Saumagen Riesling only Frank Rosin

Mit dem „2014 Saumagen Riesling Edition Rosin Fass No. 9“ vom Weingut am Nil hat der höchst erfolgreiche Rotwein „Fass 34“ von Winzer Markus Schneider eine weiße, edle Schwester bekommen.

Entstanden ist der Wein in enger Zusammenarbeit von Susanne Spies mit dem Pfälzer Weingut am Nil in Kallstadt, streng limitiert auf 600 Flaschen. Die Weinlage „Kallstadter Saumagen“ ist weltbekannt und gilt als eine der besten Lagen Deutschlands. Mit ein wenig Phantasie zeigt sie die Form eines Saumagens und erinnert damit an die deftige Spezialität der Region. Der „Riesling Fass No. 9“ ist exklusiv für TV-Koch Frank Rosin und sein 2 Sterne-Restaurant in Dorsten angebaut worden. In Abstimmung mit seiner Chef-Sommelière Susanne Spies wurde der Weinberg stark im Ertrag reduziert, um höchste Qualität gewährleisten zu können. „Unser Riesling zeichnet sich durch feine Mineralik, Würze und viel gelbe Frucht aus.“, erläutert die Weinexpertin. „Kräuterige und zart nussige Aromen prägen das Geschmacksbild. Am Gaumen wirkt der Wein dicht und nachhaltig, sehr finessenreich mit elegantem Zitrusaroma. Die harmonische Säure ist perfekt eingebunden.“

Naturbelassene Qualität, ideal zu herzhaften Fischgerichten
„Die Trauben wurden bei einer Reife von 95° Oechsle von Hand gelesen.“, berichtet Johannes Häge, Dipl.-Ing. für Weinbau und Oenologie beim Weingut am Nil. „Ohne hohen Druck wurden sie schonend gepresst, der Most ohne weitere Behandlung direkt in das Fass No. 9 gegeben und spontan vergoren.“ Nach neunmonatiger Lagerung von der Hefe getrennt, wurde der Wein ohne Filtration abgefüllt und während der nächsten zwei Monate in gekühlter Flaschenreife vollendet.
Zum Riesling der Edition Rosin hat Susanne Spies eine perfekte Speisenempfehlung parat: Estragonforelle aus dem Weißweindampf mit Vanillemöhren – eine Kreation von Frank Rosin und seinem Chefkoch Oliver Engelke aus ihrem jüngsten Kochbuch „Rosins Rezepte“.

Auf der umfangreichen Weinkarte des Restaurants Rosin steht der „Riesling Fass No.9“ mit Euro 46,00. Online kann er zum Preis von Euro 16,00 bestellt werden.

Das Restaurant Rosin in Dorsten (Ruhrgebiet) wird vom Michelin mit zwei Sternen ausgezeichnet. In seinem Guide „Die besten Restaurants 2015/2016“ vergibt DER FEINSCHMECKER 4 von 5 F. Susanne Spies ist für eine Weinkarte mit über 800 Positionen verantwortlich. Sie zählt zu den Besten ihrer Zunft in Europa, der Gault Millau kürte sie bereits 2004 zum „Sommelier des Jahres“. Mit den erfolgreichen Coaching-Formaten „Rosins Restaurants“, „Rosin weltweit“ und „ Rosins Kantinen – Ein Sternekoch undercover“ auf Kabel eins sowie als Juror bei „The Taste“ in SAT.1 ist Frank Rosin einer der bekanntesten Fernseh-Köche Deutschlands. www.frankrosin.de

Nach der historischen Einzellage „Nil“ benannt, produziert das Weingut in Kallstadt (Pfalz) neben Rieslingen auch hochwertigen Grauburgunder, Weißburgunder, Sauvignon Blanc und Spätburgunder. Der Kallstadter Saumagen Riesling trocken des Jahrgangs 2013 ist von Robert Parker (The Wine Advocate) mit 93 Punkten bewertet worden. www.weingutamnil.de

