Die Grundpfeiler gesunder Zubereitung

Wer auf eine gesunde Ernährung achtet, der sollte nicht nur beim Einkaufen äußerste Sorgfalt an den Tag legen, auch bei der Zubereitung der Nahrung kann man sehr viel für die Gesundheit tun. Denn auch die besten Produkte verlieren ihre wertvollen Nährstoffe, wenn sie nicht schonend zubereitet werden. Lebensmittel auf gesunde Art anzurichten, ist gar nicht so schwer, wenn man einige Dinge beachtet.

Der bewusste Einkauf hochwertiger Produkte
Mit dem Qualitätsprodukt fängt die gesunde Ernährung an. Minderwertige Lebensmittel werden auch durch die raffinierteste Zubereitung nur schwer aufzuwerten. Wenn das Produkt fad im Geschmack ist hilft nur die Überwürzung oder der Einsatz von viel Fett als Geschmacksträger, beide Maßnahmen sind der Gesundheit nicht sonderlich zuträglich.
Man ist auf der sicheren Seite, wenn man möglichst regional und frisch kauft. Was direkt beim Bauern angeboten wird, ist immer frischer und günstiger als die gleiche Ware im Supermarkt. Denn lange Transportwege wurden dem Gemüse ebenso erspart wie die Preismargen der Händler. Außerdem weiß man genau, wo das Gemüse gewachsen ist, das man später auf dem Teller hat. Am besten beschränkt man sich auf Produkte, die zur jeweiligen Jahreszeit in der Region wachsen. Hierzu muss man in der Regel den Kompromiss eingehen zu bestimmten Jahreszeiten beispielsweise auf Erdbeeren zu verzichten.
Heutzutage bieten aber auch viele Supermärkte schon ein Sortiment regionaler Produkte an, im Bioladen ist das selbstverständlich. Hier werden nur chemisch unbehandelte Produkte angeboten, die viel weniger Schadstoffe enthalten als konventionell hergestellte Lebensmittel.

Vorsicht beim Erhitzen der Lebensmittel
Wer sich bewusst ernährt, geht mit Lebensmitteln naturgemäß auch schonend um. Denn die wertvollen Nährstoffe, die dem Körper aus der Nahrung zugeführt werden sollen, sind empfindlich und können nur allzu leicht verloren gehen. Besonders das Erhitzen ist häufig Schuld am Verlust von Vitaminen & Co. Ein Kochtopf mit Dampfeinsatz erlaubt den schonenden Einsatz von Wasserdampf und benötigt dafür nur wenig Flüssigkeit. Beim Dünsten kommt das Gemüse zwar direkt ins Wasser, man verwendet dafür aber ebenfalls nur eine geringe Menge an Flüssigkeit. Auch bei dieser Garmethode wird der Dampf zu Hilfe genommen, man belässt dafür den Deckel während des gesamten Erhitzungsvorgangs auf dem Topf. Das spart auch Energie.
Beim Braten sollte besonders auf gesunde Fette geachtet werden. Pflanzliche Öle sind dabei erste Wahl, vor allem wegen der gesunden Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Hier macht es aber ganz und gar nicht die Menge, am Fett kann man ruhig sparen, wenn man einfach das Bratgut öfter wendet.
Es sind jedoch nicht alle Pflanzenöle dazu geeignet, besonders hoch erhitzt zu werden. Bei Temperaturen über 180°C können beispielsweise bei Olivenöl gefährlich Zersetzungsprodukte entstehen, die der Gesundheit schaden können. Hier empfiehlt es sich auf High-oleic-Öle zurückzugreifen, welche Temperaturen bis zu 210°C vertragen.

