Nur Doofe kaufen Glacéau Smartwater von Coca-Cola

Die Wahl zum Goldenen Windbeutel 2018 ist eröffnet: Verbraucherinnen und Verbraucher können ab sofort auf www.goldener-windbeutel.de abstimmen, welches Produkt aus dem Supermarkt den Negativpreis für die dreisteste Werbelüge des Jahres erhalten soll. Die Verbraucherorganisation foodwatch hat fünf Kandidaten nominiert, die exemplarisch für Etikettenschwindel im Lebensmittelmarkt stehen: das „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola, das „Bratöl Olive“ der Bio-Marke Dennree, den Erbseneintopf von Edekas Eigenmarke „Gut und Günstig“, den „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz und den Riegel „Corny Milch“ von Hersteller Schwartau.

Glacéau Smartwater von Coca Cola – teurer Blödsinn

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Fast nur Billigmilch im Kaffee

Verbraucherzentrale Hamburg macht Marktcheck in Bäckereien, Kaffeebars und Cafés

In Bäckereien, Kaffeebars und Cafés wird größtenteils billige Milch eingesetzt, obwohl der Durchschnittspreis für einen Milchkaffee mit 2,80 Euro pro Tasse sehr hoch ist. Zu diesem Ergebnis kommt die Verbraucherzentrale Hamburg, die in einem Marktcheck das Angebot bei insgesamt 23 Kaffeeanbietern überprüft hat.

In 19 Verkaufsstätten stand demnach konventionelle H-Milch in der Kaffee-Ecke. Die Produkte im Marktcheck stammten vor allem von Frischli (40 %), Muh (16 %), Arla Foodservice (8 %) und Milbona (4 %). Die billige Milch verwenden sowohl Bäckereien wie Dat Backhus oder Kamps als auch Kaffeebars wie Starbucks, World Coffee oder Balzac Coffee für die Zubereitung ihrer Kaffeegetränke. „Das ist kein gutes Signal mit Blick auf die aktuelle Milchkrise“, meint Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Viele Kaffeeanbieter unterstützten mit ihrem Einkaufsverhalten die Preisspirale nach unten.

Trotz der hohen Preise für Milchkaffee wurden in nur vier Verkaufsstätten Kaffeegetränke mit Biomilch angeboten und zwar bei Cuccis, im Mutterland, in der Bar Katze und bei den Bio-Höfeladen Sülldorf. „Dabei macht Biomilch den Kaffee gar nicht so viel teurer. Höchstens 10 Cent pro Portion Milchkaffee müssen die Kaffeeanbieter mehr einkalkulieren. Billigmilch kostet sie rund 5 Cent pro Tasse, Biomilch hingegen 15 Cent“, rechnet Schwartau vor. Einen Zusammenhang zwischen der verwendeten Milch und dem Preis für das Kaffeegetränk konnten die Verbraucherschützer im Rahmen ihres Marktchecks nicht feststellen. Der Milchkaffee mit konventioneller Milch kostete ungefähr genauso viel wie der Milchkaffee mit Biomilch.

„Viele Kaffeetrinker wünschen sich angesichts der hohen Preise für Kaffeegetränke, dass die Gastronomie Biomilch für deren Zubereitung einsetzt und Verantwortung für eine nachhaltige Landwirtschaft und mehr Tierwohl übernimmt“, so Schwartau. Denn Biobauern müssten strengere Auflagen erfüllen und bekämen einen festen und fairen Preis für ihre Milch.

Eine ausführliche Auswertung des Marktchecks mit Fotos und Bewertungen zu den einzelnen Verkaufsstätten ist veröffentlicht auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Hamburg unter www.vzhh.de

Stiftung Warentest: Erdbeerkonfitüre und -fruchtaufstrich

Testsieger bei den Erdbeer-Fruchtaufstrichen ist Fruttissima von Schwartau mit der Note „Sehr gut“. Der Fruchtaufstrich schmeckt frisch und fruchtig und erhält darum auch in der sensorischen Beurteilung die Note „Sehr gut“. Die günstigsten „Konfitüren extra“ von Lidl, Aldi, Rewe und Edeka können mit teureren Markenprodukten mithalten und landen im Testfeld vorn. Die Stiftung Warentest hat 15 „Erdbeerkonfitüren extra“, 14 Erdbeer-Fruchtaufstriche und zusätzlich drei Lightprodukte getestet. Veröffentlicht sind die Ergebnisse in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test.