Gourmet-Tipps zur Südlichen Weinstrasse

Kulinarisch gesehen herrscht hier dank des fast mediterranen Klimas das ganze Jahr über Saison, denn es wachsen Trauben, Zitronen, Feigen, Kiwis, Mandeln und Esskastanien. Aber jetzt, wenn der Herbst die Landschaft in ein farbenfrohes Kleid hüllt und die Früchte auf den Feldern eingeholt werden, beginnt in diesem Garten Eden Deutschlands die wohl interessanteste Saison für Gourmets und Gourmands: Neben „Neuem Wein“ und dem beliebten Zwiebelkuchen stehen Wildgerichte aus heimischen Wäldern auf den Speisekarten, köstlich gepaart mit Kastaniengemüse, Rotkraut und Kartoffelklößchen. Ob Reh, Hirsch oder zartes Wildschwein – die Köche der Restaurants, Gasthöfe und Weinstuben verstehen sich darauf, aus saisonalen Zutaten ein Fest für die Sinne zu kreiieren.

Die Südliche Weinstrasse hat sich eine authentische und eigenständige Küche bewahrt und kultiviert diese mit Erfolg über die Landesgrenzen hinaus. Genußfreudige Zeitgenossen lassen sich hiervon mitreißen und werden unweigerlich zu Fans der Pfälzer Küche und ihren Kreationen. Egal wo, hier lässt sich fast überall authentisch und in allen preislagen vorzüglich speisen. Mehr über das Feinschmeckerland der Südpfalz unter: http://www.suedlicheweinstrasse.de/genuss/feinschmeckerland.html

Zu den Spezialitäten der Region zählt zum Beispiel der Pfälzer Saumagen. Das hätte er gewiss nie, wenn sich hinter dem groben Wort und der rustikalen Form nicht außerordentliche Qualitäten verbergen würden. Schon die bürgerlichste Variante ist eine fein gewogene Mischung aus frischem Schlachtfleisch, Bratwurstfülle, Eiern, Zwiebeln, Petersilie und guter Pfälzer Kartoffel. Kräftig gewürzt mit Knoblauch, Pfeffer, Muskat und reichlich Majoran.

Man begegnet ihm aber auch in den allerersten Häusern, variiert und verfeinert etwa als Carpaccio von kross gebratenem Pfälzer Saumagen mit Maronen oder schwarzen Trüffeln im sternegekrönten Restaurant des Hotels Krone in Herxheim. So kommen Gäste beim Arrangement „Spätsommer-Wandertage in der Südpfalz“ nicht nur in den Genuss des Pfälzer Saumagens und anderen kulinarischen Köstlichkeiten, sondern auch in den Genuss einer in herbstlichen Farben getauchten Landschaft. Das Paket mit drei Übernachtungen und Halbpension ist bis November für 324 Euro buchbar. www.hotelkrone.de

Die Pfälzer „Keschdesupp“ ist eine weitere Delikatesse, die derzeit ganz oben auf den Speisekarten der Region zu finden ist, denn jetzt ist Keschdezeit! Den Sommer über hat die Esskastanie, die an den Hängen des Pfälzer Waldes wächst, ihren süßlich-herben Duft verströmt. Jetzt können Genussfans die reifen Früchte säckeweise einsammeln und in vielerlei Variationen – als Suppe, als Gemüse, süß oder herzhaft – zubereiten. So wird die Spezialität auch im Hotel Prinzregent in Edenkoben aufgetischt. Beim Arrangement „Das ist Wanderbar“ für 198 Euro erwartet Urlauber neben drei Übernachtungen und Halbpension sowie ein köstliches Pfälzer Menü. www.prinzregent-edenkoben.de

