Sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Wirkungen auf die Gesundheit

Schon Kinder wissen, dass Gemüse und Obst wichtige Inhaltsstoffe
enthalten, die die Gesundheit auf vielfältige Weise verbessern. Neben
Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen liefern sie auch
sekundäre Pflanzenstoffe. Aber nicht nur in Gemüse und Obst – und
hierzu zählen auch Hülsenfrüchte sowie Nüsse – sondern auch in Samen,
Vollkornprodukten und Kartoffeln stecken die Substanzen, die
zahlreiche Stoffwechselvorgänge positiv beeinflussen. Eine hohe Zufuhr
von sekundären Pflanzenstoffen über pflanzliche Lebensmittel geht mit
einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie
weiterer Krankheiten einher. Immer mehr Ergebnisse aus
epidemiologischen Studien belegen, dass diese Substanzen das Risiko
für verschiedene Krebsarten senken. Einige wirken cholesterolsenkend,
andere verbessern die Funktion der Blutgefäße oder senken den
Blutdruck. Ihre antioxidativen, entzündungshemmenden und
antibakteriellen Wirkungen sind schon aus Tier- und experimentellen
Studien bekannt.

Von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten sekundären
Pflanzenstoffen rät die DGE ab. Über pflanzliche Lebensmittel nehmen
wir mehrere Tausend verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe auf. Zudem
ist für die gesundheitsfördernde Wirkung möglicherweise die Zufuhr von
verschiedenen Pflanzenstoffen im Verbund eines Lebensmittels
notwendig. Dies kann ein einzelnes Präparat nicht leisten. Auch der
gegenwärtige Trend der Lebensmittelindustrie, funktionelle
Lebensmittel auf der Basis einer Anreicherung mit sekundären
Pflanzenstoffen auf den Markt zu bringen, bringt die Gefahr einer
Überdosierung mit sich. Die Sicherheit derartiger Maßnahmen kann heute
noch nicht abgeschätzt werden.

Um möglichst viel von dem großem Spektrum an sekundären
Pflanzenstoffen aufzunehmen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für
Ernährung e. V. (DGE) mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse, Samen,
Kartoffeln und verschiedene Vollkornprodukte in die Mahlzeiten zu
integrieren:

* Ernähren Sie sich abwechslungsreich und farbenfroh mit diesen
Lebensmitteln.
* Nutzen Sie die Vielfalt des Angebots an Gemüse und Obst,
kombinieren Sie verschiedene Gemüse- und Obstarten roh und
gegart und wechseln Sie immer wieder ab.
* Bevorzugen Sie dabei Gemüse und Obst der Saison.

VKI Apfelsaft-Test

Pro Kopf konsumieren Österreicher jedes Jahr rund 7 Liter Apfelsaft. Im Supermarkt kann aus einem großen Spektrum zwischen klar und naturtrüb, zwischen Direktsaft und Konzentrat gewählt werden. Für den aktuellen Test, den der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in Kooperation mit AMA Marketing durchgeführt hat, wurden 20 Apfelsäfte untersucht und bewertet: 10 Direktsäfte, 9 Apfelsäfte aus Konzentrat und ein naturtrüber Saft mit Zimtaroma.

Konkret wurden die Zusammensetzung, die Herkunft, das Vorhandensein von Schwermetallen, Pflanzenschutzmitteln und Schimmelpilzgiften überprüft. Weiters wurde ein direkter Geschmacksvergleich durchgeführt. Die Ergebnisse fielen weitestgehend positiv aus: Zehn von 20 Produkten erhielten sogar eine „sehr gute“ Bewertung. „Bei allen getesteten Apfelsäften gibt es derzeit weder bei Schwermetallen noch Pflanzenschutzmitteln oder Schimmelpilzgiften ein Problem“, ist VKI- Geschäftsführer Franz Floss zufrieden. „Allerdings stammen bei vielen Produkten die Äpfel nicht aus Österreich, auch wenn es die Auslobung in manchen Fällen nahelegt.“

Im Gesamtvergleich stehen jeweils Säfte von Spar am oberen und unteren Ende der Skala. Während Spar Natur pur Bio-Apfel naturtrüb mit 95 von 100 möglichen Punkten reüssiert, erhält der Apfelsaft „Spar 100% Apfel“ eine nur „weniger zufriedenstellende“ Bewertung. Grund: Dieser Saft aus Konzentrat entsprach nicht den von der Branche selbst definierten Qualitätsstandards. Ein erhöhter 5-HMF-Wert (Zuckerabbauprodukt) weist auf Wärme- und Lagerschäden hin.

