Jahrgang 2011: Ein Blick in die 13 deutschen Anbaugebiete

 

Das Deutsche Weininstitut (DWI) gibt zum Abschluss der Weinlese einen Überblick, wie sich der Weinjahrgang 2011 in den dreizehn deutschen Weinbaugebieten entwickelt hat. Nach den Wetterkapriolen im Frühjahr und Sommer, wurden in den letzten Herbstwochen durch Sonnenschein und trockene Wärme sehr gute Mostgewichte erreicht und ein qualitativ und quantitativ hervorragender Weinjahrgang eingebracht.
 

Die Winzer an der Ahr zeigen sich hochzufrieden mit dem diesjährigen Weinjahrgang. Von allen Witterungsunbillen verschont, wurde in diesem Jahr ein qualitativ und quantitativ hervorragender Weinjahrgang eingebracht, der mit optimal durchgefärbten und fruchtigen Rotweinen aufwarten wird. Mit geschätzten 47.000 Hektolitern wird er die Fässer wieder füllen, nach dem die kleine Erntemenge des letzten Jahres zwischenzeitlich Versorgungs¬engpässe des Marktes aufgezeigt hatte. Die Frühburgunder-Lese startete bereits in der zweiten Augusthälfte, gefolgt von Rivaner und Portugieser ab dem 12. und Spätburgunder ab dem 14. September. Die Mostgewichtszunahme wurde in den letzten Herbstwochen noch durch den von Sonnenschein und trockener Wärme bewirkten Konzentrationsprozess in den Trauben verstärkt.

Ein außergewöhnlich sonnenreicher, warmer und trockener April führte zu einem explosionsartigen Rebenaustrieb, den selbst ältere Winzer in dieser Form selten erlebt haben dürften. Bereits in der ersten Aprildekade war das 2-3 Blattstadium erreicht, was einen  gut 14-tägigen Vorsprung bedeutete und dem frühesten Austriebszeitpunkt seit 1976 gleichkommt. Für die Winzer insbesondere in der Region Tauberfranken war das Frostereignis vom 3.-5. Mai ein schwerer Schlag, weil damit die 2011er Ernte schon nahezu vollständig vernichtet wurde. In den übrigen Regionen Badens ging die Rebenentwicklung rasant weiter. Erste offene Blüten wurden bereits um den 15. Mai registriert. Landregen Anfang Juni beschleunigte den Vegetationsverlauf, bei einem gleichzeitig bemerkenswert guten Gesundheitszustand der Trauben sowie der Laubwände. In exponierten Lagen konnte bereits zum 10. Juni der Traubenschluss beobachtet werden, was einem Entwicklungs¬vorsprung von rund 3 Wochen entsprach. Die gute Wasserversorgung im Juli ließ für die badischen Rebflächen auch mengenmäßige eine gute Weinernte erwarten. Sehr früh, bereits zu Septemberbeginn, begann die Hauptlese auf Badens Rebflächen. Zu Beginn war es witterungsbedingt ein wenig hektisch. Ab Mitte September setzte sich jedoch bei stabilem, sonnigem Spätsommerwetter der weitere Leseverlauf ruhig und unaufgeregt fort. Eine Besonderheit des 2011er Jahrgangs ist sicherlich, dass bei einem sehr guten Ertragsniveau von durchschnittlich 95 hl/ha überdurchschnittliche Qualitäten über die gesamte Sortenpalette eingebracht werden konnten. Insgesamt erwartet man in Baden eine Erntemenge von etwa 1,35 Mio. hl. Die Verbraucher können sich auf ebenso sortentypische wie reife und gut strukturierte badische Weine vom aktuellen Jahrgang freuen.

In Franken haben der Frost im Mai und regionaler Hagelschlag im Sommer das Gesamternteergebnis des Anbaugebietes im wahrsten Sinne des Wortes erheblich verhagelt. Nach heutigen Schätzungen wird in Franken in diesem Jahr nur ein Erntevolumen von 360.000 hl erreicht werden, das sich somit auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie im Vorjahr bewegt. Abgesehen von den zum Teil gravierenden einzelbetrieblichen Verlusten dürften für die großen fränkischen Betriebe und Winzergenossenschaften die Auswirkungen der Ernteausfälle aufgrund des innergebietlichen Mengenausgleichs nicht so gravierend sein, wie zunächst befürchtet. Franken wird von daher über genug Wein verfügen, um die Marktnachfrage bedienen zu können. Die Ertragslage bremst allerdings die dynamische Entwicklung der fränkischen Weinwirtschaft vorübergehend etwas aus. Hinsichtlich der Qualität ist die Rebsorte Silvaner auch diese Jahr wieder der „Champion“. Damit dürfte das fränkische Gebietsprofil weiter geschärft und ausgebaut werden können. Insbesondere bei den spät reifenden Sorten ist aus der aktuellen Ernte ein großer Weinjahrgang zu erwarten.

An der Hessischen Bergstraße liegt die diesjährige Erntemenge von rund 34.000 hl leicht über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Die Qualitäten sind mit den sehr guten Jahren 2003 und 2009 vergleichbar. Mit der Riesling-Lese wurde dank des großen Entwicklungsvorsprungs der Reben bereits früh im September begonnen. Die Ernte war Ende der ersten Oktoberdekade im Großen und Ganzen abgeschlossen. Vereinzelt hängen noch Trauben, mit denen auf besondere Spezialitäten, wie Eiswein, spekuliert wird. Mit dem 2011er Weinjahrgang sind fruchtbetonte Weine mit moderaten Säurewerten zu erwarten. Diese passen optimal in die Nachfragesituation. Insgesamt gesehen sind die Winzer der Hessischen Bergstraße mit dem jüngsten Weinjahrgang sehr zufrieden.