Und wenn es im Spätherbst draußen nicht mehr ganz so schön ist, lässt es sich drinnen bei einem vollmundigen Spätburgunder oder einem kräftigen Dornfelder umso besser genießen. Und was würde dann dazu besser passen als eine Martinsgans. Diese wird unter anderem kross aus dem Ofen zusammen mit Rotkohl und Klößen sowie einer leckeren Bratensoße beim Martinus-Weinfest in St. Martin vom 2. bis 4. sowie vom 9. bis 11. November 2012 aufgetischt. Wer passend zu dieser Zeit in der Region Maikammer in den Genuss einer Martinsgans kommen möchte, kann beispielsweise im Waldhaus Wilhelm das Arrangement „Woche zum St. Martinus-Fest 2012“ für 365 Euro buchen. Hierbei sind sieben Übernachtungen inklusive Halbpension mit exklusivem Gänsemenü enthalten. Mehr Informationen unter www.waldhaus-wilhelm.de

Er gehört zum Herbst wie die bunten Blätter: Neuer Wein oder auch Federweißer verdankt seinen Namen seinem Aussehen, denn bei der Gärung des Traubenmostes werden die im Traubensaft befindlichen, milchigen Hefeteilchen aufgewirbelt, was den Eindruck erweckt, als befänden sich viele kleine, weiße Federn im Glas. Gemacht wird der erste neue Wein vorwiegend aus der Rebsorte Ortega, vereinzelt auch aus Frühbur­gundertrauben oder aus der Siegerrebe. Er lässt sich hervorragend mit ofenfrischem Zwiebelkuchen, Pfälzer Saumagen oder Maronen kombinieren – ein Genuss, den Weinliebhaber nur bis November erleben können. Während des gesamten Oktobers wird der „Neue Wein“ entlang der Südlichen Weinstrasse gefeiert.

Alle Feste im Überblick:
3. bis 7.10.2012: Federweißenfest mit Bauernmarkt in Dierbach
12. bis 15.10.2012: Fest des Federweißen in Pleisweiler-Oberhofen
14.10.2012: Federweißenfest am Karlsplatz in Klingenmünster
18. bis 21.10.2012 60. Fest des Federweißen in Landau (ältestes Fest)
19. bis 22.10.2012 Federweißenfes in der Winzergasse in Gleiszellen-Gleishorbach

In den Hofläden und auf den Bauernmärkten, in Bäckereien und Metzgereien erwarten Genussliebhaber beste Produkte aus eigenem Anbau und eigener Herstellung. Es wird disputiert und abgewogen, unzählige Zubereitungstipps wandern vom Stand zur Theke und wieder zurück. Allerorten haben es Besucher mit profunder Fachkenntnis zu tun und leidenschaftlichem Engagement. Das sind Einkaufsquellen, die das Wort noch verdienen – Erzeuger, die sich zu ihren Produkten bekennen. Tipps: Waldhof Gemüsebau Frey in Kapsweyer www.gemuesebau-frey.de sowie Bauernhof Kieffer in Schweighofen www.bauernhof-kieffer.de

Wo Wein und Obst zuhause sind, werden feinste Destillate zur Ehrensache: Jahrzehnte an Erfahrung sind nötig und eine unbestechliche Nase, um die Köstlichkeiten zur Reife zu bringen. So beispielsweise der Kastanien- oder Feigenlikör: Einige Pfälzer Edelbrenner haben das genussvolle Potential der Feige, die durch das südländische Flair an der Südlichen Weinstrasse sehr gut wächst und gedeiht, erkannt und genutzt. Es entstand ein Likör aus klarem bis bernsteinfarbenem Gelb, der angenehm duftet und weich im Geschmack ist. Doch die Herbstzeit steht hier ganz im Zeichen der Kastanie und somit auch ihres Likörs, denn ausgedehnte Kastanienbaumbestände prägen am Haardtrand den Übergang der Weinlandschaft zum Pfälzerwald. Mehrere Wochen benötigt der Alkohol, um den Kastanien ihre Inhaltsstoffe zu entziehen. Damit erhält der Likör einen nussigen, reifen, erdigen, an Waldboden erinnernden Geschmack. Wer bereit ist, den eigenwilligen Brennern zu ihren Schätzen zu folgen, wird auf eine genussvolle und aromareiche Zeitreise gehen und mit begehrten Souvenirs zurückkommen. Tipps: Brennerei Göring in Edenkoben (www.brennerei-goering.de) und Brennerei Stefan Fischer in Schweighofen www.stefan-fischer-weingut.de

