Ü-100-Party: Alte Reben im Sternerestaurant Becker‘s

Es ist beeindruckend, führt man sich vor Augen, dass einige Rebstöcke mehr als 100 Jahre alt werden können. Über Generationen hinweg gepflegt, sind sie mittlerweile älter als ihre Winzer und erbringen trotz oder gerade wegen ihres hohen Alters hervorragende Qualität und vielschichtige Weine. Winzerin und Sommelière Christine Becker lädt am 16. Januar 2016 vier Winzer ein, die genau solche Weinberge bewirtschaften. Abgestimmt zu einem Fünf-Gänge-Menü von Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker werden unter dem Titel „Alte Knochen“ acht Weine von Reben verkostet, die alle um das Jahr 1900 gepflanzt wurden.

Als echter Winzer geht man nicht in den Ruhestand, da steht man mit 80 Jahren noch im Weinberg, genießt die frische Luft und natürlich den eigenen Wein. Rebstöcke dagegen werden in der Regel bereits frühzeitig im Alter zwischen 20 und 30 Jahren in Rente geschickt. Grund dafür ist häufig nicht die altersbedingte Qualitätsabnahme, sondern vielmehr der sinkende Ertrag. Wie beim Menschen wird auch die Leistungsstärke eines Rebstocks mit den Jahren geringer, die Pflege dagegen intensiver. „Ich finde es extrem eindrucksvoll, dass ein über 100 Jahre altes Gewächs immer noch so viel Kraft und Leben in sich hat. Die Rebstöcke mögen alt sein, müde oder gar tot sind sie aber lange nicht“, erklärt Christine Becker, Leiterin des Becker‘s Weingut. Mit dem Alter kommt erst die Reife, denn das bis zu 20 Meter tiefe Wurzelwerk alter Rebstöcke sorgt für eine kontinuierliche und optimale Wasser- und Mineralversorgung. So entstehen sehr facettenreiche, aromatische und elegante Weine.

Gleich acht dieser seltenen Weine gibt es am Samstag, dem 16. Januar 2016, im Becker‘s Hotel & Restaurant in Trier zu verkosten. Unter dem Motto „Alte Knochen“ stellen vier Winzer von Mosel und Saar jeweils zwei ihrer Weine vor, die alle von Reben stammen, die bereits über 100 Jahre alt sind. Seither haben viele Generationen und Hände an diesen Weinstöcken gearbeitet, ein geschichtsträchtiges und spannendes Thema. Was eine „alte Rebe“ überhaupt ist und warum dieser Begriff erstmal nichts über die Qualität eines Weines aussagt, erklären die vier Winzer ebenso wie den geschmacklichen und wirtschaftlichen Unterschied zu herkömmlichen, weit jüngeren Rebstöcken. Passend zu den Weinen kreiert Zwei-Sterne-Koch Wolfgang Becker ein edles Fünf-Gänge-Menü.

Diese Winzer nehmen an der Veranstaltung „Alte Knochen“ teil:
Ø Manfred Loch, Weinhof Herrenberg
Ø Florian Lauer, Weingut Lauer
Ø Karl Josef Loewen, Weingut Carl Loewen
Ø Clemens Busch, Weingut Clemens Busch

Die Veranstaltung am Samstag, dem 16. Januar 2016, beginnt um 19 Uhr im Becker‘s Hotel & Restaurant, Olewiger Straße 206, Trier. Die Karten sind limitiert und kosten 235 Euro pro Person, Aperitif, Fünf-Gänge-Menü, zwei Weine je Weingut, Mineralwasser und Kaffee sind inklusive. In Verbindung mit einer Zimmerreservierung erhalten Veranstaltungsgäste 20 Prozent Rabatt auf den Zimmerpreis. Reservierungen sind per Mail an info@beckers-trier.de oder telefonisch unter +49 – 651 – 93 80 80 direkt im Restaurant möglich.

Heidelberg kulinarisch erleben

Weinführung und Genussreise

„Schade, dass man Wein nicht streicheln kann“, formulierte Kurt Tucholsky, Journalist und Schriftsteller. Und Liebhaber des edlen Tropfens wissen, was er damit meint. Heidelberg, die romantische Stadt am Neckar, liegt nicht nur an der Badischen Weinstraße, sondern blickt auch auf eine lange Weinbautradition zurück. Schon die Kurfürsten wussten vor hunderten von Jahren die heimischen Weine zu schätzen und zu genießen, und noch heute kommen jedes Jahr mehr als eine Million Besucher auf das Heidelberger Schloss, um das berühmte Große Fass zu besichtigen.

