ÖKO-TEST Schwarzer Tee

Problemstoffe in der Tasse:

Das Labor fand in den schwarzen Tees bis zu 20 Pestizidrückstände!

Schwarze Tees stecken oft voller Pestizide und anderer Schadstoffe. Dieses Resümee zieht das ÖKO-TEST-Magazin in der neuen September-Ausgabe. Ein türkischer Tee ist sogar so hoch belastet, dass er nicht hätte verkauft werden dürfen. Das Verbrauchermagazin kritisiert zudem, dass viele Anbieter nicht ausreichend belegen konnten oder wollten, dass sie sich um faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse in den Anbauländern bemühen.

Die Arbeit auf den Teeplantagen in den klassischen Anbaugebieten ist eine Schufterei und noch immer Handarbeit, die vor allem von Frauen durchgeführt wird. Die Löhne sind oftmals nicht existenzsichernd. ÖKO-TEST wollte wissen, was Teehersteller tun, um die Menschen in den Ursprungsländern zu unterstützen. Es zeigte sich, dass nur wenige bereit oder in der Lage waren, konkrete Fakten zu den Arbeits- und Anbaubedingungen vorzulegen. Einige Anbieter führten Unternehmensgrundsätze, Lieferantenkodizes oder den Verhaltenskodex des Deutschen Teeverbandes als Nachweis für ihre Anstrengungen ins Feld. Keines dieser Papiere sieht jedoch eine unabhängige, externe Kontrolle vor.

Verbraucher, denen faire Löhne und menschenwürdige Verhältnisse wichtig sind, können sich aber laut ÖKO-TEST an bestimmten Labels orientieren. So wiesen acht Tees im Test Siegel wie Fairtrade oder Naturland aus, die die Einhaltung und unabhängige Kontrolle von sozialen und ökologischen Standards vorschreiben.

Ein bitteres Fazit zieht ÖKO-TEST zudem aufseiten der Inhaltsstoffe. Knapp die Hälfte der Produkte fällt durch. Einer der Gründe dafür sind Pestizide. Die Marke Öztürk Tee Yaprak Filiz Cayi Schwarzer Tee enthielt mehr als 20 Rückstände verschiedener Insekten- und Unkrautvernichter, darunter zwei Stoffe in so hohen Mengen, dass gesetzliche Grenzwerte überschritten wurden. Das Labor fand in einigen Tees aber auch das krebsverdächtige Anthrachinon, das sich allerdings nur schlecht im Teegetränk löst, sowie giftige Pflanzenstoffe, sogenannte Pyrrolizidinalkaloide. Zwei Marken wiesen eine deutliche Belastung mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) auf. Auch Aluminium ist, gerade in Beuteltee, ein Thema.

Das ÖKO-TEST-Magazin September 2015 gibt im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Harald Wohlfahrt kritisiert den medialen Koch-Hype

Sternekoch Harald Wohlfahrt, der bewusst auf Auftritte in TV-Kochshows verzichtet, kritisiert den medialen Koch-Hype: „Eine zweischneidige Sache. Sie sorgt für mehr Aufmerksamkeit, verleitet aber auch zu qualitativ fragwürdigen Spektakel-Kochen. Es ist fatal, wenn das Berufsbild veralbert und verzerrt wird“, sagte Harald Wohlfahrt, seit 23 Jahren mit drei Sternen ausgezeichnet und womöglich der beste Koch des Landes im Interview mit dem Vielfliegermagazin „Lufthansa Exclusive“ (August-Ausgabe). Denn um eine feine Bouillon zu kochen, brauche er zwei Tage. „Das kann ich im Fernsehen in einer Stunde nicht zeigen, das ist absurd.“ Seine persönlichen Ziele definiert Wohlfahrt so: „Ich will die Kochkunst weiterentwickeln und dass die Produkte anders hergestellt werden. Dass auf den Äckern sorgsamer mit den Pflanzen umgegangen wird. Ich will meine Gäste begeistern.“

Harald Wohlfahrt zuhause – auch in seiner Küche ist Wohlfahrt der Schärfste mit CHROMA type 301

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ÖKO-TEST Ostereierfarben

Die gute Nachricht: Nichts gefunden – Ostern kann stattfinden – Kleine Nörgelei: Chlorophyll kocht leicht über. Ein Hersteller sollte auf der Verpackung deshalb einen Warnhinweis anbringen

Rechtzeitig zu Ostern hat das Verbrauchermagazin ÖKO-TEST Eierfarben getestet und gute Nachrichten: Mit allen untersuchten Farben können Kinder bedenkenlos kleine Kunstwerke basteln. Einzig im Praxistest hakte es bei einigen: Sie kleckerten, verschmierten oder kochten über.

