Schlankheitskaffees

In enger Zusammenarbeit von Zoll und der Tierärztlichen Grenzkontrollstelle des Hessischen Landeslabors wurden bisher 25 Proben „Slimming coffee“ oder „Abnehmkaffee“ bei der Einfuhr am Frankfurter Flughafen beprobt und analysiert. Dabei wurden in fast allen Proben nicht deklarierte und nicht zugelassene Arzneistoffe gefunden, die eine appetithemmende oder abführende und zum Teil sogar gesundheitsschädliche Wirkung haben können.

„Unsere Experten am Standort Kassel des LHL haben insbesondere die Arzneistoffe Phenolphthalein und Sibutramin, aber auch ein Stoffwechsel-Zwischenprodukt von Sibutramin, das Didesmethylsibutramin, gefunden“, teilte der Direktor des Hessischen Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn, in Gießen Gourmet Report mit. „Die hier ermittelten Konzentrationen dieser Substanzen waren teilweise so hoch, dass durch den Verzehr nur einer Portion Abnehm-Kaffee bereits das Doppelte der in früher zugelassenen und rezeptpflichtigen Arzneimitteln enthaltenen Tagesdosierung aufgenommen wird“, erklärte Brunn. Die Produkte seien vermutlich über das Internet bestellt und aus China, Thailand oder den USA zu den deutschen Kunden verschickt worden.

Sibutramin ist dem Landeslabor zufolge ein Wirkstoff aus der Gruppe der Appetitzügler und wurde zur Behandlung von starkem Übergewicht eingesetzt. Bis Anfang 2010 sei das Mittel Reductil® mit dem Wirkstoff Sibutramin als verschreibungspflichtiges Medikament auf dem Markt gewesen. Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen bei gleichzeitig mäßiger Gewichtsreduktion habe die europäische Arzneimittelbehörde EMEA im Januar 2010 empfohlen, die Zulassung von Arzneimitteln mit Sibutramin aufzuheben. Inzwischen werde, so Brunn, Sibutramin in Europa nicht mehr in Arzneimitteln eingesetzt. Phenolphthalein ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Abführmittel. Es werde jedoch aufgrund seiner möglicherweise krebserzeugenden Wirkung sowie bedenklicher Nebenwirkungen ebenfalls seit etlichen Jahren nicht mehr als Arzneimittel eingesetzt, teilte das Landeslabor mit.

ÖKO-TEST Reiseapotheke

Pünktlich zur Reisezeit hat ÖKO-TEST die besten und günstigsten rezeptfreien Arzneimittel für
die Urlaubsapotheke zusammengestellt. Dabei sind mehr als 60 Präparate zur Behandlung von
Allergien, Durchfall, Insektenstichen, Reiseübelkeit und Schmerzen bei Erwachsenen sowie
Kindern, ebenso Sonnenbrandmittel und Pflaster.

Das Verbrauchermagazin hat die Wirkstoffe
dieser Medikamente einer pharmakologischen Begutachtung unterziehen und auch die Hilfs-und Inhaltsstoffe überprüfen lassen.
Durchfall, Sonnenbrand und Mückenstiche sind die häufigsten allgemeinen Beschwerden auf
Reisen. Bei Durchfall eignen sich Mittel mit der Trockenhefe aus Saccharomyces cerevisiae
Hansen CBS 5926 und Lactobacillus rhamnosus GG, die laut Studien die Dauer eines Durchfalls
verkürzen und die Vermehrung schädlicher Keime im Darm stoppen können. Erwachsene
können im Notfall – etwa bei langen Busfahrten oder Ausflügen – zu Mitteln mit dem Wirkstoff
Loperamid greifen. Der Wirkstoff unterdrückt die Symptome, in dem er die Darmbewegungen
hemmt. ÖKO-TEST empfiehlt beispielsweise das Durchfallmittel Omniflora Akut oder die
Hartkapseln Hamadin N.

Am besten man bekommt keinen Sonnenbrand. Hat es einen doch erwischt: Sofort raus aus der
Sonne und die geschädigte Haut mindestens eine Woche lang der Sonne nicht mehr aussetzen.
Die Schmerzen lassen sich mithilfe von feuchten Umschlägen mindern. Ebenfalls können Mittel
mit Dexphanthenol, wie das Bepanthen Kühlendes Schaumspray, Juckreiz und Schmerzen
lindern und die Regeneration der Haut unterstützen.
Wer von Insekten gestochen wurde, sollte auf ein Präparat mit Hydrocortison setzen, denn
dieser Wirkstoff unterdrückt die Überreaktion des Immunsystems.

