Grünkohl-Chips statt Pommes?

USA entdecken Grünkohl als „Gesundmacher“

Viele Trends kommen aus den USA irgendwann auch nach Europa und Deutschland, doch manchmal ist es auch umgekehrt: wie im Fall von traditioneller Hausmannskost. Grünkohl ist aktuell der „Renner“ auf dem Speiseplan gesundheitsbewusster Amerikaner; und zwar in allen möglichen denkbaren Varianten: als Salat, in Form von Smoothies oder sogar gebacken als Chips.

Die Schere der Essgewohnheiten von US-Bürgern scheint dabei immer weiter auseinander zu klaffen. Auf der einen Seite sind noch immer die notorischen Fast-Food-Liebhaber, die häufig zu einer eher einseitig unausgewogenen Ernährung mit viel Fett und Zucker tendieren. Und auf der anderen Seite die fast fanatisch wirkenden Fitness- und Ernährungsbewussten Konsumenten. Seit sich Michelle Obama für das Thema „Gesunde Ernährung“ einsetzt, haben aber auch Nahrungsmittel eine Chance, deren Namen der durchschnittliche US-Amerikaner vor zwei Jahren kaum hätte nennen können.

„Kale“, also Grünkohl, ist nun auf dem Vormarsch und aus dem Sortiment nicht mehr wegzudenken. Er wird regional angebaut und auf den Wochenmärkten an großen Ständen angeboten. Selbst in vielen Supermärkten wird inzwischen kostbarer Regalplatz für das sperrige Grünzeug freigeräumt. Seine vergleichsweise üppige Ausstattung mit Calcium, Vitamin C und Eisen erklärt neben der prominenten Fürsprache den aktuellen „Run“ fast von selbst.

Was in Deutschland zwar beliebt ist, aber als gedünstetes Alltagsessen nicht besonders „trendy“ daherkommt, erfährt durch neue Zubereitungsideen jenseits des Atlantiks einen wahren „Hype“. In Internetforen tauschen meist junge Frauen Smoothie-Rezepte aus und regen auf Twitter an, dass auch Mc Donalds Grünkohlchips als Beilage zum Burger servieren möge. Insbesondere die jüngere Generation fühlt sich davon angesprochen, wenn Grünkohl in trendigen Mixgetränken angeboten wird – selbst wenn die leicht bräunliche Farbe nicht besonders appetitlich wirkt: „Keine Angst, es schmeckt nicht nach Gras“, beruhigt ein Forumsteilnehmer.

Auch wenn mit Fast Food, Coffee to go und Convenience-Produkten in den vergangenen Jahrzehnten einige Trends zu uns gekommen sind, haben wir Europäer offenbar dazu beigetragen, dass neben Körnerbrot und Käse nun auch Kohl Einzug in die amerikanischen Haushalte genommen hat. Man darf allerdings gespannt sein, ob die Grünkohl-Welle als besondere „Neuheit“ wieder zu uns zurück schwappt – dann vielleicht unter dem Label „Neuer Trend aus den USA“.
Friederike Heidenhof aus Washington D.C., www.aid.de

Feste verdauen – Weihnachtsessen unter der Lupe

Das weihnachtlichen Festessen

Leider wirken sich die Genüsse oft auf die Verdauung aus: Magenzwicken, Verstopfung und allgemeines Völlegefühl stellen typische Folgen dar. „Zu große Mengen an Fett und Zucker überfordern den Magen-Darm-Trakt“, weiß auch Dr. Susanne Fink-Tornau, Ernährungsberaterin und Ökotrophologin beim Reformwarenhersteller Natura. „Jedoch gelingt es in der Regel bereits mit kleinen Verhaltensregeln und Hilfsmitteln, unbeschwert durch die Weihnachtszeit zu kommen.“

Genuss mit Bedacht
Zunächst einmal hilft es, sowohl große Mahlzeiten als auch Naschereien wie Lebkuchen und Co. langsam und bewusst zu genießen. Denn der bekannte Spruch „Gut gekaut ist halb verdaut“ hat seine Berechtigung: Neben der mechanischen Zerkleinerung sorgen Enzyme im Speichel für eine Vorverdauung und spalten beispielsweise Kohlenhydrate wie Stärke auf. Dieser Vorgang entlastet Magen sowie Darm und beugt anschließendem Völlegefühl vor. „Wer über die Feiertage das Trinken nicht vergisst, unterstützt ebenfalls die Darmtätigkeit“, ergänzt Dr. Fink-Tornau.

