„Grünländer Käse“ von Hochland erhält den Goldenen Windbeutel 2020

Goldener Windbeutel

– foodwatch-Aktion am Firmensitz im Allgäu
– Repräsentative Umfrage bestätigt: 78 Prozent durch Hochland-Werbung in die Irre geführt
– foodwatch: Kontrollbehörde muss Täuschung beenden – Frist bis zum 22. September

Goldener Windbeutel
Hochland verspricht „Milch von Freilaufkühen“, wirbt mit einer „grünen Seele“ und einer wie eine Wiese gestalteten Verpackung. Tatsächlich stehen die „Freilaufkühe“ aber im Stall.
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Tim Raue

„Ich hasse das Kochen von Pasta und Reis, weil ich dann darauf warten muss“, sagte der Berliner Sternekoch Tim Raue im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im Rahmen des ZEIT Kochtags in Berlin.

Er bezeichnete sich selbst als „hundertprozentigen Diktator beim Kochen“, habe sich aber über die Jahre gewandelt. Er wolle zwar immer noch der Schnellste sein, habe aber gelernt, dass es um das Maßvolle gehe. „Ich musste erst alles sehen, um zu verstehen, dass es um das Pure geht.“ Für seine Souschefs empfinde er einen „väterlichen Stolz“, so Raue weiter. „Mein Wissen zu teilen und andere Menschen mehren dieses Wissen – das bereichert mich.“

Freiheit und Kreativität seien wichtig für ihn, erklärte der 42-Jährige, der sein Restaurant ‚Tim Raue‘ in Berlin betreibt und darüber hinaus beratend tätig ist: „In meinem Hauptrestaurant kann ich machen, was ich will, ich könnte einen Teller Luft servieren und 80 Euro dafür nehmen“, scherzte er. Hier habe er volle kreative Freiheit. Dennoch möge er die Betätigung in verschiedenen Bereichen und würde auch Werbung machen: „Werbung ist nicht verwerflich, wenn das Produkt einen Mehrwert hat. Ich würde auch für McDonald’s arbeiten. Ich würde gerne einen Burger definieren“, verriet Raue.

www.timraue.com

Frühstückscerealien in Deutschland mangelhaft

Mehr Transparenz durch Nährwertprofile

Viele hochverarbeitete Frühstückscerealien wie Flakes, Pops oder Getreidekissen tragen gesundheitsrelevante Werbung auf der Verpackung. Dazu gehören nicht nur Hinweise auf einen besonderen Nähr- oder Gesundheitswert, sondern auch Werbung mit gesunden Zutaten wie Vollkorn oder „Frei von …“- Werbung. Hinweise also, dass Zutaten mit negativem Image wie Farbstoffe nicht enthalten sind. Wissenschaftlerinnen der Abteilung für Marktforschung der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Universität Bonn wollten wissen, wie gesund solche Produkte tatsächlich sind. Dafür untersuchten sie in den Jahren 2010 und 2012 die Nährwertprofile von insgesamt 239 deutschen und norwegischen Produkten.

Mit Hilfe von Nährwertprofilen lassen sich Lebensmittel in empfehlenswerte und weniger empfehlenswerte Kategorien einstufen. Bei der Berechnung werden sowohl wertgebende Bestandteile, wie Ballaststoffe, der Obst- oder Gemüsegehalt eines Produkts als auch wertmindernde Bestandteile wie Fett, Salz und Zucker berücksichtigt. So lässt sich eine Aussage über den Gesundheitswert des gesamten Produktes machen.

Für die Untersuchung wurden fünf verschiedene Nährwertprofile herangezogen, die von staatlichen Behörden entwickelt wurden. Darunter das Schlüsselloch (Keyhole), das in Skandinavien empfehlenswerte Produkte kennzeichnet, zwei Modelle, die entwickelt wurden, um den Gesundheitswert von Kinderprodukten zu ermitteln, ein australisches Modell und ein Nährwertprofil, das im Jahr 2009 auf EU-Ebene vorgeschlagen wurde, um gesundheits- und nährwertbezogene Angaben zu regulieren. Dieses Modell ist allerdings bis heute nicht umgesetzt. Das skandinavische Keyhole hatte in Bezug auf Frühstückscerealien die höchsten Nährstoff-Anforderungen, das geplante EU-Modell die niedrigsten.