Hier empfiehlt ÖKO-TEST
beispielsweise die Hydro Heumann Hautcreme 0,5% oder die Hydrocutan Creme 0,25%. Die
Präparate sollten aber nur kleinflächig und kurzfristig angewendet werden.

Schlankheitsmittel sind keine Wunderwaffen gegen Übergewicht

Schlankheitsmittel sind keine Wunderwaffen gegen Übergewicht

Wer Gewicht verlieren will, sollte sich mehr bewegen und seine Ernährung umstellen. Schlankheitsmittel können diese langfristige Verhaltensänderung nicht ersetzen, sondern bestenfalls unterstützen. Immer neue Nahrungsergänzungsmittel werden als Wunderwaffen gegen Übergewicht beworben. „Wer hofft, seine überzähligen Pfunde allein durch Tabletten dauerhaft ohne Nebenwirkungen verlieren zu können, irrt leider“, so Friedemann Schmidt, Vizepräsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. „Das Versprechen, schnell und ohne Diät nach Belieben abzunehmen, ist schlicht Quacksalberei. Wer sich unabhängig informieren will oder Hilfe beim Abnehmen braucht, kann mit seinem Apotheker sprechen.“ Bundesweit haben sich mehr als 2.000 Apotheker auf Ernährungsberatung spezialisiert. Wenn eine Ernährungsumstellung nicht ausreicht, sollten Verbraucher in erster Linie zu zugelassenen Medikamenten greifen statt zu Nahrungsergänzungsmitteln.

Schlankheitsmittel von dubiosen Internethändlern enthalten oft riskante Inhaltsstoffe, ohne dass dies für den Verbraucher erkennbar ist. Bei einem Testkauf der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2007 waren 13 von 16 bestellten Schlankheitsmitteln gesundheitsgefährdend. Schmidt: „Verbraucher sollten heute bei Bestellungen bei dubiosen Internethändlern sehr kritisch sein, denn der Handel mit gefälschten Präparaten hat in den letzten Jahren drastisch zugenommen.“ In einer Online-Umfrage gab mehr als jeder Zweite an, schon einmal Schlankheitsmittel ausprobiert zu haben.

In Apotheken gibt es verschiedene Medikamente, die einen Gewichtsverlust nach einer Ernährungsumstellung unterstützen können. Je nach Wirkstoff und Dosierung sind sie rezeptfrei oder verschreibungspflichtig. Als Nebenwirkungen sind je nach Wirkstoff unter anderem Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit, erhöhter Blutdruck oder Kopfschmerzen möglich. Abführmittel oder Diuretika sind grundsätzlich nicht als Diäthilfen geeignet. Füll- und Quellstoffe, wie zum Beispiel Weizenkleie, sind unbedenklich.

Stiftung Warentest: Erkältungsmittel

Erkältungsmittel:Welche Mittel wirklich helfen

Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind lästig, aber meist harmlos. Da die Symptome aber sehr unangenehm sein können, bieten die Apotheken eine Vielzahl von Mitteln an, die Erkältungssymptome lindern und behandeln. Doch längst nicht alle sind auch geeignet, wie die Zeitschrift test für ihre Dezember-Ausgabe ermittelt hat.

Wenig geeignet sind zum Beispiel die Mittel Grippostat C, Wick medinait Erkältungssaft für die Nacht, Wick daymed Erkältungskapseln für den Tag, Doregrippin oder Aspirin Complex Granulat. Diese Mittel sind nicht sinnvoll zusammengesetzt, weil es sich um Kombinationen mehrerer Wirkstoffe gegen verschiedene Erkältungssymptome handelt.