Darmfreundlicher Ballast
Oft gestaltet sich die Ernährung in den Tagen um Weihnachten alles andere als ausgewogen. Während fett- und zuckerhaltige Lebensmittel überwiegen, kommt vitamin- und ballaststoffreiche Kost häufig zu kurz. Vor allem letztere Inhaltsstoffe übernehmen für die Verdauung eine wichtige Funktion. „Um Ballaststoffe abzubauen, müssen Bakterien der Darmflora harte Arbeit leisten“, verdeutlicht die Ernährungsberaterin. „Auf diese Weise regen entsprechende Lebensmittel aktiv die Darmtätigkeit an.“ Über Flohsamen oder Baobabfruchtpulver lassen sich pflanzliche Ballaststoffe gezielt zuführen. Daneben hat Dr. Fink-Tornau noch einen weiteren Tipp: „Für verdauungsfreundliche Weihnachtskekse können Hobbybäcker einen Teil des Mehls durch den Ballaststoff Inulin ersetzen.“

Fett besser verdauen
Vom allseits beliebten Verdauungsschnaps raten Experten übrigens ab. Zwar entspannt Alkohol die Magenmuskulatur kurzzeitig, doch gleichzeitig hemmt er die Magen-Darm-Tätigkeit und behindert den Fettabbau. Eine Linderung des Völlegefühls erzielen vor allem bestimmte Kräuter und Bitterstoffe, die es allerdings auch ohne Alkohol gibt. Fenchel-, Ingwer- oder Pfefferminztee etwa wirken anregend und krampflösend. Auch Artischocken dienen als natürlicher Magenbitter. In ihnen enthaltene Gerb- und Bitterstoffe unterstützen die natürlichen Verdauungsvorgänge und regen den Gallenfluss an.

„Eine besonders reiche Auswahl an natürlichen Verdauungshelfern finden Verbraucher übrigens im Reformhaus“, fügt Dr. Fink-Tornau abschließend hinzu.

www.natura.de

Helmut Rachinger

Der Geschmack des Mühlviertels

Das kühle Wasser der Großen Mühl liegt vor der Haustür. Doch nicht nur das: Was Helmut Rachinger in der Küche des Mühltalhofs zu aromatischen Kunstwerken verarbeitet, kommt fast ausschließlich von den Nachbarn. Rundumschau im Schlaraffenland.

Von langen Wegen hält Helmut Rachinger nichts. Vor allem, was die Zutaten für seine Zwei-Hauben-Küche betrifft. Und so kommen die Kräuter aus dem Garten jener Nachbarin, die früher als Küchenmädchen im Mühltalhof beschäftigt war, der Sauerklee für das cremige Eis aus dem Wald nebenan, das Böhmerwaldlamm von Hans Kjär aus Julbach, der frische Saibling und die bissfesten Karpfen aus den Teichen des Stifts Schlägl ( www.stift-schlaegl.at ). Und auch die Rindviecher – altes Waldviertler Blondvieh – und die Turopolje-Schweine vom Markus Lang vom Biohof Hörezed ( www.biohof-hörezed.at ) sind nur gute zehn Kilometer entfernt. Wer exzellente Küche auf regionaler Basis macht, braucht ebenso exzellente Lieferanten. Das Mühlviertel hat sich in seiner naturbelassenen Abgeschiedenheit seit Jahren zu einer reichen Fundgrube für kulinarische Köstlichkeiten entwickelt.

Hopfenland Mühlviertel: Nun hat auch die Brauerei in Neufelden ( www.biobrauerei.at ) ihre Kessel wieder aktiviert und braut frischen Gerstensaft, der regen Zuspruch findet. Kleine feine Produzenten wie der Ebnerhof in Arnreit ( www.amebnerhof.at ) liefern Demeter-Getreide und feine Destillate, am Biohof Prechtl in Altenfelden gibt’s feine Ziegenkäse, Kitzfleisch und frisches Joghurt und der ehemalige Chemiker Herbert Angleitner widmet sich alten und raren Tomatensorten. Aber auch die traditionelle Handwerkskunst hat sich im Mühlviertel bewahrt, die kunstvollen Tischlermöbel sind im Mühltalhof ebenso zu finden wie die feinen Leinenstoff aus den Webereien der Region ( www.leitnerleinen.com , www.vieböck.at ) oder der so typische Findling, ein riesiger Wackerstein, als kugelrunder Willkommensgruß vor dem Mühltalhof.

