Fisch im Supermakt

Fisch war nicht immer frisch!
Jeder fünfte Fisch war am Einkaufstag oder, wenn er verpackt war, am Ablauftag verdorben. Das zeigt ein AK Test von 16 verpackten und offen verkauften Fischen aus 15 Supermarktfilialen. Es hapert bei der Lagerung – nach wie vor wird nicht gut genug gekühlt.

Konkret zeigt der AK Test: Drei Fischproben (19 Prozent) waren lebensmittelrechtlich zu beanstanden. Davon waren ein offen verkaufter Fisch bereits am Einkaufstag und zwei verpackte Fische bereits am Ablauftag schlecht. Das heißt: Die Fische rochen unangenehm und schmeckten säuerlich.

Drei weitere Fischproben (19 Prozent), davon ein offen verkaufter und zwei verpackte, wiesen erhöhte Keimzahlen auf. Sie waren aber noch am Einkaufs- und Ablauftag in Ordnung.

Frischfisch sollte in der Vitrine auf schmelzendem Eis bei bis zu maximal zwei Grad Celsius gelagert werden, verpackter bei bis zu maximal vier Grad Celsius. „Leider gibt es bei der Kühlung nach wie vor Probleme“, kritisiert AK Konsumentenschützer Heinz Schöffl. In sieben von 16 Verkaufsvitrinen fehlte die Temperaturanzeige. In neun Vitrinen gab es eine Temperaturanzeige. Die angezeigte Lufttemperatur lag dort bei fast allen bei unter zwei oder bei unter vier Grad Celsius. „Leider zeigen die Thermometer nicht immer die tatsächliche Lagertemperatur an. Nur bei zehn von 16 Vitrinen entsprach die tatsächliche Lagertemperatur den geforderten Werten. Die höchste nachgemessene Lagertemperatur in den Vitrinen lag bei acht Grad Celsius“, betont Schöffl.

Die Kerntemperatur im Fisch passte somit auch nicht immer. Bei der Hälfte der Produkte lag sie über den geforderten Maximaltemperaturen von zwei oder vier Grad Celsius. „Die höchste Produkttemperatur lag bei 7,3 Grad Celsius“, weiß Schöffl. „Wird die Kühltemperatur nicht lückenlos eingehalten, leidet auch die Qualität der Fische.“

Tipps für die KonsumentInnen:
+ Kühl bleiben: Frischer Fisch sollte beim Heimtransport und dann auch zu Hause so gut wie möglich gekühlt werden. Nicht zu lange lagern, schnell aufbrauchen!
+ Eiskalte Alternative: Tiefgefrorene Fische bieten eine gute Wahlmöglichkeit. Der Fisch wird nach dem Fang rasch gefroren und dadurch entstehen geringe mikrobielle Belastungen.

Zur Untersuchung: Die AK hat 16 Fischprodukte eingekauft, zum Beispiel Lachsfilet, Lachssteak, Bachsaiblingfilet, Zanderfilet, Karpfen. Von den 16 Proben waren neun vorverpackt, sieben offen von der Fischvitrine. Insgesamt wurde in 15 Supermarktfilialen von vier Supermarktketten eingekauft. Die sensorische und mikrobiologische Untersuchung wurde bei den offen eingekauften Produkten am Tag des Einkaufs, bei verpackten am Tag des angegebenen Haltbarkeitsdatums von der Lebensmittelversuchsanstalt Klosterneuburg durchgeführt.

SERVICE: Die AK Erhebung zum Fisch finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

Toastschinken

Den letzten Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) zu Toastschinken gab es im Jahr 2006. Fast 50 Prozent der Produkte enthielten damals zu viel Wasser oder waren mit Keimen belastet. Acht Jahre später nahmen Testerinnen und Tester nun erneut Toastschinken unter die Lupe. Das Ergebnis: Keine Verbesserung. Auch diesmal war bei vier Produkten der Wassergehalt zu hoch, bei fünf weiteren Proben wurde eine erhöhte Keimzahl nachgewiesen. Mängel zeigten sich vor allem bei verpackten Produkten.