Selbstverständlich darf hausgemachte Konfitüre nicht fehlen. Feine Gelees und fruchtige Marmeladen gehören hier an jeden Frühstückstisch ebenso wie zarte Honige. Für die süße Verführung zwischendurch sorgen verführerische Schokoladenkreationen in den Confiserien
( www.cafe-herzog.de in Bad Bergzabern) wie beispielsweise zur Herbstzeit köstliche Keschdepralinen oder kunstvolles Backwerk in den Konditoreien. Es duftet, es lockt, es schmilzt das Herz: Beginnt doch hier auch die deutsch-französische Route du Chocolat.

Essig und Öl sind die Träger des guten Geschmacks. Darunter unter anderem kleine Kostbarkeiten wie Öle aus Walnüssen und Traubenkernen. Die Kunst ihrer Zubereitung, so wie sie an der Südlichen Weinstrasse gepflegt wird, erfordert hohes Können und strenge Sorgfalt. Wie auf dem Doktorenhof in Venningen. Hier liegen alte Eichenfässer aufgereiht im wohlig duftenden Essigkeller des Weinessiggutes von Georg Heinrich Wiedemann – gefüllt mit den besten Weinen wie Auslesen, Trockenbeerenauslesen und Eisweinen. Diese verwandeln sich im Laufe der Zeit in Kochessig, Trinkessige oder begeistern als Essig mit Früchten in dekorativen Flaschen – www.doktorenhof.de

Wie die Kunst in Flaschen sprechen Genussfans an der Südlichen Weinstrasse auch von der „Kunst in Dosen“, denn Hausmacher Wurst will gelernt sein. Hier gilt es gekonnt Schwartenmagen zu würzen, Grieben anzusetzen und Saumagen in den richtigen Verhältnissen zuzubereiten. Doch das Highlight ist die Pfälzer Leberwurst: Geschmacksprägend ist neben Zwiebeln auch eine typisch pfälzische Gewürzmischung, die unter anderem aus Pfeffer, Majoran, Nelken und Muskat besteht. Die graue, nur mit Speisesalz hergestellte Pfälzer Leberwurst ist eine herzhafte und zugleich die wichtigste Pfälzer Wurst, die zusammen mit Blutwurst, Schwartenmagen und Bratwurst auf jeden Hausmacherteller gehört. Tipp: Metzgerei Kieffer in Bad Bergzabern ( www.metzgerei-kieffer.de ) und Metzgerei Joachim in Landau-Wollmesheim www.metzgerei-joachim.de

Mehr Informationen: www.suedlicheweinstrasse.de

Mahlzeit Deutschland!

Der 3. Teil widmet sich den kulinarischen Vorlieben im Wandel der Zeit: wie exotische Zutaten zu alltäglichen Lebensmitteln werden, wie Lebensmittelskandale den Bio-Boom einläuten, wie der Fall der Mauer zwei kulinarische Welten durcheinander würfelt – und wie trotz all der neuen Möglichkeiten die meisten Deutschen immer weniger kochen wollen.

Phoenix, Mittwoch, heute, 10:30 – 11:15 Uhr (VPS 10:30)

Vom Saumagen zu Sushi

WDR, Sonntag, 03.01., 21:45 – 22:15 Uhr – Mahlzeit, Deutschland! Vom Saumagen zu Sushi

Unsere Lieblingsgerichte sind wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Wie aufregend fand unsere Mutter ihre ersten Spaghetti? Und wie groß ist bei aller Exotik die Sehnsucht nach Omas traditioneller Hausmannskost? Die Filme zeigen, warum viele Ältere noch heute Nahrungsmittel bunkern. Prominente wie Joachim Fuchsberger, Tim Mälzer und Judith Rakers schwelgen in ihren kulinarischen Erinnerungen. Die Sendungen zeigen auch die unterschiedlichen Wege, die die deutsche Kochgeschichte in Ost und West gegangen ist und wie sich auch der Speisezettel wiedervereinte.