www.muehltalhof.at

Dinner in the Sky

Unter Leitung der Co-Moderatorin und Eventmanagerin Ellen Kamrad veranstaltet die Kölner XING-Gruppe am 26.Juni, ein Dinner mit einem eindrucksvollen Ausblick auf die Domstadt. Das Event „Dinner in the Sky“ findet vor dem art’otel im Kölner Rheinauhafen statt, wo ein Kran einen Tisch mit samt den Sitzplätzen etwa 50 Meter in die Höhe zieht. 22 Gäste schlemmen so fast auf Augenhöhe mit dem Kölner Dom.
Die Teilnehmer können sich zwischen zwei Fahrten entscheiden:
Die erste Fahrt findet um etwa 19.30 Uhr statt.

Bei der zweiten Fahrt um 23.00 Uhr können die Teilnehmer die erleuchtete Kölner Skyline bewundern.
Für das leibliche Wohl sorgt das professionelle Küchenpersonal des hoteleigenen Restaurants „chino latino“, das ein pan-asiatisches 3-Gang-Menü zubereitet und reicht. Pro Fahrt haben die Teilnehmer etwa 60 Minuten Zeit, Speisen und Ausblick zu genießen.

Für die Sicherheit der Gäste ist ebenfalls gesorgt: Der nach TÜV-Richtlinien konstruierte und geprüfte Tisch ist an 16 Stahlseilen befestigt. Da der Tisch von einem großen Dach überdeckt wird, kann das Dinner bei Regen stattfinden. Jedoch muss das Erlebnis bei starkem Wind, Sturm oder Gewitter abgesagt werden.
Das Dinner über den Dächern Kölns eignet sich auch hervorragend zum Verschenken, nicht nur zum Muttertag.
Der Ticketpreis beträgt 124 Euro und beinhaltet das drei Gänge-Menü in luftiger Höhe sowie Getränke, die zum Essen gereicht werden.

www.ellenkamrad.de

Himbeeren

In den letzten zehn Jahren nahm die Verkaufsmenge jährlich um 1,4 Prozent zu. Rechnet man die Menge auf die handelsüblichen Verkaufsschälchen von 250 Gramm um, sind das circa 68.000 Einheiten. Das entspricht der Anzahl an Einwohnern der Insel Rügen.

Von Juni bis Oktober sind Himbeeren aus regionalem Anbau im Supermarkt zu finden. Die Ernte ist aufwendig: Die Himbeeren müssen direkt am Strauch vorsichtig vom Fruchtboden, dem Zapfen, gelöst werden. Hier ist viel Feingefühl und Erfahrung gefragt. Da die leicht haarigen, samtigen Früchte sehr empfindlich sind, werden sie in kleinen Verkaufsschälchen angeboten. Beim Einkauf sollte auf eine intensive Färbung geachtet werden. Höchsten Genuss versprechen sie bei raschem Verzehr, am besten noch am Tag des Einkaufs. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sie sich aber auch bis zu zwei Tage. Doch je länger die Lagerung dauert, desto mehr büßen sie von ihrem feinen Aroma ein. Die druckempfindlichen Sensibelchen sollten nur im Notfall vorsichtig gewaschen werden! Eine gute Methode, auch noch in den Wintermonaten in ihren Genuss zu kommen ist das Einfrieren. Wie auch bei anderen Beeren die Früchte dazu einzeln auf einem Brett vorfrosten und dann erst in einen Gefrierbeutel geben. So werden sie nicht zerdrückt und es können später einzelne Beeren entnommen werden.

Die süßsäuerlichen Früchte haben es in sich: Ihr Ballaststoffanteil ist von allen Obstsorten einer der höchsten. Diese unverdaulichen Pflanzenfasern regen die Verdauung an und senken den Cholesterinspiegel. Aufgrund ihres enormen Eisengehalts sagt man der Himbeere eine blutbildende und -reinigende Wirkung nach. Des Weiteren enthält sie Provitamin A, Vitamin B, Kalzium, Magnesium, Kalium und Folsäure. Sie ist perfekt für eine Schönheitskur, denn ihr Reichtum an Biotin sorgt für ein blendendes Aussehen von Haut und Haaren.

Schon gewusst, dass Himbeeren ebenso wie Erdbeeren zu den Aphrodisiaka gehören. Sie enthalten viel Zink, den der Körper zur Produktion von Testosteron nutzen kann. Eine Handvoll Früchte reichen vielleicht, um die Erregung anzukurbeln.