Getestet wurden insgesamt 17 Toastschinken – darunter sowohl offene als auch verpackte Produkte. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede: Während alle acht der offen angebotenen Toastschinken hygienisch in Ordnung waren, wurde bei vier der verpackten Proben eine erhöhte Gesamtkeimzahl festgestellt (Berger, Clever, Landauer, Weiser). Bei einem weiteren Produkt ergab die Analyse Fäkalkeime in stark erhöhtem Ausmaß (Aibler).

Relativiert werden diese Differenzen durch die unterschiedlich lange Lagerungsdauer: Für verpackte Produkte erfolgte die mikrobiologische Untersuchung jeweils am letzten Tag des Mindesthaltbarkeitsdatums, die offen angebotene Ware wurde dagegen bereits unmittelbar am Tag des Einkaufs untersucht. Ein positiver Aspekt der Analyse: Für krankmachende Bakterien (wie z.B. Listerien) konnte Entwarnung gegeben werden. Trotzdem erhielten letztlich nur 10 der 17 Proben in hygienischer Hinsicht eine „gute“ bzw. „sehr gute“ Bewertung.

Wassergehalt zu hoch
Wie jeder Kochschinken enthält auch Toastschinken reichlich Wasser, und zwar zwischen 75 und 77 Prozent. Worauf es bei einem Kochschinken aber tatsächlich ankommt, ist das Verhältnis zwischen Wasser und Eiweiß (Protein). Bei insgesamt vier der geprüften Produkte (zwei offene und zwei verpackte) entsprach die Relation nicht den Vorschriften des Österreichischen Lebensmittelbuches. Dies führte zu einer Abwertung und der Gesamtnote „nicht zufriedenstellend“ für die Toastschinken von Efef, Gross, Horeca und Holzbauer.

Keine Kritik an Herkunftsangaben
Wenig auszusetzen gab es dagegen bei den Herkunftsangaben. Auf die Frage, wo die für den Toastschinken verwendeten Schweine geboren, gemästet und geschlachtet wurden, erteilten alle Hersteller rasch und umfassend Auskunft. In den meisten Fällen stammten die Tiere aus Österreich und wurden auch hier verarbeitet. Nur Zielpunkt hielt sich bedeckt. Bei seiner Eigenmarke werde „kein Herkunftsnachweis mitgeführt“, teilte das Unternehmen mit.

SERVICE: Den ausführlichen Test zu Toastschinken und die Stellungnahmen der Unternehmen gibt es unter www.konsument.at in der Märzausgabe der Zeitschrift KONSUMENT.

Verpackte Salate – alle im grünen Bereich

 Elf Salate im Test – tadellose Qualität und keine gefährlichen Keime

Die Ergebnisse der letzten Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation
(VKI) zu verpackten Salaten vor fünf Jahren waren vor allem eines: unappetitlich. Drei
von insgesamt 15 Proben waren (über)reif für den Mistkübel, vier weitere so stark
verkeimt, dass sie kaum mehr als genusstauglich eingestuft werden konnten. Nicht so
beim aktuellen Test: Sämtliche der elf Proben waren in einem tadellosen Zustand, wie
die August-Ausgabe des Testmagazins KONSUMENT zeigt. Lediglich der Mischsalat
von SBudget wies eine im Vergleich zu den anderen Produkten erhöhte Keimzahl auf –
bot aber trotzdem keinen Anlass zur Sorge. „Hinter diesem erfreulichen Ergebnis
vermuten wir nicht zuletzt die seit dem letzten Test von einigen Herstellern
vorgenommene Verkürzung des Mindesthaltbarkeitsdatums“, so VKIErnährungswissenschafterin
Nina Zellhofer. Weiters positiv: Sämtliche getesteten

Proben blieben zudem unter dem für Freilandsalat festgelegten Grenzwert für Nitrat.
Letztlich ergab dies folgende Endbewertung: 6 sehr gut, 4 gut und 1 durchschnittlich.
Testsieger ist die De Luxe Salat-Mischung von Chef Menü, die sich mit 70 Cent pro 100
Gramm im preislichen Mittelfeld einordnet. Details zum Test gibt es auf
www.konsument.at sowie im August-KONSUMENT.
Ganz ohne Kritik geht es aber auch bei diesem Test nicht: Wie so oft im Lebensmittelbereich
waren nicht sämtliche Produkte ausreichend gekennzeichnet. Vorschrift – und großteils Usus
– ist die Angabe der verwendeten Zutaten in absteigender Reihenfolge. Dies hat sich
offenbar noch nicht zu allen Herstellern durchgesprochen. Denn diese hantieren mit
durchaus kreativen Bezeichnungen wie „in veränderlichen Gewichtanteilen“. Wer zudem
wissen will, woher sein Salat stammt, hat großteils Pech: Auf fünf Packungen findet sich
überhaupt keine Herkunftsangabe, auf einer weiteren der wenig aussagekräftige Hinweis
EU. Die restlichen Proben stammten aus Italien – keine einzige aus Österreich.