Der Anteil der hochverarbeiteten Cerealien mit gesundheitsrelevanten Informationen lag im Jahr 2010 bei 84 Prozent. Trotz der vielfältigen gesundheitsrelevanten Informationen auf den Verpackungen wurde nur ein kleiner Teil der deutschen Produkte den Anforderungen der fünf unterschiedlichen Nährwertprofile gerecht. Nur 4 Prozent der deutschen Produkte aus dem Jahr 2010 erfüllten die Vorgaben des skandinavischen Keyhole-Modells, im Jahr 2012 waren es 7 Prozent. Den Anforderungen des EU-Modells entsprachen im Jahr 2010 rund 28 Prozent der Produkte, im Jahr 2012 waren es 36 Prozent.

Kindercerealien schnitten noch deutlich schlechter ab: Von den 58 Frühstückscerealien, die im Jahr 2010 an Kinder vermarktet wurden, erreichte keines die Vorgaben des Keyhole. Das lag an den hohen Zucker- und den niedrigen Ballaststoffgehalten. Nur eines der Produkte dürfte nach den Kriterien des britischen Amts für Kommunikation, OFCOM, im Fernsehen beworben werden. Norwegische Frühstücksceralien hingegen erreichten durchweg bessere Werte: Je nach Berechnungsmodell konnten zwischen 36 bis 64 Prozent der Cerealien als empfehlenswert eingestuft werden. In Norwegen dürfen Hersteller mit dem Schlüsselloch-Logo werben, wenn die Produkte die Vorgaben dieses Modells erfüllen.

Die Ergebnisse der Fallstudie machen deutlich, dass es auf Verpackungen von deutschen Cerealien zwar viele Informationen zu einzelnen gesundheitsrelevanten Nährstoffen oder Zutaten gibt, aber keine leicht erkennbaren Hinweise zum Gesundheitswert des gesamten Produktes. So können Frühstückscerealien ohne gesundheitsrelevante Hinweise bessere Nährwertprofile aufweisen als Produkte mit Gesundheitswerbung.

Ein besonderer Handlungsbedarf besteht bei Kindercerealien. Kaum eines der deutschen Produkte erfüllte die Anforderungen des britischen und des speziell zur Einstufung von Kinderlebensmitteln entwickelten amerikanischen Nährwertprofils. Nach einer Studie des Verbraucherzentrale Bundesverbands gehen aber gut 40 Prozent der deutschen Eltern davon aus, dass solche Produkte für die besonderen Bedürfnisse von Kindern optimiert sind. Die Untersuchung der norwegischen Stichprobe weist darauf hin, dass es durchaus möglich ist, auch Cerealien mit einem günstigeren Nährwertprofil zu vermarkten.

Die Autorinnen ziehen die Schlussfolgerung, dass die Einführung eines rechtlich verpflichtenden Nährwertprofils, das definiert, welche Lebensmittel gesundheitsrelevante Informationen tragen dürfen und welche nicht, für mehr Klarheit auf den Verpackungen sorgen würde. Auch Mindestgehalte für den Vollkornanteil von Frühstückscerealien, die mit Vollkorn werben, wären sinnvoll. Denn der Vollkorngehalt solcher Produkte schwankte in der deutschen Stichprobe von 2010 zwischen 7 und 100 Prozent. Das EU-Modell für Nährwertprofile enthält derzeit keine Mindestanforderungen an den Vollkorngehalt.

Hilfreich wäre auch ein einfach zu erkennendes Zeichen oder Symbol, an dem Verbraucher die empfehlenswerten Produkte zweifelsfrei erkennen könnten. Denn aus Verbraucherstudien ist bekannt, dass sich nur wenige Konsumenten im Geschäft die Zeit nehmen, um Nährwerttabellen zu studieren.
Gesa Maschkowski, www.aid.de

Weitere Informationen:
Maschkowski, G., Hartmann, M., Hoffmann, J. (2014): Health-related on-pack communication and nutritional value of ready-to-eat breakfast cereals evaluated against five nutrient profiling schemes, BMC Public Health 2014, 14:1178
Die Studie ist kostenfrei einsehbar unter:
http://www.biomedcentral.com/1471-2458/14/1178

Kinderlebensmittel

Kinder sind auch für Lebensmittelproduzenten eine attraktive Zielgruppe. Im lukrativen Wettstreit um die kleinen Konsumenten investieren viele Hersteller massiv in Werbung und Marketingmaßnahmen. Doch was bekommen Verbraucherinnen und Verbraucher, wenn sie „Kinderlebensmittel“ kaufen? Der VKI geht der Frage derzeit in einem eigenen Themenschwerpunkt nach und nimmt stichprobenartig verschiedene Produktgruppen unter die Lupe. Für die Oktoberausgabe der Zeitschrift KONSUMENT wurden Wurst, Zerealien und Käse getestet. Das Ergebnis: Viele der geprüften Produkte sind mit Vitaminen und Mineralstoffen versetzt – auch solche mit hohem Fett- oder Zuckergehalt. So soll vor allem Eltern suggeriert werden, die angebotenen Waren seien besonders gesund. Gleichzeitig sind Kinderlebensmittel in der Regel hoch verarbeitet und teuer im Vergleich zu Produkten, die nicht speziell für Kinder gedacht sind.
Alle Testergebnisse im Detail gibt es online unter www.konsument.at sowie ab sofort im Oktober-KONSUMENT.