Hoher Zuckergehalt: besser mit Wasser verdünnen
Apfelsaft enthält von Natur aus viel fruchteigenen Zucker. Im Test reicht die Spanne von 94 Gramm bei Biotrend (Lidl) bis zu 120 Gramm Zucker pro Liter bei happy day. Direktsäfte enthalten tendenziell etwas mehr Zucker als Apfelsäfte aus Konzentrat. „Wer einen Liter Apfelsaft trinkt, nimmt umgerechnet zwischen 24 und 30 Stück Würfelzucker zu sich. „Daher ist es aus Sicht der Ernährungswissenschaft ratsam, Apfelsaft mit Wasser zu verdünnen“, so VKI-Projektleitern Birgit Beck. Die Auslobung „kein Zucker zugesetzt“ ist übrigens eine Werbung mit Selbstverständlichkeit: Apfelsaft darf nämlich nicht „aufgezuckert“ werden.

Auf der Positivseite von Apfelsaft steht aber nach wie vor, dass dieser auch viele gesunde sekundäre Pflanzenstoffe enthält. Das ist besonders beim Direktsaft der Fall, da sekundäre Pflanzenstoffe wie Chlorogensäure an Trübstoffe gebunden sind. Besonders hohe Werte an Chlorogensäure enthalten z.B. die Säfte von happy day, Jeden Tag und Spar Natur Pur.

Herkunft: Äpfel häufig aus Polen und Ungarn
Zehn Safterzeuger gaben an, ausschließlich Äpfel aus Österreich zu verarbeiten. Bei vier Produkten ist die Herkunft auch direkt auf der Verpackung zu erkennen, da sie das AMA- Gütesiegel bzw. AMA-Biosiegel tragen. Die meisten Säfte mit österreichischer Herkunft sind Direktsäfte (7 Produkte). „Bei Säften aus Konzentrat werden die Äpfel dagegen deutlich häufiger aus dem Ausland importiert“, informiert Floss. Nur für die Apfelsäfte aus Konzentrat von Billa, Pfanner (100% Apfel aus Österreich) und Spar (100% Apfel aus Steiermark) wird laut Herstellerauskunft Obst aus Österreich verwendet.

„Bei der Hälfte der getesteten Säfte kommen die Äpfel teilweise oder vollständig aus dem Ausland. Dabei werden insbesondere Polen und Ungarn häufig als Herkunftsländer genannt. „Das ist nun doch – im wahrsten Sinne des Wortes – eine ‚saftige Überraschung’“, so Floss. „Gerade hierzulande, wo es eine starke Produktion gibt, würde man annehmen, dass vorrangig heimische Äpfel verwendet werden.“

Zwei weitere Säfte lassen aufgrund von Auslobungen wie „Hergestellt in Österreich“ oder rot- weiß-roten Fahnen darauf schließen, dass die Äpfel ausschließlich aus Österreich stammen (Jeden Tag, Spar 100% Apfel). Das ist jedoch nicht der Fall. Diese Säfte werden nur in Österreich rückverdünnt und abgefüllt bzw. die Äpfel stammen nur zum Teil aus Österreich. Floss: „Auch bei Apfelsaft gilt daher: Bilder mit heimatlicher Idylle und rot-weiß-roten Fahnen sagen noch lange nichts über die tatsächliche Herkunft des Produktes aus.“

Preis und Geschmack: Gute Qualität für geringen Preis
Im Rahmen einer Blindverkostung erhielt der Apfel naturtrüb von Billa die besten Bewertungen. Insgesamt erreichten naturtrübe Apfelsäfte etwas bessere Ergebnisse als jene aus Konzentrat – mit Ausnahme des klaren Apfelsafts von Pfanner. Alles in allem gab es aber auch hier kaum etwas zu bemängeln.