Schon gewusst, dass ihr Name von der althochdeutschen Bezeichnung für Beere der Hirschkuh abstammt? Je nach Region trägt die Himbeere übrigens auch die Namen Himpelbeere, Harnbeere oder Honigbeere.

Nährwerte: 100 Gramm Himbeeren: 33 Kilokalorien; 1,3 Gramm Eiweiß; 0,3 Gramm Fett; 4,8 Gramm Kohlenhydrate

MICHELIN-Führer „Oberrhein“

Neuer MICHELIN-Führer „Oberrhein“ empfiehlt Genießeradressen von Bingen bis Basel

Ab 5. April 2011 erweitert die Ausgabe „Rhin Supérieur/Oberrhein“ die renommierte Hotel– und Gastronomieführerreihe um einen neuen Band. Der zweisprachige Titel (deutsch/französisch) deckt das Gebiet zwischen Bingen und Basel mit den Regionen Rheinhessen, Rheinpfalz, Baden, Elsass und Nordschweiz ab. Im deutschen Buchhandel wird der MICHELIN-Führer „Rhin Supérieur/Oberrhein“ für 15,90 Euro und in Österreich für 16,40 Euro erhältlich sein.

Große kulinarische Vielfalt am Oberrhein
Die Landschaft am Oberrhein zeichnet sich traditionell durch ihre kulinarische Vielfalt aus. Essen und Trinken genießen hier einen hohen Stellenwert. Durch das milde Klima begünstigt, gibt es eine große Auswahl regionaler Produkte. Auch der Weinbau hat diese Kulturlandschaft im Laufe der Jahrhunderte entscheidend geprägt. Die abwechslungsreiche Küche der Oberrheinregion zeugt vom regen Austausch über die Ländergrenzen hinweg. So sind viele badische und pfälzische Spezialitäten stark von der Nähe zum Elsass geprägt. Ebenso finden sich in der elsässischen Küche Einflüsse aus den angrenzenden Gebieten. Die Landschaft am Oberrhein gilt politisch, kulturell und wirtschaftlich als gelungenes Beispiel für grenzüberschreitende Integration.

Entsprechend der Bedeutung von Küche und Keller finden sich in der Region zahlreiche empfehlenswerte Restaurants jeder Preisklasse. Die Gegend ist ein beliebtes Reiseziel und bietet Besuchern ein vielseitiges Hotelangebot in allen Kategorien.

Berlinale:TAMBIÉN LA LLUVIA – Thomas Kammeier

Even the Rain

R: Icíar Bollaín; P: Juan Gordon, Morena
Films; mit Luis Tosar, Gael García Bernal,
Juan Carlos Aduviri, Karra Elejalde, Raúl
Arévalo; 104’; Spanisch mit engl./dt. UT;
Spanien, Frankreich, Mexiko 2010

Sogar den Regen durften die
Einwohner der bolivianischen
Großstadt Cochabamba nicht
mehr sammeln, damit der neue
Eigentümer der Wasserwerke,
der nordamerikanische Konzern
Bechtel, möglichst viel Profit
machte.

Nach einer 300%igen
Preiserhöhung kam es im Jahr
2000 zum berüchtigten „Wasserkrieg“
mit acht Toten und
zahlreichen Verletzten.
Die spanische Regisseurin Icíar
Bollaín inszeniert vor diesem
jüngsten historischen Hintergrund
ein Drama über die
jahrhundertelange Ausbeutung
Südamerikas.

Das Drehbuch von
Paul Laverty, der durch seine
Zusammenarbeit mit Ken Loach
bekannt ist, verwebt mehrere
Ebenen zu einem Film im Film.
Eine Filmcrew kommt nach
Cochabamba und beginnt einen
historischen Spielfi lm über
Christopher Columbus und die
Gier nach Gold. Der Regisseur
Sebastián (Gael García Bernal)
dreht erschütternde Szenen
über die Brutalität der spanischen
Soldaten.

Doch die Dreharbeiten sind
plötzlich gefährdet, weil in der
Stadt der Aufstand gegen die
hohen Wasserpreise ausbricht.
Der Hauptkomparse Daniel
(Juan Carlos Aduviri) ist Anführer
der Demonstranten. Wie zu
Columbus‘ Zeiten stehen sich
hochgerüstete Soldaten und die
mit Knüppeln bewaffnete indigene
Bevölkerung gegenüber.