Besser ist es, gezielt einzelne Erkältungssymptome zu behandeln und Präparate zu benutzen, die nur einen Wirkstoff enthalten. Hier kann man getrost die preiswertesten Mittel kaufen. Bei Schmerzen und Fieber eignen sich zum Beispiel Mittel mit den Wirkstoffen Azetylsalizylsäure (ASS), Ibuprofen oder Parazetamol. Bei Schnupfen hilft der Wirkstoff Xylometazolin, der in Nasensprays vorhanden ist, die zwischen 2,56 Euro und 5,05 Euro für 10 ml kosten. Bei Husten können die Wirkstoffe Ambroxol und Azetylzystein dazu beitragen, dass sich der festsitzende Schleim in den Bronchien löst und besser abgehustet wird. Hier kosten die Mittel zwischen 2,30 Euro und 2,53 Euro für 100ml oder 3,51 und 4,45 Euro für 20 Tabletten.

Eine gute Alternative sind allerdings häufig auch einfache Hausmittel wie ein Kopfdampfbad, Brust- oder Wadenwickel, Kräutertee oder Gurgeln mit Salzwasser.

Der ausführliche Test findet sich in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift test und unter www.test.de/grippemittel.

LGL warnt vor illegalem Schlankheitsmittel „Ultra Effect“

LGL warnt vor illegalem Schlankheitsmittel „Ultra Effect“

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt vor der Einnahme des als „natürlich“ deklarierten Schlankheitsmittels „Ultra Effect“. Untersuchungen des LGL wiesen die beiden nicht angegebenen pharmakologisch wirksamen Stoffe Sibutramin und Rimonabant nach.

Für beide Wirkstoffe sind vielfältige Anwendungsbeschränkungen und Nebenwirkungen bekannt: Je nach Dosis kann Sibutramin den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen und unter anderem Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen sowie Angstgefühle verursachen. Die gefundene Menge an Sibutramin ist deutlich höher als die Tagesdosis in Deutschland zugelassener Arzneimittel mit diesem Wirkstoff.

Bei der Behandlung mit Rimonabant können Angst, Schlaflosigkeit sowie Depressionen bis hin zu einer erhöhten Suizidneigung auftreten. Fertigarzneimittel mit diesem Wirkstoff wurden unter anderem deshalb in Deutschland vom Markt genommen.

Das Produkt „Ultra Effect“ ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, der Handel mit nicht-zugelassenen Fertigarzneimitteln ist grundsätzlich strafbar. Das LGL rät wegen des hohen gesundheitlichen Risikos dringend von einer Einnahme ab. Die für die Arzneimittelüberwachung zuständigen Behörden wurden über das Schnellwarnsystem für Arzneimittel informiert.

Bei dem genannten Präparat handelt es sich um Kapseln in einer Schraubflasche mit blauem Aufdruck. Als Hersteller ist „Company Boston Medical Center Inc., 750 Washington St. Boston, MA 02111” angegeben.

Natürlicher Pfeffer-Wirkstoff gegen Moskitos

Insektenschutzmittel DEET als Nervengift identifiziert

Ein Chemikerteam des
US-Department of Agriculture (USDA) www.usda.gov hat beim Treffen
der American Chemical Society www.acs.org ein neues
hocheffizientes Insektenschutzmittel vorgestellt, die chemisch mit
Stoffen aus dem Pfeffer verwandt sind. In Versuchen hat das neue Mittel
den am häufigsten verwendeten Stoff DEET übertrumpft. Im Fachmagazin BMC
Biology haben die Forscher um Vincent Corbel darüber berichtet, dass
DEET schwerwiegende Gesundheitsschäden hervorrufen kann.

„Unser Ziel ist es, Krankheitsübertragungen zu verringern“, so die
USDA-Chemikerin Maia Tsikolia. Tsikolia und ihr Team haben mit einem
Computerprogramm 2.000 Substanzen, die als Insekten-Repellentien in
Frage kommen, gefunden. Anschließend wurden 23 dieser Substanzen im
Labor auf ihre Wirkung hin untersucht und die Ergebnisse anschließend
evaluiert. Das beste Ergebnis haben einige chemische Substanzen aus der
Klasse der N-Acylpiperidine erzielt. Unter anderem bestand ein Test
darin, dass bei Freiwilligen der Stoff auf Haut und Kleidung aufgetragen
wurde und sie anschließend in eine Box mit 500 Stechmücken greifen
mussten. Das am weitesten verbreitete Insektenschutzmittel DEET
Diethyl-3-Methylbenzamid wirkte insgesamt nur 17 Tage während der neue
Wirkstoff Schutz für 73 Tage bot. Bis die Substanz allerdings marktreif
ist, wird es noch sehr lange dauern. „Bis jetzt haben wir sie nämlich
nur an einer einzigen Stechmückenart getestet“, so Tsikolia.