Frühstückszerealien – bis zu einem Drittel aus Zucker
Die Werbung für Zerealien verspricht oft ein gesundes Frühstück dank vieler Vitamine und Mineralstoffe. Diese sind allerdings – wie z.B. in den Cookie Crisps „Schoko-Knusper-Kekse“ von Nestlé – künstlich zugesetzt und keineswegs natürlich in den Produkten enthalten. Solche speziell mit Nährstoffen angereicherten Lebensmittel werden zur Ernährung von Kindern aus gesundheitlicher Sicht nicht benötigt. Grundsätzlich kann und sollte der Bedarf über eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost abgedeckt werden.
Darüber hinaus bewirbt Nestlé sein Produkt auch mit einer „Vollkorngarantie“: „Deshalb sind alle Nestlé Cerealien nicht nur unwiderstehlich lecker, sondern enthalten immer auch mindestens 30 Prozent Vollkorngetreide“, heißt es dazu von Seiten des Unternehmens. Wirft man allerdings einen Blick auf die Zusammensetzung, so zeigt sich, dass das vermeintlich gesunde Vollkornprodukt zu 23,5 Prozent aus Zucker besteht. Noch höher ist der Zuckeranteil bei den Nugat Bits von Knusperone (33,9 Prozent) und den Kellog’s Smacks (41,6 Prozent). Als tägliche Frühstücksmahlzeit für Kinder ist damit keines der geprüften Produkte geeignet.

Wurstwaren als „Beitrag für die gesunde Ernährung“
Auch das Angebot an kinderspezifischen Fleisch- und Wurstwaren hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Insgesamt unterscheiden sich die Produkte dabei hauptsächlich durch einen erhöhten Preis, eine kindgerechte Aufmachung und die entsprechende Werbung von herkömmlichen Produkten. Zwei der geprüften Wurstwaren, die Mini Leberwurst und Mini Salami von Ferdi Fuchs, wurden dabei auch mit diversen Vitaminen und Mineralstoffen angereichert, die sie gesünder erscheinen lassen, als sie sind. Beide Produkte bestehen zu einem Großteil (33,1 Prozent bzw. 31,7 Prozent) aus Fett.

Trotz des ungünstigen Nährwertprofils wirbt Ferdi Fuchs intensiv mit gesundheitsbezogenen Aussagen: „Vitamin B 6 trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei“, heißt es etwa auf der Packung der kindgerechten Mini Leberwurst. Auch die Mini Salami verspricht eine gesundheitsfördernde Wirkung u.a. durch Folsäure: „Folsäure trägt zur Verringerung der Müdigkeit bei“ ist auf dem Produkt zu lesen.
Mit einer Mischung aus Werbung und Spiel wenden sich die Anbieter dabei auch direkt an die Kleinsten. So bietet etwa Kiri auf seiner Webseite eine breite Auswahl putziger Bilder, Spiele und Rezeptideen rund um Schmelzkäse. Problematisch ist das deshalb, weil Kinder bis zu einem Alter von 6-8 Jahren noch nicht zwischen Werbung und Inhalt unterscheiden. Auch Beigaben wie Comicfiguren und Sticker sind in vielen Produktgruppen verbreitet.

Fazit:
Kinder brauchen keine Kinderlebensmittel. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung versorgt sie mit allen Nährstoffen, die sie benötigen. Dennoch werden in der Werbung auch ungesunde Produkte nach wie vor als „nahrhaft“ und „wertvoll“ darstellt. Selbstverpflichtungen der Hersteller, solche an Eltern und Kinder gerichtete Werbung zu beschränken, haben bisher kaum praktische Wirkung gezeigt.

Macht uns Tony der Tiger dick?

Eine neue Forschungsarbeit untersucht den Einfluss von Werbekonsum in der Kindheit auf unser Essverhalten als Erwachsener.

Tony der Tiger von der Frosties-Schachtel; die sprechenden Sweeties M&Ms oder die Milka-Kuh… Könnten diese niedlichen Werbefiguren aus unserer Kindheit noch im Erwachsenenalter unsere Auswahl von Lebensmitteln beeinflussen? Eine neue Forschungsarbeit unter der Leitung von Dr. Paul Connell von der Cass Business School, City University London, deutet darauf hin.