Auch der Geschmack gewinnt
Eine schonende Nahrungszubereitung ist nicht nur nährstoffschonend, sie dient auch dem guten Geschmack. Denn nicht nur Vitamine und Mineralien werden beim behutsamen Erhitzen weitgehend erhalten, auch die Geschmacksstoffe profitieren von schonenden Garmethoden. Das gilt umso mehr, wenn frische Kräuter als Würzstoffe zum Einsatz kommen. Denn auch deren leckeres Aroma kann verkochen. Frische Kräuter sind die natürlichsten und intensivsten Gewürze überhaupt. Denn Frische ist das A und O beim Geschmack. Kräuter sind für unsere Gesundheit und Fitness unerlässlich: mit ihren Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen sind sie optimal für die Rundumversorgung des Körpers und helfen auch bei vielen Erkrankungen weiter bzw. können deren Verlauf positiv beeinflussen. Weitere natürlich gesunde Aromaträger sind beispielsweise Knoblauch und Ingwer. Sie wirken antioxidativ und ganz weit vorne im Kampf gegen freie Radikale.

Finger weg von Fertiggerichten
Gesunde Ernährung und Fertiggerichte vertragen sich nicht gut. Denn im sogenannten Convenience Food sind so viele fremde Zusatzstoffe enthalten, dass von Natürlichkeit eigentlich nicht mehr die Rede sein kann. Die menschlichen Geschmacksnerven gewöhnen sich mit der Zeit an den künstlichen Geschmack, heutzutage gibt es viele Kinder, die das Erdbeeraroma der echten Erdbeere vorziehen. Wer sich seine Genussfähigkeit beim Essen erhalten möchte, verzichtet also auf die schnelle Mahlzeit. Sich im Ausnahmefall mal eine Tiefkühlpizza in den Ofen zu schieben ist sicher nicht so schlimm, zur Gewohnheit sollte das aber nicht werden. Es gibt viele leckere Rezepte mit frischen Zutaten, die im Handumdrehen zubereitet sind.

Jessica Jäger

http://blog.messerspezialist.de

Gewürze und Gemüse der Frühjahrsküche: Schnittlauch

Schnittlauch (Allium schoenoprasum) ist neben Petersilie das bekannteste Küchenkraut. Die ausdauernde Pflanze gehört zur Familie der Lauch- und Zwiebelgewächse (Liliengewächse) und liebt feuchte, nährstoffreiche Böden und einen sonnigen Standort. Man findet sie von April bis November als Kulturform in vielen Hausgärten, aber auch wild in der freien Natur. Die mehrjährige Pflanze gedeiht in ganz Europa, in Nordamerika, Nordafrika und Mittelasien. Im Frühjahr lässt sich der „Gras- oder Binsenlauch“ – wie er im Volksmund heißt – in einem Blumentopf auch gut auf der Fensterbank ziehen.

Das saftiggrüne Küchenkraut mit seinem mild-lauchigen Geschmack passt zu allen grünen und gemischten Salaten, Saucen, herzhaften Butter-Stullen, Quark, Eierspeisen und Suppen. Kurz gesagt: Schnittlauch harmoniert zu allen Speisen, die auch Zwiebelgeschmack vertragen. Am besten schneidet man die röhrenförmigen Stängel mit der Küchenschere in kleine Röllchen, um den Saftverlust möglichst gering zu halten und verwendet das Kraut frisch. Ebenso sind die kugeligen rosavioletten Blüten des Schnittlauchs essbar und stellen eine hübsche Dekoration für Salate oder kalte Platten dar. Schnittlauch-Röllchen lassen sich – allerdings mit Aromenverlust – auch trocknen oder küchenfertig einfrieren. Wer getrockneten Schnittlauch nutzt, sollte ihn kurz vor der Verwendung in kaltem Wasser einweichen, damit er seinen Geschmack entfalten kann.