Mahlzeit, Deutschland!

NDR, Dienstag, 24.11., 22:30 – 23:15 Uhr

Im dritten Teil ‚Vom Saumagen zu Sushi‘ dieser Sendereihe steht der Wandel im Mittelpunkt: wie exotische Zutaten zu alltäglichen Lebensmitteln werden, wie Lebensmittelskandale den Bio-Boom einläuten, wie der Fall der Mauer zwei kulinarische Welten durcheinander würfelt – und wie trotz all der neuen Möglichkeiten die meisten Deutschen immer weniger kochen wollen.

Am Anfang steht der Saumagen. Als Helmut Kohl 1982 Bundeskanzler wird, sind die Flower-Power-Jahre endgültig vorbei. Die Werte der Provinz haben wieder einen Repräsentanten an vorderster Front – und der bewirtet seine Staatsgäste mit dem pfälzischen Nationalgericht. Doch in deutschen Familien werden Sauerbraten und Kohlroulade nicht mehr selbst gekocht, sondern nur noch aufgewärmt. Zum Beispiel zu Hause bei ‚Tagesschau‘-Sprecherin Judith Rakers: ‚Bei uns kam einmal pro Woche der Lieferant einer Fertiggerichtfirma und hat die Tiefkühltruhe voll gemacht.‘

Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 macht sich die Mehrheit der Deutschen zum ersten Mal ernsthaft Gedanken darüber, was da eigentlich auf ihren Tellern liegt. Kabarettistin Maren Kroymann erinnert sich an ihre ersten Einkäufe im Bioladen: ‚Die Äpfel sahen gar nicht so richtig lecker aus. Da wurde immer tapfer gesagt, ja, nur wenn die so aussehen, schmecken die richtig gut. Das hatte mehr mit politischem Bewusstsein zu tun als wirklich mit gastronomischem Bewusstsein.‘

Es ist die Sehnsucht nach Freiheit, aber auch die schlechte Versorgungslage im Osten, die die Bürger der DDR im Sommer 1989 scharenweise in den Westen treibt. Als Außenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Prager Botschaft verkündet, dass die Flüchtlinge dort in den Westen ausreisen dürfen, freuen die sich auch auf Jacobs Krönung und Fruchtzwerge – jenen Überfluss, den sie Abend für Abend im Westfernsehen heimlich bestaunen konnten. Viele investieren ihr erstes Westgeld in Bananen oder Kiwis.

Der wichtigste Food-Trend im wiedervereinten Deutschland ist die Asienwelle. Der gute alte Chinese wird verdrängt von Tandoori-Häusern, Thai-Restaurants und vietnamesischen Garküchen. Sushi-Bars erobern die Großstädte. Schauspielerin Gerit Kling war zunächst skeptisch: ‚Ich fand das am Anfang gewöhnungsbedürftig. Ganz klar, weil das ist ja wieder etwas, was der Gaumen erst kennen lernen muss.‘

1996 schlägt die Geburtsstunde der Kochshow: Talkmaster Alfred Biolek lädt Prominente in seine Küche und lässt sie ihr bestes Rezept vorkochen. Hier geht es nur noch am Rande um Tipps für die Nachahmer zu Hause. In erster Linie soll der Zuschauer mit Schaukochen unterhalten werden. Und so lösen die zahllosen kulinarischen Programme auch keine neue Kochwelle aus: die meisten Zuschauer solcher Sendungen geben an, selbst eher wenig zu kochen.