In einer zur Veröffentlichung im Journal of Consumer Research vorgesehenen Studie untersuchten Dr. Connell und seine Kollegen Prof. Merrie Brucks und Dr. Jesper Nielsen von der University of Arizona, inwiefern Werbekonsum in der Kindheit zu einer Jahre andauernden Vorliebe für die beworbenen Produkte führen kann.

Im Ergebnis der Studie fanden sie heraus, dass:
· Werbekonsum in der Kindheit eine positive Einstellung gegenüber den Werbefiguren entstehen lässt, die auch Jahre später noch dazu führt, dass man den Ernährungswert der Produkte der Marke eher positiv bewertet
· Menschen, die eine Werbefigur gern mögen, ihre positive Meinung über die von ihr beworbenen Produkte nur schwer ändern
· Sich dies nicht nur auf das ursprünglich beworbene Produkt beschränkt – wenn die Werbefiguren bei den Menschen nach wie vor positive Assoziationen wecken, bewerten diese Menschen auch (von Wissenschaftlern frei erfundene) Nachfolgeprodukte der Marke als gesünder.

Dr. Connell gibt zu bedenken: „Die Menschen sollten einmal nachsehen, was auf den Etiketten der Produkte steht, die sie schon seit ihrer Kindheit mögen. Es ist gut möglich, dass die Sympathie für bestimmte Markenfiguren sie dazu verleitet, relevante Nährwertinformationen zu übersehen. Viele der Werbefiguren gibt es schon seit Jahrzehnten. Eltern sollte bewusst sein, dass ihr Urteil möglicherweise von der Werbung, die sie selbst als Kind gesehen haben, beeinflusst ist.“

Gleichzeitig lege dieses Forschungsprojekt nahe, dass nationale Informationskampagnen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz für Kinder diese ihr Leben lang prägen können – aber nur dann, wenn die Werbespots bei den Kindern positive Gefühle hervorriefen. Daher empfiehlt das Forschungsteam, in auf Kinder ausgerichteten Medienkampagnen zur Gesundheitsförderung die Kinder auf einer emotionalen Ebene anzusprechen, indem sie z.B. liebenswerte Figuren einsetzen oder lustige Texte nutzen.

In vier experimentellen Studien untersuchten die Wissenschaftler, wie gesund Erwachsene Produkte einstuften, von denen einige in deren Kindheit stark beworben worden waren. Dabei sahen sich die Teilnehmer zunächst eine von zwei Bildsequenzen an. Die erste enthielt Abbildungen von Werbefiguren, die ihnen aus der Kindheit sehr bekannt waren. Die zweite Bildsequenz enthielt Bilder von Werbefiguren, die in der Werbung ebenfalls häufig zu sehen waren, allerdings erst im Erwachsenenalter des Teilnehmers.

Die Teilnehmer gaben dann an, wie sie die Werbefiguren empfanden und für wie gesund sie die jeweils beworbenen Lebensmittel hielten. Auf diese Weise fanden die Wissenschaftler heraus, dass der Werbekonsum in der Kindheit (bis zum Alter von 13 Jahren) tatsächlich zu einer Voreingenommenheit führen kann, aus der eine Bevorzugung der beworbenen Produkte resultiert.

Die Teilnehmer stuften zuckerhaltige Frühstücksflocken und Pommes Frites als gesünder ein, wenn sie als Kind entsprechende Werbung von diesen Produkten gesehen hatten. Diese Befangenheit kann statistisch durch die Sympathien begründet werden, die die Menschen für die entsprechenden Werbefiguren empfinden. Kinder lernen erst mit wachsender Erfahrung und Reife, Werbung zu verstehen und einzuordnen. Kleinkinder begreifen Fernsehwerbung zunächst erst einmal als Teil des Unterhaltungsprogramms.

Und auch später, wenn sie den Unterschied zwischen einem Werbespot und dem normalen Fernsehprogramm kennen, stehen sie den positiven Werbebotschaften weitaus weniger kritisch gegenüber als Erwachsene, da sie diese Art der Willenslenkung noch nicht richtig durchschauen können. So sind sie in der Regel kaum skeptisch gegenüber diesen Werbeaussagen.

Bereits ab einem sehr jungen Alter werden Kinder mit Werbebotschaften konfrontiert, die suggerieren, dass bestimmte Lebensmittel und Spielzeuge besonders toll sind und besonders viel Spaß machen. Diese Werbung ist zumindest zum Teil dafür verantwortlich, dass Kinder eine bestimmte Einstellung diesen Marken gegenüber entwickeln, die manchmal über Jahre anhält.