Erwartungsgemäß ist Apfelsaft aus Konzentrat mit 0,79 bis 1,67 Euro/Liter billiger als ein Direktsaft (0,79 bis 1,99 Euro/Liter). Bio-Säfte kosten dabei nicht immer automatisch mehr als konventionell hergestellte. Der Direktsaft „Omi’s Apfelstrudel“ ist mit 5,80 Euro pro Liter der teuerste Saft im Test. Das mag wohl auch daran liegen, dass dieser mit dem Zusatz „Mit Zimt veredelt“ versehen ist. Bei näherem Blick auf die Zutatenliste zeigt sich allerdings, dass es sich hier lediglich um Zimtaroma handelt. Der „Apfelstrudel-Effekt“ lässt sich aber wohl auch kostengünstiger mit einer eigenhändig verstreuten Prise Zimt und ein bisschen Zitronensaft erreichen.

SERVICE: Alle Informationen zu den Testergebnissen gibt es in der April-Ausgabe des VKI-Testmagazins KONSUMENT.

Pflanzenstoffe haben günstigen Effekt auf den Zuckerstoffwechsel von Leberzellen

Gemüse, Obst, Kräuter und Gewürze enthalten
zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe. Wie ein Forscherteam um den
Mediziner Andreas F. H. Pfeiffer vom Deutschen Institut für
Ernährungsforschung (DIfE) nun erstmals zeigt, beeinflussen zwei
dieser natürlichen Substanzen, Luteolin und Apigenin, die
intrazellulären Signalwege des Botenstoffs Insulin und vermindern die
Zucker- und Fettsynthese von in Kultur gehaltenen, menschlichen
Leberzellen. „Unsere Ergebnisse lassen annehmen, dass beide Substanzen
antidiabetisch wirken und könnten erklären, warum Gemüse und pflanzliche
Nahrungsmittel bisweilen eine wichtige Rolle bei alternativen
Diabetestherapien spielen“, sagt Studienleiter Pfeiffer.

Die Wissenschaftler publizierten ihre Daten nun in der Fachzeitschrift
PLOS ONE:
Bumke-Vogt C, Osterhoff MA, Borchert A, Guzman-Perez V, Sarem Z, et al.
(2014) The Flavones Apigenin and Luteolin Induce FOXO1 Translocation but
Inhibit Gluconeogenic and Lipogenic Gene Expression in Human Cells. PLOS
ONE 9(8): e104321; doi:10.1371/journal.pone.0104321; Link zum Artikel:
http://dx.plos.org/10.1371/journal.pone.0104321

Luteolin und Apigenin sind natürliche Pflanzenstoffe, die zur Gruppe
der Flavone* gehören und vermutlich dazu dienen, die Pflanzen vor
Schädlingen zu schützen. Luteolin findet sich in vielen essbaren
Pflanzen wie Karotten, Paprika, Sellerie, Pfefferminze, Thymian,
Rosmarin, Oregano, Petersilie, Kohl, grünem Tee und auch Olivenöl.
Apigenin kommt zum Beispiel in Kamille, Petersilie, Zwiebeln, Grapefruit
und Orangen vor. Zahlreiche Untersuchungen an Zell- und Tiermodellen
weisen seit langem darauf hin, dass beide Substanzen antioxidative,
entzündungs- und krebshemmende Eigenschaften besitzen. Ihre Effekte
auf den Zuckerstoffwechsel sind dagegen bislang nur wenig erforscht.

