Traurig: Familienessen geht zurück

Deutsche essen immer seltener zu Hause

Seit Jahren essen die Deutschen häufiger auswärts. Nur noch jeder Zweite isst unter der Woche mittags in den eigenen vier Wänden. Das entspricht nach einer Auswertung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) einem Rückgang von 12 Prozent im Vergleich zu 2005. Insgesamt werden pro Jahr rund drei Milliarden weniger häusliche Mahlzeiten gegessen (minus 4 %). Diese Entwicklung wirkt sich auch auf den Konsum aus: Die Verbraucher kaufen weniger Fleisch, Soßen und Würzen, da sie seltener mittags kochen. Stattdessen nimmt die Nachfrage nach Convenience-Produkten wie verzehrfertigen Salaten und belegten Brötchen zu.

Besonders deutlich ist der Wandel bei Kindern und Jugendlichen. Vor allem Klein- und Grundschulkinder werden tagsüber durch die Berufstätigkeit der Eltern immer häufiger in der Kindertagesstätte, im Hort oder in offenen Ganztagsschulen versorgt. Nur 52 Prozent der 6- bis 9-Jährigen und 41 Prozent der 3- bis 5-Jährigen erhalten wochentags eine Mittagsmahlzeit zu Hause. Jugendliche essen häufiger daheim (66 % der 14- bis 16-Jährigen), wobei sie sich vermutlich oft selbst eine Mahlzeit zubereiten. Somit haben Eltern immer weniger Einfluss, welche Lebensmittel Kinder und Jugendliche konsumieren. Gleichaltrige prägen das Essverhalten, mitgegebenes Frühstück wird nicht selten weggeworfen oder bestenfalls getauscht.

Bei den 20- bis 29-Jährigen isst, ähnlich wie vor zehn Jahren, nur gut jeder Dritte unter der Woche zu Hause. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es knapp 39 Prozent. Bei dieser Altersgruppe haben sich die häuslichen Mahlzeiten verringert, was vermutlich auf die hohe Beschäftigungsrate und die steigenden Anforderungen der Arbeitswelt an Mobilität und Flexibilität zurückzuführen ist. Zudem führt die Geburt eines Kindes offenbar immer seltener dazu, dass die Erwerbstätigkeit für längere Zeit unterbrochen wird. Häufig wird allein gegessen oder mit Arbeitskollegen. Da fehlt das Mittagessen als Treffpunkt der Familie, geben die Konsumforscher zu bedenken. Am Abend und am Wochenende wird das gemeinsame Essen aber gepflegt, um dabei Neuigkeiten und Erlebnisse auszutauschen.

Mit Erreichen des Rentenalters steigt der Anteil der Menschen mit einem häuslichen Mittagessen auf 46 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen und 77 Prozent bei den 60- bis 69-Jährigen. Aber auch bei älteren Menschen hat sich die Zahl der selbst zubereiteten Mahlzeiten insgesamt verringert.

Heike Kreutz, www.aid.de

Mittags bleibt die Küche kalt

Die Deutschen essen immer seltener mittags zu Hause. Vor allem bei den Kindern zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Grund dafür ist die gestiegene Erwerbstätigkeit gerade von Frauen. Das zeigt eine aktuelle GfK-Analyse.

Seit Jahren essen die Deutschen seltener zu Hause. Am sichtbarsten wird dies durch den „Coffee to go“, den es inzwischen an jedem Kiosk gibt. Aber auch kleine Snacks und volle Mahlzeiten werden häufiger außer Haus genossen. Wochentags fallen das Frühstück und vor allem das Mittagessen zu Hause immer häufiger aus. So frühstücken heute nur noch 72 Prozent der Menschen wochentags üblicherweise zu Hause und nur noch 56 Prozent essen unter der Woche zu Hause zu Mittag. Dies sind 6 Prozent (Frühstück) beziehungsweise 12 Prozent (Mittagessen) weniger als noch 2005.