Um die Jahrtausendwende ist die Revolution in Deutschlands Küchen vollendet: viele Deutsche haben Kartoffelbrei noch nie selbst gemacht. Wenn es Nudeln gibt, dann mit Fertigsoße aus dem Glas, Gulasch wird lecker dank Würzmischung aus der Tüte. Gemüse ist mundgerecht geschnipselt und tiefgefroren. Doch im Ruhrpott glühen am Wochenende immer noch die Holzkohlegrills und von Flensburg bis Konstanz versammeln sich an Festtagen Familien um den Tisch, um Mutters Braten zu vertilgen – weil manche Rituale einfach nicht totzukriegen sind.

Restaurantführer Pfalz

Mehr als Leberwurst und Saumagen – Die Pfalz kulinarisch

Was stellt man sich unter der Pfalz kulinarisch vor, wenn man nicht zufällig in diesem wunderschönen Landstrich aufgewachsen ist? Nun, seit den Zeiten von Bundeskanzler Helmut Kohl sicherlich Saumagen, Leberwurst und viele deftige Gerichte. Dass die Pfalz aber wesentlich mehr zu bieten hat, modern interpretierte Küche, Qualität der Produkte wunderbare Weiß- und Rotweine, kann man dem neuen Restaurantführer Pfalz entnehmen. Dabei hat man die Qual der Wahl: man kann zwischen urigen Weinstuben, gemütlichen Restaurants und zahlreichen Gourmettempeln wählen.

Der Meininger-Verlag hat vor 27 Jahren den Restaurantführer für seine Heimatregion die Pfalz ins Leben gerufen. Mittlerweile gibt es unter den Testern auch bundesweit bekannte Namen, so dass die anonymen Beurteilungen der getesteten Restaurants einem allgemeinen Standard entsprechen. Die Pfalz hat eine Menge zu bieten: getestet wurden 154 Restaurants, darunter 35 Neuentdeckungen.

Daneben widmet sich der Führer den Weingütern der Pfalz. Erfreulich, dass hier nicht nur bekannte Namen vertreten sind, sonder auch viele aufstrebende Winzer mit ihren Weinen vorgestellt werden. So kann man neben den Besuchen von Weinstuben und Restaurants direkt eine Weinprobe für seinen nächsten Pfalz-Aufenthalt einplanen.

Die Gründung des Meininger Verlag im Jahre 1903 ist kulinarisch genommen kein Zufall: Im selben Jahr wurden schon Riesling-Weine aus Forst, einem idyllischen Weinort in der Pfalz im Speisewagen der Königlichen Einsenbahn angeboten, direkt neben Margaux und Pommery. Die Literflasche wurde damals für 2,50 Reichsmark ausgeschenkt.

Sollten sie ein Wanderwochenende, einen Kurzurlaub oder eine Schlemmerreise planen, dann lassen sie sich von diesem Restaurantführer überzeugen. Es lohnt sich, die Pfalz kulinarisch neu zu entdecken.

Buchtipp:
Wolfgang Faßbender (Hg.): Meininger Restaurantführer Pfalz: 154 Empfehlungen. Weinstuben, gemütliche Gasthäuser, Feinschmeckerrestaurants, die besten Weingüter; Meininger Neustadt an der Weinstrasse 2009; ISBN 978-3-87-524184-6 ; 239 S.; 17,80 EUR

Die Hitliste der kulinarischen Katastrophen

„Men’s Health“- Jury kürt die ungesündesten Hauptmahlzeiten und Desserts – Pfälzer Saumagen ist „das teuflischste aller Gerichte“