Die Wissenschaftler konzentrierten sich bei ihrer Arbeit auf Werbefiguren, da Kinder oft eine Sympathie für diese Figuren entwickeln, die wenig damit zu tun hat, ob sie das Lebensmittel tatsächlich konsumieren oder nicht.

Dr. Connell zieht daraus den Schluss: „Wir empfehlen, dass Eltern mit ihren Kindern über die willensbeeinflussende Wirkung von Werbung sprechen, und dass sie ihre Kinder anregen, Werbebotschaften kritisch zu betrachten. Dabei können sie die Kinder darauf hinweisen, dass Werbung absichtlich tolle Geschichten und lustige Figuren verwendet, um die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zu ziehen, aber dass Werbung meist nicht alle wichtigen Informationen zum Produkt gibt. Bei Kleinkindern, mit denen man solche Gespräche noch nicht führen kann, empfiehlt es sich, den Werbekonsum möglichst zu reduzieren.”

How Childhood Advertising Exposure Can Create Biased Product Evaluations That Persist into Adulthood von Dr. Paul M. Connell, Dozent an der Cass Business School, City University London; Dr. Merrie Brucks, Eckert Professor für Marketing und Psychologie, University of Arizona und Dr. Jesper H. Nielsen, Joseph W. Newman Außerordentlicher Professor für Marketing, University of Arizona.

David Kikillus jetzt in der Ukraine

David Kikillus möchte mit dem DK die Nummer Eins in der Ukraine werden. Der 30jährige David Kikillus kochte für erstklassige Restaurants wie in Nelson Müllers „Schote“ in Essen oder im „Weisses Rössl“ in Kitzbühel an der Seite von 2-Sterne-Kochlegende Paul Schrott. Leider blieb Kikillus nirgendwo sehr lange. Zuletzt war er bei Cristiano Rienzner im Berliner Maremoto. Der Gault Millau weigerte sich, eine Bewertung zu geben, weil er meinte, Kikillus wäre zu unstet und bleibt nirgendwo lange. Da hatte der Gault Millau mal wieder Recht!

„Als das Angebot aus Kiew kam, ein eigenes Konzept für ein Restaurant erstellen zu können, musste ich nicht lange überlegen, um ja zu sagen. Ich konnte dieses Projekt in Ruhe angehen und man hat mir auch die nötige Zeit gegeben, ein gutes Team zusammenzustellen“, so David Kikillus zum neuen Restaurantkonzept „Cuisine Logique“. Kikillus wird von seinem aus Sri Lanka stammenden General Manager Irantha Duwage unterstützt. Duwage arbeitete vorher im Restaurant el bulli unter Ferran Adria in der Küche.

„Ich freue mich sehr auf die neue Aufgabe und das klasse Team. Wir werden die klassische französische Küche auf eine ganz individuelle Art neu aufbereiten und präsentieren“, so Kikillus weiter. Unter dem Restaurantmotto: „The affairs go on, it’s like great Sex – keeps you coming back for more“ arbeitet der 31-jährige Spitzenkoch mit dem Investor, Dimitri Buriak, und dem Hoteldirektor Irantha Duwange im Restaurant DK des Hotels Ramada Encore Kiev eng zusammen. Sie wollen ihre gemeinsame Vision erfolgreich in die Tat umzusetzen. Als Culinary Director und Executive Chef präsentiert der Dortmunder aufregende Aromen mit neuen Texturen, die alte und neue Einflüsse geschickt miteinander verbinden. Von Dienstag bis Samstag zaubert der Spitzenkoch hochwertige Kreationen für seine Gäste im Showroom. David Kikillus stehen 40 Köche des Restaurant DK und des Ramada Encore sowie 12 Servicemitarbeiter zur Seite.
In einer Werbung der Stadtzeitung WHATS ON IN KIEV, siehe die Werbung auf unser Facebook Seite www.facebook.com/photo.php?fbid=10151299957603124&set=pb.168996673123.-2207520000.1359236102&type=3&theater , beschreibt das Ramada Hotel Kikillus als „2 Michelin Sterne Restaurant Guru“. Kikillus bekam noch nie einen Michelin Stern verliehen.

Hoffen wir für David Kikillius das er in Kiew seine Position im Leben findet und nicht mehr so viel verbrannte Erde hinterlässt, wie vorher (siehe http://www.kochmesser.de/component/option,com_gourmet/task,article/Itemid,327/id,17232 )!

www.ramadaencorekiev.com

Oktoberfest-Essen ist gesund

Jetzt braucht keiner mehr ein schlechtes Gewissen zu haben. Der Münchner Koch Alfons Schuhbeck, bekannt aus der McDonalds Werbung und als Konservensuppen-Testimonial, meint, die Ernährungsforschung habe herausgefunden, das Essen mit Freude nicht dick macht: „was man mit Vergnügen isst, macht weniger dick, als das was man unter Zwang isst,“ meint der korpulente TV Koch. Ob Schuhbeck hier das richtige Näschen hatte?