Das warme Frühjahr sorgte dafür, dass am Mittelrhein die Rebknospen bereits Anfang April zu schwellen begannen und der Austrieb Mitte April erfolgte. Erste blühende Gescheine waren schon um den 20. Mai zu finden und das Blüteende konnte oft noch im Mai bonitiert werden. Dies war nach den Aufzeichnungen der weinbaulichen Beratungsstellen die zweitfrüheste Blüte seit 1959. Der Spätfrost am 4. Mai hatte am Mittelrhein keine Auswirkungen. Der Reifebeginn beim Müller-Thurgau wurde am 31. Juli und beim Riesling am 8. August ermittelt. Nach diesen Daten lag der Entwicklungsvorsprung 10 Tage vor dem Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2010 und sogar 18 Tage vor dem Wert der Jahre 1960 bis 1989. Auch im weiteren Saisonverlauf blieb der Entwicklungsvorsprung erhalten. Das traumhafte Spätsommerwetter ab dem 20. September hielt bis Ende der ersten Oktoberdekade an. Die Erntesaison für Müller Thurgau begann im September. Hier lag das Ertragsniveau deutlich höher als in den beiden Vorjahren. Die Gesamterntemenge des Anbaugebietes Mittelrhein wird auf etwa 43.000 hl geschätzt. Mit Menge und Qualität des 2011er Jahrgangs sind die Winzer sehr zufrieden. Die problemlos vergorenen Jungweine werden als ausgesprochen aromatisch beschrieben.

Die Mosel schwärmt vom Weinjahrgang 2011. Auch wenn die Rieslinglese derzeit noch nicht vollständig beendet ist, stimmen insgesamt die Qualitäten. Die Mostgewichte haben in den goldenen Herbstwochen nochmals kräftig zugelegt und die Menge übertrifft die ursprüngliche Erwartung. Die günstigen Entwicklungsbedingungen haben bei gesunder Laubwand und trocken-warmen, sonnigen Tagen die Qualität nochmals voran gebracht. Bis auf Teile der Mittelmosel, in der
Verluste durch schweren Hagelschlag zu beklagen sind, herrscht bei den Winzern für den neuen Jahrgang sowohl in der Menge als auch der Qualität große Zufriedenheit. Mit dem Jahrgang 2011 kann die Lücke, die die kleine Ernte des Vorjahres bewirkt hat, wieder geschlossen werden. Bereits in der Frühbeurteilung lassen die Jungweine schon eine erstaunlich fruchtige Aromatik erkennen. Man darf auf die fertigen Weine gespannt sein. Aufgrund des guten Ertragsniveaus ist die Bereitschaft der Moselwinzer, Trauben für die Bereitung von edelsüßen Spezialitäten oder auch für die Eisweinlese hängen zu lassen, recht groß. Die Gesamtschätzung der 2011er Ernte beläuft sich auf rund 990.000 hl.

Auch an der Nahe waren der rasche Vegetationsverlauf und der frühe Reifestand für dieses Kalenderjahr ein besonderes Kennzeichen. Von den Spätfrösten im Mai blieb das Anbaugebiet zwar nicht ganz verschont, allerdings hielt sich das Schadensausmaß hier doch im Vergleich zu den anderen betroffenen Gebieten in Grenzen. Insgesamt gesehen sorgte die frühe Blüte und ihr zügiger Verlauf für einen guten Fruchtansatz und der weitere Witterungsverlauf stellte schon früh die Weichen für einen guten Jahrgang. Die Müller-Thurgau Lese begann um den 8.9., es folgten Grauburgunder und Dornfelder eine knappe Woche später. Die Rieslinglese ist derzeit noch nicht ganz abgeschlossen. Insgesamt ist man mit der Ernte sowohl in der Menge als auch Qualität sehr zu frieden. Das sonnige Herbstwetter hat nicht nur den Leseverlauf entspannt, sondern auch nochmals eine Schub bei den Oechslegraden bewirkt. An der Nahe rechnet man in diesem Jahr mit einem Erntevolumen von etwa 395.000 hl.

In der Pfalz wurden bereits in den Frühjahrsmonaten wärmere Temperaturen als üblich gemessen, mit Tagesspitzenwerten von 25 °C etwa Anfang April. Durch den daraus resultierenden frühen Austrieb waren die Reben der normalen Entwicklung etwa 14 Tage voraus. Der Frost in der Nacht zum 4. Mai richtete hauptsächlich im nördlichen Bereich zwischen Neustadt und dem Zellertal zum Teil erhebliche Schäden an. Der Blütebeginn der Reben lag mit der 21. Kalenderwoche so früh wie 2007, dem bis dahin frühesten Termin in der Geschichte von Rheinland-Pfalz. Durch die guten Witterungsbedingungen im Juni vergrößerte sich der Vegetationsvorsprung in dieser Zeit auf bis zu 3 Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel. Der Juli war insgesamt zu kühl und oft sehr regnerisch – kein eigentlicher Sommermonat, mit leichter Bremswirkung auf die Rebenentwicklung. Die gute Wasserversorgung war dafür optimal, um die Mostgewichte bei spätsommerlichem Wetter rasch ansteigen zu lassen. Mit Blick auf eine optimale Traubengesundheit begann bei schwülwarmer Septemberwitterung die Lese verbreitet und zügig um den 10. September. Der später einsetzende, herrliche Altweibersommer führte zu einem ruhigeren Herbstverlauf, mit hervorragenden Qualitäten über die gesamte Rebsortenpalette und einer prognostizierten Erntemenge von ca. 2,1 Mio. hl.