Industriell gefärbte Eier, die es im Supermarkt zu kaufen gibt, sind mit Lebensmittelfarben gefärbt und mit Schutzlacken luftdicht abgeschlossen. Anders als bei rohen Eiern müssen die Hersteller bei den gekochten nicht angeben, wie und wo die Hühner gehalten werden. Wer also lieber Ostereier aus Bio- oder Kleingruppenhaltung in die Nester legen will, sollte sie besser selbst färben. ÖKO-TEST gibt hierzu grünes Licht, denn von den elf Farbsets, die das Verbrauchermagazin ins Labor geschickt hat, waren fast alle unbedenklich. Nur in einer Farbe analysierte das Labor eine halogenorganische Verbindung.

Schwächen zeigten sich aber im Praxistest: Eine grüne Farbe bildete beim Anrühren derart viel Schaum, dass sie überkochte und nur mit viel Mühe von der Herdplatte entfernt werden konnte. Das liegt am Inhaltsstoff Chlorophyll. Dieses Problem ist allerdings bekannt und kann mit häufigem Umrühren ganz einfach behoben werden – ein Warnhinweis auf der Verpackung wäre hier aber angebracht. Eine andere Farbe im Test schmierte und kleckerte, lieferte dafür aber ein schönes Farbergebnis. Bei drei Produkten kritisiert ÖKO-TEST, dass die Farben auf der Verpackung viel intensiver leuchten als sie dann tatsächlich sind.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2015 gibt es seit dem 27. März 2015 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 4,50 Euro.

Veganer Käse für Pizza

„Widerspruch“ auf der Pizza

Wer sich vegan ernähren möchte, findet vor allem im Bio-Handel eine große Auswahl – vom Getreidedrink über Tofu-Spezialitäten und pflanzlichen Aufstrichen bis hin zu Aufschnitt auf Soja- oder Weizenbasis. Schwierig wird es jedoch bei Käse, auf den Viele aber nicht verzichten wollen. Gerade bei Pizza und Aufläufen gehört lecker schmelzender Käse einfach dazu.

Das haben 2012 die ersten konventionellen Hersteller erkannt und vegane „Käsescheiben“ auf den Markt gebracht. Sie enthalten neben Wasser, pflanzlichem Öl und Stärke auch viele Zusatzstoffe, darunter meist Emulgatoren, Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Farbstoffe. Aromen stehen ebenfalls fast immer auf der Zutatenliste. Damit rücken solche Produkte in die Nähe von Analogkäse, der vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geriet. Was beim Analogkäse als Verbrauchertäuschung kritisiert wird – der Verzicht auf Milch und Milchprodukte – ist bei veganem „Käse“ allerdings gewollt.

Nun haben einige Bio-Hersteller nachgezogen: Auf der weltweit größten Fachmesse „BioFach 2014“ wurde unter anderem ein „Bio-Pizzaschmelz“ vorgestellt. Auf Zusatzstoffe wird verzichtet, allerdings sorgt „natürliches Aroma“ für den typischen Käsegeschmack. Dieses Aroma ist vegan, also nicht auf der Basis von Milch oder Käse hergestellt. Die Hersteller verraten allerdings nicht, welcher Stoff stattdessen als Grundlage dient. Ausgangsbasis für eine Kennzeichnung mit „natürlichem Aroma“ ist laut Gesetz die Verwendung von Rohstoffen aus der Natur. Das müssen aber nicht die sein, die einem Produkt am Ende den Namen oder den Geschmack geben.