Viele Hersteller setzen auf einen hohen Fruchtanteil, doch viel Frucht bedeutet nicht immer viel Fruchtgeschmack. Die Auswahl der Früchte und ihre schonende Verarbeitung ist entscheidend. Das ist ein Ergebnis des Tests. Hierbei toppt der Fruchtaufstrich Schwartau Fruttissima alles: Sein Geheimnis ist, dass die Früchte nur kurz erhitzt werden und deshalb ihr Aroma bewahren. Der Aufstrich ist das einzige Erdbeerprodukt seiner Art im Kühlregal.

Drei „Erdbeerkonfitüren extra“ fallen aus dem Rahmen: Die Produkte von Netto, Norma und die Landliebe-Konfitüre schmecken und riechen nur schwach nach Erdbeere. Sie bilden jeweils mit der Note „Befriedigend“ das Schlusslicht im Testfeld.

Wer auf die schlanke Linie achtet, sollte nicht zu Konfitüren greifen, da deren Zuckergehalt sehr hoch ist. Bei den Lightprodukten hat der dänische Fruchtaufstrich Svansø die wenigsten Kilokalorien pro 100 Gramm. Geschmacklich unterscheiden sich die Lightprodukte kaum von den meisten anderen Testteilnehmern.

Im Test kann man unter anderem auch erfahren, aus welchen Anbaugebieten die Erdbeeren stammen und wie sie verarbeitet werden.

Der ausführliche Test Erdbeerkonfitüre und -Fruchtaufstrich ist in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de/thema/obst veröffentlicht.

Post & Steinfeldt

Events von Post & Steinfeldt – Weinhandlung und Feinkostin Bad Schwartau,
Lübecker Str. 24 – 28

Showkochen
Am Samstag den 3.September von 11.00 – 14.00 Uhr

Weinprobe
Freitag den 16. September um 18.30 Uhr
Deutschwein Classic mit Reiner Post

Freitag den 14. Oktober um 18.30 Uhr
Italiens Norden mit Peter Toniatti
Probe und Snack 20,-€ – Anmeldung erforderlich

Kochkurs
Samstag den 22. Oktober um 14.00 Uhr in der Olive
Leichte raffinierte Herbstküche mit Reiner Post
Kochkurs – Getränke – 4 Gang Menu – 85,- €
Gäste zum Essen 50,- € Anmeldung erforderlich!
Tel. 0451-21008

Azofarbstoffe in Backzutaten

Azofarbstoffe in Backzutaten: Farbenspiel mit Schattenseiten
VKI: Backzutaten enthalten oft mehrfach künstliche Farbstoffe, die Hyperaktivität
fördern können.

Ob mit farbigem Streusel, schillernden Perlen oder knallig bunter Schrift – besonders
Kindern schmecken Kuchen und Kekse damit noch viel besser. Doch die bunten
Backzutaten haben auch ihre Schattenseiten: Bei 16 Backzutaten fand der Verein für
Konsumenteninformation problematische Farbstoffe, die Unverträglichkeitsreaktionen
wie Hautausschläge auslösen können und unter Verdacht stehen, Hyperaktivität bei
Kindern zu begünstigen. Mehr noch: In den meisten dieser Produkte wurde nicht nur
ein, sondern gleich ein Mix an problematischen Farbstoffen gefunden – Produkte, die
in ihrer Aufmachung speziell darauf ausgerichtet sind, Kindern zu gefallen. Jeweils
vier problematische Farbstoffe enthielten Kotányi Streuzucker bunt, Schwartau
Gebäck Schmuck und Schwartau Zucker Streusel. Jeweils drei Farbstoffe wurden in
RUF Bunte Zuckerstreusel, RUF Streu-Dekor, Schwartau Prinzessinnen Glasur,
Schwartau Zuckerschrift und Schwartau Prinzessinnen Schrift kombiniert.

