Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Kindern

Besseres Bauchgefühl – Dissertantin der Uni Graz entwickelt erfolgreiches Abnehm-Programm für Kinder

Nahezu ein Drittel der Kinder in Österreich ist übergewichtig oder fettleibig. Diese körperliche Beeinträchtigung zieht – abgesehen von gesundheitlichen Problemen – psychisch-soziale Belastungen nach sich, mindert das subjektive Wohlbefinden und beeinträchtigt daher stark die Lebensqualität. Dr. Elisabeth Pichler-Stachl hat im Rahmen ihrer von Ao. Univ.-Prof. Dr. Peter Rossmann betreuten Dissertation am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Graz untersucht, inwiefern ein neuer, verhaltens- und familienorientierter Therapie-Ansatz den Betroffenen helfen könnte.
„36 teils stark übergewichtige Kinder und Jugendliche nahmen an einem sechs- bis achtwöchigen Grundprogramm und anschließend an einer einjährigen Nachbetreuung an der Adipositas-Ambulanz der Grazer Kinderklinik teil“, erklärt Pichler-Stachl. Im Rahmen des Grundprogramms gab es wöchentliche Gruppentreffen, in denen psychologisches Essverhalten, medizinische Ernährungsberatung sowie ein aktives Bewegungsprogramm fixe Bestandteile waren. „Besonderen Wert legten wir auf einen engen Kontakt zu den Familien. Mindestens eine Bezugsperson musste an der Studie teilnehmen, um den Erfolg zu garantieren“, ergänzt die Wissenschafterin. Auch für die Eltern gab es Ernährungsschulungen und regelmäßige Treffen. Als Zusatzangebot wurden den jeweiligen Familien psychologische Einzelberatungen ermöglicht. Die Ergebnisse waren bemerkenswert: „Die Drop-out-Rate im ambulanten verhaltens- und familienorientierten Gruppenprogramm war wesentlich geringer im Vergleich zur bisherigen ambulanten Behandlung der Grazer Kinderklinik, der Body-Mass-Index (BMI) der Untersuchungsgruppe war nach zwölf Monaten ebenfalls tendenziell niedriger“, fasst Pichler-Stachl zusammen. Auch bei den Gesundheitsdaten schnitten die Kinder und Jugendlichen im neuen Programm besser ab als die Vergleichsgruppe.

Im Zuge der Studie wurden zum Vergleich auch 19 Normalgewichtige untersucht. Die Grazer Expertin konnte feststellen, dass diese signifikant häufiger Bewegung machen, und wesentlich weniger Zwischenmahlzeiten konsumieren als ihre übergewichtigen AltersgenossInnen. Ein Vergleich der familiären Gesundheitsdaten zeigte, dass Mütter und Väter von normalgewichtigen Kindern und Jugendlichen im Schnitt auch einen deutlich geringeren Body-Mass-Index haben als Eltern von Übergewichtigen. „Das ist nicht unbedingt auf den genetischen Aspekt des kindlichen Übergewichts, wohl aber auf die Bedeutung und Auswirkung des Ernährungs- beziehungsweise Essverhaltens innerhalb der Familie zurückzuführen“, ergänzt die Wissenschafterin. Dagmar Eklaude

Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen
von Pichler-Stachl, Elisabeth
Ein ambulant verhaltensorientiertes Gewichtsreduktionsprogramm für übergewichtige Kinder und Jugendliche unter Miteinbeziehung der Familie. 148 S. ,
ISBN 978-3-8381-0240-5 (Bestelllink)
79.00 EUR – 116.00 sFr

Adipositas im Kindes- und Jugendalter

Adipositas im Kindes- und Jugendalter
jugendliche Patienten immer schwerer

Das Robert-Koch-Institut geht in seiner groß
angelegten KIGSS-Studie von 800.000 von Adipositas betroffenen Kindern und
Jugendlichen aus. Bei der Hälfte der adipösen Kinder und Jugendlichen liegt
mindestens eine Begleiterkrankung oder ein weiterer Risikofaktor vor. Aus
mehreren regionalen Untersuchungen in Deutschland wird deutlich, dass die
Krankheitshäufigkeit von Übergewicht und Adipositas weiter stark steigt.
Daraus lässt sich schließen, dass die im Moment durchgeführten Maßnahmen zur
Prävention nicht ausreichen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wie das
Internet-Gesundheitsportal www.imedo.de warnt.