Fragen an die VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer:
· Was soll man von ungekühlter Ware halten, die gelegentlich bei Diskontern
auftaucht? „Besser man lässt die Finger davon. Geschnittener und gewaschener
Salat sollte nur dort gekauft werden, wo er auch ausreichend gekühlt wird.“
· Der gekaufte Salat ist schon gewaschen. Ist da nochmaliges Waschen nicht
überflüssig? „Trotz der guten Testergebnisse: Ein Restrisiko besteht immer. Zwar
sterben durch das Dressing mögliche vorhandene Keim ab. Dennoch sollte man
verpackten Salat vor dem Verzehr immer sorgfältig mit lauwarmen Wasser waschen.“
Wer mehr zum Thema wissen möchte: Fragen beantwortet der VKI – in Zusammenarbeit mit
dem Fonds Gesundes Österreich – auch unter der Ernährungshotline 0810 810 227 (Mo-Fr
9-15 Uhr, aus ganz Österreich Euro 0,0676/min).

Dollase über Hamburger

Der wichtigste Kritiker Deutschlands in der FAZ:
Dass in der Kochkunst dieses Gebilde kaum jemals eingesetzt wird, hat ganz einfach handwerkliche Gründe. Sensorisch gesehen ist der Hamburger nämlich eine glatte Fehlkonstruktion. Um es kurz zu formulieren: Es müsste mindestens der Deckel weg. Die Proportionen sind schlecht, weil der Brotanteil viel zu hoch ist und in diesem Zusammenhang eine differenziertere Wahrnehmung der „verpackten“ Produkte nicht möglich ist. Würde man die Sache halbieren und die Zutaten auf der Hälfte in sinnvollen Proportionen anrichten, sähe das deutlich anders aus.

Lesen Sie den gesamten Artikel in der FAZ:
www.faz.net/s/Rub140A22C7E81E4505BC36130E989A7473/Doc~ED5A662497DA44F4EA9805C4C598543AC~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Wie viele berühmte Köche arbeitet auch der Kritiker Jürgen Dollase mit CHROMA type 301 Kochmesser – Design by F.A. Porsche

Flächendeckende Nährwertkennzeichnung

GfK-Studie: Nahezu flächendeckende Nährwertkennzeichnung bei Lebensmitteln erreicht – Quote bei über 80 %

Bei verpackten Lebensmitteln ist mit einer Quote von mehr als 80 % die nahezu flächendeckende Nährwertkennzeichnung erreicht. Das ist das Ergebnis der GfK-Studie „Nährwertangaben auf verpackten Lebensmitteln“, die der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) anlässlich seiner Jahrestagung vorstellt.

Die Untersuchung belegt, dass der Anteil der angebotenen verpackten Lebensmittel mit einer Nährwertangabe in den vergangenen drei Jahren von 68 % auf 78 % gestiegen ist. Bei Berücksichtigung der Handelsmarken sind es bereits 81%. Gleichzeitig förderte die Studie zu Tage, dass sich das Informationsangebot bei den Nährwertangaben deutlich erweitert hat. Verglichen mit 2007 findet sich mit 46 % auf fast doppelt so vielen Artikeln die umfangreiche „Big 8“-Kennzeichnung, die Energie, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren sowie Ballaststoffe und Natrium aufführt. Die Verwendung einer zusätzlichen GDA-Angabe bei allen Produkten mit einer Nährwertkennzeichnung stieg sehr deutlich an und hat sich mit 34 % mehr als verzehnfacht. Bezieht man die Handelsmarken in die Betrachtung mit ein, so tragen sogar 54 % aller Artikel mit Nährwertkennzeichnung auch eine GDA. Die „Guideline Daily Amount“ (GDA) gibt Aufschluss über den Anteil einer Portion des betreffenden Lebensmittels an einem Richtwert für die Tageszufuhr für bestimmte Nährwerte und Energie.

