19 Speiseöle im Test – drei Produkte nicht verkehrsfähig

Grenze bei Weichmachern überschritten, übrige Laborwerte unauffällig

Viele Supermärkte, aber auch Diskonter, Drogerie- und Biomärkte bieten neben klassischen Speiseölen auch eine große Auswahl an „Spezialölen“. Für einen vergleichenden Warentest hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nun 19 Produkte genauer geprüft, darunter Lein-, Sesam-, Traubenkern-, Walnuss-, Kokos- und Arganöle. Elf der getesteten Öle schnitten am Ende mit „gut“ ab, fünf weitere erreichten ein „durchschnittlich“. Drei Produkte hätten wegen eines zu hohen Gehalts an Weichmachern gar nicht verkauft werden dürfen und wurden deshalb als „nicht zufriedenstellend“ eingestuft.

Weichmacher sind schädliche Substanzen, die aus Kunststoffen herausgelöst werden. Ins Speiseöl können sie u.a. gelangen, wenn das Öl bei der Herstellung mit Kunststoffschläuchen oder -behältern in Berührung kommt. Weichmacher sind inzwischen nahezu überall zu finden, sie sind fettlöslich und reichern sich in der Nahrungskette an.

Im aktuellen VKI-Test war nur ein einziges Speiseöl frei von Weichmachern. In allen anderen Ölen wurden ein bis zwei Weichmacher gefunden. Bei drei der geprüften Produkte wurde u.a. die Verbindung Diethylhexylphthalat (DEHP) nachgewiesen, die im Tierversuch als krebserregend und fortpflanzungsschädigend gilt. Der für Lebensmittel festgelegte Migrationswert, liegt bei 1,5 mg/kg. Dieser Wert wurde bei den getesteten Chargen der drei Produkte deutlich überschritten. Die Öle wurden daher im Test abgewertet.

Neben Weichmachern wurden die Öle noch auf Lösungsmittelrückstände und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) untersucht sowie die chemische Qualität, die Kennzeichnung und die Sensorik geprüft.

Tipps des Testmagazins KONSUMENT:
Um die Belastung mit einem bestimmten Schadstoff nach Möglichkeit zu reduzieren, empfiehlt es sich, bei Speiseölen regelmäßig zwischen verschiedenen Sorten und Anbietern zu wechseln.
Spezialöle sind empfindliche Produkte, die schnell ranzig werden können. Beim Kauf daher auf die Mindesthaltbarkeit achten und im Zweifel lieber ein Produkt mit geringerer Füllmenge wählen.
Nach dem Kauf ist es wichtig, das Öl richtig und nicht zu warm zu lagern (im Sommer ev. im Kühlschrank). Gekaufte Spezialöle sollten rasch verbraucht werden.

SERVICE: Den Testbericht im Detail sowie Stellungnahmen der Hersteller gibt es in der Oktoberausgabe des Magazins KONSUMENT und online unter www.konsument.at

Alle Testergebnisse angucken

„Tag der offenen Tür“ auf konsument.at: 1.400 Tests frei einsehbar

Über 1.400 Tests und mehr als 1.200 Reports befinden sich im 11.000 Artikel starken Online-Archiv des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) auf seiner Website www.konsument.at – oft in Kooperation mit Stiftung Warentest. Tests und Reports sind in der Regel kostenpflichtig bzw. nur für Abonnenten einsehbar.

Hintergrund: Der VKI finanziert sich zu rund drei Viertel selbst – und hier wiederum größtenteils aus seinen Publikationserlösen. Einmal jährlich bietet der VKI allerdings kostenlos Einblick in sein umfangreiches Testschaffen.

Interessierte können sich am 17. Oktober 2012 gratis auf www.konsument.at einen Überblick zu Tests und Reports des Vereins für Konsumenteninformation verschaffen – u.a. zu folgenden Themen: TV-Geräte, Digitalkameras, Olivenöl, Stevia, Navigationsgeräte, Smartphones, Sonnenschutzmittel, Tablet-PCs, Drucker, Wasch- maschinen und Trockner, Energiesparlampen, Finanzprodukte.

KONSUMENT: Kürbiskernöl-Test

Kürbiskernöl steht in den Augen der Österreicher für steirische bzw. österreichische Qualität vom Feinsten. Das legt auch ein Blick auf die Etiketten nahe: Signalwörter wie Reinheit und Naturbelassenheit, kombiniert mit dem Steiermark-Wappen, den Landesfarben oder der österreichischen Fahne erwecken den Eindruck höchster heimischer Qualität. Doch wie viel Österreich steckt tatsächlich in der Flasche?

