Das Auge isst mit

Bilder von Nahrungsmitteln als Forschungsgegenstand

Ein Forscherteam um Kathrin Ohla vom Deutschen
Institut für Ernährungsforschung (DIfE) und Jens Blechert von der
Universität Salzburg hat eine Fotodatenbank für Ernährungsstudien
zusammengestellt. Sie soll künftig psychologische Studien erleichtern
und vergleichbarer machen, die das Ernährungsverhalten oder damit
verbundene kognitive Prozesse untersuchen. Die Datenbank ist für
Wissenschaftler frei verfügbar und umfasst Fotos von 568 verschiedenen
Speisen und Getränken sowie von 315 Alltagsobjekten, welche die Forscher
von 1.988 Personen hinsichtlich ihrer Wirkung beurteilen ließen. „Unsere
Datenbank ist hinsichtlich ihrer Größe und der von uns erhobenen
Metadaten einzigartig“, sagt Ohla.

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Daten nun in der
Fachzeitschrift Frontiers in Psychology (DOI: 10.3389/fpsyg.2014.00617).
Die Datenbank „food-pics“ ist für nicht-kommerzielle wissenschaftliche
Arbeiten frei verfügbar unter: www.food-pics.eal.ac.at .

Neben Kathrin Ohla und Jens Blechert waren auch Adrian Meule von der
Universität Würzburg sowie Niko A. Busch von der
Charité–Universitätsmedizin in Berlin an der Studie
beteiligt.

Viele Wissenschaftler führen die steigende Zahl übergewichtiger
Menschen und Probleme im Ernährungsverhalten unter anderem darauf
zurück, dass wir in unserer Gesellschaft permanent mit Nahrungsreizen
konfrontiert werden. Essen ist heute nicht nur sehr leicht und jederzeit
verfügbar, sondern wird zudem überall mit appetitanregenden Bildern
beworben. Ähnlich wie der Geruch von Lebensmitteln stellt ihr Anblick
einen ersten Sinnesreiz dar, nach dem wir entscheiden, ob die
dargestellte Nahrung essbar und schmackhaft ist oder nicht. Visuelle
Reize können somit die Lust am Essen sowie selbstregulierende Effekte
während der Nahrungsaufnahme beeinflussen und gegebenenfalls dazu
verführen, mehr zu essen als notwendig wäre. Wie bedeutsam diese Effekte
für unser Ernährungsverhalten sind, ist aber bislang noch nicht
ausreichend geklärt, denn auch unser Bewusstsein kontrolliert unser
Essverhalten. Für Wissenschaftler ist es daher nicht immer leicht zu
erkennen, wie stark Studienteilnehmer auf unterschwellige
appetitanregende oder regulatorische Reize reagieren oder wie stark
diese Faktoren das an den Tag gelegte Ernährungsverhalten bestimmen.

„Eine umfassende Bilddatenbank inklusive der zugehörigen Metadaten
könnte psychologische Ernährungsstudien optimieren, die unser
Essverhalten analysieren, da wir so unter anderem besser untersuchen
können, wie wir auf subtile visuelle Nahrungsreize reagieren“, erklärt
Kathrin Ohla, die am DIfE die Nachwuchsgruppe Psychophysiologie der
Nahrungswahrnehmung leitet. Die Verwendung von Datenbanken wie
„food-pics“ könne zudem Studienergebnisse vergleichbarer machen und
damit den wissenschaftlichen Austausch erleichtern. Dies sei bereits für
Studien gezeigt worden, die sich mit dem Thema Objekt- und
Gesichtserkennung beschäftigen oder untersuchen, welche Emotionen das
Betrachten von Bildern bei Studienteilnehmern auslöst.

Literatur: Blechert J, Meule A, Busch NA and Ohla K (2014) Food-pics:
an image database for experimental research on eating and appetite.
Front. Psychol. 5:617 ;
(http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fpsyg.2014.00617)

Joachim Elflein

Seit 2007 ist Joachim Elflein Küchenchef im Restaurant Rivage im Seehotel Niedernberg (30 Minuten von Frankfurt entfernt). Beim Thema regionaler Küche kommt der 44-jährige ins Schwärmen, denn er weiß genau, aus welcher deutschen Region hervorragendes Fleisch, einzigartiger Käse und qualitativ hochwertiges Gemüse kommt. Auch auf Allergiker, Vegetarier und Veganer ist das „Dorf am See“ eingerichtet, so dass auch sie von „Gaumenfreuden“ sprechen können.