Die EU-Öko-Verordnung erlaubt natürliche Aromen für Bioprodukte. Das entspricht jedoch nicht dem Anspruch, den die meisten Verbraucher an die Naturbelassenheit von Bio-Lebensmitteln haben. Der Bundesverband Naturkost Naturwaren empfiehlt seinen Mitgliedsunternehmen daher, auf Extrakte und natürliche Aromen aus dem namensgebenden Rohstoff zu setzen, bevorzugt in Öko-Qualität. Im Falle „Veganer „Käse“ kommt das aber nicht in Frage, da das Aroma dann nicht vegan wäre. Der Vegan-Boom treibt also auch auf dem Biomarkt ein paar seltsame Blüten.

Für Veganer gibt es Alternativen zum Käse, zum Beispiel können Hefeflocken und daraus hergestellter Hefeschmelz den Streukäse für Pizza und Aufläufe ersetzen. Es gibt im Bio-Handel auch Mozzarella-ähnliche Bio-Produkte aus Vollkornreis, sogenannte „Fermate“ auf Sojabasis als Brotbelag oder zum Überbacken, fermentierten Cashew-„Käse“ und „Frischkäse“ auf Tofubasis. Wer selbst veganen „Käse“ herstellen möchte, findet in speziellen Kochbüchern und im Internet viele Rezepte. Die Konsistenz ähnelt der von Käse und über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten.
Katja Niedzwezky und Britta Klein, www.aid.de

30 Jahre Gault Millau in Deutschland

Im Januar 1983 erschien die erste Ausgabe des deutschen Gault&Millau. Auch wenn es heute kaum mehr vorstellbar ist: Damals hatte man zwischen Sylt und Garmisch gerade erst den Schritt vom kulinarischen Notstandsgebiet zum Hoffnungsträger vollzogen. Rund 500 Restaurants verzeichnete unser Guide damals, die Spitzenwertung von 19 Punkten erreichte nur Eckart Witzigmanns Aubergine in München, 18 Punkte schafften nur die Schweizer Stuben in Wertheim-Bettingen, 17 Punkte sicherte sich nur das Maître in Berlin.

Christian Millau schrieb seinerzeit im Vorwort von einer „verblüffenden Entwicklung“ der deutschen Küche, ja von einer „Explosion der Könner“. Wie würde er wohl dieser Tage formulieren, angesichts von über 1000 empfehlenswerten Adressen, die der Gault&Millau 2013 listet und 13 Köchen mit der Höchstwertung von 19 und 19,5 Punkten? Das kulinarische Niveau in Deutschland steigerte sich bis in internationale Hochachtung, heute dürfen sich unsere Köche auf Augenhöhe mit ihren Kollegen in Ländern mit ganz anderer kulinarischer Tradition fühlen.

Hall of Fame: Köche, die seit 30 Jahren im Guide stehen
Die kulinarische Landschaft in Deutschland hat sich in den 30 Jahren, in deren Verlauf sie vom Gault&Millau dokumentiert, kritisiert und bewertet wurde, enorm verändert. Trotzdem können wir in unserer „Hall of Fame“ anlässlich des Jubiläums insgesamt 36 Köche vorstellen, die seit der ersten Ausgabe bis heute Jahr für Jahr in unserem Guide verzeichnet waren. Nicht alle unter ihnen wurden damals schon namentlich erwähnt – Alfons Schuhbeck zum Beispiel beschrieben die Tester seinerzeit nur als „den Pächter“ eines „bäuerlich-rustikalen Restaurants“ (sein später legendäres Kurhausstüberl in Waging am See) und bewerteten ihn mit 12,5 Punkten. Unter den „Evergreens“ sind viele bekannte Namen wie Harald Wohlfahrt, Heinz Winkler, Vincent Klink, Otto Koch, Jörg Müller, Fritz Schilling oder Jean-Claude Bourgueil. Aber auch erfolgreiche Überlebenskünstler ohne große Medienpräsenz, die am eigenen Herd seit 30 Jahren mittags wie abends die Gäste glücklich machen wie Josef Bauer vom Landgasthof Adler in Rosenberg (Menü des Jahres 2013), Jean Claude Bado vom La Poêle d’or in Köln oder Gutbert Fallert vom Le Jardin in Sasbachwalden.

