„Fischerzunft“ von André Jaeger

Das DEUTSCHE INSTITUT FÜR KOCH- UND LEBENSKUNST, Leipzig und Frankfurt am Main, hat „Fischerzunft“ aus dem AT-Verlag zum KOCHBUCH DES MONATS November 2010 gekürt.

Die Begründung der Jury lautet:
Ein junger Koch entdeckt auf seine Weise, dass Liebe durch den Magen geht. Er heiratete eine Japanerin und wollte nun, für seinen Beruf naheliegend, auch ihrer beiden Küchen vermählen.
Das geschah lange vor der Zeit, zu der die nationalen Küchen begannen, ihre Stammlande zu verlassen, um sich in einen globalen Genuss einzureihen. Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht. So lautete die Maxime jener Tage. André Jaeger, der Avantgardist am Herd, wurde wegen seiner neuen Ideen verspottet, als Spinner gescholten. Aber er hielt durch. Heute gilt der Pionier von damals als ein Wegbereiter des Crossover und großer Koch. Seine Rezepte haben zahlreiche Nachahmer gefunden, die aber ihre Quelle gerne verschweigen.

So ist André Jaeger dem breiten Publikum weitgehend unbekannt geblieben. Das wird sich ändern. Denn nun hat er ein Kochbuch vorgelegt, ein höchst erstaunliches sogar, das asiatische Gelassenheit, schweizer Witz („perfekt“ hat Juror Harald Wohlfahrt das Buch kommentiert) mit der Perfektion des Meisterkochs paart. Uns läuft das Wasser im Munde zusammen, ein ganzer Bodensee voll, an dessen Schweizer Ufer André Jaeger kocht.

Wir beginnen mit einem Sesamradieschen mit Kaviar als Amuse geule und einem Maiscremesüppchen mit einem kleinen Flußbarschfilet-Spieß als Vorspeise. Als Zwischengang wartet ein soufflierter Hummer. Danach können wir uns nicht entscheiden zwischen einem Stubenküken mit Bohnenpaste und Avocadogemüse und dem sehr besonderen Spanferkel à la mode d’Andre, das uns so knusprig und prall anspringt und eine Alternative zur Weihnachtsgans sein könnte. Oder einer Geschmorten Ente mit Bitterschokolade, mit Zitrusfrüchten gebraten. Die zahlreichen Schokoladendesserts klingen süß und dunkel, aber zum Dessert hätten wir gern die heitere Erdbeercharlotte mit Chartreuse-Crème oder das Wasabi-Soufflé oder am besten beides.
Der Verlag hat das seine getan und sich nicht lumpen lassen. So konnte das seit Jahren wohl schönste und liebevollste Kochbuch entstehen. Quelle:Frank Brunner

Die Jury:
Harald Wohlfahrt, Meisterkoch
Jean Claude Bourgueil, beherrscht den Spagat Paris-Tokyo
Stefanie Gundermann, Kunstrestauratorin
Robert Menasse, Schriftsteller und Ästhet
Frank Brunner, Kritiker

Rezeptprüfer:
Henri Bach, Kulturhauptstädter mit 2 Sternen
Thomas Neeser, ehemals Adlon, jetzt Neuschweizer

André Jaeger: Fischerzunft, AT-Verlag (Aarau), 2010, 240 Seiten, Versandkostenfreie Bestellmöglichkeit: 978-3-03800-544-5 , 69,- Euro (D) / 71,- Euro (A) / 98,- sFr

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.Kochbuch-des-Monats.de

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