Interview mit Küchenchef Joachim Elflein
Welche Rolle spielt Regionalität in Ihrer Küche?
Für uns muss Regionalität bezahlbar, qualitativ hochwertig und auch in größeren Mengen schnell verfügbar sein. Für ein Restaurant ist es wichtig, dass der Lieferant kurzfristig reagieren und größere Mengen liefern kann. Denn es ist wenig geholfen, wenn jemand zwar wunderbaren Käse produziert, unser Restaurant aber nur 2-3 Kilo abnehmen kann. Mit Blick auf die Qualität bekomme ich die besten Lämmer in Norddeutschland, Saibling, Karpfen, Bratwurst und Spargel beziehe ich am liebsten in Franken, Rindswurst und Spargel in Hessen und Wild im Schwarzwald. Aus Brandenburg kommen die besten Schweine, Fische und Kälber, aus Thüringen das Duroc-Schwein und Gemüse kaufe ich sehr gerne aus der Pfalz.

2. Seit einigen Jahren steht regionale Küche hoch im Kurs. Gerichte, wie sie einst die Großmutter kochte, heimische fast vergessene Obst- und Gemüsesorten werden wiederentdeckt. Wie sehen Sie die Entwicklung?
Mit vielen Trends – wie beispielsweise der Molekularküche – kann und konnte ich nichts anfangen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die regionale Küche immer ihre Berechtigung haben wird. Die französische Küche beruht beispielsweise auf den wunderbaren Grundprodukten wie Geflügel und Rohmilchkäse. Nach Frankreich gebracht haben es die Italiener unter Medici, und jeder liebt diese einfache italienische Küche. Für mich ist die regionale Küche die beste Küche. Denn weshalb sollte etwas mit Zusatzstoffen bearbeitet werden, wenn der Jäger ein frisch geschossenes Wildschwein bringt oder der Metzger ein Schwein frisch schlachtet? Warum sollen wir in der Küche grüne Lebensmittelfarbe für die Brokkolisuppe verwenden, wenn ich mit Spinat färben kann? Also greife ich beim regionalen Gemüseangebot zu. Und so wird die regionale Küche automatisch zum saisonalen Seehotel Niedernberg – Essen

3. Qualitativ hochwertige Zutaten und eine ausgewogene, gesunde Ernährung haben in der Gastronomie sowie in vielen Haushalten inzwischen einen hohen Stellenwert. Vegetarismus und vegane Ernährung sind immer mehr im Kommen. Und auch die Nachfrage nach glutenfreien und laktosefreien Produkten für Allergiker nimmt rasant zu. Wie schätzen Sie die Entwicklung in der Hotelküche und Gastronomie ein? Wie werden sich die Speisekarten entwickeln? Ist eine Richtung schon zu erkennen?
Inzwischen ist es ein absolutes Muss für Restaurants, sich auf Allergiker, Vegetarier und die stetig wachsende Gruppe von Veganern einzustellen. Im Restaurant Rivage haben wir seit jeher vegetarische Gerichte auf der Speisekarte. Nach Rücksprache kann der Service Gästen weitere fünf Gerichte anbieten. Was gluten- und laktosefreie Produkte betrifft, so habe ich diese Entwicklung bereits vor zehn Jahren kommen sehen und seitdem immer laktose- und glutenfreie Wurst und andere Produkte am Frühstücksbuffet oder à la carte angeboten. Die Verfügbarkeit der allergikerfreundlichen Lebensmittel wird immer besser. Vegane Speisen werden immer mehr nachgefragt, so dass wir in Zukunft auch vegane Gerichte auf unsere Speisekarte aufnehmen.