Neuerungen im Gault&Millau Deutschland
Inhaltlich enthält er gleich mehrere Neuerungen, die dem Leser einen Informations-Mehrwert verschaffen: Neu ist der „magazinige“ Einstieg ins Buch, ein ausführlicher,
redaktioneller Auftakt, in dem die Top Ten der aktuellen Trends in der deutschen Spitzengastronomie aufgegriffen werden. Kommentiert werden hier begrüßenswerte Tendenzen wie die zweite Generation regionaler Produkte in Deutschland oder die neue Lust der Köche am eigenen Gemüse- und Kräutergarten, kritisiert werden unter anderem nichtssagende Speisekarten, Desserts aus Kraut & Rüben und allen voran einfallslose Modeköche. Seinem Ruf als kulinarischer „Trendscout“ wird der Guide in Zukunft durch die neue Rubrik „Junge Talente“ verstärkt gerecht: Hier stellen wir in Kurzform junge Köche vor, die zum ersten Mal im Guide erwähnt werden und auf Anhieb mit einer guten Bewertung und jeder Menge Potenzial überzeugen. Mit anderen Worten: Neue Adressen, die für kulinarisch interessierte Leser jetzt besonders reizvoll sind.

Alles zum Gault Millau 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343565/Gault-Millau-2013-Deutschland/

Gault Millau Berlin 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343566/GM-Berlin-Tim-Raue-ist-Bester/

Gault Millau Thüringen
www.gourmet-report.de/artikel/343568/GM-Marcello-Fabbri-ist-die-Nr1-in-Thuerigen/

Gault Millau Schleswig Holstein 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343569/Gault-Millau-Schleswig-Holstein-2013/

Gault Millau Sachsen Anhalt:
www.gourmet-report.de/artikel/343570/Gault-Millau-Sachsen-Anhalt/

Gault Millau Sachsen 2013:
/www.gourmet-report.de/artikel/343571/Gault-Millau-Sachsen-2013/

Gault Millau Saarland 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343572/GM-Saarland-Klaus-Erfort-05-Punkte-vor-Christian-Bau/

Gault&Millau Rheinland-Pfalz 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343573/Gault-Millau-Rheinland-Pfalz-2013/

NRW: Der neue Gault&Millau 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343574/NRW-Der-neue-Gault-Millau-2013/

Gault Millau Niedersachsen 2013
www.gourmet-report.de/artikel/343575/Gault-Millau-Niedersachsen-2013/

Gault&Millau in Mecklenburg-Vorpommern:
www.gourmet-report.de/artikel/343576/Gault-Millau-in-Mecklenburg-Vorpommern/

Gault&Millau in Hessen:
www.gourmet-report.de/artikel/343577/Gault-Millau-in-Hessen/

Gault Millau Hamburg 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343578/Gault-Millau-Hamburg-2013/

Gault Millau Bremen:
www.gourmet-report.de/artikel/343579/GM-Bremen-Norman-Fischer-ist-die-neue-Nr1/

Gault Millau Baden-Würtemberg 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343581/Gault-Millau-Baden-Wuertemberg-2013/

Gault Millau Bayern 2013:
www.gourmet-report.de/artikel/343580/Gault-Millau-Bayern-2013/

Gault Millau Historisch – 30. Jubiläum:
www.gourmet-report.de/artikel/343567/30-Jahre-Gault-Millau-in-Deutschland/

Gault&Millau Deutschland 2013 – Der Reiseführer für Genießer 30. Jahrgang, Jubiläums-Ausgabe, 808 Seiten, Euro 29,95 ISBN 978-3-86244-203-4 Bestellink portofrei Christian Verlag München

Wir gratulieren allen ausgezeichneten Köchen und freuen uns ganz besonders, dass so viele ausgezeichnete Köche wieder mit CHROMA Cnife arbeiteten!

ÖKO-TEST: Wimperntusche

Nitrosamine gehören zu den stärksten bekannten krebserregenden Stoffen. Sie sind deshalb auch verboten. Dennoch stecken sie in manchen Wimperntuschen, wie das Frankfurter Verbrauchermagazin ÖKO-TEST in einem aktuellen Test herausgefunden hat. In zwei Produkten fand das Labor sogar mehr als 20 Mikrogramm, weshalb diese nicht verkehrsfähig sind und aus den Verkaufsregalen genommen werden müssten.