Bei ihrer Suche nach natürlichen Substanzen, die sich günstig auf eine
Typ-2-Diabetes-Erkrankung auswirken, entdeckten die Forscher um
Pfeiffer, dass Luteolin und Apigenin in menschlichen Zellen den
Transkriptionsfaktor FOXO1** aktivieren. Es handelt sich dabei um ein
Eiweißmolekül, das bei der intrazellulären Vermittlung des
Insulin-Signals eine wichtige Rolle spielt. Zudem konnte das
Wissenschaftlerteam erstmals an kultivierten menschlichen Leberzellen
zeigen, dass beide Flavone die Synthese von Enzymen herunterregulieren,
die für die Zucker- und Fettneubildung entscheidend sind. „Diese
Beobachtung ist hinsichtlich einer Diabeteserkrankung besonders
relevant, da eine überschießende Zuckerproduktion der Leber zu erhöhten
Blutzuckerwerten beiträgt und eine Hemmung der Fettneubildung
gleichzeitig helfen würde das Risiko einer Leberverfettung*** zu
reduzieren“, erklärt Martin Osterhoff, Koautor der Studie.

„Die Studienergebnisse geben einen tiefen Einblick in die molekularen
Mechanismen, die der Wirkung von Luteolin und Apigenin zu Grunde liegen
und sie zeigen, wie pflanzliche Diabetestherapeutika funktionieren
können“, ergänzt Pfeiffer, der die Abteilung Klinische Ernährung am
DIfE leitet. „Ein Wissen, das sich zukünftig nutzen lässt, um im Verbund
des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung neue Ernährungsstrategien
und eventuell auch Diabetesmedikamente zu entwickeln“, so der Forscher
weiter. „Nicht zuletzt sprechen unsere Ergebnisse dafür, dass eine
flavonreiche Kost dazu beitragen könnte, den Zuckerstoffwechsel von
Menschen mit Diabetes zu verbessern“, sagt Martin Osterhoff.

Hintergrundinformation:

* Flavone zählen zu den gelben Pflanzenfarbstoffen, sind weit
verbreitet und gehören zu der Gruppe der Flavonoide. Zahlreiche
flavonoidhaltige Pflanzen werden aufgrund ihrer pharmakologisch
wirksamen Inhaltsstoffe medizinisch genutzt (Quelle: Wikipedia).

** FOXO1: Transkriptionsfaktor Forkhead-Box-Protein O1;
Transkriptionsfaktoren sind Eiweißmoleküle, die im Zellkern das Ablesen
von Genen regulieren und damit ihre Aktivität beeinflussen. FOXO1
vermittelt viele der günstigen Stoffwechselveränderungen, die bei
übergewichtigen Menschen unter einer Reduktionsdiät zu beobachten
sind.

*** Eine Fettleber ist eine häufige Begleiterscheinung von Übergewicht
und Typ-2-Diabetes. Wird sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt,
kann es zu einer Leberentzündung kommen, die das Risiko für eine
Leberzirrhose und Leberkrebs steigen lässt.

Anti-Aging-Lebensmittel

Nur Energiezufuhr hat lebensverlängernden Effekt

Der Wunsch der Menschen, das Altern hinauszuzögern, ist uralt. Wie schön wäre es, das durch Auswahl spezieller Lebensmittel zu erreichen? Aus der Volksmedizin sind diverse „Mittel“ bekannt. So soll beispielsweise der regelmäßige Verzehr von Joghurt die Ursache für das hohe Lebensalter bulgarischer Hirten sein. Auch Knoblauch und Ginseng werden immer wieder im Zusammenhang mit langem Leben genannt. In jüngerer Zeit fokussiert sich das Interesse auf die Antioxidanzien, die dem Altern, möglicherweise einem Oxidationsprozess, entgegen wirken sollen.

Für positive Wirkungen gegen das Altern werden vor allem sekundäre Pflanzenstoffe oder Mikronährstoffe verantwortlich gemacht, wie Carotinoide, Flavonoide, Proanthocyanidine und andere phenolische Substanzen. Sie kommen in relativ geringen Gehalten in der Pflanze vor, haben keinen Nährwert, dienen ihrem Wirt jedoch in anderer Weise, indem sie beispielsweise durch Farbe oder Geruch Insekten abwehren oder anlocken.