Auf der Basis der aktuellen Referenzwerte der Arbeitsgemeinschaft Adipositas
im Kindes- und Jugendalter (AGA) sind derzeit 10 bis 18 Prozent der Kinder
und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig. Eine Adipositas als
krankhafte Fettleibigkeit liegt bei etwa 4 bis 8 Prozent vor. Besondere
Risikofaktoren für die Entstehung einer Adipositas im Kindes- und
Jugendalter sind:

– familiäre Belastung (adipöse und übergewichtige Eltern)
– ethnische Zugehörigkeit (anderes Herkunftsland als Deutschland)
– niedriger sozialer Status (niedriges Einkommen der Eltern, niedrige
Schulbildung der Kinder)

Adipositas: hoher Krankheitswert
Der Krankheitswert der Adipositas im Kindes- und Jugendalter ergibt sich aus
der funktionellen und individuellen Einschränkung, der psychosozialen
Beeinträchtigung und vor allem der bereits fassbaren häufigeren
Folgeerkrankungen im Vergleich zu Normalgewichtigen. Darüber hinaus ist ein
deutlich erhöhtes Erkrankungs- und früheres Sterblichkeitsrisiko im
Erwachsenenalter bekannt. Die gesundheitlichen Risiken der Adipositas im
Erwachsenenalter sind wissenschaftlich gut belegt.

Kosten der Fettleibigkeit
Für das zunehmende medizinische und ökonomische Problem der Adipositas im
Kindes- und Jugendalter gibt es weder präventiv noch therapeutisch eine
überzeugende Lösung. Das ökonomische Problem ergibt sich allein aus der
Tatsache, dass die ernährungsmitbedingten Krankheiten mit weit über 70
Milliarden Euro an den Kosten des deutschen Gesundheitssystems beteiligt
sind. Allein zur Behandlung der Folgen von 300.000 Herzinfarkten werden drei
Milliarden Euro im Jahr ausgegeben.

Patienten immer schwerer
Das Wissen über die Ursachen der Adipositas steigt. Dies erklärt aber nicht,
warum die Zahl der adipösen Patienten weiter zunimmt und diejenigen, die zur
stationären Therapie kommen, um 20 bis 30 Kilogramm schwerer sind als noch
vor 20 Jahren. Die Anzahl der negativen Begleiterscheinungen und
Folgeerkrankungen der Adipositas steigt ebenfalls. Die Ernährung und die
Ernährungsmöglichkeiten haben sich in diesem Zeitraum weder wesentlich
verbessert noch verschlechtert. Die Bewegungshäufigkeit hat mit Sicherheit
abgenommen, die Lust sich zu bewegen ebenfalls.

Kein Ausbildungsplatz wegen Adipositas?
Nicht nur die Begleiterkrankungen bei Kindern mit Adipositas nehmen zu,
sondern auch die nachteiligen Auswirkungen auf Schule, Ausbildung und Beruf:
Im Kampf um freie Lehrstellen haben dicke Jugendliche kaum Chancen, weil man
ihnen mehr oder weniger unbewusst unterstellt, dass sie träge, faul und
häufiger krank sind.

Präventionsmaßnahmen haben bisher nicht ausgereicht, um der beschriebenen
Entwicklung von Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen
entgegenzuwirken. Legt man streng wissenschaftliche Kriterien an, lassen
sich zurzeit keine Aussagen über die Wirksamkeit einer Adipositastherapie im
Kindes- und Jugendalter oder über die Wirksamkeit einzelner Elemente der
Therapie machen.

In der imedo Gruppe „Adipositas“ haben Sie die Möglichkeit, sich mit anderen
Betroffenen über Erfahrungen und Therapien auszutauschen und können offen
darüber schreiben: http://www.imedo.de/group/overview/index/220-adipositas

Lesen Sie weiter zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den
imedo-Gesundheitsnews: “Jugendliche brauchen ausreichend Schlaf”
( http://gesundheitsnews.imedo.de/news/107332-jugendliche-mussen-ausreichend-schlafen )

Autor: Edmund Fröhlich


Edmund Fröhlich absolvierte ein sozial- und
erziehungswissenschaftliches Studium, das er 1983 als Diplom-Pädagoge
abschloss. Dennoch war es das Management, das seine berufliche Laufbahn
prägte: zunächst in der Freien Wohlfahrtspflege und seit 1991 im
Gesundheitsbereich, in der Geschäftsleitung von Rehabilitationskliniken, u.
a. einer Adipositas-Klinik. Er ist heute selbstständig im Management für
Unternehmen und Verbände im Gesundheitswesen tätig, zudem ehrenamtlich im
Vorstand der Deutschen Kinderhilfe und des Kindernetzwerkes sowie im Beirat
der Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e. V. engagiert. Fröhlich hat für das
gesellschaftliche Phänomen der fettleibigen Kinder und Jugendlichen den
Begriff „Generation Chips“ ( www.generation-chips.de ) geprägt und engagiert
sich intensiv für eine Besserung der Umstände.