4. Für Gäste mit Nahrungsmittelallergien können Hotelaufenthalte mitunter schwierig sein. Wie weit ist Ihre Küche auf Gäste mit Glutenunverträglichkeit und Weizenallergie eingerichtet? Welche Alternativen bieten sich Gästen mit Laktoseintoleranz?
Gäste mit Nahrungsmittelallergien sind im Seehotel Niedernberg gut aufgehoben. Denn wir sind sehr gut aufgestellt und können sofort reagieren. Wir haben glutenfreies Brot sowie glutenfreie Nudeln. Bei Bedarf kochen wir laktosefrei mit Sojamilch oder laktosefreier Milch. Insofern erhalten Gäste mit Allergien von uns Alternativen. Schwierig wird es nur dann, wenn einem Gast mitten im Menü einfällt, dass er keine Gluten oder Laktose verträgt. So kurzfristig stört das den Ablauf der Speisefolge und dann können wir nur noch schwerlich reagieren.

www.seehotel-niedernberg.de/

De Vegetarische Snackbar

Erste vegetarische Snackbar in Den Haag

Wenn Deutsche an die niederländische Küche denken, fallen ihnen häufig zuerst Frikandeln und Fleischkroketten ein. Im Den Haager Bahnhof, der auch als „Hollands Spoor“ bekannt ist, hat nun die erste vegetarische Snackbar eröffnet. Neugierige können die fleischlosen Varianten von Kroketten, Frikandeln und Schaschlik probieren. Viele der Speisen sind vegan, und der Gast kann auf Wunsch Mayonnaise ohne Ei bestellen. Die Initiatoren begannen im vergangenen Jahr in Delft probeweise vegetarische Häppchen zu verkaufen. Nach vielen positiven Reaktionen entschied man sich für die Eröffnung einer gänzlich vegetarischen Snackbar. Mit der Imbissbude gehen die Betreiber zudem auf die Bedürfnisse der zunehmenden Zahl der Vegetarier ein und reagieren auf die aktuellen Berichte über Lebensmittelskandale reagiert.

De Vegetarische Snackbar, Stationsplein 5A, 2515 BT Den Haag, Tel.: +31 (0)6-41220828, geöffnet Montag bis Freitag 11 bis 21 Uhr, am Wochenende 13 bis 21 Uhr

Weitere Informationen: www.devegetarischesnackbar.nl www.denhaag.com

Obst und Gemüse aus Deutschland – Richtige Aufbewahrung zu Hause

Falsch gelagert, verdirbt es schnell und die Nährstoffe wie Vitamine, Mineral-, Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe gehen verloren. Gerade bei heimischem Obst und Gemüse ist der Nährstoffgehalt höher als bei Importware, da die Wege kürzer sind und die Ware schneller im Handel landet. Dieser Vorteil sollte Zuhause durch die falsche Lagerung nicht verspielt werden! Denn Licht, Sauerstoff, Hitze und Feuchtigkeit setzen Vitaminen zu.

Kirschen, Himbeeren
Kirschen und Himbeeren

Was lange währt…

… wird nicht endlich gut – zumindest was Obst und Gemüse betrifft! Daher lauten die Gebote für eine vitaminschonende Lagerung: Kühl und dunkel sollte es sein. Gemüse verliert übrigens innerhalb von zwei Tagen bis zu 70 Prozent seiner Vitamine bei zu warmer Lagerung. Wurde auf Vorrat gekauft, wird der Kühlschrank unentbehrlich. Im Obst- und Gemüsefach herrschen in der Regel Temperaturen unter acht Grad Celsius – genau richtig für Salate wie Rucola, Blatt- und Feldsalat, aber auch Aprikosen und Kirschen. Ebenso ist es das passende Umfeld für Blumenkohl und Karotten.

Obst und Gemüse sollten getrennt voneinander gelagert werden. Vor dem Austrocknen oder Geschmacksveränderungen schützen gelochte Folienbeutel oder feuchte Geschirrtücher. Pro Beutel sollte stets nur eine Sorte verpackt werden.
Empfindliches Beerenobst am besten so auf einen Teller legen, dass sich die einzelnen Beeren nicht berühren und mit einem feuchten Tuch umschlagen. So halten sie sich einige Tage im Kühlschrank. Schimmelige Früchte sofort komplett aussortieren – die betroffene Stelle abzuschneiden reicht nicht aus.

Nicht nur Beeren, sondern auch Gurken reagieren sensibel auf Hitze. Sie gehören daher ebenfalls in den Kühlschrank. Angeschnittene Enden am besten abdecken, z.B. mit einer Klarsichtfolie, damit sie nicht austrocknen.