Dann, auf zur Wiesn: oans, zwoa gsuffa!

Das ist nicht die erste Entgleisung des Herrn Schuhbeck, hier lesen Sie mehr Merkwürdikeiten: www.gourmet-report.de/artikel/340332/Abrechnung-mit-Alfons-Schuhbeck.html

Gourmet Report wünscht viel Spaß und rät zur Mässigung!

Foodwatch braucht Kindererziehung

Heute erhielten wir eine Werbung von Foodwatch. Eine Frau Christiane Groß schrieb uns

Ein persönlicher Erlebnisbericht: Mit meinen Kindern im Supermarkt

als foodwatch-Mitarbeiterin wende ich mich heute einmal persönlich an Sie, weil es um ein Thema geht, das mich als Mutter von zwei Kindern auch ganz privat betrifft: Immer wieder kommt es zum Eklat, wenn ich mit meinen Kindern einkaufen gehe. Spätestens an der Kasse lässt mein sechsjähriger Sohn nicht mehr locker und verlangt wahlweise Marsriegel/Tictac/Kinderschokolade. Ich halte dagegen, wenn meine Kraft es noch zulässt. Schließlich haben wir schon das Joghurtregal hinter uns, wo ich erklärt habe, weshalb wir den Joghurt mit den Smarties NICHT kaufen. Und das Cornflakes-Regal, bei dem ich rechtfertigen musste, dass NICHT die Choco Krispies mit den Starwars-Gimmicks, sondern Haferflocken im Einkaufswagen landeten.

Zum Glück sind wenigstens die Zeiten vorbei, als er sich in solchen Situationen schreiend auf den Boden warf und wir das Pausenprogramm für die anderen Wartenden gaben. Trotzdem gehe ich, wenn irgendwie möglich, ohne Kinder in den Supermarkt. Doch die Auseinandersetzung lässt sich ja kaum vermeiden: Nicht nur an der „Quengelkasse“ im Supermarkt, auch beim Bäcker oder im Zeitungsladen stehen Lollies und Schokoriegel an der Kasse in Reichweite für Kinderhände.

„Eltern müssen eben lernen, nein zu sagen“, so der weise Rat der Lobbyvertreter von Industrie und Handel. Natürlich ist es meine Verantwortung, meine Kinder zu erziehen und gesund zu ernähren. Dazu gehört es, konsequent zu sein – auch wenn das leider nicht immer klappt. Aber wie dreist ist ein solcher Hinweis eigentlich von jemandem, der mich überhaupt erst dazu zwingt, dauernd nein sagen zu müssen, indem er meinen Kindern ständig verlockenden Süßkram präsentiert und sie ununterbrochen mit Werbung bombardiert?!

Klar, Werbung gehört zu unserer Lebenswelt. Und es ist das erklärte Ziel von Unternehmen, möglichst viele Produkte herzustellen und zu verkaufen. Die Aufgabe von Marketing und Werbung ist, dafür zu sorgen, dass das auch funktioniert. Dagegen habe ich nichts. Ich habe aber etwas dagegen, dass die Lebensmittelindustrie an eine besonders leicht zu manipulierende und schutzbedürftige Zielgruppe fast ausschließlich Junkfood vermarktet!

Wir von foodwatch haben uns in einem groß angelegten Marktcheck genau angeschaut, was als Kinderlebensmittel verkauft wird. Ergebnis unserer Untersuchung von 1.500 Produkten: Der allergrößte Teil sind ungesunde Snacks. Zu süß, zu fettig, zu salzig. Für diese Bewertung haben wir die Kriterien des „aid“ zugrunde gelegt. Das ist der vom Bundesernährungsministerium geförderte Infodienst Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sein System basiert auf Ampelfarben und zeigt an, in welchen Mengen bestimmte Lebensmittelgruppen von Kindern verzehrt werden sollten.

Fast drei Viertel (!) der Produkte, nämlich 73 Prozent, fielen bei dem foodwatch-Marktcheck in die „rote“ Kategorie. Das bedeutet, dass von diesen Lebensmitteln täglich nicht mehr als eine Handvoll gegessen werden soll. Besonders perfide: Gerade viele der als gesund beworbenen Produkte fallen in diese Kategorie, ganz vornweg Frühstücksflocken. Sie werden von Herstellern wie Kellogg’s oder Nestlé gerne mit dem Hinweis auf den Vollkorngehalt und zugesetzte Vitamine beworben. Eine der Hauptzutaten ist aber in den allermeisten Fällen Zucker. Etliche Produkte bestehen fast zur Hälfte daraus! Einen gesunden Start in den Tag stelle ich mir für meine Kinder anders vor.