Das Team um Vincent Corbel vom Institut de recherche pour le
Développement (IRD) http://www.ird.fr in Montpellier hat erst kürzlich
festgestellt, dass DEET unter anderem ein Enzym, das Botenstoffe im
Gehirn abbaut – die so genannte Cholinesterase – hemmt. Diesen Effekt
konnte das Forscherteam durch Untersuchungen mit Zellkulturen
nachweisen. Gefährlich sei vor allem, DEET zusammen mit Insektiziden zu
verwenden, dann könne sich deren schädigende Wirkung verstärken.
Zahlreiche Hersteller präparieren beispielsweise Kleidung oder
Moskitonetze gegen Malariamücken mit Insektiziden. Nach Ansicht von
Experten werden DEET-haltige Produkte von rund 200 Mio. Menschen
verwendet. Mehr als acht Mrd. Einheiten sollen in den vergangenen 50
Jahren verkauft worden sein.

Die Verträglichkeit von DEET wird als ausgezeichnet beschrieben und auch
die ansonsten kritische US-Environmental Protection Agency (EPA) hatte
vor zehn Jahren nach einer ausführlichen toxikologischen
Sicherheitsprüfung keine Einwände. Selbst Kinder dürfen das Repellens
anwenden. Experten wie Rene Csuk, Professor für Organische Chemie an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg www.uni-halle.de , der
an der Erforschung neuer Insektenschutzmittel arbeitet, meinte, dass DEET zu Hautreizungen führen könne und bei Kindern
daher nur eine verdünnte Konzentration verwendet werden sollte. Wolfgang Weitlaner

Vermeintliche „Apfeltabletten“ enthalten gefährlichen Wirkstoff

Gesundheitsgefahr durch „FSS Fat Slimming show“
Vermeintliche „Apfeltabletten“ enthalten gefährlichen Wirkstoff

Die Techniker Krankenkasse (TK) hat auf ernsthafte Gesundheitsgefahren durch das Schlankheitsmittel „FSS Fat Slimming show“ hingewiesen. Die über das Internet vertriebenen Kapseln wurden als „Apfeltabletten“ und als rein pflanzliches Präparat ohne Nebenwirkungen beworben. Eine Überprüfung des Berliner Landesamtes für Gesundheit und Soziales habe allerdings gezeigt, dass die Kapseln eine gefährliche Dosis des verschreibungspflichtigen Appetitzüglers Sibutramin enthalten, so der TK-Apotheker Tim Steimle. Der Stoff könne den Blutdruck gefährlich erhöhen und akute Herzschäden verursachen. Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit drohe zusätzlich Gefahr für das Leben des Kindes. Außerdem können bei der gleichzeitigen Einnahme von Psychopharmaka gefährliche Wechselwirkungen entstehen.

„Käufer des Schlankheitsmittels sollten die Kapseln sofort absetzen und einen Arzt aufsuchen“, rät Steimle. Der Wirkstoff werde zwar auch in zugelassenen Medikamenten als Appetitzügler eingesetzt. Sibutramin müsse allerdings richtig dosiert und es müssten zahlreiche Anwendungsverbote beachtet werden, so Steimle. „Deshalb ist der Wirkstoff auch verschreibungspflichtig und die Einnahme nur unter ärztlicher Aufsicht erlaubt.“

Nach Informationen des Bundesamtes für Arzneimittel und Medizinprodukte wurde FSS von einer Berliner Firma über das Internet vertrieben. Das Präparat soll aber auch von weiteren Unternehmen in Umlauf gebracht worden sein. Der Handel mit FSS ist nach dem Arzneimittelgesetz verboten und kann mit einer Freiheits- oder mit einer Geldstrafe geahndet werden. Steimle rät generell zur Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten von unsicheren Bezugsquellen. „FSS zeigt, dass den Menschen sonst selbst bei vermeintlich pflanzlichen Mitteln Gesundheitsgefahren drohen.“

Energy Drinks unter der Lupe

Energy Drinks unter der Lupe

Der Konsum von Energy Drinks hat sich seit der Einführung auf dem Schweizer Markt in den neunziger Jahren massiv verbreitet. Wie sind sie zusammengesetzt? Gibt es Probleme, wenn immer jüngere Personen Energy Drinks konsumieren?

