Test: Relativ höhere Preise, je größer die Packung?

Im Schnitt ist jede zehnte Großpackung relativ teurer als die kleinere. Ein AK Test vom Oktober in vier Wiener Supermärkten bei 41 Produkten zeigt: Bis zu über einem Drittel mehr kosten kann die Großpackung im Verhältnis zum jeweiligen Produkt in einer kleinen Verpackung. Vor allem bei Süßem, Käse, Joghurt und Getränken können Verbraucher bei größeren Packungen draufzahlen. AK Konsumentenschützer Harald Glatz fordert „dass die Grundpreisauszeichnung in Geschäften deutlich geschrieben ist, um Konsumenten einen leichten Preisvergleich bei den unterschiedlichen Packungsgrößen zu ermöglichen.“

„Konsumenten gehen davon aus, dass große Packungen verhältnismäßig günstiger sind als kleine, wenn man den Grundpreis der Packungen vergleicht“, sagt Glatz, Aber, dass das nicht immer so ist, zeigt ein AK Test: Bis zu 40 Prozent teurer kann die Großpackung im Verhältnis zur kleineren Packung sein. So fanden die AK Tester Merci Schokolade von Storck (250 Gramm) bei Adeg um 2,69 Euro, die 675- Gramm-Packung um 9,99 Euro. Bei Interspar wurde dasselbe Produkt in der 250-Gramm-Verpackung um 2,39 Euro verkauft, in der 400 Gramm-Packung um 5,09 Euro. „Das ist umgerechnet um ein Drittel mehr“, rechnet Glatz vor.

„Positiv ist, dass es nicht mehr so viele Produkte mit äußerst unterschiedlichen Packungsgrößen gibt“, sagt Glatz. Teurere Großpackungen gibt es vor allem bei Süßigkeiten wie Schokolade, Getränken, Joghurt und Käse.

Glatz empfiehlt: „Achten Sie bei jedem Produkt mit verschiedenen Packungsgrößen auf den Grundpreis, also den Preis pro Liter oder Kilogramm, und schauen Sie, welche Packungsgröße billiger kommt.“ Der Grundpreis ist am Regalschild im Supermarkt rechts unten angeschrieben. „Leider zeigte sich bei der Erhebung, dass die Grundpreisauszeichnung teilweise sehr schlampig ist, schlecht zum Lesen oder gar nicht vorhanden“, kritisiert der AK Konsumentenschützer.

Die AK testete zwischen 11. und 16. Oktober die Preise und Packungsgrößen bei 41 Lebensmitteln wie Schokolade, Milchprodukten, Getränken, Tiefkühlwaren. Erhoben wurde bei Merkur, Interspar, Zielpunkt und Adeg.

Fleischskandal

Der VDKL (Verband Deutscher Kühlhäuser und
Kühllogistikunternehmen e.V.) fordert im Zusammenhang mit den
Fleischskandalen der letzten Wochen eine schonungslose Aufklärung der
Verdachtsfälle. Der illegale Handel mit verdorbenem Fleisch muss
durch die zuständigen Behörden schnellstmöglich aufgeklärt werden.
Die bestehenden Strafrahmen müssen weitaus schärfer als bisher
ausgeschöpft werden.

Der VDKL warnt allerdings dringend vor einer pauschalen
Verurteilung der betroffenen Kühlhausunternehmen.

Ein gewerbliches Kühlhaus ist bei der Einlagerung von Ware
ausschließlich als Dienstleister und Auftragnehmer für den Kunden
tätig. Die genaue Beschaffenheit und Zusammensetzung der Ware ist
für das Kühlhaus nicht erkennbar, da die eingelagerte Ware
grundsätzlich verpackt ist. Eine Qualitätskontrolle unter Öffnung der
Verpackung ist für das Kühlhaus nur mit Genehmigung des Kunden
möglich.