Laut einer 2007 veröffentlichten Studie der britischen Lebensmittelbehörde FSA (Food
Standards Agency) können die künstlichen Azofarbstoffe Tartrazin (E 102), Gelborange S
(E110), Azorubin (E 122), Cochenillerot A (E 124) und Allurarot AC (E129) sowie der
Farbstoff Chinolingelb (E 104) Hyperaktivität begünstigen. Die britische Lebensmittelbehörde
rät daher Eltern hyperaktiver Kinder, Lebensmittel mit diesen Zusatzstoffen zu meiden. Bei
DM, Hofer, Lidl, Penny, Basic, Maran und Biosupermarket wurden keine Backzutaten mit
derartigen Farbstoffen angeboten. Bei Billa, Gourmet-Spar, Interspar, Merkur und Zielpunkt
wurden die Tester hingegen fündig. Acht der 16 Produkte stammen von Schwartau, drei von
RUF, zwei von Haas und je eines von Dr. Oetker, Kotányi und Stolze. Nahezu alle
Backzutaten sind mehrfach mit problematischen Farbstoffen versetzt. Die am häufigsten
verwendeten Farbstoffe sind Chinolingelb und Cochenillerot.

Doch nicht nur Süßes wie Kekse, Pudding oder Sirup kann gefärbt sein – auch in
gesalzenem Knabbergebäck, aromatisiertem Schmelzkäse oder Senf können sich
problematische Farbstoffe befinden. „Sicherheit gibt nur der genaue Blick auf die
Zutatenliste, denn dort sind die verwendeten Farbstoffe auszuweisen. Ab Juli 2010 wird das
etwas leichter fallen, denn dann müssen Lebensmittel, die diese Farbstoffe enthalten, mit
dem Zusatz ,kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen’ gekennzeichnet
sein“, erläutert VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. „Wem das alles zu bunt wird,
hält es beim Essen und Trinken am einfachsten damit: Allzu Buntes besser meiden.“

Alle Ergebnisse der Erhebung sowie weitere Beiträge zu diesem Thema gibt es kostenlos
auf www.konsument.at

DAS!

DAS! schmeckt – Kochrezepte mit Rainer Sass.

Ob Wachteln in Pfefferrahmsoße oder Kartoffelsalat mit feinen Schalotten. Rainer Sass weiß für jedes Gericht das richtige Rezept. Die Rezepte zum Nachkochen im NDR Text, Seite 594 oder im Internet / E-Mail: das@ndrtv.de

DAS!-Gast: Silke Schwartau
Sie ist die Fernsehexpertin, wenn es Fragen gibt zu richtiger Ernährung und verrückten Diätideen. Und sie weiß Bescheid, welche Lebensmittel in Mogelpackungen stecken und wo die Hersteller nicht ganz korrekt das darauf schreiben was im Lebensmittel drin ist. Silke Schwartau arbeitet bei der Verbraucherzentrale Hamburg und ihre Ratschläge haben im Lauf der Jahre immer mehr Gewicht bekommen. Am Welternährungstag wollen wir sie nach fairen Bedingungen im Handel mit Lebensmitteln mit der Dritten Welt fragen. Und wir wollen wissen, warum es ökologisch vernünftiger ist, Produkte aus der Region zu kaufen. Thema aus aktuellem Anlass natürlich auch die sinkenden Lebensmittelpreise bei den Discountern. Viele Fragen für den Talk auf dem Roten Sofa

Tim Mälzer und Christian Rach bei Maischberger

MDR, Mittwoch, 16.09. um 09:30 Uhr

Menschen bei Maischberger

Thema: Die größten Ernährungslügen: Wie gesund ist unser Essen?