Doch Nitrosamine sind nicht die einzigen gefährlichen Inhaltsstoffe in den Mascaras. Zwei enthalten als Konservierungsmittel krebsverdächtiges und Allergien auslösendes Formaldehyd bzw. Substanzen, die diesen Stoff abgeben. Fünf weitere Produkte beinhalten Parabene, welche vermutlich hormonell wirken. Auch künstlichen Moschusduft fand das Labor in einem Produkt. Dieser reichert sich im menschlichen Fettgewebe an.

ÖKO-TEST kritisiert außerdem die Werbung mancher Kosmetikhersteller, in der schlichtweg Verbrauchertäuschung betrieben wird: Denn statt auf die angeblich wimpernverlängernde Wirkung der Mascara zu setzen, werden den Models Kunstwimpern angeklebt oder die Fotos stark nachbearbeitet.

Das ÖKO-TEST-Magazin April 2012 gibt es seit dem 30. März 2012 im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.

Olivenöl im Test – Bittere Wahrheiten

Vor vier Jahren zog der Verein für Konsumenteninformation (VKI) bei einem Test zu 18
Olivenölen eine bittere Bilanz: Die Hälfte der getesteten Öle der höchsten
Qualitätsklasse nativ extra wurde wegen Verdacht auf unerlaubte Wärmebehandlung
aus der Wertung genommen. Diese ermöglicht, leicht fehlerhafte Öle qualitativ zu
„verbessern“. Kein einziges Produkt war zudem frei von Schadstoffen wie
Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Was hat sich seitdem geändert? Wie genau nimmt es die Industrie mit ihrer
Verantwortung gegenüber Verbrauchern? Nicht allzu genau, wie die aktuelle Erhebung
des VKI zu 15 Olivenölen zeigt: Fünf Öle, die als nativ extra gekennzeichnet sind,
bestanden die Prüfung eines akkreditierten Expertenpanels nicht: Carapelli, Natürlich
für uns, Montolivo, Rapunzel und S-Budget. Laut den vom VKI beauftragten Experten
des Deutschen Olivenöl Panels (DOP) handelt es sich hierbei um Öle zweiter
Güteklasse. Darüber hinaus vergab der VKI bei den Olivenölen von S-Budget und Spar
Natur Pur kein Testurteil, da der Verdacht auf Wärmebehandlung oder mangelnde
Frische besteht.

„Spitzenqualität wird deklariert, aber nicht geliefert“, kritisiert VKIGeschäftsführer
Ing. Franz Floss. „Das ist besonders ärgerlich, da es sich bei Olivenöl
um ein Produkt handelt, das als gesundheitsfördernd empfohlen wird. Wir werden
daher auch in Zukunft nicht locker lassen und weiterhin Olivenöle testen.“
Unerlaubte Manipulationen sind das eine, gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe das
andere: Auch dieses Mal wurden die Olivenöle auf Schadstoffe wie Weichmacher und
PAK untersucht. Kein einziges Öl ist frei von Schadstoffen, wenn auch viele nur knapp
über der Bestimmungsgrenze liegen. Dennoch: „Weder PAKs noch Weichmacher
sollten in Olivenöl enthalten sein“, kritisiert VKI-Ernährungswissenschafterin Mag.

Nina Zellhofer. „In jedem Öl sind ein bis drei Weichmacher nachzuweisen.
Insbesondere Altis, Natürlich für uns und Rapunzel fallen negativ auf. Hier wurde der
für Lebensmittel festgelegte Migrationswert von 1,5 mg/kg überschritten.“ PAK
wiederum finden sich zwar mittlerweile überall in der Natur und somit auch in den
getesteten Olivenölen. Bei der Anzahl gibt es aber große Unterschiede: Im besten Fall
stecken nur vier verschiedene PAK im Öl (Altis, Conte de Cesare, Echt Bio), im
schlechtesten ist es ein „Cocktail“ von insgesamt sieben Substanzen (Bertolli, Ja!
Natürlich und Natürlich für uns). Zellhofer: „Damit zeigt sich, dass es durchaus
Hersteller gibt, die in der Lage sind, die Belastung gering zu halten.“
Nach traditioneller Art gepresst?
Die Herkunft des Produktes bzw. der Rohstoffe ist für viele Konsumenten erfahrungsgemäß
von großer Bedeutung. Hier gibt es in Sachen Kennzeichnung kaum etwas zu beanstanden.