Die Region bietet Spielraum für viele interessante Weine, denn die Reben werden durch den Odenwald vor kalten Ostwinden geschützt und können mit rund 1.600 Sonnenstunden jährlich zu außergewöhnlicher Qualität reifen. Auch die Böden der Weinberge sind in Form einer bunten Palette an unterschiedlichen Terroirs vorhanden. Sie reicht vom tiefgründigen Löss und Lösslehm bis zu den Gesteinsverwitterungsböden aus Porphyr, Granit, Gneis und teils auch Buntsandstein.

Heidelberg Marketing hat für Weinliebhaber eine Gruppenführung ins Programm aufgenommen. Bei einer Weinprobe im Weingut Clauer auf dem Heidelberger Dormenacker erfahren die Teilnehmer Interessantes zum Weinanbau. Riesling, Rivaner, Kerner, Grauburgunder und viele weitere Sorten werden auf dem Weingut Clauer seit 50 Jahren angebaut. Damit die Weine besonders bekömmlich sind, wird im eigenen Weinkeller nach dem Sur-Lie-Verfahren gearbeitet, das heißt die Weine reifen nach der Gärung mehrere Monate mit Hefe. Die Jahresproduktion liegt bei 65.000 Litern. Ein Weinvesper und die Besichtigung des Weinguts gehören ebenfalls zum Programm.

Das kulinarische Heidelberg steht im Mittelpunkt eines Kurztrips für Städtereisenden, den das Stadtmarketing noch bis November 2015 anbietet. Bei einem Streifzug durch die Gassen der Altstadt können die Gäste Heidelbergs Gaumenfreuden genießen. Die Kurzreise „Köstliches Heidelberg” verbindet eine Führung durch die Altstadt mit einem echten Kurpfälzer Menü und dem Besuch zweier Heidelberger Traditionslokale. Zeit und Wege zwischen den einzelnen Gängen werden gewürzt mit Geschichten, magischen Elixieren und einem süß-romantischen Schokoladenversprechen aus dem Jahr 1863.

Übernachtungen, eine Fahrt mit dem Solarboot, das Schlossticket und die beliebte HeidelbergCard sind ebenfalls Teil des Pakets. Die dreistündige Führung „Köstliches Heidelberg“ kann auch ohne Reisearrangement gebucht werden. Information und Buchung – Führungen telefonisch unter 06221/5840-223,-225, Genussreise „Köstliches Heidelberg“ unter 06221/5840-224,-226 sowie im Internet unter www.heidelberg-marketing.de

Weingenuss im Fürstentum Liechtenstein

Edle Tropfen, die es nur im Fürstentum Liechtenstein gibt: Das kleine Land zwischen Alpenrhein und Rätikon ist ein viel versprechendes Gebiet für die Jäger des gehobenen Genusses, denn rund 100 Winzer widmen sich hier der Kultivierung der einzigartigen Reben. Im klimatisch begünstigten Rheintal lässt der Föhn an den Südhängen der Berge ausgezeichnete Weine reifen. Jeweils zur Herbstzeit präsentieren die Liechtensteiner Winzer stolz ihre guten Tropfen, die übrigens nicht exportiert werden.

Dass Liechtenstein als Weinland noch nicht so sehr ins Bewusstsein der Connaisseure gedrungen ist, liegt unter anderem daran, dass die Liechtensteiner ihre Weine am liebsten selber trinken. Fürstlicher Weingenuss ist daher nur vor Ort möglich. So bietet beispielsweise die Fürstliche Hofkellerei in Vaduz sowohl einen guten Überblick wie auch önologische Raritäten, die verkostet und erworben werden können. Degustationen bieten darüber hinaus das Weingut Castellum in Eschen und Harry Zechs Weinbau Cantina in Schaanwald an. Auch viele Winzer, die im Nebenerwerb kleine Flächen bewirtschaften und ihre eigenen Weine keltern, tragen zur kleinen, feinen Weinkultur des Landes bei.