Der Frage für wissenschaftliche Beweise solcher Behauptungen gingen Wissenschaftler der Universitäten von Kaohsiung (Taiwan) und New Brunswick (USA) in einer umfassenden Literaturstudie nach. Die Autoren werteten fast 200 internationale Studien aus. Bisher nachgewiesen ist nur, dass die eingeschränkte bzw. kontrollierte Energiezufuhr einen offenbar lebensverlängernden Effekt hat. Einzelne isolierte Lebensmittelinhaltsstoffe zeigen in den durchgeführten Studien im Einzelfall durchaus auch positive Wirkungen auf bestimmte Stoffwechselvorgänge und könnten damit zu einer Verzögerung des Alterns beitragen. Da es sich aber überwiegend um Tierversuche oder in vitro-Studien an Zell- oder Gewebeproben handelt, bedürfen solche Behauptungen auf jeden Fall noch umfangreicher Absicherung durch klinische Studien an Menschen.

„Altern“ generell bedeutet eine Veränderung der physiologischen Vorgänge im Körper, insbesondere der zellulären Signalübertragung. Davon sind das energetische Gleichgewicht, der Zellstoffwechsel und die Stressabwehr betroffen. Und ob da einzelne Substanzen eingreifen können, bleibt beim jetzigen Stand der Wissenschaft fraglich.
Susanne Großmann-Kühnau, www.aid.de

Lebensmittelinhaltsstoffe: Bewusst gesund ernähren

Wer eine gesunde Ernährung führen möchte, sollte sich über die Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln informieren – Das beugt Mangelerscheinungen vor und fördert eine bewusste Ernährung

Der Körper benötigt bestimmte Nährstoffe und Energielieferanten, damit die Organe funktionieren und der Mensch gesund bleibt. Wer sich einseitig oder falsch ernährt, muss mit Mangelerscheinungen rechnen. Das kann immer häufiger auch zu schweren Erkrankungen führen. Das Verbraucherportal 1A Krankenversicherung hat zu diesem Thema unter http://www.1a-krankenversicherung.de/… verschiedene Informationen zusammengestellt. Folgende Lebensmittelinhaltsstoffe sind u.a. lebensnotwendig und sorgen für eine ausgewogene Ernährung:

– Kohlenhydrate
– Fette
– Eiweiße
– Vitamine und Mineralstoffe
– Spurenelemente
– sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe

Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sind als Energielieferanten wichtig für die Funktion der inneren Organe und bieten dem Körper die nötige Energie, um die alltäglichen Leistungen zu erbringen, sei es bei der Arbeit oder beim Sport.

Kohlenhydrate werden häufig als Zucker bezeichnet. Stärkehaltige Getreideprodukte wie Brot, Nudeln oder Kuchen weisen einen hohen Anteil an Kohlenhydraten auf. Auch Kartoffeln und Hülsenfrüchte haben einen hohen Kohlenhydratanteil. Durchschnittlich liefern Kohlenhydrate 4 kcal pro Gramm an Energie. Fette machen das Essen schmackhaft und liefern mit etwa 9 kcal pro Gramm die meiste Energie. Außerdem ist die Kombination von tierischen und pflanzlichen Eiweißen wichtig für den Körper, um vor allem Hormone, Enzyme und Gewebe aufzubauen. Die Proteine liefern zusätzlich etwa 4 kcal Energie.

Vitamine und Minderalstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe zählen zu den wichtigen Lebensmittelinhaltsstoffen, die der Körper benötigt, um Mangelerscheinungen zu vermeiden und den Menschen gesund zu halten. Vitamine und Mineralstoffe kann der Körper nicht selbst bilden, daher müssen sie über die Nahrung dem Körper zugeführt werden, damit sie als Bau-, Wirk- und Reglerstoffe aktiv werden können.

Spurenelemente kommen im Gegensatz zu den Mineralstoffen im Körper vor: Es müssen demnach keine großen Mengen zugeführt werden. Sekundäre Pflanzenstoffe sind in pflanzlichen Nahrungsmitteln zu finden. Viele der Pflanzenstoffe helfen bei der Abwehr von Krankheiten und schützen den Körper, andere jedoch, wie Nikotin, sind schädlich für die Gesundheit.