Prima Klima im Keller
Für die Lagerung von Obst und Gemüse ist ein Keller oder ein Vorratsraum mit Temperaturen zwischen acht und 16 Grad Celsius Gold wert. Denn viele Sorten wie Äpfel und Birnen, Auberginen, Brokkoli, Bohnen, Kohlrabi, Lauch, Pilze, Radieschen, Rosenkohl und Zucchini lieben es kühl, dabei dunkel und mit hoher Luftfeuchtigkeit. Stehen weder Keller noch Vorratsraum zur Verfügung, ist das Obst- beziehungsweise Gemüsefach des Kühlschranks der Lagerort der Wahl.
Zwetschgen sind in ein feuchtes Tuch eingewickelt im Obstfach des Kühlschranks gut aufgehoben. Maximale Aufbewahrungszeit sind zwar um die zwei Wochen, doch wie für alle anderen Obst- und Gemüsesorten gilt: Frisch verzehrt ist halb gewonnen! Denn dann haben sich die Vitamine noch nicht abgebaut und zudem schmeckt es einfach besser.
Bei Radieschen und Karotten sollten übrigens die Blätter sofort entfernt werden, da sie viel Feuchtigkeit benötigen. Diese ziehen sie aus der Knolle, die dann schnell schrumpelig wird.

Manche mögen’s heiß
Regelrechte „Frostbeulen“ sind Tomaten. Sie reagieren kälteempfindlich und gehören daher nicht in den Kühlschrank, wo sie hart werden und an Aroma verlieren. Am besten warten sie an einem luftigen und schattigen Platz auf ihren Einsatz. Optimal sind 13 bis 18 Grad Celsius. Dabei auf eine weiche Unterlage achten, um Druckstellen zu vermeiden. Früchte mit grünen Stellen zum Nachreifen in die Sonne legen. Sonneneinstrahlung ist insbesondere für die Ausbildung der Aromen wichtig.

Einige Lagerweisheiten
Obst immer einige Stunden vor dem Verzehr aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur annehmen kann. Dies ist nicht nur angenehmer für Zähne und Magen, sondern auch die Aromen können sich dann besser entfalten.
Achten Sie auf das Mindesthaltbarkeitsdatum und eventuelle Aufbewahrungstipps auf den jeweiligen Verpackungen.
Insbesondere bei Obst- und Gemüsesorten, die wie Äpfel und Tomaten Ethylen abgeben, sollte auf getrennte Lagerung geachtet werden. Sie lassen ihre Nachbarn schnell alt aussehen. Ausnahme: Lauch und Pilze, die gegen das Reifegas unempfindlich sind. Natürlich lässt sich dieser Effekt auch positiv für sich nutzen, wenn unreife Früchte in deren Nähe gelegt werden. Dadurch werden sie schneller reif.
Wie immer gilt, dass lieber kleine Mengen gekauft und dann frisch verzehrt werden können. Im Bedarfsfall einfach nachkaufen, das ist besser, als große Mengen zu lagern.
Bei Gemüse im Kühlschrank immer Küchenpapier unterlegen. Falls Flüssigkeit austritt, wird diese aufgesaugt und das Gemüse nicht matschig.

Was Sie falsch machen, wenn das Eigelb blau wird

Wenn Eier gekocht werden, dann gibt es eine Reihe von chemischen Prozessen innerhalb der Schale. Durch die zugeführte Wärme wird das Eiweiß von einer durchsichtigen, leicht zähen Flüssigkeit zu einer schnittfesten Masse. Dabei wechselt das Eiweiß seine Farbe und wird weiß. Man spricht bei diesem Prozess auch von Denaturierung der Proteine.

Auch das Eigelb verändert sich, wenn ihm Wärme zugeführt wird. Aus dem flüssigen Eigelb wird eine zählflüssige bis bröselige Masse, je nachdem, wie lange man das Ei gekocht hat. Eine dünne farbige Hülle um das Eigelb herum entsteht, wenn es wesentlich länger als fünf Minuten gekocht wird. Durch die Hitze wird aus dem Eigelb Eisen freigesetzt. Im Eiweiß dagegen bildet sich zur gleichen Zeit Schwefelwasserstoff. Beide Stoffe reagieren miteinander am Dotterrand zu Eisensulfid, das wiederum die bläuliche Verfärbung verursacht.

n-tv Wissen weiß alles über das Eierkochen, hier lesen Sie mehr:
www.n-tv.de/wissen/frageantwort/Wie-wird-Eidotter-blau-article3112226.html

Kinder häufiger von einer Lebensmittelallergie betroffen

Europaweit leiden immer mehr Kinder an einer Lebensmittelallergie. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der Betroffenen bei den unter 5-Jährigen verdoppelt, berichteten Wissenschaftler auf dem „Kongress für Lebensmittelallergien und Anaphylaxie 2011“ in Venedig. Veranstalter war die Europäische Akademie für Allergologie und Klinische Immunologie (EAACI).