Der scheidende BLL-Präsident Dr. Theo Spettmann würdigte die weite Verbreitung von Nähwertinformationen als einen Beleg für die Selbstorganisationskraft der deutschen Wirtschaft und verlangte: „Dieses Engagement zur freiwilligen Nährwertkennzeichnung muss im Rahmen der aktuellen Gesetzgebungsdebatte in Brüssel berücksichtigt werden!“. Er forderte eine Beschränkung der geplanten verpflichtenden Nährwertkennzeichnung auf die bewährte „Big 8“-Nährwerttabelle mit Angaben zur Energie und den sieben wichtigsten Nährstoffen. Daneben müssten aber auch freiwillige GDA-Angaben möglich bleiben.
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – sowie zahlreiche Einzelmitglieder an.

Wir wollen klare Angaben!

Verbraucher wollen auf einen Blick sehen, was im Schokoriegel drin ist

Eine aktuelle Umfrage belegt: 74 Prozent der Verbraucher wünschen sich auf ihren verpackten Lebensmitteln wie Schokoriegeln oder Joghurt die Kalorien- und Nährwertangaben in Bezug auf die Portion. Hiervon würde sogar 54 Prozent allein die Portionsangabe reichen, 20 Prozent wollen zusätzlich die Nährwerte des Produktes pro 100g/ml erfahren. Lediglich 19 Prozent scheuen das Rechnen im Supermarkt gar nicht, ihnen reichen die Angaben pro 100g/ml. Die Zahlen sind Ergebnis einer aktuellen Umfrage von TNS Infratest vom März 2010, die im Auftrag der Initiative „Ausgezeichnet informiert“ erstellt wurde.

„Das Informationsbedürfnis von Verbrauchern hat in den vergangenen Jahrzehnten erheblich zugenommen. Heute wollen die Verbraucher genau wissen, was in ihren Lebensmitteln drin ist“, weiß Tanja Schüle, Sprecherin der Initiative „Ausgezeichnet informiert“ und Leiterin Public Affairs bei Coca-Cola Deutschland. Vier Jahre nach der europaweiten Einführung des GDA-Nährwertkompasses, der auf verpackten Lebensmitteln die Kalorien und wichtigsten Inhaltsstoffe aufführt, lesen bereits 46 Prozent der Verbraucher in Deutschland die Nährwertangaben auf Verpackungen regelmäßig. Schüle: „Das Ergebnis zeigt, was wir auch in anderen Ländern feststellen: Je länger GDA am Markt etabliert ist, umso mehr wird es wahrgenommen und genutzt. Das ist ein positiver Trend und ein Zeichen für uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“. Die Verbreitung spricht für sich: Der GDA-Nährwertkompass ist mittlerweile in allen EU-Staaten auf über 7.500 Produkten und über 200 Marken zu finden. Damit ist GDA die führende Nährwertkennzeichnung in Europa.

Transparente und differenzierte Informationen für den Verbraucher Deutlich ist nicht nur der Wunsch nach Transparenz, sondern auch nach detaillierter Information: 56 Prozent der Verbraucher achten bewusst auf die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln. „Die meisten Menschen sind sehr gesundheitsbewusst und interessiert an dem, was sie essen“, betont Schüle. Laut TNS Infratest ist 83 Prozent eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig. Die Kenn-zeichnung mit dem GDA-Nährwertkompass hilft, dass dies nicht nur Theorie bleibt, sondern auch praktisch umzusetzen ist. Schüle: „Nachdem die Einführungsphase von GDA in Europa erfolgreich abgeschlossen ist, besteht die Aufgabe nun darin, noch mehr Verbraucher zu motivieren, die Nährwertkennzeichnung aktiv bei der Auswahl und Zusammenstellung Ihrer Lebensmittel zu nutzen.“