Die Früchte kommen in der Tat aus jenen Ländern, die auf den Flaschenetiketten vermerkt
sind: Griechenland, Italien und Spanien. Teils wird auch die EU als Herkunftsort genannt,
wobei es sich hierbei um sogenannte „Mittelmeermischungen“ handelt. Weniger gut sieht es
dagegen bei den ausgelobten Hinweisen zur Ölgewinnung aus. Die Aussage, dass Ja!
Natürlich und Iliada ihr Olivenöl tatsächlich noch nach traditioneller Art pressen, genossen
die Tester mit Vorsicht. Und in der Tat: Auf Anfrage des VKI hin musste Ja! Natürlich
zugeben, dass die Angabe am Etikett fehlerhaft ist. Die Antwort von Iliada steht hingegen
noch immer aus. Hier zog man es bislang vor, zu schweigen…
Gutes Olivenöl zum Diskonterpreis?
Echt Bio, erhältlich bei Penny, erzielte als bestes Produkt im Test eine „gute“
Gesamtwertung. Mit 7,99 Euro pro Liter liegt es im preislichen Mittelfeld der 15 getesteten
Olivenöle. Diese sind im Handel zwischen 3,45 und 12,98 Euro erhältlich. Aber lässt sich um
einen solchen Preis gutes Olivenöl produzieren und nachhaltig wirtschaften? Bis ein Ölbaum
Früchte trägt, dauert es Jahre und selbst dann wirft dieser nicht mehr als 20 Kilo Oliven ab.
Für einen Liter Öl braucht es aber fünf Kilogramm Früchte, ergo macht dies vier Flaschen
Olivenöl pro Baum. „Bezieht man sämtliche Kostenfaktoren mit ein, die sich bei Produktion,
Transport und Vertrieb ergeben, stellt sich die Frage, wie dies bei einem Preis um rund vier
Euro machbar ist“, so Floss. „Zumindest eines ist aber sicher: Mindere Oliven-Qualitäten zu
verarbeiten, mit unerlaubten Mitteln nachzuhelfen und darauf zu hoffen, dass es die Kunden
nicht merken, ist der falsche Weg.“

Alle Details zum Test gibt es in der Novemberausgabe des Testmagazins
KONSUMENT und unter www.konsument.at

Hygiene-Ampel muss gestoppt werden

Der Deutsche Hotel– und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband) kritisiert das Festhalten der Verbraucherschutzminister an ihrem Vorhaben, eine Hygiene-Ampel einzuführen. „Es ist und bleibt völlig unverhältnismäßig, dass Gastronomen aufgrund einer Momentaufnahme über Monate an den Pranger gestellt werden sollen, auch wenn längst alle Mängel beseitigt sind“, kritisiert DEHOGA-Präsident Ernst Fischer das Ergebnis der Verbraucherschutzkonferenz, in Bremerhaven zu Ende gegangen ist.

Bemerkenswert sei immerhin, dass die Bedenken der Wirtschaftsminister, die sich im Juni gegen die Farbkennzeichnung in der geplanten Form ausgesprochen hatten, Ernst genommen würden. Die Verbraucherschutzminister kündigten nach ihrer Konferenz an, zwecks Klärung der Differenzen eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen zu wollen. Der DEHOGA wird sich in die Diskussion einbringen und darauf drängen, dass die Vielzahl offener Fragen erst einmal beantwortet wird, bevor ein offensichtlich verfassungswidriges Vorhaben auf den Weg gebracht wird.

Inakzeptabel ist aus Sicht des DEHOGA auch, dass weiterhin eine stufenweise, nach Branchen sortierte Einführung der Farbkennzeichnung vorgesehen ist und dabei mit den Restaurants angefangen werden soll. Fischer: „Hier wird der Gleichbehandlungsgrundsatz mit Füßen getreten. Der Stufenplan zeigt, wie populistisch in dieser Sache agiert wird. Dabei ist völlig unstrittig, dass die Ursachen der Lebensmittelskandale der jüngsten Zeit – wie Dioxin, „Gammelfleisch“ und EHEC – nicht in der Gastronomie begründet waren, sondern dass die Gastronomen wie die Endverbraucher stets die Leidtragenden waren.“

Geht Ferran Adrià nach Barcelona?

Geht Ferran Adrià nach Barcelona?