Schnittlauch ist – ähnlich wie alle anderen Laucharten – auch eine alte Heilpflanze. Er wirkt durch die in ihm enthaltenen scharfriechenden, schwefelhaltigen Senföle und Saponine schleimlösend, antibakteriell und harntreibend. Außerdem hat er einen hohen Gehalt an Vitamin C und Vitamin A. Mit vereinzelt bis zu 70 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm kann er sogar den Vitamin C-Gehalt der gleichen Menge an Zitronen (rund 50 Gramm pro 100 Gramm Vitamin C) übertreffen.
Ira Schneider, www.aid.de

Die Soße bestimmt den Wein

Die Wahl des passenden Weines kann ein Essen erst so richtig rund machen. Für viele wohl die Überraschung: Nicht das Fleisch, sondern die Soße bestimmt, welcher Wein am besten harmoniert, sagt Ernst Büscher, Experte vom Deutschen Weininstitut in Mainz im Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“.

Dunkle, geschmacksintensive Soßen harmonieren besser mit den Gerbstoffen des Rotweins, helle Soßen besser mit Weißwein. Bei einer scharfen Speise sollte er mild sein, denn Alkohol verstärkt die Schärfe. Allgemein vertragen sich süß und süß gut, aber sauer und sauer harmonieren schlecht.

„Zu einer Vinaigrette trinkt man am besten keinen Riesling“, sagt Büscher, „sondern etwas Mildes, etwa einen Silvaner oder einen Grau- oder Weißburgunder.“
Quelle:Apothekenmagazin „Senioren Ratgeber“

Ernährungsratgeber Laktoseintoleranz

Gefährliche Milch: Millionen Menschen in Deutschland macht Milch krank
Ernährungsratgeber Laktoseintoleranz erschienen

Die Milch hat einen Ruf als besonders gesundes Lebensmittel. Aber Milch ist nicht für alle Menschen gleichermaßen gesund: Immer mehr Menschen in Deutschland können Milch nicht vertragen und leiden unter einer Laktoseintoleranz, berichtet Sven-David Müller vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. (DKGD). Dass immer mehr Menschen den Milchzucker nicht vertragen können, liegt daran, dass immer mehr Menschen an chronischen Magen-Darm-Erkrankungen leiden und im Alter die Enzymausstattung, die zur Verdauung von Milchzucker erforderlich ist, nachlässt. Die Altersentwicklung in Deutschland führt dazu, dass schon in zehn Jahren mehr als 15 Millionen Menschen unter Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) leiden. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall – Menschen, die keinen Milchzucker vertragen, leiden oft unter diesen Begleiterscheinungen, informiert Müller, der an der Universitätsklinik Aachen und in seiner Praxis immer wieder mit der Erkrankung „Laktoseintoleranz“ beschäftigt ist. Neben der Meidung von Milchzucker profitieren die Patienten auch von der Einnahme von Laktase-Enzym-Präparaten, die heute preiswert und rezeptfrei in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern erhältlich sind. Die Einnahme von Laktase kann die Verträglichkeit von Laktose entscheidend verbessern, so Müller.

12 Millionen Menschen leiden unter Laktoseintoleranz
 – da es bei laktosefreien „Radikaldiäten“ häufig zu einem Nährstoffmangel kommt. Der „Ernährungsratgeber Laktoseintoleranz“ ist dafür der ideale Begleiter. Mit Kalzium angereicherte Milchprodukte und Fruchtsäfte können einer Kalziummangel-bedingten Osteoporose vorbeugen. Bei der Meidung von Milch und Milchprodukten kommt es normalerweise nicht zu einem Eiweißmangel, sofern Hülsenfrüchte wie Soja, Eier, Fisch und Fleisch auf dem Speiseplan stehen. Ein Trugschluss ist es, probiotische Joghurts zu bevorzugen, denn die sind für Laktoseintolerante schlechter verträglich als normale Joghurts und andere gesäuerte Milchprodukte, erläutert Müller aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Leicht verständlich erklären die Autoren, wie eine milchzuckerfreie Ernährung aussehen kann, die den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen in ausreichender Menge versorgt, und zwar auf leckere und genussvolle Weise. Dabei unterstützen 60 köstliche Rezepte mit allen wichtigen Nährwert- und Laktoseangaben. Tabellen liefern Basisinformationen auf einen Blick, und Musterpläne helfen, einen unkomplizierten Einstieg in die Ernährungsumstellung zu finden.