Schaut man genauer auf das Mittagessen und unterscheidet nach dem Alter der Menschen, fällt auf:

Vor allem die Klein- und Grundschulkinder essen deutlich seltener zu Hause als vor zehn Jahren. Bei Kindern im Alter zwischen drei und fünf Jahren sind es 41 Prozent weniger, bei den 6- bis 9-Jährigen immer noch 33 Prozent. Dies ist mit dem Ausbau der Ganztagesbetreuung in den Kindergärten sowie den Horten und offenen Ganztagesschulen zu erklären.

Wie auch 2005 essen heute die 20- bis 29-Jährigen wochentags am seltensten mittags zu Hause. Während vor zehn Jahren die 30- bis 49-Jährigen deutlich häufiger zu Hause zu Mittag aßen, findet ihr Mittagessen inzwischen ähnlich oft außer Haus statt wie das der jungen Erwachsenen. Gründe hierfür sind die hohe Beschäftigungsrate, steigende Arbeitsmobilität und die Tatsache, dass die Geburt eines Kindes offenbar immer seltener dazu führt, dass die Erwerbstätigkeit für längere Zeit unterbrochen wird.

Erst nach der Erwerbstätigkeit, mit Erreichen des Rentenalters, steigt der Anteil der Menschen, die zu Hause zu Mittag essen, stark an. Doch selbst die Rentner essen heute seltener zu Hause als vor zehn Jahren.

Das gemeinsame Essen mit der Familie verlagert sich auf den Abend und das Wochenende

Für Kinder und Jugendliche hat sich das Umfeld, in dem wochentags gegessen wird, grundlegend von der Familie zu den Gleichaltrigen verlagert. Die konsumierten Produkte und die Art der Nahrungsaufnahme wird damit zusehends weniger durch die Eltern bestimmt, sondern durch die Dynamik unter Gleichaltrigen. Kinder und Jugendliche erhalten damit wochentags mehr Handlungsmöglichkeiten. Eltern müssen Kontrolle an das Kind und die Kindertagesstätten abgeben. Die in den Kindergarten und in die Schule mitgegebenen Nahrungsmittel können getauscht oder „entsorgt“ werden. Wenn das Mittagessen nicht vorbestellt wurde, können die Kinder ohne Einfluss der Eltern wählen, was und wieviel sie essen möchten.

Die Generation der Erwerbstätigen isst ebenfalls zunehmend wochentags außer Haus, nicht selten essen sie allein. Wird mit anderen gegessen, handelt es sich vornehmlich um Arbeitskollegen. Damit fehlt in immer mehr Familien ein wichtiger „Treffpunkt“, um sich über familiale Ereignisse zu unterhalten und von Erlebnissen zu erzählen. Dieser soziale Austausch beim Essen wird, sofern er überhaupt stattfindet, auf den Abend und das Wochenende verlegt.

Wie gesund ist der Mann?

Übergewicht, zu hoher Fleischverzehr

Männer sind anders als Frauen – auch in Bezug auf Gesundheit und Ernährung. Die Gründe dafür sind vielschichtig, lautet das Fazit einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes am RKI hat in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt und Experten aus Wissenschaft und Praxis ausführliche Daten zur Männergesundheit zusammengetragen.

Männer haben eine um fünf Jahre geringere, mittlere Lebenserwartung als Frauen. Die Ursache liegt vor allem in der größeren Anzahl an Sterbefällen unter 65 Jahren. Viele der Todesursachen können auf ein gesundheitliches Risikoverhalten zurückgeführt werden. So sind Männer häufiger von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen, für die Rauchen, Adipositas, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck Risikofaktoren sind. Im Gegensatz zu diesen Fakten bezeichnen Männer ihre Gesundheit häufiger als Frauen als „gut“ oder „sehr gut“. Die Wissenschaftler vermuten, dass sie weniger aufmerksam für Symptome sind und körperliche Veränderungen später thematisieren.

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit: Männer essen nicht nur mehr, sondern greifen auch gerne zu Fleisch und Wurstwaren und mögen es deftig. Ballaststoffreiche Lebensmittel stehen durchschnittlich seltener auf dem Speiseplan. Positiv ist jedoch, dass immerhin jeder zweite Mann täglich Obst isst, Gemüse kommt bei einem Drittel jeden Tag auf den Tisch. DIE „Männerernährung“ gibt es aber nicht, denn auch Alter, sozioökonomische Lage und Herkunft haben einen großen Einfluss auf die Verzehrsgewohnheiten.