Fehlendes Gen macht Mäuse fett

Fehlendes Gen macht Mäuse fett

Forscher entdecken neuen Mechanismus, der Energiebilanz aus der Balance bringt

Wer auf Dauer zu viele Kalorien aufnimmt, wird dick. Hinter diesem einfachen Zusammenhang verbergen sich komplexe Mechanismen, die den Energieverbrauch messen und die Nahrungsaufnahme daran anpassen. Die Steuerungszentrale liegt in einem bestimmten Teil des Gehirns, dem Hypothalamus. Vor allem die heutige kalorienreiche Ernährung kann jedoch bewirken, dass die Steuerung aus dem Lot gerät – die Folge ist Fettleibigkeit (Adipositas). Prof. Thomas Braun vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim und sein Team fanden nun heraus, dass an der Entstehung von Adipositas nicht nur das Gehirn, sondern auch das Fettgewebe selbst beteiligt ist – genauer gesagt die Nerven, die im Gewebe liegen.

Den entscheidenden Hinweis lieferten Mäuse, bei denen ein bestimmtes Gen, das sogenannte Nscl-2, ausgeschaltet worden war. Das Gen ist sonst ausschließlich in Nervenzellen aktiv. Bei Mäusen, denen Nscl-2 fehlte, fanden die Forscher im Fettgewebe deutlich weniger Nerven. Besonders die kleinen Nervenfasern sowie diejenigen des vegetativen Nervensystems fehlten. Dadurch war die Informationsübertragung im Fettgewebe bei diesen Tieren deutlich reduziert.

Da Nervenfasern normalerweise entlang kleiner Blutgefäße, den Kapillaren, verlaufen, vermutete Braun einen Einfluss auf das Kapillarnetzwerk. „Erst seit Kurzem ist bekannt, dass Gefäß- und Nervensystem intensiv miteinander kommunizieren. Deshalb überraschte es uns nicht, als wir sahen, dass im Fettgewebe nicht nur Nervenfasern fehlen, sondern auch viel weniger Kapillaren vorhanden sind“, sagt der Forscher. Spannend war nun die Frage, ob und wie sich die Zusammensetzung des Fettgewebes zwischen Wildtyp-Mäusen und solchen, denen Nscl-2 fehlte, unterschied. „Auffällig ist, dass der Anteil unreifer „kleiner“ Fettzellen bei den Nscl-2-defizienten Mäusen um den Faktor 7 erhöht ist“, stellt Braun fest. Vor allem ein Subtyp dieser Fettzellen (Adipozyten), den die Forscher im Gewebe von Wildtyp-Mäusen überhaupt nicht fanden, konnten sie bei Nscl-2-defizienten Mäusen in großer Zahl nachweisen. Wie die Max-Planck-Wissenschaftler vermuten, ist die erhöhte Anzahl unreifer Fettzellen dafür verantwortlich, dass es den übergewichtigen Tieren vergleichsweise gut geht, obwohl sie aufgrund ihrer Fettsucht eigentlich einen Typ II-Diabetes entwickeln müssten.

Einen direkten Nutzen für Adipositas-Patienten verspricht sich Braun von den Ergebnissen derzeit jedoch nicht. Die Tatsache, dass die Mäuse mit dem fehlenden Ncsl-2 zwar nach der Pubertät fett werden, aber entgegen der Erwartung keine Typ II Diabetes entwickelten, weckt bei den Wissenschaftlern aber die Hoffnung, dass Betroffene auf lange Sicht von der Entdeckung des neuen Mechanismus profitieren werden. So wäre es denkbar, mittels des jetzt aufgedeckten Mechanismus Einfluss auf die Reifung von Fettzellen zu nehmen, um damit die Stoffwechselregulation zu verbessern.

Kurzer Schlaf fördert Übergewicht bei Senioren

Kurzer Schlaf fördert Übergewicht bei Senioren

Jetzt auch für ältere Menschen bestätigt: Sieben bis acht Stunden Schlaf halten schlank.

Ob die Schlafdauer ein Risikofaktor für Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) ist, wurde bisher nur bei Kindern und Erwachsenen untersucht. Nun geben zwei amerikanische Studien erstmalig auch Aufschluss über den Zusammenhang zwischen der Dauer des Schlafes und dem Körpergewicht von Senioren über 65 Jahren. Die Ergebnisse fallen dabei ähnlich wie bei jüngeren Menschen aus: Kurzschläfer mit weniger als fünf Stunden pro Nacht tragen ein deutlich höheres Adipositasrisiko als Personen, die nachts eine normale Schlafdauer von sieben bis acht Stunden aufweisen. Bei Frauen mit wenig Schlaf liegt die Gefahr der Gewichtszunahme mehr als doppelt und bei Männern mehr als dreifach so hoch als bei ausreichender Schlafmenge. Außerdem neigen Kurzschläfer zu einem höheren Körperfettanteil sowie einem größeren Bauch- und Hüftumfang.