Aus dem Inhalt:
1. Was ist Laktoseintoleranz?
2. Formen der Laktoseintoleranz
3. Wie wird Laktoseintoleranz diagnostiziert?
4. Die Ernährung umstellen – aber richtig
5. 60 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen

Christiane Weißenberger und Sven-David Müller sind ausgewiesene Diätexperten. Die Autoren des Ernährungsratgebers „Laktoseintoleranz“ können auf eine jahrzehntelange Praxis in der Diätberatung und Ernährungsschulung zurückblicken. Diätassistent und Bestseller-Autor Sven-David Müller ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er erhielt diese Auszeichnung für seine besonderen Verdienste um die Volksgesundheit, insbesondere im Bereich Ernährungsaufklärung. Er hat Nutritive Medizin studiert und den akademischen Grad Master of Science in Applied Nutritional Medicine erlangt. Christiane Weißenberger arbeitet als Diät- und Diabetesassistentin in einer diabetologischen Schwerpunktpraxis in Würzburg. Gemeinsam haben sie in den vergangenen zehn Jahren bereits mehr als 15 Ernährungsratgeber veröffentlicht. Das Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik macht sich für eine ganzheitliche, wissenschaftlich begründete Gesundheitsförderung stark und fordert insbesondere den interdisziplinären Ansatz der Prävention. Ernährung, Bewegung und Entspannung helfen den Menschen, gesund zu bleiben.

Bibliografische Daten
Müller, Sven-David/Weißenberger, Christiane
Ernährungsratgeber Laktoseintoleranz
2010
144 Seiten
ISBN 978-3-89993-583-7 Bestellink portofrei
14,95 €

Alkohol im Straßenverkehr

Alkohol im Straßenverkehr: kein Platz für Mythen!

KfV und Schlossgold appellieren mit der gemeinsamen Kampagne „Ein Zeichen der Vernunft“ an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

2008 wurden 2.632 Alkoholunfälle registriert. Dabei wurden 3.628 Personen verletzt und 52 Personen getötet. Alkoholunfälle machen somit rund acht Prozent an allen tödlichen Verkehrsunfällen aus. Die Dunkelziffer der Unfälle mit tödlichem Ausgang liegt, wie eine vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie im Jahr 2008 durchgeführte Untersuchung zeigte, sogar noch höher, da bei Kfz-Lenkern, die alleine tödlich verunglücken, keine Blutuntersuchungen durchgeführt werden. „Die genauere Analyse der Gerichtsakten von 1.059 Unfällen mit Getöteten der Jahre 2002 bis 2004 zeigte, dass bei neun Prozent die Hauptunfallursache Alkohol war. Auf sogar 12 Prozent steigt der Anteil, wenn man auch jene Unfälle betrachtet, bei denen der Lenker alkoholisiert war, aber ein anderer Umstand den Unfall ausgelöst hat, der bei Nüchternheit des Fahrers vielleicht nie zu einem Unfall geführt hätte“, weiß Dr. Othmar Thann, Direktor des KfV. Mit drei unterschiedlichen Motivanhängern auf den Schlossgold 6-er Trägern, die seit kurzem im Handel zu finden sind, wollen das KfV und Schlossgold zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr motivieren. Neben Stickern finden sich auf den Neckhängern Informationen, die falsche Mythen über die Wirkungsweise von Alkohol im Körper aufklären sollen.

Alkohol trübt die Sinne
Mit steigendem Alkoholkonsum steigt auch der Grad der Selbstüberschätzung. Reaktions- und Konzentrationsfehler treten ab 0,8 Promille zwei- bis dreimal häufiger auf, als im nüchternen Zustand. Die Risikobereitschaft des Alkolenkers erhöht sich gleichzeitig um 80 Prozent. Neben der gesellschaftlichen Akzeptanz von Alkohol am Steuer ist ein weiterer Hemmschuh das mangelnde Wissen über die Wirkungsweise von Alkohol im Körper.