Die klassische deutsche Küche strotzt vor Fett und Kalorien. Zwar hat jede Region ihre kulinarischen Eigenheiten – doch die Liebe zu deftigen Speisen vereint alle Bundesbürger. So ist es kein Wunder, dass Deutschland auf Platz 1 in der Hitliste der dicksten Menschen Europas steht. Gemeinsam mit einer Experten-Jury, bestehend aus der Ökotrophologin Franca Mangiameli vom Kompetenzzentrum für Ernährungsberatung in Gießen, dem Sternekoch Frank Buchholz aus Mainz und dem Men`s Health Foodredakteur Rufus Rieder, hat das Männer-Lifestylemagazins „Men’s Health“ (Ausgabe 11/2009, EVT 14.10.2009) jetzt die Sieger im Wettbewerb um die schlimmsten Hauptgerichte und Desserts aus Deutschland gekürt. Dabei predigen die Experten allerdings keinen gänzlichen Verzicht auf die leckeren Dickmacher, sondern geben einfache Tipps zur Kalorien-Reduzierung. Häufig sind tatsächlich nur geringe Änderungen nötig, um aus einer kulinarischen Katastrophe ein ernährungsphysiologisch wertvolles Essen zu zaubern.

Mit 1.022 Kalorien und 75 Gramm Fett pro Portion liegt der berühmte Pfälzer Saumagen mit Bratkartoffeln und Sauerkraut an der gefährlichen Spitze der von der Jury gekürten Hauptmahlzeiten. Die Schweinefleisch-Spezialität aus dem Südwesten ist nach Ansicht der Experten sogar „das teuflischste aller Gerichte“ in Deutschland. Auf Platz 2 der kulinarischen Katastrophen schaffte es die nicht nur im Rheinland beliebte Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei: 1.018 Kalorien und 79 Gramm Fett pro Portion wirft das Gericht in die Waagschale, denn die Wurst besteht nach Angaben der Jury zu 70 Prozent aus reiner Schwarte. Auf Platz 3 wählte das Experten-Gremium das „entsetzliche Eisbein“ mit Sauerkraut und Semmelknödeln aus Deutschlands Nordosten. 991 Kalorien und 47 Gramm Fett enthält eine durchschnittliche Portion dieser zumindest für die Gesundheit fragwürdigen Spezialität. Dabei ist eine Entschärfung der Kalorien-Bomben gar nicht so schwer. Bratkartoffeln kann man durch fettlos im Ofen gebackene Kartoffeln ersetzen, Kartoffelbrei schmeckt auch ohne Butter gut, mageres Fleisch gibt es in allen Varianten, und schließlich lässt sich der Zuckeranteil in vielen Speisen problemlos reduzieren – das gilt auch für kalorienträchtige Desserts.

Die Hitliste der kulinarischen Katastrophen aus Deutschlands Regionen:

Hauptgerichte: 1. Pfälzer Saumagen mit Bratkartoffeln und Sauerkraut (Südwesten) – 1.022 Kalorien/75 Gramm Fett pro Portion
2. Blutwurst mit Sauerkraut und Kartoffelbrei (Rheinland) – 1.018 Kalorien/79 Gramm Fett pro Portion
3. Eisbein mit Sauerkraut und Semmelknödeln (Nordosten) – 991 Kalorien/47 Gramm Fett pro Portion
4. Weißwurst mit süßem Senf, Brezel und Hefeweizen (Süden) – 982 Kalorien/52 Gramm Fett pro Portion
5. Holsteiner Grützwurst mit Kartoffelbrei und Apfelkompott ((Nordwesten) – 903 Kalorien/51 Gramm Fett pro Portion
6. Schwartenmagen mit Sahnepüree, Sauerkraut und Brot (Hessen) – 696 Kalorien/34 Gramm Fett pro Portion
7. Mutzbraten mit Brot und Sauerkraut (Südosten) – 681 Kalorien/35 Gramm Fett pro Portion

Desserts:
1. Germknödel mit Vanillesoße und Mohnzucker (Süden) – 687 Kalorien/16 Gramm Fett pro Portion
2. Windbeutel (Nordosten) – 630 Kalorien/39 Gramm Fett pro Portion
3. Badische Linzertorte ((Südwesten) – 501 Kalorien/28 Gramm Fett pro Portion
4. Pfützenkuchen (Hessen) – 439 Kalorien/31 Gramm Fett pro Portion
5. Milchreis mit Zucker und Zimt (Rheinland) – 434 Kalorien/12 Gramm Fett pro Portion
6. Baumkuchen (Südosten) – 427 Kalorien/22 Gramm Fett pro Portion
7. Franzbrötchen (Nordwesten) – 323 Kalorien/15 Gramm Fett pro Portion