Die Daten zur Schlafdauer der untersuchten Personen wurden nicht aus deren persönlichen subjektiven Angaben gewonnen, sondern es wurde objektiv dokumentiert, wie lange die Personen schliefen. Ein so genannter Aktigraf, eine Art Armbanduhr mit Bewegungsmelder, zeichnete den Schlaf-Wach-Rhythmus auf. Dazu führten die Studienteilnehmer Buch, wann sie schlafen gingen und aufstanden, und wann sie den Aktigrafen an- und abgelegt hatten. Besonders interessant: Beim Körperfettanteil zeigte sich nicht nur, dass er bei den Kurzschläfern am höchsten war. Auch bei Langschläfern von mehr als acht Stunden stieg der Körperfettanteil im Vergleich zu den Probanden, die sieben bis acht Stunden schliefen, wieder an.

Übergewichtige Kinder sind häufiger depressiv

Übergewichtige Kinder sind häufiger depressiv
Krankhaft übergewichtige Kinder zeigen durchweg höhere Rate paralleler psychischer Erkrankungen wie Angst, Depression oder Hyperaktivität sowie Schlafstörungen.

Bei krankhaft übergewichtigen Kindern treten begleitende psychische Erkrankungen bis zu dreimal häufiger auf als bei normalgewichtigen.
Dies zeigt eine Auswertung der GEK Diagnosedaten von Kindern, die unter starkem Übergewicht leiden. Professor Carl-Walter Kohlmann und Dr. Heike Eschenbeck von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd fordern deshalb, die psychische Dimension der so genannten Adipositas zukünftig stärker zu berücksichtigen.

Das Wissenschaftlerteam der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd und der Gmünder ErsatzKasse GEK geht der Frage nach, ob bestimmte psychische Erkrankungen und Schlafstörungen bei Kindern mit Adipositas häufiger auftreten als bei Kindern mit Normalgewicht.
Datenbasis sind die Diagnosen von rund 157.000 GEK-versicherten Kindern im Alter zwischen 6 und 14 Jahren. In dieser Gruppe sind laut ärztlichem Befund rund 6.000 junge Menschen oder 3,8 Prozent fettleibig.

Tatsächlich zeigte sich bei krankhaft übergewichtigen Kindern eine durchweg höhere Rate paralleler psychischer Erkrankungen wie Angst, Depression oder Hyperaktivität sowie Schlafstörungen. Im Vergleich zu den normalgewichtigen Kindern war zum Beispiel die Diagnosehäufigkeit eines Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndroms (ADHS) um 40 Prozent erhöht. Noch größere Unterschiede wurden bei den Befunden Angststörung (plus 70 Prozent) und Schlafstörung (plus 85 Prozent) beobachtet. Ein extremes Ergebnis gab es beim Befund Depressionen, unter denen übergewichtige Kinder dreimal so häufig leiden wie Normalgewichtige.

Ab der Pubertät steigt die psychische Belastung von Kindern mit Adipositas besonders stark an. Dabei spielen insbesondere Angststörungen eine Rolle. Außerdem ist die Adipositasdiagnose für Mädchen stärker als für Jungen mit psychischer Beeinträchtigung verbunden.

Für Heike Eschenbeck, Klinische Psychologin an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd und Mitautorin der Studie, belegen die Zahlen den erhöhten Bedarf präventiven Eingreifens. Eschenbeck: „Bei der Adipositas in jungen Jahren müssen wir noch stärker das seelische Wohlbefinden mit ins Auge fassen.“

Kalorienvergiftung – Wohlstand ist ungesund

Wohlstand macht krank

Sportmediziner, Allergologen, Schwimmweltmeister, Kabarettisten und Ernährungsmediziner gehören zum großen Expertenteam von imedo. Ab sofort berichten die Experten aus Funk und Fernsehen im wöchentlichen Wechsel darüber, was wirklich gesund ist, was Anfänger beim Sport beachten sollten und wie Pollen-Allergiker unbeschadet durch den Frühling und Sommer kommen. In dieser Woche: Dr. med. Thomas Kurscheid, Köln, warnt vor krank machendem Wohlstand. www.imedo.de ist das richtungweisende Gesundheitsportal mit der bekanntesten Gesundheitscommunity in Deutschland.

Ein Großteil der Krankheiten entsteht durch falsche Ernährung. Zwei der größten Probleme sind dabei Übergewicht und Adipositas. Einer Studie zufolge sind 66 Prozent aller Männer und 51 Prozent der Frauen in Deutschland übergewichtig. Das ist dann der Fall, wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 25 liegt. Bei adipösen Menschen liegt der BMI über 30. Das ist immerhin bei 21 Prozent der übergewichtigen Männer und 19 Prozent der übergewichtigen Frauen der Fall.

