Porno statt Partner?

„Wir steuern auf eine Masturbationsgesellschaft zu.“ Ein Satz, der es in sich hat und den Oswalt Kolle, Deutschlands berühmtester Aufklärer, in der neuen WOMAN (Erscheinungstermin 28. Juni 2005) sagt.
Durch das Internet habe Pornografie eine andere Qualität und vor allem Quantität bekommen, sie sei so leicht zugänglich wie nie. Oswald Kolle in WOMAN: „Ich mache mir Sorgen um Männer, die mit runtergelassener Hose vor dem PC sitzen, schnell per Mausklick ihre Befriedigung bekommen und kein Interesse mehr an Partnerschaft haben!“

Es gibt Websites, die einen Orgasmus in 30 Sekunden versprechen. Solche Garantien gibt es im echten Leben nicht. Oswald Kolle: „Viele Männer verlieren das Interesse daran, rauszugehen und zu verführen oder verführt zu werden. Warum sollten sie auch, wenn sie schon befriedigt sind?“

Forscher der Uni Bonn fanden heraus, berichtet WOMAN, dass 90 Prozent der Männer und 86 Prozent der Frauen sich regelmäßig selbst befriedigen. Eine Untersuchung der Uni Hamburg verzeichnete in den vergangenen 30 Jahren bei Männern einen Anstieg von 22 Prozent, bei Frauen sogar um 50 Prozent.

Es sei illusorisch sich in die Vorstellung zu retten, ungezügelte Web-Pornografie habe keinen Einfluss auf eine Beziehung. Der bekannte Heidelberger Paartherapeut Ulrich Clement warnt in WOMAN: „Das Internet kann zu einem Fluchtbereich für Männer werden. Sie schaffen sich eine Welt jenseits der Partnerschaft.“

Eine Aussage vor dem Hintergrund, dass 33 Prozent aller deutschen Männer regelmäßig Internet-Sexsites ansteuern und geschätzte 30 000 Deutsche süchtig nach Web-Pornos sind.

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