Tim Mälzer Der „ARD-Chefkoch“ ernährt sich gesund, sagt er, weil er täglich mit frischen Zutaten koche. Tim Mälzer, der ein eigenes Restaurant in Hamburg betreibt, warnt: „Der Verbraucher hat keine Chance sich richtig zu ernähren, weil die Lebensmittelindustrie so gewieft ist. Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Ersatzsüßstoffe sind immer noch weit verbreitet.“ Christian Rach Der Sternekoch und Restaurantbesitzer beklagt, dass immer mehr Wirte nicht mehr selbst kochen. „Diese Leute glauben, wenn sie etwas aufwärmen, dann ist das frisch zubereitet, es soll aber nur bedeuten: Das steht nicht seit drei Stunden auf dem Herd“, sagt RTL-Star Christan Rach („Rach, der Restauranttester“). Köchen, die ihn um Rat fragen, sagt er: „Ich will nicht wissen, ob du Tüten aufreißen kannst. Ich will wissen, wie du kochst.“ Susanne Langguth Die Direktorin der Südzucker AG verteidigt Fertiggerichte, die mit Zusatzstoffen und Aromen angereichert sind, gegen die Kritik von Verbraucherschützern und Ernährungswissenschaftlern: „Eine Möhre, die gut verarbeitet im Glas bei mir ankommt, kann sogar besser sein als eine Möhre, die unverarbeitet auf einen langen Weg geschickt wird“, so die Lebensmittelchemikerin. Udo Pollmer „Essen macht nicht schön, schlank oder jung. Essen macht satt!“, sagt der Lebensmittelchemiker. Der Ernährungswissenschaftler plädiert für einen gelassenen Umgang mit Essen. Fast food und Pommes seien nicht schlechter als Obst und Gemüse, so der Bestsellerautor („Esst endlich normal!“). Silke Schwartau Die Verbraucherschützerin kritisiert die Heilsversprechen vieler Lebensmittel im Supermarkt: „Es wird oft der Eindruck erweckt, als wären so genannte „functional-food“-Produkte aus dem Kühlregal Medikamente.“ Was die Werbung verspreche, werde meist nicht eingehalten, sagt die Ökotrophologin Silke Schwartau.

Tim Mälzer und Christian Rach bei Maischberger

Das Erste

„Menschen bei Maischberger“ am Dienstag, 15. September 2009, 22.47 Uhr im Ersten

Das Thema: „Die größten Ernährungslügen: Wie gesund ist unser Essen?“

zu Gast: Tim Mälzer (Koch) Christian Rach (Koch) Susanne Langguth (Südzucker AG) Udo Pollmer (Lebensmittelexperte) Silke Schwartau (Verbraucherschützerin)

Tim Mälzer Der „ARD-Chefkoch“ ernährt sich gesund, sagt er, weil er täglich mit frischen Zutaten koche. Tim Mälzer, der ein eigenes Restaurant in Hamburg betreibt, warnt: „Der Verbraucher hat keine Chance sich richtig zu ernähren, weil die Lebensmittelindustrie so gewieft ist. Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Ersatzsüßstoffe sind immer noch weit verbreitet.“

Christian Rach Der Sternekoch und Restaurantbesitzer beklagt, dass immer mehr Wirte nicht mehr selbst kochen. „Diese Leute glauben, wenn sie etwas aufwärmen, dann ist das frisch zubereitet, es soll aber nur bedeuten: Das steht nicht seit drei Stunden auf dem Herd“, sagt RTL-Star Christan Rach („Rach, der Restauranttester“). Köchen, die ihn um Rat fragen, sagt er: „Ich will nicht wissen, ob du Tüten aufreißen kannst. Ich will wissen, wie du kochst.“

Susanne Langguth Die Direktorin der Südzucker AG verteidigt Fertiggerichte, die mit Zusatzstoffen und Aromen angereichert sind, gegen die Kritik von Verbraucherschützern und Ernährungswissenschaftlern: „Eine Möhre, die gut verarbeitet im Glas bei mir ankommt, kann sogar besser sein als eine Möhre, die unverarbeitet auf einen langen Weg geschickt wird“, so die Lebensmittelchemikerin.