Doch diesmal geht es nicht um
Gold, sondern um Wasser.
„Icíar Bollaíns fünfter Spielfilm
ist ihr anspruchsvollster und
bester“, schreibt das Fachblatt
Variety. The Hollywood Reporter
gibt ihm eine gute Chance auf
den Oscar für den besten fremdsprachigen
Film.

Thomas Kammeier

1 Stern Guide Michelin
17 Punkte Gault Millau
3 F Der Feinschmecker
www.hugos-restaurant.de

VENCEREMOS

1. VORSPEISE**

Quinoa, Chuño Blanco
(Andenkartoffel Spezialität),
Chili

2. HAUPTGANG GEMÜSE

Plátano al horno
Kochbananen aus dem Ofen,
Koriander Bohnen, Rosinen
und Salsa Picante
oder*

2. HAUPTGANG Fleisch

Lechón con frijoles fuerte
KoNFITiertes Spanferkel
auf Koriander Bohnen,
Rosinen und Salsa Picante

3. DESSERT**
Trilogie von Sauvage Bolivia
(Wilde Criollo)

** Vorspeise und Dessert
Ulrike Piecha, Volker Mundel

Küssen schützt vor Infektionen

Der Sommer ist fast vorbei – und schon beginnt wieder die Erkältungszeit. Doch nach einem Bericht des heute erschienenden Männer-Lifestylemagazins „Men’s Health“ (Ausgabe 10/2010) gibt es ein ebenso einfaches wie schönes Mittel gegen die lästigen Virus-Infektionen: Küssen. Es wirkt so gut, dass Wissenschaftler den Kuss sogar als eine Art Schluckimpfung betrachten. Denn die im Speichel des Partners enthaltenen Bakterien regen den Aufbau von Antikörpern an und verbessern so die Abwehrkräfte. Zudem schüttet der Körper beim Küssen das Hormon Adrenalin und die Botenstoffe Serotonin und Dopamin aus. Die Stimmungsaufheller bringen den Kreislauf in Schwung und fördern die Durchblutung. Erkältungen haben da kaum noch eine Chance.

Aber ein Kuss kann „Men’s Health“ zufolge noch viel mehr: Knutschen wirkt sogar gegen Falten, heißt es in dem Männer-Lifestylemagazin. Bei einem intensiven Kuss sind nicht nur Zunge und Lippen beteiligt, sondern insgesamt mehr als 30 verschiedene Gesichtsmuskeln. Die vielen Bewegungen straffen die Haut und unterstützen zudem die Gewichtsregulierung: zwei Minuten ausgiebiges Küssen verbrennt rund 15 Kalorien – das sind fast so viele wie beim Krafttraining.

Lebensmittelauthentizität: alles echt, was drauf steht?

Lebensmittelauthentizität: alles echt, was drauf steht?

Lebensmittelskandale wegen Kontaminationen unterschiedlichster Art regen, sei es aufgrund der zunehmenden Globalisierung, der abnehmenden Personaldecke der Überwachungsbehörden oder der gleichbleibenden Anzahl betrügerischer Machenschaften, in regelmäßigen Abständen die Verbraucher auf. Fast könnte man meinen, wenn zu lange nichts zu bemängeln ist, wird aktiv danach gesucht. Ob uns die detaillierte Berichterstattung aber sicherer, gesünder oder wenigstens schlauer macht, bleibt unklar.

Ein neues Thema, das Verbraucherschädigung, mindestens aber Verbrauchertäuschung bedeuten kann, ist die Authentizität oder Echtheit von Lebensmitteln. Ist Bio drin, wenn Bio drauf steht? Falsche Deklaration mag hier eher ökologische Fragen aufwerfen. Schwerwiegender, weil persönlicher kann zum Beispiel die Untermischung von Schweinefleisch in koshere Produkte sein. Dass gentechnikfrei auch nicht immer wahr ist, haben wir bereits gelernt. Und wie sieht das mit „Weichselkirschen“ oder „Schwarzwälder Honig“ aus? Nimmt der gutgläubige Verbraucher Schaden, wenn er durch falsche Behauptungen auf den Verpackungen in die Irre geführt wird?
Mittels empfindlicher Nachweismethoden können mittlerweile nicht nur gentechnisch veränderte Produkte identifiziert werden, sondern auch die Herkunft der Rohstoffe aufgeklärt werden. Kommen hier neue „Skandale“ auf uns zu?