Mit dem langen Winter, Spätfrösten im Mai, einem außergewöhnlich trockenen Frühjahr und den starken Niederschlägen im August war 2011 ein Weinjahr der Extreme. Die Blüte hat bereits drei Wochen früher als im langjährigen Mittel begonnen und die Reifezeit der Beeren war immer noch zweieinhalb Wochen zeitiger als gewöhnlich. Der Beginn der Weinlese 2011 um den 12. September wird als der früheste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (1955) in die Annalen der Rheingauer Weingeschichte eingehen. Für das Rebenwachstum war die Jahreswitterung insgesamt sehr günstig. Der Spätfrost Anfang Mai wirkte sich im Rheingau glücklicherweise kaum aus. Die außergewöhnlich frühe Lese war durch den frühen Reifestand der Trauben und eine feucht warme Witterung bedingt. Letztlich hat sich aber der Mut bewiesen abzuwarten, denn das Bilderbuchherbstwetter erlaubte dann doch noch eine entspannte Lese. Im Rheingau wurden bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 84 hl/ha insgesamt etwa 258.000 hl Weinmost geerntet. Dieses Ergebnis liegt geringfügig über dem langjährigen Mittel und passt optimal in die Vermarktungssituation, die in diesem Jahr von der kleinen Vorjahresernte geprägt war. Mit den 2011er Qualitäten ist man sehr zufrieden. Beim Riesling wurden zu 75 % Prädikatswein geeignete Trauben geerntet, beim Spätburgunder waren es 50 %. Auch edelsüße Spezialitäten wie Trockenbeerenauslesen mit über 250° Oechsle wurden bereits gelesen. Die ersten Jahrgangsweine präsentieren sich mit guter Säurebalance und ausgesprochen fruchtig.

Ein sonniges Frühjahr sowie die zeitige Rebblüte haben erwartungsgemäß zu einer frühen 2011er Weinernte mit leicht unterdurchschnittlichen Erträgen bei guten Qualitäten geführt. Zuvor hatte es nach einem strengen Winter einen frühen Austrieb mit einer raschen Entwicklung der Reben gegeben. Dies führte über die gesamte Vegetationsperiode hindurch zu einem Entwicklungsvorsprung in den Weinbergen gegenüber dem Mehrjahresdurchschnitt des Anbaugebietes. Daran konnten auch die teils wenig sommerlichen Juli-Tage nichts ändern. Getrübt wurde die erfreulich gute Entwicklung leider von der Spätfrostnacht vom 3. auf den 4. Mai mit schlimmen Ausfällen insbesondere in tiefen Lagen der Rheinebene, im Selztal bis Ingelheim sowie der Region Bingen und den weit über das gesamte Hügelland verstreut liegenden Flächen, in denen es zu einem Kaltluftstau kam. Auch waren vereinzelte Hagelschäden zu beklagen. Die stabile Hochdruck-Wetterlage im September hat dazu beigetragen, dass die Anfang September gestartete Weinlese überaus entspannt und unaufgeregt verlaufen ist. Gleichzeitig wurde durch das qualitätsfördernde Wetter der Grundstein für Spitzenweine gelegt, vielfach konnten auch Trauben für die Erzeugung edelsüßer Spezialitäten geerntet werden. Die von den rheinhessischen Winzern eingebrachten Mengen liegen mit 2,7 Mio. hl vermutlich insgesamt leicht unter dem zehn¬jährigen Mittel. Bemerkenswert sind jedoch die großen Streuungen in den einzelnen Teilregionen Rheinhessens, die nicht zuletzt von der unterschiedlichen Betroffenheit durch die Maifröste und Hagelschäden verursacht waren. Glücklicherweise können die wegen der niedrigen Vorjahresernte flächendeckend leeren Keller jetzt wieder aufgefüllt werden, um die Nachfrage der Verbraucher ohne Unterbrechung bedienen zu können. Als kennzeichnend für den 2011er Jahrgang werden ausgesprochen fruchtige Weißweine und herrlich farbintensive Rotweine erwartet.

Wie fast überall sorgte auch an Saale und Unstrut das m
ilde Frühjahrswetter für einen frühen Austrieb der Reben, der Mitte April begann, zügig verlief und von den Bodenfrösten Anfang Mai auch nicht nennenswert tangiert wurde. Mit einem Vegetationsvorsprung von 2 Wochen gingen die Reben Ende Mai/Anfang Juni in die Blüte. Traubenschluss wurde bei den kompakten Sorten Mitte Juli erreicht. Sonnenbrandschäden traten keine auf. Das Jahr 2011 präsentiert sich im August wie in den Jahrgängen 2003 und 2007 als „schnelles“ Weinjahr, mit einem sehr guten Traubenansatz. Die Hauptlese startete bei Bilderbuchwetter am 10. September rund eine Woche früher als normal. Die geernteten Qualitäten liefern sowohl gute Basis- als auch gehobene Prädikatsqualitäten. Nach zwei mengenmäßig mageren Jahren sind die Winzer mit dem aktuellen Jahrgang sehr zufrieden, denn mit ihm können sie ihre knappen Bestände wieder auffüllen. Für das Anbaugebiet Saale-Unstrut wird ein Gesamterntevolumen von 48.000 hl erwartet.