In Europa haben rund 17 Millionen Menschen eine Lebensmittelallergie, 3,5 Millionen davon sind jünger als 25 Jahre. Besonders Kinder leiden unter Unverträglichkeiten, die Einschränkungen im täglichen Leben bedeuten. Dabei sind Jungen und Mädchen innerhalb Europas unterschiedlich stark betroffen. Während in Griechenland 1,7 Prozent aller Kinder an einer Lebensmittelallergie leiden, sind es in Italien und Spanien 4 Prozent und in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland über 5 Prozent.

Die Forscher vermuten, dass Kinder möglichen Allergenen im frühen Alter oft nicht mehr ausgesetzt sind. Dadurch lernt das Immunsystem nicht mehr, zwischen „sicher“ und „unsicher“ zu unterscheiden, und es kann zu allergischen Reaktionen auf normalerweise gut verträgliche Proteine kommen. Europaweit reagieren Kinder vor allem auf Milch, Eier oder Nüsse.

Bei Erwachsenen gibt es dagegen regionale Unterschiede: In Kontinentaleuropa sind Unverträglichkeiten gegenüber Obst und Gemüse verbreitet, während im angelsächsischen Raum Allergien auf Nüsse überwiegen. In Skandinavien und Nordeuropa reagieren die Menschen häufig auf Schalentiere und Fisch.
Heike Kreutz, www.aid.de

Sicherer Umgang mit Lebensmitteln

Vorsicht bei der Verarbeitung von rohen Eiern, Mayonnaisen, Geflügel­produkten und Grillfleisch ist besonders bei sommerlich warmen Tempe­raturen angebracht. „Wenn Salate, rohe Fleisch- und Fischwaren oder die cremige Nachspeise zu lange in der Hitze stehen, können schon wenige Bissen gehörig auf den Magen schlagen“, warnt die Verbrau­cherzentrale NRW. Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien oder andere Mikroorganismen machen sich breit, wenn Grillwürstchen, Kartoffelsalat, Tiramisu und Co. unsachgemäß zubereitet und gelagert werden. Besonders bei älteren Menschen oder bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem können verdorbene Speisen gehörig auf Magen und Darm schlagen. Gesundheitliche Komplikationen sind nicht ausgeschlossen. Aber auch Kinder und Schwangere reagieren empfind­lich. Damit Grillen, Gartenfeste oder Essgenuss auf dem Balkon keinen üblen Nachgeschmack hinterlassen, sollten ein paar einfache Tipps zum Umgang mit kulinarischen Köstlichkeiten beachtet werden:

  • Problematische Lebensmittel: Bei unsachgemäßem Umgang sind Fleisch, Wurst, Geflügel, Eierspeisen, Milchprodukte und Räucherfisch optimale Nährböden für Mikroorganismen. Keime können aber auch über pflanzliche Lebensmittel – zum Beispiel Nüsse, Sprossen oder Schnittsalate – übertragen werden. Vor allem rohe oder unzureichend gegarte Fleisch- und Geflügel­gerichte, Mett- und Tartarbrötchen, Feinkostsalate und Speisen mit rohen Eiern – etwa Tiramisu oder Zabaione – reagieren auf warme Temperaturen übel. Ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere und immungeschwächte Personen sollten Speisen mit rohen Eiern oder Mayonnaise jedoch meiden.

  • Einkauf und Lagerung: Bei leicht verderblichen Lebensmitteln darf die Kühlkette nicht unterbrochen werden. Das heißt, diese Produkte sollten beim Einkaufen rasch in die Kühltasche und zu Hause sofort in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach wandern. Empfindliche Lebensmittel – wie Hackfleisch – bei maximal zwei Grad Celsius im Kühlschrank lagern und zügig verbrauchen. Rohe, nicht erhitzte Lebensmittel müssen immer getrennt von bereits zubereiteten Speisen – am besten in verschließbaren Boxen – aufbewahrt werden.