Wer meint, dass es keine Rolle spielt, ob die Früchte für die Marmelade aus Niedersachsen oder Thüringen stammen, kann sich beim 4. Karlsruher Lebensmittelsymposium im April 2010 aufklären lassen. Was steckt hinter der „Authentizitäts-Diskussion“? Neben dem Leiter der AG Analytik des Max-Rubner Instituts Kulmbach, Prof. Fredi Schwägele, berichten Frau Prof. Angelika Plöger, Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel, und Dr. Ulrich Busch, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Oberschleißheim und als Special Guest Prof. Andreas Schieber vom Department of Agricultural Food and Nutritional Science der Universität Alberta, Kanada.

Österreichs Weinernte 2009: Kleine Menge, hohe Qualität

Österreichs Weinernte 2009: Kleine Menge, hohe Qualität

In den vergangenen Wochen ging es hektisch zu in Österreichs Weingärten.
Das warme und sonnige Wetter bis Anfang Oktober brachte gesunde Trauben
mit idealer Reife und kühle Nächte sorgten dafür, dass auch das Aroma
perfekt erhalten blieb. Man darf sich also wieder auf einen qualitativ
hochwertigen Jahrgang aus Österreich freuen, allerdings auch mit einem
Wermutstropfen. Schlechtes Wetter während der Blüte und großflächige
Hagelschäden lassen lt. Josef Pleil, Präsident des Österreichischen
Weinbauverbandes, eine kleinere Erntemengen von ca 2,2 Mio hl oder
weniger erwarten.

Auch in Niederösterreich, Österreichs größtem Weinbaugebiet, freuen sich
die Winzer über die hohe Qualität der geernteten Trauben. Die
Erntemengenschätzungen gehen kontinuierlich nach unten. Neben der
allgemein schwierigen Blüte – kaltes Wetter und Regen führte zu einer
geringen Befruchtung – war besonders im Weinviertel der Traubenansatz
geringer als in Vorjahren. Starker Regen im Raum Kremstal, Kamptal und
Wachau Mitte September führte zu einem erhöhten Pilzdruck und erfordert
rigorose Auslesearbeiten bei der Ernte.

Im Burgenland gab es in den letzten Wochen ideale Bedingungen für den
Reifeverlauf der Trauben. Vom Hagel blieb das Burgenland dieses Jahr
großteils verschont, jedoch gab es auch hier während der Blüte
Verrieselungsschäden (keine Befruchtung) und somit eine geringere
Erntemenge. Im Herbst förderten warme, trockene Trage und kalte Nächte
die Aromenausbildungen und brachten gesunde, vollreife Trauben. Das
trockene Wetter Ende August und Anfang September verursachte, wie auch
im Niederösterreich, eine geringere Saftausbeute bei der Vinifizierung.
Derzeit ist die Ernte bis auf wenige Rotweinsorten und die Süßweine
abgeschlossen.

Aus der Steiermark kommt der Grundtenor „wenig, aber gut“. Besonders
hier haben intensiver Regen und kalte Temperaturen während der Blüte den
Traubenansatz stark reduziert, vor allem bei Sorten wie Weißburgunder,
Morillon und Sauvignon Blanc. Zusätzlich sind lt. Hagelversicherung fast
1.500 ha der Fläche durch Hagel zumindest teilweise betroffen. Nach
einem feuchten Sommer freuten sich die Winzer über die
Schönwetterperiode im Herbst, die die physiologische Reife förderte,
jenen optimalen Zustand der Trauben, der nicht nur Zucker- und
Säuregehalte, sondern auch Aromen, Reifezustand der Traubenkerne
(Gerbstoffe) und Beerenhaut berücksichtigt.

In Wien vernichtete wie berichtet ein Hagelsturm im Juli den Großteil
der Trauben am Nussberg, Wiens bester Lage. Dementsprechend weniger
Menge wird auch heuer aus Wien zu erwarten sein, obwohl hier die
Verrieselungsschäden während der Blüte im Vergleich zu anderen Gebieten
geringer waren. In den jenen Lagen, die vom Hagel nicht betroffen waren,
konnten die Winzer schöne, gesunde, reife Trauben mit guter Säure und
Aroma ernten.

„Trotz Hagel und Verrieselung können wir uns auf einen qualitativ
hochinteressanten Jahrgang sowohl bei Weiß-, als auch bei Rotwein
freuen.“ kommentiert Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein
Marketing GmbH (ÖWM) den Jahrgang. „Mit Preissteigerungen ist aber
aufgrund der reichen Vorjahresmenge nicht zu rechnen.“