Liechtensteiner Winzerfeste
Herbstzeit ist Winzerzeit. Die Liechtensteiner Winzer präsentieren zu verschiedenen Anlässen ihre guten Tropfen: beispielsweise beim Weinfest der Winzergenossenschaft Triesen bei der historischen Kapelle St. Mamerten, am Unterländer Winzerfest mit der Krönung der Weinkönigin und beim traditionellen Liechtensteiner Winzerfest im Vaduzer „Städtle“, das jedes Jahr Weinexperten aus der ganzen Welt anlockt. „Zum Wohl metanand“ heisst es wiederum am 20. September 2013 ab 17 Uhr auf dem Rathausplatz in Vaduz. Die besten Weinbauern des Landes stellen dann ihre Eigenproduktionen vor, wobei das grosse Angebot die Besucher oft überrascht. Wo sonst bietet sich eine solche Vielzahl von roten und weissen „Einheimischen“ zur Probe an? Für den Hunger zwischendurch warten würzige Winzerwürste und Winzerkäse auf die Besucher. Ein fürstlicher Genuss, den bisher nur wenige Besucher ausserhalb des kleinen Alpenstaats kennen…

Romantisches Schlafen im Weinfass

Dass die Gäste im Schwarzwälder Kur- und Weindorf bestens bedient werden, bis hin zum Michelin-Stern-Restaurant, ist weithin bekannt. Dass man aber auch urromantisch im Weinfass in den Weinbergen schlafen kann, ist neu. Möglich gemacht haben es Ilona und Erich Wild, die auf ihrem Wein- und Obsthof oberhalb von Sasbachwalden genau dies anbieten. Drei Kombinationen aus je zwei 8.000 Liter Weinfässern haben sie in den Reben ihres Sechs-Hektar-Weinbaubetriebs aufgestellt mit herrlichem Blick bis hinüber nach Straßburg und zu den Vogesen. Je eines der Fässer dient als romantisch-kuscheliger Schlafplatz für zwei, der wahlweise als Doppelbett oder mit zwei Einzelbetten eingerichtet werden kann. Die ganze Kombination enthält jeweils einen gemütlichen Essplatz sowie eine Toilette.

Man ist also „autark“ und kann den Geräuschen der Nacht lauschen, zumal die Zweier-Fasskombinationen deutlich voneinander entfernt in den Weinbergen stehen. Kuscheln wird dann um so schöner. Zum Abendbrot und Frühstück bringt Ilona Wild je einen prächtigen Schwarzwälder Vesperkorb mit allem, was dazu gehört. „Unsere Gäste sind begeistert“, erklärt sie, so dass sie und ihr Mann schon dabei sind, eine weitere Fasskombination zu installieren. Die ganze Vergnügen mit Abendbrot, Frühstück und Übernachtung für zwei Personen kostet komplett 156 EURO. Näheres unter www.schlafen-im-weinfass.de

. Natürlich kann man auch über die Kurverwaltung Sasbachwalden buchen – Adresse siehe unten. Nebenbei betreiben die Wilds einen Hofladen, wo man selbstgebrannte Schwarzwälder „Wässerle“ sowie auch Sasbachwaldener Wein erstehen kann, den sie als Mitglieder der Alde Gott Winzer jedoch nicht selbst ausbauen, sondern ihre Trauben dorthin bringen.

Holzfasskeller bei den Alde Gott Winzern.

Dass die Alde Gott Winzer daraus beste Tropfen bereiten, verraten die vielen Auszeichnungen, die sie für ihre Weine schon erhalten. Nicht umsonst erfreut sich die auch sonntags geöffnete Verkauf großer Beliebtheit. 380 Winzer bewirtschaften ansehnliche 266 Hektar Reben, wovon fast zwei Drittel mit Blauem Spätburgunder bestockt sind, gefolgt von Riesling und Müller-Thurgau. Sasbachwalden ist also in erster Linie ein Rotweindorf.