Tendenziell beschäftigen sich Männer jedoch weniger intensiv mit dem Thema Ernährung. Sie kaufen seltener Lebensmittel ein und kochen auch seltener als Frauen. Eine zu energiereiche Ernährung und zu wenig körperliche Bewegung können jedoch zu Übergewicht führen: Derzeit sind zwei Drittel der Männer betroffen, obwohl ebenso viele sportlich aktiv sind. Bei den Frauen ist die Hälfte übergewichtig. In weiteren Studien sollen die geschlechtsspezifischen Zusammenhänge von biologischen und soziokulturellen Einflussfaktoren auf die Gesundheit genauer erforscht werden.
Heike Kreutz, www.aid.de

Weitere Informationen:

www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsB/maennergesundheit.html

Außergewöhnliche Plantagen im Hochland von Taiwan

Lukullische Schätze aus dem Land des Tees

Als Land, das die ganze Vielfalt Asiens auf einer einzigen Insel vereint, ist Taiwan weltweit für seine Traditionspflege im Teekonsum bekannt. Dabei gibt es noch ein paar weitere echte Geheimtipps für Gourmets, die das Einzigartige suchen. In Taiwan wächst auch ein seltener Kaffee – in kleinerem Umfang zwar, doch von hervorragender Qualität. Und es gibt einen außergewöhnlichen Reis, der jahrzehntelang ausschließlich dem japanischen Kaiser vorbehalten war. Man muss schon nach Taiwan fahren, um in diesen besonderen Genuss zu kommen – die produzierten Mengen sind zum Export zu gering.

Der beste Kaffee Taiwans kommt – nach Auffassung vieler Kenner und Genießer – aus Gukeng im Süden der Insel. Wenn die Sonne hinter den Bergen versunken ist, dann künden nicht nur die bunten Lichter der teilweise bis tief in die Nacht geöffneten Kaffeeläden entlang der Serpentinenstraßen von dem ungewöhnlichen Erzeugnis dieser Region, sondern auch das Rumpeln und Rattern kleiner Röstanlagen und der angenehme Duft frischgerösteter Kaffeebohnen. Die Sorte Arabica, die hier angebaut wird, ähnelt der im kenianischen oder brasilianischem Kaffee, doch der Kaffee von Gukeng zeichnet sich durch einen besonders milden, nussigen Geschmack und hohe Bekömmlichkeit aus, die er einem besonders niedrigen Säuregehalt verdankt.

Während ihrer fünfzigjährigen Verwaltungszeit pflanzten Japaner in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die ersten Kaffeepflanzen in Gukeng, wo man schon bald darauf auf einer Fläche von rund 600 Hektar Kaffee anbaute, der dann hauptsächlich als Luxusgut in Japan auf den Markt kam. Nach 1945 ging der Kaffeehandel jedoch zurück und die sinkende Zahl der Kaffeebauern spielte auf dem Weltmarkt keine Rolle mehr.

So gab es vor der Jahrtausendwende nur noch vier Kaffeegeschäfte in den beiden Anbauregionen im Südwesten um Gukeng: Huashan und Hebaoshan. Im Jahre 2003 wurde dort zwar das erste internationale Kaffeefestival Taiwans gefeiert, doch noch nahm kaum jemand Notiz davon. 2008 kamen bereits viermal so viele Besucher. Da ist es auch kein Wunder, dass die Zahl der Kaffeeläden allein in Huashan inzwischen wieder auf fast 100 gestiegen ist.