Mythos 1: Die Abbaurate von Alkohol kann beschleunigt werden
Nach wie vor glauben viele Österreicher, dass sie die Abbaurate von Alkohol beschleunigen können. Kaffeetrinken, fettes Essen, Schlaf etc. werden als Ausnüchterungshilfen angesehen. Doch egal welches „Hausmittel“ auch angewandt wird, die Abbaurate des Körpers kann nicht beeinflusst werden. Pro Stunde werden 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol abgebaut. Nicht mehr und nicht weniger. Ein besonders gefährlicher Trugschluss ist, dass nach der Nachtruhe der Alkoholpegel wieder auf Null gesunken ist. Auch wenn man sich wieder fit fühlt, kann noch eine Restalkoholisierung mit den damit verbundenen Leistungsbeeinträchtigungen vorliegen.

Mythos 2: Kräftige Menschen vertragen mehr als schmächtigere Personen
„Gewichtigen“ Personen wird meist zugeschrieben, dass sie mehr vertragen als schlankere Menschen. Auch das kann ein Trugschluss sein, denn der Alkohol verteilt sich nur im Blut. Der Promillewert gibt an, wie viel Gramm Alkohol sich in 1.000 Gramm Blut im Köper befinden. Ausschlaggebend für den Promillewert ist daher die Blutmenge, über die sich der Alkohol verteilt. Was es jedoch zu bedenken gibt, ist, dass zwar der Promillewert berechnet werden kann, die Beeinträchtigung jedoch von vielen Faktoren abhängt, die sich ständig ändern. So haben Nikotin, Medikamente, körperliche Verfassung, seelische Verfassung oder Art und Menge der vor dem Alkoholkonsum verzehrten Speisen eine nicht berechenbare Auswirkung auf die Beeinträchtigung durch Alkohol. Es ist daher nicht sinnvoll, sich an eine Promillegrenze heran zu trinken.

Mythos 3: Der Promillewert kann beeinflusst werden
Aufbauend auf den beiden ersten Mythen wird vielfach angenommen, dass der Promillewert beeinflusst werden kann. Doch dieser hängt von mehreren zum größten Teil nicht-beeinflussbaren Faktoren ab: Von der Abbaugeschwindigkeit, von der Blutmenge auf die sich der konsumierte Alkohol verteilt sowie der konsumierten Alkoholmenge. Da die beiden ersten Faktoren wie bereits oben geschildert nicht beeinflusst werden können, hängt der Promillewert rein von der konsumierten Menge ab.
„Neben der Erhöhung der Verkehrsstrafen für und der stärkeren Überwachung von Alkoholdelikten, ist der Apell an die Eigenverantwortung ein wichtiges Element im Bemühen um mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen“, sagt Thann abschließend.

Laktose-Intoleranz – Wie ernähre ich mich richtig?

Laktose-Intoleranz – Wie ernähre ich mich richtig?

Vom 6. – 9. Juli 09 beantworten Experten im Chat auf www.was-wir-essen.de

Fragen rund um das Thema „Laktose-Intoleranz“.

Rund 15 Prozent der Deutschen vertragen keinen Milchzucker, der natürlicherweise in Milch enthalten ist. Tipps für eine verträgliche Kost bei der so genannten Laktose-Intoleranz geben Experten im Chat vom 6. bis 9. Juli 2009. Jeweils von 11 bis 13 Uhr beantworten die Ernährungswissenschaftlerinnen Sonja Lämmel und Claudia Thienel alle Fragen rund um das Thema „Laktose-Intoleranz – Wie ernähre ich mich richtig?“ auf www.was-wir-essen-chat.de