Die so genannten Energiegetränke, auch „Energy Drinks“ genannt, erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit, die sich an den Umsatzzahlen in der Schweiz ablesen lässt: Ihr Umsatz beträgt über 110 Millionen Franken pro Jahr. Als Energy Drinks in den 1990er Jah-ren in der Schweiz auf den Markt kamen, wurden sie zunächst in der Club-Szene sehr ge-schätzt. Inzwischen hat sich ihr Konsum stark ausgeweitet und auch vor Kindern nicht Halt gemacht. Eine Schweizer Studie, die 2006 von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) bei Schülern im Alter von 11 bis 15 Jahren durchgeführt wurde, zeigt, dass 7.8% der Buben und 4.3% der Mädchen einmal oder mehrmals pro Tag Energy Drinks konsumieren, und dass dieser Prozentsatz mit dem Alter steigt.

Ist der Konsum von Energy Drinks besorgniserregend?
In erster Linie sind Energy Drinks zuckerhaltige Getränke. Sie enthalten zwischen 10 und 12 g Zucker pro 100 ml, was einer Zufuhr von 25 bis 30 g Zucker (7 bis 8 Zuckerstücke) pro Dose zu 250 ml entspricht. Damit sind sie gleich süss wie Limonaden oder Cola-Getränke. Diese Getränke befinden sich aufgrund ihres Zuckergehalts nicht wie andere Getränke in der Basis der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE, son-dern in deren Spitze, denn solche Getränke sollen nur massvoll konsumiert werden. Reiner Zucker erhöht den Energiegehalt der Ernährung, ohne jedoch irgendwelche essentiellen Nährstoffe wie Vitaminen und Mineralstoffe zu liefern. Darüber hinaus steigert ein übermäs-siger Konsum zuckerhaltiger Getränke über längere Zeit das Risiko für Übergewicht.

Der zweite stimulierende Wirkstoff neben Zucker in diesen Getränken ist Koffein. Eine Dose eines Energiegetränks enthält ungefähr so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee. Koffein ist ein anregender Wirkstoff, der bei empfindlichen Personen und in übermässigem Konsum Nervo-sität, Erregung, Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit und eine Beschleunigung des Herzrhythmus verursachen kann. Die schweizerische Gesetzgebung verlangt auf der Verpa-ckung von Energy Drinks einen Hinweis, dass sie aufgrund ihres erhöhten Gehalts an Kof-fein massvoll konsumiert werden sollen, und dass sie für Kinder, Schwangere oder Perso-nen, die auf Koffein empfindlich reagieren, nicht geeignet sind. Ausserdem muss der Ver-merk „nicht mit Alkohol mischen“ auf dem Etikett stehen. Die Mischung von Energiegeträn-ken und Alkohol ist aber sehr in Mode. Diese Mischung gilt als gefährlich, da das Koffein die Wirkungen des Alkohols – vor allem die aufkommende Schläfrigkeit – überdeckt, ohne ihn weniger toxisch zu machen. Der Konsument wird seine Fähigkeiten überschätzen, was ihn dazu veranlassen kann, mehr Alkohol zu trinken oder unüberlegte Risiken einzugehen.

Energy Drinks enthalten auch weitere angeblich anregende Substanzen wie Inosit, Taurin und Glucuronolacton, deren Wirkungen allerdings noch nicht klar nachgewiesen worden sind. Hingegen bezweifeln einige Fachleute die Unschädlichkeit dieser Substanzen selbst sowie in Verbindung mit Koffein.

Energy Drinks enthalten zudem einen hohen Gehalt an Säuren, die den Zahnschmelz an-greifen. Die meisten zuckerhaltigen Getränke wirken zwar sauer, der Gesamtgehalt an Säu-ren in Energietränken ist jedoch meist noch höher, weshalb sie die Zähne stärker angreifen.

Es gibt also zahlreiche Gründe für die Empfehlung, diese Getränke massvoll zu konsumieren und ihre Kombination mit Alkohol zu vermeiden. Auch Sportlern wird abgeraten, Energiege-tränke vor, während und nach der sportlichen Betätigung zu konsumieren, da sie Sportver-letzungen begünstigen und der Erholung schaden sollen.