Bei einem BMI ab 30 kann man getrost davon ausgehen, dass sich irgendwann Folgeerkrankungen des Übergewichts einstellen, wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und erhöhte Blutzuckerwerte. In der Konsequenz folgt dann Diabetes und eine zunehmende Verkalkung der Arterien, die dann wiederum zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann. Dies umso mehr, wenn man auch noch erblich vorbelastet ist. Etwa jeder zweite Mensch stirbt in Deutschland an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sieben bis acht Millionen Deutsche haben Diabetes, davon 80 bis 90 Prozent Diabetes Typ II. Der sogenannte “Altersdiabetes” müsste umbenannt werden. Er tritt heutzutage infolge andauernder “Kalorienvergiftung” schon häufig im Alter von 15 auf!

Unser Körper ist im Vergleich zum Auto ein hochkomplexes System. Beim Auto wissen wir: Wenn wir zu viel tanken, läuft der Tank über, wenn wir statt Benzin Diesel tanken, geht der Motor kaputt. Unser Körper reagiert zwar etwas nachsichtiger, aber auch nicht auf Dauer.
Kurzfristig vertragen wir fast jeden “Treibstoff”. Langfristig führt ein Zuviel an falscher Ernährung zu Krankheiten im System Mensch.

Eine typische Vorstufe ist das sogenannte metabolische Syndrom, kurz MetSyn. Es nimmt in Industrieländern rasant zu, mittlerweile ist rund ein Viertel der westlichen Bevölkerung betroffen. Je wohlhabender eine Nation ist, desto mehr schlägt sich dies auch auf den Hüften nieder. Die Risikofaktoren für das metabolische Syndrom nennt man auch “die vier B” oder “das tödliche Quartett”: Bauchfett, erhöhter Blutzucker, erhöhte Blutfette und Bluthochdruck. Vom metabolischen Syndrom sind Menschen betroffen, auf die mindestens drei der folgenden Kriterien zutreffen.

– Stammbetontes Übergewicht: Ist der Taillenumfang einer Frau größer als 88 Zentimeter oder der eines Mannes größer als 102 Zentimeter. Bauchfett ist ein hormonell hoch aktiver Gewebsbestandteil, der ursächlich an Fettstoffwechselstörungen beteiligt ist.
– Diabetes Typ II: Liegt der Nüchternblutzucker höher als 100 mg/dl (Milligramm pro 100 Milliliter).
– Bluthochdruck: über 130 bzw. 85 mmHG. Das Herz eines übergewichtigen Menschen muss deutlich mehr leisten als das eines Normalgewichtigen.
– Fettstoffwechselstörung oder eine Erhöhung der Triglyceride über 150 mg/dl. Beides lässt die Gefäße schneller altern und bereitet so den Boden für vorzeitigen Herzinfarkt und Schlaganfall.

Das Problem des metabolischen Syndroms besteht darin, dass jede einzelne Erkrankung für sich bereits eine Gefahr für die Gesundheit ist. Das gemeinsame Auftreten erhöht die Gefahren erheblich. Ein erhöhter Blutdruck in Kombination mit einem erhöhten Cholesterinspiegel verdoppelt das Herz-Kreislauf-Risiko nicht nur, sondern vervierfacht es.

Viele Menschen denken, dass die Risiken übertrieben werden. “Mich wird es schon nicht treffen.” Doch hier muss ich widersprechen: Es könnte Sie treffen, aber – das ist die gute Nachricht – Sie können sehr viel tun, um dies zu verhindern.

Weitere aktuelle Gesundheitsinformationen unter:
http://gesundheitsnews.imedo.de/

Dick durch Diät

ARTE, Samstag, 11.04. um 09:45 Uhr

Dick durch Diät

Warum Abnehmen manchmal aussichtslos ist

Die Zahl der übergewichtigen Menschen steigt dramatisch an, viele leiden sogar an Fettleibigkeit. Gesundheitsorganisationen warnen schon lange vor den gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen dieser Entwicklung. Woran liegt es, dass die Zahl der dicken Menschen allen Aufrufen zum Trotz weiter ansteigt? ARTE zeigt diese Sendung im Rahmen der Themenwoche „Essen, aber richtig!“.