In den sächsischen Weinbergen trieben die Reben im sehr warmen April ca. 8 Tage früher als üblich aus. Der Spätfrost in der Nacht vom 4./5. Mai führte zu keinem bedeutenden Schaden. 50 % weniger Niederschlag im Mai sorgte jedoch stellenweise zu Problemen bei der Wasserversorgung der Reben, mit Auswirkungen auf das Wachstum, insbesondere auf den Gesteinsverwitterungsböden der Steil- und Terrassenlagen. Die Rebblüte setzte Anfang Juni und damit 14 Tage vor dem üblichen Termin ein. Entspannung hinsichtlich der Bodenwasser¬versorgung brachte der Juni. Auch die Juli- und Augustniederschläge steigerten die Wüchsigkeit der Anlagen und führten zu einem insgesamt sehr guten Behang, der in vielen Anlagen Ausdünnungsmaßnahmen erforderte. Mit der Müller-Thurgau Lese wurde am 3.9 begonnen, mit dem Traminer am 25.9. und mit Riesling am 8.10. Qualitativ gesehen erwarten die sächsischen Winzer einen guten und soliden Weinjahrgang 2011. Nach den letzten beiden, extrem kleinen Vorjahresernten ist man mit der diesjährigen Ertragssituation sehr zufrieden. Die erwartete Menge liegt mit 24.000 hl 33 % über dem langjährigen Durchschnitt und passt damit auch zur guten Nachfrage.

In Württemberg wurden insbesondere im nordwestlichen Teil des Anbaugebietes rund 3.000 von 11.400 Hektar Rebfläche von den heftigen Maifrösten stark geschädigt. Ansonsten war die Rebenentwicklung auch in Württemberg durch einen frühen Vegetationsstand geprägt, der bei der Blüte um den 25. Mai einen etwa dreiwöchigen Vorsprung aufwies. Dank einer guten Bodenwasserversorgung war die weitere Traubenentwicklung in den nicht geschädigten Anlagen recht üppig. Verbreitet wurden qualitätsfördernde Maßnahmen, wie das Freistellen der Traubenzone oder das Teilen der Trauben angewendet. Die Erntemenge im Anbaugebiet wird auf rund 800.000 Hektoliter geschätzt, was etwa 2/3 einer Normalernte entspricht. Die dezimierte Erntemenge ist vor allem Folge der Spätfröste, aber auch der  qualitätsfördernden Kulturmaßnahmen. Zum Teil hat auch schwerer Hagelschlag zu weiteren Ernteausfällen geführt. Bereits Ende August wurden die ersten früh reifenden Traubensorten geerntet. Die später reifenden Sorten wie beispielsweise Lemberger oder Riesling wurden bei optimalem Spätsommerwetter eingebracht. Das vollreife und gesunde Erntegut lässt trinkfreudige und mineralische Württemberger Weine erwarten.

2. internationaler bioweinpreis 2011

Wurde der Weinjahrgang 2009 noch als Spitzenjahrgang bezeichnet, forderte das Jahr 2010 mit seinem vorwiegend kühlen und feuchten Sommer, den Winzern ihr ganzes Können ab. Bereits jetzt wird der Weinjahrgang 2010 von Winzern und Weinkennern als sehr herausfordernd bezeichnet. Doch gerade darin sehen die Veranstalter, der Sensorik-Experte Martin Darting und Gisela Wüstinger von WINE System, das besondere Potential dieses 2. internationalen bioweinpreises.

Im letzten Jahr wurden zu zwei Verkostungen insgesamt mehr als 700 Weine eingestellt. Um den Aufwand für Winzer und Händler zu reduzieren, wird die komplette Verkostung in diesem Jahr am 25./26. Juni 2011 durchgeführt. Die Bewertung der eingestellten Weine erfolgt auch dieses Mal wieder nach dem 100-Punkte-Schema PAR. Das erfahrene, internationale Verkoster-Team besteht aus Oenologen, IHK geprüften Sommeliers, Weinfachberatern und Fachleuten aus der Gastronomie.

Geleitet wird die Verkostung von Martin Darting, dem Entwickler des anerkannten PAR-Systems. Es macht die Bewertungen objektiv und für jedermann nachvollziehbar. Die Verkoster beurteilen verschiedenste Kriterien nach Quantität und Qualität, von den Aromen über die Tanninstruktur bis zum Reifepotenzial. Auch Sorte, Herkunft und Ausbaustil sind in den sensorisch-inhaltsstofflich relevanten Aspekt eingebunden. Diese transparente und nachvollziehbare Bewertung stellt genau dar, wie einzelne Kriterien zum Ergebnis beigetragen haben und sagt mehr aus als Punkte, Sterne oder Gläser.