Tomaten schützen nicht vor Raucherschäden

Die sekundären Pflanzenstoffe von Tomaten haben sich in Experimenten zwar als potenziell günstig für die innerste Schicht der Blutgefäße (Endothel) erwiesen, doch Gefäßbeeinträchtigungen, die durch das Rauchen entstehen, lassen sich durch Tomatenkonsum nicht ausgleichen.
Das ist das Ergebnis einer Studie der Berliner Charité und der
Universität Jena, die auf der 77. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) präsentiert wurde.

Die Forscher untersuchten bei insgesamt 20 männlichen Rauchern, von denen
eine Gruppe zwei Wochen lang täglich 70 Gramm Tomatenmark zu sich nahm,
die Regulation der Armarterie – und zwar sowohl Endothel-abhängige (FMD) als
auch die Endothel-unabhängige Gefäßsteuerung (NMD), vor und nach dem
Konsum einer Zigarette. Eindeutig war die Nikotin-Auswirkung auf die FMD –
schon nach einer Zigarette verringerte sich der FMD signifikant. Die
Studiengruppe mit der Tomaten-Diät wies zwar einen deutlich höheren Lykopen-
Spiegel auf als die Kontrollgruppe, die sekundären Pflanzenstoffe der Tomate
waren also nachweisbar, auf den Zustand der Gefäße hatte dies jedoch keine
positive Auswirkung.

Saisonstart für heimisches Obst und Gemüse

5 Portionen am Tag liefern reichlich sekundäre Pflanzenstoffe und fördern die Gesundheit

Radieschen, Spargel, Spinat, Rhabarber und die ersten Erdbeeren eröffnen im Frühjahr das Angebot an Obst und Gemüse aus heimischem Anbau. Wer dieses saisonale Angebot nutzt, kann sich abwechslungsreich mit frisch geerntetem Obst und Gemüse versorgen. Je mehr Obst und Gemüse gegessen wird, desto geringer ist das Risiko für starkes Übergewicht, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheiten und bestimmte Krebserkrankungen. Eine abwechslungsreiche Auswahl zwischen vielen verschiedenen Obst- und Gemüsearten bringt zusätzliche Vorteile: Bei gleicher Obst- und Gemüsemenge geht damit eine höhere Zufuhr von unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffen einher, die vielfältige gesundheitsfördernde Wirkungen haben.

Neue Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren bestätigen die Bedeutung der sekundären Pflanzenstoffe für die Gesundheit des Menschen. Noch nicht ausreichend geklärt ist die Frage nach der optimalen Zufuhrmenge und exakten Wirkungsweise sekundärer Pflanzenstoffe. Vielleicht beeinflussen sie sich gegenseitig, vielleicht wirken sie nur dann schützend, wenn sie zusammen mit den in Obst und Gemüse vorhandenen Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen gegessen werden. Was den gesundheitsfördernden Effekt einer obst- und gemüsereichen Ernährung betrifft, so könnten dafür die Inhaltsstoffe von Obst und Gemüse an sich oder die Verdrängung ernährungsphysiologisch ungünstiger Lebensmittel durch einen hohen Obst- und Gemüseverzehr ausschlaggebend sein. Sicher ist, dass reichlich Obst und Gemüse inklusive Hülsenfrüchten verzehrt werden sollten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) empfiehlt 650 g pro Tag, das entspricht 5 Portionen, genauer gesagt: 3 Portionen bzw. 400 g Gemüse und 2 Portionen bzw. 250 g Obst.

www.dge.de

Wellnessfaktor Ballaststoffe

Wellnessfaktor Ballaststoffe

Ein wesentlicher Beitrag zur bedarfsgerechten Nährstoffversorgung der Bundesbürger stammt aus den „Korn-Kraftwerken“ Weizen und Roggen. Die Mahlerzeugnisse aus diesen beiden sogenannten „Brotgetreide“-Arten liefern eine wichtige Grundlage für die tagtägliche Sicherung des Bedarfs.