Vom Saumagen zu Sushi

WDR, Freitag, 25.09., 07:20 – 07:50 Uhr

Unsere Lieblingsgerichte sind wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Wie aufregend fand unsere Mutter ihre ersten Spaghetti? Und wie groß ist bei aller Exotik die Sehnsucht nach Omas traditioneller Hausmannskost? Die Filme zeigen, warum viele Ältere noch heute Nahrungsmittel bunkern. Prominente wie Joachim Fuchsberger, Tim Mälzer und Judith Rakers schwelgen in ihren kulinarischen Erinnerungen. Die Sendungen zeigen auch die unterschiedlichen Wege, die die deutsche Kochgeschichte in Ost und West gegangen ist und wie sich auch der Speisezettel wiedervereinte.

Mahlzeit, Deutschland!

ARD, Montag, 27.07. um 21:00 Uhr

Mahlzeit, Deutschland!

Vom Saumagen zu Sushi

Koch- und Essgeschichten von 1945 bis heute

Im dritten Teil der Sendereihe steht der Wandel im Mittelpunkt: Wie exotische Zutaten zu alltäglichen Lebensmitteln werden, wie Lebensmittelskandale den Bio-Boom einläuten, wie der Fall der Mauer zwei kulinarische Welten durcheinanderwürfelt – und wie trotz all der neuen Möglichkeiten die meisten Deutschen immer weniger kochen wollen.

Am Anfang steht der Saumagen. Als Helmut Kohl 1982 Bundeskanzler wird, sind die Flower-Power-Jahre endgültig vorbei. Die Werte der Provinz haben wieder einen Repräsentanten an vorderster Front – und der bewirtet seine Staatsgäste mit dem pfälzischen Nationalgericht. Doch in deutschen Familien werden Sauerbraten und Kohlroulade nicht mehr selbst gekocht, sondern nur noch aufgewärmt. Zum Beispiel zu Hause bei „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers: „Bei uns kam einmal pro Woche der Lieferant einer Fertiggerichtfirma und hat die Tiefkühltruhe gefüllt.“ Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 macht sich die Mehrheit der Deutschen zum ersten Mal ernsthaft Gedanken darüber, was da eigentlich auf ihren Tellern liegt. Kabarettistin Maren Kroymann erinnert sich an ihre ersten Einkäufe im Bioladen: „Die Äpfel sahen gar nicht so richtig lecker aus. Da wurde immer tapfer gesagt, ja, nur wenn die so aussehen, schmecken die richtig gut. Das hatte mehr mit politischem Bewusstsein zu tun als wirklich mit gastronomischem Bewusstsein.“

Rhein kulinarisch

NDR, Montag, 16.03. um 13:00 Uhr

Rhein kulinarisch

Die Südpfalz und Rheinhessen

In der pfälzischen Küche geht es deftig zu. Bekannt geworden ist vor allem der „Pfälzer Saumagen“. Aber es wäre falsch, die Küche der Pfalz auf diese Art von Gerichten zu reduzieren. Besonders gern essen die Pfälzer Fisch, und den fängt man unter anderem in den Altrheinarmen.

Eine der wichtigsten kulturellen Stationen dieses Reiseabschnittes ist Speyer. Der Aus-gangspunkt ist der Domplatz vor der größten romanischen Kirche der Welt. Weiter führt die Stadttour durch die historische Altstadt zum Rathaus und in das jüdische Kultbad, die Mikwe. Feste und Bräuche sind eng mit dem Essen und Trinken verbunden. Das offenbart besonders die Route entlang der Weinstraße, die hier bis Neustadt führt. Auf dem mit Fachwerkhäusern gesäumten Marktplatz wird noch häufig Markt gehalten. Esskastanien kann man am nahen Hambacher Schloss direkt vom Baum pflücken.