Der Präsident der Gastronomie-Vereinigung der Provinz Girona, Antoni Escudero, hat in einem Gespräch mit Radio Girona Ferran Adrià vom ehemailgen Restaurant „El Bulli“ heftig kritisiert, ja sogar attackiert. Escudero ist sicher, dass das neue Projekt der „El Bulli-Stiftung“ keine Zukunft hat und begründete dies damit, das der Laden nach der Umwandlung nicht mehr der Anziehungspunkt sein wird wie vorher. „Das Restaurant hat über Jahre den gehobenen Tourismus nach Roses gebracht, aber damit wird es mit der Stiftung vorbei sind, es fehlen die Reizpunkte der aussergewöhnlichen Küche“, so Escudero.

Viel schwerer wiegt allerdings die Äusserung, dass er davon überzeugt ist, dass sich Adrià Richtung Barcelona verabschieden wird. „Viele Leute aus der Gastronomiebranche wissen dies, trauen sich aber nicht, dies öffentlich kund zu tun.“ Angeblich hat sich Adriá im kleinen Kreis dazu geäussert, dass er die Provinz Girona verlassen möchte.
via www.arena-info.com

Etikettenschwindel bei Ferreros Milch-Schnitte

Wie Ferrero & Co. mit Hilfe von Sport-Stars Junk-Food ein sportliches Image verpassen und warum selbst eine Schoko-Sahnetorte leichter ist als die Milch-Schnitte

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat die Werbung von Spitzensportlern für Junk-Food kritisiert. „Mit einem sportlichen Image lassen sich schnöde Süßigkeiten offenbar besser verkaufen. Vor allem Ferrero hat diese Marketingstrategie perfektioniert, als handele es sich dabei um eine olympische Disziplin“, kritisiert Anne Markwardt, Leiterin der foodwatch-Kampagne abgespeist.de gegen Etikettenschwindel.

Ganz oben auf dem Podium in der Kategorie irreführend-sportliche Werbung: die Milch-Schnitte. Ferrero verkauft sie als „Zwischenmahlzeit“, die Werbetrommel rühren Box-Weltmeisterin Susianna Kentikian und die Sportkletterer Alexander und Thomas Huber („Huberbuam“). Das sportliche Image unterstreicht der Slogan: „Schmeckt leicht. Belastet nicht. Ideal für zwischendurch.“ Tatsächlich besteht die Milch-Schnitte jedoch zu etwa 60 Prozent aus Fett und Zucker. Sie enthält wesentlich mehr Zucker, wesentlich mehr Fett und wesentlich mehr Kalorien als zum Beispiel die Schokoladen-Sahne-Festtagstorte von Coppenrath & Wiese. „Werbung und Wirklichkeit klaffen weit auseinander: Wenn Milchschnitte eine leichte Zwischenmahlzeit ist, dann ist Schoko-Sahne-Torte das perfekte Diätprodukt „, so Anne Markwardt. foodwatch hat heute eine ausführliche Recherche zur Milch-Schnitte auf www.abgespeist.de veröffentlicht, dem Internetportal gegen Etikettenschwindel.

Was Susi Kentikian und die „Huberbuam“ für Ferrero sind, ist Skifahrerin Maria Riesch für Milka – es ist auffällig, dass viele Sportler ausgerechnet für Produkte Werbung machen, die nicht gerade ausgewogen sind. Besonders begehrte Junk-Food-Werbepaten sind Fußballstars. Die Nationalelf wirbt für Nutella (ebenfalls Ferrero), Thomas Müller für Bifi und Müllermilch Schoko, Bastian Schweinsteiger für Chipsfrisch von funny-frisch und René Adler für Zott Monte – allesamt hochgradig verarbeitete Produkte, die sich vor allem durch zu hohe Zucker-, Fett- oder Salzgehalte auszeichnen. „Gerade Kindern wird so von ihren größten Helden vermittelt, dass Schoko, Chips und Wurst besonders begehrenswert sind und gut zu einem sportlichen Lebensstil passen. Dabei essen die meisten deutschen Kinder schon zu viele Süßigkeiten und zu viel Fleisch, aber zu wenig Obst und Gemüse. Ihrer Vorbildfunktion für Kinder werden die Sportler nicht im Geringsten gerecht“, kritisiert Anne Markwardt von foodwatch.