Wein ist nicht vegan oder vegetarisch!

Vegane Weine liegen im Trend – Wie kommt Tierisches in den Wein rein? Weinmacher Bruysten erklärt es uns

Vegan kochen, vegan backen, vegan essen – und wie sieht’s mit vegan trinken aus? Mehr noch: Wo kann man wirklich sicher sein, dass keine Stoffe vom Tier zugesetzt sind? Für veganen Weingenuss macht sich jetzt eine kleine Winzer-Fraktion stark, zu denen auch Jasper Bruysten vom Weingut Altenkirch in Lorch gehört.
Doch ist das nicht alles ein bisschen übertrieben? Wie kommt denn Tierisches in den Wein rein? Weinmacher Bruysten erklärt es. Bei nahezu alle Weißweinen werden Gelatine oder Hühnereiweiß eingesetzt, um die harten Gerb- und Bitterstoffe im Wein zu „schönen“ bzw. auf ein verträgliches Maß zu eliminieren.
Dieser Vorgang ist nicht deklarationspflichtig. Man ist daher auf die Fairness des Betriebs angewiesen, wenn man nachfragt.

Die Weine des Rheingauer Traditionsweinguts Altenkirch im kleinen Winzerörtchen Lorch tragen nur wenige der ungeliebten Bitterstoffe in sich. Das liegt am schonenden Umgang mit den Reben und den Trauben, die alle in Handlese geerntet und in kleinen Behältern nach Hause gebracht werden. Durch die wenig mechanisierte Erzeugung und den achtsamen Umgang ist das Lesegut keinen Belastungen ausgesetzt und entwickelt keine Stoffe, die den Weingenuss stören. Ohne Schönungsmittel reifen Most und Weine im Keller zu großartigen, facettenreichen Vertretern aus den Rheingauer Steillagen heran. Gelatine, Eiweiß und andere Stoffe vom Tier bleiben draußen vor der Kellertür. Es geht auch ohne! Und so können Weinfreunde, die vegan genießen möchten, sich aus einem reichen Schatz an charakterstarken Rieslingen bedienen.

Weingut Friedrich Altenkirch, Binger Weg 2, 65391 Lorch/Rheingau, Tel. 06726 83 00 12; e-mail: info@weingut-altenkirch.de; www.weingut-altenkirch.de

Rührei ohne Ei

Neue Produkte für Veganer

US-amerikanische Wissenschaftler haben ein Rührei für Veganer entwickelt, das kein tierisches Eiweiß enthält. Es besteht aus einer proteinhaltigen Masse, die sich beim Erhitzen verfestigt. Das Unternehmen Hampton Creek Foods in San Francisco hat bereits eine Mayonnaise ohne Ei auf den US-amerikanischen Markt gebracht, in diesem Jahr werden eifreie Kekse folgen. Die Produkte sollen nicht nur ein Angebot für Veganer sein, sondern eine Alternative für jeden Konsumenten bieten. Ein wichtiger Vorteil sei, dass die Ei-Ersatzprodukte kein Cholesterin enthalten und eine bessere Umweltbilanz haben.

Hühnereier haben ganz spezielle Eigenschaften. So ist das im Eigelb enthaltene Lecithin ein Emulgator, der das Mischen von Öl und Wasser ermöglicht. Bei der Zubereitung des Rühreis gerinnt das Ei, ist aber noch cremig und locker. Es ist nicht einfach, ein Produkt mit ähnlichen Eigenschaften zu entwickeln. Die Lebensmittelforscher haben intensiv gesucht und eine Mischung aus elf verschiedenen proteinhaltigen Pflanzen gefunden. Dabei handelt es sich vor allem um Bohnen, die in dieser Kombination vergleichbare Eigenschaften und damit eine ähnliche Konsistenz und Geschmack wie ein Rührei aufweisen.

Auch in Deutschland sind etwa in Bioläden oder Reformhäusern Ei-Ersatzprodukte erhältlich. Sie bestehen häufig aus Mais-, Kartoffelstärke oder auch Tapiokamehl und werden mit Wasser angerührt. Sie können zum Beispiel für Bratlinge, Kuchen, Soßen und Pfannkuchen verwendet werden. Zur Herstellung von Rührei oder Spiegelei sind diese Produkte aber nicht geeignet. Stattdessen lässt sich mit verschiedenen Tofusorten, Kurkuma, Salz und Pfeffer einfach und schnell ein rühreiähnliches Gericht zubereiten.
Heike Kreutz, www.aid.de

Österreicher nehmen zu viel tierisches Fett zu sich

Österreicher nehmen zu wenig Pflanzenöle und zu viel tierisches Fett zu sich

Laut dem am Montag erschienen Österreichischen
Ernährungsbericht 2008 essen die Österreicher zu wenig
Pflanzenöle und zu viel tierisches Fett.

Pflanzenöle enthalten kein Cholesterin, dafür viele
hochwertige Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, fettlösliche
Vitamine wie Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe. Und: Sie
schmecken köstlich. Das weiß man bei Fandler schon seit 1926.

Laut dem am Montag erschienenen österreichischen Ernährungsbericht
verzehren Erwachsene in Österreich durchschnittlich nur 2g Öl pro
Tag, 15g wären aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wünschenswert.
Dafür greifen die Österreicher lieber zu Margarine oder Butter: Davon
werden 32g pro Tag gegessen, empfohlen sind nur 15g. Die
ÖsterreicherInnen wären daher gut beraten, tierische Fette vermehrt
durch pflanzliche Öle zu ersetzen.

„Fast jedes Gericht profitiert vom Duft und Geschmack des
passenden Öls“, sagt Julia Fandler von der Ölmühle Fandler. „Dazu
kommt der gesundheitliche Mehrwert.“ Für die Gesundheit besonders
wertvoll sind Leinöl und Hanföl (Omega-3-Fettsäuren) sowie Distelöl,
Kürbiskernöl und Mohnöl (Omega-6-Fettsäuren). Köstlich sind sie alle.

Österreichs Kinder und Jugendliche nehmen laut dem aktuellen
Bericht 10 Mal so viel Butter oder Margarine zu sich wie Öl, von dem
sie durchschnittlich nur 1g pro Tag essen. Ihnen und ihren Eltern sei
das Fandler Haselnussöl ans Herz gelegt: Sein nussiger, süßlicher
Geschmack kommt bei Kindern besonders gut an. Dass es auch viele
Omega-6-Fettsäuren enthält, ist dann nur mehr nebensächlich.