Portionsangaben im Visier

Nachdem Politik und Verbrauchervertreter die Portionsangaben immer wieder kritisiert hatten, hat sich die Lebensmittelindustrie diesen Punkt zur Aufgabe gemacht. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten Verbraucher Nährwertangaben gerne pro Portion wissen möchten. Diese positive Nachricht bestätigt uns darin, an dieser Angabe festzuhalten, die für den Verbraucher neben der Standardangabe pro 100g/ml als Zusatzinformation gedacht ist.“ Auch bei der Abstimmung über den Entwurf zur EU-Lebensmittelinformationsverordnung morgen im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit (ENVI) des Europäischen Parlaments wird es unter anderem um die Portionen gehen. „Wir sind zuversichtlich, dass das Ergebnis in Brüssel das Interesse der Verbraucher an den Portionsangaben widerspiegeln wird“, so Schüle. Die Ausgestaltung der Portionsgrößen soll dabei im Dialog von Industrie, Verbraucherverbänden und Politik gemeinsam optimiert werden. „Wir streben eine Lösung an, die Portionen so zu definieren, dass Verbraucher in ihrem Alltag die Nährwerte von verpackten Lebensmitteln schnell einschätzen können.“

Zur TNS Infratest Umfrage

Alle im Pressetext genannten Zahlen beziehen sich auf eine aktuelle Umfrage von TNS Infratest vom März 2010, die im Auftrag der Initiative „Ausgezeichnet informiert“ durchgeführt wurde. Befragt wurden Anfang März deutschsprachige Erwachsene ab 14 Jahren in Deutschland.

Feinschmecker-Hähnchen aus Bulgarien

Verbrauchertipp: Feinschmecker-Hähnchen aus Bulgarien

Einem knusprig gebratenen oder gegrillten Hähnchen kann kaum jemand widerstehen. Und beim Kauf der verpackten Frischware kann man als Kunde kaum etwas falsch machen.
Denn bei den üblich angebotenen Masthähnchen sind die Qualitätsunterschiede der angeboteten Marken- oder Handelsmarken faktisch nicht “schmeckbar”. An der Gefriertruhe oder der Kühltheke entscheidet der Kunde entweder rational nach dem Preis oder emotional nach der attraktiveren Verpackung oder populären Werbung.

Als Alternative findet man immer häufiger auch in Super- und Verbrauchermärkten so genannte Mais-Hähnchen. Diese kosten mehr, wiegen weniger, sollen aber unverwechselbar besser schmecken.

Tatsächlich werden zum Beispiel traditionelle bulgarische Mais-Hähnchen nicht mit industriellem Futtermittel gemästet. Und der Verzicht auf Wachstum fördernde Zusatzstoffe sorgt mit dafür, dass das Geflügel durchschnittlich weniger Gewicht auf die Waage bringt.
Doch dieses weniger bringt nach der Zubereitung mehr Fleisch und weniger Wasser auf den Teller. Fleisch mit einem feinen, buttrigen Geschmack, für den der etwa 90 % hohe Maisanteil im Futter verantwortlich ist.

Im wissenschaftlichen Sinne fördert der Mais die enzymatische Verdauung der Tiere, so dass die Nährstoffe und späteren Geschmacksträger optimal aufgespalten und verwertet werden.
Der Hühnermagen freut sich auf die leicht verdauliche Kost. Die Hähnchen-Feinschmecker freuen sich über das zartgelbe Fleisch des traditionellen Mais-Hähnchens, dass genauso gut aussieht wie es schmeckt.

Für den ernährungsphysiologisch wertvollen Protein-Gehalt im Futter traditioneller bulgarischer Mais-Hähnchen sorgt die ausgewogene Menge GMO-freien Sojabohnen-Mehls. Dieses (im Fachjargon:) Soja-Schrot gilt als beste und gesündeste pflanzliche Eiweißquelle.

Komplettiert wird der gesunde Futter-Mix durch Weizen regionalen Anbaus, ergänzt mit einer speziellen Wild-Kräuter-Mischung. Kräuter, die an den Hängen der Rhodopen-Ausläufer gepflückt und hier seit Jahrhunderten zur natürlichen Gesundherhaltung des Hausgeflügels eingesetzt werden.

Für Liebhaber des bulgarischen Maishähnchens erhält das Fleisch gerade über dieses gewisse Etwas eine weitere geschmackvolle, zarte Nuance, die gewöhnlichem Hähnchenfleisch fehlt.

