zurückzuführen sind. Aus unserer Sicht ist das Bedeutsame daran, dass damit durch Bewegung, Spiel und Sport die Bewegungsförderung in Schulen einen herausragenden Stellenwert erhält.

In den letzten Monaten wurde die Idee verwirklicht, das Muuvit Abenteuer für mehr Bewegung und Lernfreude im Alltag der Schülerinnen und Schüler von Wolfsburg aus nach Europa zu transportieren. Der VfL Wolfsburg ist mit seinem Schulpartnerschafts‐Projekt „Anstoß VfL“ und seinen 15.000 Schülern zuerst als europäischer Startpartner für die Ausweitung des finnischen Programms gewonnen worden. Weitere Partner des Muuvit Abenteuers sind das niedersächsische Kultusministerium, Stadt und Bürgerstiftung Wolfsburg, die Autostadt Wolfsburg, Sodexo und das Projekt Bewegte Schule.

Bereits in den ersten 5 Tagen nach dem Anmeldebeginn, haben sich über 100 Klassengemeinschaften für das erste internationale Muuvit Abenteuer angemeldet.

Volker Pudel ist tot

Ernährungsexperte Professor Dr. Volker Pudel verstorben

Professor Dr. rer. nat. Volker Pudel ist gestorben. Der renommierte Ernährungsexperte und langjährige Leiter der früheren Ernährungspsychologischen Forschungsstelle in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen, ist am Mittwoch, den 7. Oktober 2009 im Alter von 65 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben.

Professor Dr. Volker Pudel gilt in Deutschland als ausgewiesener Experte für Fragen zum Ernährungsverhalten, den psychologischen Zusammenhängen von Essen und Appetit sowie zu Übergewicht und Adipositas. Seit April 2007 war er im Ruhestand. Sein Tod ist für die Ernährungspsychologische Forschung an der Universitätsmedizin Göttingen ein großer Verlust und hinterlässt eine tiefe Lücke. Die Universitätsmedizin Göttingen trauert um einen bemerkenswert innovativen und erfolgreichen Forscher und leidenschaftlichen Hochschullehrer.

Professor Dr. Volker Pudel wurde am 1. März 1944 in Bad Kreuznach geboren. Er studierte an der Universität Göttingen Psychologie und schloss 1970 mit Diplom ab. Im selben Jahr begann er im Sonderforschungsbereich SFB 33 „Nervensystem und biologische Information“ in der Arbeitsgruppe für Ernährungsforschung mit Grundlagenforschung zum Ernährungsverhalten und experimentellen Analysen des menschlichen Appetits. 1972 wurde er an der naturwissenschaftlichen Fakultät mit einer Arbeit zum Thema „Appetitverhalten unter experimenteller Kontrolle“ promoviert. 1976 habilitierte er sich an der medizinischen Fakultät in Göttingen für das Fach Klinische Psychologie. Das Thema seiner Habilitationsarbeit lautete „Ernährungspsychologische Grundlagen des menschlichen Appetitverhaltens – mit besonderem Bezug zum Lebensalter und zur einfachen Adipositas“. Die Leitung der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle mit Sitz in der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie übernimmt er 1978. Vier Jahre darauf wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Zum April 2007 verabschiedete er sich mit einem großen Symposium unter der ernährungspsychologischen Leitfrage „Warum essen Menschen anders, als sie sich ernähren sollten?“ von seinen universitären Aufgaben und ging in den Ruhestand.

INNOVATOR DER ERNÄHRUNGSWISSENSCHAFT

Die wissenschaftliche Arbeit von Professor Volker Pudel ist durch eine enorme Breite, Themenvielfalt und einen ausgeprägten Innovationsgeist gekennzeichnet. Wie ein roter Faden zieht sich die Auseinandersetzung mit den psychologischen Aspekten von menschlichem Ernährungsverhalten und der Regulation von Appetit und Sättigung durch sein Werk. Ein erster Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Leistung ist die Habilitationsarbeit. Sie wird 1976 als Monographie mit dem Titel „Zur Psychogenese und Therapie der Adipositas“ veröffentlicht. In dieser Arbeit fasst Prof. Pudel das damals verfügbare Wissen über die psychologischen Aspekte der Adipositas zusammen. Außerdem stellt er mehrere wichtige Konzepte vor, die das wissenschaftliche Denken über die Adipositas für mehr als ein Jahrzehnt prägen werden. So setzt sich als erstes bahnbrechendes Konzept in den 80er Jahren die Auffassung durch, dass das Essverhalten von adipösen Menschen wesentlich stärker als bei normalgewichtigen Menschen durch äußere Reize, wie den Anblick oder den Geruch von leckerem Essen bestimmt wird. Innere Reize wie Hunger oder Sättigung spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Darüber hinaus machte das so genannte „Trickteller-Experiment“ damals Furore und führte zu neuen Erkenntnissen über die Regulation des Essverhaltens. Das Ergebnis der noch jungen Ernährungspsychologie: Ein leerer Teller wirkt für viele ganz offenbar wie ein Stoppsignal. Bleibt das Signal aus, weil der Teller über einen Trick immer wieder von unten nachgefüllt wird, aßen die Versuchspersonen bis zu 80 Prozent mehr. Es ist Volker Pudels Verdienst, dieses ursprünglich in den USA entwickelte Konzept in Deutschland bekannt gemacht und vor allem durch experimentelle Arbeiten weiterentwickelt und untermauert zu haben.