Eine Unverträglichkeit für Milchzucker entsteht, wenn das Enzym Laktase fehlt oder nur unzureichend gebildet wird. Das hat zur Folge, dass der Milchzucker bei Betroffenen nicht im Dünndarm abgebaut und ins Blut aufgenommen wird. Stattdessen verbleibt er im Darm und verursacht Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen. Die Symptome lassen sich nur lindern, indem man Milchzucker meidet oder die Menge einschränkt. Doch so einfach das klingt, so schwierig kann der Alltag sein: Milch und Milchzucker ist in vielen Lebensmitteln und Gerichten enthalten, oft ohne dass man es vermutet. Um eine laktosefreie Kost zu garantieren, kochen Betroffene am besten selbst und achten bei verpackten Lebensmitteln genau auf das Etikett. Sind in der Zutatenliste Laktose, Milchzucker, Milchpulver oder Trockenmilch genannt, sind die Produkte ungeeignet.

Unabhängig von diesem Service beantworten Ihnen die aid-Experten wie gewohnt Fragen im Forum „Sie fragen – aid antwortet“ innerhalb von 48 Stunden.

Laktoseintoleranz – kein Grund, auf Milchprodukte zu verzichten

Laktoseintoleranz – kein Grund, auf Milchprodukte
zu verzichten

Kein Käsekuchen, kein Pudding, keine Eiscreme – Menschen mit Laktoseintoleranz streichen Milch, Milchprodukte sowie daraus zubereitete Speisen meist komplett aus ihrem Speiseplan. Etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland können Milchzucker, auch Laktose genannt, aufgrund eines Enzymmangels nicht oder nur teilweise verdauen. Doch ein genereller Verzicht auf Milch, Käse & Co. schränkt die Lebensqualität unnötig ein, denn mit der richtigen Auswahl steht einem Genuss nichts im Weg. Grund dafür, die Betroffenen vertragen meist kleine Mengen Milchzucker über den Tag verteilt. Die Toleranzgrenze ist von Person zu Person ganz unterschiedlich. Deshalb ist es sinnvoll durch einen entsprechenden Test beim Arzt die Diagnose absichern zu lassen.

„Menschen mit Laktoseintoleranz dürfen unbesorgt bei laktosefreien Milchprodukten zugreifen, die es inzwischen von verschiedenen Anbietern in jedem normalen Supermarkt zu kaufen gibt“, informiert Vanessa Weber von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf. Bei laktosefreier Milch und daraus hergestellten Produkten liegt der Milchzucker bereits in Galaktose und Traubenzucker aufgespalten vor. Sie schmecken daher etwas süßer als übliche Produkte. Laut Packungsaufdruck enthalten laktosefreie Produkte höchstens 0,1 Gramm Laktose pro 100 Gramm. Manche Patienten befürchten selbst diese Produkte nicht zu vertragen, hat Diätassistentin und Ernährungsberaterin / DGE Vanessa Weber beobachtet. Doch diese Menge ist so gering, dass keine Beschwerden auftreten, selbst wenn die Betroffenen einen ganzen Liter davon trinken und so auf ein Gramm Milchzucker kommen würden. Zum Vergleich: Die meisten Patienten vertragen acht bis zehn Gramm Milchzucker täglich ohne Probleme.