Eine neue Untersuchungsmethode der Montanuniversität Leoben ermöglichte es dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) erstmals, die Herkunft von Kürbiskernölen nachzuweisen. Das Ergebnis dürfte vielen Konsumenten nicht schmecken: Nur elf von dreißig getesteten Kürbiskernölen stammen mit Sicherheit aus Österreich.

Olivenöl – Kein Verlass auf den Preis

Die Bilanz, die der Verein für Konsumenteninformation (VKI) nach einem Olivenöltest
in KONSUMENT 11/2011 ziehen mussten, war bitter: Von 15 getesteten extra nativen
Ölen fielen vier durch. Bei zwei weiteren bestand der Verdacht, dass mit einer
verbotenen Wärmebehandlung nachgeholfen worden war, um eine bessere Qualität
vorzutäuschen.

Auf Anfrage von Konsumentinnen und Konsumenten testete der VKI
fünf weitere nativ extra Olivenöle. Die Testergebnisse fielen etwas besser aus als bei
der letzten Untersuchung vor drei Monaten: Bei keinem der getesteten Öle bestand der
Verdacht auf unerlaubte Wärmebehandlung und lediglich im Trasimeno s.p.a. Natives
Olivenöl extra wurden Weichmacher gefunden.

Beim Test auf polyzyklische
aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) wurden zwar auch dieses Mal keine
Grenzwerte überschritten, dennoch enthielten die Öle vier bis sechs verschiedene
PAK. Wie zuletzt hatte auch dieses Mal ein Diskonter das vergleichsweise beste Öl im
Regal: Kloster Toplou, erhältlich bei Hofer um rund acht Euro pro Liter. Ein in einem
Wiener Fachgeschäft um 24 Euro pro Liter gekauftes spanisches Öl, Don Carlos, fiel
bei der Expertenverkostung hingegen aufgrund fehlerhafter Qualität durch.

Fazit: Der
Preis ist auch bei Olivenöl nicht unbedingt ein Garant für Qualität. Alle Details zum
Test gibt es auf www.konsument.at und in der Februarausgabe des Testmagazins
KONSUMENT.

Tipps der VKI-Ernährungswissenschafterinnen:

• Lagerung: Olivenöl vor Hitze, Licht und Sauerstoff schützen. Am besten kühl, dunkel
und gut verschlossen lagern.

• Kochen: Olivenöl eignet sich auch zum Braten und Dünsten. Es sollte aber nicht
über 170°C erhitzt werden.

• Abwechslung: Es ist ratsam, Olivenöl abwechselnd zu anderen hochwertigen
Pflanzenölen wie Rapsöl, Lein- – und Walnussöl zu verwenden. Diese sind reich an
Omega-3-Fettsäuren.

Alle Details zum Test gibt es in der Februarausgabe des Testmagazins KONSUMENT und
auf www.konsument.at

Gourmet Report vertraut www.bosfood.de beim Olivenöl-Kauf

Verpackte Salate – alle im grünen Bereich

 Elf Salate im Test – tadellose Qualität und keine gefährlichen Keime

Die Ergebnisse der letzten Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation
(VKI) zu verpackten Salaten vor fünf Jahren waren vor allem eines: unappetitlich. Drei
von insgesamt 15 Proben waren (über)reif für den Mistkübel, vier weitere so stark
verkeimt, dass sie kaum mehr als genusstauglich eingestuft werden konnten. Nicht so
beim aktuellen Test: Sämtliche der elf Proben waren in einem tadellosen Zustand, wie
die August-Ausgabe des Testmagazins KONSUMENT zeigt. Lediglich der Mischsalat
von SBudget wies eine im Vergleich zu den anderen Produkten erhöhte Keimzahl auf –
bot aber trotzdem keinen Anlass zur Sorge. „Hinter diesem erfreulichen Ergebnis
vermuten wir nicht zuletzt die seit dem letzten Test von einigen Herstellern
vorgenommene Verkürzung des Mindesthaltbarkeitsdatums“, so VKIErnährungswissenschafterin
Nina Zellhofer. Weiters positiv: Sämtliche getesteten