Joachim Werner hat seit zwei Jahren seine Wohnung nicht mehr verlassen. Er kann nicht mehr aufstehen, kann nicht mehr richtig gehen, hat Beschwerden in den Gelenken, alle Körperfunktionen sind eingeschränkt. Wenn nichts geschieht, wird Joachim Werner daran sterben. Seine Krankheit: Adipositas, Fettleibigkeit. Er ist 39 Jahre alt und wiegt 270 Kilo. Joachim Werner ist kein Einzelfall: Fast epidemieartig breitet sich weltweit die Fettleibigkeit aus. Aber warum gibt es so viele Dicke? Vor allem bei Kindern und Jugendlichen nimmt die Zahl der Übergewichtigen stetig zu und Gesundheitsorganisationen schlagen Alarm. Doch warum helfen alle Diäten und alle Aufrufe, sich mehr zu bewegen und gesünder zu essen, nicht? Warum steigt die Zahl der Übergewichtigen weiter, so dass inzwischen jeder dritte erwachsene Europäer zu viele Pfunde mit sich herumträgt, 20 Prozent der Bevölkerung an Adipositas leiden und die durch Fettleibigkeit verursachten Krankheiten fast fünf Prozent der Gesundheitskosten verschlingen? Die Dokumentation sucht nach Antworten.

Magenverkleinerung

Dicke Kohle mit falschen Versprechungen: Magenverkleinerung
Dicke brauchen eine gesunde Lebensführung und keine Operationen

Wir prangern den kritiklosen und einseitigen Umgang mit dem Thema „Adipositas-Chirurgie“ an und fordern die Ärzte und Patienten gleichermaßen auf, zu den Tatsachen zurückzukehren, informierte das Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. in Köln. Seit einiger Zeit steht zur Behandlung von Übergewicht und Fettsucht immer mehr das Thema Magenverkleinerung im Mittelpunkt.
Oftmals erscheint es so, als gäbe es Menschen, die ohne chirurgische Maßnahmen nicht abnehmen können, und das ist grundsätzlich falsch. Bis auf extrem wenige Adipöse benötigt niemand so extreme und gefährliche Eingriffe. In der öffentlichen Diskussion erweckt es immer wieder den Anschein, als ließe sich durch eine minimale und einfache Operationstechnik in Form von Magenbändern Adipösen nachhaltig helfen, mokiert sich der DKGD-Vorsitzende Sven-David Müller. Vielmehr ist es so, dass Übergewicht und Fettsucht praktisch immer durch eine Umstellung des Ernährungsverhaltens mit Lebensstilveränderung, wozu auch Entspannungstechniken und Bewegungsprogramme zählen, dauerhaft reduziert werden können.

Adipositas-Chirurgie spült viel Geld in die Kassen der Kliniken und darauf spezialisierten Ambulanzen. Die zunehmende Berichterstattung in den Medien und der Focus auf die selig-schlankmachende Magenvolumen-Verringerung durch Magenbänder und Co. ist auf die Marketingmaschinerie der ausführenden Chirurgen zurückzuführen. Hier lässt sich feststellen, dass viele Mediziner unkritisch und auf Kosten der betroffenen Patienten und des Gesundheitswesens bewusst Fehlinformationen streuen. Viele Übergewichtige und Fettsüchtige glauben inzwischen an diese Fehlinformationen und fallen auf die Verkaufsstrategie herein, dass eine Magenverkleinerung der einzige und sicherste Weg zur Gewichtsreduktion sei.
Das Magenband ist jedoch kein „Zuckerschlecken“. Adipöse Menschen weisen ein extrem hohes Operationsrisiko auf, und das gilt natürlich auch für minimal-invasive Chirurgie. Außerdem bedarf der „Magenverkleinerte“ der intensiven Diät- und Ernährungsberatung, um die unangenehmen Folgen des Magenbandes überhaupt ertragen zu können. Spätestens an diesem Punkt holt den Patienten die Notwendigkeit der Ernährungs- und Lebensstilveränderung ein. Und natürlich ist auch mit Magenband eine nachhaltige Gewichtsreduktion nur bei verstärkter körperlicher Aktivität möglich. Der Magenverband selbst verhindert den Jojo-Effekt nicht, da er keinen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel ausübt. Das Magenband ist lediglich eine extrem teure und praktisch immer überflüssige Methode, die Übergewichtigen vorgaukelt, alleinwirksam zu sein.
Übergewicht lässt sich ausschließlich durch Verhaltensänderung abbauen. Nur das ist nachhaltig und damit effektiv. Übergewichtige, die etwas anderes glauben oder hoffen, sind der Fehlinterpretation der Magenband-Befürworter und ihrer eigenen Trägheit sowie Bequemlichkeit aufgesessen. Mit aller Deutlichkeit stellen die Experten des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik fest, dass Übergewicht nur durch eine negative Kalorienbilanz abzubauen ist. Das ist nur sinnvoll möglich durch eine Kalorienbeschränkung und eine Erhöhung des Energiebedarfs durch Alltagsbewegung und Sport. Dies durchzuhalten erfordert eine Verhaltenstherapie, die Stress abbaut und so alltägliche Veränderungen überhaupt erst ermöglicht. Ganzheitliche Adipositas-Programme schließen daher immer die Faktoren Ernährung, Bewegung und Verhalten ein. Mit solchen Programmen, die in ganz Deutschland angeboten und von den Krankenkassen finanziert werden, kann jeder abnehmen. Natürlich ist das mühsam, gesteht Diplom-Pädagogin Almut Carlitscheck, DKGD-Vorstand, ein. Jedoch sollten hierbei die Übergewichtigen nach den Hilfen, die realistisch, ungefährlich und effektiv sind, greifen.