Web: www.kaiser-muehle.de

Schluss mit so genannten „Diabetiker-Lebensmitteln“

Schluss mit so genannten „Diabetiker-Lebensmitteln“

Die Bedürfnisse von rund acht Millionen Menschen mit Diabetes werden bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln zu wenig berücksichtigt.
Darauf wies diabetesDE in einer Diskussion mit Parlamentariern hin. Die Organisation, die sich für Menschen mit Diabetes und ihre Angehörigen stark macht, fordert exakte Nährwertangaben auf allen verpackten Nahrungsmitteln. Die so genannten „Diabetiker-Lebensmittel“ müssten hingegen vom Markt verschwinden.

Derzeit fehlen auf den meisten verpackten Lebensmitteln Angaben über den Anteil an Eiweiß, Zucker, Fetten, gesättigten Fettsäuren, Salzen und Ballaststoffen. Auch der Brennwert müsste genannt werden sowie die Gesamtmenge an Kohlenhydraten pro 100 Gramm. Nur so ist es Menschen mit Diabetes möglich, ihr Insulin korrekt zu dosieren und ihre Ernährung zuverlässig zu planen. „Auch als vorbeugende Maßnahme gegen Übergewicht und seine Folgekrankheiten sind verständliche, gut lesbare Nährwertangaben notwendig“, erklärt Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE. Diese sollten europaweit für alle verpackten Lebensmittel vorgeschrieben werden.

Ein weiterer Kritikpunkt von diabetesDE im Gespräch mit den Parlamentariern waren die so genannten „Diabetiker-Lebensmittel“. Die veraltete nationale Diätverordnung (§ 12 DiätV) müsste nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand komplett gestrichen werden. „Obwohl sich die Experten seit Jahren einig sind, dass die als „Diabetiker-Lebensmittel“ gekennzeichneten Produkte unnötig und sogar schädlich sind, gibt es sie immer noch“, kritisiert Michaela Berger, Diabetes-Beraterin und stellvertretende Vorsitzende von diabetesDE. Diese Kennzeichnung vermittele den Menschen mit Diabetes, dass diese Lebensmittel gesund für sie seien.

Das Gegenteil ist der Fall: Bei diesen Lebensmitteln handelt es sich überwiegend um Süßigkeiten, in denen der Zucker durch Ersatzstoffe ausgetauscht ist. Das bietet Menschen mit Diabetes jedoch keinen Vorteil. Problematisch ist der hohe Fettgehalt in diesen Produkten – ein Nährwert, den Menschen mit Diabetes in Maßen zu sich nehmen sollten. Durch die Kennzeichnung meinen viele jedoch, sie täten sich mit diesen Lebensmitteln etwas Gutes und essen besonders viel davon. Wie irreführend diese Kennzeichnung ist, belegen die Verbraucherzahlen: Immer noch 50 Prozent aller Menschen mit Diabetes greifen zu diesen Produkten. „Diese Irreführung des Verbrauchers muss aufhören“, forderte deshalb Professor Danne von diabetesDE. Es läge in der Hand der Politik, hier Klarheit zu schaffen.

Mit dieser parlamentarischen Veranstaltung zur Lebensmittelkennzeichnung in Berlin hat die seit Anfang Januar aktive Organisation diabetesDE deutlich gemacht, wie sie sich in die öffentliche und politischen Diskussion einbringen wird. Als gemeinsame Interessenvertretung von Menschen mit Diabetes, Ärzten, Diabetesberatern und Wissenschaftlern in der Diabetologie wird sich diabetesDE künftig aktiv für eine bessere Qualität in Prävention, Versorgung und Forschung einsetzen.

Bunte Fast-Food-Verpackung macht Kinder hungrig

Auch die Kleinsten sind markentreue Konsumenten

Nur die Verpackung alleine schafft es, Vorschulkinder richtig Appetit auf McDonalds und Co zu machen. Forscher der Bloomberg School of Health in Baltimore haben in
einer Untersuchung festgestellt, dass die Kids zu jenen Produkten
greifen, die in ihnen bekannten Markenverpackungen stecken. Das, was
sich hinter dem Einpackpapier verbirgt, scheint dabei nebensächlich zu
sein. Diese Erkenntnis sollte eigentlich dafür genutzt werden, gesunde
und vitaminreiche Nahrung in buntes Papier zu stecken und damit der
immer höheren Zahl an übergewichtigen Kindern entgegen zu wirken, meinen
die Forscher in der Fachzeitschrift Archives of Pediatrics
http://archpedi.ama-assn.org .