Neben vielen experimentellen Untersuchungen zur Regulation der menschlichen Nahrungsaufnahme betreute Professor Pudel unter anderem eine der ersten repräsentativen Studien zur Prävalenz des Übergewichts in der Bundesrepublik Deutschland. Seit Ende der 80er Jahre befasste sich Professor Pudel auch zunehmend mit der Entwicklung von Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Adipositas. So startet in dieser Zeit ein erstes großes von Pudel entwickeltes computergestütztes Kur-Programm zur Ernährungsberatung in Zusammenarbeit mit einer großen Krankenkasse. Schon sehr früh setzt Professor Pudel auf eine individualisierte computerbasierte Ernährungsberatung. Alle seine Programme profitierten zudem von der medialen Strahlkraft und Präsenz ihres Erfinders: Volker Pudel arbeitete bewusst mit den Massenmedien zusammen, damit breite Bevölkerungskreise von den neuen Erkenntnissen profitieren können.

Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt von Professor Pudel lag auf der Analyse der „Ess-Brech-Sucht“ oder „Bulimia nervosa“. Zu Beginn der 80er Jahre initiiert er die erste größere Studie zur Bulimia nervosa in Deutschland. Seine Arbeiten zur Bulimia nervosa haben wesentlich dazu beigetragen, dass diese Essstörung besser verstanden werden konnte. Doch nicht nur die Forschungsfelder Adipositas und Essstörungen sind mit dem Namen Volker Pudel besetzt. Spätestens seit Ende der siebziger Jahre beschäftigte er sich auch intensiv mit den verschiedensten Aspekten des „normalen Essverhaltens“, mit der Epidemiologie des Essverhaltens, von Ernährungseinstellungen und Ernährungswissen. Die Forschungsergebnisse dieses Arbeitszweiges wurden erstmals im Ernährungsbericht 1980 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zusammenfassend dargestellt. Es folgten analoge Aspekte hinsichtlich des Essverhaltens von Kindern und Jugendlichen im Ernährungsbericht 1984. Von 1980 bis zum Ernährungsbericht 2000 waren die von Prof. Pudel verantworteten Kapitel zum Ess- und Ernährungsverhalten der deutschen Bevölkerung ein regelmäßiger Bestandteil des Ernährungsberichts der Bundesregierung.

BREITE ÖFFENTLICHE WIRKUNG

Breitenwirkung und Public Health in der Ernährungsberatung und Ernährungsaufklärung waren ein zentrales Anliegen für Professor Volker Pudel. Er verstand es wie kein anderer, wissenschaftliche Erkenntnisse in attraktive und verständliche Botschaften für den Verbraucher zu übersetzen. Anfang der 90er Jahre entwickelte Pudel zusammen mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der größten Krankenversicherung in Baden-Württemberg ein multimediales Gesundheitsprogramm, das unter dem Motto „Mehr Lust auf Leben“ Hunderttausende zum Mitmachen bewegte. Der „Spiegel“ attestierte Pudel eine „Positive Wucht“. Das Programm ist seither regelmäßig in mehreren Bundesländern im Einsatz und erhielt mehrfach sehr positive Beurteilungen.

AUSZEICHNUNGEN UND ÄMTER

Die wissenschaftliche Expertise von Professor Pudel kommt auch in einer Vielzahl von Auszeichnungen und Ämtern zum Ausdruck. Über zehn Jahre hinweg von 1988 bis 1998 war er Vizepräsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Er ist unter anderem Mitglied im Vorstand der Akademie für Ernährungsmedizin in Hannover, Mitglied im wehrmedizinischen Beirat des Bundesministeriums für Verteidigung, Vorsitzender des Kuratoriums der Heinz-Lohmann-Stiftung, Mitglied im Denkwerk Zukunft und ordentliches Mitglied der europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste. 1989 wurde Professor Pudel mit dem internationalen Ernährungspreis der Schweizer Stiftung für Ernährungsforschung und Ernährungsaufklärung ausgezeichnet. 2001 erhielt er den Dr. Rainer Wild-Preis für seine herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der gesunden Ernährung und seinen ganzheitlichen Forschungsansatz. Im Jahr 2003 verlieh ihm die Deutsche Adipositas-Gesellschaft den Therapie-Preis.

Zu seinen wissenschaftlichen Schülern zählen Professor Dr. Joachim Westenhöfer, der an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg Ernährungspsychologie lehrt, und Privatdozent Dr. Thomas Ellrott, der das Institut für Ernährungspsychologie an der Göttinger Universitätsmedizin leitet. Das Institut für Ernährungspsychologie wurde 2007 in der Nachfolge der Ernährungspsychologischen Forschungsstelle gegründet.

www.ernaehrungspsychologie.org