Gerade bei so schwierigen Weinjahrgängen wie dem 2010er differenziert das PAR-System deutlich die unterschiedlichen Ausprägungen der klein-klimatischen Bedingungen, der Rebsorten und der Weinstilistik.

Interessierte Winzer und Händler können Ihre Weine noch bis zum 27. Mai 2011 unter www.bioweinpreis.de anmelden.

Perfektes Wetter für Eisweinernte 2010

Geringe Mengen hochwertiger Eisweine krönen den Weinjahrgang 2010. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, nutzten einige Winzer die kühlen Nächte dieser Woche, um bei Temperaturen von minus sieben Grad und darunter, tief gefrorene Trauben für die begehrte, edelsüße Spezialität einzubringen.

Bereits in den frühen Morgenstunden des 30. Novembers konnte die Winzergenossenschaft Oberbergen am Kaiserstuhl 400 Liter Weißburgunder Eiswein mit 170 Grad Oechsle lesen. In der heutigen Nacht freuten sich auch Betriebe in anderen Anbaugebieten, wie etwa Franken, Rheingau, Rheinhessen, Mosel und Pfalz, über eine erfolgreiche Eisweinlese.

Einige Weingüter warten noch die kommenden Nächte ab, für die teilweise noch tiefere Temperaturen vorhergesagt sind. Für die Bereitung der edelsüßen Spezialität muss das Thermometer mindestens minus sieben Grad zeigen – je kälter desto besser, denn der Konzentrationsprozess in den Trauben steigt mit sinkender Temperatur. Von der Kelter tropft dann nur der zuckersüße Saft, der größte Teil des Traubenmosts bleibt gefroren als Eiskristall zurück. Entsprechend gering ist die Ausbeute. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Erntemenge finden sich später als Eiswein in der Flasche wieder.

„Die diesjährigen Eisweinmengen werden ebenso wie der Gesamtertrag des Jahrgangs 2010 weit unter dem Durchschnitt liegen. Nur wenige Erzeuger sind in diesem Jahr auch noch das Risiko der Eisweinbereitung eingegangen. Umso erfreulicher ist es, dass dies mit einem frühen Frost belohnt wurde“, erläutert DWI-Geschäftsführerin Monika Reule.

Der Winzer geht mit dem Hängenlassen der Trauben für den Eiswein alljährlich das Risiko des Totalverlustes ein. Wird es nicht kalt genug, müssen die Trauben in der Regel verworfen werden. Lässt er sich darauf ein, müssen sie in Folie gepackt werden, um sie gegen Regen, Sturm und Vogel- oder Wildschweinfraß zu sichern. Der Hauptlesemonat für Eiswein ist in der Regel der Dezember. Aber auch ein Eiswein, der erst im Januar gelesen wird, zählt zu dem Jahrgang in dem er gewachsen ist.

Eiswein ist ein hervorragender Begleiter festlicher Anlässe. Zum Abschluss eines Menüs, verspricht er ein glanzvolles Finale besonders zu fruchtigen Desserts, Eis oder Sorbets. Als Solist eignet sich Eiswein auch sehr gut zum Aperitif. Die kostbare Rarität kann in der Regel Jahrzehnte lang gelagert werden.

2009 „ein ganz großer Weinjahrgang“

2009 „ein ganz großer Weinjahrgang“

Nach einem Jahr mit nahezu perfekten Witterungsbedingungen sind die Winzer in allen 13 deutschen Anbaugebieten mit den Weinqualitäten überaus zufrieden. „Dieser Jahrgang wird als ganz großer in die Geschichte eingehen“, prognostizierte der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber.

„Selten haben wir so aromatische, kerngesunde und vollreife Trauben gelesen, wie in diesem Jahr“, erläuterte der Verbandspräsident. Viele Betriebe wurden in diesem Jahr zudem auch mit Beeren- und Trockenbeerenauslesen bei Mostgewichten von weit über 150 Grad Oechsle belohnt.

Allerdings liegen die Erträge nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) mit voraussichtlich etwa 8,8 Millionen Hektolitern bundesweit rund zehn bis fünfzehn Prozent unter dem des Vorjahres sowie des fünfjährigen Mittels. In einigen Anbau­gebieten wie etwa dem Rheingau, Mittelrhein oder an der Nahe wird sogar mit Mindererträgen von über 20 % gerechnet. Die Erzeuger in Franken hatten dagegen keine und in der Pfalz nur vergleichsweise geringe Ertrags­rückgänge von sechs Prozent. Die geringeren Erntemengen sind auf eine ungleichmäßige Blüte sowie den sonnigen aber auch trockenen Spätsommer zurück­zuführen. In den ost­deutschen Anbaugebieten Sachsen und Saale-Unstrut haben sich zudem die starken Winterfröste ertrags­reduzierend ausgewirkt, so dass dort im Vergleich zu 2008 nur rund die Hälfte geerntet werden konnte. Hier ein Blick in die Anbaugebiete.

Weinbaupräsident Weber rechnet abgesehen von einzelbetrieblichen Preisanpassungen trotz der unterdurchschnittlichen Erntemenge mit weitgehend stabilen Weinpreisen. Die Menge sei durchaus marktgerecht. Europaweit würde nach ersten Schätzungen eine Weinmosternte auf Vorjahresniveau von etwa 173 Millionen Hektolitern erwartet. Von daher sei aus dem europäischen Ausland kein übermäßiger Marktdruck zu erwarten. Die europäischen Ernteschätzungen.