Unverzichtbar sind Getreideprodukte insbesondere für die Ballaststoffe, bei denen die Ernährungsforschung zahlreiche positive Wirkungen auf Stoffwechsel und Darmfunktion nachweisen konnte.

Man unterscheidet lösliche und unlösliche Ballaststoffe. Die löslichen sind stoffwechselaktiv: Sie helfen, Herz-Kreislauferkrankungen und Arteriosklerose vorzubeugen, in dem sie u. a. die Blutfettwerte senken und die Blutzuckerkurve glätten.

Die unlöslichen Ballaststoffe sind darmaktiv: Sie sorgen für eine zügige, regelmäßige und pünktliche Verdauung. Eine ausreichende Aufnahme beugt deshalb der weit verbreiteten Darmträgheit vor. Auch gibt es wissenschaftliche Hinweise darauf, dass sie eine hilfreiche Schutzfunktion gegen Krankheiten wie Darmentzündung, Darmkrebs oder Hämorrhoiden haben – als präventiver „Wellnessfaktor“.

Sekundäre Pflanzenstoffe – alles andere als sekundär

Ganz nah – im regelrechten Wortsinn – bei den Ballaststoffen liegen in den Randschichten der Getreidekörner die sog. „sekundären Pflanzenstoffe“. Diese bioaktiven Substanzen erfreuen sich zurzeit großen Interesses, entdecken doch Mediziner und Ernährungswissenschaftler laufend neue gesundheitsfördernde Eigenschaften dieser Nahrungsinhaltsstoffe aus dem Pflanzenreich.

Sie unterstützen körpereigene Abwehrkräfte, verhindern die Vermehrung von Krankheitserregern, wirken entzündungshemmend, normalisieren Blutdruck bzw. Cholesterinspiegel oder verringern möglicherweise sogar das Risiko bei einigen Krebsarten. In Getreideprodukten finden sich aus der Gruppe der „Bioaktivisten“ vor allem spezielle Funktionsstoffe aus dem Ballaststoff-Komplex, Phyto-Östrogene und Phenolsäuren, die besonders reichhaltig in Roggen und daraus hergestellten Produkten vorkommen.

Mahlerzeugnisse und Ballaststoffe
Getreideprodukte enthalten sowohl „darmaktiv-unlösliche“ als auch „stoffwechselaktiv-lösliche“ Ballaststoffe in beträchtlichen Quantitäten und sind damit deren wichtigste Quelle in Deutschland. Ein Großteil der Ballaststoffe kommt aus den Randschichten des Getreidekorns. Daher sind Vollkornprodukte und Backschrote, die diese Schalenanteile vollständig enthalten, besonders reich an Ballaststoffen. Fachlich falsch ist es jedoch, helle Mehle als „nährstoffarm“ oder gar „nährstofffrei“ zu bezeichnen – ein typischer „Ernährungs-Irrtum“!

Vielmehr sind auch im sogenannten „Weißmehl“ respektable Mengen von Mikronährstoffen und Ballaststoffen enthalten. Das führt z.B. dazu, dass selbst nach den sehr restriktiven EU-Richtlinien alle Typenmehle korrekterweise als „Ballaststoffquelle“ bezeichnet werden können, denn sie enthalten mehr als die dafür mindestens notwendigen drei Prozent – und sind in dieser Hinsicht den meisten Obst- und Gemüsesorten deutlich überlegen.