„Weil wir als Kinder keine Süßigkeiten hatten,” erzählt Liu Qing-song, der Besitzer des “Key Café”, „stahlen wir Kaffeekirschen und aßen sie, weil sie so süß waren. Wir rösteten die Bohnen aber auch heimlich in Kochtöpfen und tranken unseren selbstgemachten Kaffee dann aus Reisschüsseln.” Diese Kindheitserinnerungen veranlassten Liu schließlich, den Kaffeeanbau professionell zu betreiben. Heute baut er seinen Kaffee auf einer Fläche von 14.000 m² am Hang unterhalb seines Ladens an. In Taiwan gedeiht der Kaffee in Höhenlagen zwischen 400 und 1.300 Metern über dem Meeresspiegel. Das Klima von Gukeng gleicht dem der Blue Mountains auf Jamaika.

Wenngleich der Kaffee aus Gukeng mittlerweile in ganz Taiwan bekannt ist und geschätzt wird, findet man ihn kaum außerhalb der einheimischen Läden, geschweige denn im Ausland. Nachdem viele Bauern auf den Anbau der lukrativeren Betelnüsse umgestiegen sind oder Betelnusspalmen in den Kaffeeplantagen anpflanzen, um die empfindlichen Kaffeebäume vor direktem Sonnenlicht zu schützen, werden nur noch rund 80 Hektar Land in Gukeng für den eigentlichen Kaffeeanbau genutzt. Der Gukeng-Kaffee ist somit eine echte Spezialität und ein ausgezeichnetes Reiseandenken – oder ein Mitbringsel für daheimgebliebene Kaffeegenießer.

Essverhalten von Teenagern

Kinder und Jugendliche, die mehrmals in der Woche gemeinsam mit ihren Eltern essen, haben ein gesünderes Ernährungsverhalten und leiden seltener an Übergewicht. Das ist das Resultat einer Untersuchung der Universität von Illinois. Die amerikanischen Forscher hatten 17 Studien mit insgesamt über 180.000 Teilnehmern im Alter von 3 bis 17 Jahren ausgewertet.

Das Ergebnis: Heranwachsende, die mindestens dreimal in der Woche mit der Familie aßen, hatten ein um 12 Prozent geringeres Übergewichtsrisiko als Altersgenossen, die seltener gemeinsam am Tisch sitzen. Das gemeinsame Essen wirkte sich auch insgesamt positiv auf das Ernährungsverhalten aus. Die Kinder verzehrten häufiger gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse (24 %) und seltener Fastfood und Süßigkeiten (20 %).

Zudem können gemeinsame Mahlzeiten Essstörungen in der Jugend vorbeugen. Wenn die Teenager mindestens fünfmal in der Woche im Kreis der Familie aßen, war die Wahrscheinlichkeit um 35 Prozent geringer. Vermutlich können Eltern beim gemeinsamen Essen frühe Anzeichen von schädlichen Ernährungsmustern wie zum Beispiel Heißhungerattacken leichter erkennen und eingreifen, bevor eine Essstörung entsteht. Langzeituntersuchungen sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.
Heike Kreutz, www.aid.de

Männer essen anders als Frauen

Von der Definition des eigenen Geschlechts über das Essverhalten

Eigentlich weiß es jeder: Männer essen anders als Frauen. Oder essen Frauen anders als Männer? Auf jeden Fall gibt es – statistisch bewiesen – geschlechterspezifische Unterschiede. Frauen essen doppelt so viel Obst und Gemüse, verzehren dafür nur halb so viel Fleisch und trinken weniger Alkohol als ihre männlichen Artgenossen. Darüber hinaus wissen sie mehr über eine gesund erhaltende Ernährung. Und sie scheinen dieses Wissen auch effektiver umzusetzen, denn sie sind im statistischen Durchschnitt seltener fettsüchtig.

„Das ist alles genetisch bedingt“, „von Natur aus so“, wird gerne deklamiert. Mitnichten. Untersuchungen lassen ganz andere Schlüsse zu. Das jeweilige Essverhalten spiegelt vor allem die entsprechende Geschlechterrolle in der Gesellschaft wider. Essen ist somit ein Werkzeug zur Gestaltung der geschlechtlichen Identität und hilft Akzeptanz im sozialen Umfeld zu erlangen. Das Umfeld erwartet nämlich, dass man sich entsprechend „männlich – stark – fleischhaltig“ oder „weiblich – schwach – pflanzlich“ ernährt. Dass das kulturhistorisch gelernt ist, zeigt ein Vergleich mit Völkern, bei denen zum Beispiel Fleisch im Überfluss vorhanden ist. Hier gibt es keine statistischen Fleisch-Verzehrsunterschiede zwischen Männern und Frauen.