Für DWI-Geschäftsführerin Monika Reule bietet der Jahrgang 2009 hierzulande den Weinfreunden ein außergewöhnlich gutes Preis-Genuss-Verhältnis: „Es gibt vom 2009er aus allen deutschen Anbaugebieten viel Wein fürs Geld. Denn viele potenzielle Spät- und Auslesen werden aus vermarktungs­technischen Gründen als Qualitätswein angeboten“, erklärte Reule. Sie erwartet in diesem Jahr ausgesprochen fruchtbetonte, gehaltvolle und sehr gut ausbalancierte Weißweine. Außerdem könnten sich die Verbraucher auf kraftvolle, farbintensive und samtige Rotweine freuen. Es bleibt abzuwarten, ob 2009 noch mit Eisweinen gekrönt werden kann. Der gute Reife- und Gesundheitszustand der Trauben bietet beste Voraussetzungen dafür.

Reule ist sich sicher, dass der Jahrgang 2009 auch international große Beachtung finden wird. „Neben den tollen Rieslingen und Burgundern dürften besonders die außergewöhnlichen Rotweinqualitäten für Überraschung sorgen, denn im Ausland ist es noch nicht sehr bekannt, dass hierzulande auf rund einem Drittel der Rebfläche Rotwein angebaut wird und Deutschland der drittgrößte Spät­burgunder­produzent der Welt ist“, erklärte die DWI-Chefin.

Silvaner

Silvaner in seinen Facetten

Bei schönstem Frühlingswetter stellten die Mitglieder der Winzergruppierung FRANK & FREI auf der idyllischen Weinterrasse vom „Vinorant Alter Hof“ in München ihren neuen Weinjahrgang vor. Sowohl die FRANK & FREI Collection als auch Klassiker und Premiumweine verschiedener Rebsorten hatten die Winzer mit in die Landeshauptstadt gebracht. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr aber zweifelsohne der Silvaner in seiner ganzen Vielfalt.

In lockerer Atmosphäre verkosteten die Gäste die Weine, genossen die köstlichen Leckerbissen vom „Vinorant Alter Hof“ und informierten sich bei den persönlich anwesenden Winzern. Das Duo Kagerer aus Regensburg sorgte dabei für die musikalische Untermalung.

Das Jubiläum „350 Jahre Silvaner in Franken“ hatte die FRANK & FREI Winzer veranlasst, neben der Präsentation des neuen Jahrgangs auch den Silvaner in seinen Facetten vorzustellen. Nahezu alle Qualitätsstufen und Regionen Weinfrankens waren hier vertreten und luden zum Vergleich ein. Wie schmeckt eigentlich ein Bio-Silvaner? Anders? Worin unterscheiden sich die vielen verschiedenen trockenen Spätlesen? Ist es das Terroir oder die Handschrift des Winzers? Verträgt der Silvaner eine Lagerung im Holzfass? Fragen über Fragen. Den ganzen Nachmittag über war der Verkostungsbereich umlagert. Es wurde ausgiebig probiert und miteinander diskutiert. In zwei Weinseminaren informierten sich die Besucher außerdem zum Thema „Silvaner – unsere fränkische Identität“.

„Es war eine unserer erfolgreichsten FRANK & FREI Präsentationen. So viele Besucher hatten wir hier in München noch nie. Sie waren alle sehr interessiert und haben auch ganz gut bestellt. Wir werden mit FRANK & FREI ganz sicher auch im nächsten Jahr wieder in die Landeshauptstadt kommen“, berichtet Winzer Rudolf May aus Retzstadt.

Die Münchner Veranstaltung ist gerade beendet, da laufen bereits die Vorbereitungen für das große FRANK & FREI Festival auf dem Nikolaushof in Würzburg an. Unter dem Motto „17 Winzer feiern … feiern Sie mit!“ wird am Freitag, 26. Juni, hoch über den Dächern der Stadt ein vielfältiges Genuss-Programm geboten, das bei jedem Wetter stattfinden wird. Nach der Begrüßung mit einem Glas Secco Saignée, besteht die Möglichkeit sich an mediterran-fränkischen Buffetinseln im Hof und Fingerfood im Seegarten zu laben. Dazu gibt es eine vielfältige Auswahl jugendlich-frischer Frankenweine. Des Weiteren erwartet die Gäste eine FRANK & FREI Müller-Thurgau Verkostung und eine Präsentation der Top Silvaner aller FRANK & FREI Winzer. Es versteht sich von selbst, dass alle 17 Weinmacher an dem Abend persönlich anwesend sind.

Neben den erstklassigen Weinen und kulinarischen Köstlichkeiten vom Nikolaushof kommt auch die Musik nicht zu kurz. Ab 21 Uhr wird Livemusik der Gruppe „Roach Control“ für die richtige Stimmung sorgen. Es wird empfohlen, die Karten bereits im Vorverkauf zu erwerben.

Kartenvorverkauf:
Nikolaushof, Würzburg, Tel. 0931 797500
oder unter frank&frei@nikolaushof.org
Weitere Informationen finden Sie unter www.frank-und-frei.de

Gute Aussichten für Weinjahrgang 2008

Gute Aussichten für Weinjahrgang 2008

Die Hauptweinlese für den 2008er Jahrgang beginnt in diesen Tagen. In Baden, der Pfalz und in Rheinhessen wurden bereits die ersten Trauben früh reifender Rebsorten wie Rivaner, Portugieser oder Frühburgunder eingebracht. Nach dem heutigen Entwicklungsstand der Reben erwarten die Winzer einen Jahrgang mit guten Weinqualitäten. Der Reifestand der Trauben sowie die Aromenausprägung sind vielversprechend, erläutert Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI).

