Michelin Frankreich mit neuem Geschäftsführer auf Krawallkurs

Marc Veyrat, Marc Haeberlin von L’Auberge de l’Ill (Illhaeusern) und Pascal Barbot von L’Astrance, in Paris verloren jeweils ihren Dritten Stern. Die Auberge de l’ill hatte seit 52 Jahren drei Sterne.

In Frankreich rumort es. Das Gerücht kursierte, es wurde am Montagmorgen von Marc Veyrat bestätigt. Er verlor seinen dritten Stern im Michelin Guide. Der Koch mit dem schwarzen Hut sagte, er sei „schrecklich enttäuscht“. Der Sterne wurde ihm nur ein Jahr nach der Verleihung für sein „Maison des Bois“ in Haute-Savoie entzogen.

Marc Veyrat mit seinen neuen CHROMA HAIKU Messer und Christian Romanowski

„Es ist schlimmer als unfair. Ich kann es nicht verstehen“, erklärte Marc Veyrat in einem Interview mit dem Radiosender Europe 1. Und er fügte völlig enttäuscht hinzu: „Wir haben nicht die Begründungen verstanden, das ganze Team ist fassungslos!“

Zwei weitere große Köche wurden auf die gleiche Weise degradiert und verloren ihren Dritten Stern: Es sind Marc Haeberlin von L’Auberge de l’Ill (Illhaeusern) und Pascal Barbot von L’Astrance, in Paris.

Uns erreichten Zuschriften, dass der Verlust der Sterne der L’Auberge d’Ill und des Astrance mehr als gerechtfertigt seien. Ingo Scheuermann zeigt sein Menü vom 18.11.2018 und ist empört:

Sebastien Bras gab 2017 seine „Drei Sterne“ zurück. Nun bekommt er zwei Stück wieder, obwohl er diese nicht will. Bras habe das „mit Erstaunen“ zur Kenntnis genommen, erklärte der 47-Jährige am Montag. Die „widersprüchliche Entscheidung“ des Guide Michelin mache ihn „skeptisch“. Die Sterne und die „Strategien“ des Gastronomieführers würden ihn aber ohnehin nicht mehr interessieren.

In den deutschen Foren wird natürlich heftig diskutiert. Die deutschen Sterneköche halten sich sehr zurück, verraten aber im persönlichen Gespräch ihr Unwohlsein über die ungerechtfertigte Entscheidung des Michelins. Aber niemand möchte sich gegen die Rote Gourmet Bibel stellen, schon gar nicht kurz vor der Vergabe. Michelin soll sich alleine disqualifizieren, aber es ist überall ein ungutes Gefühl zu merken.

Thorsten Firlus schreibt in der Wirtschaftswoche: „Die Zeichen in der Welt der Haute Cuisine stehen auf Umbruch. Fischrestaurants in U-Bahnstationen bekommen drei Sterne, Straßenküchen einen – die französischen Granden können sich ihrer Sterne hingegen nicht mehr sicher sein.“

Ehemalige Sterneköche, die nicht vom Michelin abhängig sind äussern sich eindeutig.


Für Deutschland erscheint der Michelin diesmal erstmals im Februar. Vermutlich plant man auch hier so einen „Coup“, um sich mediale Aufmerksamkeit zu sichern!

Michelin Deutschland
Wie bisher außerdem Rolling Pin berichtet: Der Guide Michelin 2019 hat sechs Restaurants von zwei Sternen auf einen Stern herabgestuft: Alain Dutourniers Carré des Feuillants im ersten Pariser Arrondissement David Bizets Taillevent im achten Pariser Arrondissement  Guy Lassausaie vom Guy Lassausaie in Chasselay  Alain Montigny vom L’Oasis in Manedelieu-la-Napoule  Nicolas Decherchi vom La Paloma in Mouginbs  Thierry Daraus La Chabotterie in Saint-Sulpice-sur-Verdon

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