Auch auf herkömmlichen Käse muss nicht verzichtet werden. Hart- und Schnittkäse wie Allgäuer Emmentaler, Bergkäse, Butterkäse oder Tilsiter sind praktisch laktosefrei, da Bakterien während der Reifung den Milchzucker abbauen. Faustregel: Je älter der Käse, umso weniger Laktose steckt darin. Dies gilt nicht nur für Kuhmilchkäse, sondern auch für Hartkäse aus Ziegen- oder Schafmilch. Pur oder als Weichkäse genossen lösen Schaf- und Ziegenmilch dagegen häufig die gleichen Probleme aus wie normale Kuhmilch, da sie vergleichbar hohe Mengen an Milchzucker enthalten. Für den pikanten Käsegenuss darf es auch ein Stück Limburger, Romadur oder Winzerkäse sein. Ihr Laktosegehalt liegt unter 0,1 Gramm pro 100 Gramm und befindet sich damit im grünen Bereich. Der beliebte Mozzarella kommt je nach Hersteller auf 0,5 bis 1 Gramm Milchzucker und ist damit bedingt empfehlenswert. Hohe Milchzuckermengen enthalten Frischkäse, Hütten- und Schmelzkäse. Sie sollten besser gemieden werden. Sauermilchprodukte, wie Joghurt und Buttermilch, werden meist gut vertragen, weil die enthaltenen Milchsäurebakterien einen Teil des Milchzuckers in Milchsäure umwandeln. Ein Esslöffel Crème fraîche, Schmand sowie süße oder saure Sahne zum Verfeinern sind ebenfalls unproblematisch.

Fazit: Auch bei Laktoseintoleranz ist es möglich, Milchprodukte zu genießen und sich ausgewogen zu ernähren. Besonders wichtig sind Milch und Milchprodukte auf Grund ihres Calciumgehalts für Kinder, die in der Wachstumsphase sind. Aber auch bei Erwachsenen sollten Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen. Bei älteren Menschen kann es zu einer Unterversorgung an Eiweiß kommen, wenn neben wenigen Milchprodukten zugleich auch wenig Fleisch und Fisch gegessen werden. Wer sich in Ernährungsfragen unsicher ist, sollte sich zudem nicht scheuen, professionelle Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen. „Hier lässt sich sehr viel Angst und Verunsicherung nehmen“, so die Erfahrung von Vanessa Weber.

Warum Pollenallergiker auch Tomaten fürchten müssen

Das Kreuz mit der Allergie – Warum Gräserpollen-Allergiker oft auch Tomaten fürchten müssen

Pollenallergiker vertragen oft bestimmte Lebensmittel nicht. Ärzte sprechen dann von einer Kreuzallergie. 60 Prozent der deutschen Allergiker sind davon betroffen, berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf den Verband Deutscher Allergologen. Die allergieauslösenden Eiweißstoffe von Gräser-, Kräuter- und Baumpollen ähneln Substanzen, die in Obst oder Gemüse vorkommen.
Gräserpollenallergiker sollten bei Tomaten, Bohnen und Erbsen vorsichtig sein. Wer gegen Birken-, Hasel- und Erlenpollen allergisch ist, verträgt womöglich keine Nüsse, Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Kiwis. Birkenpollenallergiker reagieren zudem häufig auf Sojaprodukte. In der Pollensaison haben Betroffene besonders große Probleme, da sie dann mehrfach belastet sind.

Leichte Vollkost

Was tun bei Magendruck, Völlegefühl, Blähungen, Übelkeit, Sodbrennen oder Durchfällen nach dem Essen? Zu diesen und vielen weiteren Fragen liefert der neue Ratgeber „Leichte Vollkost“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. kompetent und praxisbezogen leicht verständliche Antworten.

Zunächst einmal erklärt die DGE-Infothek Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen normaler und leichter Vollkost und zeigt auf, wann eine leichte Vollkost zu empfehlen ist. Wie die Kost im Einzelnen zusammengestellt ist, muss individuell entschieden werden. Denn was leichter und schwerer bekömmlich ist, wird von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich empfunden.