  • Zubereitung: Tiefgefrorenes Fleisch, Fisch oder Geflügel im Kühlschrank oder auf einem Sieb auftauen, jedoch nie in der Auftaubrühe liegen lassen. Denn diese ist ein Nährboden für Keime. Auch darauf achten, dass kein Auftauwasser auf ver­zehrfertige Lebensmittel – zum Beispiel Salat – tropft. Fleisch, Hackfleisch, Geflügel, frische Bratwurst und Fisch müssen gründlich durchgebraten bzw. durchgegart werden, bis das Fleisch innen nicht mehr rot bzw. roh ist. Beim Grillen ist vor allem darauf zu achten, dass kein Fett in die Glut tropft und verbrennt. Verkohlte Stellen an gegrilltem Fleisch, Gemüse und Obst dürfen nicht mitgegessen werden. Speisen mit rohen Eiern oder Mayonnaise sowie kalte Gerichte gehören nach der Zube­reitung sofort für höchstens 24 Stunden in den Kühlschrank. Obst und Gemüse sollten wegen möglicher Pestizidbelastung unter fließend warmem Wasser abgespült werden.

  • Küchen- und Arbeitsmittelhygiene: Vor der Zubereitung von Speisen – vor allem beim Hantieren mit rohem Fleisch oder Geflügel ist Händewaschen – auch zwischen einzelnen Arbeits­gängen – oberstes Gebot! Arbeitsflächen und alle Utensilien, die mit Fleisch, Fisch, Geflügel und rohen Eiern in Berührung waren, sofort nach dem Benutzen mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen. Lappen, Spülbürste und Küchenschwamm regelmäßig wechseln oder Putzhilfen kaufen, die sich bei 60 Grad waschen lassen.

Weitere Informationen zu Schadstoffen wie Schimmel und Acrylamid in Lebensmittel und zur richtigen Hygiene bei der Zubereitung von Speisen enthält das Faltblatt „Essen – mit Sicherheit“, das kostenlos in allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW erhältlich ist.

Johan Lafers Kochschule

Die Kochschule ist Lafers Spielwiese der technischen Superlative, entwickelt vom Fraunhofer-Institut. Küchengeräte reagieren über berührungsempfindliche Displays. Funktionen lassen sich auf Sprachbefehl steuern. Dazwischen garen perfekte Rumpsteaks, köcheln cremige Suppen ihrer Vollendung entgegen.

Ansprüche stellt Lafer auch an sich selbst. Das Geschäft mit dem Essen hatte über die Jahre Spuren hinterlassen. Dreimal wöchentlich hetzt den 52-Jährigen deshalb eine «Personal Trainerin» durch die Weinlandschaft. Kampf den Pfunden

LeseN Sie den ganzen Bericht über Johan Lafer und auch ein Interwiew bei Nikos Weinwelten:
www.nikos-weinwelten.de/home/beitrag/archive/2010/july/05/ein_besuch_beim_lafer/index.htm

Frauen vergeht Appetit

Frisch verliebt: Männer schicken SMS, Frauen vergeht Appetit

Bangboombang – es hat gefunkt! Und nun? Die Geschlechter verhalten sich mal wieder recht unterschiedlich: Während Männer die Angebetete mit SMS und Mails bombardieren, ziehen Frauen es vor, mit ihren Freundinnen über ihn zu reden – und vergessen darüber das Essen. Die Ergebnisse stammen aus dem Liebestrendmonitor der Online-Partnervermittlung ElitePartner.de.

Frauen reden

44 Prozent der Frauen können bei akuter Verliebtheit einfach nicht aufhören, mit ihren Freundinnen über ihn zu reden. Dieses Bedürfnis hat nur jeder dritte Mann, wenn er frisch verliebt ist.

…und Männer baggern

Jeder zweite Mann, aber nur knapp jede dritte Frau schickt der neuen Liebe ständig SMS und E-Mails.

Ich will keine Schokolade! – Frauen hungern

Für 45 Prozent der Frauen ist eine neue Liebe wie eine Diät: Ihnen vergeht der Appetit und sie können nichts essen. Dieses Phänomen erleben lediglich 20 Prozent der Männer.