Udo Pollmer „Essen macht nicht schön, schlank oder jung. Essen macht satt!“, sagt der Lebensmittelchemiker. Der Ernährungswissenschaftler plädiert für einen gelassenen Umgang mit Essen. Fast food und Pommes seien nicht schlechter als Obst und Gemüse, so der Bestsellerautor („Esst endlich normal!“).

Silke Schwartau Die Verbraucherschützerin kritisiert die Heilsversprechen vieler Lebensmittel im Supermarkt: „Es wird oft der Eindruck erweckt, als wären so genannte ‚functional-food‘-Produkte aus dem Kühlregal Medikamente.“ Was die Werbung verspreche, werde meist nicht eingehalten, sagt die Ökotrophologin Silke Schwartau.

„Menschen bei Maischberger“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit der Pro GmbH und Vincent Berlin GmbH.

Corny Schoko als Müsli-Imitat-Riegel entlarvt

Die Verbraucherrechtsorganisation foodwatch hat Schwartau zum Stopp der irreführenden Werbung für sein Produkt Corny Schoko aufgefordert. Durch Werbespots mit TV-Moderator Johannes B. Kerner und falscher Produktabbildung auf der Verpackung versucht das Unternehmen, aus einer klebrigen, hochgradig verarbeiteten Industrie-Süßigkeit ein ausgewogenes Naturprodukt zu machen.

Corny Schoko besteht zu gerade einmal zehn Prozent aus Getreideflocken, dafür jedoch aus sieben verschiedenen Zuckerarten, pflanzlichem Fett und in Form gepressten Mehlbällchen in Körnerform. „Statt Müsliriegel sollte Müsli-Imitat-Riegel auf der Verpackung stehen“, erklärte foodwatch-Sprecher Martin Rücker. „Mit Hilfe von Johannes B. Kerner in der Rolle des verhinderten Bauern betreibt Schwartau hier massive Verbrauchertäuschung.“

Die fingierte Produkt-Abbildung auf der Corny-Schoko-Verpackung steht im krassen Widerspruch zum Täuschungsverbot des deutschen Lebensmittelrechts. Von den zahlreichen Getreideflocken, die auf der Abbildung des Riegels zu sehen sind, findet sich nur ein Bruchteil im eigentlichen Produkt wieder. „Hier wurde ein Corny-Riegel nicht einfach nur in schönes Licht getaucht und professioneller Bildbearbeitung unterzogen. Auf der Verpackung ist alles Mögliche zu sehen, aber kein echter Corny-Riegel“, so foodwatch-Sprecher Rücker. foodwatch fordert Schwartau auf, künftig eine realistische Abbildung seiner Süßigkeit auf der Verpackung zu zeigen.

www.foodwatch.de

Mövenpick Gourmet-Frühstück Erdbeere von Schwartau

Gourmet-Schwindel zum Frühstück – Vollmundige Verbrauchertäuschung

Als „vollmundiges Geschmackserlebnis“ für „echte Feinschmecker“ wird der
Fruchtaufstrich der Marke „Mövenpick of Switzerland“ beworben. Er kommt
allerdings nicht aus der Schweiz, sondern aus Schleswig-Holstein, denn
hergestellt wird er von der Firma Schwartau. Wie für die meisten industriell
produzierten Konfitüren werden auch für „Mövenpick“-Fruchtaufstriche Früchte
mit Zucker in Vakuumkesseln eingedampft und dann mit Geliermittel cremig
gemacht. Was genau den Mövenpick-Aufstrich zum „Schweizer“
Feinschmeckerprodukt macht? Offenbar nicht viel. Vom Etikett natürlich
abgesehen.