Quelle: Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

Knoblauch

Ein neu entdeckter Wirkstoff macht Knoblauch so gesund – Nicht das Allicin ist für die Gesundheitswirkung des Knoblauchs verantwortlich, sondern sein Abbauprodukt, meldet die SGE.

Allicin – die Substanz, die dem Knoblauch seinen typischen Geschmack und Geruch verleiht
– wurde bis vor kurzem für eines der effektivsten Antioxidantien gehalten. Bisher war es Forschern
aber noch nicht gelungen, die genaue Wirkungsart nachzuweisen. Antioxidantien
schützen vor freien Radikalen, indem sie ihre Bildung unterdrücken, freie Radikale abfangen
oder ihren Abbau beschleunigen. Freie Radikale sind äusserst reaktionsfreudige, gefährliche
Stoffwechselprodukte, welche die Zellwände und Zellkerne von Körperzellen schädigen können.

Derek Pratt und seine Kollegen der Queen’s University in Kanada haben nun entdeckt, dass
nicht das Allicin selbst, sondern ein Abbauprodukt von Allicin, eine so genannte Sulfensäure,
die freien Radikale extrem schnell abzufangen vermag, schreibt die SGE.
Pflanzen wie Lauch oder Zwiebeln, die wie Knoblauch der Familie der Alliaceae angehören,
besitzen zwar mit dem Allicin verwandte Inhaltsstoffe. Pratt und sein Team vermuten jedoch,
dass diese Stoffe weniger rasch abgebaut werden und deshalb nicht so wirksam sind wie die
Sulfensäure in Knoblauch.

Oregano wirkt gegen Entzündungen

Oregano gibt nicht nur der Pizza ihren typischen Geschmack. Das Gewürz enthält auch eine Substanz, die unter anderem gegen Entzündungen zu helfen scheint. Das haben Forscher der Universität Bonn und der ETH Zürich herausgefunden. Möglicherweise lässt sich der Wirkstoff namens Beta-Caryophyllen (E-BCB) auch gegen Erkrankungen wie Osteoporose oder Arterienverkalkung einsetzen. Die Studie erscheint am Montag, 23. Juni, in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS). E-BCP ist ein typischer Inhaltsstoff vieler Gewürzpflanzen. So kommt die Substanz unter anderem auch in Basilikum, Rosmarin, Zimt und schwarzem Pfeffer vor.

E-BCP dockt spezifisch an bestimmte Empfänger-Strukturen in der
Zellmembran an, die so genannten Cannabinoid-CB2-Rezeptoren. Dadurch
verändert sich das Verhalten der Zelle: Sie schüttet dann
beispielsweise weniger entzündungsfördernde Signalstoffe aus. „Wir
haben Mäuse, die unter einer entzündlichen Schwellung der Pfote
litten, mit E-BCP behandelt“, erläutert Dr. Jürg Gertsch von der ETH
Zürich. „In bis zu 70 Prozent der Fälle klang die Schwellung
daraufhin ab.“ E-BCP scheint aber nicht nur gegen Entzündungen zu
helfen: „Experimente an Mäusen haben gezeigt, dass die Substanz sogar
bei Osteoporose wirksam ist“, erklärt Professor Dr. Andreas Zimmer
vom Bonner Life&Brain-Zentrum.

Damit könnte E-BCP als Ausgangspunkt für neue Medikamente in Frage kommen. Zumal der Wirkstoff keine berauschende Wirkung hat – anders als andere Substanzen, die auf den CB2-Rezeptor wirken. Der CB2-Rezeptor hat nämlich einen „Bruder“ namens CB1, der unter anderem in den Nervenzellen des Gehirns vorkommt. An ihn können bestimmte Inhaltstoffe der Hanfpflanze andocken. Was dann passiert, wissen Marihuana-Konsumenten allzu genau. CB1 und CB2 sind eng verwandt. Substanzen, die CB2 stimulieren, wirken daher oft ebenfalls berauschend. Anders E-BCP: Es ist der erste bekannte natürliche Wirkstoff, der spezifisch an CB2 bindet – deshalb macht Pizza auch nicht high.