Doch das bekannte Wein- und Blumendorf Sasbachwalden bietet noch viel mehr als schlafen im Weinfass und beste Tropfen. Zu Füssen der 1.166 m hohen Hornisgrinde laden ausgesprochen schöne Wanderwege ein, durch die lieblichen Weinberge oder entlang der vielfach mit Esskastanien bestandenen Hänge mit alten Mühlen bis hinauf zu den Tannenhöhen des Schwarzwalds. Vom Hochmoor auf der Hornisgrinde aus bietet sich an klaren Tagen ein traumhafter Blick bis zu den Alpen. Bei der Kurverwaltung, etlichen Hotels und anderen Vermietern von Gästezimmern kann man mobile GPS-Geräte ausleihen. Es gibt auch geführte Wanderungen. Reiter und Mountain-Biker kommen ebenso auf ihre Kosten, nicht zu vergessen das beheizte Erlebnisfreibad. Doch immer wieder sind es die gemütlichen Gaststuben, die in Sasbachwalden locken oder einfach im Dorf ein wenig bummeln. Ein bleibendes Erlebnis ist das Dinner-Jumping, bei dem sich ein leckeres Menü über mehrere Gaststätten erstreckt und man dazwischen ein wenig durchs Dorf wandert, um sich neuen Appetit zu holen. Näheres bei der Kurverwaltung: www.sasbachwalden.de
, Tel. 07841 / 1035.

Anja und Christian Barth freuen sich über ihren ersten eigenen Wein

Den Traum vom eigenen Wein träumen viele. Für Anja und Christian Barth ist er in Erfüllung gegangen. Jetzt sind die ersten Flaschen fertig, und das Ergebnis gefällt nicht nur den beiden Mainzer Gastronomen und Hoteliers. Der Riesling 2011 Trocken, gewachsen auf 5000 qm, direkt unterhalb des Hofguts Laubenheimer Höhe, überzeugt auf der ganzen Linie.

Gepflanzt wurden die Reben von zarter Frauenhand – noch bevor die Bagger rollten und das Projekt Hofgut Formen annahm. Winzerin Carolin Gillot, den Barths seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden, hat selbst mit Hand angelegt. Drei Jahre lang hat sie die jungen Pflänzchen gehegt und gepflegt, bis schließlich aus ihnen veritable Rebstöcke wurden. Sie wusste, was sie tat, denn schon immer wuchs hier Wein. Doch die Reben, auf die sie traf, waren in die Jahre gekommen. Und so wurde aus dem alten Bacchus-Wingert ein gepflegter Weinberg, bestockt mit edlen Riesling-Reben.

Die erste Lese fand in 2011 statt. Die Ausbeute war naturgemäß noch eher gering und ergab 600 Flaschen Wein. Die Barths sind stolz auf jede einzelne von ihnen. Wieder einmal hat es sich als gute Entscheidung erwiesen, einem Kollegen vom Fach die Weinbereitung in die Hand zu geben. Die Arbeit im Keller blieb in der Familie, denn Oliver Spanier, Ehemann von Carolin Gillot, investierte sein ganzes Wissen und brachte auch sein berühmtes Händchen aktiv mit ein.
Ihre Freude über den gelungenen Coup möchten Anja und Christian Barth mit ihren Gästen teilen. Der „Kühling-Gillot 2011 Riesling trocken“ wird derzeit in der Weinbergshütte auf der Laubenheimer Höhe und auch im besternten Favorite Restaurant im Favorite Parkhotel angeboten. Es lohnt sich, den Genuss nicht auf die lange Bank zu schieben, denn die Nachfrage ist groß. Wer leer ausgeht, muss auf den nächsten Jahrgang warten. Wenn alles gut geht, steht schon in diesem Jahr eine größere Erntemenge ins Haus. Später sollen es einmal rund 2.500 Flaschen wer-den. Zukunftsmusik. Doch die Barths sind zuversichtlich und träumen ihre Wein-Träume einfach weiter.

Weitere Infos: www.hofgut-laubenheimer-hoehe.de

Der Lieblingswein des Kellermeisters oder Gutsbesitzers

„Sage mir, was du trinkst, und ich sage dir, wer du bist!“ Ganz so einfach ist es nicht. Denn die Fülle an Weinen ist Legion. Wer wollte da Charakteristiken ableiten? Vor allem kommt es darauf an „wozu“. Wie ist die Stimmung, die Jahreszeit, der Anlass, was gibt es zu essen, wer ist dabei, alles spielt eine Rolle. Ein Jubiläumsessen mit dem Chef und ein trautes tête-à-tête sind beileibe nicht dasselbe, was auch für die Weinauswahl gilt. Und doch gibt es Grundrichtungen, was man mag, und worauf man gerne zurückkommt. Es gibt Freunde rassiger Rieslinge, andere lieben schwere Rotweine. Manche mögen es trocken wieder andere eher lieblich. Auch umgekehrt kann man vorgehen und den Anlass oder das Essen wählen, zu dem der Lieblingstropfen passt. Auch Gutsbesitzer und Kellermeister hegen Vorlieben für bestimmte Richtungen. Wir haben einige befragt und interessante Antworten erhalten:

Seinen Auxerrois 2011 trocken, ein nicht zu säurebetonter mit Weißburgunder verwandter Weißwein, liebt Florian Zeller (Portrait 1), Kellermeister in der Winzergenossenschaft Wolfenweiler im südbadischen Markgräflerland, ganz besonders. „Feine Frucht, mineralisch, vollmundig – schön zu Fisch oder hellem Fleisch, auch zu Frischkäse“, kann sich Zeller begeistern und fährt fort: „Wir haben die Sorte noch nicht lange im Anbau, sie weckt aber sehr viel Interesse.“ Die aus Frankreich stammende, in Deutschland nicht stark verbreitete Sorte, findet sich vor allem in Baden, in der Pfalz und an der saarländischen Obermosel. Der Weinerzeuger ist sonst vor allem für Gutedel und auch schöne fassgereifte Spätburgunder Rotweine bekannt.

Thomas Männle, Junior und Verantwortlicher für den Weinausbau im Durbacher Weingut Andreas Männle liebt besonders seinen 2010 „Klingelberger 1782“: „Wunderschöne Mineralität bis hin zu Feuerstein, schön fruchtig, ein Spontangärer mit leicht kräuterigen Noten. Habe ich neulich zu Spargel mit Grillfleisch und Zitronenmarinade probiert – großartig!“ Klingelberger ist eine mittelbadische Bezeichnung für Riesling. Denn 1782 ließ Markgraf Carl Friedrich den ersten reinen Riesling-Weinberg der Region am Klingelberg bei seinem Durbacher Schloss Staufenberg anlegen. Dazumal achtete man sonst kaum auf Sortenreinheit. Heute haben sich elf Weingüter der Region zum Verein „Klingelberger 1782“ zusammengetan, um die Tradition und Qualität zu pflegen. Denn nur allerbeste Rieslinge dürfen diese Bezeichnung tragen, was jedes Jahr streng geprüft wird.

Ebenso auf Riesling steht Martin Bäuerle, Kellermeister der Oberkircher Winzer. Seinen 2010 Riesling Spätlese trocken „alte Reben“ liebt er besonders zu gedünstetem Fisch, Forelle blau, zu hellem, gegrilltem Fleisch und zu Salaten. „Weil sich die Säure des Rieslings damit so schön verbindet. Ein Wein, der einfach Spaß macht, weil er das ganze Aromenspektrum des Rieslings abdeckt, von Pfirsich bis zu exotischen Früchten untermalt von schöner Mineralität – Trinkgenuss pur“, gibt Bäuerle seiner Freude Ausdruck. Dieser Vorzug will schon etwas heißen, denn bei einer Rebfläche von über 465 Hektar, deren Weine er ausbaut und pflegt, hat er wahrlich viel Auswahl.

Besonders angetan hat es Rüdiger Bös sein Weißburgunder, 2010 Malscher Ölbaum Kabinett trocken: „Ein ausdruckstarker, fruchtiger Wein mit viel Schmelz, der gut zu hellem Fleisch passt, wie Kalb, Ente, Pute, auch eiskalt im Sommer ein Erlebnis.“ Zusammen mit Ehefrau Maike betreibt Bös in Malsch im badischen Kraichgau ein noch junges Weingut, das schon etliche Auszeichnungen eingeheimst hat, mit ansehnlichen 16 Hektar und vielen alten Reben, die er übernehmen konnte.

Insbesondere zu einem Rinderrückensteak oder Schmorbraten liebt Michael Weber, Junior und Winemaker im Wein- und Sektgut Weber im Ettenheim im Breisgau, seinen 2009 Ettenheimer Kaiserberg Spätburgunder Rotwein trocken, im Barrique ausgebaut. „Die zwölf Monate Reifung im Holz machen den Wein wunderbar ausgewogen und rund, wovon auch ein Gläschen oder zwei an einem gemütlichen Abend viel Spaß machen“, kann sich Weber für den Wein begeistern. Im Herbst ist übrigens die Einweihung des neuen futuristischen Weinkellers mit Repräsentationsräumen geplant, den die Webers in den Berg hinein bauen.