Fünf Prozent bis zum Luxus

„Der kleine Luxus im Alltag“, so wirbt Mövenpick im Internet. Luxuriös sind vor
allem die Preise. Der Erdbeer-Aufstrich kostet umgerechnet auf ein Kilogramm
rund 8,40 Euro. „Schwartau Extra Erdbeere“ dagegen nur 5,80 Euro, die
Handelsmarke „ja!-Erdbeerkonfitüre Extra“ 2,90 Euro pro Kilogramm.

Was aber
macht den teuren Luxus der „Mövenpick Erdbeere“ aus? Sind es die
verschwenderischen 55 Gramm Früchte pro 100 Gramm Produkt? Ganze 5
Gramm mehr als bei den anderen genannten Produkten? Oder hat Schwartau
etwa vor allem in Premium-Verpackung statt in Premium-Inhalt investiert?

Original Standard

„Nach original Schweizer Rezepturen“ seien die Fruchtaufstriche hergestellt,
heißt es auf der Mövenpick-Homepage. Verkochen die Schweizer Erdbeeren,
Zucker und Geliermittel etwa anders als andere? Denn so viele Möglichkeiten
lässt die Zutatenliste ja nicht zu. Und ob jene „Original-Rezeptur“ wohl auch den
Zusatzstoff E330 enthielt? Also Citronensäure, die mit echten Zitronen oft nichts
zu tun hat, sondern zum Beispiel mithilfe von Schimmelpilzen gewonnen wird?
Was genau Mövenpick nun „originaler“ macht als andere Konfitüren und was
das Besondere an der „Schweizer Rezeptur“ ist, das kann auch Schwartau nicht
nachvollziehbar erklären.

Premium-Preis für Premium-Schwindel

Die Mövenpick-Aufstriche gehören zu den teuersten Produkten im
Konfitürenregal. Aber ein höherer Preis ist im Supermarkt kein Hinweis auf
bessere Qualität. Was Verbraucher für den Premium-Preisaufschlag wirklich
bekommen, können sie kaum nachvollziehen. Enthält das Produkt teurere
Rohstoffe, oder wird es aufwändiger hergestellt als Standard-Produkte? Im
Bemühen, keines seiner Produkt schlecht aussehen zu lassen, entlarvt
Schwartau auf der Homepage den eigenen Schwindel: Für alle Produkte würden
„nur ausgesuchte Rohstoffe“ in „besonderen Zubereitungsverfahren“ schonend
verarbeitet werden. Aha.

Die Königin ist für alle da

„Sie gilt als eine der besten und leckersten Erdbeeren der Welt: Senga-Sengana
– eine Königin unter den Erdbeeren. Für Mövenpick verwenden wir diese ganz
besondere Frucht“, dichtet Schwartau kunstvoll auf der Verpackung. Eine
„Königin der Erdbeeren“, also vielleicht eine seltene, eine exklusive oder eine
besonders teure Erdbeersorte? Weit gefehlt! Senga-Sengana gehört zu den
Standardsorten in der Konfitürenindustrie. Sie landet beispielsweise auch in der
Konfitüre von Zentis, d’arbo oder Werder. Und natürlich in anderen Schwartau-
Produkten. Eine Königin also, die für alle da ist – und damit auch eigentlich
nichts „ganz besonderes“ mehr ist.

Ehrliche Antwort aus Aachen

Nicht nur Schwartau bietet verschiedene Marken zu unterschiedlichen Preisen
an. Die Aachener Firma Zentis hat ihren Fruchtaufstrich „Belfrutta Auslese“
kürzlich mit neuer Verpackung und leicht veränderter Rezeptur „aufgefrischt“ –
und gleichzeitig den Preis erhöht. Warum der Fruchtaufstrich jetzt teurer ist,
erklärt Zentis mit einer „Vielzahl von Faktoren“ wie Herstellungstechnologie,
Rezeptur und Verpackungsmaterial. „Weitere Faktoren sind aber auch die
Vermarktungsstrategie sowie Kommunikationsmaßnahmen eines
Unternehmens“, schrieb uns Zentis. Wenigstens ehrlich – für einen
Lebensmittelhersteller durchaus überraschend.

www.abgespeist.de