Anhand des DGE-Ernährungskreises stellt die Broschüre eine abwechslungsreiche und ausgewogene Vollkost vor, die gleichzeitig leicht bekömmlich ist und sich daher ideal bei Unverträglichkeiten, aber auch bei verschiedenen Erkrankungen von Magen, Darm, Leber oder Bauchspeicheldrüse eignet. Eine Auflistung gibt einen Überblick darüber, welche Lebensmittel und Zubereitungen im Allgemeinen schlecht vertragen werden, diese kann jedoch nur als Richtschnur gelten: Jeder muss daher selbst ausprobieren und herausfinden, was ihm bekommt und was nach seiner persönlichen Erfahrung Beschwerden macht. So werden beim Einstieg in die leichte Vollkost zunächst alle Lebensmittel und Zubereitungen gemieden, die häufig zu Unverträglichkeiten führen, letztendlich entscheidet jedoch die individuelle Verträglichkeit, ob sie generell vom Speiseplan gestrichen werden. Die generelle Ernährungsempfehlung bei Erkrankungen des Magens, des Darms, der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse lautet heute: Alles, was vertragen wird, ist in aller Regel auch erlaubt!

Fruchtzuckerunverträglichkeit

Strikter Verzicht auf Obst häufig unnötig

Etwa drei von zehn Deutschen leiden unter einer Fruktosemalabsorption und vertragen Fruchtzucker nur eingeschränkt. Warum diese Krankheit häufig unterschätzt und falsch behandelt wird, erläuterte die Ernährungsberaterin Christiane Schäfer, Hamburg, auf der Frühjahrstagung des Verbandes für Unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) Mitte Mai 2008 in Gießen.

Fruchtzucker kommt nicht nur in Früchten vor, sondern auch in Haushaltszucker, Honig und anderen Süßungsmitteln. Die Lebensmittelindustrie setzt seit einiger Zeit vermehrt solche fruktosereichen Süßungsmittel ein, beispielsweise in Diabetikerlebensmitteln, Wellnessgetränken oder Ketchup. Auch in Produkten mit der Aufschrift „zuckerfrei“ darf Fruchtzucker enthalten sein oder der Zuckeraustauschstoff Sorbit. Auf diesen sollten Menschen mit Fruktosemalabsorption möglichst ganz verzichten.

Viele Patienten meinen es jedoch zu gut und streichen auch den Fruchtzucker komplett aus ihrer Ernährung, berichtete Schäfer aus ihrer Beratungspraxis. Das führt zu einem unnötig geringen Obstverzehr und kann die Magen-Darm-Beschwerden sogar verschlimmern. Bei der Fruktosemalabsorption bildet die Dünndarmschleimhaut zu wenig von einem spezifischen Transporteiweiß für Fruchtzucker. Dieses befördert die Fruktose aus dem Speisebrei in die Darmzelle und damit ins Blut. Sobald die Nahrung jedoch keinen Fruchtzucker mehr enthält, stellt der Dünndarm die Produktion des Transporteiweißes ganz ein.

Häufiger Grund für den strikten Verzicht auf Fruchtzucker ist eine Verwechslung mit der ähnlich klingenden Fruktoseintoleranz. Bei dieser seltenen, angeborenen Stoffwechselstörung fehlt den Betroffenen ein Leberenzym, so dass sie sich lebenslang streng fruchtzuckerfrei ernähren müssen. Menschen, die an der sehr viel harmloseren Fruktosemalabsorption leiden, stoßen bei eigenen Internetrecherchen häufig auf die Ernährungsvorschriften bei Fruktoseintoleranz und begehen so Diätfehler, warnte Schäfer.

Nach der Diagnose Fruchtzuckerunverträglichkeit empfiehlt die Expertin einen schrittweisen Kostaufbau in drei Phasen: In den ersten zwei Wochen ernähren sich die Patienten deutlich fruktose- und sorbitreduziert. Zudem verzichten sie auf Lebensmittel, die häufig schwer bekömmlich sind und führen ein Ernährungs- und Symptomtagebuch. In der anschließenden Testphase finden die Betroffenen gemeinsam mit einer Ernährungsfachkraft heraus, wie viel Fruktose sie individuell vertragen. Daraus erarbeiten sie Regeln für den dritten Schritt, eine langfristige Ernährungsumstellung mit möglichst geringen Einschränkungen im Alltag.
(Monika Heinis)