Edesheimer WEINEXCHANGE

Wein richtig schmecken, vergleichen, genießen – Fokussorte 2012: Riesling

Die Edesheimer Winzerschaft bietet mit der WEINEXCHANGE echten Weinfreunden den fokussierten Vergleich an und öffnet jedes Jahr zu Frühlingsanfang die Höfe ihrer Mitglieder, um eine spezielle Rebsorte vorzustellen.

Die Einmalige Gelegenheit zum Vergleichen
Im Zentrum der Weinverkostung am 24. und 25. März 2012 steht in diesem Jahr die Rebsorte Riesling. Die Winzer laden Sie herzlichst dazu ein Weingenuss, Weinerfahrung und Geselligkeit miteinander zu verbinden. Schmecken Sie den Unterschied: Großes Holz, kleines Holz, Edelstahl, junge Reben, alte Reben und die Handschrift des Winzers. Darüber hinaus halten einige Winzerbetriebe neben einer Auswahl von Weinen aus ihrem Portfolio auch Rieslinge aus anderen interessanten Regionen für Sie bereit.

Ihr Weg zu uns
Edesheim ist über die Bahnlinie Landau-Neustadt hervorragend zu erreichen. Ab dem Bahnhof Edesheim können Sie die Weingüter problemlos zu Fuß entdecken. Eine Pendelbahn bringt Sie von 14:30-22:00 Uhr (sonntags von 11:00-18:00 Uhr) auch gerne von Hof zu Hof.
Ein Tagesticket inklusive Glas kostet 14 Euro, das Zweitagesticket 25 Euro.

Rüdesheim am Rhein läutet die Draußen-Zeit ein

Der Rheingau gehört zu den wärmsten Gegenden in Deutschland. Mitten drin liegt Rüdesheim am Rhein. Hier hält der Frühling schon früh Einzug und es macht Spaß, ihn von Anfang an in vollen Zügen zu genießen. Endlich wieder draußen sein! Und da kann man in Rüdesheim jede Menge erleben. Ob allein, zu zweit, mit der ganzen Familie oder in der Gruppe – in Rüdesheim werden alle putzmunter.

Offiziell beginnt die Saison an Ostern. Doch wer es lieber ruhiger angehen möchte, kommt einfach schon im März oder nach den Oster-Feiertagen. Dann haben die Gastgeber ganz viel Zeit für ihre Gäste. Viele gehen sogar zusammen mit ihnen auf Tour. Zum Beispiel zum Wandern auf den Rheinsteig. Auf dem neuen Premium-Wanderweg zeigt sich das Rheintal von seiner besten Seite. Die Ausblicke sind atemberaubend. Auch mit dem Fahrrad lohnt es sich, die Landschaft zu erkunden. Immer am Rhein entlang führt der jetzt neu ausgebaute Leinpfad. Wo früher Pferde die Schiffe den Strom hinauf zogen, lässt es sich bequem und aussichtsreich radeln. Weinprobierstände locken am Wegesrand zur Einkehr. Neben Wein wird auch Wasser ausgeschenkt.

Wein-Wandern, über den Reben schweben, durchs Welterbe schippern oder abtauchen in die Stille und Hildegard ganz nahe sein
Apropos Wein. Hier kann Rüdesheim ordentlich punkten. Weltberühmte Lagen wie zum Beispiel Rüdesheimer Berg Schlossberg, Rüdesheimer Berg Roseneck, Rüdesheimer Berg Rottland liegen zum (Be)Greifen nah. Bei einer geführten Weinwanderung, die mit einer zünftigen Probe im Keller endet, lassen sich alle Fragen klären, die Weinfreunden auf den Nägeln brennen.

Über den Reben schweben – auch das ist ein Rüdesheim möglich. Die Seilbahn, mittlerweile mit Gondeln ausgestattet, in die auch Kinderwagen und Fahrräder passen, nimmt die Gäste mit hinauf zu einer weiteren Attraktion. Hoch oben über der kleinen Stadt grüßt Germania. Das Niederwald Denkmal zeigt sich derzeit zwar verhüllt, denn auch Denkmäler müssen hin und wieder mal saniert werden. Die Aussicht, die man vom großen Plateau hoch oben über Rüdesheim auf den Rhein und die Rebhänge genießt, gehört zu den schönsten in ganz Deutschland. Räuber sind zwar keine mehr im angrenzenden Wald anzutreffen, wohl aber viele spannende Stationen, die man auf bequemen Wegen – auch mit dem Kinderwagen – entdecken kann. Ob Zauberhöhle, Rossel oder Rittersaal, sie alle haben Geschichte geschrieben.