Die Ertragsaussichten für den aktuellen Jahrgang werden nach einer ersten Schätzung des Deutschen Weinbauverbandes (DWV) auf eine Gesamterntemenge von rund zehn Millionen Hektolitern hochgerechnet, was in etwa dem Durchschnittsertrag der letzten Jahre entspricht.

Die Vegetations- und Reifeentwicklung verlief bislang kontinuierlich und günstig. Nochmals von maßgeblichem Einfluss auf das Ernteergebnis wird der Witterungsverlauf der nächsten Wochen sein. Nach einem Jahr der Hege und Pflege der Weinberge kommt es wie jedes Jahr im Endspurt auf einen schönen Altweibersommer an. Nach den heutigen Aussichten können sich alle Weinfreunde auf einen guten 2008er Weinjahrgang freuen, der Gehalt und Frucht verspricht.

Federweißer – Frühe Weinlese

Federweißer – Frühe Weinlese

Günstige Voraussetzungen für einen guten Weinjahrgang 2008: In dieser Woche begann bereits die Weinlese für den ersten Federweißen des Jahres in Rheinhessen und der Pfalz. Die Witterungsbedingungen der letzten Monate waren für das Rebenwachstum und die Traubenreife sehr günstig. Die Reben weisen derzeit einen Entwicklungsvorsprung von ein bis zwei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel und auch einen guten Gesundheitszustand auf.
Für den neuen Wein werden überwiegend die sehr frühreifen Rebsorten wie beispielsweise Ortega oder Siegerrebe verwendet. Mit dem Beginn der Hauptlese von Rebsorten wie Rivaner, Silvaner oder den Burgundersorten für die eigentliche Weinbereitung ist Mitte bis Ende September zu rechnen.

„Die Voraussetzungen für einen guten Weinjahrgang 2008 sind aufgrund der weit fortgeschrittenen Rebenentwicklung günstig. Auch die Ertragsaussichten sind derzeit zufriedenstellend“, sagte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI). Entscheidend für die Weinqualität wird die Witterung in den nächsten Wochen sein. Mittlere Temperaturen und nicht all zu viel Niederschläge wären ideal.

WEIN GOURMET präsentiert die besten deutschen Winzer

Spitzenqualität hatte diesmal Seltenheitswert: Mit
diesem harten Urteil resümiert die Redaktion des Hamburger Magazins
WEIN GOURMET den Weinjahrgang 2006 in Deutschland. Die Redakteure und
Mitarbeiter der Zeitschrift konnten bei den Proben für das jährliche
Taschenbuch „Die 750 besten Weingüter in Deutschland“ nur in
Ausnahmefällen Top-Bewertungen vergeben, selbst die renommierten
Betriebe hatten mit dem schwierigen Jahrgang offensichtlich große
Probleme. Das handliche Taschenbuch mit mehr als 750 Weingütern, den
kompletten Adressen und Bewertungen sowie Probiertipps, Kurzporträts
und Beurteilung der aktuellen Weine liegt dem aktuellen WEIN GOURMET
(Heft 4/2007) bei, der jetzt für 9,95 Euro im Handel erhältlich ist.

„Ein launischer Herbst mit extrem wechselnden
Witterungsbedingungen, mit Sauerfäule, aber auch Edelfäule (Botrytis)
in den Weinbergen“, so die Autoren, „zwang die Winzer in den meisten
Anbaugebieten zu einer Turbo-Lese, die oft in drei, vier Wochen
durchgezogen wurde.“ Trotz strenger Selektion des Traubenguts sei es
häufig nicht gelungen, bei de trockenen Weißweinen überzeugende
Qualitäten zu erzielen. Besser schnitten in der Regel die fruchtigen
und edelsüßen Weine, insbesondere die Rieslinge, ab. Nach Meinung der
WEIN GOURMET-Redaktion gibt es unter den 2006er Weinen nur wenige
herausragende Qualitäten – und so können sich nur ein paar Winzer
über eine bessere Bewertung als im Vorjahr freuen.

Winzer erwarten guten Jahrgang 2007

Zum Beginn der Hauptweinlese, die in den nächsten Tagen bundesweit beginnt, sehen die deutschen Winzer dem neuen Weinjahrgang sehr optimistisch entgegen. Die Mostgewichte liegen bereits deutlich über denen des letzten Jahres. Außerdem sind die Erzeuger aufgrund des deutlichen Reifevorsprungs von 10 bis 14 Tagen in einer komfortablen Situation für die bevorstehende Lese: „Sofern wir in den nächsten Wochen die derzeitige trocken-stabile Wetterlage behalten, können die Winzer wegen der frühen Reife den optimalen Lesezeitpunkt und die volle Aromenausprägung der Trauben abwarten“, so die Einschätzung des Präsidenten des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber.

Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilte, können sich die Weinfreunde auf gehaltvolle und fruchtbetonte 2007er Weine freuen, die zudem auch in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werden. Bundesweit wird dieses Jahr mit einer Erntemenge von rund 10 Mio. Hektolitern gerechnet. In dieser Größenordnung läge sie etwa 5% über dem zehnjährigen Durchschnittsertrag und 13% über der Vorjahresmenge. „Nach zwei Jahren mit vergleichsweise geringen Erntemengen und einer gleichzeitig gestiegenen Nachfrage nach deutschen Weinen im In- und Ausland sind die Keller unserer Erzeuger momentan gut geräumt“, sagte Monika Reule, Geschäftsführerin des DWI. „Die prognostizierten Erträge und Qualitäten kommen allen Marktbeteiligten sehr gelegen.“

Mengenplus von 10% erwartet
Zum Teil konnten die Weingüter wegen fehlender Mengen in diesem Jahr die Kundenwünsche nicht mehr im vollen Umfang erfüllen. Dies hat dazu geführt, dass auf die Einkaufsstätten bezogen der Marktanteil für den Direktbezug beim Winzer im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 leicht auf 15, 8% absank. Mit einem mengenmäßigen Anteil von 46,2% und einem wertmäßigen Anteil von 51,9% an allen eingekauften Weinen in Deutschland sind die heimischen Weine jedoch weiterhin mit großem Abstand Marktführer im eigenen Land. Auch im Export ist der deutsche Wein weiterhin erfolgreich. Die jüngsten Exportstatistiken zeigen, dass in den Monaten Juli 2006 bis Juni 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Exportmenge nochmals um 18,2% gesteigert werden konnte. Wertmäßig legten die deutschen Wein im Export um 24,0% zu. Monika Reule ist zuversichtlich, dass die gute Marktposition der deutschen Weine weiter anhält: „Wenn der aktuelle Jahrgang einhält, was er heute verspricht, wird sich der 2007er nahtlos in die Reihe der vergangenen guten bis sehr guten Weinjahre einreihen. Die Verbraucher dürfen sich dann erneut auf sortentypische deutsche Weine mit einem attraktiven Preis-Genuss-Verhältnis freuen“.

Sonnige Aussichten für 2006er Weine

Am 12. September hat im badischen Weinort Bruchsal die Hauptlese für den Weinjahrgang 2006 begonnen. Mit über 80 Grad Oechsle wiesen die ersten Weißburgunder Trauben bereits einen guten Reifegrad auf. Auch in den anderen deutschen Weinbaugebieten erwarten die Winzer gute Qualitäten. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) haben die Reben gegenüber dem langjährigen Mittel einen deutlichen Entwicklungsvorsprung erreicht.

Der diesjährige Witterungsverlauf war von extremen Bedingungen geprägt. Dem bisher heißesten und sehr trockenen Juli in Deutschland folgte ein außergewöhnlich kühler und feuchter August. Dabei waren die Niederschläge Anfang August für die Rebenentwicklung Gold wert. Die weiter anhaltende Feuchtigkeit hat sich positiv auf die Nährstoffversorgung der Reben und die zu erwartenden Erntemengen ausgewirkt. Der sonnige September ließ schließlich die Trauben enorm schnell heranreifen und die Mostgewichte in die Höhe schnellen.

Entsprechend optimistisch sieht der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes, Norbert Weber, dem aktuellen Weinjahrgang entgegen: „Sofern sich das Wetter in den kommenden Wochen normal verhält, können sich die Weinfreunde auf tolle 2006er Weine freuen, die in ausreichender Menge zur Verfügung stehen werden. Wir rechnen für dieses Jahr bundesweit mit einer Erntemenge von gut 10 Mio. Hektolitern. Sie läge somit leicht über dem langjährigen Durchschnittsertrag und rund 10 % über der Erntemenge des Vorjahres.“

Wie Weinbaupräsident Weber weiterhin mitteilte, wird EU-weit nach ersten Hochrechnungen eine Weinernte im Umfang von etwa 176 Mio. Hektoliter erwartet. Diese Erntemenge entspräche dem langjährigen Mittel und ließe somit voraussichtlich keine übermäßig angespannte Lage auf dem europäischen Weinmarkt erwarten.

Die deutschen Weinerzeuger warten bereits sehnsüchtig auf den neuen Jahrgang, denn nach dem vergleichsweise geringen Vorjahresertrag sind die Keller größtenteils gut geräumt. Hinzu kommt, dass sich der deutsche Wein im eigenen Land wie auch international zunehmender Beliebtheit erfreut und die Absätze steigen. Mit dem zu erwartenden Ertragsniveau sind die Erzeuger dementsprechend vollauf zufrieden. Das DWI geht davon aus, dass angesichts dieser guten Aussichten die Weinpreise für den neuen Jahrgang abgesehen von einzelnen Preisanpassungen stabil bleiben dürften.

Nach jetzigem Stand, wird der 2006er die Reihe der guten und sehr guten Weinjahre, die seit 2001 eingebracht wurden, nahtlos fortsetzen. Sehr entscheidend für die Güte des Jahrgangs wird aber auch noch die Witterung der nächsten Wochen sein. Denn viele Rebsorten reifen bis in den Oktober und Deutschlands bedeutendste Rebsorte Riesling sogar teilweise bis in den November hinein. Diese lange Reifezeit ermöglicht die intensive Ausprägung der rebsortentypischen Aromen in den Beeren, was den deutschen Weinen ihre besondere Fruchtigkeit verleiht.

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