So sind bei genauerem Hinschauen auch die Ergebnisse der nationalen Statistiken vielmehr Ergebnisse einer gesellschaftlichen Konditionierung als einer genetischen Veranlagung. Mädchen, die schon in ihrer Kindheit ein Bild des Verzichtes antrainiert bekommen, werden auch als Erwachsene seltener übergewichtig sein. Die Frau, die klassisch immer noch die Verantwortung für den Haushalt trägt, hat konsequenter Weise auch mehr Wissen zum Thema Ernährung. Und gerade beim Thema Alkohol wird der gesellschaftliche Einfluss deutlich, wie Gruppenzwang in der Jugend oder der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten. Eine Reduzierung nur auf das Geschlecht scheint dabei nicht ausreichend.

Vielleicht sollte man sich künftig von dem liebgewonnen Parameter „Geschlecht“ als „natürliche Ursache“ für unterschiedliches Verzehrsverhalten verabschieden. Gesellschaftliche und soziale Einflüsse sind vielmehr als Ursachen zu untersuchen. Und die Zeiten in denen es nötig und wirkungsvoll war, physiologische Unterschiede zwischen Mann und Frau als Rechtfertigung für die höhere soziale Stellung des Mannes zu instrumentalisieren, sind doch längst Geschichte.
aid, Andrea Kornblum

Weitere Informationen: im Fachartikel „Essen macht Geschlecht“ der Zeitschrift Ernährung im Fokus, Ausgabe 05/2009: www.aid.de/fachzeitschriften/eif/eif_2009_0905.php

Sarrazin motivierte doch!

Neuer Trend zum Selbstkochen: Besonders Familien mit geringem Einkommen griffen 2009 seltener zu Pizza und Pommes

Im vergangenen Jahr aßen die Deutschen weniger Fertiggerichte. Das berichtet die „Apotheken Umschau“ unter Berufung auf eine Umfrage im Auftrag der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK). Jeder Dritte gab an, häufiger selbst zu kochen. Vor allem in Familien mit geringem Einkommen kamen seltener Tiefkühlpizza oder Fischstäbchen auf den Tisch. Essen selbst zuzubereiten ist meist preiswerter und zudem gesünder. In Fertigkost stecken oft viel Fett, Salz und Zusatzstoffe.

Rezepte zum Nachkochen sowie Wissenswertes zu gesunder Ernährung unter www.apotheken-umschau.de/ernaehrung

Deutsche kaufen weniger Fertiggerichte

DAK-Umfrage: Deutsche kaufen weniger Fertiggerichte

Geringverdiener kochen lieber selbst / DAK-Ernährungsexpertin warnt vor Gesundheitsrisiken durch Fertigkost

Das Sortiment an Fertiggerichten in den Supermärkten wird täglich bunter. Manche Lebensmittel-Discounter kreieren für ihre Kunden sogar ganze Wochenspeisepläne, die fast nur aus Fertigprodukten bestehen. Dennoch griff in den vergangenen zwölf Monaten jeder dritte Bundesbürger seltener zu Fertiggerichten als zuvor. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK. Besonders bei einem knappen Budget steigen die Bürger offensichtlich wieder auf Selbstgekochtes um: 43 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro essen heute seltener Tiefkühlpizza und Rinderroulade aus der Folie als vor einem Jahr.

„Viele Fertiggerichte sind nicht nur teuer, sondern auch nicht gut“, sagt Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin bei der DAK. In Fertigkost stecke häufig deutlich zu viel Fett und zu wenig Gemüse. „Nach dem Erhitzen enthalten viele solcher Gerichte einen hohen Anteil an sogenannten Trans-Fettsäuren. Diese tragen vermutlich zur Entstehung von Arteriosklerose bei – damit steigt das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“ Auch die großen Salzmengen darin können problematisch sein: Bei salzempfindlichen Menschen steigt der Blutdruck. Zudem enthalten Fertiggerichte oft Phosphate, die die Kalziumverwertung behindern und so die Entstehung von Osteoporose begünstigen können. „Allergiker können auf Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffe reagieren“, erläutert Willms. Außerdem werde der Gaumen mit dem Einheitsgeschmack nicht gerade verwöhnt.