Mir sind in 20 Jahren Berufspraxis keine übergewichtigen oder adipösen Menschen begegnet, die nur durch Magenbänder und Co. hätten abnehmen können. Ich kann verstehen, dass auch Chirurgen Geld verdienen möchten, macht Sven-David Müller deutlich. Aber es kann doch nicht angehen, dass plötzlich der einzige Weg zur schlanken Linie über den OP-Tisch führt. Die Marketing-Maschinerie der Kliniken und Chirurgen hat inzwischen gleichermaßen die Medienlandschaft und die Bevölkerung durch gezielte Fehlinformation beeinflusst. Wenn sogar in Magazinen der öffentlich rechtlichen Fernsehsender die Magenverkleinerung als das einzige Allheilmittel dargestellt wird, kommt schon Zweifel auf. Dabei auch noch Vorwürfe gegen die Krankenkassen zu erheben und die Forderung zu formulieren, dass alle Adipösen nur chirurgisch behandelbar seien, ist konkrete Werbung für Kliniken, deren Ärzte und Marketingstrategen sich des Themas einseitig annehmen. Glücklicherweise unterstützen die Krankenkassen in Deutschland Adipositas-Operationen nur dann, wenn sie tatsächlich sein müssen. Und das ist gut so, fasst der DKGD-Vorstand zusammen.

Es darf nicht vergessen werden, dass auch ein Chirurg und Kliniken Unternehmer sind. Und Unternehmen müssen Geld verdienen. Da kommt die wachsende Zahl der verzweifelten aber uneinsichtigen Dicken gerade recht. Übergewichtige sind eine ideale Zielgruppe, denn in Verzweiflung kaufen sie unsinnige Schlankheitsmittel und fordern die Krankenkassen zur Bezahlung ebenso unsinniger Operationen auf. Statt im therapeutischen Team aus Ernährungsmediziner, Diätassistent, Bewegungstherapeut und psychologischem Berater das Leben umzustellen, setzen sie auf mechanische Hilfe von innen durch Magenbänder und Co. Keiner wird dazu gezwungen, zu viel und falsch zu essen sowie die Bewegung einzuschränken, stellt Almut Carlitscheck fest. Der Mensch ist kein reines Triebwesen, das hilflos den Fressbegierden und schlechten Gewohnheiten einfach erliegt. Jeder kann sein Verhalten ändern und vernünftig handeln. Das macht jeden Menschen schlank. Übergewichtige müssen selbst ihren Beitrag zur eigenen Gesundheit und Figur leisten.

Übergewichtigen, die behaupten, schon vom Anblick von Speisen zuzunehmen oder selbst bei minimaler Kalorienaufnahme nicht abzunehmen, sei entgegnet, dass es ein energieerzeugendes Perpetuum Mobile nicht gibt. Andernfalls könnten die Übergewichtigen in Deutschland die Weltenergie-Problematik lösen, indem sie aus nichts Energie erzeugen. Aus nichts lässt sich grundsätzlich auch keine Masse erzeugen. Übergewichtige stehen nicht außerhalb der physikalischen Grundgesetze, betont Ernährungsexperte Sven-David Müller. Es ist doch albern, was manche Übergewichtige behaupten. Es ist fast so albern, wie die Behauptung der Adipositas-Chirurgen. Auch sind die Drüsen bei Übergewichtigen praktisch nie verantwortlich für die Entstehung von Übergewicht. Das Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik fordert die Chirurgen in Deutschland auf, Adipöse hinsichtlich der Notwendigkeit von Operationen nicht länger in die Irre zu führen und damit das Fehlverhalten zu fördern!