Kaum zu glauben, dass dieselben Firmen, die diese Produkte herstellen, sich gleichzeitig erdreisten, so zu tun, als würde Ihnen die Gesundheit der Kinder am Herzen liegen. So schreibt zum Beispiel Kellogg’s auf seiner Internetseite: „Wir sind ein Unternehmen mit engagierten Mitarbeitern, das Qualitätsprodukte für eine gesündere Welt herstellt.“ Und bei Nestlé heißt es: „Unser Ziel ist es, Tag für Tag die Lebensqualität der Konsumenten in aller Welt zu verbessern, indem wir ihnen schmackhaftere und gesündere Nahrungsmittel- und Getränkeoptionen bieten und sie zu einem gesunden Lebensstil anregen.“

Schöne Worte von gesunder Ernährung im Internet, aber Zuckerbomben im Supermarktregal – offensichtlich sticht die Gier nach Profit die vielbeschworene Verantwortung am Ende doch aus. Und die Politik sieht tatenlos zu. Als Mutter ist es meine Aufgabe, meine Kinder gesund zu ernähren und vor Schäden zu schützen. Doch alleine stoße ich am meine Grenzen: Erziehung und Engagement hin oder her, gegen die geballte Marketing-Macht der Industrie komme ich nicht an – und an dem riesigen Angebot an Junkfood kann ich alleine auch nichts ändern. Aber gemeinsam können wir das! Wenn immer mehr Menschen der Industrie zeigen: Wir lassen uns das nicht länger gefallen, dann können wir etwas verändern. Wir können Einfluss nehmen auf Unternehmen. Und auf Politiker, welche die Regeln setzen, innerhalb derer Unternehmen agieren. Deshalb bitte ich Sie heute: Unterstützen Sie foodwatch! Nur gemeinsam können wir etwas bewirken – im Interesse unserer Kinder. Werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Liebe foodwatch-Interessierte: Um die minderwertige Qualität sogenannter Kinderlebensmittel und die Verantwortungslosigkeit der Lebensmittelindustrie offenzulegen, haben wir den Kinderlebensmittel-Markt analysiert und den Report „Kinder kaufen“ verfasst. Dafür mussten wir Rechercheure beauftragen und bezahlen, wissenschaftlichen und juristischen Rat einholen und sämtliche Informationen in dem 70-seitigen Werk redaktionell aufbereiten. All das muss finanziert werden: Deshalb bitten wir Sie, uns mit 5, 10, oder 20 Euro monatlich zu unterstützen. Bitte werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch!

Die Veröffentlichung unseres Reports war nur der Auftakt. Um wirklich etwas zu verändern, müssen wir dran bleiben und die großen Probleme in Sachen Kinderernährung weiter öffentlich machen. Wir wissen: Die Unternehmen, aber auch die Politik reagieren nur auf Druck. Mit unserer Kampagne können wir die öffentliche Debatte befeuern und den Finger in die Wunde legen. Doch dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Werden Sie bitte Förderer/Förderin von foodwatch:

www.foodwatch.de/mitglied-werden

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Liebe Christiane Groß,

besten Dank für Ihre email.
Prinzipiell finde ich Foodwatch positiv. Was mich jedoch stört ist das schon fast Religiöse bei Foodwatch. Es gibt nur Gut und Böse. Aus diesem Grunde werde ich nicht Mitglied, unterstütze aber gerne Ihre Aktivitäten punktuell.

Ich selber habe einen 6jährigen Sohn. Er ist offenbar nicht viel anders als Ihr Sohn. Auch er schmiss sich 2x auf dem Boden und machte ein Riesentheater. In der Tat hat er aber jetzt gelernt, das NEIN auch NEIN bedeutet. Seien Sie etwas konsequent mit Ihren Kindern, dann können Sie auch ganz entspannt einkaufen gehen.