Nur sechs Prozent der Befragten gaben an, sich derzeit häufiger von Fertigkost zu ernähren. Bei den unter 30-Jährigen waren es 15 Prozent. „Vor allem für junge Menschen gehören Fertiggerichte längst zur Esskultur. Sie wollen Zeit sparen. Es spricht nichts dagegen, hin und wieder die schnellere Variante zu wählen. Aber niemand sollte dauerhaft an seiner Gesundheit sparen“, betont die Ernährungswissenschaftlerin. In Familien sei es auch wichtig, den Kindern Wissen über Nahrungsmittel zu vermitteln: wo sie wachsen, wie sie in der Natur aussehen, wie sie riechen und wirklich schmecken, wie sie sich anfühlen und wie sie zubereitet werden. Beispielsweise aus Gemüse eine „echte“ Suppe zu kochen, macht Kindern Spaß, und selbst gekocht schmeckt sie ihnen sowieso.

* Repräsentative DAK-Umfrage, Oktober 2009; 1.002 Befragte ab 18 Jahre

Neue Rezepte für alte Dörfer in Schleswig-Holstein

NDR, Freitag, 23.10. um 20:15 Uhr

Schöne Landgasthöfe

Neue Rezepte für alte Dörfer in Schleswig-Holstein

Früher gab es sie in jedem Dorf, heute werden sie immer seltener: Landgasthöfe. Ein Schild mit der Aufschrift „Geöffnet“ rauszustellen reicht schon lange nicht mehr. Die Gastwirte in ländlichen Regionen müssen sich etwas einfallen lassen: von kulinarischen Themenwochen oder -karten über Lesungen, Theaterabende bis hin zur speziellen Ausrichtung von Hochzeits- oder Geburtstagsfeiern.

Der Film von Sabine Lietz zeigt die Bemühungen einiger Gastronomen in Schleswig-Holstein, die neue Wege einschlagen, um alte Dorfkrüge wieder mit Leben zu erfüllen.

Wer gesund lebt, wird seltener chronisch krank

Diabetes, Krebs, Herzinfarkt vermeiden
Wer gesund lebt, wird seltener chronisch krank

Wer niemals geraucht hat, nicht deutlich übergewichtig ist, sich regelmäßig körperlich bewegt und gesund ernährt, hat ein um knapp 80 Prozent geringeres Risiko für chronische Erkrankungen. Das lassen Ergebnisse der Potsdamer EPIC(European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)-Studie vermuten. Rund 23 000 Probanden machten Angaben zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten und nahmen regelmäßig an medizinischen Untersuchungen teil.

Die Wissenschaftler legten vier Kriterien für einen gesunden Lebensstil fest: ein Leben lang Nichtraucher, ein Körpermassenindex (BMI) von unter 30, mindestens dreieinhalb Stunden Bewegung in der Woche und eine gesunde Ernährung. Letzteres hieß: viel Obst, Gemüse und Vollkornbrot, wenig Fleisch. Nach Ablauf von knapp acht Jahren wurde in rund 2 000 Fällen eine chronische Erkrankung wie Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs diagnostiziert.

Das

Fazit: Je mehr der vier Kriterien die Probanden erfüllten, desto seltener wurden sie chronisch krank. Allein durch ein gesundes Körpergewicht ließ sich die Wahrscheinlichkeit im Vergleich zu Teilnehmern, die keines der definierten Merkmale eines gesunden Lebensstils erfüllten, um die Hälfte senken. Wer zudem sein Leben lang Nichtraucher war, hatte ein 70 Prozent geringeres Risiko. Selbst Raucher können durch eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht chronischen Erkrankungen vorbeugen.

aid, Heike Kreutz