Kommentar: Frauen reagieren körperlich

„Die Euphorie der Verliebtheit verstärkt das geschlechtsspezifische Kommunikationsverhalten“, erläutert Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner.de. „Frauen entspricht es eher, ihre Emotionen mit Freunden zu teilen. Männer sind da zurückhaltender, sie fokussieren sich stattdessen stärker auf das Ziel ihrer Begierde. Zudem sind Frauen in Liebesangelegenheiten vegetativ empfindsamer und reagieren daher körperlicher. Der spezielle Hormoncocktail beim Verlieben löst rauschartige Glücksgefühle aus und reduziert das Hungergefühl.“ So entsteht eben der Eindruck, allein von Luft und Liebe leben zu können.

Nahrungsmittelallergie

Nahrungsmittelallergie – Weihnachtszeit: Duftende Verlockungen mit Folgen

Duftende Kekse, Omas Christstollen, Lebkuchen,
köstlicher Glühwein und Punsch können für Nahrungsmittelallergiker
zur bösen Überraschung werden. Denn viele Gaumenfreuden, die den
Advent und die Festtage krönen, enthalten hoch-allergene Zutaten, die
den Weihnachtsfrieden auf einen Schlag zerstören können. Menschen mit
Nahrungsmittelallergien reagieren meist akut und folgenschwer – nicht
selten endet ein besinnlicher Abend in der Notfallambulanz.
Adrenalin, als Erste Hilfe-Medikament der Wahl, sollten Allergiker
deshalb immer bei sich tragen.

Was für die einen die schönste Zeit im Jahr, ist für die 1-2%
erwachsenen und ca. 2-5% kindlichen Nahrungsmittelallergiker eine
Zeit voller – häufig versteckter – Gefahrenquellen. Zutaten und
Gewürze in Keksen, (Kinder)Punsch etc. weisen eine hohe allergene
Potenz auf. „Bereits kleinste Mengen sind ausreichend für eine
schwere allergische Reaktion und können Beschwerden wie starken
Juckreiz, Rötungen und Nesselausschlag am ganzen Körper, Übelkeit und
Erbrechen, Bauchschmerzen und (blutigen) Durchfall auslösen“,
informiert Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szépfalusi von der Univ.-Klinik für
Kinder- und Jugendheilkunde in Wien.

„Die Maximalvariante einer allergischen Reaktion ist der
allergische oder anaphylaktische Schock. Dabei können aufgrund des
plötzlichen Blutdruckabfalls innerhalb weniger Minuten lebenswichtige
Organe wie Herz, Lunge und Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt
werden und es kommt zum Zusammenbruch des Kreislaufs. Ohne sofortige
Notfallbehandlung kann der Allergieschock sogar tödlich enden. Diese
lebensbedrohliche Extremsituation kündigt sich durch Schwellungen in
Gesicht und Hals, Atem-, Schluck- und Sprechbeschwerden, Herzrasen,
Schwindel und Schwächegefühl und Übelkeit an.“ Bei ersten Anzeichen
heißt es deshalb rasch und richtig handeln: „Notfall-Medikamente
einnehmen bzw. verabreichen und den Notarzt rufen“, so Szépfalusi.

Adrenalin kann Leben retten

Über den neuesten Stand des medizinischen Wissens zur Versorgung
von Patienten in der allergischen Notfallsituation Anaphylaxie bei
Nahrungsmittelallergien diskutierten kürzlich hochrangige Haut- und
Kinderfachärzte mit Spezialgebiet Allergologie. Wesentliches Thema in
dieser Expertenrunde war Adrenalin als Notfallmedikament erster Wahl.
„Allergische Reaktionen können nur durch Weglassen der entsprechenden
Allergieauslöser verhindert werden. Da diese Nahrungsmittelallergene
jedoch nie zu 100% vom Speiseplan gestrichen werden können, braucht
es eine Notfallausrüstung, die immer griffbereit sein sollte“, so
Szépfalusi, der auch an diesem Experten-Meeting teilnahm. Diese
Notfall-Apotheke besteht aus einem Kortisonpräparat, einem
Antihistaminikum sowie einer Adrenalin-Fertigspritze. Die ersten
beiden Medikamente wirken entzündungshemmend und abschwellend und
kommen bei leichteren allergischen Allgemeinreaktionen zum Einsatz.
Szépfalusi: „Adrenalin ist der wichtigste Bestandteil der
Erste-Hilfe-Ausrüstung. Es stabilisiert in Minutenschnelle den
Kreislauf und verhindert schwere Schockreaktionen.“