Medizin aus der Wurzel

Medizin aus der Wurzel

Gewinnung sekundärer Pflanzenstoffe vereinfacht

Sekundäre Pflanzenstoffe haben eigentlich die Aufgabe, Schädlinge abzuwehren oder durch ihr Aroma pollenverbreitende Insekten anzulocken. Im menschlichen Körper entfalten Sie dagegen eine gesundheitsfördernde Wirkung, die von der Stimulation des Immunsystems bis hin zu Krebs vorbeugenden Eigenschaften reicht. Als besonders wirksam gilt die Gruppe der Glucosinolate, die zum Beispiel in Brokkoli, verschiedenen Kohlsorten und in Rüben vorkommen. Um für medizinische Zwecke größere Glucosinolatmengen zu gewinnen, müssen die Pflanzen in einem aufwändigen Prozess zerkleinert, enzymatisch aufgeschlossen und gereinigt werden. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau in Erfurt (IGZ) hat gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin ein neues Verfahren für Teltower Rüben entwickelt, das den Zeit- und Arbeitsaufwand für die Gewinnung deutlich verringert. Die Wissenschaftler nutzen dabei aus, dass Pflanzen Glucosinolate auch über die Wurzeln abgeben. Deshalb lassen sie die Rüben in so genannten aeroponischen Systemen wachsen, in denen sich die Wurzeln nicht im Boden, sondern freihängend in Gefäßen mit hoher Luftfeuchte entwickeln. So können die wertvollen Glucosinolate direkt aus den Wurzeln isoliert und anschließend gereinigt werden. Der Vorteil des Verfahrens: weniger Arbeitsaufwand und längere Nutzungsdauer der Pflanzen. Durch die Zugabe von Signalmolekülen wie Salicylsäure konnten die Wissenschaftler den Glucosinolatertrag sogar um bis zu 70 Prozent steigern. Eine weitere unerwartete Erkenntnis war, dass die Signalmoleküle die Glucosinolatbildung auch in den Blättern anregen. Offenbar lösen die Substanzen in allen Pflanzenteilen eine Abwehrreaktion aus, die sich in der Bildung sekundärer Stoffe äußert. Langfristig möchten die Forscher das bereits patentierte System dazu nutzen, die gewonnenen Extrakte als Rohstoff für so genannte Pharmaceuticals oder Nutraceuticals zu produzieren.
aid, Jürgen Beckhoff

Österreicher nehmen zu viel tierisches Fett zu sich

Österreicher nehmen zu wenig Pflanzenöle und zu viel tierisches Fett zu sich

Laut dem am Montag erschienen Österreichischen
Ernährungsbericht 2008 essen die Österreicher zu wenig
Pflanzenöle und zu viel tierisches Fett.

Pflanzenöle enthalten kein Cholesterin, dafür viele
hochwertige Inhaltsstoffe wie ungesättigte Fettsäuren, fettlösliche
Vitamine wie Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe. Und: Sie
schmecken köstlich. Das weiß man bei Fandler schon seit 1926.

Laut dem am Montag erschienenen österreichischen Ernährungsbericht
verzehren Erwachsene in Österreich durchschnittlich nur 2g Öl pro
Tag, 15g wären aus ernährungswissenschaftlicher Sicht wünschenswert.
Dafür greifen die Österreicher lieber zu Margarine oder Butter: Davon
werden 32g pro Tag gegessen, empfohlen sind nur 15g. Die
ÖsterreicherInnen wären daher gut beraten, tierische Fette vermehrt
durch pflanzliche Öle zu ersetzen.

„Fast jedes Gericht profitiert vom Duft und Geschmack des
passenden Öls“, sagt Julia Fandler von der Ölmühle Fandler. „Dazu
kommt der gesundheitliche Mehrwert.“ Für die Gesundheit besonders
wertvoll sind Leinöl und Hanföl (Omega-3-Fettsäuren) sowie Distelöl,
Kürbiskernöl und Mohnöl (Omega-6-Fettsäuren). Köstlich sind sie alle.

Österreichs Kinder und Jugendliche nehmen laut dem aktuellen
Bericht 10 Mal so viel Butter oder Margarine zu sich wie Öl, von dem
sie durchschnittlich nur 1g pro Tag essen. Ihnen und ihren Eltern sei
das Fandler Haselnussöl ans Herz gelegt: Sein nussiger, süßlicher
Geschmack kommt bei Kindern besonders gut an. Dass es auch viele
Omega-6-Fettsäuren enthält, ist dann nur mehr nebensächlich.