Proben blieben zudem unter dem für Freilandsalat festgelegten Grenzwert für Nitrat.
Letztlich ergab dies folgende Endbewertung: 6 sehr gut, 4 gut und 1 durchschnittlich.
Testsieger ist die De Luxe Salat-Mischung von Chef Menü, die sich mit 70 Cent pro 100
Gramm im preislichen Mittelfeld einordnet. Details zum Test gibt es auf
www.konsument.at sowie im August-KONSUMENT.
Ganz ohne Kritik geht es aber auch bei diesem Test nicht: Wie so oft im Lebensmittelbereich
waren nicht sämtliche Produkte ausreichend gekennzeichnet. Vorschrift – und großteils Usus
– ist die Angabe der verwendeten Zutaten in absteigender Reihenfolge. Dies hat sich
offenbar noch nicht zu allen Herstellern durchgesprochen. Denn diese hantieren mit
durchaus kreativen Bezeichnungen wie „in veränderlichen Gewichtanteilen“. Wer zudem
wissen will, woher sein Salat stammt, hat großteils Pech: Auf fünf Packungen findet sich
überhaupt keine Herkunftsangabe, auf einer weiteren der wenig aussagekräftige Hinweis
EU. Die restlichen Proben stammten aus Italien – keine einzige aus Österreich.

Fragen an die VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer:
· Was soll man von ungekühlter Ware halten, die gelegentlich bei Diskontern
auftaucht? „Besser man lässt die Finger davon. Geschnittener und gewaschener
Salat sollte nur dort gekauft werden, wo er auch ausreichend gekühlt wird.“
· Der gekaufte Salat ist schon gewaschen. Ist da nochmaliges Waschen nicht
überflüssig? „Trotz der guten Testergebnisse: Ein Restrisiko besteht immer. Zwar
sterben durch das Dressing mögliche vorhandene Keim ab. Dennoch sollte man
verpackten Salat vor dem Verzehr immer sorgfältig mit lauwarmen Wasser waschen.“
Wer mehr zum Thema wissen möchte: Fragen beantwortet der VKI – in Zusammenarbeit mit
dem Fonds Gesundes Österreich – auch unter der Ernährungshotline 0810 810 227 (Mo-Fr
9-15 Uhr, aus ganz Österreich Euro 0,0676/min).

„Weihnachtsgeld“ für geschädigte Urlauber

„Weihnachtsgeld“ für geschädigte Urlauber

Erfolgreiche VKI-Sammelklage: Handelsgericht Wien spricht Schadenersatz zu.
Nach Auftreten einer Epidemie von Brech-Durchfall im türkischen Hotel Green Fugla
Beach war eine Infektion über Speisen und/oder Getränke im All-Inklusive-Club
naheliegend. Der Reiseveranstalter verweigerte aber die ausreichende Entschädigung
der Betroffenen, woraufhin der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in einer
„Sammelklage nach österreichischem Recht“ im Auftrag des Bundesministeriums für
Soziales und Konsumentenschutz (BMSK) und in Koordination mit vier
Rechtsschutzversicherungen klagte. 37 Geschädigte sollten Schadenersatzansprüche
in Höhe von rund 55.000 Euro erhalten. Nach vierjährigem Verfahren sprach das HG
Wien nahezu den gesamten geforderten Schadenersatz zu. Die Ausbezahlung erfolgt
noch vor Weihnachten.

Der Reiseveranstalter hat für das Verschulden seiner Leistungsträger einzustehen, dieser
Ansicht ist das Handelsgericht Wien. Dem Kläger gelang es, den Anscheinsbeweis zu
führen, dass – nach allgemeinen Erfahrungsgrundsätzen – die Erkrankungen auf eine
Salmonelleninfektion durch Speisen und/oder Getränke im Club zurückzuführen waren. Dem
beklagten Reiseveranstalter gelang es dagegen nicht, zu beweisen, dass seine
Erfüllungsgehilfen, sprich das Hotel, daran kein Verschulden trifft.
Das Gericht sprach – je nach individueller Belastung – Schmerzengeld und Schadenersatz
für entgangene Urlaubsfreude zu. Jene Personen, die persönlich erkrankt waren, bekamen
pro Tag der Erkrankung im Urlaub 50 Euro zugesprochen. Personen, die ohne selbst zu
erkranken Angehörige zu pflegen hatten, bekamen 30 Euro pro Tag. Nun – kurz vor
Weihnachten – wurden Kapital und Zinsen bezahlt, wodurch der VKI die Gelder auf die
Geschädigten aufteilen kann.
„Es freut uns besonders im Hinblick auf die Weihnachtsfeiertage, dass damit die erste
Sammelklage, die bei Gericht in dieser Sache entschieden wurde, im Zuge der Zahlung des
Schadenersatzes erfolgreich beendet werden konnte“, resümiert Dr. Josef Kubitschek,
Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Details zum Urteil gibt es auf www.verbraucherrecht.at