Unten im Tal wartet die weiße Flotte der Rheinschiffe auf Schaulustige und müde Wanderer. Von Rüdesheim aus starten verschiedene Touren hinein ins wildromantische obere Mittelhreintal, das die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt hat.
Wer Stille und Abgeschiedenheit sucht, wird ebenfalls in Rüdesheim fündig. Die Wirkungsstätten der Hildegard von Bingen können von der Stadt aus zu Fuß oder auch per Auto erreicht werden. Die Abtei St. Hildegard, die heute noch lebendiges Klosterleben in ihren Mauern beherbergt, liegt mitten in den Weinbergen. Ein meditativer Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. Ebenfalls besucht werden kann auch die bescheidenere Eibinger Kirche, die ebenfalls auf eine Gründung der großen Frau zurück geht. Hier findet man auch den Hildegard-Schrein.

Und wenn der Himmel weint, dann spielt in Rüdesheim die Musik. Bei einem Besuch im mechanischen Musikkabinett steigt die Laune garantiert. Die Sammlung der selbst spielenden Instrumente ist allein schon eine Reise wert. Kinder lieben das mittelalterliche Foltermuseum, das die Geschichte einer Zeit erzählt, als noch Raubritter in den Straßen von Rüdesheim und auf dem Rhein ihr Unwesen trieben. Und wenn die Sonne wieder lacht, heißt es: ab nach draußen! Der Frühling macht unternehmungslustig – am Rhein und in den Reben.

Hotels findet man sehr günstig bei booking.com oder im Hotelpreisvergleich

www.ruedesheim.de

Neue Folgen Weinwunder Deutschland

Seit 07.01.2012 strahlt das Bayerische Fernsehen die neuen Folgen der 2. Staffel „Weinwunder Deutschland“ aus. Das gleichnamige Buch zur TV-Serie von Stuart Pigott, Deutschlands wichtigstem Weinkritiker, ist im Tre Torri Verlag erschienen.

Sendedaten 6 Folgen der 2. Staffel; immer um 15.30 Uhr, im Bayerischen Fernsehen:
07.01.2012
14.01.2012
21.01.2012
28.01.2012
04.02.2012
11.02.2012

Für Weinwunder Deutschland erkundet Stuart Pigott spektakuläre Steillagen als Jäger des verlorenen Schatzes, sucht nach Frankens Spitzenweinen aus den unterschätzten Reben Silvaner und Müller-Thurgau und testet, ob Deutsche Spätburgunder im Vergleich mit ihren französischen Verwandten aus dem Burgund mithalten können.

Weitere Informationen zum Tre Torri Verlag und zum Programm finden Sie unter: www.tretorri.de

„Weinwunder Deutschland“ ,Stuart Pigott
Bestellink: ISBN-13: 9-78-394164-137-2 (portofrei)

Riesling Degustation der Fachzeitschrift Selection

Weingut Escher aus Schwaikheim und Weingut Doreas aus Remshalden überzeugen beim 2010er Jahrgang

Laut dem neuen Gault Millau WeinGuide 2011, der in den nächsten Tagen im Buchhandel erhältlich sein wird, trennt sich beim Jahrgang 2010, und insbesondere beim Riesling, die Spreu vom Weizen. Um so erfreulicher ist es, dass zwei Weingüter aus dem Remstal den Vergleich im Degustationswettbewerb der Fachzeitschrift Selection nicht gescheut haben und mit drei Sternen ein sehr gutes Ergebnis erreicht haben.

Das Schwaikheimer Weingut Escher erreichte mit seinem trockenen Weißwein „2010 Riesling -Alte Reben-“ aus der Lage Stettener Pulvermächer eine ausgezeichnete Bewertung. Das Weingut Doreas aus Remshalden konnte mit seiner Beerenauslese „2010 Riesling Oper“ vom Grunbacher Klingle punkten. Beide Weine erreichten mehr als 85 Punkte von 100 möglichen und wurden von Selection als „sehr gutes Produkt, das eindeutig empfehlenswert ist“ umschrieben.