Die Forscher um Dina Borzekowski von der Johns Hopkins Bloomberg School
of Health haben 63 Vorschulkinder zwischen drei und fünf Jahren zwei
verschiedene Packungen Happy Meals mit je einem Viertel eines Hamburger,
Chicken Nuggets, Pommes, zwei Baby-Karotten und einem kleinen Becher
Milch gegeben. Obwohl beide Packungen von der lokalen McDonalds-Filiale
stammten, war nur eine in der Originalverpackung. Die zweite war von den
Forschern in einem neutralen Papier ohne Logo des Herstellers
eingepackt. Die meisten Kinder gaben an, dass ihnen die Mahlzeit in der
McDonalds-Verpackung besser schmeckte als jene im neutralen Papier. 76
Prozent der Kinder meinten, dass die Pommes in der McDonalds-Verpackung
besser schmeckten, nur 13 Prozent waren der Ansicht, dass die neutral
verpackten Pommes besser wären. Auch bei den Nuggets war das Urteil
eindeutig: 60 Prozent bevorzugten McDonalds, nur zehn Prozent gaben den
neutral verpackten den Vorzug.

„Das ist keine Überraschung, dass das Branding funktioniert“, meint
Borzekowski. Was allerdings erstaunlich daran sei, ist die Tatsache,
dass bereits die Kinder zwischen drei und fünf Jahren derartig darauf
reagieren. Deutlich wurde das auch in nachfolgenden Untersuchungen, die
deutlich machten, dass Kinder in Haushalten mit mehr Fernsehgeräten eine
eindeutige Präferenz für die Marken zeigten. Was die Forscher anmerken
ist, dass es Marketing-Restriktionen für Kinder geben müsse. Experten
haben vorgerechnet, dass die US-Lebensmittelindustrie an die zehn Mrd.
Dollar jährlich nur für Produkte der jüngsten Käuferschicht ausgibt.
„Die könnten ganz einfach auch Reklame für gesunde Nahrungsmittel
machen“, schlägt Margo Wootan, Direktorin der Abteilung Nutrition Policy
im Center for Science in the Public Interest http://www.cspinet.org vor.

„Es ist primär nicht das Essen allein, dass die Kinder zu den
Fastfood-Fans macht“, meint Heinz Freisling, Ernährungswissenschaftler
an der Universität Wien http://www.univie.ac.at/nutrition . Das Essen sei Nebensache. „Wichtig sind die
Geschenke und die gesamte Atmosphäre, die in den Fastfood-Lokalen
vorherrscht“, so der Experte. So gesehen gebe es eine Art
Konditionierung auf das Erlebnis im Fastfood-Lokal. „Dabei steht eben
nicht das Essen selbst im Vordergrund.“ Zudem biete die Nahrung immer
die gleichen Geschmackskomponenten.

Auf EU-Ebene werde bereits seit längerem über ein TV-Werbeverbot von
Fastfood-Essen diskutiert. „Es steht außer Zweifel, dass Fastfood und
Übergewicht miteinander zu tun haben.“ Das Argument, dass Eltern
letztlich Einfluss auf das Konsumverhalten ihrer Kinder haben, sei nur
teilweise zutreffend. Die Werbetrommel der Imbissbuden mit dem
Abenteuer-Charakter werde jedenfalls kräftig gerührt. „Erst im Juni
erklärte ein Marketing-Experte bei einer Konferenz in Oslo, dass das
Werbeverbot nicht zielführend ist, da es genügend andere
Werbemöglichkeiten gibt“, erklärt Freisling. Tragisch sei dies
insbesondere deshalb, weil Kinder unter acht Jahren alles
unvoreingenommen glauben, so Freisling abschließend.

Bunte Klebeetiketten mit Mickey Mouse und Co auf gesunden
Nahrungsmitteln – wie etwa auf Karotten oder Bananen – sollen nun die
Kleinen auf den Geschmack von Obst und Gemüse bringen. McDonalds in den
USA hat indessen angekündigt, zukünftig das
375-Kalorien-Kinder-Happy-Meal für die jüngste Käuferschicht zu
bewerben. Das entspreche den derzeitigen Lebensmittelstandards
hinsichtlich der Kalorienmenge, heißt es seitens der Fastfood-Kette. Wolfgang Weitlaner