Der Kunde eines Kühlhauses ist auch gesetzlich und vertraglich
verpflichtet, nur einwandfreie Ware einzulagern. Alleiniger
Eigentümer und Verfügungsberechtigter der Ware ist allerdings der
Kunde. Dieser bestimmt auch die Lagerdauer oder den Zeitpunkt der
Auslagerung.

Kühlhäuser arbeiten mit branchenspezifischen Hygienekonzepten, die
der VDKL gemeinsam mit den Veterinärbehörden aller Bundesländer
erarbeitet hat.

Der VDKL vertritt 85 Prozent aller gewerblichen Kühlhäuser in
Deutschland.

www.vdkl.de

Holzteller ungeeignet für Käse

Wer verschiedenen Käsesorten im Kühlschrank ihren geschmacklichen Charakter erhalten will, soll sie nicht auf einem Holzteller lagern, rät das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“. Jede Käsesorte hat seine charakteristischen Schimmelpilze, Bakterien und Hefen, die sich über die Holzritzen auf die anderen Sorten übertragen können. Am besten belässt man den Käse in der Verpackung aus der Käsetheke. Ebenfalls geeignet sind Pergamentpapier, Alu- oder gelochte Frischhaltefolie. Eine Kühlschranktemperatur um vier Grad ist für Käse am günstigsten.

KonsumentInnen brauchen Sicherheit bei neuen Technologien im Supermarkt

Die AK warnt vor der kommenden Funkchip-Technik im Handel. In die Verpackung der Waren sind dann künftig Funkchips eingebaut statt des herkömmlichen Strichcodes. Die Waren sind damit „fernlesbar“, an der Kasse wird der ganze Einkaufswagen erfasst und es wird mit Plastikkarte bezahlt. Im deutschen Rheinberg, Nordrhein-Westfalen ist das mit dem Future-Store des Metro-Konzerns bereits in die Wirklichkeit umgesetzt. AK Konsumentenschützer Karl Kollmann warnt: „Die neuen Funkchiptechniken im Handel sind kostspielig, was letztendlich sicherlich auf die Preise aufgeschlagen würde, datenschutzrechtlich bedenklich, es gibt keine Preissicherheit mehr – Preise können jederzeit verändert werden und es sind Arbeitsplätze gefährdet.“
„Die Funkchips, RFID-Technik, sind teuer“, gibt Kollmann zu Bedenken, „rund 15 Cent kostet ein solcher Chip, und die Hersteller hätten eine Reihe von Umstellungskosten.“ Käme der Funkchip in den Handel, würde das vor allem die kleinpreisigen Produkte erheblich verteuern. „Es gibt keinen Sinn, bei einem Joghurt oder einer Tafel Schokolade einen Funkchip in die Verpackung zu integrieren, da nur der Handel einen Vorteil hätte und der Konsument dafür teuer bezahlen müsste“, meint Kollmann. Außerdem befürchtet der AK Verbraucherschützer Datenschutzprobleme: „Es muss von Beginn an sichergestellt werden, dass nach dem Lese- und Kassiervorgang die Funketiketten gelöscht werden.“ Bleiben sie aktiviert, könnten sie z.B. für Marketingzwecke verwendet werden.“

Vor einer breiteren Einführung könnte auch das elektronische Preisschild stehen. Im deutschen Future-Store funktioniert es bereits. Eine Gefahr für die VerbraucherInnen wäre, dass damit der Preis eines Produkts blitzschnell geändert werden kann. „Würden in Österreich solche elektronischen Preisschilder kommen, müsste das Preisauszeichnungsrecht verbessert werden“, verlangt Kollmann. Es dürften dann etwa während eines Geschäftstages die Preise nicht geändert werden, ausgenommen Preissenkungen bei Frischwaren vor Geschäftsschluss.

„Neuerungen im Handel kommen oft recht rasch“, erinnert Kollmann an die Einführung des Strichcodes vor Jahren. „Wenn eine große Handelsgruppe eine Neuerung durchsetzt, ist sie praktisch flächendeckend eingeführt.“