Damit das Adrenalin im Ausnahmezustand einfach und sicher sowie in
der richtigen Dosierung auch von Kindern selbst verabreicht werden
kann, steht es in Form eines Autoinjektors zur Verfügung. „Der
Adrenalin-Injektor, wird vom Arzt nach einer gesicherten Diagnose und
Indikation auf Kassenrezept verschrieben.“ Für einen reibungslosen
Ablauf soll die Handhabung des Adrenalin-Autoinjektors regelmäßig
geübt werden. Eltern und Erziehende sowie Betreuungspersonen von
Kindern mit Nahrungsmittelallergie sollten ebenfalls sicher in der
Anwendung sein. „Unsicherheit in der Anwendung ist gefährlich, denn
das Warten auf den Notarzt kostet wertvolle Zeit.“

Häufige Auslöser in Keks & Co

„In der Zeit um Weihnachten häufen sich die Fälle allergischer
Reaktionen und Notfallsituationen aufgrund einer
Nahrungsmittelallergie, denn viele typisch weihnachtliche Speisen und
Getränke enthalten hoch-allergene Zutaten“, warnt der Kinderfacharzt.
Im Ranking der häufigsten Allergieauslöser stehen Nüsse, bei Kindern
vor allem Erdnüsse, an erster Stelle. Sie sind Bestandteil vieler
Weihnachtsbäckereien und, was viele nicht bedenken, auch in Marzipan
und Nougat enthalten. Auch nussfreie Schokolade kann Spuren von
Nuss-Eiweiß enthalten. Weitere Allergene sind Kuhmilch, Weizenmehl
und Hühnerei – ebenso in der Rezeptur jeder Weihnachtsbäckerei.
Gewürze wie Zimt und Nelken, Grundzutaten von Glühwein und
Weihnachtspunsch, stehen ebenfalls ganz oben auf der Liste der
Nahrungsmittelallergene. Auch das klassische Festessen am
Weihnachtsabend, Fisch und Meeresfrüchte, kann zum Verhängnis werden.
Aufgrund des steigenden Konsums von orientalischem und asiatischem
Essen treten zunehmend bislang seltene Allergien auf: exotische
Früchte, Sesam, Curry, Soja, Cashewnüsse. „Weitere Gefahrenquellen
sind Fertiggerichte und Backwaren. Aber auch Restaurantbesuche können
für so manchen Allergiker zum Verhängnis werden, wenn er nicht
penibel auf die Zutaten achtet“, warnt Szépfalusi.

Ein weiteres Phänomen in diesem Zusammenhang sind
pollen-assoziierte Nahrungsmittelallergien, sog. Kreuzreaktionen.
Szépfalusi erklärt: „Pollenallergene gleichen in ihrer Struktur
bestimmten Eiweißen in Nahrungsmitteln. Das bedeutet, dass ein
Pollenallergiker beim Erstkontakt mit einem verwandten Molekül in
einem Nahrungsmittel ebenfalls mit allergischen Symptomen reagieren
kann.“ Mittlerweile leiden nahezu 60% der Pollenallergiker an einer
Kreuzallergie (z.B. mit Nüssen). Der regelrechte Boom von
Sojaprodukten in den letzten Jahren ließ beispielsweise die
Sojaallergie aufgrund der Kreuzreaktion mit Birkenpollen stark
ansteigen.

Allergieauslöser kennen und meiden

Erste mögliche Anzeichen einer Allergie müssen unbedingt ernst
genommen und fachkundig abgeklärt werden. „Meist gleicht die Diagnose
detektivischer Kleinarbeit, denn Betroffene wissen meist nicht so
genau, worauf sie tatsächlich reagieren“, so Szépfalusi. Für Kinder,
die deutlich häufiger von Nahrungsmittelallergien betroffen sind als
Erwachsene, gilt: „Je früher Eltern den Grund von allergischen
Beschwerden ihrer Kinder kennen und sich entsprechend danach richten
können, desto höher ist die Chance, ein Fortschreiten der
allergischen Erkrankungen zu verhindern oder zu verzögern. Denn
bereits im Kindesalter wird der Grundstein für eine spätere
sogenannte „Allergiker-Karriere“, das Durchleben mehrerer
allergischer Krankheiten, gelegt.“

www.alk-abello.at

Patientenplattform IGAV: www.allergenvermeidung.org