Normalgewichtige Männer in der Minderheit

Normalgewichtige Männer in der Minderheit

DGE-Ernährungsbericht 2008 bestätigt Verbreitung von Übergewicht und Adipositas

Männer sind nicht nur in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig als Frauen. Normalgewichtige Männern sind bereits ab 35 Jahren in der Minderheit. Bei Frauen liegt die Grenze bei 55 Jahren. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Ernährungsberichts 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Um Ausmaß und Folgen des Übergewichts besser beurteilen zu können, wurden für den Ernährungsbericht Daten aktueller nationaler Studien herangezogen. Als übergewichtig in Deutschland gilt, wer einen Body Mass Index (BMI) > 25 hat. Ein zunehmendes Körpergewicht, das über das Normalmaß mit einer exzessiven Vermehrung des Körperfettanteils hinausgeht, wird als Präadipositas (BMI bis 29,9) und Adipositas (BMI > = 30) definiert. Laut der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II) sind etwa 68 % der Männer und 50 % der Frauen zwischen 18 und 80 Jahren übergewichtig, davon 21 % bzw. 20 % adipös. Im Vergleich dazu ist Untergewicht (BMI < 18,5) mit 0,7 % bei den Männern und 1,9 % bei Frauen wenig verbreitet. Die Daten des Mikrozensus liefern ähnliche Ergebnisse. Danach sind Männer im Alter von 18 bis 90 Jahren zu ca. 58 % und Frauen zu etwa 42 % übergewichtig, 14 % bzw. 13 % waren adipös. Untergewichtig waren 1 % der Männer sowie 4 % der Frauen. Auch bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 - 17 Jahren ist Übergewicht schon weit verbreitet. Die KiGGS-Studie stuft 15 % von ihnen als übergewichtig und ca. 6 % als adipös ein. Untergewicht spielte bei weniger als 10 % der Kinder eine Rolle. Kein nationales Phänomen: Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer globalen Adipositasepidemie und schätzt, dass bereits im Jahr 2005 weltweit ca. 1,6 Mrd. Menschen über 15 Jahre übergewichtig und davon ca. 400 Millionen Menschen adipös waren.

Nicht nur das Übergewicht an sich, sondern auch die Verteilung des Körperfetts bergen das Risiko für weitere Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Gicht, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels.
Mit steigender Körperfettmasse steigt auch das Risiko für Krebserkrankungen wie Speiseröhren-, Bauspeicheldrüsen-, Dick- und Mastdarmkrebs sowie Nieren-, Brust- und Gebärmutterkrebs.

Normalgewichtige Männer in der Minderheit

Normalgewichtige Männer in der Minderheit
DGE-Ernährungsbericht 2008 bestätigt Verbreitung von Übergewicht und Adipositas

Männer sind nicht nur in allen Altersgruppen häufiger übergewichtig als Frauen. Normalgewichtige Männern sind bereits ab 35 Jahren in der Minderheit. Bei Frauen liegt die Grenze bei 55 Jahren. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Ernährungsberichts 2008 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE). Um Ausmaß und Folgen des Übergewichts besser beurteilen zu können, wurden für den Ernährungsbericht Daten aktueller nationaler Studien herangezogen. Als übergewichtig in Deutschland gilt, wer einen Body Mass Index (BMI) > 25 hat. Ein zunehmendes Körpergewicht, das über das Normalmaß mit einer exzessiven Vermehrung des Körperfettanteils hinausgeht, wird als Präadipositas (BMI bis 29,9) und Adipositas (BMI > = 30) definiert. Laut der Nationalen Verzehrstudie II (NVS II) sind etwa 68 % der Männer und 50 % der Frauen zwischen 18 und 80 Jahren übergewichtig, davon 21 % bzw. 20 % adipös. Im Vergleich dazu ist Untergewicht (BMI < 18,5) mit 0,7 % bei den Männern und 1,9 % bei Frauen wenig verbreitet. Die Daten des Mikrozensus liefern ähnliche Ergebnisse. Danach sind Männer im Alter von 18 bis 90 Jahren zu ca. 58 % und Frauen zu etwa 42 % übergewichtig, 14 % bzw. 13 % waren adipös. Untergewichtig waren 1 % der Männer sowie 4 % der Frauen.

Auch bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 – 17 Jahren ist Übergewicht schon weit verbreitet. Die KiGGS-Studie stuft 15 % von ihnen als übergewichtig und ca. 6 % als adipös ein. Untergewicht spielte bei weniger als 10 % der Kinder eine Rolle.

Kein nationales Phänomen: Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer globalen Adipositasepidemie und schätzt, dass bereits im Jahr 2005 weltweit ca. 1,6 Mrd. Menschen über 15 Jahre übergewichtig und davon ca. 400 Millionen Menschen adipös waren.

Nicht nur das Übergewicht an sich, sondern auch die Verteilung des Körperfetts bergen das Risiko für weitere Erkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck, Gicht, koronare Herzkrankheit, Schlaganfall oder Störungen des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels. Mit steigender Körperfettmasse steigt auch das Risiko für Krebserkrankungen wie Speiseröhren-, Bauspeicheldrüsen-, Dick- und Mastdarmkrebs sowie Nieren-, Brust- und Gebärmutterkrebs.