Mag Ihr Sohn auch so gerne McDonalds? Wir haben dieses Problem auch einfach gelöst. Wir kaufen bei McDonalds die Toys separat, ohne den Junk. Zuhause bereiten wir dann Pommes und Hamburger selber zu. Mit hochwertigen Produkten. Und dazu gibt es dann das dusslige Toy von McD.
Manchmal gehen wir auch ausserhalb Hamburger essen. Jedoch nie, wo es Kindertüten gibt! Speilzeug und Essen trennen wir strikt. Unsere eigenen Hamburger schmecken allen sowieso am besten. Für Junior und Papa mit viel Ketchup! 🙂 Wir lernen, zu geniessen!
Seien Sie nicht päpstlicher als der Papst! Unser Sohn bekommt auch Junk aus dem Supermarkt, jedoch begrenzt. 2 Candies sind fein, eine Tüte nicht. Er weiß mittlerweile auch, dass Hersteller gerne Spielzeug in ihre Lebensmittel stecken, wenn diese qualitativ minderwertig sind. Sprechen Sie doch mit Ihren Kindern. Die verstehen das System ganz gut und klären auch gerne ihre Mitschüler auf. Würden wir ihm nie dieses fettige oder zuckrige Zeug geben, dann würde er ohne Kontrolle bei B’days zuschlagen. So kennt er den Geschmack. Und nascht normal. Aber nicht übermässig. Genuss sollte auch erlaubt sein. Und wir bemühen uns, ihm besseren Geschmack beizubringen. Sein Lieblings-Fastfood ist mittlerweile Sushi. Allerdings bekommt er auch da zum Abschluß, wenn er brav war, ein Dorayaki.

Mit ein bisschen gesunden Menschenverstand funktioniert es im Supermarkt dann ganz gut! Am Ende verkauft uns die Industrie nur das, was wir kaufen. Lassen wir uns unsere Kinder gut erziehen, dann verkauft uns die Industrie auch das, was wir wollen!
Was ich sagen will: Rufen Sie nicht nach dem Staat, erziehen Sie Ihre Kinder, dann gibt es auch weniger Junk!

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christian Romanowski

IKA/Olympiade der Köche 2012

Sechs Monate vor Veranstaltungsbeginn kann sich Erfurts Messechef Wieland Kniffka über sensationelle Zahlen freuen: 36 Nationalmannschaften, 28 Jugend-Nationalmannschaften, 8 Militär-Nationalmannschaften und 16 Mannschaften in der Gemeinschaftsverpflegung, mehr als 350 Medienvertreter, 1.600 wetteifernde Köche aus aller Welt in neun gläsernen Küchen, 1.800 Sitzplätze in den Restaurants in den Hallen und 1.700 frisch zubereitete und servierte Menüs pro Messetag: Die IKA/Olympiade der Köche gilt schon jetzt als Event der Superlative.

Vom 6. bis 9. Oktober 2012 findet dieser einzigartige Gourmet-Gipfel bereits zum vierten Mal im Messezentrum Erfurt statt. Köchinnen, Köche und Patissiers aus über 50 Nationen treffen sich zur größten Kochkunstshow der Welt in Erfurt. „Thüringen, Erfurt und wir als Messe haben uns erneut als perfekter Austragungsort und kompetente Organisationspartner erwiesen“, schätzt Kniffka ein.

Gastronomiemesse brummt
Die Kopplung mit der Olympiade der Köche verschafft auch der begleitenden Gastronomiefachmesse inoga einen kräftigen Schub. Mit über 250 Ausstellern und mehr als 23.000 Besuchern gehört sie zu den etablierten gastronomischen Branchenplattformen in Deutschland. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits 70 Prozent der geplanten Fläche vergeben. Viele Stammaussteller haben sich schon angemeldet, aber auch zahlreiche neue Sponsoren der IKA präsentieren sich mit einem Stand dem interessierten Fachpublikum und den Köchen aus aller Welt. Neben Ausstellern aus allen Teilen Deutschlands kommen auch Unternehmen aus Österreich, den Niederlanden, Tschechien, Frankreich und der Schweiz nach Erfurt.

Deutschlandweite Werbung
Mit einem beispiellosen Maßnahmekatalog werben das Erfurter Messeteam und seine Partner deutschlandweit um die Aufmerksamkeit von Fach- und Privatpublikum. Die Kooperationen mit Fachverbänden und führenden Branchenverlagen garantieren eine breite Besucheransprache. Zur Präsentation auf nationalen und internationalen Messen kommen regionale Kochaktionen mit heimischen Spitzengastronomen in Erfurt, Weimar und Jena. Thüringen und Mitteldeutschland werden außerdem mit einem Mix aus Anzeigen, Plakat- und Radiowerbung auf den kulinarischen Jahreshöhepunkt eingestimmt. Eine umfangreiche Kooperation mit dem MDR macht das deutsche Fernseh-Publikum auf den kulinarischen Herbsthöhepunkt neugierig.

Alle Infos unter www.inoga.de und www.olympiade-der-koeche.de
Tickets: www.ticketshop-thueringen.de unter dem Suchbegriff inoga